Ausgabe 
15.10.1915
 
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nicht übersehen.

Milch, sowie größere Mengen von Nährzwieback und schem Kindermehl angekauft wurden. pbreiswerte Ernährung der Bevölkerung 1 Jahres sichergestellt. Die angekauften Waren werden in den

7 2 Waren verderben Dann ist aber auch die Gefahr nicht gang von der. Weisen, daß, wenn alle Städte Nabrungsmittel in großen

und Nach bargebiete.

Gießen und Umgebung.

Hessen

Licht⸗ und Schattenseiten der Darlehnskassen.

Offiziös ist bekanntgegeben worden, daß die Absicht be⸗ stehe, die Darlehnskassen auch noch einige Zeit nach dem Kriege weiterbestehen zu lassen. Das wird sich wohl aus einer ganzen Reihe von Gründen empfehlen, die freilich heute ihrer Gewichtigkeit nach nicht übersehen werden können. Kommt es doch ganz darauf an, in welchem Maße die Kassen noch in Anspruch genommen werden müssen. Bis jetzt sind die Beleihungen noch nicht sehr hoch gewesen, aber schon die dritte Kriegsanleihe dürfte eine wesentlich stärkere Bean spruchung mit sich gebracht haben. Für diejenigen Kreise, die durch Inanspruchnahme der Darlehnskassen Mittel flüssig machen, um Kriegsanleihe zahlen zu können, ist es daher nicht gleichgültig, in welchem Tempo späterhin die Rück⸗ zahlungen bei den Darlehnskassen zu erfolgen haben. Mit Rücksicht auf diese Kreise ist denn auch die Mitteilung in der Presse erfolgt, daß die Darlehnskassen in der Zeit des Ueber⸗ ganges in den Friedenszustand noch bestehen bleiben würden.

Noch ein anderer Grund dürfte aber zwingend sein, um die Darlehnskassen noch längere Zeit nach Kriegsschluß be⸗ stehen zu lassen. Nach dem Kriege wird Kapital einiger⸗ maßen knapp sein, namentlich im Hinblick auf den dann an allen Enden und Ecken entstehenden Bedarf. Ist es unmög⸗ lich, diesen Bedarf zu befriedigen, so würden weitgehende wirtschaftliche Hemmungen entstehen, die sich für die Be völkerung sehr nachteilig bemerkbar machen würden. Bieten die Darlehnskassen aber auch dann noch die Möglichkeit, sich auf Grund von Beleihungen Betriebsmittel zu verschaffen, dann wird der Uebergang in den Friedenszustand sich leichter vollziehen können. Allerdings soll nicht verschwiegen werden, daß die Mithilfe der Darlehnskassen während und nach dem Krieg auch ihre Schattenseiten aufweist, die sich freilich in ihrer Schärfe erst während der Zeit des Abbaues der durch sie vermittelten Beleihungen ergeben werden. Die Bedenken dürften noch zunehmen, wenn man nach dem Krieg in der ersten Zeit auch Betriebsmittel auf Grund von Beleihungen vermitteln wird, weil dann die Darlehnskassen sehr leicht⸗ sinnig in Anspruch genommen werden könnten und es sehr schwer sein dürfte, die Beleihungen so individualistisch zu be⸗ handeln, daß Mißstände vermieden würden. Es ist daher leider mit einem gewissen Mißbrauch zu rechnen, aber im Effekt werden doch die Vorteile, die aus der Mittelbeschaffung für rein wirtschaftliche Zwecke resultieren, überwiegen. Es handelt sich eben um einen Notbehelf, der nur in außer⸗ gewöhnlichen Zeiten sich rechtfertigen läßt. In normalen

Zeiten geht man nicht aufs Leihhaus, aber ungewöhnliche

Umstände machen den Gang nicht nur entschuldbar, sondern lassen ihn als angezeigt erscheinen.

Es ist über das Institut der Darlehnskassen, die schon 1848, dann 1866 und 1870 in Tätigkeit waren, sehr viel hin⸗ und hergestritten worden. Die preußische Regierung hatte namentlich 1848 und 1866 einen schweren Stand mit den Kassen, freilich zum Teil nicht ohne eigne Schuld. Die Ver⸗ ordnung von 1866 wurde namentlich von Schulze⸗Delitzsch sehy scharf kritisiert. Er führte aus:Die Regierung stand an der Schwelle eines europäischen Kriegs von den aller⸗ größten Dimensionen und sagte selbst, sie könne seine Dauer Nun, meine Herren, in solcher Lage, wo jeder im Privatleben seine Geschäfte einschränkt, sich wohl hütet, auf neue Engagements einzugehen, die ihn namentlich finanziell verpflichten, unternimmt die Regierung ein Bank⸗ geschäft, denn etwas anderes ist diese Darlehnskassenoperation nicht. Trotz dieser Verurteilung, die die Mehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses teilte, schuf man 1870 aber⸗ mals Darlehnskassen, und Schulze ⸗Delitzsch beteiligte sich diesmal sogar an der Einzelberatung über die Errichtung der Darlehnskassen. Theoretisch haben auch späterhin die

