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Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung.

Von Briefen, die nicht ankamen.

in einem Aufsatz in der Deutschen Verkehrs⸗Zeitung b N

90 0 Lachmann in Liegnitz die unbestellbaren Postfenbane ie Arbeit, die durch sie der Postverwaltung erwächst, und das Schicksal dieser Sendungen, die eben wenn der Absender nicht zu ermit⸗ teln ist vernichtet werden müssen. Danach lagen an einem Tage in einer der 41 Oberpostdirektiovnen bei dem wöchentlich zweimal tagendenAusschuß für unbestellbare Postsendungen Sendungen vor, die für das Jahr ergaben 49 972 Stück, wovon 63 vom Hundert unanbringlich blieben. Im ganzen Reichspostgebiet sind nach der letzten darüber herausgegebenen amtlichen Statistik vom Jahre 1910 an die Ausschlisse eingesandt: 4 119 910 Stück, wovon 2030 190 gleich 60,7 vom Hundert unbestellbar blieben. Das sind bei 5297 Millionen Gesamtlieferung zwar nur 394 Stück auf jede Million, aber von den ganzen 2030 190 Stück, die sich jetzt auf 2 564 227 Stück berechnen hätte nicht eine einzige Sendung unanbringlich zu bleiben brauchen, wenn ein jeder Absender seine Adresse genau angesehen hätte. Statt dessen finden sich in den in dem Aufsatz als Beispiel angeführten Fällen, wo es sich um Briefe und Postkarten handelt, die am Be⸗ stimmungsorte wegen ungenauer Aufschrift unbestellbar oder vom Empfänger wegen Portos verweigert oder infolge der kriegsmäßigen Bestimmungen unzulässig waren bperschlossene Briefe nach dem Auslande, nach Elsaß⸗Lothringen, postlagernde Chifferbriefe), lauter unzulängliche Unterschriften:Deine Helene,Euer Fritz, Deine Dich liebende Tante ufw. Leider finden sich unter den unanbring⸗ lichen Sendungen mit unzureichender Absenderangabe auch viele Feldpostbriefe und ⸗Päckchen. Großen Segen könnte die Privat⸗ industrie, die sich mit der Herstellung von Briefumschlägen, Ansichts⸗ karten und dergleichen befaßt, dadurch stiften, daß sie auf ihnen einen Vordruck für Namen, Wohnung usw. des Absenders anbrächte; bis jetzt geschieht dies nur vereinzelt. Die Ansichts⸗, namentlich die Ausflugskarten mit fehlendem Wohnort usw. des Absenders bilden einen großen Teil der Ausschußsendungen. Das Publikum geht im allgemeinen offenbar noch viel zu gern von der Erwägung aus: Der Empfänger weiß ja meine Adresse genau; er würde es sonderbar finden, wenn ich als Braut, Mutter oder Bruder meine volle Adresse augäbe. Nun, man denke also künftig stets an die Fälle, daß der Empfänger verreist, verzogen, eingezogen, versetzt, verwundet, ver⸗ mißt, gefallen sein kann usw. und an die Folgen, die eine ungenaue oder undeutliche Angabe in der Aufschrift sie kann auch erst während der Beförderung undeutlich werden! oder eine für andere schwer leserliche Handschrift bei der postdienstlichen Behand⸗ lung nach sich ziehen kann. Man denke auch an die unvermeidliche Hast des Postbetriebsdienstes und an die vielen Tausende von unge übten Leuten, die die Postverwaltung infolge Abberufung ihres Stammpersonals zum Heeresdienst heutzutage im Bestelldienste be chäftigen muß.

