und Nachbargebiete.

. Gießen und Umgebung. 5 Mehr Schutz gegen die Groß⸗Molkereien! 1 1 Durch Verordnung des Frankfurter Generalkommandos tt mit Gültigkeit vom 1. Oktober ab bestimmt worden: Wer aan Händler oder Vereinigungen, die in den Städten Frank⸗ furt a. M.... Offenbach Haushaltungsvollmilch an die Verbraucher abgeben, Milch liefert, darf hierfür keinen 2 höheren Preis wie 22 Pfennige für den Liter frei Stadt 0 9 fordern. Trotzdem besitzt die Molker eigenossenschaft 60 Ostheim bei Butzbach, die bereits seit dem 18. September von einem hiesigen Milchhändler 22 Pfennige für den Liter gefordert hatte, obgleich der Kleinverkaufspreis nur 26 Pfg. . betrug, die Kühnheit, demselben Milchhändler zu schreiben: 1 3Vom 1. Oktober laufenden Jahres ab berechnen wir 10 das Liter Vollmilch mit 23 Pfen nigen gez. Dog. Und einem Frankfurter Milchhändler hat dieselbe 05 Molkerei sogar mitgeteilt, daß es von jetzt ab 24 Pfennige . für den Liter Vollmilch zu zahlen habe. Ferner wird uns 0 berichtet, daß die Molkerei Fischer in Selters die 9 ebenfalls bereits seit längerer Zeit 22 Pfennige gefordert und

15 erhalten hat, einem hiesigen Milchhändler mitgeteilt hat, sie stelle ihre Vollmilchlieferung ein, wenn er aber 23 Pfennige zahlen wolle, dann könne er auch weiterhin Milch erhalten.

Es darf erwartet werden, daß mit äußerster Strenge

gegen diese Leute vorgegangen wird. Was hier vorgeht, das % isst nachgerade ein Verbrechen am Volke. Die städtischen irg Milchhändler aber seien darauf hingewiesen, daß die von der Verordnung des Generalkommandos angedrohte Strafe bis

zu 1 Jahr Gefängnis oder bis zu 10000 Mark Geldstrafe auch den Händler trifft, der seiner Molkerei mehr als 22 Pfg. frei Stadt bezahlt.

nahe

1 Städtischer Wildbret⸗Verkauf. Von unserer Stadt⸗ ü verwaltung werden Vorbereitungen getroffen, der Be⸗

5 1 völkerung Wildfleisch zu angemessenen Preisen zuzuführen. n, Zu diesem Zwecke wird mit einer Anzahl Jagdpächter ver⸗ eeinbart, daß sie das von ihnen erlegte Wild der Stadt über.

weisen. Den Verkauf wird ein hiesiger Metzgermeister über⸗ nehmen, dem die Verkaufspreise vorgeschrieben werden.

unt

des

Diese Einrichtung ist gewiß zu begrüßen und wir sind über⸗ r zeugt, daß sie stark in Anspruch genommen wird, wenn die lang Preise erschwinglich sind.

W anne

Gegen den 7 Uhr⸗Ladenschluß, der von einer größerer

Anzahl Gießener Geschäftsleute angestrebt wurde, hat sich Widerspruch erhoben. Am Freitag abend waren diejenigen % Ladeninhaber zusammengekommen, die sich durch so frühen

semtt Geschäftsschluß benachteiligt glauben und sie wählten einen

un Ausschuß, der die nötigen Schritte gegen den früheren Schluß peil unternehmen soll. Es wurde in der Versammlung betont, ab daß die Geschäftslage gegenwärtig nicht derart sei, daß man * eine Stunde früher schließen könne. Besonders sei auch des a Sonntags ein früherer Schluß in Rücksicht auf die Landkund⸗ on schaft nicht angezeigt. Wir bemerkten kürzlich bereits, daß lreht für manche Geschäfte der 7 Uhr⸗Schluß Schwierigkeiten bei

