Telegramme.
Unit des Großen Hauptguartiers.
Fortschritte us und Beute. N Erfolge im Luftkrieg. W. B. Großes Hauptquartier, 11. Okt., vorm.(Amtlich.) K Westlicher Kriegsschauplatz In der Gegend Souchez-Neuville und in der Champagne Kordöstlich von Le Mesnil wurden feindliche Handgranaten⸗ ungriffe abgewiesen. a Unsere Kampfflieger erledigten gestern vier feind— liche Flugzeuge.
Ein englisches Flugzeug stürzte östlich von Poperinghe ab. Nordwestlich von Lille zwang Leutnant Immelmann einen englischen Kampfdoppeldecker in 4000 Meter Höhe
ieder; dieser Offizier hat damit innerhalb kurzer Frist vier feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht.
Ferner wurde in der Champagne bei Somme-Py und auf den Maashöhen westlich von Hattonchatel je ein französi⸗ scher Kampfdoppeldecker im Luftkampf abgeschossen.
Wir büßten ein Beobachtungsflugzeug südlich Priesterwaldes ein.
Oestlicher Kriegsschauplatz. eue des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.
Vor Dünaburg und nordöstlich von Widsy sind russische Augriffe abgeschlagen.
Ein feindliches Flugzeug wurde westlich von Smorgon Hheruntergeschossen.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. . Oestlich von Beranowiczi wurde ein schwacher feindlicher Vorstoß leicht zu rückgewiesen. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen.
In den Kavalleriekämpfen in der Gegend von Kuchocka⸗ söola ist der Gegner hinter die Abschnitte der Beziminnaja und Wiesiolucha geworfen. Bei Jeziercy sind die Gefechte noch nicht abgeschlossen; nördlich von Bielskaja-Wola ist der Feind vertrieben. Die Armee des Generals Grafen Bothmer wies erneut starke feindliche Angriffe ab. Deutsche Truppen nahmen die Höhe südlich Hladki(am Sereth 15 Kilometer nordwestlich von Taruopol) und schlugen aus dem Dorfe Wb angesetzte russische Vorstöße zurück.
Balkankriegsschauplatz.
An der Drina entwickeln sich weitere Kämpfe. Auf der Front zwischen Schabatz und Gradiste ist der Donau⸗ übergang vollendet. Südlich von Belgrad sind die Höhen zwischen Zar bawo und Mirijewo erobert. Weiter öst⸗ lich ist der Angriff im Gange. Die Anathema-Stellung im Donaubogen von Ram wurde erstürmt. Weiter unter⸗ halb von Orsowa finden stellenweise Artilleriekämpfe statt.
Die deutschen Truppen machten bisher 14 Offiziere, 1542 Mann zu Gefangenen und erbeuteten 17 Geschütze, da⸗ vunter zwei schwere, sowie 5 Maschinengewehre.
Oberste Heeresleitung.
Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht
Wien, 11. Okt.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 11. Oktober 1915. N Russischer Kriegsschauplatz. Die russische Angriffstätigkeit hat gestern an nserer ganzen Nordostfront wesentlich nachgelassen. Der Feind unternahm nunmehr gegen unsere Linie an der Strypo einige Vorstöße, die für ihn wie an den Vortagen mit vollen Mißerfolg endeten. Im Raume zwischen Zeleznica und dem unteren Styr wurde der Feind gegen Nordosten zu rück⸗ geworfen. Italienischer Kriegsschauplatz.
An der Südwestfront fanden gestern gleichfalls keine größeren Kämpfe statt. Ein Angriff der Italiener gegen den Mrzli Vrh wurde schon durch unser Artilleriefeuer abgewiesen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
In der Matschwa und bei Obrenowatsch keine besonderen Er⸗ eignisse. Die über Belgrad vorgehenden österreichisch-ungarischen und deutschen Streitkräfte warfen die Serben aus ihren süd⸗ östlich und füdwestlich der Stadt angelegten Verschanzungen, wobei unsere Truppen den Grünen Berg und den Velky Vracar er⸗ ür mten.
Im Raume von Semendria und Pozarewatsch * Divisionen unserer Verbündeten abermals
a u m.
