Ausgabe 
11.10.1915
 
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und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung. Zur Lage des deutschen Arbeitsmarktes.

Hie Nachfrage auf dem gewerblichen Arbeitsmarkte, die in den Monaten Juni und Juli schon merklich zurückgegangen war, hat auch im Monat August wieder nachgelassen. Männ⸗ liche Arbeitskräfte werden immer weniger verlangt, was mit Rücksicht auf das Angebot am Arbeitsmarkte für männliche Arbeiter durchaus begreiflich ist. Man weiß, daß männliche Kräfte äußerst knapp sind und meldet meist erst gar nicht offene Stellen für sie an. Daflir ist die Nachfrage nach weib. lichen Arbeitskräften recht hoch. Sie war nur im März und Juni höher als im August. Je mehr die Nachfrage nach männlichen Arbeitern zurückgeht, desto stäpker wird die. Zahl der offenen Stellen am Arbeitsmarkte für weibliche Arbeits- kräfte. Setzt man die Nachfrage im Januar dieses Jahres gleich 100, so gestaltete sich füy Männliche und Weibliche in den weiteren Monaten des Jahres die Nachfrage wie folgt:

Hessen

i Arbeiter Arbeiterinnen Januar100 100 i Februar 101 101 Märesg 108 123 April 8 111 N 112 i 117 F 114 August 85 115

Die Abnahme der Nachfrage bei den Arbeitern fällt so stark ins Gewicht, daß insgesamt sich im Monat August eine Abnahme der Nachfrage für beide Geschlechter zusammen er⸗ gab. Im August ist aber nicht die Nachfrage, sondern auch das Angebot zurückgegangen, letzteres allerdings nicht ganz so stark wie ersteres. Selbst bei den Arbeitern ist der Rück gang der Arbeitsuchenden nicht ganz so stark gewesen wie der Rückgang der offenen Stellen, so daß der Andrang eine kleine Steigerung aufzuweisen hatte, Ganz ähnlich war der Ver⸗ lauf des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage am Ar⸗ beitsmarkte für Arbeiterinnen. Bei den männlichen Arbeits⸗ kräften steht das Angebot dauernd unter der Nachfrage, bei den weiblichen nimmt das Angebot noch immer stärker als die Nachfrage zu. Das Bild, das zur Zeit der Arbeitsmarkt bietet, zeigt eine totale Umkehrung im Andrange der beiden Geschlechter. In der Zeit vor dem Kriege war die Regel, daß der Andrang auf dem Arbeitsmarkte für Arbeiterinnen

unter 100 stand, der auf dem männlichen stark über 100 hinausging. Gegenwärtig ist es gerade umgekehrt. Ve⸗ merkenswert ist, daß der große Arbeitermangel in Ostdeutsch⸗ land während des Monats August stark zurückgegangen ist. Im Juli war die Zahl der offenen Stellen noch merklich böher als die der Arbeitsuchenden, so daß der Andrang sich auf 98 auf je 100 offene Posten stellte. Im August hat nicht nur die Nachfrage zugenommen, auch die Zahl der Arbeit⸗ suchenden hat sich merklich gesteigert, so daß auf 100 offene Stellen schon 114 Arbeitsuchende kamen. Eine Zumahme des Andranges hat ferner in West⸗ und in Süddeutschland

. stattgefunden; in beiden Gebieten hat die Nachfrage sehr §ʒ0¶ stark abgenommen, während das Angebot in Westdeutsch⸗ 1 land erheblich weniger abgenommen hat, in Süddeutschland 90 sogar etwas gestiegen ist. In Mitteldeutschland und Nord pestdeutschland hat der Andrang im August abgenommen. In Nordwestdeutschland hat die Nachfrage im August ganz 4 auffallend zugenommen. Zusammenfassend kann man sagen, 0 daß sich im August auf dem gewerblichen Arbeitsmarkte noch 1 keine Anzeichen einer stärkeren Belebung der Nachfrage be 1. merkbar gemacht haben, daß dies aber noch zum Teil aus 0 der geringen sommerlichen Abschwächung im laufenden Jahre 1 zu erklären ist. Der Beschäftigungsgrad ist keinen

Schwankungen wie sonst ausgesetzt; er ist zwar im ganzen ein⸗

geschränkter, aber in dieser Einschränkung doch stabiler. Da durch kommt es, daß die Nachfrage eine gewisse Schwäche aufweist. Selbst die sich in immer größeren Scharen an⸗ bietenden weiblichen Kräfte vermögen nur teilweise offene Stellen zu finden, so daß das Ueberangebot auf dem Arbeits⸗ markte für Arbeiterinnen auf einer ansehnlichen Höhe erharrt.

