Ausgabe 
18.10.1915
 
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würden, eine einheitliche Politik am Balkan durchzusetzen. Außer bezüglich Thraziens boten die Zentralmächte Bul⸗ garien für die Neutralität mehr, als die Alliierten billiger⸗ weise bieten konnten. Die Versprechungen, die Bulgarien veranlaßt haben, den Krieg zu erklären, sind von den Zentral⸗ mächten auf Kosten der Nachbarn Bulgariens gemacht wor⸗ den, ohne einen entsprechenden Vorteil für letztere. Wir standen die ganze Zeit in freundschaftlichen Be⸗ ziehungen zu Rumänien, das einen Balkanbund be⸗ günstigte. N 5 Grey pries sodann die Geschicklichkeit und Tapferkeit der Serben, mit der diese sich gegen die Feinde kehrten und sie aus dem Lande vertrieben, als einen der hervor⸗ stechendsten Züge des Krieges. Wieder sehe sich Serbien einer Krise gegenüber und begegne ihr mit demselben glänzenden Mute. Die Teilnahme Bulgariens am Kriege übe einen großen Einfluß auf die Lage aus. Es liege auf der Hand, daß die Interessen Griechenlands und Serbiens jetzt identisch seien. Auf die Dauer würden sie zusammen stehen und fallen.. Bei den Maßregeln, die wir ergriffen haben, fuhr Grey fort, gehen wir in engster Zusammenarbeit mit Frank reich vor. Die Mitwirkung russischer Truppen ist versprochen worden, sobald sie verfügbar gemacht werden können. Die militärischen Maßnahmen, die ergriffen wurden, um den Erforder nissen gerecht zu werden, bilden den Gegenstand andauernder Aufmerksamkeit der militärischen Stellen der Alliierten. Sie werden auf gesunden strategischen Grundlagen aufgebaut. Serbien kämpft um seine nationale Existenz. Es ist eben jetzt in ein erbittertes heftiges Ringen verwickelt. Aber auf welchem Kriegsschauplatze immer die Kämpfe stattfinden, der Streit ist ein und derselbe. Auch die Entscheidung wird für alle dieselbe sein. Ermordung deutscher Seeleute durch englische Seesoldaten. Newyork, 14. Okt.(W. B. Nichtamtlich.) aus New Orleans: Vier Amerikaner, Mitglieder der Mannschaft des Aang iskeNicosian, legten eine schriftliche eidliche Er⸗ klärung nieder, in der sie schildern, wie die Engländer 11 hilflose Mitglieder der Besatzung eines deutschen Tauchbootes kaltblütig er⸗ mordet haben. In der eidlichen Erklärung wird zunächst der Au⸗ uriff des Tauchbootes auf dieNicosian beschrieben. Nachdem die Mannschaft dieNicosian in Booten verlassen hatte, begann das Tauchboot die Zerstörung derNicosian durch Beschießung. In⸗ zwischen näherte sich ein vorher am Horizont gesichteter Dampfer, auf dessen Außenseite mittschiffs zwei Bretter mit aufgemalter amerikanischer Flagge angebracht waren. Die Insassen des Bootes waren erfreut durch den Gedanken, daß ein neutraler Dampfer in der Nähe sei, um sie aufzunehmen. Das die amerikanische Flagge führende Schiff, das sich später als das britische KriegsschiffBaxa⸗ long unter dem Kapitän Me Bride herausstellte, kam an die Nicosian herau. Gleichzeitig verschwanden die vorerwähnten Bretter und an Stelle der amerikanischen wurde die britische Flagge gehißt.Baralong feuerte sofort auf das Tauchboot; später schoß dieBaralong mit schwerem Geschütz. Mehrere Deutsche auf dem Tauchboot wurden getroffen. Das Tauchboot sank langsam. Die Mannschaft stand bis zur Hüfte im Wasser. Elf Mann, darunter der Kommandant, sprangen ins Wasser und schwammen auf die Nicosian zu. Fünf erreichten den Bord derNicosian, die an⸗

