Ausgabe 
9.10.1915
 
Einzelbild herunterladen

In den Wohnungen der Städter ist von diesem Erntesegen wenig zu spüren, und die Stimmung ist daher auch nicht so dank⸗ freudig wie auf dem Lande.

Giltigkeil der Brotkarte im ganzen Lande hat der Abg. Henrich im Landtage beantragt. Mindestens soll sie aber in einem ganzen Kommunalverband gelten. Im Ausschuß⸗ berichte über den Antrag heißt es u. a.:Die Erleichterung, die darin liegt, wenn der Arbeiter, der außerhalb seines Wohnortes arbeitet, oder derjenige, der sich vorübergehend an

einem anderen Orte aufhält, auf Grund seiner heimatlichen Brotkarte an dem jeweiligen Aufenthaltsort Brot kaufen kann und nicht gezwungen ist, Brot von zuhause mitzu⸗ bringen oder umständliche Bescheinigungen der Behörden zu erwirken, ist unverkennbar. Es wurde jedoch dagegen geltend gemacht, daß eine dazu unerläßliche Voraussetzung, nämlich die einheitliche Gestaltung der Brotmarken, wegen der Verschiedenheit der örtlichen Gewohnheiten bezüglich des Gewichts des Brotes nicht herbeizuführen sei, und daß dies ferner durch die Freizügigkeit der Brotkarte die Kontrolle in den einzelnen Orten erschwert werde. Für jede Gemeinde werde die ihr zustehende Menge an Mehl genau festgestellt und wenn hieraus Entnahmen auf fremde Brotkarten statt⸗ finden, dann fehlt dieser Teil den Einheimischen; eine Ver rechnung mit den Gemeinden, denen die fremden Brotkarten zugehören, sei aber umständlich und schwierig. Von anderer Seite wurde hervorgehoben, daß die mit dem Austausch von Brotmarken verbundenen Umständlichkeiten nicht sehr ins Gewicht fielen und gegenüber den Erleichterungen bei einer Freizügigkeit der Brotkarte nicht in Betracht kämen. So ab⸗ solut scharf ließe sich der Bedarf einer Gemeinde im voraus

niemals abgrenzen, die kleinen Verschiebungen im Verbrauche

fielen bei der Gesamtmenge der einem Kommunalverbande zustehenden Mehlmenge, die sich vielfach wieder ausglichen, kaum in Betracht und für größere Mengen ist eine Ver⸗ rechnung auf Grund der fremden Brotmarken nicht schwierig. Es wurde besonders darauf hingewiesen, daß die Freizügig⸗ keit der Brotkarten für das ganze Königreich Bayern bestehe. Die Regierung verneint ein Bedsirfnis für die Ausdehnung der Gültigkeit der Brotkarten auf das ganze Land oder auch nur auf eine Provinz, dagegen sei eine solche für den Bereich eines Kommunalverbandes eher möglich und in einzelnen Kommunalverbänden auch bereits durchgeführt. Der Aus⸗ schuß beantragt die Annahme des Antrags Henrich. Zweifellos würde dies eine bedeutende Erleichterung be jeuten. 0

Christentum und Krieg. Pfarrer Georg Löber in Fremdiswalde bei Leipzig hat ein SchriftchenChristenkum und Krieg erscheinen lassen, worin er zu dem Ergebnis kommt, daß ein Widerspruch zwischen Gottesdienst und Kriegsdienst nicht bestehe. Jeder diene Gott, der im Kriege, im Kriege aus Notwehr, das Blut der Feindefließen lasse, und weil er damit Gott diene, dürfe er auch auf

Gottes Wohlgefallen rechnen, wenn er ihm mit anderen für

einen gewonnenen Sieg danke Die sittliche Weisung des Neuen Testaments, das Böse mit Gutem zu überwinden, sei im Kriege nicht zu gebrauchen, da müsse Böses mit Bösem oder noch besser: mit gesteigertem Bösen vergolten werden. Der Krieg erfordere alttestamentliche Strenge, nicht neutestamentliche Milde. Pfarrer Löber will, daß das alttestamentliche Wort für uns wahr wird: Hoch zu loben ist, wer erlebt, daß er seine Feinde untergehen sieht! In diesem Sinne heißt es weiter: Das Verlangen, gründliche Vergeltung an unseren tückischen Feinden zu üben, und die reine, ungetrübte, erhebende Freude über schwere, den Feinden beigebrachte Verluste sind nur die Kehr seite tiefer Vaterlandsliebe. Wir flaggen die Häuser, wir läuten die Glocken, wir singen:Nun danket alle Gott, wenn unübersehbare Scharen von Russen in den masurischen Sümpfen einen schrecklichen Tod finden oder wenn fast 2000 Seeleute durch U 9 auf den Grund des Meeres befördert wer den. Und solche Aeußerungen dankbarer Freude sind echt deutsch und sind echt christlich. Es dürfte viele Christen geben, die mit dem hier an den Tag gelegten Christentum keinesfalls einverstanden sind. Sogar viele Nichtchristen werden christlicher denken.