Zur Kartoffelversorgung. Am Samstag hat der Bundesrat die Verordnung über Errichtung einer Reichs- kartoffelstelle erlassen. Dadurch soll die Versorgung der städtischen Bevölkerung mit Winterkartoffeln sichergestellt berden. Der Preis ist für unsere Gegend auf 3,05 Mark für den Zentner für den Produzenten festgesetzt. Bis e an den Konsumenten gelangen, werden sie immerhin auf 3,0 Mk. zu stehen kommen, ein Preis, der angesichts der reichlichen Ernte viel zu hoch ist. Es muß noch berücksichtigt werden, daß alle anderen Nahrungsmittel viel teurer und ür Geringbemittelte fast unerschwinglich sind. Deshalb sind diese noch mehr als in den Vorjahren auf Kartoffeln ange viesen. Hoffentlich sorgt die Stadt für genügend Vorrat zu mäßigen Preisen. 5

Ein Kind totgefahren. Gestern nachmittag gegen 2 Uhr ereignete sich in der Walltorstraße bei der Braugasse in schreckliches Unglück. Aus einem Hofe gegenüber der Zraugasse sprang das fünfjährige Söhnchen des Fuhrmanns Seip, Walltorstraße 67, heraus und gerade in einen vorbei⸗ ahrenden vom Friedhof kommenden Straßenbahnwagen inein. Die vorderen Wagenräder gingen über den Körper es Kindes weg, das sofort getötet wurde. Mit großer 1 Nüßhe mußte die Leiche unter dem Wagen herausgeholt wer⸗ 1 zen, zu welchem Zwecke der Wagen durch Winden in die Höhe sehoben werden mußte, was mehr als eine halbe Stunde

Arbeit erforderte. Während dieser Zeit war der Verkehr Auf der grünen Linie gestört. Die kleine Leiche wurde in

ie Wohnung der Eltern. gebracht, wo der Kreisarzt die Diodesursache feststellte. Der Vater des Kindes befindet sich 0 in Felde. Desto größer ist der Schmerz der Mutter über den

slötzlichen Tod ihres Kindes. Den Wagenflihrer soll keine

Schuld treffen,

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Wehrmann Karl Schwarz, Gastwirt aus Trohe, Landw. Inf.⸗Reg. 116. Ersatzreservist Konrad Müswch aus Haufen, Res.⸗Inf-⸗Reg. 116. Freiwill. Oberfäger Otto Stiühler aus Großen⸗Buseck, 11. Jägerbataillon. Leutnant Karl Gorr, Lehrer aus Ober⸗Ohmen, Inf.⸗Reg. 87. Ersatz⸗ reservist Wilhelm Schmitt aus Bersrod, Res.-Inf.⸗Reg. 87. Gefreiter Robert Mokanski aus Wetzlar⸗Nieder⸗ girmes, Inf.⸗Reg. 81. Landsturmmann Heinrich Velte aus Atzbach. Wehrmann August Martin aus Nieder⸗ Gemünden, Res.-Inf.⸗Reg. 116. Musketier Karl Erb aus Schadenbach, Inf.⸗Reg. 118.

Billige Viehpreise. Unser Parteiblatt in Hannover berichtet: Die Viehverwertungs⸗Genossenschaft in Verden sandte an die Heeres verwaltung nach Frankreich 200 sette Schafe. Das Pfund Lebendgewicht kostete 59 Pfennige. Auch 100 fette Schweine traten den Transport nach Frankreich an, und zwar wiederum gu dem nach Kriegsausbruch vereinbarten Presse von 62 Mark fihr 100 Pfu nud Lebendgewicht. Im übrigen kosten jetzt in Verden die Schweine 100 Pfund Lebendgewicht 115125 Mark.

