Ausgabe 
18.10.1915
 
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Otgan für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

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Gießen, Montag, den 18. Oktober 1915

10. Jahrg ang

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1 5 9e 1 5 2. 7 Aache und franzöjische Sozialisten zum Kriege. Antr der UeberschriftZu den Waffen! erließ das sozia⸗ e nationale Verteidigungskomitee Groß⸗ zniens folgendes Manifest:

bürger! Noch nie in unserer tausendjährigen Geschichte ch unser Land in einer so tödlichen Gefahr wie jetzt. Nur Mund dem Bürgersinn der Männer, die freiwillig zu den glilten, ist es zu verdanken, daß Britannien nicht das ArBelgiens, Polens und Armeniens erlitten hat. Der urdanken wir unser Leben, die Ehre unserer Frauen, die ie und Heiligkeit unseres heimischen Herdes. Zehn- sstarben, um ihr Vaterland zu verteidigen, und viele mehr um den Preis der Verwundung und der Invalidität dem Fronneu.

annier! Die Plätze dieser Helden müssen ausgefüllt wer⸗ können un dürsen diejenigen, die für uns fechten, nicht epprechende Verstärkungen lassen. Mindestens eine halbe nehr Mannschaften ist sofort nötig, um die Kräfte unserer Ir in Frankreich, Belgien, Gallipoli und Mesopotamien zu stirk, oder um die Plätze derjenigen einzunehmen, die in der nahm Indien und anderswo Garnisondienst leisten. Es gibt Herttaufende von jungen, kräftigen und sähigen Leuten, die orreichen Dienst übernehmen könnten, aber noch nicht in de sind. Wenn sie noch länger zaudern, so wird es ihnen pen Schande gereichen. Wenn sie sich weigern, dem Rufe zes zu folgen, so muß und wird die Nation sie unter an

ingungen in ihren Dienst stellen. fürger! Es kann keine Rechte ohne Pflichten geben. kann nicht existieren, wo die Menschen nicht bereit sind, heteidigen. Die Verteidigung des Landes ist die elemen⸗ iht sedes waffenfähigen Bürgers. Wenn das Land ruft, lle folgen. Die Erzwingung der Pflicht der Nationalver⸗ . wie sie die nationale Solidarität einschließt, verstößt U gigen die Grundsätze der Demokratie noch gegen die Grund⸗ J e Gewerkschaftswefens. Die Leute, die sich jetzt der Pflicht

Die

werden sicherlich gezwungen werden, solidarisch zu han⸗ Ons sie werden als nationale Streikbrecher behandelt werden. N Die Regulierungen, die zur Verteidigung eurer Juter⸗ 1 riedenszeiten nötig sind, wurden von der überwältigenden i der Gewerkschaften aus patriotischen Gründen aufge- Wir freuen uns, dies konstatieren zu können. Aber es solche, die unter bestimmten Umständen mit Streik % obwohl ein Streik die Lahmlegung unserer nationalen lung bedeuten würde. Wissen denn diese Leute nicht, daß 0 cher Sieg den Verlust aller ihrer mit so großen Opfern ien Rechte bedeuten würde? Das Recht auf Streik ist mgätzbare Waffe in den Händen der Arbeiterklasse, aber Jaht hat seine Grenzen. Diese Grenzen sind erreicht, wenn age gestellte Arbeit das Leben der Soldaten, die das Land din, gefährdet. Unter solchen Umständen ist ein Streik it gegen das Land und ein Schlag gegen unsere Brüder 1 schützengräben. Die notwendige Folge wäre ein Streik eslaten; und dann Gott beschütze die Zivilisten! kürger! Das Stillschweigen der Regierung ist zweideutig, und gefährlich. Soll sie sich aussprechen. Soll sie es lichener gestatten, sich zu äußern. Soll sie uns sagen, wo zen und was wir tun müßten. Das britische Volk wird dem fe ken. Britannien, halb bewaffnet und die halbe Kraft en, wird Deutschland nicht besiegen, das die ganze Natson 0 Rrieg mobil gemacht hat. Nationaldien st ist nicht

I.

