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Presse Frankreichs unzählige Male seit Kriegs a lität Belgiens

war, daß einzig die Verletzung der Neutra Ingland caf den Plan gerufen habe.) Friedensdemonstrationen in der Schweiz.

In der ganzen Schweiz fanden am Sonntag machtvolle Kund⸗ gebungen für den Frieden statt. Zumeist formierten sich die Teil⸗ nehmer zu geschlossenen Zügen, die unter Vorantragen von Jahnen und Tafeln mit entsprechenden Inschriften durch die Straßen zogen. Den Schluß der Veranstaltungen bildeten Versammlungen, in denen Vorträge gehalten wurden, die der Bedeutung der Aktion ent⸗

sprachen. Das Scheitern der lex Schiffer, das bekanntlich dem nationalliberalen Abg. Bassermann zu danken ist, bedingt die Beibehaltung der Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr auch für die geringste Uebertretung der auf Grund des Belagerungs-(in Bayern des Kriegs-) zustandgesetzes erlassenen militärischen Anordnungen. Der Senatspräsident Dr. Koffka schlägt nun vor, daß der Bundes rat auf Grund seiner Vollmacht die vom Abg. Schiffer bean⸗ tragte Milderung des Strafgesetzes anordne. Ob die Voll⸗ macht des Bundesrats soweit geht, ist fraglich und Vizekanzler Delbrück hat schon einmal ein Hinausgehen des Bundesrats über die ihm erteilte Vollmacht abgelehnt.

Die Notwendigkeit der Mis im Belagerungs zustandgesetz vorgesehenen Mindeststra, bes wird nun auch von der konservativen Berliner Presse anerkannt. Ahorn in einem Atem wird die Berechtigung der Gründe, die n. den Abg. Bassermann bei seiner Obstruktion leiteten, erkannt. Es handelte sich für ihn bekanntlich darum, seinem Parteifreund aus dem preußischen Landtag, Dr. Cremer eine Kritik seiner Zensorentätigkeit zu ersparen. Seither hat das zuständige Generalkommando eine Cremer⸗ freundliche Darstellung der Personalverhältnisse in der betr. Zensurstelle als unrichtig erklärt und Dr. Cremer ist in eine andere Dienstverwendung übersiedelt. Aber: Bassermann hatte Recht!

DieBeschützer der kleinen Staaten.

Zur Vergewaltigung der Neutralität Griechenlands heißt es im Berliner Tageblatt: Mit stürmischem Protest haben die Ententemächte den Einmarsch der deutschen Armeen in Belgien aufgenommen, und England hat sich an⸗ geblich nur deshalb zum Kriege entschlossen, weil die belgische Neutralität von Deutschland verletzt worden sei. Jetzt bei der ersten Gelegenheit, wo es ihnen paßt, setzten sich dieselben Ententemächte, die eben noch die Rechte der neutralen Völker

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an⸗

zu schützen vorgaben, über die Neutralitätsrechte eines kleineren Staates hinweg. Bulgarien endgiltigverloren! T. U. Kopenhagen, 5. Okt. Die dänische Presse hält nach der

Bekanntgabe des russischen Ultimatums den Anschluß Bulgariens an die Zentralmächte für entschieden. Ueber die Rückwirkung des bulgarischen Angriffs auf Rumänien und Griechenland urteilt Politiken, daß die rumänische Regierung aufrichtig für die Be- wahrung der Neutralität sei und daß Griechenland noch weniger einen Krieg wünscht. Hier vorliegende Nachrichten aus Paris be⸗ sagen, gleichzeitig mit dem russischen Ultimatum sind auch alle eng⸗ lisch⸗französischen Verhandlungen in Sofia abgebrochen worden. Die Regierungen in Nisch und Athen sind verständigt worden, daß der Vierverband die Forderung eines Gebietsabtritts an Bul⸗ garien endgiltig zurückgenommen hat. Rumänien will keinen Krieg! Das Neue Wiener Tagblatt meldet aus Lugano: Die Stampa veröffentlicht ein Telegramm ihres Bukarester Sonderbericht⸗ erstatters, worin es heißt: Keine unwahrere Nachricht gebe es als die, daß Rumänien demnächst an der Seite des Vierverbandes in den Krieg eingreifen werde.

Einvernehmen Bulgariens mit Griechenland

und Rumänien.