Wenn an die Heeresverwaltung Vieh zu diesem Preise geliefert werden kann, daun muß dies überall möglich sein und wenn das Doppelte und mehr verlangt wird, so ist das ganz un verschäm⸗ ter Wucher, dem die Regierung durch Festsetzung eines den An Preisen entsprechenden Höchstpreises ein Ende machen

unte,

Jnnungsleute bei Vergebung stäßtischer Arbeiten. In einer

kürzlich stattgefundenen Sitzung der Berliner städtischen Tiefbau⸗ deputation wurde nach einem Bericht des Vorwärts folgendes fest⸗ gestellt: Die Vergebung der Ausführung von Pflasterarbeiten für die Nord⸗Ssidbahlr sollte im Wege der beschränkten Submisston er⸗ solgen. Aus diesem Grunde würden sechs Steinfetzfirmen aufge⸗ fordert, Gebote abzugeben. Unter Mitwirkung des Syndikus der Steinsetzer⸗Innung fand unter den Bewerbern eine Verständi⸗ gung darüber statt, daß der Miudestfordernde verpflichtet wird, alt die bei der Submission ausfallender Unternehmer Vergütun⸗ gem zu zahlen. Infolgedessen mußte ein Pflastermeister die Summe von 24000 Mark in Akzepten hinterlegen, die an die auberen Unter⸗ llehmer zur Verteilung bestimmt waren. Durch einen besonderen Untstand kam die Sache zur Kenntnis der Bauleitung und des Vor⸗ sitzenden der Tiebaudeputation, Stabtbaurat Krause, der nunmehr eine öffentliche Ausschreibung der Pflasterarbelten anordnete. Das Ergebnis dieser Ausschreibung differierte mit dem niedrigsten An⸗ gebot der ersten beschränkten Submission um etwa 30 000 Mark (118 000 Mark gegen 89 000 Mark). Eingehende Ermittelungen und Vernehmungen haben ergeben, daß die Innung ihren Mitgliedern eine Meldepflicht auferlegt, wenn sie zu Arbeiten aufgefordert werden. Der Syndikus verhandelt mit den Unternehmern und dann wird die zu leistende Abgabe festgesetzt. Das ist nicht nur bei den Arbeiten der Nord⸗Stidbahn geschehen, sondern auch schon in früheren Fällen, selbst bet Unterhaltungsarbeiten, wo 5 bis 10 Pro⸗ zent an die ausgefallenen Bewerber abgegeben werden mußten. Es wurde beschlossen, die Unternehmer, die bei der Vergebung von Pflasterarbeiten der Nord⸗Südbahn zusammengewirkt haben, aus der Unternehmerliste zu streichen, sie also in Zukunft für Pfhaster⸗ arbeiten für die Stadt nicht mehr heranzuzlehen. Erwogen werben soll noch, inwieweit strafrechtliche Gesichtspunkte in Betracht kom⸗ men. Wenn die Städte Arbeiten in eigener Regie ausführen, be⸗ klagen sich Unternehmer und Handwerkmeister fiber Schädigung ihres Gewerbes. Kann man es nach solchen Erfahrungen den Ge⸗ meindeverwaltungen verübeln, wenn sie das Vertrauen zu den Handwerkern verlieren und notwendige Gemesndearbeiten im städti⸗ schen Betriebe lassen?

Wegen Betrug und Urkundenfälschung hatte sich vor der Gießener Strafkammer in der Verhandlung am Freitag ein Reisender, namens Melitz aus Kassel, zu verantworten. Der Mann relste für den Eigentümer derJapauhauses in Frankfurt, A. Beck. Nebenbef bemerkt nennt dieser sein Unternehmen jetzt Chinahaus, weil die politischen Verhältnisse dies angezeigt er scheinen lassen. DasChinahaus also brachte im Winter vorigen Jahres Wärme-Oeschen in den Handel, welche Apparate dazu be⸗ stimmt waren, ins Feld geschickt zu werden, damit sich die Schützen⸗ graben⸗-Bewohner die Finger daran wärmen können. Für diese Dinger suchte Melitz im Auftrage von Beck Bezieher in Gießen und es gelang ihm auch, welche zu finden. Unter anderen hatten Gebr. Schmidt im Seltersweg 100 Stück bezogen, für die sich Melitz, als er am 24. Dezember wieder nach Gießen kam, das Geld mit 90 Mk. vom Bezieher geben ließ. Darüber stellte er eine Quittung aus, die er mitA. Beck unterzeichnete; er hatte sich überhaupt den An⸗ schein gegeben, als sei er der Chef des sogenanntenChinahauses. Das wäre alles noch nicht schlimm gewesen, wenn er das Geld auch an Beck abgeliefert hätte, er dachte aber gar nicht daran, weil er es selber ganz notwendig brauchte, denn die Feiertage standen vor der Tür und er hatte auch die Absicht, sich zu verloben. Beck war aber egoistisch genug, sein Geld zu reklamieren und schließlich machte er auch noch Anzeige gegen seinen Reisenden. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme liegt ohne Zweifel Urkundenfälschung und Betrug vor; und da der Angeklagte schon mehrfach mit den Gerichten wegen ähnlicher Dinge in Konflikt geraten ist, beantragt der Staatsanwalt 5 Monate Gefängnis. Das Urteil lautete auf 3 Monate.

