Balkankriegsschauplatz.
Südlich von Belgrad sind unsere Truppen im weiteren Vorgehen. Die Werke der West-, Nordost⸗ und Südfront des festungsartig ausgebauten Ortes Pozarevac sind ge⸗ nommen.
Die Agence Havas, das amtliche Nachrichteunorgan der französischen Regierung, wagt zu behaupten, der im deutschen Tagesbericht vom 3. Oktober veröffentlichte Befehl des Gene⸗ rals Joffre sei deutscherseits erfunden. Demgegenüber wird festgestellt, daß mehre Urabschriften des Befehls in deutschen Händen sind, und daß eine große Anzahl gefangener Offiziere und Mannschasten ihre Kenntnis des Befehls, den sie übrigens verschiedentlich in Abschrift auch bei sich führten, unumwunden zugegeben haben. Oberste Heeres leitung. 6
Ein neuer Luftangriff auf London.
W. B. Berlin, 14. Okt.( Amtlich.) Unsere Marineluft⸗ schiffe haben in der Nacht vom 13. zum 14. Oktober die Stadt London und wichtige Anlagen in ihrer Umgebung sowie die Batterien von Ipswich angegriffen. Im einzelnen wurde bie City von London an mehreren Stellen, die Londondocks, das Wasser⸗ werk von Hampton bei London und Wolwich ausgiebig mit Bomben und Sprengbomben belegt. An allen Stellen wurden starke Sprengwirkungen und große Brände beobachtet. 4
Trotz heftiger Gegenwirkung, die zum Teil schon an der Küste einsetzte, sind alle Luftschiffe unbeschädigt zursickgekehrt.
Der Chef des Admiralstabs der Marine. 6
Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht Siegreiches Vordringen gegen die Serben. Wien, 14. Okt.(WW. T. B.) Amtlich wird verlautbart:
14. Oktober 1915. ö Russischer Kriegsschauplatz. Der Feind griff gestern unsere Stellung westlich von Tarno⸗ pol an. Er stürmte drei Glieder tief, wobei er die Männer des ersten Gliedes nur mit Schutzschilden ausgerüstet hatte. Unsere Truppen schlugen ihn zurück; er erlitt große Ver luste. Sonst im Nordosten keine besonderen Ereignisse. Jtalienischer Kriegsschauplatz. Dias lebhafte Artilleriefeuer gegen unsere Stellungen auf den Hochflächen von Lafraun und Vilgereuth und gegen einzelne Stütz⸗ punkte der Dolomitenfront hält an. Ein Alpini⸗Bataillon, das gegen eine Vorstellung südlich von Riva vorstieß, wurde durch unser Geschützseuer vertrieben. An der küstenländischen Front haben wir im Gebiete von Japorcek ein Stück italienischen Schützengrabens besetzt. Zwei italienische Angriffe auf den Mrzli Brh, die nach heftiger Feuervorbereitung bis an unsere Hindernisse herangekommen sind, wurden abgeschlagen. An den anderen Teilen der Jsonzofront wie gewöhnlich Geschützfeuer. Serbischer Kriegsschauplaßz.
Unsere Truppen stürmten gestern aus der Gegend von Belgrad nach Südosten vordringend die sestungsartig stark ver⸗ schanzten Stellungen auf dem Erino⸗Bido, dem Cunak und
der Stazara. Der Feind, der, wie Gefangene aussagen, den Befehl hatte, sich bis auf den letzten Mann zu halten, ging in
regelloser Flucht gegen den Avalaberg und den Raum öst⸗ lich davon zurfick. Seine Verluste sind außerordentlich groß. Unsere schwere Artillerie hatte wie immer bei ähnlichen Kriegshandlungen, auch an diesem Erfolg rühmenswerten Anteil. Gleich günstig schreiten die Angriffe unserer Verbündeten an der unteren Morawa fort. Wir entrissen dem Gegner die Ver⸗ schanzungen au der West⸗, Nord- und Ostfront von Pozarevac. 0 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. . v von Höfer, Feldmarschalleutnant. 8
Eine peinliche Ueberraschung.
