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Frage Jisher die Kriegsunterstützung beziehen,
dessen und Nachbarge
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Gießen und Umgebung. Kriegsehespruch.
Volk wider Volk läßt Volk zu Tode mähn— ihr blickt euch an, im Auge fromm Verstehn. Haß jagt und Mord wild übers Erdenrund— ihr schließt voll Weihe tiefsten Lebensbund. Dioch wendet euch nicht von dem Zeitengrau, seht Mine, Handgranate, Drahtverhau. Fühlt all die Schrecknis dieser Weltenmacht, erahnt in zwei'n, was einzig selig macht: Verbundenheit! Sie Sehnsucht, Ziel wie Pflicht! Nur wenn die Liebe lodert, lacht uns Licht. Drum pflegt in euch, was menschlich, zart und wahr! Seid allem Edlen treustes Hüterpaar!
Josef Luitpold.
Um die außerehelichen Kriegerwaisen.
An den Reichstag soll von Behörden, Vereinen und Ein— Ilpersonen auf Veranlassung des Archivs Deutscher Berufs— Ormünder folgende Eingabe gerichtet worden:
In der denkwürdigen Sitzung des Reichstages vom August 1914 wurde auf Anregung des Archivs Deutscher berufsvormünder beschlossen, den unehelichen Kindern, deren käter vor dem Feind stehen, dieselbe Kriegsunterstützung wie en ehelichen Kindern zu gewähren. Man beabsichtigte dabei eineswegs, an der Rechtsstellung der unehelichen Kinder Egenüber den ehelichen etwas zu ändern— davon ist nie die ede gewesen—; man wollte nur auch ihnen gegenüber die Fflicht des Vaterlandes erfüllen, das die Angehörigen der krieger vor Not und Elend zu schützen entschlossen war. Dazu 2 bei den unehelichen besonderer Anlaß vor, weil sie nach Sterblichkeit, körperlicher und geistiger Entwicklung wie Ver⸗ bvahrlosung und Gefährdung den ehelichen gegenüber stark im Lachteile sind und der Schutz für sie bei uns im Deutschen
eiche noch ungenügend entwickelt ist.
Nachdem viele der unehelichen Väter bereits gefallen sind, und noch mehr fallen werden, erscheint es geboten, die weitere 5 zu regeln, ob man nach dem Kriege diese Kinder, die sich wieder selbst überlassen soll. Die Pflicht der Dankbarkeit und Gerechtigkeit ö den Familienangehörigen verheirateter Gefallener weiterhin behilflich zu sein und ihnen auch die Kriegswaisenrente zu gewähren. Vertreter verschiedener
Parteien wie der beteiligten Abteilungen der Reichsregierung haben bereits ihr Einverständnis damit erklärt. Bei der gohen Wichtigkeit indessen, die eine zweckmäßige Regelung der Angelegenheit für das Gedeihen tausender von schutzbedürf⸗ rigen Kindern hat und bei der Bedeutung, die einer einfachen And übersichtlichen gesetzlichen Regelung zukommt, schlagen dir vor, in den Gesetzen über die Witwen⸗ und Waisenver⸗ ssorgung statt des Wortes„ehelicher oder legitimierter Kinder“ zu setzen„Kinder“ und in den Verhandlungen klarzu⸗ legen, daß damit die unehelichen Kinder, soweit sie eben gesetzlich als Kinder des Betreffenden anzusehen sind, also im Rahmen der Bestimmung über die Kriegs⸗ unterstützung berücksichtigt werden sollen. Damit würde auch am einfachsten dargelegt, daß an keine Aenderung der Bestimmung des B. G. B über die unehelichen Kinder gedacht ist und keinerlei Bedenken nach dieser Rich⸗ tung erhoben werden können.
