krop, hat viel Unheil angerichtet
„
den nötigen Schiffen und dem nötigen Geld für den Trans⸗ port fehle. Es sei auch ausgeschlossen, daß Japan das nötige Geld im Landerwerb für seine Leistungen auf dem curo⸗ päischen Kriegsschauplatze bekommen könne. Auch eine Kriegsentschä digung sei nicht zu erlangen. Japan habe also weder die Verpflichtung, noch ein Interesse, noch auch die Möglichkeit, Truppen nach Europa zu senden. Uebrigens fügte Baron Kato noch hinzu, er wundere sich aller⸗ dings auch, daß England seinen Verbündeten so sehr geringe Hilfe leiste. Kulturtaten.
Die tägliche 1 veröffentlicht aus einem Brief eine Darstellung über fosgende Nilederträchtigkeit, die bei der Besetzung von Neuguinea von den englisch-australischen Trup⸗
nahmen die Feinde in Besitz, der ihnen viele Tote und Verwundete gekostet hatte. Als dem englischen Missionar darüber Vorhaltungen gemacht wurden, wie schlecht er die deutsche Gastfreunbschaft ver⸗
golten habe, wurde dieser Herr aufsässig und verklagte später die
hindert und, nachdem er verbunden war, mit 30 Peitschenhieben bestraft. Das Urteil vollstreckten australische Soldaten, deren Vor⸗
8 geschickt waren. Wenn ich diese Gemeinheiten der Engländer niederschreibe, empört sich mein ganzes Wesen über die Schmach und über den Verrat an
men ließen.
australischen Regierung abberufen.
Diese australische Brutalität ist ein würdiges Seitenstück zu der sonstigen kolonialen Kriegführung der Engländer.
Die französischen Sozialisten und die Kriegshesetzgebung.
Die sozialistische Fraktion legte der französischen Kammer zwei Gesetzentwürfe vor, die den Zweck haben, die Volkswirt⸗ schaft in Hinsicht auf den Krieg zu organisieren. Ein Gesetz⸗ entwurf bezweckt die Beschränkung der Profite der Armee⸗ und Flottenlieferanten durch eine Revision der früher ab⸗ geschlossenen Verträge und durch eine Beschlagnahme der Profite, die 10 Prozent übersteigen. Der andere Gesetz⸗ entwurf bezweckt die Requfrierung der Bergwerke und Waffen- und Geschoßfabriken, sowie die staatliche Regulierung der Arbeitsverhältnisse der in diesen Fabriken und Berg⸗ werken beschäftigten Personen, schließlich die Anstellung von Soldaten, soweit sie für diese Arbeiten geeignet sind.
Die Fraktion hat ferner vorgeschlagen, daß der Staat das Monopol der Korneinfuhr erhält, die nötig ist, um den heimischen Fehlbetrag-zu decken.
Verstäudigung mit Amerika.
Die Differenzen mit den Vereinigten Staaten, die sich außer⸗ ordentlich zugespitzt hatten, scheinen nun erfreulicherweise der voll⸗ kommenen Ausgleichung nahe zu sein. Es wird bekannt, daß Graf Bernstorff, der deutsche Botschafter in Washington, an die deutsche Regierung Anfang dieses Monats einen Bericht gesandt hat, worin er mitteilt, daß die amerikanische Regierung durch das deutsche Ent⸗ Nate Afar befriedigt sei und sowohl den Lusitania⸗Fall wie die
rabic⸗Affäre als erledigt betrachte. Diese Nachricht wird zweifel⸗ los in allen deutschen Kreisen— abgesehen von ein paar Leuten, denen es auf einen Feind mehr oder weniger überhaupt nicht mehr ankommt— mit außerordentlicher Genugtuung aufgenommen werden. So wenig Deutschland vom rein militärischen Standpunkt aus einen neuen Feind zu fürchten brauchte, so sehr liegt es nicht nur im menschlichen, sondern auch im politischen Interesse, gerade zu Amerika das alte freundschaftliche politische Verhältnis aufrecht zu erhalten. Wir haben zu Amerika immer auch gute wirtschaftliche Beziehungen gehabt. Wir exportieren dahin eine große Menge der Erzeugnisse unseres industriellen Fleißes und wir bekommen von ] Ü—¾.§—— ,.—.