Zur Versorgung Kriegsbeschädigter. Während die Ar beiterorganisationen, Behörden und andere Korporationen bemüht sind, den Kriegsbeschädigten eine ihren Fähigkeiten entsprechende Beschäftigung nachzuweisen und die Opfer dieses fürchterlichen Ringens nach Möglichkeit vor gewissen loser Ausbeutung zu schützen, sind auf der anderen Seite Leute am Werk, einen möglichst großen Vorteil aus den Kriegsbeschädigten herauszuschlagen. So erschien in der Vakanzenzeitung vom 4. September d. J. folgendes für Kriegsbeschädigteverlockende Angebot:Bei der Geschäfts⸗ stelle der Land- und der Allgemeinen Ortskrankenkasse des Kreises Soldin bietet sich für einige Kriegsbeschädigte Ge legenheit zur Einarbeit. Eine Entschädigung bis zu 50 Mark monatlich kann sofort gewährt werden. Spätere Erhöhung der Entschädigung sowie eventuelle Anstellung als Assistent kann bei guten Leistungen in Aussicht genommen werden. Bewerber mit Vorbildung im Burecaudienst werden bevor zügt. Bewerbungen mit Lebenslauf und etwaigen Zeugnis⸗ abschriften sind umgehend einzureichen an die Allgemeine Ortskrankenkasse in Soldin. Wie der Kriegsbeschädigte mit der in Aussicht gestellten Entschädigung von 50 Mark sein Leben fristen soll, ist leider nicht dabei gesagt

Kartoffelversorgung. Es ist ja jetzt wieder eine Ver⸗ ordnung über die Kartoffelversorgung herausgegeben und auch Söchstpreise sind festgesetzt. Soweit wäre alles in Ord⸗ nung. Aber Kartoffeln bekommt die Bevölke⸗ rung trotzdem keine! Es fällt den Landwirten gar nicht ein, welche zu Markt zu bringen; die Händler haben schon vorher höhere Preise angeboten und nun wollen sie die Bauern nicht hergeben, nachdem Höchstpreise festgesetzt sind. Es werden eben noch andere Mittel in Anwendung gebracht werden müssen, wenn dem Volke Nahrung zugeführt werden soll. Der festgesetzte Höchstpreis ist so hoch, daß die Land: wirte damit sehr wohl zufrieden sein können, die übrigens jetzt wirklich fette Zeiten haben. Das beweisen die ganz be⸗ deutenden Einlagen in die ländlichen Spar und anderen Kassen. Die Regierung muß hier schleunigst eingreifen und einfach die Beschlagnahme verfügen. Wird noch lange ge zögert, so kann's wieder gehen wie im Vorjahre.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Musketier Heinrich Simon aus Odenhausen. Wehrmann Hermann Jakob aus Inheiden, Landw.⸗Inf.⸗Reg. 116. Reservist August Theis aus Rainrod, Inf.⸗Reg. 222. Musketier Otto Schauermann, Inf. Reg. 172. Wehr⸗ mann Heinrich Frank aus Rudingshain, Landw.⸗Inf. Reg. 116. Leutnant der Reserve Wilhelm Fockel aus Lauterbach, Landw.⸗Inf.⸗Reg. 116. Unteroffizier Heinrich Köhler aus Storndorf, Landw. Inf. Reg. 116. Land⸗ sturmmann Heinrich Born, Bäckermeister aus Homberg a. Ohm, Inf.⸗Reg. 222. Unteroffizier Georg Meurer aus Wetzlar Musketier Friedrich Loh aus Dutenhofen, Inf.⸗Reg. 172.

Er. me(Nickel). Die bestehende 1 10 ee 1 Lesch lagnahme von M 5 zallen vom 1. Mai 1915, die sich nur au Gewerbe⸗ und Handeltrei⸗ bende(nicht an Privatpersonen) wendet, wurde zum ersten Male am 14. August 1315 durch eine Nachtragsverfügung n bezug auf Aluminum in Fertigfabrikaten ergänzt und erweitert. Jetzt hat sich die Notwendigkeit ergeben, durch eine neue Nachtragsverordnung, die mit dem 5. November 1915 in Wirkung tritt, die Verwendung von Nickel, weiter einzuschränken. Es ist von jetzt ab verboten, Nickel nach den Bestimmungen des§ 6b Zifser. 1 u een fügung zu Kriegslieferungen im eigenen oder fremden Betriebe, 705 notwendigen Ausbesserungen in einem, mit Kriegslieferungen 905 schäftigten Betriebe oder zur Aufrechterhaltung ene landmirtschast. lichen Betrlebes zu verwerten. Vielmehr ist für jede Verwendung

aus beschlagnahnnten Nickelvorräten eine besondere Freigeke fg. derlich, die auf dem vorgeschriebenen Vordruck bei der Sektion M.