Das uneheliche Kind hat nach dem Tode seines Vaters micht denselben Schutz wie das eheliche, das seinen Vater ver⸗ Hor, denn ihm fehlt dann auch eine feste, gesellschaftlich aner⸗ kannte und gesicherte Familie, die es schützen würde. Selbst wo ihm zufällig wie so vielen ehelichen aus dem Erbe des Vaters einiges Geld zufallen sollte, bliebe es immer viel
schlechter gestellt als das eheliche; stets ist es viel größeren,
Gefahren ausgesetzt und wird leichter zugrunde gehen und
verwahrlosen. Es wäre daher im Interesse des Staates und
der Gesellschaft höchst verderblich, ihm eine geringere Rente als dem ehelichen Kinde auszusetzen. Abweichende Beseim⸗ mungen für uneheliche zu treffen, würde nicht nur unnötige Schwierigkeiten ins Gesetz und seine Anwendung hinein⸗ tragen, sondern auch dazu führen, daß die Unehelichkeit des Kindes durch diese Abweichungen ihrer Rente von der der ehelichen bei jeder Gelegenheit besonders betont und so die Entwickelung des Kindes häufig gefährdet und oft geschädigt würde. Hat doch die Regierung aus diesem Grunde schon lange Vorkehrungen getroffen, die Geburtsurkunden der un⸗ ehelichen denen der ehelichen anzugleichen, weil allein schon die Erinnerung an die Unehelichkeit seiner Geburt dem Kinde schaden kann. 1 8 0 Ein Grund dazu könnte doch höchstens darin liegen, daß man das uneheliche Kind für den Fehltritt seiner Mutter strafen wollte. Das wäre aber nicht nur im höchsten Maße ungerecht, wo es sich um einen Fehler der Mutter, nicht des Kindes handelte, sondern es wäre auch Unrecht gegen den Vater. Hat dieser doch in derselben Weise sein Leben für f Volk gelassen wie der eheliche Vater, so sollte die Gesellschaf nicht noch nachträglich bestrebt sein, statt seiner, den sie doch nicht mehr erreicht, sein Kind zu strafen und zurückzusetzen.. Im Interesse der Gesellschaft, des ganzen Volkes, e auch ihre Väter in den Tod gingen, kann man den unebelt hen Kindern um so eher diese Hilfe gewähren., als der e Rechtszustand bereits Vorkehrungen getroffen hat, daß i Rente nur dem Kinde, nicht aber der Mutter zugute„ 5 Die Verwaltung dieser Gelder steht nach dem Gesetz 0 15 . 7 sondern dem Vormunde des 5 zu; dadurch be⸗ teht eine starke Gewähr, daß diese Gelder. 5 Ziel dienen, dem Vaterland 1 tüchtiges Glied zu erziehen.
achbargebiete.
wirklich allein dem
Beilage zur Oberhessischen Volkszeitung N
Gießen, Samstag, den 16. Oktober 1915.
Wir sind gewiß, daß die vaterländische Gesinnung und gerechte Menschlichkeit, von der der Hohe Reichstag bei der ersten Bestimmung über die Kriegsunterstützung sich leiten ließ, ihn zu der gleichartigen Anwendung der Bestimmung über die Kriegswaisenrente in dieser Hinsicht bestimmen werden.“
Unterschriften und Zustimmungserklärungen werden baldigst erbeten an Archiv Deutscher Berufsvormünder Frank⸗ furt a. M.
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Der Herbst als Winterprophet. Dias Landvolk, das in unmittelbarer Verbindung mit der Natur steht, bewahrt die Wettererfahrungen seiner Vorväter aus alter Zeit als einen sicheren Weisheitsschatz. Nach ihm beurteilt es die Blüte des frühen, die Früchte des späteren Jahres im voraus, und auch von der Zeit der toten Natur macht es sich schon im Herbst ein be⸗ stimmtes Bild. Und so denkt das Volk über den Herbst: Ist der Anfang des Herbstes klar, so folgt ein„windiger“ Winter.„Hart“ wird dieser sein, wenn das Laub„ungern“ von den Bäumen fällt, und„gemeiniglich lang“, wenn der Herbst warm und naß, ist. Da⸗ gegen währt die Kälte nicht lange, wenn das Laub„bald“(rasch) abfällt. Gibt es um Michaelis(29. September) viel Eicheln, so fällt viel Schnee um Weihnachten. Sind un diese Zeit die Eichäpfel in⸗ wendig schön und frisch, so bedeutet es, daß künftigen Sommer die Früchte wohl geraten werden; sind sie naß und faul, so verkünden sie einen nassen, sind sie mager und dürr, einen heißen und schlechten Sommer. Findet sich darin eine Mücke, so bedeutet es ein mittel⸗ mäßiges Jahr. Mitte Oktober kommen noch in der Regel einige warme Tage, die man den„Gallen⸗Sommer“ nennt. Fliegen die Kraniche und Wildgänse weg, so bleibt auch der Winter noch lange „außen“. Bedeutungsvoll ist der Tag, an dem es im Oktober zum erstenmal schneit. Es wird im nachfolgenden Winter gerade so viel mal schneien, als Oktobertage vor dem ersten Schneefall vergangen sind. Schneit es z. B. am 30. Oktober, so ist demgemäß ein dreißig⸗ maliger Schneefall zu erwarten. Nach der Art des ersten Obtober⸗ schnees läßt sich aber auch auf den Winter oder seine Dauer schließen. Bleibt jener lange liegen, so wird dieser lange anhalten. Dagegen wird es so viel mal Tauwetter geben, als man vom ersten Schuee⸗ fall im Oktober bis zum„nächst⸗künftigen“ Neumond Tage zählt. Wenn es donnert, während Sonne und Mond im Zeichen des Skor⸗ pion stehen,„so soll ein großer Hunger entstehen“.
