bei einer Tafelrunde einer nach dem anderen cine Runde zu zahlen
Rücktritt Greys?
Wien, 14. Okt. Wie aus Rotterdam hiesigen Blättern gemeldet wird, stehe der Rücktritt Greys unmittelbar bevor; er empfange bereits keine Besuche mehr.
Zum Rücktritt Delcassés.
Die heutigen Berliner Morgenblätter beschäftigen sich zum größten Teil mit dem Sturz des französischen Außenministers Delcasse und äußern ihre Befriedigung darüber, daß bereits einer der Anstifter des Weltkrieges in der Versenkung verschwunden ist. So schreibt der Berl. Lokalanz.: Delcassé ist zurückgetreten, weil seine Stellung unhaltbar geworden war. Einer der Anstifter des Weltkrieges ist als Opfer der Balkankrise gefallen. Er hat den erwarteten Krieg erlebt, aber nicht den Sieg, den er nie erleben wird. Der erste der Anstifter des großen Weltbrandes ist gefallen, und es ist nicht ausgeschlossen, daß der zweite jenseits des Kanals in nicht zu ferner Zeit sein Schicksal teilen wird. Das Berliner Tagebl. sagt: In jeglichem Falle bedeutet der Rücktritt Delcasses das unfreiwillige Zugeständnis, daß das Gebäude der französtischen Außenpolitik einen gefährlichen Riß bekommen habe. Delcassé hinterläßt seinem Nachfolger eine bittere Erbschaft.
Revolution in Albanien.
Die Gazetta del Popolo meldet, in ganz Albanien herrscht eine revolutionäre Bewegung. Im Einverständnis mit Bul— garien bereiten die Albaner eine Erhebung vor, zur Ver⸗ jagung der Serben und Montenegriner und Wiedereinsetzung des Fürsten von Wied(2), der sich bereits bei dem deutschen Einfallheer befindet. Der Mittelpunkt der Erhebung ist Dibra.
Sechs große deutsche Haubitzen zurückerobert.
Schweizer Blätter melden aus London, ein Telegramm des Daily Chroniele aus Nordfrankreich berichtet, daß sechs große deutsche Haubitzen von den Deutschen durch einen Gegenangriff mit Handgranaten zurückerobert wurden. Die Haubitzen hatten kurz
vorher zwischen den englischen und deutschen Linien zurückbleiben müssen.
Abkommen zwischen Deutschlaud und l Großbritannien.
T. U. München, 14. Okt. Zwischen dem Deutschen Reiche und der großbritannischen Regierung ist laut bayerischer Staatszeitung eine Verständigung dahin getroffen, daß den beiderseitigen dienstuntauglichen männlichen Zivilpersonen im Alter von 17 bis 55 Jahren die Abreise in ihr Heimatland gestattet wird.
Antijapanische Bewegung auf Formosa.
Aus Tokio wird der Petersburger Telegraphen-Agentur ge⸗ meldet, daß auf der Insel Jonnosa eine japanfeindliche Revo⸗ sution ausgebrochen sei. Nach dem Slowo sind alle Beamten er⸗ mordet worden. Die blutige Unterdrückung der Bewegung ist im Gange.
riegsuslizen.
Der deutsche Konsul in Suez, Georg Meinacke, ist nach einjäh⸗ riger Internierung auf Verwendung des Auswärtigen Amtes frei⸗ gelassen worden und bereits in Deutschland eingetroffen.
In einem von der Tägl. Rundsch. veröffentlichten Brief des Berichterstatters Lindenberg von der österreichischen Südwestfront finden wir folgende erschütternde Mitteilung: Einer der dort su den Bergen des Karstes und Dolomiten kämpfenden Ungarn aus der Tiefebene schrieb an seine Frau daheim, sie solle doch den Stein am Ziehbrunnen— wahrscheinlich den einzigen Stein weit und breit— fortnehmen, damit er ihn nicht mehr nach seiner Riickkehr finde:„Denn Steine kann ich nicht mehr sehen!“———
Die Begnadigung Derflingers wird von der Gazette de Lausanne und anderen Blättern der Westschweiz, die nicht den Ruf großer Deutschfreundlichkeit haben, mit lebhafter Befriedi⸗ gung aufgenommen als Beweis, welchen Wert man in Berlin auf die bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutsch⸗ land und der Schweiz lege. Das Blatt benutzt die Gelegenheit, den tvagischen Fall jenen Landsleuten warnend vor Augen zu führen, die durch Lockungen ausländischer Agenten in Versuchung geraten.