Pflicht, sondern ein Recht. *

ü 2 unser französisches Bruderorgan Populaire du Centre, 1 salistische Tageblatt von Limoges, mitteilt, hat Gustav 4 ür seine neugegründete Zeitung L' Oeuvre(wurde in⸗

1 mehrfach verboten) eine Umfrage veranstaltet über das guziel. Die Franzosen sagen gewöhnlich, sie wollten bout(bis ans Ende) gehen. Die Frage, die Tory lautete: Was bedeutetbis zu Ende gehen? Hier; sind Antworten: Das Kammermitglied Verlot(Vertreter Uühlkreises in den Vogesen) erklärte:Frankreich wird bis sich das Deutsche Reich flir besiegt erklärt und um hittet. Die erste Pflicht wird sein, es zu zersplittern. öh wird die militärische Macht des Reiches zerstören, in⸗ Im eine jährliche Kriegsentschädigung auferlegt, die min⸗ em Armee⸗ und Flottenbudget gleichkommt. Der Seug⸗ M illon(Vertreter von Deux⸗Sevres) antwortete:Bis händigen Erschöpfung der Finanzen, des Kriegsmaterials

Nenschen. Der Senator Gen ou x(Vertreter von Haute bra st der Ansicht:Die Nation wird den heiligen Kampf s wenn nßtig bis zur Erschöpfung sämtlicher Hilfs⸗

ex moralischen und der physischen, um den Sieg zu er⸗ , Josef de Castelnau erklärte:Frankreich wird bis zu

ken, das heißt: bis zur Wiedereroberung von Elsaß⸗ Tien, Auflösung des Deutschen Reiches und Herstellung eines abnropas. Im Gegensatz zu diesen Antworten erklärte den ee Mistral(Vertreter von Isere),bis zu Ende, gehen e. zur Herstellung eines Friedens, der in tine bedingungen keine Ursache zur Revanche, keinen Keinisten slerneuen Kriege enthält. Mit sämtlichen Sozig ten die, daß der Krieg zwischen Nationen nur mit dem Ber Hen des Kapitalismus ein Ende nehmen wird. 0

Mistral bekämpft die Idee, daß die Verbaudsmächte i güren, den deutschen 9 5 995 zu zerstören? 400, Mil 6 Zeutsche könne man nicht unterdricken und vom Auslande

ieren. Solange der Militarismus in Europa. bestehe, Luc der deutsche Milftartemus bestehen. Die Ausetghalschen

it dem deutschen Militarismus solle man dem deutschen aue üderkassen. Mistral schleßt:ch habe Verkraner schen Sozialismus und zum' deutschen Volke.

nem Leitartikel vom 4. Oktober schließt sich

der Populaire

du Centre den Ansichten Mistrals vollständig an. Nicht die Zer splitterung Deutschlands un Oesterreichs sei das Heilmittel, denn le mehr kleine Staaten und Nationen, desto größer die Eifersucht, die Intrigen und die allgemeine Unsicherheit. Der Krieg werde verschwinden mit dem Untergange des Kapitalismus und mit der Herstellung einer Föderation freier Völker. In der Vereinigung und nicht in der Zersplitterung der Völker und Staaten liege das Heilmittel.

0 Leider ist die Zahl der so vernünftig denkenden Sozialisten in Frankreich wie in England noch ganz geringfügig.

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. Auf der schiefen Ebene.