Zigarrenverteuerung. Die Tabakfabrikanten sind mit den Kriegsgewinnen, die sie durch die Heereslieferungen machten, noch nicht zufrieden; sie kündigen jetzt eine Preis erhöhung für die Tabakfabrikate an. Die neue Schröpfung der Raucher wird mit der Knappheit an Rohtabaken be gründet. Die Deutsche Tageszeitung schreibt zu dieser Be gründung:Diese ist ohne weiteres zuzugeben, wenn sie auch nicht in dem Maße vorhanden ist, wie es vielfach angenommen bird. In erster Linie beziehen wir aus Niederländisch-Indien Tabak, und dieses Rohmaterial steht uns auch zurzeit recht ausgiebig zur Verfügung. Auch aus anderen Ländern ist die Zufuhr nicht ganz unterbrochen worden, während es aller dings mit den amerikanischen Tabaken recht schlecht bestellt sein soll. Die Preissteigerung ist eben ein Mittel, um auf den Verbrauch einschränkend einzuwirken,. Daß dabei gleichzeitig die Warenhersteller kein schlechtes Ge schäft machen, das ist zuzugeben. Sie haben ja bisher schon echtgutabgeschnitten und dürften auch bei kleinerem Umsatze, aber höheren Preisen auf ihre Kosten kommen. Die geldliche Verteuerung ist es ja nicht allein, die im Tabak geschäft eine Rolle spielt, obgleich sie auch ganz wesentlich ins Gewicht fällt. Denn wenn eine 10 Pfennig-Zigarre zu 12 Pfg. verkauft wird, so bedeutet das schon eine Steigerung um 20 Prozent. Aber daneben spielen noch andere Preis verschiebungen mit, die der Raucher meist gar nicht merkt: die Zigarre z. B. ist leichter gewickelt, die Zusammensetzung des Tabaks ist eine etwas andere, meist nicht bessere geworden, die Formänderungen ermöglichen starke Einwirkungen auf den Preis. Diese Verschiebungen verteuern aber das Fabrikat oft sehr viel stärker als eine geldliche Preiserhöhung. Und mit solchen Preisverschiebungen dürfte in nächster Zeit noch mehr zu rechnen sein, als dies schon in Friedenszeiten der Fall gewesen ist.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten: Leutnant Adolf Jäger aus Gießen, Landw. Inf.⸗Regt 116.

0

1 Musketter Felir Noll aus Gießen, Inf.⸗Regt. 17. Ers.⸗Res. Carl Bu sch aus Gießen, Landw.⸗Inf.⸗Regt. 116.

Gefr. Johs. Scharmann aus Gießen. Heinrich Nagel in Rüddingshausen. Musketier Ludwig Heß aus Grüningen, Res.⸗Inf.⸗Regt. 87. Heinrich Dietz aus Kesselbach, Landw.⸗Inf.⸗Regt. 116. Musketier Heinrich Fischer aus Rudingshain, Kr. Schotten, Inf.⸗Regt. 144. Musketier Wilh. Schudt und Musketier Wilhelm Leidner, beide aus Wetterfeld. Vizefeldw. Friedr. Ufer aus Garbenheim, Inf.-Regt. 81. Füs. Wilhelm Keiner aus Werdorf, Inf.⸗Regt. 80. Musketier Wilh. Kern aus Naunheim, Inf.⸗Regt. 82.