dort eine Menge wichtiger und untentbehrlicher Nahrungsmittel und Rohstoffe für die Industrie. All das könnte man nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen und wir haben deshalb von vornherein den Stand⸗ punkt vertreten, daß man die amerikanischen Beschwerden, soweit sie fachlich und politisch berechtigt sind, durchaus respektieren und nach Möglichkeit berücksichtigen müsse. 5 1
Die letzte Differenz bezog sich bekanntlich auf den Arabic⸗Fall. Auch er soll nun endgiltig erledigt sein, indem man zwar die Aus⸗ sagen des deutschen und des englischen Kapitäus freilich als unver⸗ einbar auffaßt, aber von jedem annimmt, daß er seine Aussage in bestem Glauben gemacht hat. Es handelt sich bekanntlich darum, daß der U-Boot⸗Kommandant behauptet, er hätte den Eindruck ge⸗ habt, daß die„Arabic“ sein Boot rammen wolle, weshalb er sie tor⸗ pedierte; der englische Kapltän der„Arabic“ dagegen hat geschwo⸗ ren, daß er keinerlei derartige Absicht gehabt habe. Diese Aussagen sind, wie gesagt, jede für sich allein wahr, aber sie geben siche ich keinen Anlaß, die Entscheidung hinauszuziehen. übrigen sollen
Im üb ü die Differenzen über die Entschädigung für den Verlust amerikani⸗ scher Menschenleben auf den torpedierlen Dempfern dem Haager Schiedsgericht überwiesen werden. Schließlich ist die deutsche Re⸗ gierung, wie bekannt, der amerikanischen in weitesten. Maße dadurch entgegengekommen, daß sie die U⸗Boot⸗Kommandanten unzweideutig instruferte, feindliche Passagierschiffe nur dann zu torpedieren, wenn sie vorher gewarnt wurden und die Menschen haben in Sscher⸗ Feit bringen können.“ Voraussetzung dabei bleiht natürlich, daß diese Schisse unsere U-Boote nicht angreisen und sich ihren Befehlen ohne weiteres fügen. Der deutschen Kriegführung ist es niemals in den Sinn gekommen, Zivilpersonen ohne Grund zu schädigen oder gar zu töten. Das überlassen wir auderen Staaten! Die neue Instruktion ist daher nur die Bekräftigung einer alten deutschen Selbstverständlichkeit und wir freuen uns, daß nunmehr die deutsch⸗ amerikanischen Differenzen beigelegt sind. Amerika und Armenien.
Der Nieuwe Rotterdamsche Courant meldet aus New⸗ hork: Nach Berichten aus Washington wird der türkischen Regierung formell mitgeteilt werden, daß die Beziehungen zwischen Amerika und der Türkei gefährdet seien, falls die Morde in Armenien nicht aufhören würden. Instruktionen in diesem Sinne wurden dem Botschafter der Vereinigten Staaten in Konstantinopel übermittelt. In amtlichen Kreisen Washingtons wird dazu bemerkt, daß der Abbruch der diplomatischen Beziehungen vorläufig nicht beab⸗ sichtigt sei.
Bevorstehende Truppenlandung in Dedeagatsch?
T. U. Wien, 9. Okt. Die Verbündeten bereiten Truppen⸗— landungen in Dedeagatsch vor, um von dort aus Konstanti⸗ nopel zu bedrohen.
Die Eisenbahnhrücke zwischen Salonik⸗Uesküb in die Luft gesprengt.
T. U. Bukarest, 9. Okt. Nachrichten aus Salonik zufolge, ist die Eisenbahnbrücke bei Demir Kayn auf der Linie Saloniki⸗Uesküb durch bulgarische Vanden in bie Luft gesprengt worden.
Die Truppenlandung in Salonik.
W. B. Berlin, 9. Okt. Nach Rotterdamer Meldungen in ver⸗
schiedenen Morgenblättern wurden die Truppenlandungen in
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Saloniki am Mittwoch den ganzen Tag fortgesetzt.— Der Pariser Sonderberichterstatter eines Genfer Blattes will aus guter Quelle erfahren haben, daß Serbien ein Hilfsheer von 120 000 Franzosen und 30 000 Engländern versprochen worden sei.— Der König von Montenegro soll seinen Schwiegersohn telegraphiert haben, daß eine 60000 Mann starke montenegrinische Armee die Offensive er⸗ greifen werde. Die Kriegsplä e der Entente.