Aus Sofia wird gemeldet, der griechische Gesandte in Sofia hatte neuerdings eine längere Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Radoslawow, die in freundschaftlicher Weise verlief. In bulgarischen Regierungskreisen wird auf das Bestimmteste erklärt, daß Bulgarien mit Griechenland

lichen Beziehungen wünsche und nichts unterlassen werde, das gute Einvernehmen unbedingt zu erhalten.

Mobilmachung Grieche Veniz spricht, von sie nicht wünscht,

genossen habe. Griechenland ein

schreibt: Mit England nicht nur ausgeladenen ameri schon in Dänemark selbst starke 9 den ärmeren Schichten besteht,

DampferFrederick VIII zurückgehalten einem anderen englischen Hafen mit den um dort die Fleischladung aus Amerika zu löschen. 1 Verhalten Dänemarks bei der Erfü Poegierung auferlegten Pflichten, es

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In Griechenland Friedensliebe.

Athen, 5. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die allgemeine

nlands wurde trotz der Artikel der

elospresse, welche von Jubel und Begeisterung im Lande der Bevölkerung gleichgültig aufgenommen, da daß Griechenland sich zur Verteidigung in Abenteuer stürzt. Es wird versichert, daß keine Verpflichtung gegenüber den Entente⸗ Der König habe das Angebot Frankreichs, en Kredit von 100 Millionen Franken zu gewähren, abgelehnt.

England vergewaltigt die Kleinen!

Kopenhagen, 5. Okt.(W. B. Nichtamtlich.) National Tidende steigender Ueberraschung ist Dänemark Zeuge, daß

die Zurückschaffung des bereits in Kopenhagen kanischen Fleisches nach England verlangt, ob⸗ nachfrage nach billigem Fleisch in sondern jetzt auch den dritten rund von Kirkwall nach Passagieren befördert hat. Es bedeutet dies die Verschärfung der Kontrolle und Mißtrauen in das loyale llung der ihm von der englischen bedeutet ferner einen erheblichen creien und Importeure sowie eine starke Be⸗ d zurückgebaltenen Passagjere.

Serbiens Griechenland

Schaden für die Reed lästigung der gleichfalls in Englan Ueber die Ursache dieser verschärften Order verlautet. daß England trotz klarer gegenteiliger Erklärungen der dänischen Regierung be⸗ hauptet, daß das amerikanische Fleisch das dänische Fleisch ersetzen solle, das Dänemark nach Deutschland lieferte. Die dänische Re⸗ gierung versuchte durch den enalischen Gesandten Vorstellungen über die Rechtswidrigkeit des Verfahrens und die Notwendigkeit des Im⸗ portes billigen amerikanischen Fleisches für den dänischen Konsum zu machen, bislang aber erfolglos. Man verhehlt sich nicht, daß die Schwierigkeiten größer sind, als man ursprünglich vermutete.

33 Generäle bisher aus der italienischen Armee entlassen.

T. U. Lugano, 5. Okt. Zusammen mit den vorgestern

zur Disposition gestellten Generälen Haselli, Nava, Reisoli,

Mirone, Giove, Caputo und Amadei sind mit den vorauf⸗

gegangenen bisher in vier Wochen 33 Generäle aus der

italienischen Armee entfernt worden.

Die russischen Arbeiter.

Berlingske Tidende erfährt aus Petersburg, beiterversammlung, der viele Mitglieder der Reichsduma bei⸗ wohnten, habe einstimmig die Vorlage eines großzügigen Hilfs⸗ werkes zur Unterstützung der Flüchtlinge gefordert.

In Rußland werden, wie aus Petersburg gemeldet wird, jetzt alle möglichen Schritte getan, um die Arbeiter für die Kriegs- industrie zu interessieren. Arbeiter werden sogar als Vertreter in den Zentral-Kriegsindustrie-Ausschuß gewählt.

KNriegsnotizen.

Bund deutscher Bodenreformer, der in Bielefeld tagte, faßte folgende Entschließung: Die 24. Haupt⸗ versammlung gibt dem Wunsch Ausdruck, daß in dem besetzten Gebiet unverzüglich jeder Bodenspekulation durch Un⸗ tersagung aller Grundstücksübertragungen ohne obrigkeitliche Genehmigung vorgebeugt wird. Grundstücksüber⸗ tragungen sind ausnahmsweise unter Ortsangesessenen zu gestatten. Die Hauptversammlung sieht in diesem Verbot den ersten not⸗ wendigen Schritt zu weiteren Maßregeln gegen schrankenlose Privatwirtschaft und Ausbeutung des Bodens und der Bodenschätz ee. Mit aller Entschiedenheit tritt sie dafür ein, daß von vornherein die Grundsätze der Landordnung von Kiautschon zur Anwendung gelangen. Das Oberkommando in den Marken verbietet gemäß S ob des Gesetzes über den Belagerungszustand in einer sveben er⸗ schienenen Bekanntmachung die Veröffentlichung und Ver⸗ breitung aller Abhandlungen, Flugschriften, Propagandakarten und als Manusfkript gedruckter Erörterungen, in denen gegen die im Heere angewandten Schutzimpfungen Stellung genommen wird. Soldaten, die sich geweigert haben, sich impfen zu lassen, sind mit erheblichen Strafen belegt worden. Das mag der Anlaß zu dem Verbot gewesen sein. In Budapest hat eine Demokratenversammlung sehr scharf

