Ausgabe 
9.10.1915
 
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Telegramme.

Uüsberiht des Großen Haupthunfttz

Etwas Ruhe in der Champagne.

Einbruch nach Serbien in Fortgang.

W. B. Großes Hauptquartier, 8. Okt., vctm.(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nach den vergeblichen Durchbruchsversuchen der Fran zosen am 5. und 6. Oktober war der gestrige Tag in der Champagne verhältnismäßig ruhig. Das Grabeustück östlich des Navarin⸗Gehöftes, das die Franzosen noch besetzt hielten, wurde vormittags durch Gegenangriff gesäubert, wobei einige Gefangene und 2 Maschinengewehre in unsere Hand fielen. Gegen Abend nahm das feindliche Artilleriefeuer wieder zu. Nachts kam es an einzelnen Stellen zu Infanterieangriffen, die sämtlich abgewiesen wurden. Bei einem erfolgreichen Vorstoß auf eine vorgeschobene feindliche

Stellung bei St. Marie à Py nahmen wir dem Feinde

3 Offiziere und 250 Maun Gefangene ab. Oestlich der Argon neu bei Malancourt wurden mehrere feindliche Minenstollen durch Sprengung zerstört. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

Russische Angriffe nördlich von Kosjany und südlich

des Wizniew⸗ Sees sind abgeschlagen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Die Lage ist unverändert.

Heeresgruppe des Generals v. Liusingen.

Bei Newel und Omyt(südwestlich vou Pin sk) sind russische Postierungen von uns vertrieben. Unsere Angriffe in der Gegend nordwestlich von Czartorysk machten Fortschritte. Die deutschen Truppen der Armee des Generals Grafen Bothmer wiesen mehrere russische Angriffe ab.

Balkankriegsschauplatz.

Der Uebergang über die Drina, Save und Donau nimmt einen günstigen Verlauf.

Südwestlich von Belgrad sind 4 Offiziere, 396 Mann zu Gefangenen gemacht und 2 Maschineugewehre erbeutet. Gegenüber von Ram fielen nach Kampf 3 Geschütze in un sere Hand. Oberste Heeresleitung.

2 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Alle russischen Angriffe abgewiesen.

4000 Russen gefaugen genommen.

Wien, 8. Oktober.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 8. Oktober 1915.

Russischer Kriegsschauplatz.

Der Feind griff gestern an der ganzen ostgalizischen und wolhynischen Front an. Seine unter großen Kräften und Muniiongaufwand geführten Angriffe blieben ohne Er⸗ folg. An der bessarabischen Grenze auf den Höhen des Dujestr und an der Strypa brachen die russischen Sturmkolonnen zusammen, ehe sie an unsere Hindernisse herankamen.

Nordwestlich von Tarnopol drangen die Russen au zwei Stellen in unsere Schützengräben ein, wurden aber durch herbei⸗ eilende deutsche und österreichisch⸗ungarische Unterstützungen heute morgen wieder zurückgeschlagen. Ein ähuliches Geschick hatte der feindliche Angriff auf das nordwestlich von Kremjenee liegende Dorf Sakano w, das gestern als Mittelpunkt erbitterter Kämpfe mehrmals den Besitzer wechselte, nun aber wieder festein unserer Hand ist. 1

Ebenso warfen wir sübwestlich von Olyka überlegene russische Kräfte im Nahtampf zurück, wobei sich das Jufauterie⸗ Regiment Nr. 89 und das Landwehrinfanterie-Regiment Teschen Nr. 31 besonders hervortaten. Sehr heftig wurde auch südlich von Olyka gekämpft.

Nördlich und nordöstlich von Kolki gewannen Ansere Gegenangriffe neuerlich Raum. Wir entrissen dem Feinde

die Dörfer Lisowo und Galuzia 85 2 Insgesamt wurden in den gestrigen und vorgestrigen Kämpfen auf wolhynischem Boden etwa 4000 Russen gefangen ge⸗ nommen. Der Gegner erlitt sehr große Verluste. Italienischer Kriegsschau platz Gegen die Hochfläche von Vilgereuth setzten die Italiener gestern nachmittag an der ganzen Front mit starken Kräften zu einem neuen Angriff an, der gleich allen früheren blutig ab⸗ gewiesen wurde. Besonders heftig tobte der Kampf un. einen unserer Stützpunkte nordöstlich des Maroniaberges. Hier stürmten drei feindliche Bataillone dichtgedrängt vor, drangen durch das zer⸗

reschischen Landwehr⸗Regiments Nr. 14 mit dem Bajonelt hinaus⸗ geworfen. Der ganze Angriff endete mit der Flucht der Jtalfener in ihre Ausgangsstellungen.

Im Nordteil des Doberdo⸗Abschuittes griff der Feind wieder vergeblich an. Bei Selz verjagten die Abteilungen des In⸗ janterie⸗Regiments Nr. 87 die Italiener aus einem in ihrer Kampflinie gelegenen Steinbruch, schlugen einen Gegenangriff ab und sprengten die feindlichen Stellungen.