der Durchführung bieten mag, wenigstens für die Ueber⸗

gangszeit. Aber man könnte ja für derartige Geschäfte Aus⸗

nahmen zulassen, wie das jetzt auch geschieht. Aber darüber

dürfte doch Einstimmigkeit herrschen, daß in den weitaus it! meisten Ladengeschäften der frühere Schluß ohne weiteres durchführbar ist und sowohl den Inhabern, wie dem Personal 1 80 Nutzen und Erleichterung brächte. Das Publikum gewöhnt 175 sich sehr bald daran, es hat sich auch gezeigt, daß die bei Ein⸗ führung des 8 Uhr-Ladenschlusses geäußerten Befürchtungen * nicht eintraten. Wer wird übrigen in Wäsche-, Kleider-, 0 Stoffe⸗Geschäften und vielen anderen ähnlicher Art abends

etwas kaufen? Jeder wird derartige Sachen bei Tageslicht ansehen wollen, ehe er zum Kauf schreitet.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten: Freiwilliger Albert Glater aus Wetzlar, Landwehr⸗Inf. Regiment Nr. 13.

Stäbtische Lebensmittel⸗Versorgung. Die Stadt Lübeck bat, um die Fleischpreise einigermaßen erschwinglich zu gestalten, zu nem nachahmenswerten Mittel gegriffen, was allerdings dem kübeckischen Staat einen sehr erheblichen Verlust im Staatshaushalt sringen wird. Um dem Lübecker Markte Schweinefleisch zuzuführen, bauptsächlich aber um der unerhörten Preistreiberei ein Ende zu gachen, mußte die Behörde erheblich früher als ursprünglich beab⸗ schtigt mit dem Verkauf von Gefrierfleisch beginnen, infolgedessen sie Vorräte frühzeitig zu Ende gingen. Um nun die Versorgung er Bevölkerung sicher zu stellen, hat die Behörde große Lieferungen tuf Gefrierfleisch abgeschlossen, das sie an die Fleischer zu einem liorgeschriebenen Einheits⸗Verkaufspreis abgibt. Der Verdienst des F wischenhandels wird verringert. Die Stadt Osnabrück hat fir 85 000 Mark Butter eingekauft und einfrieren lassen; es bellen gegebenenfalls Einkäufe im Betrage bis zu 130 000 Mark er⸗ solgen. Es wird in Erwägung gezogen, an die Bevölkerung Scheine zn verabfolgen, die zum Bezug billiger Kohlen berethtigen. Schädliche Einflüsse auf die Zugenderziehung. In der Allg. gehrerkorrespondenz wird auf die vermehrte Straffälligkeit der Jugend in der letzten Zeit hingewiesen. Als Ursachen dieser Er⸗ sheinung wird der Krieg angeführt. Ganz richtig wird gesagt:Von shädlichem Einflusse ist es, daß die Kinder vielfach durch das Haus licht ausreichend überwacht werden. Da die Schulen elfach zu Noteinrichtungen greifen müssen, wird die Tagesein⸗ telung für die Schüler unregelmäßig. Schwächere Naturen fühlen sch dadurch zumSchulenlaufen verfuchf, das, nicht sofort entdeckt, ergehen und Straftaten nach sich zieht. Militärische Schauspiele ühren mehr als sonst die Kinder zusammen; derkriminelle Spiel⸗ hieb erwacht und führt zu Ausschreitungen, an die der einzelne gur nicht denkt oder zu deren Ausführung er nur in seltenen Fällen en Mut besitzt. Daneben wirkt der Nachahmungstrieb 1 1 nehr als zu anderen Zeiten unheilvoll auf die Jugend ein. Das Soldatenspiel kaun in Roheit ausarten, die erfor⸗

0 derlichen Aus rüstungsgegenstände werden nicht selten auf unxed⸗ he Weise erworben. Mitteilungen in der Presse über jugendliche As reißer und ihre Vergehen ermutigen zu ähnlichen Versuchen. Die Schundlite ratur, jetzt fast nur unter patriotischem Titel und Deckmantel, trägt mit ihren unwirklichen, unwahren, nerven⸗ ütschenden Schilderungen ein übriges dazu bei, in der unbetreuten Jugend allerlekelbenteuergelülste zu erwecken. Die zunehmende Strafe ligkeit der Jugendlichen ist in der Mehrzahl der Fälle aber darauf rliczuführen, daß in der häuslichen Erziehung der Einfluß