eine große Ar

Der

und ebenso mit Rumänien die Aufrechterhaltung der nachbar

gegen die Untätigkeit der Stadtverwaltung gegen⸗ über dem Lebensmittelwucher protestjert, über die Zen⸗ l 2

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sierung der Presse im Kampfe ge

gen die Teuerung geklagt un Berichterstattung in einer zu⸗ lung aufzufordern und bei d t Oesterreich gemeinsamen lsammelstelle für Leben Sollte di

schlossen, den Bürgermeister zur berufenden Gemeinderatsversammlu Regierung die Aufstellung eines mi nährungsplanes, Errichtung einer Zentra mittel und eventl. Zwangsrequirierung zu beantragen.

Regierung hierauf nicht eingehen, so fordert die Versammlung den Gemeinderat zur Mandatsniederlegung auf..

DerBund für Menschheitsinteressen, dessen Organ die Doku⸗ 5 mente des Fortschritts sind, beschloß auf der Hauptversammlung in 0 Bern, die Verlegung des Vereinssitzes von Paris in die neutrale f Schweiz nach Bern. 2 2

Ein internationaler Friedens kongreß fol an 1 14. bis 18. Dezember in Bern stattfinden. Friedensvereinigungen 0 mehrerer Länder haben ihre Beteiligung zugesagt. Der holländische 1 Anti⸗Kriegsrat schlägt sein Friedensprogramm, das im allgemeinen den Forderungen der deutschen Sozialdemokratie entspricht, als bl Grundlage der Verhandlungen vor. f e

Aus dem Kohlengebiet von Lüttich wird dem Neuen bee Rotterdamschen Courant berichtet, daß der Betrieb dort lebendiger wird. Die Zahl der Arbeiter ist vermehrt, die Ar⸗ beitszeit nähert sich wieder ihrer normalen Dauer. Den Berg⸗ arbeitern ist zum 1. Oktober eine Vermehrung der Lohneinnahme um 20 Prozent zugesagt. 1 1

Secolo erfährt aus Gallarate, daß sich zur Werbebewegung fl in: Arstzis jetzt auch die Bewegung der Hüttenarbeiter gesellt. be Die tenarbeiter überreichten den Industriellen eine Denkschrift, wort sie dreißig Prozent Lohnerhöhung verlangen. Sie begrün eb den ihre Forderung mit der Teuerung. 5 el

Das Friedensprogrammder deutschen Sozial⸗ fle demokraten wie auch die von Partei und Fraktionsvorstand l an den Reichskanzler gemachte Eingabe gegen die bekannte Petition der sechs Wirtschaftsverbände werden im Labour Leader wieder⸗ gegeben. Das Blatt der englischen Unabhängigen Arbeiterpartei ges bemerkt im Anschluß an das letztere Schriftstück:Auch dieses Doku⸗ ist ment vertritt die Mehrheit der deutschen Partei: es enthüllt Mi uns die Tatsache, daß sogar die Haltung der für den Krieg eintretenden Sozialisten eine einfichtüge und maßvolle ist 5

* 1 55 alt Arbeiterbewegung. 1

Genossenschaften und Gewerkschaften in England..