Militärrente neben Invalideurente. In der Frage, ob der Anspruch auf Invalidenrente, den die Kriegsteilnehmer aus der Reichs versicherungsordnung haben, neben der Militärrente auf Grund des Mannschaftsversorgungsgesetzes bestehen bleibt, hat das Reichsversicherungsamt dahin entschieden:Die Bezüge auf Grund des Mannschaftsversorgungsgesetzes vom 31. Mai 1906 und des Militärhinterbliebenengesetzes vom 17. Mai 1907 lassen den An⸗ spruch auf die Leistungen der reichsgesetzlichen Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung unberührt.

Westerwald und Unterlahn.

Förderung der Westerwaldweiden. In der vergangenen Woche fand durch den Landesausschuß unter Teilnahme von Ver⸗ tretern der Landwirtschaftskammer und der in Frage kommenben Kreisverwaltungen eine Besichtigung der unter Mithilfe von Kriegsgefangenen durchgeführten umfangreichen Weidemello⸗

rationen statt. Den vereinten Bemühungen der Kreisver waltung des Kreises Westerburg, insbesondere des Landrats

Abicht, war es gelungen, beim Minister größere Beihilfen für die sofortige Durchführung von Weidemeliorationen in dem genannten Kreise zu erlangen. Auf Antrag der Landwirtschaftskammer wur⸗ den dann auch den Kreisen Oberwesterwald und Dillenburg weitere 10 105 bewilligt, und es sind zurzeit bereits sehr große Flächen, die bisher einen kaum nennenswerten Ertrag lieferten, durch Entwässerung, Planierung und Dlingung zu ertragsfähigen Weiden umgewandelt worden. Viele hunderte von Gefangenen (Franzosen und Russen) haben in monatelanger Arbeit alle auf den Weiden liegenden und im Boden steckenden Basaltblöcke entfernt, vorhandene Unebenheiten abgetragen, Mulden aufgefüllt, viele tausend Meter lange Entwässerungsgräben gezogen und sämtliche Flächen mit künstlichem Dünger gedüngt. Die Besichtigung ergab, daß zunächst im Kreise Westerburg die Arbeiten zu einem sehr guten Erfolge geführt haben, so daß schon für das kommende Jahr eine Beweldung mit starken Viehherden in Aussicht genommen werden kann. Da auch über die Frage der späteren Behandlung und Düngung der Weiden bindende Verpflichtungen der in Frage kommenden Gemeinden vorliegen, ist hier unter der Einwirkung des Krieges und mit Hilfe von Kriegsgefangenen ein Werk ge schaffen worden, das nicht nur als Belspiel für kommende Zeiten dienen wird, sondern das auch jetzt schon dazu beiträgt, die Futter⸗ knappheit zu mildern und die Fleischproduktion zu heben.

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Von Nah und Fern.

Ueber den Elusturz der Oberbrücke bel Fürstenberg wird noch berichtet: Am Abend des 6. Oktober gegen 6 Uhr fuhr an Oberkahn, über den infolge des Hochwassers bie Bedlenungsmann⸗ schaft die Gewalt verloren hatte, gegen das Gerüst des mittleren Pfeilers der im Bau befindlichen Oderbrücke, so daß dieser mit einem großen Teil der Eisenkonstruktion einstsürzte. Von den auf dem Kahn befindlichen Personen wurde der Schiffseigner gerettet, während seine Frau und Tochter, sowie sein Sohn von den einstürzenden Eisenmassen getötet wurden. Auch eln beim Brückenbau beschäftigter Arbeiter ist schwer verletzt worden.

Ein Schiff gesunken. Am Samstag früh ist im Hafen 1 Gustavsburg bei Mainz ein dem Schiffer Lerch aus Nierstein ge⸗

höriges, mit Kohlen beladenes Schraubenboot gesunken. Dabei sind die auf dem Boot schlafenden beiden Matrosen ertrunken. Der eine ist der Sohn des Besitzers. Das Boot

wurde gehoben, doch konnten die Matrosen nur als Leichen ge⸗ borgen werden. 7570

Telegramme.