In London wurde am Montag zum ersten Male die neue königliche Verfügung in Kraft gesetzt, die es verbietet, zu traktieren. Es ist eine allgemein übliche Sitte in London, daß
hat, wodurch Außerordentliches im Getränkekonsum geleistet und viel Geld hinausgeworfen wird. Die neue Verfügung erfolgte, um zur Sparsamkeit anzuhalten. Die Strafen für die Uebertretung der Verfügung sind außerordentlich schwer: sie sind 6 Monate
Pulver und Gold.
Roman aus dem Kriege 18701871. 1 U Von Levin Schücking.
So waren wir eine halbe Stunde geschritten; wir näherten uns dem Weiler mit der Mühle, dessen ich erwähnt habe; er lag friedlich, lautlos, wie im tiefsten Schlummer begraben da; aber zu meiner Ueberraschung sollten wir nur zu bald den Beweis erhalten, wie sehr wir uns über den Schlummer täuschten. Als wir die Mühle passiert hatten und bereits dem Ende des Ortes nahegekommen waren, wo die Chaussee eine Wendung machte, sahen wir einen breiten Streifen Licht auf unseren Weg fallen. Er kam aus einem größeren, dem letzten oder vorletzten Hause, dessen Tür offen stand; wir hörten laute, durcheinandereifernde, wie trunkene Stimmen; zugleich stürzte sich ein Bauernhund aus der offenen Tür uns mit wütendem Gebell entgegen; dies lockte ein paar Männer in blauen Blusen mit der Armbinde der Franktireurs auf die Schwelle; wir mußten durch die Lichtzone vor ihnen an dem Hause vorüberschreiten; sie erkannten uns, sie erhoben ein Geschrei, stürzten ins Haus zurück, in dem ein unbeschreib— licher ärm folgte— wir beschleunigten natürlich aufs ⸗äußerste unseren Schritt, im Gehen unseren Säbel, die ein— zige Waffe, die wir führten, lockernd; aber wir waren nicht vierzig Schritte weitergekommen, als ein Schuß fiel, eine Kugel über uns dahinpfiff— dann noch eine, dann zwei, dann ein halbes Dutzend— mir war, als erhielt ich eine flüchtige Berührung am linken Oberarm; im übrigen waren die Kugeln harmlos, sie pfiffen weit über unseren Köpfen in die Luft dahin. Friedrichs Fortbewegung war längst aus dem Schritt in
den gestrecktesten Trab übergegangen— in der Tat war an Widerstand wider einen solchen Haufen Menschen mit Feuer— waffen nicht zu denken; ich sprang ihm nach, und wieder an der Seite meines Begleiters rief ich ihm zu: „Am Ende werden wir doch getroffen, wenn wir ihnen sichtbar auf der Chaussee bleiben— wir müssen uns trennen — lauf du rechts, ich Will mich links durch die Weinberge da
1
. und 100 Lst. Geldstrafe. Die Kellner sind ebenfalls trafbar. 5. 1 l Nach einer Meldung des Nouvelliste de Lyon aus Paris ist dort ein französisches Flugzeug in der Nähe des Trocadero abgestürzt; das Flugzeug wurde vollkommen zertrümmert. Von den beiden Insassen, 5 1 einer tödlich, der andere sch i Die zahlreichen gassauten sind ohne Schaden davongekommen. 2 Wie Reuter meldet, ist in Mymensing(Bengalen) dor Polizeisuperintendent Jatindra, der dem Untersuchungsgericht
ein Leutnant und ein Unterleutnaut, ist(Widerspruch.) Auch seder Offizier