Die Times sagt über den Rücktritt Delcasses: Es ist eine peinliche Ueberraschung, zu hören, daß mitten in diesem Kampf auf Leben und Tod Meinungsverschiedenheiten über die Kriegsführung zwischen Viviani und den übrigen Mitgliedern des Kabinetts und dem Minister des Aeußern auf der anderen Seite entstehen. Daß dies der Fall war, geht deutlich aus den Erklärungen des Ersten Ministers vor der Kammer hervor. Viviani sagte wenigstens, daß der Minister des Aeußern in der vergangenen Woche, als er selbst in London war, nicht zu erkennen gegeben habe, daß er die Politik seiner Kollegen nicht billige. Andererseits scheint Delcasse schließ⸗ lich seine Entlassung genommen haben, weil er mit der Politik der Regierung nicht genügend übereinstimmte. Mann kenne den Text seines Briefes nicht, da der Erste Minister sich weigerte, ihn in der Kammer zu verlesen, wobei er als Grund angab, daß es sich um eine persönliche Mitteilung handle und daß es gegen den Wunsch des Schreibers sei, den Brief vorzulesen. Es sei nun leicht begreiflich, daß ein Mißverständnis in der Frage entstehen konnte, ob einige Ausdrücke des Briefes als Protest oder als Bemerk— ungen eines überarbeiteten und vielgeplagten Mitgliedes des Kabi⸗ netts an die Adresse seiner Kollegen aufgefaßt werden müßten. Die Times hält es für ihre Pflicht, sich gegenüber diesen Be⸗ merkungen Delcassés bei dem jetzigen Stadium des Konfliktes jedes weiteren Kommentars zu enthalten.
Die Hoffnung auf Rußland.
Paris, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die fran⸗ zösische Presse drückt die Hoffnung aus, daß die russische Armee, die jetzt wiederhergestellt sei, genügend Munition be— sitze und kräftig zum Angriff schreiten werde, um die deutschen Linien zu durchbrechen und dadurch für andere Fronten Luft zu schaffen.— Der Temps schreibt: Jetzt ist für die Russen der Augenblick gekommen, zum Angriff überzugehen. Das
russische Heer muß jetzt in der Lage sein, die Deutschen über
den Haufen zu rennen. Wir würden eine große Enttäuschung erleben, wenn unsere Verbündeten eine so schöne Gelegenheit nicht ausnützen würden.
Die schwarzen Hilfsvölker. f Paris, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Temps meldet: Um der Rekrutierung in Französisch-Westafrika einen größeren Umfang zu geben, wurde durch Erlaß festgesetzt, daß allen Einge⸗ borenen von über 18 Jahren gestattet sein soll, sich für die Kriegs— dauer als Freiwillige zum Senegalschützenkorps zu melden. Die Eingeborenen werden außerhalb des Gebiets Westafrika dienen. Die Stellung als Freiwilliger gibt Anrecht auf eine Prämie von zweihundert Franken. Den Familien gefallener Senegalschützen
wird eine jährliche Entschädigung ausgezahlt.
Der wirklich britische Krieg.
Manchester, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Manchester Guardian schreibt in einem Leitartikel: In ge— wissem Sinne hat der wirklich britische Krieg erst jetzt be— gonnen. Bisher brachten wir gewaltige Opfer für Europa Frankreich, Belgien und Rußland. Aber sobald Bulgarien von den Mittelmächten gewonnen und die Möglichkeit, Berlin mit Bagdad zu verbinden, eröffnet wurde, war unsere ge—
Der
oder die flüchtige Fata Morgana vom Gleichgewicht der Mächte, sondern für eines der ältesten britischen Interessen. Die Engländer müssen von diesem Gesichtspunkt die Frage der militärischen Unternehmungen im nahen Osten beurteilen. — Der Globe schreibt: Wenn Deutschland im nahen Osten er— folgreich ist, wird seine endgültige Besiegung so gut wie un⸗ möglich sein. 5 N
14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Schriftsteller
Wenn Serbien untergeht, für uns verloren.
London, 8 Seton Watson sagte in einem Vortrage:
wäre die Türkei gerettet und die Dardanellen U Die Nachricht würde wie ein Blitzlicht den ganzen Orient durch⸗ fliegen. Unser Ansehen in Aegypten wäre zu Ende und unsere
Stellung in Mesopotamien bedroht. Jeder Bazax Indiens würde von diefer Nachricht widerhallen und Persien in Waffen stehen.
Eine Finauz⸗Sensation.