T. U. Stockholm, 9. Okt. Die Aktion des Vierverbandes gegen Bulgarien soll nach Aeußerungen Petersburger unter— richteter Kreise in dem Augenblick beginnen, in dem bulgari— sche Truppen die mazedonische Grenze überschreiten. Die bis— her für Serbien bestimmten Truppen sind nicht vom englisch⸗ französischen Dardanellenunternehmen, sondern bestehen aus Reserven, die bisher auf Malta und in Aegypten stationiert waren. Die Hinzuziehung italienischer Kontinente wird erst erfolgen, wenn feststeht, das Serbien nicht mehr auf die Unterstützung eines anderen Balkanstaates rechnen kann.
Der griechische König und die Neutralität.
T. U. Amsterdam, 9. Okt. Petit Journal meldet aus Athen, daß nach Mitteilungen von halbamtlicher Seite das
neue Kabinett einstimmig dafur ift, gemäß dem Wil Königs streng neutrale Politik allen Mächten gegenstb befolgen. Der König soll erklärt haben, daß er auf Fall neutral bleiben wolle und mit keiner Macht in Kon zu geraten wünscht, weder mit Deutschland oder Oester Ungarn, noch mit Frankreich oder dessen Bundesgenossen. ist der Meinung, daß der griechischserbische Vertrag von 15 Griechenland unter den herrschenden Umständen nicht v pflichtet, Serbien Hilfe zu leisten, eine Meinung, die mit von Venizelos befürworteten Politik im Widerspruch stand. Bevorstehende dritte englische Anleihe . Okt. Holländische Bankkreise erfahren aus London 5 5 Finanze ies Me. Kenna die erste Ju⸗ sammenkunft mit den Leitern der Großbanken gehabt hat, 1 über die notwendigen Schritte zur dritten englischen Kriegsanleihe
zu beraten. Kriegsuslizen.
Ministerprästdent Graf Hertling erklärte am Freitag ba az, er werde die sozialdemokrats Eifenbahner⸗ Interpellation erst im November 0 antworten. Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Liberalen beschloß dann die Zentrumsmehrheit, auch die Begrün⸗ dung der Interpellation bis zu diesem Zeitpunkt zu verschieben.— Auch die Erörterungen über das gegen die Sozialdemekratte ge⸗ richtete Gemeindebeamtengesetz wurde verschoben, weil der Minister des Innern durch Krankheit verhindert ist, an
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Auch in Elberfeld ist es zu einer Abmachung gekommen, dneten wahlen
konservative, Nationalliberale, Sozialdemo⸗ kraten und das Zentrum beteiligt sind, bleibt der Besitzstand der
In Barmen ist eine ähnliche Abmachung in Vorbereitung.
Der Regierungsanzeiger, die Gazette Uffiziale, ve am J. Oktober die Bestimmungen fiber die Arbeiter, die in italienischen Kriegsindustrie tätig sind. Danach sind alle Arbeiter der für das Kriegsministerium arbeitenden Fabriken der Militärgerichts barkeit unterworfen und 1 5 keinen Anspruch auf andere zuständige Gerichte. Die Arbeiter von ber Uniform entbunden, haben aber eine blaue Armbinde, tragen. Der Kriegsminister darf jederzeit über die weitere E stellung oder über Entlafsung der Arbeiter verfügen. 1
„Phllobochie“ ist die moderne Bezeichnung flir fc oder Deutschenschwärmerei. Der französische Schrist. steller El Gautter wendet sie, wie wir dem Avanti vom J. Oktober entnehmen, in der Zeitschrift L'Suvre an. Und zwar gegen Ker Hardie, dem er geschmackvollerweise einen lteblosen Nachruf widmet. Darin findet sich die Stelle:„9 unter 10 mal führt ber Pazifismus zur Philobochie und oft genug zur Verräterei. Keir Hardie habe, meint er wester, die deutschen Grausamkeitef nicht nur gebilligt, sondern sogar gern gesehen Und selbite verständlich hätte er die Vernichtung Englands gewünscht. Solche Auffassung von Keir Hardie entsteht wohl aus„Dochophobte“.
Partei⸗Nachrichten.