Getreide für Jutterzwecke. In seiner letzten Sitzung hat der Bundesrat einen Beschluß über das Schroten von Brotgetreide ge⸗ faßt, bei dem es sich um die Versorgung der Landwirtschaft mit Futtermitteln handelt. Die Reichsgetreidestelle ist mit einem sehr bedeutenden Vorrat an Brotgetreide aus dem letzten Erntejahr. in das neue hineingegangen. Außerdem ermöglichen die bisherigen Erfahrungen, von der Rücklage so großer Reserven abzusehen, wie ursprünglich in Ausficht genommen war. Es werden infolgedessen bedeutende Mengen von Brotgetreide verfügbar, die für die Auf- zucht und die Durchhaltung unserer Viehbestände Verwendung finden sollen. Zunächst dürfte es sich um etwa 150 000 Tous Ge⸗ treide handeln, das geschrotet werden soll. Vielleicht wird sich das endgültige Ernteergebnis so gestalten, daß noch weitere Mengen für Futterzwecke verwertet werden können. Das Schrot wird der Landwirtschaft zu demselben Preise überlassen werden, der für Futtergerste festgesetzt ist. Zur Verhütung von Unregelmäßig⸗ keiten ist eine leichte Färbung des Schrotes mit Eosin in Aussicht genommen. Durch die Herabfetzung der Ausmahlung von 82 bezw. 80 Prozent auf 75 Prozent, die gleichzeitig einer Verbesserung des Mehles dient, wird der Zuwachs an Futtermitteln von etwa % Million Tonnen gewonnen.

Die Weiterzahlung der Reichskriegsunterstützung für die Fami⸗ lien Gefallener. Durch Gesetz vom 30. September 1915 ist bestimmt worden, daß die Familienunterstützung während dreier Monate über den Zeitpunkt hinaus zu gewähren ist, von dem an das Recht auf Hinterbliebenenbezüge in Kraft tritt. Das ist, falls auf die Gnaden⸗ löhnung verzichtet wird(was wir als die Regel empfehlen möchten). der auf den Sterbetag folgende Tag. Es lausen als von dem auf den Sterbetag des Gefallenen folgenden Tage ab während dreier Monate Hinterbliebenenrente und Reichtsfamilienunter tiitzung neben einander. Wenn über die Dauer von drei Monaten hinaus die Reichssamilienunterstützung weiter gezahlt wird, weil die Hinterbliebenenbezüge noch nicht festgesetzt sind, so gilt diese weiter gezahlte Unterstüützung als Vorschuß auf die Hinterbliebenenbezüge

und kommen bei deren Auszahlung in Abzug.

Die Teuerungszulagen(Kriegsbeihilsen) für die preußisch⸗ hessischen Eisenbahner sind jetzt bekanntgegeben worden. Es sollen danach diejenigen verheirateten oder verwitweten mittleren und

unteren Beamten, die weniger als 2100 Mark Diensteinkommen be

ziehen und ein oder mehrere Kinder zu unterhalten haben, eine monatliche Kriegsbeihilse für jedes Kind unter 15 Jahren er⸗ halten und zwar 6 Mk. sür 1 oder 2 Kinder und 3 Mk. für jedes

weitere Kind unter 15 Jahren. Nicht zu berücksichtigen sind die⸗ jenigen Beamten, welche bereits vorher Zulagen erhalten hatten.

Die Umschnürung von Postsendungen. Um dem Mangel an Bindfaden aus Hanf, Baumwolle u. dergl. abzuhelfen, sind verschie⸗ dene Ersatzmittel in Gebrauch genommen worden, von denen u. a. Bindfaden aus Papierfasern, mit Papier oder anderen Stossen um- sponnener Draht usw. sich im allgemeinen als brauchbar erwiesen haben. Derartige Ersatzmittel können auch zur Umschnürung der Postsendungen, insbesondere der über 50 Gramm schweren Feld postbriefe mit Wareninhalt(Päckchen), verwendet werden, voraus⸗ gesetzt, daß sie haltbar sind und eine seste Umschnürung damit her⸗ gestellt werden kann. Dlinner Draht(sog. Blumendraht) ohne Um⸗ spinnung ist zur Verpackung von Postsendungen nicht geeignet, weil er sich nicht knoten läßt und Verletzungen des Personals und Be⸗ schädigungen der Briefbeutel und anderer Postsendungen durch den Draht unvermeidlich sind, namentlich wenn die Umschnürung und der Verschluß nicht sorgfältig ausgeführt werden. g