Bei der Einnahme von Belgrad fielen den K. u. K. Truppen 0 Schiffsgeschütze, 26 Feldgeschützrohre, ein Scheinwerfer, zahlreiche Gewehre, viel Munition und anderes Kriegs material in die Hand. Zehn serbische Offiziere und über 600 Mann wurden als Gefangene eingebracht. Die blutigen Verluste des Gegners waren sehr groß. Die Donauflottille hob eine Anzahl von Fluß⸗ und russischen Seeminen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. 8
Von der bessarabischen Grenzfront.
An der bessarabischen Grenzfront in der Nähe des süd— lichen Dujestrufers sind starke Bewegungen der Russen be—
des
gewannen beträchtlich an
einem
merkbar. Eine intensivere Artillerietätigkeit hat begonnen. Von den Russen wurde mehrmals versucht zu stürmen, alle ihre Vorstöße wurden erfolgreich abgewiesen. Das nasse Wetter verhindert die Russen, in dem bewaldeten schlüpfrigen
und lehmigem Terrain größere Aktionen vorzunehmen.
Deutscher Vorsprung.
Zur Einnahme von Belgrad bemerkt die Neue Züricher Zeitung:„An sich schon ein großer und glückverheißender Anfangs⸗ erfolg, liegt das Hauptgewicht der raschen Einnahme von Belgrad vor allem auf der politischen und moralischen Seite. Sie verleiht der diplomatischen Aktion im Balkangebiet eine reelle Unterlage und ist geeignet, halbgezückte Schwerter aus der Scheide zu reißen, andere in sie zurückzuzwingen. Sie bedeutet aber vor allem gegen⸗ über der vom Viermächteverband erst geplanten oder schon in der Ausführung begriffenen Aktion am Golf von Saloniki einen immensen Vorsprung, der von der anderen Partei nur schwer ein⸗
zuholen sein wird.“ 4
Untergang eines russischen Kreuzers in der Ostsee.
Schweizerische Blätter berichten, der Köln. Ztg. zufolge, aus Petersburg: Private Todesanzeigen in der Nowoje Wremja melden den Verlust eines russischen Kreuzers mit dem gesamten Offizierkorps 5 der Ostsee.
Berlin, 11. Okt. Tonnen groß, ist bei Kythera von worden.
Der eng 11 ische Dampfer„Trieste“, 1512 einem U-Boot versenkt
* 2* Französisch⸗englisches Abkommen über die Landesverteidigungs⸗Industrie.
Paris, 11. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Muni⸗ tionsunterstaatssekretär Thomas erklärte nach seiner Rück⸗ kehr aus London einem Mitarbeiter des Matin, er habe in London mit Lloyd George ein Abkommen unterzeichnet, dessen Inhalt man dahin zusammenfassen könne: Beide Länder verpflichten sich gegenseitig, alle ihre Rohprodukte der Fabrikation für die Landesverteidigung zu widmen. Die Fabrikation aller Privatindustrien, selbst wenn sie ein großes wirtschaftliches Interesse besitzen, sollen erst in zweiter Reihe Berücksichtigung finden. Dieses Abkommen besitze die größte Wichtigkeit für Frankreich, das an Rohstoffen Mangel leide. Die großen Fabriken Frankreichs würden ihre Produktion für den Heeresbedarf mit Unterstützung von England und
Amerika ständig erhöhen können. 2
Vom Balkan.
Bevorstehendes bulgarisches Ultimatum an Serbien.
T. U. Kopenhagen, 11. Okt. Aus Petersburg wird ge⸗ drahtet: Aus zuverlässiger Quelle wird bestätigt, daß Bul⸗ garien Serbien ein Ultimatum überreichen wird über die Abtretung Mazedoniens, bevor es Serbien formell den Krieg erklärt.
Blockade der bulgarischen Küste.
Genf, 11. Okt. Laut einer Athener Meldung berichten Kapitäne von Segelschiffen, welche am 9. Oktober abends in Athen eingetroffen sind, daß ein starkes englisches Ge⸗ schwader seit zwei Tagen Dedeagatsch und die bul⸗ garischen Küsten blockiert. g
Englands Angst vor deutschen U-Booten.
Athen, 8. Okt. Der englische Gesandte Elliot veröffentlicht heute in hiesigen Blättern wieder einen Aufruf zur Einbringung deutscher Unterseeboote oder sicheren Angaben darüber. Die bis⸗ herigen Belohnungen dafür sind erheblich gestiegen. Elliot bietet 2000 Pfund Sterling und mehr. Die griechische Regierung wird gegen dieses bisher geduldete Treiben der englischen Diplomatie scharf protestieren und außerdem auf administrativem Wege den griechischen Blättern derartige Ankündigungen in Zukunft ver⸗ bieten.