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müssen, so sind die Kinder mehr oder weniger sich selbst überlassen und in Gefahr zu verwahrlosen.

e Teuere Heringe. Für gewöhnliche Heringe werden jetzt in den Läden 15 Pfg. und mehr für das Stück verlangt, wofür man früher 6, 7, höchstens 8 Pfg. zahlte. Um mehr als das Doppelte ist der Preis dieses Nahrungsmittels gestiegen; es muß ein Abend essen, bestehend in Kartoffeln und Hering, das früher vor dem Kriege als das billigste angesehen wurde, schon als eine teuere Mahlzeit bezeichnet werden, die sich eine gering bemittelte Familie kaum noch leisten kann. Ueberhaupt weiß eine Hausfrau, deren Wirtschaftsgeld nicht ziemlich reichlich bemessen ist, kaum noch, was sie eigentlich auf den Tisch bringen soll, da es fast nichts mehr gibt, was für mäßigen Preis zu beschaffen wäre. Was Heringe betrifft, liegt zu dieser Preistreiberei, die von den Fischreedern und Groß⸗ händlern ausgeht, keine Veranlassung vor, da die Fänge in der Nord⸗ und Ostsee außerordentlich reichlich ausgefallen find, die holländische Heringsfischerei, die durch den Krieg stark beeinflußt wurde, hat sich in letzter Zeit wieder sehr stark gehoben. Nach alledem müßten die Heringe ihren alten normalen Preis behalten, wenn nicht in dieser Kriegszeit jegliches Lebensmittel einer wüsten Spekulation unterläge, die dafür sorgt, daß kein Lebensmittel von der Verteuerung verschont bleibt. Hler find zweifellos unsaubere Spekulantenfinger im Spiele. Spekulanten haben gesorgt, daß der Preis für diese Armeleutenahrung so enorm gestiegen ist! Das Spekulantentum, das sich jetzt so breit macht, ist direkt gemein⸗ gefährlich!

Die Bluttat in Lampertheim. Vor dem Starken⸗ burger Schwurgericht begann am gestrigen Montag