Für den November ist es ähnlich. Allerheiligen bringt„ge⸗ meinfglich“ noch einen kleinen Nachsommer. An diesem Abend pflegen die Landleute einen Span von einer Birke zu hauen und danach das Wetter zu beurteilen; ein trockener Span zeigt an, daß der Saft schon in die Wurzel gewichen und ein kalter Winter folgen werde; ist jener aber feucht, so soll keine große Kälte zu befürchten
sein. Bringt der Martinstag(411. November) einen bewölkten Himmel, dann soll ein beständiger, jedoch„leidentlicher“ Winter
folgen. Regnets, so bedeutet es einen unbeständigen Winter. Klarer Himmel mit Sonnenschein zeigt einen harten Winter und große Kälte an. Drei Tage vor Martini geht, nach Meinung der Land⸗ bewohner, der„Wolfsmonat“ an. Er endigt am 7. Dezember. Fällt im November der erste Schnee in den Kot, so soll es eine Teuerung bedeuten; fällt er aber auf trockenes Erdreich, dann wird ein frucht⸗ bares Jahr vermutet. Wie das Wetter im Wolfsmonat ist, so soll es auch„wittern“ im künftigen März. Nach dem Bauernkalender sind dann noch der Andreastag(9. November) und der Katharinen⸗ tag(25. November) nicht unwichtig. Wenn sich der Katharinentag bei einem Gewitter zeigt,„also soll sich der Christmonat im Jauuar verspüren“ lassen. Und wie der 26. November ist, so soll auch der Hornung(Februar) sein. Donner am 22. November, wenn die Sonne im Zeichen des Schützen steht, bedeutet ein fruchtbares Jahr.
Ein enger Gesichtskreis.
Der Stuttgarter Beobachter druckt eine Zuschrift von der oberen Donau ab, die sich mit Menschen von sehr engem Ge⸗ sichtskreis beschäftigt. Die Zuschrift besagt:
„Werden da an einem Sonntag nachmittag—'s gist ja kein Wunder!— die manchmal ins Wirtschaftsleben gar arg einschneidenden Vorsichtsmaßregeln der Regiexung in einer ländlichen Wirtschaft besprochen. Dabei kam Die Rode auch auf die Teuerung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Was ich da hörte, hätte wohl einem Engländer alle Ehre gemacht, nicht so aber einem deutschen Landwirt, der nicht zu wissen scheint, daß es auch noch andere Menschen gibt, die das Glück nicht genießen, in dieser schweren Zeit, umgeben von eigenem „eßbarem Getier“ und von eigenen Erzeugnissen leben zu können. Daß aber lediglich die Maßnahmen der Regierstge an der Preissteigerung die Schuld tragen,
* darüber ließe sich sehr wohl streiten. In dieser Wirtschaftsunterhaltung aber
wurde, wohl als naturnotwendige Folge gewisser Preß⸗ äußerungen, von einem Anwesenden diese Ansicht mit aller Entschiedenheit vertreten und ausgerufen:„Was brauchen
die Herren Eier fressen; künftig frißt eben nur mehr der Eier, der Hühner hat, der andere soll schauen, wie er durchkommt, und so viel Sauen, als der Bauer ins Haus braucht, kann er sich noch aufziehen, was brauchen die anderen Schweinefleisch fressen, wenn nur der Bauer seinen Speck hat.“
Gerne hätte ich etwas hierzu gesagt. Aber wie ich es hörte, versagte mir die Sprache zur Erwiderung, und da ich auch nicht gern mit den Händen spreche, so entfernte ich mich stillschweigend und das um so mehr, als die Aeußerungen auch von den anwesenden Gästen mit— beifälligen Bemerk⸗ ungen und zustimmendem Kopfnicken als auch nach ihrer Meinung zutreffend anerkannt worden sind. Das sind die Früchte einer gewissen, auch in den Zeiten des„Burgfriedens“ nicht ruhenden Agitation!“
Aehnliche Beobachtungen kann man auch in unserer Gegend machen. So haben dieser Tage zwei Offenbacher im „Riesen“ zu Seligenstadt mit 11 5 gesprochen, die fast wörtlich die gleichen Ansichten bertreten haben, wie jene von der oberen Donau.