Tugekrigtedesgtusen huntzursktz

Erfolge in Frankreich und Rußland. Der Kampf um Belgrad. 5 Die Deutschen im weiteren Vorschreiten in Serbien. W. B. Großes Hauptqugrtier, 9. Okt., vorm.(Amtlich) Westlicher Kriegsschauplatz,

Nordöstlich von Vermelles schlug ein starker englischer Angriff unter großen Verlusten fehl. f

Bei einem örtlichen deutschen Angrüff wurden südwestlich des Dorfes Loos kleine Fortschritte erzielt.

In der Champagne griffen die Franzosen nach stundenlanger Artillersevorbereitung die Stellung östlich des Navarin⸗Gehöftes an, gelangten stellenweise bis in die Grüben, wurden aber durch Gegenangriff wieder hin aus⸗ geworfen und ließen bei erheblicher blutiger Einbuße einen Offizier und 100 Mann als Gefangene in unsexen Händen. a 0

In Französisch⸗ Lothringen verloren die Franzosen die vielumstrittene Höhe südlich Leintreyz 1 Offizier und 70 Mann, 1 Maschinengewehr und 4 Minen⸗ werfer blieben bei uns. 7

Oestlicher Kriegsschauplatz. 2 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

Vor Dünaburg ist Garbunowka(südlich von Illurt) und die feindliche Stellung beiderseits des Ortes i vier Kilometer Breite erstürmt; fünf Offiziere, 1 Maun sind gefangen genommen, zwei Maschinengewehre erbeutet. In einem Gefecht bei Nefedy(südlich des Wiszniew⸗Sees) wurden 139 Gefangene eingebracht.

Von einer Wiederholung größerer Angriffe nahm der Feind Abstand. 7 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

Prinzen Leopold von Bayern. a

Nördlich von Korelitschi, sowie bei La Busy und Saluszje

sind russische Vorstößse leicht abgewiesen. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen.

Südwestlich von Pinsk sind die Orte Komory und Peykladniki im Sturm gen om mein; bei Wolka Berezuianska und südwestlich von Kuchocka⸗Wola sind Kavalleriegefechte im Gange. Nördlich und nordwestlich von Czartorysk ist der Feind hinter den Styr zurückge⸗ worfen. Seine Angriffe nördlich der Bahn Kowel Rowno scheiterten. 7

Balkankriegsschauplatz.

Zwei Armeen einer unter dem Generalfeldmarschall v. Mackensen nen gebildeten Heeresgruppe haben mit ihren Hauptteilen die Save und die Donau über- schritten. Nachdem die deutschen Truppen der Armee des k. und k. Generals der Infanterie v. Köveß sich der Zigeunerinsel und der Höhe südwestlich von Belgrad be⸗ müchtigt hatten, gelang es der Armee, auch den größten Teil der Stadt Belgrad is die Hand der Ver⸗ bün deten zu bringen. Oesterreichische Truppen stürmten die Zitadelle und den Nordteil Belgrads, deut⸗ sche Truppen den neuen Konak.

Die Truppen sind im weiteren Vordringen durch den Südteil der Stadt.

Die Armee des Generals der Artillerie v. Gallwitz erzwang den Donau übergang an vielen Stellen au der Strecke abwärts Semendria und drängt den Feind überall nach Süden vor sich her.

* 1 B. B. Großes Hauptquartier, 10. Okt., vosm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz,

An der Höhe östlich von Souchez verloren die Fraus zosen einige Gräben und büßten ein Maschinengewehr ein.

Bei Tah ure in der Champagne gewannen wir von dem verlorenen Boden auf einer Frontbreite von etwa 4 Kilometern im Gegenangriff mehrere hundert Meter zurück.

Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

Die Russen versuchten, die ihnen bei Garbunowka(west⸗ lich von Dünaburg) entrissene Stellung wiederzunehmen; es kam zu heftigen Nahkämpfen, die mit dem Zurück; werfen des Feindes endigten.

Nördlich der Bahn Dünaburg Poniewiez, westlich von Illuxt, wurde die feindliche Stellung in etwa acht Kilometer Breite genommen. 6 Offiziere, 750 Gefangene fielen in unsere Hand, 5 Maschinengewehre wurden erbeutet.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bauern. Nichts neues.