Ausgabe 
11.10.1915
 
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Heeresgruppe des Generals v. Linsingen.

Südwestlich von Pinsk ist das Dorf Sinczyeczy im Sturmgenommen. Die Kavalleriekämpfe bei Kuchocka⸗ Wola sowie in der Gegend von Jeziercy dauern an.

Auf der Front zwischen Rafalowka und der Bahn Kowel Nowno wurden mehrfache Vorstöße des Feindes abgewiesen und 383 Gefangene eingebracht.

Die Armee des Generals Graf Bothmer schlug tarke russische Angriffe nordwestlich von Tarnopol zurück.

Balkankriegsschauplatz.

Die Stadt Belgrad und die im Südwesten und Süd⸗ osten vorgelagerten Höhen sind nach Kampfin unserem Be sitz.

Auch weiter östlich wurde der Feind, wo er standhielt, ge⸗ worfen. Unsere Truppen sind im weiteren Vor⸗ schreiten. Oberste Heeresleitung.

Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Russische Angriffe abgewiesen. Belgrad vom Feinde gesäubert.

Wien, 10. Okt.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 10. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplatz.

Die Russen haben auch gestern ihre nach wie vor ergebnislosen Angriffe nicht aufgegeben. In Ostgalizien, wo bei den Vorstößen der letzten Tage einzelne russische Truppenkörper mitunter die

Hälfte ihres Bestandes einbüßten, wurde die Strypa⸗Front ange⸗ griffen. Der zurückgeschlagene Feind verließ das Kampffeld stellenweise in regelloser Flucht. In Wolhynien zählte eine unserer Divisionen nach einem abgewiesenen Angriff 500 russische Leichen vor ihren Hindernissen. Die gestern ge⸗ meldete Gefangenenzahl wuchs abermals um 1000 Mann. Die Absicht des Gegners, im Raume nördlich von Czartorysk neuerlich Jas Westufer des Styr zu gewinnen, wurde durch Feuer vereitelt.

Jtalienischer Kriegsschauplaßz. Die Lage ist an der ganzen Kampffront unverändert. Gegen die Hochfläche von Vilgereuth raffte sich der Feind zu keinem

größeren Angriff mehr auf. Vorstöße schwacher Abteilungen brachen kläglich zusa mmen. Die Verluste der Italiener be⸗ rugen hier in den letzten Tagen etwa 2000 Mann. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die k. k. Truppen in der Matschwa und nördlich Obrenowatsch dringen er folgreich vor.

Die in Belgrad eingerückten österreichisch⸗ungarischen und deutschen Regimenter haben die Stadt in erbitterten Straßen⸗ kämpfen vom Feinde gesäubert und besinden sich im Angriss auf die südöstlich und südwestlich liegenden Höhen. Weiter strom⸗

von

abwärts haben unsere Verbündeten schon mit starken Kräften das Südufer der Don au gewonnen und den Feind aus

mehreren Stellungen geworsen.

Mit warmer Anerkennung gedenken die Führer und Truppen nach Ueberwindung der großen Stromlinie in ihren Berichten der unermüdlichen heldenhaften Tätigkeit unserer braven Pioniere und der aufopfernden Mitwirkung der Donauflottille.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant.

Der Fall von Belgrad.

5 Der planmäßige Vorstoß der deutschen und österreichisch-ungari⸗ schen Truppen hat Belgrad erreicht und als erstes weithin sichtbares Zeichen seines unaufhaltsamen Vordringens erobert und besetzt. Belgrad war in diesem Kriege die Konzentration aller panslawisti⸗ schen Interessen, sein Fall bedeutet daher einen besonders großen Ver lust für die panflawistische Sache. Frankreich und England hatten in den letzten Wochen, als der Plan der deutschen und öster⸗ reichisch⸗ungarischen Heeresleitung immer klarer wurde, starke Muni⸗ tions- und Waffentransporte nach Belgrad geleitet und sind dabei