Kriegsministeriums,

der Kriegs-Rohstoff-Abtei! es Kgl. Preuß. hstoff⸗Abteilung des Kgl. 0. beam

Berlin SW. 45, Verlängerte Hedemannstraße 9. wen

den muß. Daneben bleibt zulässig die Veräußerung von Nickel an die Kriegsmetall-Aktiengesellschaft und ferner die Ablieferung der pon der Verordnung überBeschlagnahme, Meldepflicht und Ab⸗ lieferung von fertigen, gebrauchten und ungebrauchten Gegenständen aus Kupfer, Messing und Reinnickel betroffenen Gegenständen (Haushaltungsgegenstände) an die kommunalen Sammelstellen. Alle näheren Einzelheiten sind aus dem Wortlaut der Nachtragsver⸗ ordnung zu ersehen, die am Bürgermeistereigebäude in Gießen angeschlagen ist. 1 Abkürzung der Angestelltenversicherungs⸗Wartezeit. Mit dem 31. Dezember ds. Js. läuft die Frist nach§ 395 des V. f, A. ab, zunerhalb der Anträge auf Abkürzung der Wartezeit gestellt werden können. Für Kriegsteilnehmer ist die Frist bis zum Schlusse des Kalenderjahres verlängert, welches auf das Jahr folgt, in welchem der Krieg beendet ist. Die Wichtigkeit und Bedeutung dieser gesetz lichen Bestimmung hat den Rentenausschuß Berlin veranlaßt, ein besonderes Merkblatt aufzustellen, das eine Belehrung über die Vorteile der Abkürzung der Wartezeit und die Form der Antrag⸗ stellung enthält. Auskunft über dieses Merkblatt, sowie auch jede weitere sachdienliche Erklärung erteilt die Geschäftsstelle des Or

ausschusses für die Angestelltenversicherung Frankfurter Straße 56

parterre. 55 Heiraten der Militärpersonen. Aus dem Felde werden vielfach Maunschaften zwecks ihrer Verheiratung in die Heimat beurlaubt. Wenn diese Mannschaften jetzt während des Krieges noch ihrer aktiven Dienstpflicht genügen, wie z. B. auch die Mannschaften, die im Herbst 1914 und 1915, wenn der Krieg nicht gekommen wäre, ihre gesetzliche ein-, zwei- oder dreijährige Dienstzeit abgeleistet hätten, aber nun eben infolge des Krieges noch nicht zur Resexve icbergeführt worden sind, so bedürfen sie einer schriftlichen Er⸗ laubnis zur Verheiratung leines Heixratsscheins). Diese Erlaubnis erteilen, soweit nicht besonders festgesetzt, die Regimentskomman⸗ deure oder die Vorgesetzten, denen die Disziplinarstrafgewalt eines solchen verliehen ist. Vor Antritt eines Urlaubs zur Verheiratung ist der dem Standesbeamten vorzulegende Heiratserlaubnisschein diesen Mannschaften auszuhändigen. Mannschaften der Resexve (Ersagreserve), der Landwehr und des Landsturmes brauchen keine militärische Heiratsgenehmigung

5 Stadtverordneten⸗Lersammlung. Für die Sitzung Freitag, 15. Oktober, nachmittags 5 Uhr, ist folgende ordnung vorgesehen: 1. Mitteilungen. 2. Errichtung von kaufshäuschen auf dem Grundstück Seltersweg 83 durch Franz Schmidt. 3. Gesuch des Bäckermeisters Karl Sommer um Er⸗ laubnis zum Betrieb einer Kaffeewirtschaft im Haus Bismarck⸗ straße 26. 4. Desgleichen des Gerhard Kampen zum Betrieb einer Schankwirtschaft im Hause Kanzleiberg 5. 5. Herstellungen im städtischen Gebäude Wolkengasse 11. 6. Kreditbewilligung für die

am Tages⸗ Ver⸗

Teuer⸗ und Diebstahl⸗Versicherung der Dr. Hans Bock⸗Gedächtnis⸗ Stiftung. 7. Gesuch des Ausschusses für die militärische Aus⸗