die Verhandlung gegen die beiden Metzgergesellem Rich. Drabik, 21 Jahre alt, und Alb. Palig a, 19 Jahre alt, beide aus Königs⸗ hütte in Oberschlesien wegen Mord, Mordversuch und Diebstahl. Die beiden lamen im November v. J. zusammen mit den oberschlesischen evakuierten Militärpflichtigen nach Darmstadt. Die Gegend hatte ihnen, wie der Angeklagte Paliga sagte, so gut gefallen, daß sie, nachdem sie längst wieder in ihre Heimat zurückkransportiert worden waren, beschlossen, abermals ihre Schritte dahin zu lenken. Nach der Aussage von Drabik soll indessen Paliga den Vorschlag, wieder nach Darmstadt zu gehen, gemacht haben, mit der Motivierung, daß man hier leicht Diebstähle ausführen könne, weil wegen des Krieges wenig Polizei da sei. Um sich die Mittel für die weite Reise zu ver⸗ schaffen, verübten sie in Königshütte einen Einbruch, bei dem ihnen ungefähr 500 Mark in die Hände fielen. Das Geld aber haben sie unterwegs mit lustigen Frauenzimmern verjubelt, sodaß sie Ende April d. Js. hier sozusagen wieder mit leeren Taschen ankamen. Während Drabik als unsicherer Heerespflichtiger bei den 115ern eingestellt wurde, nahm Paliga Arbeit in Ober⸗Ramstadt. Bald daxauf schon desertierte Drabik, nachdem beide in der Kaserne ein⸗ gebrochen und sich so Revolver und Hirschfänger verschafft hatten. Paliga verließ auch seine Arbeitsstelle; beide wollten, wie Paliga sich ausdrückte, nunmehr Verbrecher spielen, um sich auf diese Weise ihren Lebensunterhalt zu sichern, wozu die Kriegszeit besonders ge⸗ eignet sei. Sie verabredeten auch(nach dem Geständnis Paligas), wenn es zu Ueberraschungen bei Einbrüchen komme, die Waffen zu gebrauchen. Am 20. Mai schon traten sie einem Makler Jankau auf der menschenleeren Landstraße zwischen Hemsbach und Laudenheim mit vorgehaltenem Revolver und dem Rufe: Das Geld, oder's Leben! entgegen. Sie erbeuteten eine ganze Mark in Papier. Drabik freilich behauptet, sein Kollege habe das allein geschafft, er habe nur zugesehen. Wie Paliga aussagte, habe ihm Drabik zu⸗ gerufen:Lauf ihm nach und stech ihn tot, damit er nichts verrät. Drabik bestreitet das aber. Paliga ist auch tatsächlich dem Makler nachgerannt und hat ihm einen Stich mit dem Hirschfänger in den Rücken versetzt. Da der Mann aber im raschen Fortlaufen war, hatte der Stich nur die Gewandung zerrissen. Paliga behauptet, daß er garnicht die Absicht gehabt habe, den Mann totzustechen, son⸗ dern er habe dem Drabik nur zeigen wollen, daß er keine Angst habe, etwas auszuführen. In dem großen Wald irrten sie daun mehrere Stunden umher, bis sie bei Lampertheim herauskamen. Hier schlichen sie sich am Dorfrande in eine Hofraite ein und nächtigten da in einem Stall. Dabei kundschafteten sie die näheren Verhält⸗ nisse aus, sodaß sie wußten, daß ein Mann und zwei Frauen das Haus bewohnten. In der folgenden Nacht gingen sie planmäßig zum Einbruch gegen das Wohnhaus vor. Aus dem leeren Schweinestall hatten die Metzgergesellen den Schluß gezogen, daß die Schweine bei der guten Marktlage verkauft seien und sich nun viel Geld im Hause befinden müsse. In der Küche tranken beide zunächst Kaffee. Als durch das Eindrücken einer Fensterscheibe die Witwe Frödert er⸗ wachte und im Rahmen der Wohnzimmertüre erschien, habe Drabik, so behauptet Paliga, ihm auf polnisch zugerufen:Stech sie, sonst werden wir überrascht. Paliga stach mit der Linken auf die arme Frau ein, die entseelt zu Boden stürzte. Die beiden liefen dann davon. Paliga behauptet, es wäre nicht passiert, wenn Drabik nicht gewesen wäre. Im Felde aber hat Paliga zu Drabik gesagt:Es (das Messer) ist hereingegangen wie Butter; jetzt habe ich meln Meisterstück gemacht! In Auerbach stahl Drabik ein Fahrrad vor einem Laden, in dem Paliga Zigaretten kaufte. Das Fahrrad sowie einen Mantel, versetzten sie und fuhren dann nach Königshütte zurück. Auch hier führte sie ihr Weg nicht zur Arbeit, sondern zu weiteren Einbrüchen. Am 29. Mai wurden sie auf Veranlassung der Darmstädter Staatsanwaltschaft festegenommen. Nach anfänglichem Leugnen räumten sie die Bluttat schließlich ein. Beide haben die Volksschule besucht. Paliga sagt von sich selbst, er sei nicht gern in die Schule gegangen. Bei seinem Vater erlernte er das Metzger⸗ handwerk. Drabik ist ein uneheliches Kind; in seiner ganzen Kinderzeit galt seine Mutter zuhause als seine älteste Schwester! Während Paliga den Drabik als den bösen Anstifter bezeichnet, be⸗ hauptet Drabik, daß die schlimmen Vorschläge stets von Paliga aus⸗ gegangen seien. Drabik ist vom Kriegsgericht wegen Fahnenflucht, Kasernendiebstahl usw. zu insgesamt 5 Jahren Gefängnis verur⸗ teilt worden. Außer den oben erwähnten Verbrechen hat sich Paliga auch noch wegen Begünstigung der Fahnenflucht und wegen des Kasernendiebstahls zu verantworten. Die Verhandlung wird heute Dienstag, fortgesetzt.

Oeffentliche Bücherhalle. Im September wurden 2247 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1276, Zeitschriften 163, Jugendschriften 218, Gedichte und Dramen 44, Literaturgeschichte 17, Geschichte und Biographien 138, Kunst⸗ geschichte 20, Naturwissenschaft und Technologie 140, Heer- und Seewesen 23, Haus- und Landwirtschaft 14, Gesundheitslehre 15, Religion und Philosophie 47, Staatswissenschaft 11, Sprachwissen⸗ schaft 21, Fremoͤsprachliches 30 Bände. Nach auswärts kamen 57 Bände.