Die World meldet

deren sechs hielten sich an herabgelassenen Tauen fest. Inzwischen

erreichten unsere Boote dieBaralong und wir gingen an Bord. Der Kapitän Me Bride schien hocherfreut zu sein. Darauf befahl er seinen Leuten, sich an der Reeling aufzustellen und auf die sechs Deutschen unten im Wasser zu feuern. Sodann wies jemand darauf hin, daß fünf Deutsche auf derNicosian seien. Von eini⸗ gen Offizieren zurNicosian begleitet, suchten nun britische See⸗ soldaten die Deutschen an Bord derNicosian auf. Kapitän Me Bride befahl den Seesoldaten, mit allen aufzuräumen und keine Gefangenen zu machen. Die Schriftstücke schildern eingehend, wie die einzelnen Deutschen erschossen wurden. Der Schiffszimmer⸗ mann derBaralong ließ einen Deutschen mit hochgestreckten Hän⸗ den auf sich zukommen und erschoß ihn dabei mit einem Revolver. Der Kommandant des Tauchbootes sprang von derNicosian und schwamm auf dieBaralong mit hocherhobenen Händen zu. Die Scesoldaten feuerten auf ihn von derNicosian aus. Ein Schuß traf ihn in den Mund; schließlich versank er. Sodann kehrten die Seesoldaten auf dieBaralong zurück; es herrschte große Freude unter ihnen. Diese Schriftstücke decken sich mit den seinerzeitigen Angaben des Amerikaners Dr. Banks. der damals Tierarzt auf

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derNicosian war und besonders den Mißbrauch der amerltani⸗

schen Flagge betonte. 5 Engli che U-Boote in der Ostsee. (W. T. B Nichtamtlich.) Nach der

Malmö, 15. Okt.. d Berlingfke Tidende ist wiederum eine Anzahl deutscher Der Kapitän

Schiffe in der Ostsee versenkt worden. des deutschen DampfersAdler meldet, daß er am Mon⸗ tag abend nicht weniger als drei deutsche Dampfer infolge von Angriffen von Unterkeebooten explodieren gesehen habe. Eine Verwechselung mit den bereits gemeldeten Dampfern sei ausgeschlossen, da deren Torpedierung zur Mittagszeit beobachtet worden ist, während derAdler über Unfälle nach der Dämmerung berichtet. 15

Die schwedischen Makler erhielten die telegraphische An⸗ ordnung, die deutschen Schiffe in den schwedischen Häfen zurückzuhalten. Deshalb liegen in Stockholm etwa zehn und in Lulea zwanzig deutsche Schiffe.

Der DampferLulea abgeschleppt.

T. U. Lübeck, 15. Okt. Der ErzdampferLulea ist von seiner Strandungsstelle abgeschleppt worden und völlig unbeschädigt in den Travemünder Hafen eingelaufen. Es handelt sich um den Dampfer, der angeblich von einem englischen Unterseeboot torpe⸗ diert und versenkt sein sollte. Das englische Torpedo ist wahrschein⸗ lich an dem Dampfer vorbeigegangen.

Die Teuerung in Frankreich.

Die Pariser 20. Sektion der sazialistischen Partei hat sich in ihrer letzten Versammlung mit der Teuerung der Lebens- mittel und der Untätigkeit des Parlaments beschäftigt. In einer Erklärung an den sozialistischen Verband der Seine 855 klärte die Versammlung:Der Fleischgenuß ist für die Arbeiterfamilie zu einem Luxus geworden; Butter, Gemüse, Kohle, Petroleum usw. sind im Preise derart gestiegen, daß sie für die Arbeiter kaum erreichbar sind: ebenso steht es mit Zucker, Milch und Eiern. Bei diesem Zustande der Ernährung werde die moralische Kraft beeinträchtigt, die zur Befreiung des Landes vom Feinde nötig sei, umsomehr als das Volk sehe, daß die Unternehmer enorme Reichtümer anhäufen und die Regierung sich auf ver⸗ altete Formeln beruft, wenn sie aufgefordert wurde, dem rapiden und ununterbrochenen Steigen der Lebensmittel- preise Einhalt zu gebieten. Die Sektion verlangt von der Partei, daß sie im ganzen Lande eine eifrige Agitation gegen diese Zustände ins Leben ruft. g

Bemerkenswert ist dabei, daß Frankreich nicht, wie Deutschland, durch eine gewaltige feindliche Flotte von aller Zufuhr aus dem Auslande abgeschnitten ist, sondern aus aller Welt ungehindert Vorräte beziehen kann. Wie man sich in Rußland vom Militärdienst drückt.