Darlehnskassen manches absprechende Urteil über sich ergehen

lassen müssen, aber das hat nicht verhindert, daß sie 1914 ssofort wieder auf der Bildfläche erschienen sind und eine Mög⸗ lichkeit der Mittelbeschaffung bieten, wie sie nun einmal in Zeiten außergewöhnlicher Verhältnisse vorhanden sein muß.

Nach der ersten Uebergangszeit in den Friedenszustand wird

man dann dafür Sorge zu tragen haben, daß die Liquidation

der Kassen und die Einziehung der Scheine in einer Weise und jn einem Tempo erfolgt, wie sich dies mit den zunehmenden

Kräften des in der Erholung begriffenen deutschen Wirt⸗

sschaftslebens verträgt.

Vorsorge einer Stadtverwaltung. In- Walkers⸗ hausen, einer kleinen Stadt im Gothaer Ländchen, hat die Stadtverwaltung einen größeren Vorrat der notwendigsten Nahrungsmittel zur Weitergabe an die Einwohner ange⸗ schafft, und zwar unter anderem folgende: 550 halbe ge. räucherte Schweine, 150 Zentner gesalzenes Rindfleisch, 150 Zentner geräucherten dänischen Speck, 200 Zentner ameri- kanischen Speck, 100 Zentner skandinavische Molkereibutter, 300 Zentner amerikanisches Schweineschmalz, 120 Zentner Holländischer Käse, 400 Zentner Zucker, 160 Zentner Wurst und Sülze in Dosen, 200 Zentner Hülsenfrüchte, 100 Zentnor Maismehl, 150 Zentner holländisches Kartoffelmehl, 25 Zentner Kakao, 85 Sack Kaffee, 10000 Dosen Sardinen, 200 Zentner Heringe. Auch für die Ernährung der Stuglinge

st Vorsorge dadurch getroffen, daß 3000 Dosen e

Auf diese Weise ist die bis Ostern nächsten

Läden von 8 Kaufleuten und in 3 st ädtischen n taufsstellen an die Einwohnerschaft abgegeben. Das

st von der Waltershänser Stadtvertretung ja ganz»orseg⸗ ich ee

Aber die Sache hat doch auch ihre Schatten, ann sehr leicht passieren, daß Fleisch, Käse und

oder doch minderwertig werden. der Hand zu

seiten. Es

davon 3842

Mengen aufhäufen würden, die Preistreiberei noch mehr be günstigt werden würde.

Das Kündigungsrecht der Hinterbliebenen. Der Bundes rat hat eine Verordnung über das Kündigungsrecht der Hinterbliebenen von Kriegsteilnehmern erlassen. Die Ver ordnung ermächtigt die Erben des Mieters, das Mietverhält⸗ nis trotz entgegenstehenden Vertragsbedingungen unter Ein zu kündigen, wenn der Tod des Mieters infolge seiner Teil nahme am Kriege eingetreten war. Die gleiche Befugnis ist der Witwe des Kriegsteilnehmers eingeräumt worden, die den Mietsvertrag mit abgeschlossen hatte. Um die Sache der Vermieter zu wahren, und zu verhüten, daß eine vorzeitige Lösung des Mietsverhältnisses auch da Platz greife, wo dies sachlich nicht gerechtfertigt ist, gibt die Verordnung dem Ver⸗ mieter das Recht, binnen einer Woche beim Amtsgericht gegen die Kündigung Widerspruch zu erheben. Das Gericht ent⸗ scheidet dann, unter billiger Abwägung der Umstände, in einem einfachen und beschleunigten Verfahren darüber, ob die Kündigung wirksam ist. Dabei ist es Sache der Hinter⸗ bliebenen, die Gründe ihres Abgehens vom Vertrag zu recht⸗ fertigen. Kann im Einzelfalle nicht angenommen werden, daß ihnen die Fortsetzung des Mietsverhältnisses einen un⸗ verhältnismäßigen Nachteil brächte, so ist die Kündigung vom Gericht für unwirksam zu erklären. Die Verordnung findet auch Anwendung, wenn der Kriegsteilnehmer bereits vor ihrem Inkrafttreten gestorben war.