Vorwürfe, die Ulrich gegen einzelne Stände gerichtet sonders gegen die Landwirtschaft, seien nicht berechtigt. ung des ganzen Volkes sei einzig dastehend in der Westgeschichte. Das kann durch unangenehme Einzelerscheinungen nicht beein⸗ trächtigt werden. Auch der Behauptung des Abg. Ulrich. daß die Arbeiter am schwersten durch den Krieg getrossen werden, muß widersprochen werden. Die Arbeiter werden fast durchweg nach dem Kriege alsbald wieder ihren Lebensunterhalt finden, was bei weiten Kreisen des Mittelstandes, der Privatangestellten, nicht der Fall sein dürfte. Um Konkurse noch dem Kriege zu vermeiden, werden wir einen besonderen Antrag einbringen, der die gericht⸗ liche Zwangsaufsicht über gefährdete Betriebe zu einer Art frei⸗ willigen Aufsicht gestalten und ein neues Akkordverfahren schaffen
Die Halt⸗
soll. Wenn es heute nicht mehr möglich ist, Deutschland wirt⸗ schaftlich zu zerschmettern, ja nicht einmal es zu schwächen, so isl
daran nicht zuletzt die lange Friedensarbeit Schuld, besonders die Schutzzollpolitik, die Sozialpolitik und die allgemeine Volks⸗ bildung. Zur Milchversorgung der Minderbemittelten mit Milch müsse der Staat den Gemeinden einen Zuschuß gewähren.
Abg. Wolf⸗Stadecken möchte dem Vorwurf entgegentreten, daß die Landwirtschaft Wucher treibe. Den direkten Verkehr im Handel zwischen Produzent und Verbraucher hat die Regierung vor dem Kriege sehr zum Schaden der Allgemeinheit vernach⸗ lässiat. Um den Mangel an Fett und Milch abzustellen, ist es not⸗ wendig, den Verbrauch auf ein Mindestmaß zu beschränken. Dem Abg. Ülrich möchte er erwidern, daß es doch eine ganze Reihe von Kriegerfrauen gibt, die sehr zufrieden sind. Aber es gebe auch solche, die sich putzen und das Geld für unnütze Dinge ausgeben und dann ihren Männern Briefe ins Feld schreiben, die ungerecht sind. Auch die Reichs wochen hilfe wird vielfach von Frauen in Anspruch genommen, die in Lackschuhen und mit Schleier einher⸗ gehen. Dem Antrag Henrich könne er nicht zustimmen, er meine
Wir hatten eben ein links von der Chaussee zwischen dieser und den Weinbergen schräg auflaufendes Terrain er⸗ reicht— ich warf mich da hinein und eilte zwischen den hin⸗ dernden Rebenpfählen, durch Rankenwerk, über kleine Scheide⸗ mauern der Weinberge, über hundert Hindernisse fort... ich hatte wenigstens die Sicherheit, daß ich nicht gesehen wurde, und so dem weiteren Feuer der Verfolger nicht aus— gesetzt sei; aber ich hatte freilich die schwierige Aufgabe, trotz aller meiner Hindernisse schneller zu sein als sie, die die freie Chaussee vor sich hatten— ich hörte sie mit Schreien und Rufen da unten toben und rennen.
„Schießt— schießt— schießt auf die Hunde— schießt — Tod den Prussiens!“ hörte ich sie unter mir brüllen; nach einer Weile fielen wieder zwei Schüsse, die aber, wenn sie nicht etwa auf Friedrich gezielt worden waren, völlig ins Blaue gingen; ich vernahm wenigstens nichts von den Kugeln; das alles jedoch war völlig hinreichend, um mich mit dem äußersten Aufgebot meiner Kräfte über den fatalen Boden von Kies und Geröll, der gar keinen festen Schritt tun und mich alle Augenblicke gegen die Rebenpfähle an— fahren ließ, weiterrennen zu machen. Ich mußte, um mich zu retten, durchaus das Ende dieser Weinpflanzungen eher erreichen als meine Verfolger; kam ich später als sie an, mußte ich vor ihren Augen wieder auf die Chaussee hinunter, so war ich verloren.