Unser französischer Korrespondent schreibt uns vom 9. Oktober:

Die Entwicklung der Dinge auf der Balkanhalbinsel hat die öffentliche Meinung in Frankreich konsterniert. Seit Monaten war die französische Presse gezwungen, blauen Dunst über die Situation auf dem Balkan zu verbreiten. Es läßt sich nicht mit Bestimmt⸗ heit sagen, wie weit die Diplomatie selbst sich in falschen Hofs⸗ nungen gewiegt hat. Jebensalls scheint die Diplomatie vollständig in das Schlepptau der russischen geraten zu sein. Zur Stunde be⸗ wahrheitet sich unsere Vermutung, daß die französische Diplomatie nicht mehr zurück kann und unaufhaltsam die schiefe Ebene hinabgleitet, auf die sie vor Jahren Jaurès vergebens zurückzu⸗ halten gesucht hatte.Diplomatie à la suite nannte Jaurès die Politik, die Frankreich gegenüber Rußland übte. Noch vor dem

Abschluß des Blündnisses mit Rußland, im Jahre 1887, hatte Jaures schon seine warnende Stimme erhoben. Er befürchtete, daß sich Frankreich bereit finden würde, dem imperialistischen

Drängen Rußlands Helferdienste zu leisten und dadurch in gefähr⸗ liche Abenteuer verwickelt werden könnte. Denselben Standpunkt nahm er gegenüber dem euglischen Freundschastsbündnis ein. Die französische Diplomatie, in der Furcht, daß Rußland dem Biündnis entsagen könnte und daß Frankreich einem deutschen Angriff gegen⸗

über alleinstehen würde, hielt sich für verpflichtet, die russische Politik überall und immer zu unterstützen. Diese Furcht vor

einem deutschen Angriff, beileibe nicht die Absicht, einen Revanche⸗ krieg zu entfesseln, denn dazu war eine Stimmung in Frankreich nicht vorhanden und hätte Rußland nicht die Hand geboten, hat die französische Diplomatie seit 45 Jahren beherrscht und sie auf die schiefe Ebene des neuen Balkankonfliktes gebracht. Wie Frankreich durch dieDiplomate à la suite seine eigene Politik vernach⸗ lässigte, hat es jetzt seine eigene Verteidigung zurückgestellt, um Rußland Konstantinopel zum Geschenk zu machen. Für England ist die Dardanellenexpedition ein durchsichtiges Ablenkungs⸗ manöver, um von dem Suezkaual und von Aegypten einen türki⸗ schen Angriff fernzuhalten. Was Frankreich betrifft, kann es bei dem Unternehmen nichts gewinnen. Im Gegenteil, es kann nur verlieren. Wie auch der Krieg ausgehen mag, sein säkularer intel⸗ lektueller politischer und wirtschaftlicher Einfluß in der Türkei ist sehr in Frage gestellt. Siegt Rußland, dann ist eine Russifizierung der französischen Institutionen so gut wie sicher. Im gegenteiligen Falle wird Frankreich den Völkern Kleinasiens als der Besiegte erscheinen.

Vorläufig legt sich die öffentliche Meinung Frankreich noch keine Rechenschaft ab über die verhängnisvolle Tragweite dieser

Politik, die in der krampfhaften Sucht nach neuen Verbündeten, die französische Politik vernachlässigt und die Verteidigungskraft Frankreichs zersplittert. Die Gewinnung Italiens, die oberfläch⸗ lich betrachtet, eine Stärkung des Dreiverbandes war, hat in Wirk⸗ lichkeit dem Einfluß Fraukreichs auf dem Balkan den stärksten Stoß gegeben und alle die Folgen gezeitigt, die Frankreich zwingen, immer bedeutendere Streitkräfte seiner eigenen Verteidigung zu entziehen. Daß das große Publikum darin nicht klar sieht, ist nicht verwunderlich, denn es fehlen ihm die Elemente, um sich ein selbständiges Urteil zu bilden. Ueberraschen muß jedoch, daß sich unter den Abgeordneten und Senatoren niemand findet, um die Diplomatie beim rechten Namen zu nennen. Zum Zeppelinaugriff auf London.