Wucher mit Gemüse. Ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie ein gewisser Teil der Landwirte und des Groß handels die Kriegskonjunktur wahrnimmt zum schsderen Schaden für die konsumierende Bevölkerung, liefert der Weiß⸗ kohl. Dieses Produkte wird reichlich namentlich im Rhein⸗ lande erzeugt. Ein Großeinkäufer für den unmittelbaren Konsum berichtet der Elberfelder Freien Presse über seine Erfahrungen mit demKappes, wie Weißkraut im Rhein⸗ land genannt wird. In normalen Jahren kostet der Zentner davon ab Station durchschnittlich 80 Pfg. Im vorigen Jahre stieg dieser Preis schon auf- 90 Pfg. bis 1,20 Mk. Dieses Jahr nun wird durchweg für den Zentner der geradezu ungeheuer⸗ liche Preis von 4 Mark gefordert! Das ist also eine Steige⸗ rung von 500 Prozent. Eine Begründung dafür geben die Produzenten und Großhändler überhaupt nicht, wohl, weil sie wissen, daß ein derartiger Wucherpreis einfach nicht anders zu begründen ist, als mit nacktester Gewinnsucht. Hier wäre ein weiterer Punkt, wo die Regierung unbedingt ein⸗ greifen müßte. Bleibt es bei diesem Preise, wie nur zu sehr zu befürchten, dann kostet der Zentner im Kleinhandel mindestens 6 Mark. Das ist darauf zurückzuführen, daß einmal noch Fracht und Spesen auf den Einkaufspreis kommen, dann aber, daß gerade beim Weißkohl stets durch Abfallen von Blättern und natürlichen Schwund ein großes Manko entsteht, etwa 10 bis 15 Zentner pro Waggon. Dieses wichtige Volksnahrungsmittel ist also auch auf einer uner⸗ schwinglichen Preishöhe angelangt. Unerhörter Wucher trotz aller Regierungsverordnungen!

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Ersatzreservist Hermann Winter aus Launsbach, Inf. Reg. 118. Reservist Wilhelm Bayer aus Gießen, Inf. Reg. 98. Ersatzreservist Wilhelm Schneider aus Großen-Buseck, Inf.⸗Reg. 222. Musketier Adolf Drescher aus Krofdorf. Landsturmmann Otto Steih aus Maul⸗ bach, Inf.⸗Reg. 141. Ersatzreservist Lorenz Hedrich aus Wetzlar⸗Niedergirmes, Landw.⸗Inf.⸗Reg. 116. Wehrmann Wilhelm Weber aus Dutenhofen, Inf.⸗Reg. 81. Musk. Wilhelm Eichhorn aus Braunfels, Inf.⸗Reg. 87. Musketier Friedr. Arabin aus Ulm, Kreis Wetzlar, Inf.⸗Reg. 253.

Milchpreis⸗Erhöhung. Die Milchproduzenten von Gießen und Umgebung geben bekannt, daß der Milchpreisvorerst nur um 2 Pfg. der Liter erhöht wird.Vorerst nur, das heißt also, daß später noch weiteres nachfolgt. Daß eine Notwendigkeit zu der Preiserhöhung vorliegt, werden wohl die Landwirte selber nicht im Ernste behaupten wollen; da alle Lebensmittel im Preise steigen, oder richtiger gesagt, in die Höhe getrieben werden, darf die Milch auch nicht zurückbleiben. Von Futtermangel kann doch jetzt nicht die Rede sein. Die Götter mögen wissen, wo die Preis⸗ treiberei noch hinführen soll.

Neue Brotmarken werden morgen an den bekannten Stellen ausgegeben und zwar in den Stunden von 812 und 26 Uhr.