In Rußland dürfen keine Personen zum Heeresdienst einge- zogen werden, die von den Justizbehörden irgend einer Straftat wegen belangt werden. Erst wenn der in Frage Kommende seine Strafe verbüßt hat, bemächtigt sich seiner die Militärbehörde, um ihn an die Front zu senden. Unter Ausnutzung der diesbezüglichen Bestimmungen haben nun Tausende in Rußland irgend eine Straftat begangen, um voraussichtlich für die Dauer des Krieges vom Heeresdienst frei zu sein. Die angestellten Untersuchungen er⸗ gaben dem Justizminister die Gewißheit, daß weite Volkskreise in Rußland die einschlägigen Bestimmungen zu diesem Zwecke miß⸗ brauchten, um sich vom Heeresdienst zu drücken.

Bulgariens siegreiches Vorgehen.

T. U. Sofia, 16. Okt. Der bulgarische Angriff ist im siegreichen Fortschreiten begriffen. Nachdem die serbischen Vorposten zurückgedrängt und das Gebiet unmittelbar an der Grenze überall vom Feinde gesäubert worden ist, hat jetzt die bulgarische Infanterie, unterstützt von schwerer Artillerie, mit dem Angriff auf die starke serbische Bergstellung des Sen Nicola begonnen. Die serbischen Stellungen bei Kadibogaz sind bereits von den Bulgaren besetzt; auch die Höhe 621 mußte von den Serben geräumt werden. Der An griff auf den Eisenbahnknotenpunkt Knaschievatz steht zu er⸗ warten. Auch der Angriff gegen die sepbischen Stellungen im oberen Timoktal machte gute Fortschritte. Veliki Isvor mußte in brennendem

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Zustande von den Serben aufgegeben

werden, die Serven zogen sich auf der Straße Ba und werden offenbar versuchen, ihre Stellungen Stadt östlich des Timokflusses und die Brückenköpfe Timok zu halten. g f Nach den hier vorliegenden Meldungen hat de garische Angriff an drei Stellen gleichzeitig eingesetzt nächste Ziel scheine Zaltschar, Nisch und Pirot zu sein Teil der serbischen Kolonne, durch deren Ueberfall au bulgarischen Grenzposten die bulgarische Offensive endg entfesselt wurde, konnte gefangen genommen werden, der R flüchtete auf Gebirgswegen nach Serbien zurück. Die fangenen befinden sich in einem mitleiderregenden Zustand Bewaffnete bulgarische Flußdampfer ind die Donau wärts gefahren und vernichteten mehrere serbische Trans dampfer, die mit rumänischer Munition befrachtet waren Eine Verbindung zwischen Serbien und Rumänien auf d Schiffahrtswege dürfte bereits jetzt schon nicht mehr lich sein. 5 5485 Der Enthusiasmus in Sofia ist beispiellos. Man glam daß in wenigen Wochen die Verbindung zwischen den den f und den bulgarischen Heeren hergestellt sein wird. Die Drohungen des Vierverbandes mit dem Eingreifen einez Erpeditionskorps aus Saloniki werden nur bespöttelt. Man glaubt im allgemeinen nicht einmal, daß der Vierverband das Abenteuer wagen wird, mit einem völlig isolierten Korps von 100 000 oder selbst 150 000 Mann das schlagfertige bul. garische Heer auf seinem eigenen Gebiete anzugreifen. Man erhofft es aber, da man nicht einen Augenblick an der Zet, schmetterung des Gegners zweifelt. n 3 Serbiens Hilferuf. 5 Französische Blätter veröffentlichen eine offizielle Nischer Meldung, in der Frankreich und England ermahnt werd keine Zeit zu verlieren und einzugreifen; diesmal könnte e einziger Fehler eine Katastrophe herbeiführen. Wenn Serbien lange den eigenen Kräften überlassen und niedergerungen werde, würde es eines zehnfachen Kräfteaufwandes bedürfen, die alten Fehler wieder gut zu machen. Rumänien und Griechenland. 1 Sofia, 16. Okt. Die Regierungen Griechenlands und 9 mäniens haben, wie verlautet, in Sofia mitteilen lassen, daß ihre neutrale Haltung beibehalten werden, solange Bulgarien, darauf beschränkt, seine berechtigten Interessen Serbien gegenü zu wahren. Eine Denkschrift der bulgarischen Regierung, in

die Willkürakte der Serben dargelegt und nachgewiesen wird die Serben der provozierende Teil sind, ist nach Athem und B

abgegangen. Menschenopfer unerhört! In Fortsetzung der Berichte aus der Champagne schreibl

