Ausgabe 
9.10.1915
 
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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

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Nr. 237

Gießen, Samstag, den 9. Oktober 1915

10. Jahrgang

Im Höheput

einde im eigenen Land.

ius parlamentarischen Kreisen schreibt man uns: n einer bestimmten Presse, dexen Tendenzen durch die Namen e Tageszeitung, Rheinisch⸗Westfälische Zeitung zur Genüge gerigt sind, geht zur Zeit ein richtiges Kesseltreiben vor sich aden BundNeues Vaterland. Dieser Vereinigung, an deren i Persönlichkeiten von unbezweifelbgrer Treue zu Deutschland e wird vorgeworfen, daß sie durch ihre Veröffentlichungen die fte des feindlichen Auslandes besorge und so die schweren e der deutschen Truppen zunichte mache. Die Hetzpresse der ühschen Länder nutze diese Veröffentlichungen aus, um ihrem um zu erzählen, es bestehe in Deutschland Kriegsmüdigkeit, em seien Rundschreiben des Bundes an seine Mitglieder ins lud gelangt, durch welche Petitionen für und gegen Annexio⸗ er Kenntnis des Auslandes gekommen seien und dieses in die persetzt worden sei, Stimmung gegen Deutschland zu machen. würde kaum der Mühe lohnen, von dieser mit aufreizenden worten wieSchüsse in den Rücken,Feinde im eigenen und dergleichen betriebenen Hetze Kenntnis zu nehmen, e nicht geradenwegs denunziatorischen Charakter trüge. Die behörden werden aufgerufen, der ohnehin in ihrer Be⸗ sfreiheit arg eingeschränkten Vereinigung den Lebensfaden imdig zu unterbinden. Von schlimmeren Zwecken der Hetze cht zu reden. Was aber ganz besonders dazu Veranlassung egen diese letztere Stellung zu nehmen, ist der Umstand, daß umgekehrt die Presse, welche sie betreibt, und deren Hinter⸗ ler es sind, welche Deutschland wirklich im Auslande schaden, var nicht nur im feindlichen, sondern auch im neutralen d. Durch ihre sinnlosen Ergüsse wilden Hasses, ihre Agi⸗ für angemessene Friedensforderungen Deutschsands liefern Deutschland feindlichen Presse im Ausland immer neues Aeiial für deren Hetzartikel. Sie sind die wirklich gefährlichen ide im eigenen Land, denn gerade sie haben den für die Aus⸗ thwolitik Deutschlands verantwortlichen Personen wiederholt asse in den Rücken versetzt, welche ihnen Schmerzensrufe ent⸗ ke,, wie sie der BundNeues Vaterland noch nie veranlaßt Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung weiß davon zu erzählen. tiaben keinen Anlaß, uns als Hüter der Reichsregierung aufzu⸗ (en. Aber soviel ist jedem klar, der unser politisches Leben auf⸗ kamen Blickes verfolgt, daß, wenn die Leiter der Auswärtigen Ie Deutschlands bei Bemühungen, die Zahl von dessen Feinden irgend jemand Schutz brauchen, sie ihn gegen die nötig habeg. welche sich herausnimmt, den BundNeues Keand der Schädigung Deutschlands zu zeihen, weil er, statt

waßlose, für maßvolle Friedensziele eintritt.

kopiel an die Adresse der konservativen und nationalliberalen lber dieser Hetze. An ihr haben sich aber auch volkspar⸗ il che Blätter, wie Freisinnige Zeitung, Hamburger Fremden⸗

Matisw. beteiligt, zum Teil gleichfalls in gehässig denunziatori⸗

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Wendungen. Sie machen u. a. den Bund dafür verantwore⸗ gewisse annexionistische und anti⸗annexionistische Denk⸗ uten ihren Weg ins Ausland gefunden haben. Als ob nicht Druckwerk, das an einen größeren Personenkreis versandt schließlich auch in die Hände von Personen gelangt ist, für die

t bestimmt war. Dinge, für die in weiteren Kreisen agitiert ind einfach nicht auf die Dauer geheim zu halten, auf die eine endere Weise kommen sie doch ans Licht und damit auch ins