Eine schwierige Arbeit wurde in den letzten Tagen in der Grünbergerstraße ausgeführt. Dort wax eine der großen Platanen, die an der Ecke der Roonstraße stehende, abgestorben und mußte gefällt werden. Wegen des dort herrschenden Verkehrs und weil die Leitungs- und Befestigungsdrähte der Straßenbahn in der Nähe des Baumes gespannt sind, war das nicht so leicht. Man nahm erst die große Schiebleiter der Feuerwehr zu Hilfe und schnitt die Aeste ab, dann mußte man noch die danebenstehende Gas⸗ laterne wegnehmen und erst dann konnte der Baumstamm umge⸗ legt werden. Die Bäume dort mögen vielleicht 180200 Jahre 0 e ganze Stadtvertretung auf Reisen. Die Stadt Stukt⸗ gart hatte eine Erbschaft gemacht. Die im Juli in Tutzing am Starnberger See verstorbene Gräfin Laudberg hatte ihr Vermögen, bestehend in Wertpapieren, Juwelen, Grundbesitz in München und verschiedenen Gemeinden am Starnberger See, in Gebäulichkeiten, Waldungen usw., hinterlassen, mit der Verpflichtung, aus Mitteln dieses Vermächtnisses ein Kinderheim am Bodensec zu errichten. Entgegen dem Vorschlag des Oberbürgermeisters, zur Besichtigung dieser Erbschaft eine Kommission von fünf Mitgliedern zu entsenden,

hat der Gemeinderat in seiner Mehrheit beschlossen, an der Besichtigungsreise mit sämtlichen Mitgliedern teilzunehmen. So

ließen sich denn 28 von den 34 Stadtvätern mit dem Reisegeld von je 100 Mark versehen und traten in zwei Gruppen die Besichtigungs⸗ reise an. Ueber den Verlauf hat man noch nichts Näheres gehört; aber nachträglich ist sie ihnen schlecht bekommen. In der Bürger⸗ schaft ist man allgemein entrfistet darüber, daß in einer Zeit, wo das Geld nicht auf der Straße liegt eben jetzt ist wieder eine Sammlung für städtische Kriegshilfe im Gange solch bostspielige Reisen unternommen werden.

Im Stadttheater wird nächsten Sonntag der Schwank Herrschaftlicher Diener gesucht gegeben, der auf an⸗ dern Bühnen bereits großen Erfolg hatte. Diese Neuheit wird ouch im Abonnement gegeben. Weitere Abonnements werden jederzeit ausgegeben. Nachträglich hinzukommende Abonnenten er⸗ leiden keinerlei Nachteil, da sie füx etwa erledigte Abonnementsvor⸗ stellungen kostenlos Gutschelne erhalten.

Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Großherzogtums Hessen weist für den Monat September 1915 laut eee n Auen 1 8 Rohbraunkohlen wurden geförder, onnen, verkauft wurden 0 Tonnen. Der größte Teil der Rohkohle wurde weiter

verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten er⸗ zeugt 1030 Tonnen Braunkohlenbriketts und 1628 Tonnen Naß⸗ preßsteine; außerdem wurden in Hessen 10 300 Tonnen Preßsteine aus Steinkohlen erzeugt. Unter Berücksichtigung der aus Vor⸗ monaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbst⸗ verbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig 910 Tonnen Rohbraunkohlen, 101 Tonnen Braunkohlenbriketts und 4381 Tonnen Braunkohlen-Naßpreßsteine, zusammen 5392 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodukte im Gesamtwert von 66 800 Mark.

Lollar. In den letzten Tagen kam die Nachricht, daß unser Parteigenosse Emil Fey, der schon seit vorigem Jahre als Land⸗ wehrmann eingerlsckt ist, in Brügge in Belgien durch einen Un⸗ glücksfall sein Leben eingebüßt hat. Er ist von einem Wagen der elektrischen Bahn überfahren worden. Wir werden ihn in gutem Andenken behalten. 7

Kreis Wetzlar.

r. Launsbach. Dieser Tage traf die Nachricht ein, daß unser Parteigenosse Hermann Winter im Felde gefallen ist. Mit ihm ist uns ein treuer, eifriger Genosse entrissen worden, der für unsere Bewegung tat, was in seinen Kräften stand. Auch um die Freie Turnerschaft hat er sich Verdienste erworben und suchte sie stets zu fördern. Wir werden sein Andenken in Ehven halten. Aus un⸗ serem Orte sind jetzt im ganzen 6 Mann gefallen: die Brüder Karl und Wilhelm Bechthold, noch ein Karl Bechthold, Ernst Bechtholbd, Ferd. Rau, Hermann Winter. Vermißt sind: Otto Bechthold, L. Leib, Karl Pfaff.

Bon Nah und Fern.

Der Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft, Dr. Ferd. Götz ist in Leipzig im Alter von 89 Jahren gestorben. Er war einmal Reichstagsabgeordneter und gehörte der nationalliberalen Fraktion an. In früheren Jahren war er vevolutionär und verbrach Ge⸗ dichte, die ihm oft vorgehalten wurden. Später wurde er stockreak⸗ tionär und betrieb die Sozialistenvernichtung in der Deutschen Turnerschaft sehr lebhaft. 1

Opfer der Bergarbeit. Auf der ZecheConcordia bei Essen ereignete sich am Mittwoch eine Schlagwetter⸗Explosion, bei welcher zwei Bergleute getötet und zwei schwer verletzt wurden.