bildung der Jugend um Gewährung eines Zuschusses für die Be⸗ schaffung von Uebungskleidung. 8. Einführung des 1 Uhr-Laden⸗ schlusses an Sonntagen. 9. Welterversicherung städtischer Arbeiter bei der Ortskrankenkasse. 10. Kreditbewilligung für Kriegszwecke. Was man früher nicht für möglich gehalten hätte. In unserem Leipziger Parteiblatte lesen wir:Montag nachmittag wurde das neu eröffnete Genesungsheim für Kriegsverwundete in der Volkshausherberge, Braustraße(Leipziger Gewerk⸗ schaftshaus Red. d. Oberh. V.), von dem Präsidenten des Rolen Kreuzes, Prinzen Zohaun Georg und Gemahlin, besichtigt. Die freundlichen und gesunden Räume erregten das Wohlgefallen der Besichtigenden, und die Einrichtungen fanden ungeteilten Beifall. Die Beköstigung wurde ausgezeichnet befunden. Nach einem Aufenthalt von sast einer Stunde verließen die Besucher, nachdem sie den Garten in Augenschein genommen hatten, das Genesungs heim mit dem Ausdrucke der Anerkennung für das, was von dem Volkshause geleistet wurde durch das Haupttor des Volkshauses, nor dem sich eine große Menschenmenge angesammelt hatte. Daß ein Prinzenpaar ein Gewerkschaftshaus besucht und sich über dessen Einrichtungen anerkennend ausspricht, hätte vor zwei Jahren gewiß kein Parteigenosse geglaubt. Wer aber etwa glaubt, daß da⸗ mit nun eine neue Zeit angebrochen wäre, dürfte sich nach dem Kriege bald wieder zu anderer Auffassung bekehren müssen.

Vernichtung von Lebensmitteln. Aus Barmen wird be⸗ richtet, daß dort auf dem städtischen Schlachthofe für etwa 40 000 Mark Fleischkonserven verbrannt worden seien. Die Ware soll von einem Kölner Engros-Händler stammen, der sie nach Barmen zum Verkauf geschickt hatte; weil sie aber verdorben war, wurde sie von der Polizei beschlagnahmt. Jedenfalls wollte der Händler mit den Fleischkonserven Wucher treiben und hat sie daxum zurückgehalten; mit der Zeit ist das Zeug aber versault. Man fragt sich, wie es möglich ist, daß in einer Zeit, wo viele Tausende Familien kein Stückchen Fleisch kaufen können, eine solche Menge Nahrungsmittel dem Verderben preisgegeben werden konnte! Gegen die Schuldigen sollte die Behörde mit aller Strenge vor⸗ gehen. Es ist anzunehmen, daß auch jetzt noch große Mengen Lebensmittel zum Zwecke der Preistreiberei zurückgehalten wer den. Für Kartoffeln sind zum Beispiel Höchstpreise festgesetzt, aber es kommen keine, oder nur wenig auf den Markt. Hier heißt es energisch nachgeholfen und zwar sobald als möglich!

50 Mark Belohnung. In der Nacht zum 13. Oktober wurde aus der Schießhalle des hiesigen Schützenvereins durch Einbruch ein Jagdgewehr, Schrotflinte mit 2 Läufen, 100 Patronen mit Messinghülsen, 30 Patronen mit Eichel⸗ hülsen, entwendet. Da vor einiger Zeit dort ein gleicher Diebstahl ausgeführt wurde, ohne daß man des Täters, dem da⸗ mals auch ein Gewehr in die Hände fiel, habhaft werden konnte, so hat der Besitzer eine Belohnung von 50 Mk, angesetzt, die die jenige Person erhält, die den Täter so namhaft macht, daß er ge richtlich belangt werden kann. Sachdienliche Mitteilungen werdet an die Kriminalpolizei erbeten.

