Hessen und Nachbargebiete.
Gießen und Umgebung.
2 gr 42 5 5 77 5. 2„ Aue Arheitsbedingungen unter dem Ciguß des Kriegeh.
Aus wenn auch noch so zahlreichen Einzelberichten läßt sich schwer ein sicheres Bild über den Einfluß gewinnen 9 der Krieg auf die Arbeits-, insbesondere die Lohnverhältnisse gusgeübt hat. Wird einerseits von Riesenlöhnen— wöchent⸗ lich 200 Mark und mehr— erzählt, die einzelne Arbeiter, vor allem in der Militärlieferungsindustrie, verdienen sollen, so wird andererseits über Rückgang der Arbeitsgelegenheit und der Löhne infolge Brachliegens ganzer Industriezweige ge⸗ klagt. Demgegenüber bieten die allvierteljährlich im Reichs— arbeitsblatt veröffentlichten Mitteilungen der Leipziger Ortskrankenkasse über die Zugehörigkeit ihrer Mit— glieder zu den einzelnen Lohnklassen einen zuverlässigen Maßstab für die tatsächlichen Verschiebungen, die die Arbeits bedingungen einer als typisch großstädtisch anzusehenden Arbeiterschaft während des Krieges erfahren haben. Wir wollen in nachstehendem die Feststellungen vom Juni 1914, also des vorletzten Monats vor Kriegsausbruch, und vom Junf 1915 vergleichen.
Was die Zahl der in diesen beiden Monaten der Kasss angehörenden Pflichtmitglieder anbelangt, so hat die der männlichen Mitglieder eine Verminderung von 122842 auf 72 241, oder um 40 Prozent erfahren. Aber auch die Zahl der wefblichen Pflichtmitglieder ist zurückgegangen: sie sank von 63.028 im Juni 1914 auf 53055 im Juni 1918, d. h. um 16 Prozent. Diese Mitglieder verteilten sich auf die einzelnen Lohnklassen in folgender Weise. Von je 100 Mitgliedern ge— hörten der Klasse an:
N männliche weibliche Lohnklasse Juni 1914 1915 1914 1915 J.(5.5 1 u. mehr) 40,8 41,0 1,3 1,4 II.(5.01 5.50 Mek.) 10,6 10,6 6,„4 0,5 III.(4.515,00 wk.) 12,1 10,7 1,6 174 IV.(4.01—4 50 Mk.) 9,1 6,7 1.9 1„9 V.(3.51 4.00 Mk.) 8,2 9,„8 85 9,1 VI.(3.26 3.50 Mk.) 3,6 3,6 8,6 8.2 VII.(2.51—3.25 Mk.) 2,„2 3,0 9 20,5. VIII.(2.50 u. wenig männl.) 5,0 450 5. (5.01 2.50 Mk. weibl.)— 75 22,1 20,5 IX.(1.51 2.00 Mk. weibl)—— 15,9 16, X.(Jug, Kind unt. 14 J.) 7,4 1155 18,4 20,
Diese Tabelle zeigt vor allen Dingen, daß die einge— tretenen Verschiebungen nicht allzu erheblich sind. Bei den männlichen Mitgliedern hat die oberste Lohnklasse eine etwas stärkere Besetzung erfahren, wenn auch nur um 0,2 Prozent Würden nur die erwachsenen Arbeiter berücksichtigt, so wäre die Steigerung allerdings etwas bedeutender. Die mittleren Lohnklassen— von 3,51—5,00 Mark— sind zurückgegangen. Dagegen weist die niedrigste Klasse, sowie die der Jugend— lichen und Kinder unter 14 Jahren, eine Zunahme auf. Diese ist jedoch nur eine relative; in den absoluten Ziffern ist die Besetzung auch dieser Klassen zurückgegangen. Bei den weib⸗ lichen Mitgliedern sind die eingetretenen Verschiebungen so gering, daß sie überhaupt nicht Anlaß zu einer Betrachtung gieten. i
Angesichts dieser Ziffern, die sich, wie oben erwähnt, auf eine großstädtische Arbeiterbevölkerung beziehen, die also in bͤsonders hohem Maße Anteil an der lohnenden Kriegsarbeit hat, läßt sich nicht der Satz aufrecht erhalten, daß den enormen Steigerungen der Preise aller Bedarfsartikel eine auch nur entfernt entsprechende Steigerung der Arbeitslöhne gefolgt sej. Der wirtschaftliche Druck des Kriegszustandes lastet mit aller Schwere auf der Arbeiterschaft.