Zigarettensteuer. Im Interesse unserer zahlreichen mit der Zigarettensteuer unterliegenden Waren Handel treibenden Leser machen wir an dieser Stelle auf die einschneidende Bestimmung in 8 15 des Zigarettensteuergesetzes besonders aufmerk⸗ sam, wonach derjenige, der sich gewerbsmäßig mit dem Verkauf von Zigaretten, Zigarettentabak, Zigarettenhülsen und Blättchen be⸗ fassen will, dies vorher der Steuerbehörde anzuzeigen hat. Die Anmeldung hat im Bezirk eines Steueramts bei diesem, im übrigen aber unmittelbar bei dem zuständigen Hauptsteueramt zu erfolgen. Die Beachtung dürfte umsomehr erforderlich sein, als Zuwider⸗ handlungen gegen die betreffenden gesetzlichen Vorschriften mit be⸗ sonders hohen Strafen, bis zu 300 Mk., geahndet werden.

reis rledbera⸗Büdingen.

Ende des Vaganten. Im Walde von Bisses wurde am Samstag ein beinahe 60 Jahre alter Mann tot aufgefunden. Es stellte sich heraus, daß der Tote ein gewisser Held aus Offenbach war, ber schon seit vielen Jahren die Welt durchstreifte und keinen festen Wohnsitz hatte.

KNrels Marburg⸗sirchhain. Ermäßigung der Brot- und Mehloreise in Marburg. Vom 4. Oktober ab wurde der Höchst preis für ein 4 Pfund⸗ Roggenbrot auf 66 Pfg. sestgesetzt; ein Pfund Weizenmehl

des Vaters fehlt. Der Krieg zeigt offenkundig, welche große der ihm gerade in den breiteren Volksschichtel zukommt. Da in erhöhtem Maße der Erwerbstätigkeit nachgehen

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Tahesbericht des Großen Hauptquartier

Teilangriffe in West und Ost abgewiesen. W. B. Großes Hauptquartier, 5. Okt., vorm.(Amtlich) Westlicher Kriegsschauplatz,

Englische Handgramatenangriffe auf das Werk nördlich von Loos wurden wieder abgewiesen. Bei den vergeblichen Angriffen auf dieses Werk haben die Engländer außer deh sonstigen sehr beträchtlichen Verlusten am Toten und Ver⸗ wundeten über 80 Gefangene und 2 Minenwerfer in unsexei Hand gelassen. 7

Daß von den Franzosen an der Höhe nordwestlich von Givenchy besetzte Grabenstück ist gestern zurückerobert 4 französische Maschinengewehre wurden dabei erbeutet.

In der Champagne lag stärkeres feindliches Artillerie feuer auf der Stellung nordwestlich von Sougin, wo auch Angriffsabsichten beim Feinde erkennbar waßen. Unsen Artilleriefeuer verhinderte ein feindliches Vorgehen.

Bei Vauqubis kamen wir mit Minensprengungen dem Feinde zuvor. Zahlreiche feindliche Minenstollen wurden abgequetscht. ö 7

Feindliche Flieger bewarfen den Ort Biascch e St Vannst nördlich Arras mit Bomben. Ein Einwohner wurde getötet. Sonst entstand kein Schaden. 7

Oestlicher Kriegsschauplatz. 3 Heeresgruppe des Generalfeldmarschallss v. Hindenburg.

Nach ihren Niederlagen am 3. Oktober haben die Russe gestern die Angriffe i schwachen Abteilungen wiederholt. wiesen.