Verbot eines Antisemiten⸗Organs. Wie die Redaktion der Hamburger Deutschvölkischen Blätter früher Deutschsoziale Blätter bekannt gibt, ist das fernere Erscheinen des Blattes bis auf weiteres verboten. Einer der Hauptmitarbeiter an diesem Blatte war der Abgeordnete für den Gießener Wahlkreis, Dr. Werner, dessen Lob dort in allen Tonarten gesungen wurde. Im übrigen betrieb es die wüsteste Judenhetze und scheute vor keiner noch so gehässigen Verdächtigung unserer Partei zurück.

Die Auszahlung der Reichs⸗ und Kreisunterstützung für 16. bis Ende Oktober 1915 an die Familien der zum Heeresdienst Ein⸗ berufenen findet statt: an diejenigen, deren Namen beginnen mit

A Samstag, den 16. Oktober 1915, 2 Montag, den 18. Okt. 1915. Zahlstelle: Stadthaus, Zimmer Nr. 16. Zahlstunden von

81 Uhr vormittags. Stadttheater. Trotz der

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Schwierigkeit, die der Mangel an technischem Personal verursacht, hat der Spielleiter der Eröffnungs- vorstellung(Direktor Steingoetter) Sorge getragen, daß die 9 Bilder desHerzog Ernst von Schwaben sich am Freitag in rascher Folge abwickeln werden. Auch sonst wurde die Vorstellung sorgfältig vor⸗ bereitet und für die Masken der Hauptdarsteller z. B. wurden Ab⸗ bildungen von Siegeln und Münzen zu Rate gezogen, da andere Uleberlieferungen für die betreffende Zeit versagen.

Dr. Lindemann als Stadtratskandidat in Frankfurt a. M. Der Stuttgarter Beobachter berichtet: Aus Frankfurt a. M. wird uns gemeldet, daß der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Dr. Lindemann dessen Habilitierung an der Technischen Hoch⸗ schule in Stuttgart, wo er in dem kommenden Wintersemester über Kommunalfragen lesen will, von seinen Fraukfurter Genossen als Nachfolger des verstorbenen Stadtrats Dr. Flesch im Stadtrat in Vorschlag gebracht worden ist

Von Nah und Fern.

Eine seine Sorte Milch. Bei dem in Düsseldorf woh⸗ nenden Milchhändler Franz Sternberg wurden von Beamten der Gesundheitspolizei Milchproben entnommen, die auf 100 Teile Milch 175 Teile Wasser enthielten.

chemiker Dr. Loock bekundete vor Gericht, daß gegenwärtig auf dem Milchmarkte derart schlimme Verhältnisse herrschen wie nie zuvor, und daß bei den ohnehin hohen Milchpreisen mit einer Dreistigkeit gefälscht werde, die ace suche. Sternberg, der wegen Milchfälschung schon mit 300 N. vorbestraft ist, erhielt diesmal am Schöffengericht 500 Mk. Geldstrafe. Dem gemein⸗ gefährlichen Treiben der Milchsälscher ist unseres Erachtens nur mit Gefängnisstrafe beizukommen. 7

Telegramme. 5

Lugtslerict des Großen Hatzurtiek

Feindliche Augrisse in West und Ost abgewiesen⸗ Fortschritte bei Linsingen und Mackensen.

W. B. Großes Hauptquartier, 13. Okt., vorm.(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschanplattz,

Englische Vorstöße nordöstlich von Formelles wurden leicht abgewiesen. Oestlich von Souchez verloren die Fran⸗ zosen wieder einige Grabenstücke, in denen sie sich am 11. Okt. noch halten konnten.

In der Champagne scheiterte gestern abend ein fran⸗ zösischer Angriff südlich von Tahure. Ein an derselben Stelle heute früh wiederholter, in mehreren Wellen geführter Angriff, brach gänzlich zusammen.

In den Vogesen büßten die Franzosen am Westhange des Schraczmänn le deinen Teil ihrer Stellung ein. 7

Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmar v. Hindenburg.

Westlich Dünaburg brach ein russischer Angriff in un⸗ serem Artilleriefeuer zusammen. 1

Versuche des Gegners, sich der von uns besetzten Inseln, des Miadziol⸗Sees zu bemächtigen, scheiterten.

Ein russischer Angriff nordöstlich Smorgon, der bis au unsere Hindernisse gelaugte, wurde abgewiesen.