Das Hollandsche Nieuwe Bureau meldet aus London: Finanzsekretär Montagu verursachte im Unterhause, als die zweite Lesung des Finanzgesetzes vorgenommen wurde, eine Sensation, indem er erklärte, daß jeder Bürger sich vor— bereiten müsse, mindestens die Hälfte seines Ein- kommens entweder für Steuern oder auf Anleihe zur Verfügung des Reichs zu halten.
Bulgariens Kriegserklärung.
Berlin, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die bul⸗ garische Gesandtschaft hat die offizielle Mitteilung erhalten, daß die bulgarische Regierung infolge Ueberfalles durch serbische Truppen bei Köstendil, Trn und Bjelogradschik vom 14. Oktober 8 Uhr früh an sich im Kriegszustande mit Serbien befindet. Ein Manifest König Ferdinands.
Sofia, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung der bulgarischen Telegraphen-Agentur. Ein königliches Manifest ruft das Volk und die Armee zur Verteidigung von heimtückischen Nachbarn, des besudelten heimatlichen Bodens und zur Befreiung der unter serbischem Joche schmachtenden Brüder auf. Das Manifest gedenkt der vom König und der Regierung zur Erhaltung des Friedens ent— falteten Bemühungen, die den Zweck hatten, das Ideal des bulgarischen Volkes auf dem Wege der Neutralität zu ver— wirklichen und die Anerkennung des Unrechts seitens der beiden kriegführenden Gruppen durchzusetzen, das den Bul— garen durch die Teilung Mazedoniens zugefügt wurde, dessen größter Teil nach den Zugeständnissen sowohl der Verbandsmächte wie der Zentralmächte Bulgarien ge— hören soll. Wir werden, sagt das Manifest, die Serben gleichzeitig mit den tapferen Armeen der Kaiserreiche Mittel— europas angreifen.
Die Einigkeit in Bulgarien.
Sofia, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Bulgare: Nach dem Preporez, dem offiziösen Organ der demokrati— schen Partei, bespricht nunmehr auch Mir, das Organ der Geschow— partei, die Notwendigkeiten der Läge, die angesichts der anmaßen— den Haltung der serbischen Regierung die Einigkeit aller Bulgaren gebiete. Das Blatt schreibt: Die Würfel sind ge— fallen, es gilt nun, den Sieg zu organisieren.
Griechenland lehnt ab, Serbien zu helfen.
Die Times berichtet aus Athen: Die griechische Regierung hat auf die Aufforderung Serbiens, die im Vertrage von 1913 vorgesehene Hilfe zu leisten, eine verneinende Antwort erteilt. Die Times bemerkt hierzu: Da Veniselos, der Führer der Mehrheit in der Kammer, keine Antwort gegeben hat, als der Erste Minister die Hoffnung aussprach, daß die Regierung auf die Unterstützung der Mehrheit werde rechnen können, so ist es klar, daß das Kabinett sich auf die schweigende Zu— stimmung der Mehrheit stützen kann.
0
Reuter meldet aus Athen: Die serbische Regierung hat am Sonntag vor Beginn der bulgarischen Feindseligkeiten die Aufforderung an die griechische Regierung ergehen lassen, ihre Haltung bekanntzugeben. Die griechische Antwort ist heute eingetroffen. Griechenland erklärt, daß der serbisch— griechische Vertrag Kraft behalte, daß er aber nicht auf den gegenwärtigen Zustand anzuwenden sei. Denn die Teind— seligkeiten auf dem Balkan seien die Folge einer natürlichen und allgemeinen Erweiterung des Kriegsschauplatzes, und der Angriff gegen Serbien bilde nach der Auffassung der griechischen Regierung nicht einen easus foederis.
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In tiefem Schmerz:
samte Stellung in Asien angefochten. Jetzt kämpfen wir zum
ersten Male nicht für das abstrakte Prinzip der Gerechtigkeit
Wenn Liebe könnte Wunder tun Und Tränen Tote wecken,
Dann würde Dich gewiß nicht fern Die fremde Erde decken.
Dem Weltkrieg zum Opfer fiel am 5. Oktober mein innigstgeliebter Gatte, der treu—⸗
Hermann Winler
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Frau Helene Winter, geb. Schieferstein, und Kinder nebst allen Angehörigen.
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