ö uche Ausland, das über die Vorgänge bei uns und namentlich

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be hie Aeußerungen unserer Presse von Korrespondenten in neu⸗ en Ländern sehr gut unterrichtet wird. 2 e muß denn der Freisinnigen Zeitung das folgende passieren: volkspartefliche Blatt ist ganz besonders ungehalten darüber, e Pariser Humanité die anti⸗annerionistische Denkschrift des Neues Vaterland in die Hand bekommen hat und nun tlichte. Aber die Humanits hat auch die anti⸗annexionistische ichrift der freikonservativ⸗liberalen Intellektuellen, eines Del⸗ veröffentlicht, und in ihrer Nummer vom 2. September ug sie sogar ein Verzeichnis der hauptsächlichsten Unterzeichner ein Denkschrift. Und woher hat sie das Wissen davon? Man * sei entsetzt, empört: aus der Freifinnigen Zei⸗ * zalsächlich ist es natürlich alles Mögliche, nur nicht eine kilhgung Deutschlands, wenn das Ausland erfährt, daß es bei Wach Leute, ja sogar Geleheete gibt, die in dieser Zeit der Per⸗ ung der Geister einen leidlichen Blick für das politisch Mög⸗ c und Vernünftige sich bewahrt haben. Am Ruf, überlegte zu beherbergen, ist noch kein Land zugrunde gegangen. Das in selbst volksparteiliche Redaktionen begreifen. * 8

Griechenland und Bulgarien.

uf dem Balkan überjagen sich förmlich die Sensationen. Nach obilisation Bulgariens kam das Ultimatum Rußlands, die Asche Mobilmachung, die Truppenlandung in Saloniki, 155 1 Assche Protest, die Demission Venizelos, nach dieser die Abreise Wierverbandsgesandten aus Soja und die Bildung eines Kean Gsninisteriums in Athen. Man braucht kein Prophet zu sein, un stens eine weitere Senfation vorhersagen zu können; 1 00 Umatum Bulgariens an Serbien und den en- Euch zwischen diesen beiden Staaten. Inzwischen aber kon zen. it sich die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf die Vorgänge wechenland und auf das Verhältnis dieses Landes zu Bulgaren Esceint nach allen Mitteilungen, die selbst Reuter und die en Uresse verbreiten müssen, sicher zu fein, daß es nach der 120 des griechischen Ministerpräsidenten weder zu. einer Mevo⸗

in Griechenland noch zu einer Kriegserklärung dieses Landes (garen oder an den Vierverband kommt. Der Anhang, den Rinig im Lande gewonnen hat und der sich besonders aus 0 trischen Erfolgen als Kronprinz im zweiten Balkankriege ce sscheint weit stärker zu sein, als man bisher irgend wn dur

Es kommt aber ein allgemeiner politischer Grund für

ikt des

die gegenwärtige kriegerische Enthaltsamkeit Griechenlands hinzu, die unferes Erachtens viel zu wenig gewürdigt wird. Die Verwick⸗ lung Griechenlands in einen Weltkrieg bedeutet nämlich für Griechen⸗ land etwas ganz anderes, als seinerzeit seine kriegerische Ein⸗ mischung auf dem Balkan bedeutet hat. Es gibt kein Volk der Welt, die Juden ausgenommen, wenn man sie als Nation betrachten wollte, das so sehr in der ganzen Welt verstreut lebt und so sehr mit anderen Nationen verwachsen ist, wie das griechische. Die Griechen in den fremden Volkskörpern haben sich außergewöhnlich schnell und gründlich ihrer neuen Umgebung angepaßt und die Verwirklung Griechenlands in den gegenwärtigen Weltkrieg würde nicht nur sie, sondern auch ihre heimatliche Regierung dadurch in katastrophale Widersprüche bringen können. Dieser Umstand wird sicherlich auch in Athen entsprechend gewürdigt und er bildet zweifellos für die be⸗ kannte Friedensliebe des Königs ein starkes Moment der Unter stitzung im Lande. Das deutsche Reich kann der weiteren Eutwick lung auf dem Balkan gegenwärtig verhältnismäßig ruhig entgegen⸗ sehen. Die Entscheidung Bulgariens für die Zentralmächte steht fest und die militärische Situation ist dadurch für uns und die Türkei wesentlich verbessert worden. Die militärische Ueber⸗ legenheit der Zentralmächte hat sich überdies im Osten so unzweifel⸗ haft erwiesen, daß sie auch im Südosten in höchstem Ansehen steht und jeder Gefahr trotzen wird. Andererseits aber kann der deutschen Heerführung und ebenso dem deutschen Volke nichts daran liegen, durch das Eingreisen Griechenlands im Sinne der Entente-Mächte einen Gegner mehr zu bekommen. Im Gegenteil wird Deutschland alles tun, was es vermeiden kann, einen neuen Gegner zu bekom⸗ men, um desto schneller mit den schon vorhandenen Gegnern mili⸗ tärisch fertig zu werden und den Frieden zu beschleunigen. Vom diplomatischen Standpunkte aus würde Deutschland freilich eine weit leichtere Situation auf dem Balkan bekommen, wenn Griechen⸗ land sich zu seinen Feinden schlüge, denn dies würde die Aus⸗ gleichung der zwischen Bulgarien und Griechenland seit dem zweiten Balkankriege bestehenden starken Gegensätze zweifellos erheblich er⸗ leichtern und beschleunigen. Aber kein vernünftiger Mensch wird aus diesem Grunde die offene Feindschaft Griechenlands wünschen, oder sie gar provozieren helfen. Nicht nur aus militärischen, son⸗ dern auch aus rein menschlichen Gründen werden wir uns deshalb mit aller Macht dafür einsetzen müssen, daß Griechenland zum mindesten neutral bleibt und alles vermeiden, was ohne Grund zur Verschärfung der Gegensätze zwischen Griechenland und Bulgarien beitragen könnte. Das neue griechische Kabinett.