Kriegsschwindel. Die in Deutschland ziemlich stark vertretene Klasse der Industrieritter findet immer neue Wege, um aus der Not der Zeit Kapital zu schlagen. Jeden Tag fast tauchenNahrungs⸗ Ersatz⸗Mittel auf, die in schwindelhafter Weise angepriesen wer⸗ den. erade die ärmsten Kreise der Bevölkerung werden dadurch, unverschämt betrogen. So wird jetzt wieder einKriegsfleisch ersatz angeboten. Die Behörden haben sestgestellt, daß dieses neue Nahrungsmittel aus braunen, gelatinösen, nach Sellerie riechen⸗ den Stücken besteht. Die Masse ist zusammengesetzt aus Koöchsalz und einer dünnen Eiweißlösung, die mit Hilse gelatinierender Sub⸗ stanz in eine feste Form gebracht wurde. Der Nährwert ist ein außerordentlich geringer und entspricht dem Preise 60 Pfg. das Pfund in keiner Weise. Man müßte auch die Namen dieser In⸗ dustrieritter der Oeffentlichkeit übergeben. Gegen solche Elemente ist Rücksichtnahme keinesfalls angebracht.

Billige Schuhe kann man von den Schuhfabrikanten Christ. Deuser und Bernhard Bachmann, Inhaber der Firma F. E. Zöller, sowie dem Schuhhändler Ludw. Moch, sämtlich in Pirmasens, er⸗ halten. Trotz des durch den Krieg hervorgerufenen Mangels an Leder, verkaufen sie Kinder- und Mädchenstiefel zu 4,50 Mk. und 3,25 Mk. das Paar. Die Schuhe haben nur den einen Nachteil, daß ihre Sohlen aus Pappdeckel bestehen. Zur Täuschung der Käufer sind sie mit einer ganz dünnen Lederschicht derart gut beklebt, daß selbst Schuhhändler auf den Schwindel hereinfielen. Es bedarf keiner besonderen Aufklärung, daß solche Schuhe schon nach einem Tage, unter Umständen nach einer Stunde unbenutzbar werden und daß die Händler, die solche wertlose Ware in den Verkehr bringen, sich des Betruges schuldig machen und besonders in der gegen- wärtigen Notlage der allgemeinen Verachtung preisgegeben werden müssen. Rüicksichtslos muß gegen solche Ausbeuter des Volkes ein⸗ geschritten werden. Gegen die eingangs Genannten schwebt auch schon Strafverfahren bei der Staatsanwaltschaft in Zweibrücken. Jeder, der sich durch den Bezug minderwertiger Schuhe mit Papp⸗ sohlen betrogen fühlt, wolle seine Beschwerde bei der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schwindelfirmen in Lübeck mitteilen, damit sie die geeigneten Maßnahmen ergreift.

Die Strafkammer Gießen sah gestern zwei schwere Jungen vor ihren Schranken, die seit Jahren in allen möglichen Städten Deutschlands gemeinsam besonders Ladendiebstähle ver übten. Diese waren ihre Spezialität, aber sie genierten sich auch durchaus nicht, sich in anderen Branchen des Spitzbubenhandwerks zu betätigen und mitzunehmen, was ihnen gerade in die Hände fiel. Von einer Reihe Gerichte sind ihnen schon erhebliche Strafen zudiktiert worden. Der eine, noch ziemlich jugendliche Angeklagte, mit dem anWerthers Leiden erinnernden Namen Jerusalem hat bereits 6 Jahre 9 Monate Zuchthaus eingeerntet;: sein Kollege Schaffrath auch schon dreieinhalbes Jahr. Auf ihren Fahrten kamen die Beiden mit noch einem Dritten, der früher bereits ab geurteilt wurde und heute als Zeuge auftritt, Ende November 1913 nach Gießen, wo sie im Goldladen von Brück eine Uhr stahlen und bei Weinhändler Schwan ein silbernes Zigaretten-Etuis. Außer diesen Diebstählen kommen noch mehrere in Darmstadt und Offen⸗ bach verübte, mit zur Verrechnung. Beide Angeklagte sind ge⸗ ständig und sie werden mit den von andern Gerichten bereits er⸗ kannten Strafen wegen Diebstahls in 6 Fällen verurteilt: Jeru⸗ salem zu 8 Jahren 3 Monaten, Schaffrath zu 4 Jahren 6 Mo⸗ naten Zuchthaus. Bei der Verkündung des Urteils hatte das Ge⸗ richt bezüglich des Jerusalem 5 Jahre 8 Monate als gegen ihn be⸗ reits verhängt gerechnet, wogegen der Angeklagte als ordnungs⸗ liebender Mensch die Einrede erhob, daß es bereits 6 Jahre 9 Mo nate seien. Das Gericht mußte deshalb nochmals beraten und es erkannte jetzt auf 3 Monate mehr als vorher.