Städtische Viehschlachtungen. Kürzlich hat die Stadt verwaltung in Schöningen(Braunschweig) eine Probeschlach⸗ tung vorgenommen, um festzustellen, ob die von den dortigen Metzgermeistern für Rindfleisch geforderten Preise ange⸗ messen sind. Es wurde ein Bulle im Lebendgewicht von 950 Pfund geschlachtet. Das Schlachtgewicht des Tieres be— trug 485 Pfünd. Das Fleisch wurde mit 45 bis 50 Pfennig billiger verkauft als bei den Metzgern. Die gesamten Aus⸗ gaben, der Kaufpreis des Bullen sowie die übrigen Unkosten betrugen 620,10 Mark. Der Gesamterlös aus dem Verkauf belief sich auf 653,11 Mark, so daß ein Naktoüberschuß von 38,01 Mark erzielt wurde. In der darauffolgenden Woche hat die Stadtverwaltung wiederum Rindviehschlachtungen vornehmen lassen, und zwar wurden dieses Mal zwei Tiere im Lebendgewicht von zusammen 2095 Pfund geschlachtet. Die Verkaufspreise waren dieselben wie bei der ersten Schlachtung, und es wurde bei dieser Schlachtung wiederum ein Ueberschuß erzielt, der sich auf 10422 Mark belief. Trotz den städtischen Viehschlachtungen gingen die Rindermetzger mit ihren Preisen nicht herab. Aus dem Grunde hat sich die Stadtverwaltung entschlossen, die Schlachtungen bis auf weiteres fortzusetzen In der vorigen Woche wurden bereits vier Tiere geschlachtet. Bisher wurde das Fleisch nur an minderbemittelte Einwohner abgegeben. Jetzt sind
jedoch alle Einwohner berechtigt, Fleisch von den fete Schlachtungen zu kaufen. Das Vorgehen der Stadtver⸗ waltung von Schöningen verdient Nachahmung. In, allen
Orten, wo feststeht, daß die von den Metzgern geforderten Preise für Fleisch und Wurst, unter Berücksichtigung eines angemessenen Verdienstes, zu hohe sind, sollten die Stadtver. waltungen selbst Viehschlachtungen vornehmen lassen. Die Wirkung auf die Regelung der Fleisch- und Wurstpreise würde gewiß nicht ausbleiben— und würde für die wirt⸗ schaftlich schlechter gestellten Kreise bei der herrschenden Teuerung eine kleine Erleichterung sein. 1
Die Folgen des Butterzolles. Der Weltkrieg hat be: wiesen, daß die deutsche Landwirtschaft nicht in der Lage ist, die Lebensmittelversorgung des deutschen Volkes fern stellen. Am schlimmsten steht es mit Fleisch und Butter. Auf diesem Gebiete ist die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft direkt gesunken, Deutschland hat bisher große Mengen Butter aus Rußland bezogen, außerdem kam in beschränktem Umfange Dänemark in Frage. Der deutsche Butterzoll 1 20 Mark war der Einfuhr aus Dänemark hinderlich und ha
die danische Landwirtschaft veranlaßt, sich auf den Export nach England einzurichten. Daß die dänischen Landwirte nicht geneigt sind, ihren Handel mit England einzuschränken und nach Deutschland zu liefern, ist erklärlich, denn nach dem Krieg tritt der Butterzoll wieder in Kraft und der deutsche Markt geht wieder verloren. Die gegenwärtige Butterknapp⸗ heit und die mit ihr eng verbundene Butterteuerung könnten nicht solchen Umfang annehmen, wenn wir Butterzufuhr vom Auslande hätten. Daß wir solche nicht haben, ist aber, wie sich hier zeigt, letzten Endes nichts anderes als eine Folge unserer hochagrarischen Schutzzollpolitik imm Frieden. Und trotzdem drängen die bekannten wirtschaftlichen Verbände schon jetzt wieder darauf hin, daß dieses Schutzzollsysteim nach dem Kriege noch eine Verschärfung erfahren soll.