Paris, 7. Okt. Agence Havas meldet: Zaimis hat die Bildung des neuen Kabinetts übernommen, welches Theo⸗ tokis, Rhallis, Dragumis und Gunaris um⸗ fassen wird. Die endgültige Ministerliste wird morgen dem König überreicht werden. Zaimis wird das Aus w ärtige übernehmen. 5 ö 2

Ueber die Entwicklung der Ministerkrisis macht Havas noch folgende Mitteilung: Der König empfing Dienstag abend Zaimis und am Mittwoch Gunaris und Rhallis, um sich mit ihnen über die Ministerkrisis zu besprechen. Im Laufe dieser Besprechungen er- suchte der König die ehemaligen Minister um ihre Unterstützung. Nach langer Diskussion wurde im Prinzip beschlossen, ein Koa⸗ littonskabinett unter dem Vorsitz von Zaimis unter Aus⸗ schluß von Veniselos zu bilden.

Die Klärung der Lage ist also erfolgt durch die Bildung eines Ministeriums Zaimis, dem sämtliche Fi der Opposition angehören. Die Leitung der Staatsgeschäfte übernimmt ein Ministerium, das mit der Neutralitäts⸗ politik des Königs einverstanden ist, und es hätte die Nach⸗ folge von Veniselos schwerlich übernommen, wenn es sich nicht die Kraft zutraute, dieser Neutralitätspolitik auch zur ehrlichen Anerkennung vor dem ganzen Volke zu verhelfen. Ob unter solchen Umständen der Vierverband noch den Mut haben wird, seinen Neutralitätsbruch durch die Fort⸗ setzung der Landung in Salon ik fortzusetzen, werden die nächsten Tage lehren. Man wird dann auch sehen, ob die Landung hier mit unzulänglichen Kräften unternommen wurde, weil der Vierverband über gen ügende Streit⸗ kräfte für einen Balkanfeldzug nicht verf gt, und es nur auf einen Bluff abgesehen war, um die griechische Armee für die Zwecke des Vierverbandes einzuspannen.

Die Truppenlandung in Salonik.

Der Berliner Lokal-Anzeiger meldet aus Chiasso: Der Corriere della Sera berichtet aus Athen vom 6. Oktober, daß die begonnene Truppenlandung des Vierverbandes in Salonik bis zur Klärung der Lage eingestellt worden sei.

Die Franzosen zum Fall Veniselos.

Die französische Presse macht, wie der Frankf. Ztg. berichtet wird, aus ihrer Ueberraschung über die Demissson von Veni⸗ selos kein Hehl. Der Temps führt aus, der König Konstantin sei aus Furcht vor Deutschlan d und vor dem deutschen Kaiser aufs neue zurückge wichen; aber die griechische Regierungs⸗ krisis könne die Expedition der Verbündeten nach Magedonien in keiner Weise beeinträchtigen. Das Echo de Paris nennt die Ent⸗ lassung von Veniselos einen Staatsstreich des Königs Kon⸗ stantin.Er hat, so sagt das Blatt,das Mobilmachungsdekret unterzeichnet, er hat der Landung französischer Truppen zuge⸗ stimmt, aber er will nicht in den Krieg ziehen gegen die mit den

Von einer Rücksicht auf die

Deutschen verbündeten Bulgaren. on 10 a keine Rede mehr sein. Es

innere Krisis Griechenlands könne jetzt handle sich darum, so schnell wie möglich den Deutschen den Weg nach Konstantinopel zu verlegen. Der Matin ist ebenfalls der Meinung, daß die vorgestrige Kammerrede von Veniselos dessen Demission herbeigeführt habe, weil der König gegen eine aktive Teilnahme Griechenlands am euxopäischen Kriege sei. Der König sei durch seine Umgebung totsächlich den deutschen Einflüssen ausgesetzt, er glaube an die deutschen Siegesberichte. und vielleicht habe ihm sein Schwager, der Kaiser, märchenhafte Vorteile für die Entlassung versprochen. Her vs spricht in der Guerre Sociale die Befürchtung aus, daß die Franzosen und Engländer angesichts der griechischen Neutralität nicht in der Lage sein werden, die 300 000 bis 400 000 Mann Truppen nach Mazedonien zu schicken, die zu einer erfolgreichen Expedition un erläßlich seien. Da auch Rumänien Neigung zeige, vor⸗ läufig neutral! zu bleiben, müsse FTtalien einspringen, damit die jetzt von Frankreich und England zu landenden 100 000 bis 150 000 Mann nicht nutzlos geopfert würden.