Musketier Carl Langs dorf aus Gießen, Inf.⸗Regt. 49.

Diese Frage war be

Was ist K. K. Brot 2 ö s i st K. K. Bro Der Bäs

rufungssache zu beantworten. Di 99 5 heim war vom Friedberger Schöffengericht zu 5 Mk, verurteilt worden, weil er Brot, den er 20 Prozent, ten und 10 Prozent geriebe Kartoffeln zugesetzt hatte, nicht mit K.! bezeichnet hatte. Er behauptet, daß dies bei Verwendung i Gerstenmehl nicht vorgeschrieben sei und das A ibt ihm Recht. Aus der Verordnung geht hervor, daß für rot, 1 Nanft herstellte, die BezeichnungK. K. nicht vorgeschr Seiner Berufung wird deshalb stattgegeben und es e olgt sprechung. 6 Küdtisch 2

Getragenes Schuhzeug. Von der städtischen Kriegs fürsorge wird um lleberlassung gebrauchten Schuhwerks beten, um damit die Familien der Kriegsteilnehmer zu unterstüß Gebrauchte Schuhe aller Art werden im städtischen Hospitalgebäud Seltersweg 11, entgegengenommen; auf schriftliche Mitteilung w 50 den sie in der Wohnung abgeholt. a i

Für die gefangenen Deutschen in Rußland werden durch d Rote Kreuz Sammlungen veranstaltet, heute und morgen sind 0 diesen Zweck besondereOpfertage angesetzt Daß unsere La N leute in russischer Gefangenschaft eine Unterstützung wohl ge⸗ ge brauchen können, darüber dürfte kein Zweifel bestehen, und wird gern zurLinderung der Not beitragen. Bei der furchtbaren

rung werden unsere minderbemittelten Mitbürger allerdings w 1 übrig haben, weil sie kaum ihre Angehörigen einigermaßen zu ers n nähren in der Lage sind. Indessen wird jeder der es irgend ein ein Scherflein beitragen wollen. Die Aufrufe sind allerdings in Et unserem Blatte nicht veröffentlicht worden; es scheint also, als 6 wenn man an zuständiger Stelle auf Beteiligung des Leser f der Oberhessischen Volkszeitung an der Sammlung Verz leisten wolle. Trotzdem wollen wir nicht diese naheli lle chlußfolgerung ziehen, sondern wir raten demjenigen, der et geben kann, dies zu tun. 5 Verdienste der Zuckerfabriten. Alle Zuckerfabriken. zeichnen im letzten Geschäftsjahre große Gewinne. Die Trach berger Zuckersiederei(bei Dresden) schloß im vorhergehe Jahre mit einem Ver lu st von 218 395 Mk. ab. Im letzten, 10 erzielte sie einen Gewinn von 142626 Mk. Daher die Ste 1 rung der Zuckerpreise! 8 9 Verhaftet wurde eine in der Löwengasse wohnende Franen person, der mehrere Diebstähle zur Last gelegt werden. g Farbige Gefangene. Gestern vormittag kam ein Tr sangener Marokkaner und Inder, zusammen etwa 120 Ma 0 an und wurden im Gefangenenlager untergebracht. Man den Leuten an, daß sie direkt aus dem Felde kamen; manche, f verwundet und das Gehen fiel ihnen offenbar schwer. Me 551 Verwundete wurden mit der Elektrischen befördert. Il Ein Paradies. Für den Amtsbezirk Cham in der baue Jor Oberpfalz, wurden mit sofortiger Wirksamkeit folgende H 976 festgesetzt: 1. Für Eier 10 Pfg. für das Stück beim Ankauf b r wirten vder Sühnerbesitzern. 11 Pfg. für das Stück im Handel oh ins Haus gebracht; 2. für Landbutter 1,30 Mk. das Pfund; 3 Butterschmalz 1,50 Mk. für das Pfund. Führwahr ein Par Kim Oberhessischer Kunstverein. Die Veränderungen im stellungssaal für Unterbringung der Gemälde der Dr. Han 1 Gedächtuis⸗Stiftung sind soweit fertiggestellt, daß die Eröffum 00 Ausstellung bald erfolgen kann. ladungen, die an sehr namhaf beg Künstler ergangen sind, haben Erfolg gehabt und bekannte Künstle tte