Die Aufklärungsarbeit„gewisser Kreise“ schlägt eben sehr bedenkliche Bahnen ein. Es ist nicht möglich, noch der Versicherung zu glauben, daß diese Tätigkeit eine sachgemäße Belehrung der Bevölkerung zum Ziele habe. Bei gutem Willen kann den Produzenten unschwer gesagt werden, daß sie die Verhältnisse von wesentlich anderen Gesichtspunkten aus betrachten müssen, als es vielfach geschieht. Die Meinung zeugt von einem sehr engen Horizont, daß die Produzenten von Nahrungsmitteln von dem Schicksal der übrigen Be⸗
völkerung nicht berührt seien. Wer aufklärend tätig sein Will,
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Zusammenhänge aufzeigen und auf die Gefahren hinweisen, die ein völliges Gehenlassen und
der muß die wirtschaftlich ein Standpunkt, wie er aus der vom Beobachter veröffent⸗ lichten Zuschrift hervortritt, nicht zuletzt für die landwirt- schaftliche Bevölkerung zur Folge haben müßte. Statt dessen findet man nicht selten, wie eine verbitterte Stimmung noch genährt wird. Gewiß leidet auch der Produzent in mancher Beziehung unter den durch den K rieg verursachten Verhält⸗ nissen; aber er kann nicht verlangen und erwarten, daß ihm der Krieg das Festhalten an seiner ganzen vorherigen Wirt schaftsweise und an allen seinen Gewohnheiten während die Millionen anderer die schwersten Beschränkungen und die größten Opfer auf sich nehmen müssen. Für die Verbraucher wäre es ebenfalls von großem Vorteil, wenn der Landwirtschaft z. B. Futtermittel in beliebiger Menge zur Verfügung gestellt werden könnten. Sopdeit diese im Inland erzeugt werden, stehen sie aber nicht zur Verfügung. Wir müssen erkennen lernen, wie stark unsere Ernährung vom Weltmarkt abhängt, der uns durch den Krieg verschlossen ist. Es mag sein, daß es manchem schwer fällt, sich mit solchen Tatsachen abzufinden. Manche Vorgänge lassen auch er⸗ kennen, daß man sich auf bestimmten Seiten von der Er⸗ haltung und Vermehrung der Mißstimmung in landwirt⸗ schaftlichen Kreisen in bezug auf die Vorschriften über die Volksernährung gewisse Vorteile verspricht. Im Interesse des Volkes im ganzen liegt aber eine Tätigkeit nicht, die einem Berufsstand einredet, daß ihm durch Verfügungen Unrecht geschehe, die sich in Rücksicht auf die Sicherung der Volksernährung nicht umgehen lassen. 5
— Wieder ein Kind vom Straßenbahnwagen üb erfahren. Gestern vormittag gegen 10 Uhr ereignete sich auf dem Seltersweg ein schweres Unglück, dem das 7jährige Söhnchen des Schuhmachermeisters Rosenkranz zum Opfer fiel. Das Kind war von seinen auf dem Kreuzplatz wohnenden Eltern ausgeschickt worden, um einiges einzuholen. Es war aus dem Laden von Bäckermeister Henning gekommen, dort von dem nach dem Marktplatz zu fahrenden Wagen erfaßt, über⸗
fahren und etwa 15 Meter weit geschleift worden. Wahr⸗ scheinlich gingen die Räder über den Körper, oder dieser wurde derart gequetscht, daß der Tod sofort eintrat. Ob in
diesem Falle— den zweiten in einer Woche!— jemand die Schuld trifft, ist noch nicht festgestellt worden; es müßte aber doch einmal die Frage eingehender geprüft werden, ob es nicht möglich ist, eine gut wirkende Sicherheitsvorrichtung an den Wagen anzubringen. Vielleicht sind auch die Wagen⸗ führer dadurch zu viel in Anspruch genommen, daß sie die Fahrgäste kontrollieren, wenns verlangt wird, Geld wechseln müssen usw., wodurch ihre Aufmerksamkeit von der Strecke abgelenkt werden kann. Jedenfalls muß alles getan werden, was irgend möglich ist, um Unfälle zu vermeiden.— Im vorliegenden Falle war der Führer des Wagens ein älterer Mann, der vorsichtig zu fahren gewohnt war. Anderseits wollen Zeugen beobachtet haben, daß auch das Kind langsam seines Weges gegangen sei.— Wie wir hören, liegt der Führer des Straßenbahnwagens, der am Sonntag das Unglück mit dem Kind hatte, noch immer an einer Gemütserschütterung erkrankt darnieder.