— Zu dem Todschlag, von dem wir im gestrigen Blakte kurz berichteten, sei noch folgendes mitgeteilt: In der Wirt⸗ schaft am Asterweg, wo sich der Täter und der Getötete auf⸗ hielten, ist die Tat nicht geschehen, sondern im Hausflur oder auf der Straße vor dem Hause. Es handelt sich um die beiden Tagelöhner Appel und Becker, die beide als Landsturm— leute oder Ersatzreservisten eingezogen sind. Appel war iin Felde und befand sich auf Urlaub. Seine Frau war eben falls mit in der Wirtschaft und als man sich anschickte, diose zu verlassen, soll Becker zu Appel eine Bemerkung in be guf des letzteren Frau gemacht haben, wodurch er audeulete, daß er, Becker, Beziehungen zu dieser unterhalten hahe. Hierüber geriet A. in Wut und st ach auf den Becker ein. Dieser lief auf die Straße, brach aber dort tot zusammen, der Stich hatte die Halsschlagader getroffen. Appel lief dann seiner Frau nach, welche in die Wirtschaft zurückgeflüchtet und die Treppe hinauf gelaufen war, und brachte der Frau ebenfalls einen Stich in den Rücken bei. Sie wurde in die Klinik gebracht, während Appel durch eine Patronille ver— haftet und ins Militärarresthaus gebracht wurde.
— Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Wehrmann Philipp Wehrum aus Gießen, Inf.-Reg. 14.— Pionier Ludwig Hilberg aus Daubringen.— Unteroffizier Wilhelm Kauß, Gastwirt aus Burkhardsfelden, Landw.
Inf.⸗Reg. 116.— Gefreiter Wilhelm Orth aus Hainbach, Kreis Alsfeld, 2. hess. Landsturm⸗Batterie.— Joh. Hain⸗
bächer aus Grebenau, Grenadier-Reg. 5.
Niedriger Lohn ist ein Verstoß gegen die guten Sitten. Die Kammer J des Gewerbegerichts in Berlin hatte unter bein Vorsitz des Justizrats Jansen die Frage zu entscheiden, ob die Zahlung un⸗ gewöhnlich niedriger Löhne ein Verstoß gegen die guten Sitten ist. Den Anlaß dazu gab die Klage einer Heimarbeiterin, welche für die Firma Rosendorf Militärdrelligcken angefertigt und dafür einen Lohn von 30 Pfg. pro Stück erhalten hat, wobei sie 14 bis 15 Mask in der Woche verdiente. Nach Augabe des Vertreters der Klägerin ist der vom Bekleidungsamt vorgeschriebene Lohn für diese Jacke 1,17 Mark pro Stück. Unter Berllcksichtigung des Umstandes, daß einzelne kleine Nebenarbeiten von der Klägerin nicht gemacht wor⸗ den sind, hält sle einen Stücklohn von 92 Pfg. für angemessen, und fordert deshalb 257 Mark Nachzahlung mit der Begründung, daß der Arbeitsvertrag, welcher einen Stücklohn von 30 Pfg. sestsetzt, gegen die guten Sitten verstoße. Diesen Standpunkt erkannte die Kammer nach langer Beratung an. Sie verurteilte den Beklagten, an die Klägerin 115,20 Mark zu zahlen. In der Urteilsbegründung murde unter anderem gesagt, daß es jedem überlassen bleiben muß, ob er sich an die vom Bekleidungsamt vorgeschriebenen Löhne halten wolle oder nicht. In allen Fällen, wo andere Löhne vereinbart sind, kommen nur diese in Betracht und der Tarif scheidet aus. Auf der andern Seite kommt aber in Betracht, daß jeder Vertrag, der gegen die guten Sitten verstößt, nichtig ist. Die Kammer hat sich aus eigener Sachkenntnis auf den Standpunkt gestellt, daß ein Lohn von 60 Pfg. pro Stück angemessen ist. Die Spannung zwischen 60 und 30 Pfg. ist eine unverhältnismäßig große, der Lohn von 30 Pfg. steht in keinem Verhältnis zur Leistung. Eine Näherin, die Arbeit für einen so unverhältnismäßig niedrigen Lohn an⸗ nimmt, muß sich in einer Notlage befunden oder aus Unerfahren- heit oder Leichtsinnigkeit gehandelt haben. Es liegt also der Fall vor, daß durch Ausbeutung der Notlage, der Unerfahrenheit oder des Leichtsinns eines andern ein Arbeitsvertrag zustande gekom- men. Die Vereinbarung über Lohnhöhe ist hinfällig, an ihre Stelle tritt der Lohn, den das Gericht sür angemessen hält.