baben die Beschichlng der Eröffnungsausstellung zugesagt, f diese eine große Anzahl von hervorragenden Kunstwerken agufweisen können. Stadttheuter. Der Direktion ist es gelungen, trotz schwierigen Verhältnisse guten Ersatz für die ausscheidenden glieder zu gewinnen. Als erste Liebhaberin ist Frl. Ru be die das Fach in den letzten Jahren am Bremer Schauspielhause schönem Erfolg vertreten hat, verpflichtet worden. Als erste N kommt Frl. Else Burghoff vom Neuen Stadtheater in Bre haven; die liebenswürdige Schauspielerin hat sich bereits im S mer in Bad-Nauheim die Gunst des Publikums in hohem Maße e rungen. Eine junge fesche Soubrette gibt das Magdeburger Sto ö thegter in Frl. Herta Zon der van an uns ab. Das Fach fe Väter wird durch Herrn Wilhelm Hellmuth vom Hal 0 Stadttheater, das der jugendlichen Komiker durch Herrn A Eugens vom Dauziger Stadttheater vertreten werden. 2 Herren haben sich bereits im Sommer in Bad⸗Nauheim aufs bewährt. Für Helden und Liebhaber wurde Herr Ernst T lung vom Schillertheater in Hamburg verpflichtet. Die vom N jahre her bekannten und bewährten Kräfte wie die Herren Gol Dworkowski, Steinhofer, sowie die Damen Sch Freuzel und Jüngling wird das Publikum sicher wie gerne begrüßen. 5 Anlagemusik. Sountag, den 10. Oktober, vormittags 11% U! in der Südanlage, ausgeführt von der Kapelle des Landsturm⸗ Evsatz⸗Bataillons Gießen. Spielfolge: 1. Ouvertüre z. Op. nächtliche Wanderung von Moskau; 2. Die Waldschmiede, von Küßler; J. Alhambra, Walzer von Faust; 4. Arie g. d. O Glöckchen des Eremiten von Maillart; 5. Auf dem Nieder Patr. Potpourri von Schreiner; 6.Aus großer Zeit, Deut Soldateulieder-Marsch teu) von C. Krauße, Großh. Musikd A. D. Gießen. Anläßlich des Opfertages für die gefangenen schen in Rußland findet abends von 5 bis 6 Uhr Konzer dem Lindenplatz statt. Westerwald und Unterlahn. Wieder Opfer der Spielerei mit Schußwaffen. Als in Siegen zwei Sekundauer mit einem Revolver hantierten, entlud sic die tit

Waffe. Der Schuß drang dem einen ins Herz. Der Getrofsene n fort ede

Bon Nah und Fern.

Frankfurt a. M., 8. Okt. Zwei lebensmüde Brüder Im Stadtwalde fanden gestern nachmittag Spaziergänger n g 1 Schützenschneise die Leichen zweier junger Männer. Beide waren f erschossen. Die n wurden als die der Gebrüder Ernst um ö Paul Herbig, 25 und 23 Jahre alt, ermittelt. Was die beid den Tod getrieben hat und ob sie sich selbst gegenseitig erschofß baben, konnte gestern noch nicht ermittelt werden. Die Leichen wur den dem Sachsenhäuser Friedhof zugeführt. 0 Zwei Kinder totgefahren. Inu Godesberg wurden zwei Kinder, die auf der Stu spielten, von einem Kraftwagen überfahren und getötet. Wagenführer soll unterlassen haben, Warnungszeichen zu geben, 0 sodaß ihn die Schuld an dem bedauerlichen Unglück treffen würde. 0 Ein Brückeneinsturz. l Am Donnerstag abend ist die im Bau befindliche Od 0 rücke bei Fürstenberg eimgestürzt. Etwa 200 7 der fertigen Eisenkonstruktion liegen im Fluß. Neun Personen, meist Frauen, sollen ertrunken sein. 5 5

Vereinskalender. Montag, 11. Oktober.

Gießen. Schneider verband. 9 8 0 rlanns 1 lung im Gewerkschaftshause. 3 5 5 9

Von den Apotheken in Giessen ist am 1 den 10. Okt. von 3 Uhr nachmittags an und die hindurch geöffnet die

Pelikan-Apotheke. N

T. 10

ieferant

D. Haminks, Giesen r.

Gießen u. dar a