* Ganze Familien frißt der Krieg! Aus Pößneck in Th. wird der Frankfurter Zeitung geschrieben: Besonders tragisch hat der Krieg in das Schicksal der hiesigen Familie Rahm eingegriffen. Nachdem die Frau des städtischen Sparkassenkassierers Friedrich Rahm vor einiger Zeit verschieden war, blieb im November vorigen Jahres der jüngste Sohn auf dem Felde der Ehre im Kampf gegen die Russen, während bald darauf der ältere Sohn schwer verletzt wurde. Jufolge der vielen Aufregungen fiel der Vater in eine schwere Krankheit, die bald seinen Tod herbeiführte. Er war kaum beerdigt, als hier die Nachricht einlief, daß nun auch der wieder ins Feld gezogene ältere Sohn den Heldentod gefunden hat. Mit dem Tode dieses Sohnes ist nun die ganze Familie Rahm aus⸗

gestorben. Parteinachrichten.

Genossin Klara Zetkin aus der Haft entlassen! 0

Genossin Klara Zetkin, die unter der Anklage des Landesver⸗ rats seit Ende Juli in Karlsruhe in Untersuchungshaft war, ist aus der Haft entlassen worden..

Karl Liebknecht verletzt.

Wie das Züricher Volksrecht mitteilt, hat Genosse Karl Lieb⸗ knecht, der als Armierungssoldat in der deutschen Ostarmee dient, vor einigen Tagen beim Baumfällen eine Augenverletzung er; litten, die ihn zwang, sich in ärztliche Behandlung zu begeben.

Agesberittt des Großen Hauptguartiers.

Lebhafte Angriffstätigkeit der Westfeinde erfolglos. 5 8 Deutsche Erfolge bei Dünaburg. Unaufhaltsam vorwärts in Serbien. W. B. Großes Hauptquartier, 14. Okt., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz

Während feindliche Monitore die Küste bei Westende und die feindliche Artillerie unsere Stellungen nördlich von Ypern ohne Erfolg beschossen, setzten die Engländer fast auf der ganzen Front zwischen Npern und Loos hinter Rauch⸗ und Gaswolken zum Angriff an, der gänzlich scheiterte. An mehreren Stellen schlugen die Rauchwolken in die feindlichen Grüben zurück. Nur nordöstlich und östlich von Formelle konnten die Engländer in unseren vordersten Gräben an kleinen Stellen Fuß fassen, aus denen sie größten Teils mit Handgranaten schon wieder vertrieben sind. Fünf Angriffe ohne Benutzung von Rauchwolken, aber mit starken Krüften gegen die Stellungen westlich von Hulluch sind unter schweren Verlusten für den Feind abgeschlagen.

Südlich von Angres wurden dem Feinde im Gegen⸗ augriff 2 Maschinengewehre abgenommen. Bei der Säu⸗ berung der kleinen Nester, die die Franzosen auf der Höhe östlich von Souchez noch besetzt hielten, blieben 400 Mann als Gefangene in unseren Händen.*

In der Champagne setzten die Franzosen ihre An⸗ griffe beiderseits von Tahure mit äußerster Erbitterung fort. Fünf Angriffe südlich, zwei nördlich der Straße Tahure Souaui brachen unter schwersten Verlusten für die Angreifer zusammen. Nächtliche Angriffsversuche er⸗ stickte unser Artilleriefeuer im Keime.

Bei der Combres-Höhe wurde Graben von 120 Meter Länge gesprengt.

In den Vogesen versuchten die Franzosen die ihnen am 12. Oktober am Schratzmännle abgenommene Stel⸗ lung zurückzunehmen. An unseren Hindernissen brach ihr Angriff nieder.

Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

Westlich und südwestlich Illuxt warfen wir den Gegner aus einer weiteren Stellung, machten 650 Gefangene und erbeuteten 3 Maschinengewehre.

Russische Angriffe westlich und südwestlich na burg wurden abgewiesen.

Heeresgruppen Pring Leopold von Bayery und von Linsingen.

Nichts Neues.

Deutsche Truppen des Generals Grafen Bothmer nah. men Rajwaronka(südlich Bur kan ow) und warfen

ein feindlicher

die Russen über die Strypa zurück. 5