Wo beginnt der Wucher? Trotz der Wucherveroroͤnung des Bundesrates ist es den Lebensmittelproduzenten und den Händ—
lern immer noch möglich, die Lebensmittelpreise lustig weiter in die Höhe zu treiben. Man kann vielen Wucherern in der Regel nicht gut nachwelsen, wo der Wucher eigentlich beginnt. Das ist
hauptsächlich dann der Fall, wenn die Produzenten von Nahrungs—
mitteln und die Händler zwar systematisch, aber mit verhältnis⸗ mäßig nur geringen Aufschlägen die Preise hoch schrauben. In solchen Fällen müssen die Konsumenten die Lebensmittel immer
teuerer bezahlen; aber den Preistreibern kann man nicht an den Kragen gehen, wenn Höchstpreise nicht bestehen. Jetzt hat nach die— ser Richtung das Schöfsengericht in Kulmbach ein sehr beachtens⸗ wertes Urteil gefällt. In der Stadt Kulmbach war bisher der übliche Marktpreis für Butter 75 Pfennige für ein halbes Pfund. Ein Höchstpreis war jedoch nicht festgesetzt. Auf dem Kulmbacher Wochenmarkte verkaufte nun eine Bäuerin ihre Butter für 80 Pfg. das halbe Pfund. Der dortige Stadtmagistrat stellte deshalb Strafantrag und das Gericht verurteilte die Butterverkäuferin zu einer Geldstrafe von 3 Mk. Das Urteil ist sehr mild: aber es it doch durch Gerichtsurteil festgestellt, daß der Begriff„Wucher“ bei jeder ungerechtsertigten Preissteigerung gegeben ist.
Die eisernen Fünspfennigstücke. Die Vorbereitungen für die Ausprägung der Füunfpfennigstücke aus Eisen sind nunmehr abge⸗ schlossen. Die Ausgabe der Stücke ist noch für die zweite Hälfte dieses Monats zu erwarten. Die vorbereitenden Prägungsarbeiten haben verhältnismäßig lange Zeit in Auspruch genommen, da man Wert darauf gelegt hat, die Stücke vor Rost einwandfrei schützen zu können. Das jetzt angenommene Verfahren schaltet die Möglichkeit einer Beeinträchtigung dieser Stücke durch Rost und Abnutzung voll⸗ ständig aus.