Die Reichsregierung und die Preissteigerung. Unfer Münchener Parteiblatt, die Münchener Post schreibt Auf die von der sozialdemokratischen Partei und den f N Gewerkschaften Bayerns an die zuständigen Reichs⸗ und Staats- stellen in Sachen der Lebensmittelteuerung gerichtete, mit T von Unterschriften gezeichnete Petition ist vom Reichsamt des nern an den Landesvorstand der sozialdemokratischen Part Bayerns unterm 16. September 1915 folgende Antwort ergang „Die in der an den Bundesrat gerichteten, mir überwi Eingabe vom 14. August 1915 behandelte Frage der Lebensmf teuerung bildet den Gegenstand meiner besonderen Aufmerksam. keit. Bei der Absperrung der Einfuhr und der beträchtlichen Er höhung der Erzeugungs⸗ und sonstigen, Gestehungskosten 0 böhere Lebensmittelpreise als zu Friedenszeiten ein an sich bedauerlicher, indes durch den Krieg unvermeidlicher Uebelstand. Soweit darüber hinaus durch gewinnsüchtige Zurückhaltung der Vorräte oder andere unlautere Machenschaften eine unberec Preissteigerung herbeigeführt ist, ist die Herabminderung 0 Preise eine mit größtem Nachdruck vorzunehmende Aufgabe a zur Mitwirkung bei der Preisregelung berufenen Stellen. ihnen behufs wirksamerer Handhabung dieser Obliegenheiten noch weitere gesetzliche Befugnis zur direkten Einwirkung auf d Lebensmittelpreise in die Hand zu geben sein werden, unterlse zurzeit der Prüfung, deren Abschluß unmittelbar bevorsteht.“
Er. 5 r
Pulver und Gold. 5
Roman aus dem Kriege 18701871. 13 Von Levin Schücking.
Ich ging in die Bibliothek zurück und nahm aus einem der Schränke ein Exemplar des Chevalier von Faublas, das ich vorhin gesehen. Bei unserem gemeinschaftlichen Essen sagte ich zu Glauroth:
„Mein lieber Kamerad, Dienst haben.“
„Und welchen?“
„Sie werden, da ich mit Friedrich eine Rekognoszierung Fornehmen will, bei der Fräulein Kühn unseren Wegweiser machen wird...“
„Das Fräulein— das haben Sie als Führer requiriert „ wahrhaftig, das ist stark... hüten Sie sich, daß sie Sie nicht verführt oder gar entführt...“
„Eben weil das möglich ist, und damit unsere Heeressäule nicht ohne Haupt bleibt, vertraue ich Ihnen unterdes den Oberbefehl an. Der Dienst soll aber nicht schwer für Sie sein. Sie werden sich in meinem Zimmer in einen beliebigen Lehn— stuhl setzen und eine Zigarre anzünden; Sie dürfen auch die Romanze vom einsamen Zecher in Szene setzen; dürfen aber unter keiner Bedingung die Zimmer verlassen, bis ich zurück— gekommen bin. Das ist meine strenge Order; wenn Sie sie übertreten, tu ich Ihnen ein Leids an oder ich lasse Sie gar vor ein Kriegsgericht stellen. Da Sie aber ein leichtsinniger Mensch sind, und ich mich nicht im geringsten auf Sie ver— lasse, so habe ich ein besonderes Mittel ersonnen, Sie an Ihren Posten zu fesseln. Ich habe Ihnen den Chevalier von Faublas heruntergeholt.“
„Den Chevalier von Faublas? Wer ist das? Was soll ich mit ihm? Heißt der geistliche Herr etwa so, und sollen wir einen kleinen Tempel zusammen auflegen?“
„Was denken Sie... ich rede von einem Buch— haben Sie nie davon gehört?“ N
„Nein— ich erinnere mich nicht, daß in unserem Matu—
Sie werden den Nachmittag
„Umsomehr wird es Sie freuen, den Chevalier von Faublas kennen zu lernen; er ist eine so bewundernswürdige, so glänzende Vereinigung von niederträchtiger Liederlichkeit und lauterer Schönheit der Form, daß er einen Mann wie Sie während der Stunden, in welchen ich Sie gefesselt wissen will, sicher nicht losläßt!“
„Ah— es ist sehr schön, daß Sie so zu meiner Bildung beitragen wollen.“
„Also,“ versetzte ich,„ich baue darauf, daß Sie die Zim⸗ mer, was auch kommen mag, nicht verlassen!“