Südöstlicher Kriegs schauplatz. Der Uebergang der österreichisch⸗-ungarischen und deutschen Streitkräfte über bie untere Drina, die Save und die Donau wurde fortgesetzt. Die Versuche der Serben, unsere Unterneh⸗ mungen zu stören oder zu vereiteln, scheiterten auf allen Punkten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnaut. 6

Der Vormarsch gegen Serbien.

Dem Berl. Tagbl. wird aus dem K. und pressequartier gemeldet: Die Offensive gegen Serbien ist nunmehr aus dem vorbereitenden Stadium in das ausffh rende getreten. Während die Artillerie der Verbündeten die Drinabefestigungen der Serben zusammenschoß und die ser bischen Grenzschutztruppen Tag und Nacht beunruhigte, wur⸗ den auf der Eisenbahn Pontons und Brückenschlagmaterial in großen Mengen herangeführt und gänzlich unbemerkt an ge⸗ eigneten Punkten zur Verwendung vorbereitet. Französische Flieger, die nach Ungarn kamen, wurden teils durch geschickt angelegte Maskierungen getäuscht, teils durch unsere Ah⸗ wehrgeschütze und Kampfflugzeuge vernichtet. Ein Bom⸗ bardement von furchtbarer Heftigkeit trieb den serbischen Grenzschutz in die Deckungen und legte Sperrfeuer zwischen ihnen und dem Angreifer; darauf begannen an zahlreichen Stellen zugleich deutsche und k. k. Pioniere unter Infanterie⸗ schutz' die Uebergangsvorbereitungen. In wenigen Stunden wurde die Drina, Save und die Donau an mehreren Punk⸗ ten übersetzt. Die übergegangenen Sturmkolonnen iffen die serbischen Grenztruppen und Vorhuten an, die sich ver gebens in den zerstörten Stellungen zu halten suchten.

Erfolgreiche Angriffe auf Trausport⸗ dampfer.

Unsere Unterseeboote haben in der letzten Zeit mit außer⸗ ordentlichem Erfolge im Mittelmeer operiert. Sie haben seit Mitte September eine ganze Anzahl großer Dampfer ver⸗ senkt, darunter eine Anzahl größerer Truppentransport⸗ dampfer. Versenkt wurde kürzlich erst der DampferArabia, ein Schiff von 8000 Tonnen mit 18 Seemeilen Geschwindig keit und mit englischen Truppen an Bord. Ferner sind tor⸗ pediert worden der DampferRamasan am 18. September mit 500 Mann indischen Truppen an Bord,Patagonia 3000 Tonnen am 15. September,Linkmoor 4000 Tonnen am 20. September,Cyrene 3000 Tonnen am 8. Oktober; an französischen DampfernIndian 800 Tonnen,l' Aude 3000 Tonnen,Ville de Mostaganem 2650 Tonnen,Provincia 3000 Tonnen undRavitailleur 3000 Tonnen, dazu noch eine Anzahl kleinerer Dampfer. Alle Versuche, durch Gegenmaß regeln die Erfolge deutscher Unterseebbote im Mitelmeere zu verhindern, sind bis jetzt gescheitert.

Da wird der Entente auch die Absendung von Hilfstrup pen für Serbien sehr schwer werden.

Nussische Verlegenheiten.

K. Kriegs⸗

vegt. berrscht Mangel an Lebeysmitteln, die Preissteigerung ist enorm. Der Stadtrat erbat von der Regierung dringend einen Millionen- Vorschuß. Die Ereignisse in Griechenland.

Mailand, 8. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) oft gut unterrichtete Sonderberichterstatter des Corriere della Sera in Athen gibt unter dem 6. Oktober interessante Einzel⸗ beiten über die letzten Ereignisse in Griechenland. U. a. teilt er mit, daß bei Bekanntwerden Demisszon

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der Veniselos' Kundgebungen mit Hochrufen auf den König stattfanden, denen von keiner Seite auch nur im geringsten widersprochen wurde. Das Werk Veniselos', der immer angegeben habe, mit dem König eines Sinnes zu sein während ihre Anschauungen immer auseinandergingen, habe