Es war eine entsetzliche Jagd. Ich war zuweilen, wenn ich das wüste Gerufe der Franktireurs hörte, nahe daran, das Wettrennen aufzugeben und mich niederzuwerfen, mit der Hoffnung, daß sie mich da ruhig liegen lassen würden, un weiterzulaufen. Aber ich hörte hinter ihnen dann den Hund bellen; die Bestie würde mich gewittert haben; ich mußte weiter, mit schon halb gebrochener Kraft, mit geschwundenem Atem, vorwärts, solange meine Knie mich trugen!
Zum guten Glück war die von Weinbergen bedeckte Terrainstrecke lang— vielleicht eine Viertelstunde und noch länger; als ich das Ende erxeicht hatte und nun einen steilen Hang, der zur Chaussee niederführte, hinab mehr stolperte oder flog, als lief, hatten meine Verfolger die Jagd aufge⸗ geben; ich hörte nichts mehr von ihnen, als nur dann und
Hen retten!“
wann das Anschlagen des Hundes— es schien, sie kehrten zu
Lasten des Krieg haben die Unterb ls Feldwebel,
kein Stand erträgt die Vielfach heute a
wielmehr, leichter, als die Beamten. 8 Militäranwärter waren un. N 5 vertreter oder Feldwebelleutnaut Dienst tun, und nicht einn
wie sie sie nie vorher gehabt 9. habe es 1 als Wan angestellte, der eingezogen sei und lein Einkommen hal mindesten müsse gefordert werden, daß jeder unverheiratet amte auf sein ganzes Gehalt verzichtet. Ministerialrat Hölzin ger wendet dich Ausführungen des Redners. Die Regierung mi
Felde stehen, Einkommen,
e dagegen
f 1 ä 1 it Fr i 1 8 1 5 angehörte, e r s cho 9 en ee ee 9 100 Frau und Kind seu e ont wird, daß nicht auch der Beamtenstand 5 an der Tafel saß. Auch das Kind wurde getötet. voll und ganz seine Pflicht in diesem Kriege tue. 8 2. Abg. Breidenbach: Er nie e en ie 7 5„ Abschlachtung von Schweinen gesagt wird. An deu Weaugel an Hessischer Landtag. 0 190 cb 75 Landwirte die Schuld, sondern der große ö (Zweite Kammer.) Futtermangel.. 5 0 Darmstadt, 13. Oktober 1915. Abg. orell⸗ Ingelheim: Von 605 decene 90 Am Regierungstische die drei Minister und Regierungs-⸗PTPlenum für die kommende neue esetzgebung 1. N N e 9 gstisch 5 schaftlichen Verhaltnisse könne ter sich nicht 1 aun g b Das Haus setzte die Geueraldebatte über die Anträge zu im Lande draußen hin und wieder laut werdenden 125 en 1 Maßnahmen der Voltsernährung mancherlei Maßnahmen oder deren Uaterlasiung, te zue 175 1 usw. im Kriege fort. fim Parlament die Feststellung entgegen benen, 0 aß 91 9 1 Abg. Korell-Angenrod(Bbd.): Die wunderbare Organi- alles Menschenmöglsche getan Wenden ist. fich biken. hten 12 sation, auf der unser Wirtschaftsleben jetzt in abgeschlossener Un⸗ griffen gegen die Produzenten. sollte man dich. ich 0. 