Tu. London, 15. Okt. Das Kriegs kinisterium gibt jetzt einen ausflihrlichen Bericht über den letzten Angriff deutscher Luftschiffe, worin es heißt:

Ein Geschwader feindlicher Luftschiffe besuchte die östlichen Grasschaften und ein Teilgebiet von London unter Abwerfung von

Bomben. Eine Anzahl Ballonabwehrkanonen wurden in Stellung gebracht. Fünf Flugzeuge stiegen auf, konnten aber infolge des

Nebels die Luftschiffe nicht finden. Ein einziges Flugzeug fand einen Zeppelin. Als es sich auf die notwendige Höhe hinaufge⸗ schraubt hatte, war das Luftschiff verschwunden. Eine Anzahl Häufer wurden durch Bombenwürfe beschädigt, an verschiedenen Punkten brachen Brände aus, die jeboch schnell gelöscht werden konn⸗ ten. Kriegsmatertalschaden ist nicht angerichtet.

Einschließlich der bereits gemeldeten Zahlen betragen die Ver⸗ luste 42 männliche Personen tot, 77 verletzt, darunter 15 Soldaten tot, 13 verwundet. Ferner wurden 9 Frauen getötet, und 30 ver⸗ wundet, während sich 5 Kinder unter den Toten und sieben unter den Verletzten befinden. Auf London selbst entfallen 23 Tote und

95 Verwundete. 4 Zeppelinwirkung.

Rotterdam, 15. Okt. Eine Depesche des Londoner Korre spondenten des Nieuwe Rotterdamschen Courant über Zeppelinangriffe erreichte das Blatt so Ver stüm mel, daß sie keine Einzelheiten mehr enthielt. Gestern abend traf kein Frachtdampfer aus England in Vlissingen ein und auch heute nicht, angeblich wegen Nebel.

Vom serbischen Kriegsschauplatz. Dem Berl. Lok.⸗Anz. wird aus dem Kriegspressequartier ge⸗

meldet: Oesterreichisch-ungarische Bataillone haben den rechten Flügel der Kumodraz⸗Stellungen abgesprengt und die Serben zum

Il

i ie N.

schleunigen Rückzug nach ihren Positionen auf dem Avalaberg ge⸗ nötigt. Durch die Wegnahme des zwischen der Grockgerstraße und der Donau gelegenen Höhenrückens scheint die starke Stellung des Feindes auf dem Kumodraz unhaltbar geworden zu sein, sodaß die Serben von hier weiter nach Süden abziehen mußten. Die Er⸗ stürmung der sehr starken Besestigungsanlagen nächst des Erino⸗ berges wurde durch konzentrisches Massenfeuer unserer schweren Artillerie vorbereitet und dann durch Infanterie ausgeführt. Der Feind ließ Gefangene in unserer Hand und wich fluchtartig nach Slidwesten zurück. Er wurde sogleich von unseren Truppen ver⸗

folgt. Serbische Deserteure.

Sofia, 15. Okt.(W. B. Nichtamtlich.) Nach Meldungen aus Strumitza ergaben sich dort gestern 950 serbische Deser⸗ teure mit ihren Gewehren den Grenzbehörden. Schwieriger Vormarsch der Salonik⸗Truppen

Konstantinopel, 14. Okt. In Salonik scheint ein ziem⸗ liches Durcheinander zu herrschen: Ordre, Kontreordre, Desordre. Die abtransportierten Ententetruppen kehrten wieder zurück, nachdem sie mehrere Kilometer vorangegangen waren.

Aus guter Quelle verlautet, die griechische Re⸗ gierung lehnt es ab, ferner Eisenbahnwaggons für die Expedition dieser Truppen zu stellen. 0

Italiens Zurückhaltung.