— Teurere Zigarren! Wie wir im Samstagsblatte mitteilten, beabsichtigen die Zigarreufabrikauten Erhöhung der Zigarreypreise. Dazu schreibt das Organ des Tabakarbeiterverbandes: Daß eine Verteuerung in der Herstellung eingetreten ist, kann heute auch wohl von Konsumenten nicht mehr bezweifelt werden, aber ein Aufschlag von 10 Prozent ist keine Kleinigkeit und will seine zutreffende Be⸗ gründung haben. Nun sind wohl alle zur Zigarrenfabrikation be⸗ nötigten Rohmaterialien im Preise gestjegen, so daß sich auch die Fabrikanten fast allgemefn genötigt gesehen haben, höhere Engros⸗ preise zu fordern; wenn aber in der Begründung dieser Preis⸗ erhöhungen immer die Erhöhung der Arbeitslöhne angeführt wird, müssen wir doch, den Tatsachen entsprechend, ein nicht so kleines Fragezeichen machen. Zunächst einmal: Wie viele Betriebe haben denn bis jetzt ihren erbeitern und Arbeiterinnen eine Lohn- bezw. Teue rungszulage gewährt? Nach ben Au der Tabakberufsgenossenschaft gibt es rund 5400 Zigarrenfabriken. Sollten davon wohl 2000 oder 3000 die Arbeitslöhne seit Beginn des Krieges erhöht haben? Wir glauben es nicht und können es nach den Meldungen der Verbände erst recht nicht glauben, wenn wir auch zugeben, daß ein Teil der Zulagen nicht an die Vorstände mitgeteilt wird. Und dabei lehrt die Erfahrung, daß vielfach kleinere und gauz kleine Firmen eher als große zur Lohnerhöhung
daß also auch ber Zahl
geuelgt sind. Und so geht es also a 05 der beschäftigten Arbeiter nach keine Lohnerhöhungen bezw. Teuerungszulggen in diese lt. Demnach muß man sagen, daß also in den alleymessten Fällen die Begründung, wenn sie sich auf gesteigerte Arbeitslöhne bezieht, ungerechtfertigt ist. Sie ist aber auch noch insosern ungerechtfertigt, als dee von diesem kleineren Teil der Betriebe bewilligten Lohn⸗ bezw, erung⸗zulagen das Reden nicht wert sind, 10, 20, 25 für bas Tausend hr, was ist denn das? g brogent Teuerungs⸗ zulage, machen die etwa ben zt: Kaum und will t Verbindung aterialpreisen bung von 10 reinige wenige erungszulage an isten Fabrikanten entlich in jenen er die Waren dieser : Erhöhte Arbeitslöhne! a gläubigen Konsu⸗ zahlen, daß die mehr essen⸗ können, ein⸗
0 100
r und Arbeiterinnen gewä haben sich aber bis jetzt überhaupt gebrückt, Gegenden, wo die Orgauksatton fehlt. Firmen segeln auch unter S lelnd wird der Prei menten und vielleicht aue urmen Tabakarbelter eln gestrichen
—— Stabltheater. In ber (Uhlands„Herzog Eruft von S
aufschlag ündler in Stiick Brot
Eröffnungsvorstellung am Freitag aben“) werden drei neue Mit⸗ glieder in größeren Aufgaben beschäftigt sein; einmal Frl. Aug. Rubens vom Bremer Schauspielhaus, die neue erste Lieb⸗ haberin als Kalserin Gisela, daun Herr Eruft Theil ing vom Hamburger Schillertheater in der Heldenxolle des Ernst von Kiburg und Herr Wilhelm Hellmich, der neue Väterspieler 5 Adalbert von Falckenstein. Alle drei Mitglieder haben größere, ikbare Aufgaben. Die Titelxolle liegt in den Händen des Herrn ein hof er, Interessenten und Abonnenten können in dem äftostunden an der Tageskasse kostenlos einen Prospekt er⸗ der Angaben über Mitglieber und Spielplan enthält. rohe. Vor kurzem gelangte die Nachricht hierher, daß der Gastwirt Schwarz, der schon seit Begiun des Krieges im Felde steht, auf dem westlichen Kriegsschauplatz gefallen ist. Obwohl von unserem kleinen Orte verhältni ig viele eingezogen wor⸗ den sind, ist Schwarz das erste Opfer, daß der Krieg aus den An⸗ gehörigen unserer Geyreinbe gefordert hat Westerwald und Anterlahn.