8 abhängigkeit vom Auslande beruht, sei anfangs nicht ohne Fehler einem Obstwucher kann im. allgemeinen ui 5 gelwroen 1 rden gewesen, sodaß nicht verhindert werden konnte, daß einige Per⸗ Die Preise sind vielfach allein durch die Schuld d. Wee 0 sonen sich schwer bereicherten. Vielfach waren die Maßnahmen die Höhe getrieben worden. Und zwar N 98 beson ers 95 einseitig, was auf Unterlassungen in der Friedenszeit zurückzu- wohlhabenden Hausfrauen, die in der Anast, daß sie 1 führen ist. Für Mehl und Futtermittel sind die Höchstpreise zuf bekommen könnten, die Preise trieben bie dann auch die ärmer. spät festgesetzt worden. Den verschledenfachezt Vorwürfen gegen] Frauen bezahlen mußten. Auch die Militärverwalkang ist oft an di die Landwirtschaft möchte er doch entgegenstellen die Tatsache, daß der Preissteigerung schuld gewesen, da sie ohne Grund infolge t weite Kreise der Landwirtschaft zu den größten Opfern bereit sind. früherer Bestimmungen viel zu hohe Preise anlegte. Dare n Allerdings haben diese aber auch ihrerseits entsprechende Unter- ein Mangel an zweckmäßigen Verteilungsmaßnaßmen.“ Ba 1 stützung zu erwarten. Die Kriegsgetreidegesellschaf der konsumierenden städtischen Arbeiterschaft vielfach 9 größte g hat sich nicht bewährt. Er möchte die Regierung bitten, gegen die Not tatsächlich herrscht, das darf nicht verkaunt werben, Wenn de 4 f weltfremd anmutenden Verordnungen, betr. das Winterkorn, in] Abg. Calmann davon gesprochen hat, daß bie Linke umlernen müsse p Berlin energisch einzutreten. Notwendig ist, daß bei der praktischenf nach dem Kriege, so meine cr, habe die Rechte das gerade so nöti 50 Durchführung der erforderlichen Maßnahmen auch die Praxis ge⸗ Man sollte boch nicht vergessen, daß gerade die Arbeitermaf 15 hört wird, daß alles Bureaukratische vermieden wird. Die neu- sind, die diesem Krieg mit zu einem günstigen Siog verbelsen. f geschaffene Kartoffelstelle kann segensreich wirken, wenn Abg. Raab(Soz.): Der Abg. Hirich scheint gestern doch n 0 sie auf einheitliche Regelung der Preise hinwirke. Das Abschlachten ganz verstanden worden zu sein. Wenn er von dem gesunle 90 von Schweinen, diese Professorenweisheit, die sehr zum Schaden Geldwert gesprochen hat, so konnte ee eben nichts andere eme 90 der Allgemeinheit gewirkt hat, sollte man nicht mehr mitmachen. haben, als eben die gesunkene Kaufkraft des Geldes. Wenn Abg. Dr. Calmann(Natl.): Es sei nicht richtig, daß die diese schwere Zeit überwinden wollen, ist es un ch. daß a do Arbeiterlöhne durch den Krieg nicht in sehr erheblichem Maße ge-] Kreise davon durchdrungen sind, daß einer für den t stiegen sind, oder daß die Steigerung nicht angehalten hat. Auch zustehen hat. Aber es gibt unter den Besitzenden im 10 heute noch feien Lohnerhöhungen bis 30 und 50 Proz. in Kraft, da⸗ zelne, die das nicht einsehen wollen. Das darf hier se 0 ie zu sei die Zahl der Arbeitslosen erheblich gesunken gegenüber den] den, damit die Lehörden darauf hingewiesen werden. Nichts 1 Friedenszeiten. Daß der Geldwert sehr gesunken sei, dem müsse deres wollte der Abg. Ulrich tun. stritten gibt es auch ge 0 ganz entschieden widersprochen werden, schon um im Auslande lein r falsches Bild entstehen zu lassen. Tatsächlich kann der Abg. 17 auch das garnicht gemeint haben. Er habe wohl nur sagen wollen, daß die Kaufkraft des Geldes gesunken sei. Das sei a anderen Ländern ebenfalls der Foll, denn fast alle Länder haben unter der Teuerung zu leiden, die der Krieg verursgcht. 140. hat, bee
Durchhalten gewesen.