Der Avanti faßt die Gründe, welche die italienische Regierung von einer Teilnahme am Balkanfeldzug zurückhalte, folgender- maßen zusammen: Der Truppenüberfluß Italiens sei mehr schein⸗ bar als wirklich, da der Gebirgskrieg, infolge der erhöhten An⸗ strengungen eine häufigere Ablösung und infolge der Schwierig⸗ keiten bei der Zufuhr eine unverhältnismäßige Menge Etappen⸗ truppen gegenüber den Kampftruppen erfordere. Ein weiterer Grund sei der, daß Italien bisher weder gegen Deutschland noch gegen die Türkei trotz der erfolgten Kriegserklärung Krieg führe. Dersacro egoismo mache es nicht rätlich, diese Lage zu ändern. Schließlich erklärt der Avanti, daß die Gründe, welche Italien ver⸗ anlaßt hätten, eine beobachtende Haltung gegenüber dem Balkan⸗ feldzug einzunehmen, noch wachsen, austatt abzunehmen.(Damit ist wohl der dauernde Interessengegensatz Italiens zu Serbien wegen der Ostküste der Adria und zu Griechenland wegen Epirus, Dodekanes und Kleinasiens gemeint. Ueberdies tritt unserer An⸗

sicht nach immer mehr die Tatsache hervor, daß Italien, wie im alten Dreibund, auch den neuen Verbündeten gegenüber eine Sonderstellung einnehmen will.) Popolo d'Italia wendet sich gegen die vom Giornale d'Italia gegebene Begründung für das

Fernbleiben Italiens vom Balkankrieg in einer Bemerkung, welche die Zensur bis auf die Einleitung gestrichen hat. Auch ein Pariser Telegramm des Popolo d'Italia über die französische Ansicht, wes⸗ halb Italien nicht interveniere, ist ein Opfer des Zensorstifts ge⸗ worden.(Frankf. Ztg.)

Ein russisches Transportschiff versenkt.

Von der russischen Grenze, 15. Okt. Wie in Odessa ver⸗ lautet, ist über den Verbleib des Transportschiffes Sewastopol bisher keine Nachricht eingetroffen. Das Fahr⸗ zeug hatte Kriegsmaterial an Bord und sollte es nach Serbien transportieren.Sewastopol hat vor drei Wochen den Odessaer Hafen verlassen, ohne daß es seinen Bestim⸗ mungsort erreicht hätte. In Odessaer Reederkreisen nimmt man an, daß der Transportdampfer von feindlichen Unter⸗ seebooten versenkt worden ist. Feindliche Unterseeboote(deut⸗ sche und türkische) patrouillieren an der bulgarischen Küste und bewachen die Hafenausfahrten von Odessa und Sewasto⸗ pol. In Odessa ist man davon völlig überzeugt, daß sich eine effektive Blokade der bulgarischen Küste durch die russische Flotte daher nicht wird ermöglichen lassen. Auch ein Bombardement der bulgarischen Küste sei mit den allergrößten Schwierigkeiten verknüpft. Es sef mehr denn fraglich, ob sich die russische Schwarzemeerflotte wird hierzu entschließen können. Die Bulgaren hätten vor den Häfen ausgiebige Minenfelder von erheblichem Umfange angelegt, deren Lage noch nicht aufzuspüren gewesen sei.

Grey vor dem Unterhause über die Balkaufrage.

London, 15. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Unterhaus. Sir Edward Grey gab eine Erklärung über die diplo matische Seite der Balkanlage ab und sagte: Beim Ausbruch des Krieges wünschten wir, daß er sich nicht ausbreite. Wir haben zusammen mit unseren Alliierten der Türkei die Versicherung gegeben, daß, wenn sie neutral bliebe, das türkische Territorium nicht in Mitleidenschaft ge⸗ zogen würde. Als sich die Türkei dann am Kriege beteiligte, richteten die Alliierten ihre vereinigten Bemühungen darauf, eine Uebereinstimmung zwischen den Balkanstaaten zu erzielen. Unglücklicherweise war die Stimmung auf dem Balkan nicht für Einigkeit, sondern für schärfsten Zwiespalt. Es war klar, daß nur ein entschiedenes Uebergewicht und Vorteile auf dem Schlachtfeld es den Alliierten ermöglichen

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