Max Osborn aus dem Py⸗Grunde: In jeder Sekunde werk Frauen zu Witwen, Kinder zu Waisen, Eltern zu ungl lichen Menschen gemacht. Wie am Tage bleibt es in der Na Die französischen Generäle rührt das nicht. Heran Soldaten, heran in den Tod! Wozu? Für ein Nicht für ein eisernes Umsonst, denn die Unseren weichen nicht vom Platze, halten aus, tun ihre Pflicht, ihre über menschliche Pflicht und jagen die Anstürmenden zurück

Als einmal zwei Minuten lang der Schießlärm schlief, sages

ein Major zu Osborn: Einen solchen Augenblick, in dem gar kein Schuß zu hören war, gab es seit drei Wochen nichk.

Kriegsnotizen.

Die Kriegsziel⸗-Eingabe der Schwerverbände an den Reich kanzler ist bekanntlich durch eine Professoren⸗Einga unterstützt worden. In einer Polemik gegen Prof. De teilt nun Prof. Dr. R. Seeberg in der Tägl. Rundschau mit, die Eingabe der Professoren 1341 Unterschriften aufweist; darunter 352 Professoren von Universitäten und weiteren Hochschulen, 199 Schulmänner und Geistliche, 145 höhere Verwaltungsbeamte, B it. germeister und Stadtverordnete, 148 Richter und Anwälte, Reichs⸗ und Landtagsabgeordnete, 18 inaktive Admirale und G rale, 182 Männer aus Industrie, Handel und Bankwesen, 52 La wirte, 252 Künstler, Schriftsteller, Verlagsbuchhändler. Eine von Prof. Delbrück veranlaßte Gegenschrift fand 141 Unterschriften, unter denen sich, wie Seeberg tadelnd hervorhebt, auch die Quidde und Schücking befinden. 5 1

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Pulver und Gold.

Roman aus dem Kriege 1870-1871. 19 Von Levin Schücking.

Ich glaube, es ist nichts Gefährliches, sagte der Abbé; es ist ein Streifschuß, eine reine Fleischwunde, die bald heilen wird... der Blutverlust hat Sie wohl ein wenig er⸗ schöpft?

Der Blutverlust oder der Weg! entgegnete ich,oder beides zusammen ich fühle wenigstens, daß es mich sehr glücklich machen würde, wenn in den nächsten vierundzwanzig Stunden niemand von mir verlangte, daß ich ein Glied rühren solle!

Gewiß wird das nicht der Fall sein! versetzte der Abbe, seine Waschung fortsetzend; dann legte er Scharpie auf und begann meinen Arm zu verbinden.

Sie können den Arm frei bewegen? fragte er.

Ich erhob den Arm; ein heftiger Schmerz zog durch die obern Muskeln, aber die Bewegung war nicht gehindert.

Fräulein Blanche kam zurück und setzte sich in den Sessel, den sie zuerst eingenommen... der Abbs berichtete ihr, wie er die Wunde gefunden.

Ich werde Ihre Pflegerin sein, sagte sie mit einer eigentümlichen harten Bestimmtheit.Ihr Diener hat mir alles erzählt, was sich ereignet hat, nachdem Sie Colomier verlassen. Ich bin es gewesen, die an diesem Unfall die Schuld trägt und ich will Ihnen zeigen, wie schwer das auf mir liegt, wie sehr ich alles tun möchte, es wieder gut zu machen, und die Folgen desselben für Sie zu lindern...

Und wenn Sie nicht die Schuld trügen? fragte ich, langsam meine Gedanken sammelnd.

Was meinen Sie?

Würden Sie dann auch vorausgesetzt, ich bedürfte einer weiblichen Pflege mir diese mit derselben Güte bieten?

Sie sah ihn an, ohne zu antworten.

