Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht
wird an ganzer Front angegriffen.
Geplänkeln mit montenegrinischen Abteilungen.
Uebersetzung der Infanterie, die sick sofort am Ufer festsetzte
Angriff an der ganzen serbischen Front.
Wien, 12. Okt.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 12. Oktober 1915.
Russischer Kriegsschauplatz.
Die Lage ist unverändert. Im Raume südlich von Burka⸗ now 8schlugen wir drei russische Angriffe ab. Die Abwehr eines vierten, der gegen ein Frontstück von 2 bis 3 Kilometer gerichtet war, ist noch im Gange. Am Korminbach und nördlich von Bafalowka am Styr unternahm der Feind gleichfalls einige er⸗ folglose Vorstöße.
Jtalienischer Kriegsschauplatz.
Keine Aenderung.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Südlich der Save und ber Donau und an der unteren Drina Die aus Belgrad vordringenden K. und K. Truppen erbeuteten bei der Erstürmung des östlich der Stadt und der Laudon⸗Schanzen aufragenden Berges Lipar drei Geschütze und einen Scheinwerfer. Alle Höhen im Umkreise von Belgrab, die die Strom⸗Uebergänge auf Feld⸗ geschützertrag beherrschen, sind im Besitz der Verbündeten. Die Deutschen eroberten Semendrig und drängen den Feind auf Posarewatsch zurück. Auf der Grenze zwischen der Herzegowina und Montenegro kam es an mehreren Stellen zu
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. on Höfer, Feldmarschalleutnant. 2
Aus Wien wird der Frantf. Ztg. telegraphiert: Im Raume zwischen Schabatz und Velki⸗Gradisch(rund 140 Kilometer in der Luftlinie) haben die Verbündeten sämtliche Streitkräfte auf das serbische Flußufer gebracht und die behrrschenden Höhen erstürmt. Ein Erfolg von hervorragender Bedeutung ist erzielt! Die Landseite östlich von Belgrad nahmen Truppen der Armee v. Köveß, die Höhe im Süden der serbischen Metropole erstürmten deutsche Truppen. Die Beschießung der Festung Belgrad begann in der Nacht vom 4. auf den 5. d. M. Oesterreichisch-ungarische Monitore eröffneten bei Einbruch der Dunkelheit auf die Werke derselben ein intensives Feuer. Die auf dem linken Ufer bei Semlin postierten schweren Batterien und jene auf der von uns früher besetzten Zigeuner— insel stehenden beschossen die serbischen Stellungen bei Top⸗ schider. Dann begann im heftigsten feindlichen Feuer die
und energisch gegen die unteren Befestigungen und die Stadt— forts vorging, um deren Besitz ebenso wie um die Zitadelle während zweier Tage und Nächte erbittert gerungen wurde. Sowohl die untere wie die obere Festung ist durch die Be— schießung sehr mitgenommen. Trümmerhaufen, wo⸗ hin der Blick reicht, in der Stadt sowohl, als auch am ehemaligen Park, am Kalimegdan, der zu einer starken Stellung ausgebaut war. In den weiteren Kämpfen eroberten unsere Truppen östlich der Stadt die 271 Meter hohe Tragach⸗Höhe, östlich von Mirijewo den 249 Meter hohen Velki⸗Vratzar und den 258 Meter hohen Lipak. Die Deut⸗ schen erstürmten südlich der Stadt Toptschider, das könig— liche Lustschloß, südlich davon die 208 Meter hohe Höhe Dedinje, sowie den Ort Zarkowo mit dem 206 Meter hohen Banawo⸗Berge und die kulminierende Höhe 215, knapp nörd— lich des Dorfes.
Eine ganz bedeutende Tat ist die Erstürmung der 370 Meter hohen Anathema-Höhe bei Ram, welche die Donau zwingt, ein Knie nach Norden zu bilden, durch Truppen der Armee Gallwitz. Zwischen der Donau und der Straße von Poscharevatz nach Gradische er— hebt sich hier ein isoliertes Bergmassiv, dessen höchster Gipfel die Anathemahöhe ist, nach Südosten und Westen weit— hin das Land beherrschend. Die Deutschen eroberten über— dies Semendria und drängen den Feind auf Poscharevatz zurück.
An der ganzen Front südlich der Save und Donau und an der unteren Drina wird nunmehr angegriffen.
Die serbischen Verluste.