* Zuchthäusler in Uniform durchgebraunt. In Diez g. Lahn entflohen zwei Strafgefangene, Jaujs und sser, zwei schwere Jungen, die wegen Straßen- und Kirchenraubs mehrjährige Zucht⸗ hausstrafen zu verbüßen haben, auf eigenartige Weise. In der Schneiderei der Strafanstalt waren sie mit der Anfertigung vom feldgrauen Uniformen beschäftigt und brachten es dabei fertig, für sich selbst Uniformen auf bie te zu schaffen. Schließlich hielten sie die Zeit gekommen, um„a sicken“. Es gelang ihnen, in die Waschküche Gitter des Fensters aus⸗
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haf halten,
einander und gelangken durch das Feuster, das nur eine geringe Höhe über der Erde liegt, ins 0 grau trugen, hofften sie, der Polizei nicht zu sch zu fallen. Sie eilten sich, aus Diez gortz unterwegs in
aten, die sie hinter sich 0 ache schön gegangen, inter den beiden„Kriegs⸗ in Laurenburg, wo var ein weiterer do in Holzheim her noch nicht gefaßt werden..
ben Dörfern von all hätten und noch vorhaben. die Polizei war aber auch sehr
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Zuchthäus durchbram
Ein schwerer Eisenbahn⸗Unfall exeig⸗ cankfurter Hauptbahnhof. Infolge sahrsignals fuhr ein von der Richtung
Zug⸗Zusammenstoß. nete sich gestern früh im F unrichtiger
aus Worms l erz etztes Gleis. Eine Maschine und acht Wagen eutgle en schwer beschädigt. 9
Der auf dem einfahrenden Zug Worms erlitt schwere Verletzun Krankenhause überwiesen we rialschaden ist recht erheblich.
* Das Spielen mit Schußwaffen hat in Rüdesheim a. Rh. ein Opfer gefordert. Ein zehnjähriger zunge, namens Dries spielte mit elner Vogelflinte und schoß dabei seinen dreijährigen Bruder ins Herz. Das Kind war sofort tot.— Schußwaffen so schlecht aufzubewahren, daß sie die Kinder erlangen können, ist eine unerhörte Fahrlässigkeit,.
Wilh. Spang aus rt dein Städtischen entstandene Mate⸗
Der
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Tagesbericht ges Großen Sauptzuartietz.
Vergebliche Teilvorstöße der Franzosen. Vorwärts vor Dünaburg. Semendria in unserem Besitz.
W. B. Großes Hauptquartier, 12. Okt., vorm.(Amtlich)
Westlicher Kriegsschauplatz,
Nürdlich von Arras setzten die Frauzosen griffe fort.
Zwei Teilangriffe gegen die vou
ihre Ans
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am 8. Oktober
südwestlich von Loos zurückeroberten Gräben wurden ab⸗ gewiesen. 8 Stärkere Augriffe gegen die Front nodsöstlich von
Souchez bis östlich von Neuville brachen stellenweise unter sehr erheblichen Verlusten für den Feind zusammen. Nur an zwei kleineren Stellen gelangten die Franzosen bis in unsere vorderste Linie.
Auch in der Champagne endeten frauzösische An⸗ griffe beiderseits Tahure mit einem empfindlichen Rück⸗ zuge für den Feind. Trotz starker Artillerievorbereitung ver⸗ mochte er gestern nirgends einen Geländevorteil zu erringen. Seine Versuche, heute früh an derselben Stelle durchzustoßen, scheiterten ebenfalls. ö
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.
Auf der Westfront von Dünaburg führte unser Angriff, zur Erstürmung der feindlichen Stellungen westlich Illuxt in 2½ Kilometer Frontbreite. 3 Offiziere, 367 Maun sind ge⸗ fangen genommen, 1 Maschinengewehr ist erbeutet. Russische Gegenangriffe wurden abgeschlagen. 0 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls
Prinzen Leopold von Bayern.
Nichts Neues.
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen.
Die feindliche Kavallerie bei Jezierey räumte das Feld. Die Lage bei den deutschen Truppen der Armee des Genergls Grafen Bothmer ist unverändert..
Balkankriegsschauplatz.
Auf der ganzen Front machte unsere Vorwärtsbewegung, gute Fortschritte. Stadt und Feste Semendria sind gestern von unseren Truppen genommen. 5
Oberste Heeresleitung,