— Gefallene aus Musketier Hans Franz Christoph
Oberhessen und Nachbargebieten.
aus Gießen, Inf.⸗Reg. 49.— Rohrbach aus Großen⸗Buseck, Philipp Heinrich Frey aus — Musketier Aug. Lang aus Reinrod, Inf.⸗Reg. 254.— Grenadier August Thiel⸗ 5.— Gefreiter Wil⸗ 81.
konservativen bittere
Denn dadurch wird eine Saat der Ver⸗ ärgerung und Verb itterung gesät, die erst in Friedens- zeiten, wenn die notwendigen Früchte trägt. Es will uns scheinen, als ob Stellen über die Stimmung des Volkes zu diesen Fragen nicht ge⸗ nügend unterrichtet ist. Für die Kriegszeit werden wir uns nun wohl damit abfinden müssen, daß ein großer Teil notwendiger Ge⸗ brauchsgegenstände unnötig verteuert wird unter der Wirkung des Dogmas, daß der Krieg alles verteuern müsse(Cui bono= zu welchem Nutzen?). Möchte man aber jetzt schon anfangen, auf Mittel und Wege zu sinnen, daß mit dem Frieden wieder normale Preisverhältnisse bald wiederkehren und der Wucher mit ciserner Faust gepackt wird.“— Der Pfarrer illustriert seine Klage mit einer Reihe von Angaben, über sehr hohe Kriegs- gewinne.
— Stadtheater. Der neue Schwank„Herrschaftlicher Diener gesucht“ von Burg und Taufstein macht mit großem Erfolge jetzt die Runde über die deutschen Bühnen. Seiner harmlosen Liebens⸗ würdigkeit wegen, die sich in einer f ehr flotten Aufführung bot, war der auch vergangenen Sommer in Nauheim sehr beliebt. Die Neu⸗ heit, die morgen, Sonntag Abend, zum ersten Male gegeben wird, gelangt auch an den Abonnementsabenden zur Aufführung. Stadttheater Gießen. Spielplan. Sonntag, den 17. Oktober, abends 7½ Uhr,„Herrschaftlicher Diener gesucht“. (Neuheit!) Schwank in 3 Akten von Eugen Burg und Louis Tauf⸗ stein. Ende 9% Uhr.(Gewöhnl. Preise, ermäß.) Dienstag, den 19. Oktober, abends 8 Uhr, 1. Dienstags⸗Abonnement⸗Vorstellung: „Komtesse Gucker.“ Ende 10% Uhr. Gewöhnl. Preise(ermäß.). — Freitag, den 22. Oktober, abends 8 Uhr, 2. Freitags⸗Abonne⸗ ments⸗Vorstellung:„Mein alter Herr.“ Lustspiel in 3 Akten von Franz Arnold und Viktor Arnold. Ende nach 10 Uhr. Gewöhnliche Preise(ermäß.).— Sonntag, den 24. Oktober, nachmittags 3%
Uhr,„Die spanische Fliege“ Kleine Preise. Ende 5½ Uhr. Abends 7% Uhr,„Filmzauber“. Ende gegen 11 Uhr. Kl. Preise.
— Oberhessischer Kunstverein. Die zur Ausstellung angemel⸗ deten Gemälde sind zum größten Teil eingetroffen, sodaß die Er⸗ öffnung der Ausstellung am Sonntag, den 24. Oktober, erfolgen
kann.
gestattet,