Budapest, 12. Okt. Nach Bukarester Meldungen haben die Ser⸗ ben bisher schon enorme Verluste t erlitten. Die meisten ihrer Batterien sind zerschossen. von den Deutschen sechshundert serbische Soldaten beerdigt. In den Straßen Belgrads liegen noch jetzt die Leichen zahlreicher serbischer Krieger. aus den Belgrader Straßenkämpfen. Den Sanitätsdienst in den Sckitälern haben österreichisch-ungarische und deutsche Truppen
libernommen. 5 Kriegserklärung Bulgariens. Die Kölnische Zeitung meldet aus Zürich: Die Neuen Zürcher Nachrichten wollen aus bester Quelle erfahren haben, daß gestern Mittag 11 Uhr Bulgarien Serbien die Kriegser— klärung zugestellt habe. Eine Bestätigung der Nachricht fehlt, sie dürfte aber doch richtig sein. Beginn der bulgarisch⸗serbischen Feindseligkeiten. Die Times meldet aus Athen: Die Bulgaren haben gestern Nachmittag den Angriff gegen Serbien bei Kadi Bogas in der Richtung nach Knasjevac begonnen. Ferner meldet Reuter aus Athen, daß der Angriff mit zwei bulgarischen Divisionen unternommen worden sei.
Bulgarien und die Türkei. Aus Athen wird dem Tag über Kopenhagen gemeldet:
Auf der Zigeunerinsel allein wurden 0
Die Spitäler sind überfüllt von serbischen Verwundeten 50
Armeekorps zur Verfugung. Als Gegenleistung überließ Bulgarien der Türkei bedeutende Kohlenläger, eine große Menge Eisenbahnwagen und Kriegsmaterial? ferner kann die Türkei über die bulgarischen Häfen im Schwarzen Meer frei verfügen. Der Sultan erteilte allen in Europa weilenden Mohammedanern die Erlaubnis, in das bulgarische Heer einzutreten. Mehrere türkische Torpedoboote und Torpedo— jäger kreuzen vor Burgas.
Versenkung feindlicher Truppen⸗
transporte.
(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Kapitän des griechischen Amerika⸗Dampfers„Patris“ berichtet, er habe vorgestern nacht den drahtlosen Hilferuf des französischen Truppen⸗ transportdampfers„Samblin Haver“ erhalten, der von einem deutschen Unterseeboot torpediert wurde und sich etwa 100 Seemeilen östlich von Malta mit über 2000 Mann algerischer Schützen an Bord in sinkendem Zustand befand. Als die „Patris“ die Unfallstelle erreichte, war der Dampfer „Samblin Haver“ mit allen an Bord befindlichen Truppen gesunken. Englischen Torpedobooten gelang es nur, 90 Mann, zum größten Teil Verwundete, zu retten.„Samblin Haver“ war vor der Katastrophe auf der Fahrt nach Mudros begriffen..
(W. T. B. Nichtamtlich.) Wie ich erfahre, mehren sich die Fälle der Torpedierung englisch⸗französischer Transporte in der Aegäis. Jedoch treffen nur dann und wann zuverlässige Nachrichten hierüber ein, da die eng⸗ lische und französische Admiralität aus militärischen Gründen in den meisten Fällen nichts darüber verlauten lassen. In den letzten drei Tagen wurden je ein englischer u 1d ein französischer Transport versenkt. Der französische Trausport befand sich, wie einwandfrei festgestellt
worden ist, und wie bereits gemeldet wurde, auf dem „Samblin Haver“ zwischen Malta und Kreta
2000 französischen Soldaten an Bord. 3
Die Entente⸗Truppen in Salonik. Wien, 12. Okt. Für die Beurteilung der Kr egslage die aus erster Quelle stammende Meldung der Südslawisch Korrespondenz wichtig, das in Salonik bisher nuret 20000 Mann Ententetruppen ausgeschifft. worden sind, ohne daß sie den Vormarsch angetreten haben.“
2 5 T. B. Nichtamtlich.) Nach Meldungen, die der Südflawischen Korrespondenz von unterrichteter Seite aus Salonik zugingen, liefen am 5. Oktober 8 Uhr morgenz vier Transportdampfer,„Australia“,„Britannia,„Media“ 9 „Djewead“ im Hafen ein, die insgesamt 8000 Maun französischer Truppen an Land setzten. Die gelandeten Mannschaften kamen aus
Wien, 12. Okt.(W.
Sedd⸗ül⸗Bahr. Am selben Tage traf ein englischer Panzerkreuzer J. ein, der etwa 1000 Mann englischer Truppen landete. Am folgen 9 den Tage landeten 5000 Franzosen, 5000 Algerier und Maro. 990 kaner, sämtlich von den Dardanellentruppen und 2000 Engländer,
insgesamt also 20000 Mann, welche die Division Baillaud bilden. 75 Außer diesen landeten keine Mannschaften. Am 9. Oktober traf der Befehl ein, daß eine Brigade nach Serbien abgehen solle. 0
Im letzten Augenblick kam Gegenbefehl. Die Engländer ver⸗—
suchten inzwischen Karaburun und die Spitze des Hasens zu be⸗
setzen, wurden aber durch die Griechen daran gehindert.
Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 5 Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.
Bekanntmachung. Die Beiträge zur Landwirtschaftskammer für das jahr 1915 können in den nächsten 8 Tagen noch ohne M. die Stadtkasse bezahlt werden. Gießen, den 11. Oktober 1915. Der Stadtrechner. Mäser.
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