Der englische Verband der Genossenschaftsangestellten nahm kürzlich zu der Frage der Frauenarbeit Stellung. Der Verband bell fordert, daß Frauen nur mit einem minimalen Lohne von 17 Ml. böll per Woche für einen Monat beschäftigt werden können. Wenn sie gu nach Beendigung des Probemonats nicht entlassen werden, so sollen eint ihnen dieselben Löhne wie den Männern gezahlt werden, d. h. bei 6 einem Alter von 21 Jahren nicht unter 20 Mk, bei 25 Jahren nicht* unter 30 Mk. per Woche. Weiter dürfen sie nur für die Kriegs⸗ 0 dauer eingestellt werden und sind alle zurückkehrenden Männer, dee wenn sie um ihre alten Stellungen nachsuchen, in diese wieder ein⸗ ug zustellen. Auch müssen alle beschäftigten Frauen der Organisatlon re beitreten. An einigen Orten haben die Genossenschaften die A nahme dieser Bedingungen verweigert, so daß der Verband Stroef 90 ankündigungen erließ. 5 0

In England besteht das gewerkschaftliche Monstrum einer 00 Did sonderen Organisation der Genossenschaftsangestellten, eine Ein⸗ dad richtung, die sowohl für die Genossenschaften wie für die gewerk⸗ Gef schaftlichen Berufsorganisationen aus erklärlichen Gründen nur Aus Störungen und Unzuträglichkeiten im Gefolge haben kann, weil unte bazu führen muß, einseitige Interessen herauszubilden und zu dh

fördern. Die britischen Gewerkschaften haben deshalb auf ihrem, letzten Kongreß auch einer Erklärung des Vertreters Banfield d 0 Bäcker und Konditoren zugestimmt, der den Versuch mißbilligte, die in Genossenschaftsunternehmungen beschäftigten Arbeiter besondef zu organisieren; diese Arbeiter sollten sich vielmehr den regelrecht Gewerkschaften anschließen.

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Jundustrie und Volkswirtschaft.

Zucker⸗Dividenden. In welchem Maße die in keiner Weise rechtfertigten hohen Zuckerpreise die Säckel der Zuckerfabrikan füllen, zeigt der Geschäftsbericht der Zuckerfabrik Kruschwitz in W preußen. Das Unternehmen hat in dem Ende Juni 1915 abgelaufe⸗ nen Geschäftsjahr einen Reingewinn von 566835 Ma

erzielt. Im Vorjahre betrug der Reingewinn 169 360 Ma Während das vorletzte Geschästsjahr keine Dividende brachte, halten im Kriegsjahr die Aktionäre 15 Prozent Dividen Dabei war die Rübenernte im letzten Geschäftsjahr geringer als vorletzten. 5

Pulver und Gold

Roman aus dem Kriege 18701871. Von Levin Schücking.

Ich empfehle es nicht ich möchte nur wissen, was dieser Herr darüber sagt. Mich entzückt das Buch an vielen Stellen, wenn es auch an anderen mich abstößt. Sie möchten es verbrannt wissen. Ist es nicht natürlich, daß ich jemand darüber reden hören möchte, der ganz anders denkt als ich, und ganz anders als Sie?

Er zuckte die Achseln und ich äußerte mein Verlangen, ein Buch zu lesen, das Fräulein Kühn so interessierte. Sie besaß es und wollte es mir in mein Zimmer senden. Wir sprachen dann ich benützte die Anknüpfung, um auf ein harmloses neutrales Gebiet zu kommen von anderen Werken. Sie kannte manches deutsche Werk, doch nur ältere, die meisten Dramen Schillers, Callot-Hoffmann natürlich, Töpfer, den Genfer bei einer Reise, die sie mit ihrem Vater nach Süddeutschland gemacht, hatte sie einige deutsche Schauspiele kennen gelernt; über alles das sprach sie sich leb haft aus, frisch und originell, oft sehr paradox und wunder lich freilich aber mit einer innerlichen Teilnahme und liebenswürdigen Wärme, die zeigte, wie sehr solche Dinge ihr Interesse erregten; es war gar nicht möglich, davon nicht an⸗ gesteckt, nicht auch warm zu werden, in einen heiligen Eifer zu geraten, die paradoxen Ideen zu berichtigen, die Sachen in das rechte Licht zu rücken und so kam es, daß das Ge spräch sich gerade so verlängerte, wie es sich erwärmt hatte. Der Geistliche, der einsilbig zugehört, schien dabei innerlich immer aufgeregter zu werden; er mochte geärgert sein, daß Fräulein Kühn das alles nicht allein anhöre, sondern auch in sich aufnehme und in sich verarbeite, so daß er eine entsetz liche Last bekommen werde, ihr das wieder zu nehmen und ihre Seele von diesem Greuel zu reinigen! Zuweilen lag in dem unwilligen Ausdruck, mit dem sein Auge auf ihr haftete, etwas von leidenschaftlichem Aufflammen zu⸗

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an, wie nur ihre Erscheinung in sich saugend, ohne zu hören, was sie sagte, ohne anderes zu vernehmen, als den Klang ihrer wohltönenden Stimme. Mir kam der Gedanke, daß der arme Abbe eine Leidenschaft für seine schöne Cousine, oder was sie war, gefaßt habe.