über Saloniki Truppenmengen nach Serbien zu entsenden. Die deutschen und österreichisch-ungarischen Armeen sind ihnen weit zu vorgekommen und selbst die Presse des feindlichen Aus⸗ landes oder die uns feindliche Presse neutraler Länder gibt jetzt zu, daß die Zukunft der kriegerischen Balkanentwicklung für die Entente verloren sei. Das Genfer Journal z. B sah noch jüngst den Weg nach Konstantinopel über Saloniki offen, die Unter⸗ stützung Serbiens durch Engländer und Franzosen gesichert und er⸗ klärte den Weg nach Konstantinopel über Gallipoli als entschieden nicht mehr lohnend, da die Verbündeten im ganzen kaum 5 Kilo⸗ meter vorwärts gedrungen und die Türken noch immer im Besitz aller Fronten seien; der Weg müsse jetzt ausschließlich über Salo⸗ niki gehen, wobei man zugleich die serbischen Brüder unterstützen und die unentschiedenen Neutralen auf dem Balkan auf seine Seite ziehen könne. In demselben Ton klang es aus der englischen und französischen Presse. Der Fall Belgrads hat diese Hoffnungen end⸗ giltig zunichte gemacht, denn es handelt sich nicht bloß um die Er⸗ oberung dieser Stadt, sondern um die Sicherheit, daß die deutschen und österreichisch⸗ungarischen Truppen ihren Weg machen werden, ihren Weg, der über die Balkanhalbinsel na ch Konstantinopel führt. Damit ist die Gallipoli⸗Aktion des Vierverbandes als ge⸗ scheitert anzusehen. Das aber hat für England eine ganz besondere Bedeutung; wir wissen, was hinter den Dardanellen licgt: nicht nur Konstantinopel, sondern der größte Schatz Englands nach Indien: Aegypten!

Es wird immer deutlicher, daß der Kampf gegen England nicht auf dem Meere ausgefochten werden wird, sondern auf dem Lande. Der Plan der deutschen und österreichisch⸗ungarischen Heeresleitung ist jetzt klar. Er beschränkt sich durchaus nicht auf Munitions⸗ und Truppenersatz für die Türkei. In dieser Hinsicht bekommt der Durch⸗ marsch durch Serbien und der Fall von Belgrad nicht nur eine un⸗ geheure militärische, sondern eine gleich hohe poli tische Be⸗ deutung. Sie liegt darin, daß durch einen schnellen und durch⸗ greifenden Siegeszug der deutschen und österreichisch⸗ungarischen Truppen auf dem Balkan der Krieg ein viel schnelleres Ende nehmen kann, als wir noch vor wenigen Wochen zu hoffen wagten. Die englisch-französische Offensive im Westen kommt nicht vorwärts, flaut ab und konzentriert sich auf bestimmte Punkte, wo sie zwar die deutsche Front stark beschäf⸗ tigen, aber nicht ernstlich gefährden kann. Die russischen Heeresmassen sind weit in das Innere ihres Landes zu cck⸗ gedrängt und für Wochen und Monate ohne militärische Be⸗ deutung. Der italienische Angriff erfordert zwar auf beiden Seiten, wie wir offen zugeben müssen, sehr große Opfer, aber er hat keine militärische und er zeigt keine ernsthafte pilitische Bedeutung. So konzentriert sich alles auf die Enk⸗ scheidung auf dem Balkan und damit auf den Kampf gegen die eng⸗ lische Uebermacht in der Welt. Wird die englische Uebermacht durch die Eroberung des Weges nach Aegypten gebrochen, so ist die Aus⸗ sicht auf einen baldigen und gesicherten Frieden zweifellos größer denn jemals in diesem Weltkrieg. Daher ist der Fall von Belgrad, für jeden, der das Ziel des Krieges, den Frieden, mit aller Macht herbeisehnt, von ganz besonderer Bedeutung und er ist mit größter Genugtuung und mit dem größten Dank an die deutschen und öster⸗ reichisch⸗ungarischen Waffen zu begrüßen.

Der Kampf um Serbien.

Ueber die militärische Bedeutung des neuen starken Vor⸗ stoßes der Zentralmächte wird der Frankf. Ztg. geschrieben: Die Erstürmung der Stadt und der Zitadelle Belgrad darf

man ruhig als eine militärische Tat ersten Ranges bezeichnen. Denn der Feind hat sich bis zug

Aeußersten gewehrt. Wir wissen aus den früheren Kämpfen! die Serben sind tapfer und zäh, gut bewaffnet und fanatisch.

Der Kampf um ihre Hauptstadt war sehr schwer. Aus den neu angelegten Befestigungen ergoß sich ein heftiges Feuer über die Angreifer vom Beginn des Flußüberganges an. Nach hartem Ringen gelang es, sich in dem Nordteil der Stadt festzusetzen, zwei Tage und Nächte dauerten die mit größter Erbitterung geführten Straßenkämpfe, die endlich mit der Einnahme der Zitadelle durch uns und die des Konak durch die Deutschen vollständiger Erfolg krönte.