Die bulgarische Antwortnste.

Paris, 7. Okt. Savas meldet aus Sofia: Ein Com⸗ muniquc gibt bekannt, daß die bulgarische Note den Vertretern Frankreichs, Englands und Rußlands überreicht worden sei. Sie erklärt das Wesen der b ewaffneten Neutralität Bulgariens und weist die Anschuldigung bezüglich der angeblichen Anwesenheit d eutscher und österreichisch-ungarischer Offiziere in der bul⸗ garischen Armee zurück. Die bulgarische Regierung beab⸗ sichtigt die Veröffentlichung eines Grünbuches über ihre Ver⸗ handlungen mit dem Vierverband.

Gegen die Wehrpflicht in England. f

In Nottingham wurde am Dienstag die Generalversammlung des englischen Bergarbeiterbundes abgehalten. Der Vorsitzende teilte mit, daß von 700 000 Mitgliedern schätzungsweise mehr als 200 000 bereits Freiwilligendienst nahmen. Der Vorsitzende sagte weiter in seiner Eröffnungsrede, daß der Ruf nach allgemeiner Wehrpflicht aus zwei Gründen mißbilligt werden müsse. Einmal. weil England ein Freiwilligen-Heer zusammengebracht habe, das alle Träume der Konskription überträfe und dann, weil überhaupt keine autoritative Erklärung über die Bedürfnisse des Landes er⸗ folgt sei. Die Frage der Wehrpflicht würde als Vorwand für die industrielle Zwangsarbeit benützt. Es handle sich nicht darum, Soldaten für die Armee zu bekommen, sondern dahinter steckt die Einführung von Arbeiterzwang in den Fabriken, Bergwerken und Eisenbahnen.

Eine neue euglische 12 Milliarden⸗Anleihe.

Die Neue Zürcher Zeitung bringt eine Meldung vos Verhandlungen des englischen Schatzministers mit einigen Großbanken über eine fünfprozentige Anleihe von 600 Mil⸗ lionen Pfund Sterling.

Englische Geldsammlungen für Flüchtlinge.

T. U. Amsterdam, 7. Okt. Wie der Times aus Petersburg ge. meldet wird, hat sich die Einwohnerzahl von Petersburg, Moskau und anderen großen Städten durch die aus Westen geflüchtete Land⸗ bevölkerung um 50 Prozent vermehrt und die Ernährungsfrage be⸗ gegnet infolgedessen großen Schwierigkeiten. In Petersburg gibt es eine Million Einwohner mehr als sonst. Namentlich die Herbei⸗ schaffung von Lebensmitteln ist sehr schwierig, da es an Transport⸗ mitteln mangelt. Die Regierung habe die Versorgung der Haupt⸗ städte jetzt selber übernommen und dem Landwirtschaftsminister mit dem Ankauf und der Ueberführung von Lebensmitteln beauf⸗ tragt. Ein Komitee in London sammelt jetzt Geld für die jüdischen Schlachtopfer in Rußland und Polen. Der Vorsitzende des Komitees, in dem fast alle englischen Juden von Namen vertreten sind, ist Leopold von Rothschild in London. Die Firma Rothschild er- öffnete die Liste mit einem Beitrage von 5000 Pfund.

Freigabe des norwegischen Dampfers

Modig.

Das deutsche Oberprisengericht gab den norwegischen DampferModig, die beschlagnahmte Ladung und die für den Schiffswert hinterlegte Summe frei. Das Blatt Sjöfarts Tidende schreibt dazu: Dieses Urteil befestigt noch mehr den guten Ruf, den das Berliner Oberprisengericht sich bereits verschafft hat. Dieser neue Beweis der strengen Recht⸗ schaffung der deutschen Gerichte wird in Norwegen mit großer Befriedigung aufgenommen.

Präventivzensur in Rußland.

Kopenhagen, 7. Okt. Obwohl mitgeteilt wird, die russische Regierung habe den Vorschlag einer Wiederein⸗ führung der Präventivzensur abgelehnt, soll die Frage laut Nowoje Wremja noch schweben. Die Generalversammlung des Petersburger Pressevereins nahm eine Protestresolution gegen die Präventivzensur an mit der Begründung, diese würde ein Zusamemnarbeiten der Regierung mit der Presse, das in jetziger schwerer Zeit notwendig sei, unmöglich machen. Eine Deputation des Pressevereins suchte zweimal eine Audienz bei dem Mimister des Innern Schtscherbatow nach abar vergeblich.

die russischen