t. Was Abg. Calmann über die darüber zu sprechen wird später Zeit und Gelegenheit sein. Abg. Wolf hat dem Vaterlande sicher keinen Dienst damit erwie wenn er hier sagte. es gebe Kriegerfrauen, die ih Geld versub N und dann ihren Männern schlechte Briefe ins Feld schreiben. G wiß mag es Ausnahmen geben, aber im allgemeinen ist gerade di Haltung unserer Frauen bewundernswert, sig tun allen, uns deim e Durchhalten zu helfen.(Lebh. Zustimmung.) Cs gibt noch 1 ganze Anzahl von Gemeinden, die nicht richtie erkannt haben, ihre Pflicht ist, und die zur Milderung der Kriegsnot nicht a tun, was zu tun ist. Diese Gemeinden misssen auf ihre Pflich gewiesen werden. Oft haben die Gemeindeverwaltungen nicht Mut, ein paar Mark Kriegsschulden zu machen. Ich bitte die gierung, alles zu tun, auf diese Gemeinden hinzuwirken, daß fe Pflicht haben, die gegenwärtige Not zu lindern; später wi schon Rat finden.
Abg. Wün zer: Festgessellt ist, daß auch die Beamten vo ganz ihre Schuldigkeit tun, wie das gesannte deutsche Volk. 0 ral unverantwortlich ist es, wenn der Abgeordnete Wolf gauze G von Beamten herausgrcift, und es so darstellt, als ob sie nur Gehälter einstreichen und nicht ihre Pflich! tun.
Damit schloß die Generaldebatte. a
In der Einzelberatung wurden die 1 1 bis 5 den Anträgen des Ausschusses angenommn Die Waiterbergt wurde dann auf Donnerstag vormittags 9 Uhr vertagk.
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ihrem Weiler, ihrer Schenke zurück, und ich konnte aufa
Vergebens sah ich mich nach meinem Burschen um. lauschte... dann rief ich halblaut— lauter... aber n war zu hören. Ich schritt eine Weile langsam fürbaß; rief ich wieder— endlich antwortete mir ein leiser Pfiff der unser Signal„Sammeln!“ nachahmte. Erneut aut wortete ich; ein„Ich komme!“ schallte von drüben des Flusse herüber. Rasch ging ich zum Gewässer hinab; als ich Rand erreichte, sah ich von der anderen Seite her Friedrih tapfer hineinstapfen,— das Wasser reichte ihm bis an Knie und schäumte um seine Schenkel; ich streckte ihm Säbelscheide entgegen; er ergriff das Ende, und im nä Augenblick war er glücklich an meiner Seite.
„Gott sei Dank, daß Sie heil und lebendig geblieben sagte er aufatmend.„War das ein Dauerlauf! 5 mich, als wir auseinanderliefen, gleich durch das Wasser stürzt; ich wußte schon, die Kerle würden es mir nicht machen! Das Franzosenzeug hat etwas von der Katzenne durchs Wasser geht es nicht, und wenn's regnet, läßt es Ohren hängen! Diese verfluchte Spitzbubenbande! Ich d nur dem Himmel, daß ich Sie so bald wiedergefunden habe Sie haben wohl heillos Fersengeld gegeben? Sie waren! Nu aus den Augen, als unser Rennen anging; ich macht schon bittere Vorwürfe, daß ich Sie verlassen habe, als Sie eben nicht gleich wiederfand; wenn Ihnen e 0 stoßen wäre... aber gottlob, wir sind heiler Haut tückischen Räubergesindel entkommen.“ 5
Friedrich sprudelte das alles in großer Aufregung vor, während wir von dem Bachufer aufwärts gingen, un? Chaussee wieder zu erreichen. 2
Ich sagte, im Gehen ein wenig hinter ihm zuvückbleih. weil ich mich plötzlich furchtbar ermüdet fühlte:„So hi Haut bin ich, fürcht ich, nicht davongekommen.. i einen schändlichen Schmerz an meinem linken glaube, daß es weniger ein harmloser Rheumatismus der Nachtkühle, als die Wirkung einer Chassepotkugel k ich ganz ohne Absicht und bösen Willen in der bet „rasanten Flugbahn“ gestört habe!“
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(Fortsetzung folgt.)