1 1 gegen unsere Stellungen nur mit Sie wurden leicht abge

Bei den anderen Heeresgruppen hat sich nichts ereignet. 4

*** Russische Patrouillen tragen, wie einwandfres festgestell ist, zur Täuschung unserer Truppen deutsche Helme. Es i selbstverständlich, daß solche russische Militärpersonen, wen sie in unsere Hände fallen, nach dem Kriegsrechte behande werden. Oberste Heeresleitung. 7

** Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Wien, 5. Oktober.(W. T. B.) Amtlich wird verlausbatff 15. Oktober 1915. 27 Russischer Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 24 Italienischer Kriegsschauplatz. 133 Die Lage an der Südwestfront ist unverändert. Auf den Hochs flächen von Vilgereuth und Lafraun hat der Feind seine Angriffe gestern nicht erneuert. 0 Südöstlicher Kriegsschauplatz. i Unsere Truppen unternahmen von der Drinagrenze aus Stre fungen auf serbisches Gebiet. Es wurden Gefangene gebracht. Sonst keine besonderen Ereignisse. 98988 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. 0 7

Die große Offensive.

Unser französischer Korrespondent schreibt uns

29. September: 8 Die große Offenstwe, die von der französischen Presse so oft für den Herbst angekündigt worden ist, hat augenschein⸗ lich begonnen. Daß sie trotz der ungünstigen Witterung i Angriff genommen wurde, scheint unter dem Einfluß der bulgarischen Mobilmachung geschehen zu sein. Für das Ge⸗ lingen eines Durchbruchs der deutschen Linien ist in der Tat die Witterung von großem Einfluß. Der Lehmboden in Flandern, der Kreideboden in der Champagne, verwandeln sich bei feuchter Witterung in klebrigen Morast, der den Vor⸗ marsch der Infanterie, wie das Manöverieren der Artillerie ungemein erschwert. Es mußte dahen überraschen, daß die französische Heeresleitung nicht die Trockenperiode von An⸗ fang August bis Mitte September wählte, da ihr das Terrasg selbst eine Wahl nicht läßt. Das stark vorgeschobene Zen trum der deutschen Front zwingt zu einem Angriff auf den Flügeln. Mehrere Erwägungen mögen für die Hinaus schiebung der Offensive in Betracht gekommen sein. Di französische Heeresleitung hatte die Beobachtung gemacht, da die deutsche Heeresleitung bei Durchbruchsversuchen auf französischer Seite Truppenverschiebungen vom östlichen auf den westlichen Kriegsschauplatz vornimmt. Sie scheint also abgewartet zu haben, daß die deutsche Armee auf der Ost⸗ front so weit engagiert, die russische Armee derart mit Mu⸗ nition versehen ist, daß eine derartige Verschiebung der Re⸗ serven aus doppelter Ursache nicht odennur mit großen Zeit⸗ verlusten möglich ist. Ob die deutsche Heeresleitung auf die Reserven der Ostfront angewiesen ist, um eine Offensive dom Westen zurückzuweisen, ist freilich eine andere Frage. Di französischen Militärschriftsteller bejahten sie rundweg, Schließlich hat die französische Heeresleitung möglicherweise auch abgewartet, daß die französische Munitionsfabrikation derart verstärkt ist, um ihr auf jeden Fall ein erdrückendes Uebergewicht über die deutsche Artillerie zu geben. Dig diplomatische Notwendigkeit, auf die Balkanstaaten 8 moralischen Druck auszuüben, mag die französische Heeres leitung veranlaßt haben, die kurze Trockenperiode, die im Oktober gewöhnlich eintritt, nicht abzuwarten. Wie 1

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den auch sein mag, die am 25. September begonnene Offensive 0 unstreitig die wuchtigste und ausgedehnteste, die seit einem Jahr, seit der Schlacht an der Marne, von der französischen Heeresleitung unternommen worden ist. Sie fand gleich⸗ zeitig auf zwei Angriffsfronten statt, zwischen denen, einen vorgeschobenen rechten Winkel bildend, das deutsche Zentrum sich befindet. Es liegt auf der Hand, daß es in der Absicht der französischen Heeresleitung liegt, durch den gleichzeitigen Durchbruch vom Norden und Süden das deutsche Zentrum zur Räumung seiner Stellungen und zum Rückzug bis an die belgischen Ardennen zu zwingen. Ein französischer Angriff

kostet 24 Pfg., bei Bezug von 10 Pfund 22 Pfg.

mit den Gefahr verbunden, daß die fra

im Zentrum selbst von Reims bis Noyon ist außerdem

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