Eines unserer Luftschiffe belegte in vergangener Nacht. die befestigte, mit Truppen angehäufte Stadt Düna burg ausgiebig mit Bomben. g

Feeresgruppe des Geueralfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nichts Neues. g Heeresgruppe des Generals v. Linsingen.

Der Feind wurde aus seinen Stellungen bei Rudka, Bielsko, Wolskaja vertrieben, sowie über die Linie Alexandria-Höhe nördlich davon zurückge⸗

schalls

M. H. worfen. Deutsche Truppen der Armee des Generals Grafen Both mer warfen den Gegner nordwestlich Hajworonks(adweslich Burkanow) aus mehreren Stellungen. f Balkankriegsschauplatz. Der Widerstand der Serben konnte unsere Vorwärts bewegung nur wenig aufhalten. g ö Südlich von Belgrad wurde das Dorf Zule zu i!

und Höhen östlich beiderseits der Topciderska gestürmt.

Der Augriff auf Pozare vad ist in günstigem Fortschreiten. Die Straße PozarevarGradiste ist in südlicher Richtun

überschritten. O berste Heeresleitung.

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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Wien, 13. Ott.(W. T. B.) Amtlich wird wee 13. Oktober 1915: 5 Russischer Kriegsschauplatz. ö

Bei Bur kanow an der Strypa wurde auch der vierte 5 gestern mitgeteilten russischen Angriffe durch österreichisch⸗ungarisch und deutsche Bataillone abgeschlagen. Sonst im Nordoste keine besonderen Ereignisse. e Jtalienischer Kriegsschauplatz. Gestern nachmittag begannen die Italiener ein lebhaftes Ge⸗ schützfeuer aus schweren und mittleren Kalibern gegen die Hoch⸗ fläche von Lafraun. Auch gegen einzelne Abschnitte der küsten⸗ ländischen Front entfaltete die feindliche Artillerie eine erhögte

ö

Tätigkeit. Annäherungsversuche italienischer Infanterieabteil⸗ ungen gegen Vrsie und den Tolmeiner Brückenkopf wurden abge⸗

Am nordwestlichen Teil der Hochfläche von Doberdo

wiesen. 5 zum fluchtartigen Verlassen 75

zwang ein Feuerübersall den Feind feiner vordersten Deckungen. Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unsere Angriffe schreiten trotz heftigster Gegenwehr des Feindes überall vorwärts. An der unteren Drina warfen unsere Truppen die Serben aus mehreren Gräben. Südlich von Belgrad wurden dem Gegner einige Zäh, verteidigte Stützvunkte enkrissen. Serbische Gegenstöße scheiterten stets unter großen Verlusten für den Feind.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant.

75 8 Deleassé gestürzt. Viviani Minister des Aeußern.

Paris, 13. Okt. Der französische Minister des Aeußern, Delcassé, hat seine Eutlassung gegeben. Eine offizielle Note der französischen Regierung teilt mit, daß der heute unter dem Vorsitz des Präsidenten Poincars abgehaltene Minister⸗ rat die Demission Deleassés angenommen hat und daß der Ministerpräsident Viviaui endgültig wieder die Leitungder auswärtigen Politik übernimmt.

Ob das französische Parlament mit der Beseitigung des Herrn Delcassé, als dem Schuldigen an dem Balkanmißerfolg, sich genügen lassen wird, ist sehr zu bezweifeln. 1

Einen Nachruf für Delcassé bringt die Frankf. Ztg. in folgender Betrachtung: Die Nache richt vom Rücktritt Delcasses wird in Deutschland, ja in der ganzen Welt ein starkes Echo finden. Denn selten war ein Name so eng mit einer Politik verknüpft wie der seinige. Er ist identisch mit dem haßerfüllten Plan der Umzingelung und Vernichtung unseres Vaterlandes, der gewiß nicht sein aus⸗ schließliches Eigentum war, aber doch der Gedanke, in dessen Dienst man ihn seit einer Reihe von Jahren unablässig beg müht sah. Herrn Deleassés Geschichte allein liefert schon ein

Der Stadt:

entscheidendes Kapitel zu der welthistorischen Irage den