Uneinigkeit im französischen Ministerium.
Mit Delcasse, so berichtet der Pariser Korrespondent des Secolo, trat auch Millerand gegen eine Landung in Salonik auf, was zu schweren Differenzen im französischen Minister⸗ rat führte. Delcasseé begründete seinen Widerspruch mit dem Widerwillen, den England gegen eine Landung mit Rücksicht auf die Begründung seines Krieges gegen Deutschland zeigte. Briand gelang es jedoch, die Mehrheit des Ministeriums für die Londung zu gewinnen, worauf Viviani und Augagneur mit fieberhafter Eile im Kraftwagen bis Calais und von dort im Torpedoboot über den Kanal reisten, um gegenüber dem englischen Zaudern die Landung durchzu⸗ setzen. Doch ließ England absichtlich den französischen Truppen den Vortritt in Salonik.
Interessant ist ferner das Geständnis des Secolo-Korre— spondenten, daß sowohl Joffre wie French nur zaudernd der Landung zustimmten. Schließlich habe Joffre eingewilligt, einen Teil der in Frankreich stehenden Engländer dafür frei— zugeben.
Verschärfte Zensur in Paris.
Paris, 11. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Temps mel Die Zeitung Oeuvre, die vorgestern verboten wurde und geste wieder erschien, ist für weitere 14 Tage verboten worden. Da Hlakt Radtcal ist auf zwei Tage verboten worden, ebenso de Rappel. Die Guerre Sociale, die ihr Erscheinen gleichfalls ein stellen mußte, konnte gestern wieder erscheinen. 8
*
Eine Warnung an die englische Regierung.
T. U. London, 11. Okt. Das Kriegswochenblatt Nation ist mit der Einleitung einer Aktion in Saloniki keineswegs zufrieden. Das Blatt nennt die Entsendung eines Heeres nach diesem Kriegsschauplatz, abgesehen von politischen Ge⸗ fahren, ein äußerst bedenkliches Unternehmen und hofft, daß die Regierung sich die dort zu lösende Aufgabe und die damit verbundenen Schwierigkeiten vorher aufs sorgfältigste über, legt habe.
Die Sitnation der Entente in Athen.
Der Athener Korrespondent des Corriere della Sera fährt in seinen höchst unerbaulichen Schilderungen fort und erzählt, daß in den Ententekreisen in Athen tiefes Mißtrauen gegen die griechische Politik herrsche. Bevor Griechenland nicht gewichtige Garantien gebe, könne der Vierverband es nicht wagen, sein Expeditionsheer nach dem Innern des Reiches zu schicken. Obwohl das griechisch⸗ Volk die Möglichkeit seiner Blockade durch die Entente erwäge werde dennoch der Rücktritt Venizelos von niemandem mißbilligt Allerlei Gerüchte von einem Mackensenschen Heer durchschwirren
die Luft. Der türkische Tagesbericht.
Konstantinopel, 10. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront, bel Anaforta brachte am 9. Oktober unsere Artillerie die feind lichne Batterien zum Schweigen, die unsern linken Flügel be schossen. Bei Ari Burnu zerstörte eine von uns gesprengt. Mine die im Bau begriffene feindliche Mine. Die feindlich Artilleriestellung wurde bei Korfodere durch wirksames Feuel unserer Artillerie vernichtet. Der Feind wurde gezwungen diese Stellung zu räumen. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr griffen in dex Nacht zum 9. Oktober unsere Aufklärungskolonnen des linker 4
mit Beute zurück. Sonst nichts Neues. 2 Das Dardanellenunternehmen der Entente T. U. Konstantinopel, 11. Okt. richteten Kreisen nicht den Glauben, daß die Alliierten dag Dardanellenunternehmen aufgeben werden.
Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 10 Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach 4
Bekanntmachung.
Die im September 1898 geborenen Landsturmpflichtigen der g
bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr im Rathaus am Markt
platz zur Landsturmrolle melden. Auswärts Geborene haben ihren Geburtsschein vorzulegen.
Gießen, 6. Oktober 1915.* 4
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Flügels die feindlichen Gräben mit Bomben an und kame
Die Wegziehung eng lischer Truppen von den Dardanellen erweckt hier in unten 1
Stadt Gießen müssen sich am 15. Oktober ds. Is., vormittags von“