„Das lautet ja fast geheimnisvoll!“
„Nehmen Sie an, es berge sich ein Geheimnis dahinter — Sie werden mir desto gewissenhafter diesen Dienst leisten!“
Ich stand auf, rief Friedrich, und wir rüsteten uns zur Abfahrt. Auf dem Hofe führ ein leichter, offener Wagen vor, bespannt mit zwei ziemlich schweren Rossen, die auch wohl, wenn sie nicht zu solchen Diensten gebraucht wurden, den Ackerwagen zogen. Derselbe Mensch, mit dem wir am Abend zusammengestoßen waren, lenkte sie; er mußte eine Art Faktotum im Hause sein, aber als Kutscher sollte er nicht fungieren; als Fräulein Blanche heruntergekommen und sich auf die vordere Bank des Wagens geschwungen, reichte er ihr die Zügel. Ich eilte, nicht warten zu lassen, und als ich die Treppe niederstieg, wurde ich gebeten, meinen Platz neben dem Fräulein zu nehmen; der Geistliche und Friedrich nahmen die zweite Bank ein. Die Pferde zogen an, das Fräulein lenkte mit vollkommener Sicherheit. Wir rollten durch die Ackerfluren dahin, in südlicher Richtung, auf guter, fester Straße; nach einer halben Stunde waren wir in einem— von der Rechten ziemlich schroff, zur Linken sanft ansteigenden Bergen— eingeschlossenen Flußtal, das sich mehr und mehr verengte; zu unserer Linken schlängelte sich durch Wiesen und Weidendickicht der Oignon. Auf der ganzen, von einem heiteren Himmel überspannten Landschaft lag Sonnenschein und tiefer Friede.
„Es ist seltsam,“ sagte ich,„der Krieg ist's doch allein, was mich hierher in diese mir fremde Welt gebracht hat. Und doch ist's mir in diesem Augenblick unmöglich, an den Krieg
xitäts⸗Examen die Kenntnis desselben verlangt wurde.“
zu glauben. Wenn wir von verstorbenen Freunden oder
Angehörigen träumen, so erscheinen sie uns stets als lebe die Tatsache des Todes ist etwas, wofür unser Seelen kein Organ, sie zu fassen, hat; so ist mir jetzt die Tatsache des Krieges etwas Unfaßbares; in diese Welt gehört nicht! Krieg, die Seele stößt den Begriff von sich; Tod und Krieg sind zwei gleich absurde Dinge, dem Urmenschenwesen völlig fremd!“ l 1
J„Weshalb,“ antwortete Fräulein Blanche,„bringen Sie den Krieg, das nach Ihren eigenen Worten Unmenschlichee Sie sagen:„Ihr habt begonnen, Ihr habt in unser Ne einbrechen wollen,“ Aber rechtfertigt ein Frevel, den anderer beginnt, mich, wenn ich den Frevel überbiete?“ 1
„Denken wir, um nicht darüber selbst in Krieg zu ge raten,“ entgegnete ich,„daß es ein Verhängnis sei, wie ein Sturm, ein furchtbares Wetter, das ja auch plötzlich über fol eine friedliche Welt ausbrechen kann! Von wie viel solcher Mächte und verhängnisvoller Kräfte, die als Schicksale üb uns kommen, muß sich der Mensch nicht erfassen und be schen lassen, und kann sie nicht ändern! Erfassen uns Leidenschaften nicht just so?“
„Nein,“ sagte sie fast heftig,„die Leidenschaften mu wir zu beherrschen wissen!“
„Nun ja,“ erwiderte ich,„musterhafte Menschen können das, wenn sie die Einsicht haben, nicht sehen, die Leidenschast führt sie ins Verderben. Aber es gibt Leidenschaften, welchen wir nichts als die Führung zum Glück sehen, und wer möchte sie dann in sich bekämpfen! Die Liebe ist solch Leidenschaft.“ 11 „Wie könnte etwas zum Glück führen, was Sie selbst mit Krieg, Sturm, Wetter und verhängnisvollen Schicksols⸗ mächten zusammenwerfen?“ 5 e
„Die Verhängnisse drücken uns nur, so lange wir uns gegen sie stemmen. Sobald wir uns ihnen unterwerfen umd hingeben, können sie alles mögliche Glück bringen.“ 4
„„Die Unterwerfung,“ rief Fräulein Blanche a nicht jedermanns Sache. Ein besonnener und starker
hütet sich vor der Hingebung und führt den Zügel sel Schicksals selbst.“ g 1
(Fortsetzung folgt.!