Sie begreifen, fuhr ich lächelnd nach einer Pause fort,

daß das mich sehr glücklich machen würde; wenn Sie mir jetzt jedoch sagen, daß bloß das Bewußtsein, schuld an meinem Unfall zu sein, bloß das Bedürfnis, dies wieder gut zu machen, Sie zu so viel Selbstverleugnung führt, so antworte ich Ihnen: ich danke Ihnen; die ganze Sache ist nicht so ernst und ich werde sogleich aufstehen, um Ihnen zu zeigen, daß ich wirklich eines so aufopfernden Dienstes nicht bedarf, daß Ihre Schuld in der Tat nicht sehr groß ist, daß Sie auf das, was mir zugestoßen, durchaus kein Gewicht zu legen brauchen!

Sie fuhr fort, mich schweigend zu betrachten.Ich ver stehe Sie nicht, sagte sie dann, wie aus Gedanken auf fahrend;was Sie sagen, ist unfreundlich...

Ich will nur sagen, daß ich lieber einen Beweis Ihrer Güte sehen möchte, als einen Beweis Ihrer Gewissenhaftig keit. Doch genug. Lassen Sie mich Ihnen sagen, daß ich nicht begreife, wie Sie sich die Schuld meines Unfalles zu schreiben können!

Sie senkte tief ihre Blicke in mein Auge und sagte dann:

Sie sind nicht aufrichtig jetzt! Ihr Herz strömt über von einem häßlichen, giftigen Verdacht doch nein, einem Verdacht, der nur zu natürlich ist! Sie sind überzeugt, daß wir Sie haben in einen Hinterhalt locken wollen; aus den Angaben Ihres Dieners habe ich entnommen, wie die Beob achtung, daß wir von vornherein Sie in Colomier über Nacht halten wollten, Sie aufgeschreckt und veranlaßt hat, im stillen auf und davon zu gehen! Beweist das nicht Ihr Mißtrauen hinlänglich?

Friedrich hatte sich längst mit den gebrauchten Sachen entfernt und konnte nicht von mir zum Zeugen aufgerufen werden, daß Blanche sich irre; der Abbé hatte mit ihm das Zimmer verlassen, um mir, wie er sagte, zu essen bringen zu lassen; wir waren allein. 3

Ich ging, weil es meine Pflicht war, nicht über Nacht von meinem Posten zu bleiben, sagte ich.Bloß und allein deshalb!.

In der Tat? rief sie mit besonderer Lebhaftigkeit aus. Ist das wahr?

Gewiß können Sie daran zweifeln?

Ich zweifle immer daran, daß ein Mann sich aus blo Pflichtgefühl eine große Anstrengung zumutet, während er so viel Gründe oder Vorwände hat, sich die Notwendigkeit derselben wegzuleugnen. 3 Sie haben keine große Achtung vor männlichem Pflicht gefühl, bemerkte ich. ö. 1 Nein! sagte sie trocken. Und doch war es bloß das, was mich gestern abend ver anlaßte, mich loszureißen aus einer Situation, die glau- ben Sie es mir, einen sehr großen Zauber für mich hakte; was mich verzichten ließ auf das Vergnügen, heute an Ihrer Seite heimzufahren... 2 So danke ich Ihnen, sagte sie lebhaft und mir wie un⸗ willkürlich die Hand hinstreckend...ich danke Ihnen und will Ihnen obendrein noch gestehen, daß es mich freut. Sie stockte mit einem leichten Erröten. g Freut? Was? Daß Sie fester gewesen sind als ich gestern, wo ich S sehr nachgiebig fand, glaubte! 5 Aber wenn ich Sie nun auch noch von aller und jede Schuld an meinem Unfall freispreche, fällt auch für Sie die Pflicht fort, sich meiner Pflege anzunehmen und die barm⸗ herzige Schwester bei mir zu spielen. f

machen.

Nein, gewiß nicht. Ich brauche Ihnen nicht zu sage wie glücklich es mich machen würde, wenn Sie bei mit über die Pflicht hinaus blieben... 8

Ah, fiel sie, wie um meine Versicherungen über diesen Punkt rasch abzuschneiden, lächelnd ein,wir Frauen be mögen allerdings noch mehr, als was Pflicht ist, zu tun; aber es ist sehr viel verlangt, daß ich Ihnen einen Beweis dabo geben soll.

Sie haben recht, der Fremde, derFeind, verdient ds

nicht um Sie. Wie müßte der Mann sein, um den Sie; viel tun könnten, etwas Schweres, etwas Außergewöhnli weit über die gewöhnliche Christenpflicht Hinaus des 5(Fortsetzung fo

Sie scheinen darauf auszugehen, mir dies schwer 51 N

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