Die erste große Niederlage der Serben wird ihre Wir⸗

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kung am Balkan nicht verfehlen. Noch vor der E nahme von Belgrad waren unsere Truppen in den ihnen scho bekannten Gebieten der MWatschwa und Posavin beiderseits der Kolubra, auf serbisches Gebiet eingedrungen Auch sie dringen unaufhltsam vor und bedrohen durch ihre vorgeschobene Lage den Rückzug des so empfindlich geschlagenen Feindes. Die Truppen des Generals Gall witz, die vierzig Kilometer südöstlich von Belgrad, abwärts Semendria, sich siegreich den Uebergang über den mäch⸗ tigen Strom erzwangen, haben die serbischen Grenztruppen ülberall zu eiligem Rückzug genötigt, sich in den Besitz der dort gegen die Jezawa steil abfallenden Höhen gesetzt und rücken in der Ebene des Morawatales vor. Der wichtige Höhenzug, der von der Mündung der Kolubara bis Semendria am rechten Donauufer hinstreicht, ist für die Ver⸗ teidigung der Nordgrenze Se rbiens von größter Be⸗

deutung. Nun ist sein bei Belgrad vorspringender Teil er⸗ obert, sein Ostabfall bei Semendria in den Händen der di tapferen Truppen des Generals von Gallwitz, die serbische Gi Grenzverteidigung durchbrochen. 2 0 Ein vielversprechender Erfolg ist ereicht, der für den 7 Fortgang der Operationen von großer Bedeutung ist. 4 9

Serbische Maßnahmen.

Das Neue Wiener Journal meldet, die Auswanderungen aus den serbischen Grenzorten dauern an. So können die Städte Semendria, Dobrowitza und Batarowitz als geräumt angesehen werden. Dieser Tage kamen einige französische Offiziere nac) Nisch, die nach kurzer Besichtigung der Befestigungen von Nisch 0 weiterreisten. Die Stadt Nisch ist in der letzten Zeit außerordent⸗ lich umfangreich befestigt worden. Sie ist mit einem Netz von modernen Befestigungen umgeben. Die bulgarischen Bahnlinien werden überall stark bewacht. f

Vereinskalender. f

Montag, 11. Oktober. Gießen. Schneiderverband. Abends 9 Uhr: Ver⸗ sammlung im Gewerkschaftshause. ö. Verantwortlicher Redakteur; F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 7 Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

Wochenmarktpreise in Gießen am 9. Oktober 1915

Butter per Pfd. 1.801.90 Mk.] Hammelfleisch p. Pfd. 96-110 Pfg. Milch Liter 24 Pfg.] Kartoffeln p. Malter 77.50 M Hühnereier Stück 1718 Pfge Kartoffeln Pfd. 4 0 5 Gänseeier 1 Stück Pfg.] Zwiebeln per Pfund 1215 Pfg. Käse Stück 89 Pfg.] Blumenkohl ver Stck. 2040 Pfg. Käsematle 2 Stück 56 Pfg.] Weißkraut p. Haupt 1020 Pfg. Tauben per Paar 1.30 1.50 Mk.] Rotkraut p. Haupt 1025 Pfg. Hühner per Stück 1.802.30 Mk.] Wirsing p. Haupt 1015 P Hähne per Stück 1.50 2.50 Mk.] Kohlrabi ver Stück 68 N Gänse Pfd. 11.15 Kopfsalat per Kopf 812 P chsenfleisch per Pfd. 1.161.20 Mk.] Birnen und 712 P albfleisch ver Pfd. 110144 Pfg.] Aepfel Pfund 612 N Kuh⸗ u. Rindfl. per Pfd. 112.116 Pfg.] Falläpfel Pfund 4 Pf, Schweinefleisch Pfd. 170180 Pfg.! Nüsse 100 Stück 4045 Pfg.

Verstorbene. Frau Emilie Scheibe, geb. Heck, in Gießen. Eberhard Wenzel in Alsfeld, 79 Jahre alt. Peter Neul I. in Nauborn, 70 Jahre alt. Frau A. Neul, geb. Neul, in Nau⸗ born, 66 Jahre alt. Frau Gemeindevorsteher Schmidt in Krofdorf. 7

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