gehängt. Mit sibyllinischen Phrasen hobe der Minister

präsident immer von vollem Einverständnis mit dem Köni

gesprochen, wobei er aber immer nur von angeordneten oder zukünftigen Maßnahmen gesprochen habe und nicht von der Politik, die immer ein dunkler Puntt in der Situation ge⸗ blieben sei. In einem unlängst gewährten Interview, das, Veniselos nicht zu telegraphieren erlaubte, habe Veniselos sich über einen Punkt nicht festlegen wollen. Er habe nur, gesagt, so lange er am Ruder sei, bedeute dies, daß er und der König einig seien. Aber so hätte es nicht weiter gehen tönnen, ohne die Ententemächte regelrecht zu be⸗ trügen, die einzig und allein im Vertrauen auf Veniselosihre Soldaten ausschifften und ihre Vorbereitungen getroffen hätten. Bevor sich die Krisis zuge⸗ spitzt habe, hätte Veniselos das Bedürfnis gefühlt, sein Ver- hältnis zur Krone zu klären, um nicht nachher in der Patsche zu sitzen. Daher seine Aeußerungen in der Kam⸗ mer, infolge deren der König Veniselos zu sich rief, Worauf die Demission erfolgte. Bevor Veniselos den König verließ, habe er ihm den Gedanken eines Koalitionskabinetts unter Zaimis entwickelt. Dies neue griechische Kabinett, so schreibt der Berichterstatter, versuche eine versö hnliche P o lit ix dem Vierverband gegenüber zu befolgen, da es Repressalien zur See vermeiden wolle. Es sei daher möglich daß die von dem Vierverband verlangten Garantien für den Durchzug der Truppen an der Grenze bei Salonik gewährt

werden. Man habe übrigens endlich gleichlautende Nach⸗ richten über die Landung französischer Truppen in Salonik. Die ersten Verbände hätten sich kompagnieweise

nach Santo Parasken begeben, wo Feldlager errichtet seien. Eine zahlreiche Volksmenge längs der Straße hätte sich zurückhaltend verhalten. Der Eindruck der griechischen Truppen sei sehr gut gewesen. Gemischte Wachen aus fran⸗ zösischen und griechischen Soldaten hätten verhindert, daß die gelandeten Soldaten Salonik betraten. Der Transport der Truppen nach Serbien sollte mit 500 serbischen Wagen erfolgen, sei aber infolge der Ministerkrise vorerst verschoben worden. 5 1 1 W Die Haltung der veniselistischen Partei. London, 8. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Reuter Burkau meldet aus Athen: Die neuen Minister haben den Eid ge⸗ seistet. Es verlautet, daß die Veniselos⸗Partei die neue Negierung unterstützen wird, um weitere Verwickelungen zu vermeiden, da eine Kammerauflösung in der Mobilmachungszeit einen chaotischen Zustand herbeiführen würde. 1 Verantwortlicher Redakteur; F. Vetters, Gießen. 1 Verlag von Krumm& Cie., Gießen. l. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

Bekanntmachung.

Alle diejenigen, die Wieseuheu, Klee⸗ und Luzernheu am 2 September d. J. im Gewahrsam hatten, sordere ich hiermit auf, dieses sofort auf dem Stadthaus Zimmer Nr. 9 anzumelden.

Wer die Anzeige nicht in der angegebenen Frist erstattet, oder wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 15 000

Mark bestraft. 4 Gießen, den 7. Oktober 1915.. 1 Der Oberbürgermeister. 2 25

Keller.

Oeffentliche Aufforderung.

mitteln und innerhalb einer dem Stadthaus, Zimmer Nr. 9 anzuzeigen. in welcher Art und Weise(Abwiegen oder Sch ermittelt worden ist.

Abzüge flir Schwund und Verderb dürfen nicht vorgenommem werden.

Dagegen ist möglich auf kranke oder verdäch

zen) das Ergebnis

st genau sestzuͤftellen, welcher Teil der Ernte Knollen entfällt. 3 der er auf Grund der angezogenen gesetz⸗ nicht in der gesetzten Frist erteilt

10 dige Angaben macht,

wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft. Auch können Vorräte, die verschwiegen sind, für dem Staat verfallen erklärt werden.

25

der unwif

Ein Ausschuß von erfahrenen Landwirten wird die gemachten; Angaben nachprüf 1 Gießen, den 28. September 1915. 0 Der Oberbürgermeister. 2

e. 4 Verstorbene. Johannes Döbus in Gießen, 78 Jahre alt.)

ef Frau Maria Bräunig Witwe, geb. Heitzenröder, in Wetzlar,

seit Anfang der Mobilmachung an einem Spinnewebfaden

77 Jahre alt.

störte Hindernis ein, wurden aber durch Abteilungen des Oester⸗

Unter den Gegenständen,

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für Um hier helfend eingreifen zu können,

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Kriegerfamilien freundlichst zuweisen zu wollen. im städtischen Hospitalgebände, Seltersweg 11. 8 g i 8 Rneumasismus-, Ischias- und Gichtleidende

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zur Verteilung an bedürftige Die Entgegennahme erfolgt im städtischen Auf schriftliche Mitteilung läßt die städtische

auch in den Wohnungen der Geber abholen. Gießen, den 6. Oktober 1915.

Städtische Kriegsfürlorge

Keller. Dr. Ebel.

die durch den Krieg am meisten verteuert 1 i i i erk, dessen Beschaffung heute den Familien der e eee sehr schwer oder überhaupt nicht mög⸗ lich ist. Bei der städtischen Kriegsfürsorge wird daher immer häufiger das Ver⸗

langen nach Gewährung von Schuhen Erwachsene und Kinder erhoben.

wenden wir uns an die so oft Mitbürger mit der dringenden Bitte, uns

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