Ich mußte mich, so umstrickt ich auch war und so wenig das Fräulein von unserer Debatte ermüdet schien, losreißen: ich brach auf und hatte die Genugtuung, daß man mir er⸗ laubte, am andern Morgen zu kommen, um denFaust, den ich immer im Felleisen bei mir führte, als Revanche für den in Aussicht gestellten Michelet zu überbringen.

In der gehobensten Stimmung es war mir zumute, als habe ich mich in eine Art von Rausch hineingesprochen kam ich in mein Zimmer und nahm denFaust zur Hand. Ich blätterte darin mit dem Gedanken an all die Anknüpfun⸗ gen zu hundert Besprechungen, die dies wunderbare Buch bietet, an all die Aufklärungen und Erläuterungen, die das Fräulein, wenn sie nur mit ein wenig Ernst die Lektüre be ginne, von mir werde verlangen müssen. Gleich darauf trat mein Bursche ein.

Wir müssen den Leuten hier in diesen Zimmern sehr störsam sein, Herr Wachtmeister, sagte er.vorhin kam ein recht sauberes Dienstmädchen,

noch viel schönere Fremdenzimmer, die sollten wir doch be ziehen. Ich sagte, daran wär nicht zu denken, Sie müßten

daß diese Zimmer bewohnt würden,

darin schlafen?

weilen, und dann öffnete sich Beit und ganz sein Auge, sah

. a 5 er sie mit einem träumerischen Blicke, fast wie schmachtend

das ein wenig Deutsch spricht, zu mir und meinte, sie hätten oben im ersten Stock

unten bleiben, denn wenn es einen Alarm gebe, müßteen Sie zur Hand sein und ich auch, und wir wollten auch die Herr schaften da oben und die kranke Madame nicht stören, und da meinte sie, die würde sich nicht stören lassen, und wenn ich hinaufziehen wolle, solle es mein Schaden nicht sein, ich solle ein gutes pour boire haben; die Herrschaft sehe nicht gern, es schlafe immer der Herr Bischof von Autun darin, wenn er zu Besuch komme...

Und darum, fiel ich lachend ein,dürfen keine Ketzer

kopfschüttelnd mit einem leiseren Tone.Sie haben irgend etwas da hinten in der letzten Stube... f

In welcher Stube?

In der letzten hinter meiner Kammer. Eine Tap tür führt hinein. Aber die ist verschlossen mit einem großen und schweren Vorhängeschloß; und als ich heute morgen, gewacht war und noch ein wenig in den warmen Kissen lieg blieb und dabei so recht lässig und träge meine Augen a alles richtete, was in meiner Kammer war, da sah ich auf Boden und nahm den Schmutz von Fußtapfen wahr, die Ihrem Zimmer her durch meine Kammer auf die Tapen zu geschritten sein mußten; es mußten recht schmutzige Fi gewesen sein, die dahergeschritten waren; und das muf gestern abend gewesen sein, unmittelbar bevor wir in d Zimmern Quartier nahmen, denn sonst wären sie wohl w gefegt gewesen es ist ja sonst alles so sauber hier im Hal und Dienstvolk ist genug da! Sagen Sie nicht, ich selber der Schmutzfink gewesen; das kann nicht sein; wir haben gestern den Tag über die Stiefel im Steigbügel gehabt, 1 eh ich in die Zimmer ging, hab ich mir die Sohlen an! Kratzbürste draußen im Flur jedesmal gewissenhaft gerei also wer kann gestern abend noch mit diesem sch lehmigen Schuhwerk hier gewesen und in die Stube der Tapetentür mit dem Vorhängeschloß gegangen Haben Knechte da etwas hineinzuschleppen gehabt, oder es gar die Franktireurs gewesen, die, was sie auf i Wagen hatten, hineingerettet?.

Friedrich legte mit diesen Folgerungen seine schar obachtungsgabe und den ganzen, durch diesen Kr unseren Leuten geweckten Spürsinn an den Tag, und zu kombinieren verstand, zeigte er dadurch, daß er fügte:Ich habe anfangs nicht weiter viel daran ge mir aber das hübsche Zöflein mit so freundlichem und ihr Köpfchen drehend, just wie ein junger Kreuz im Nest, den Vorschlag machte, wir sollten d räumen... Sie wissen, Herr Vizewachtmeister, un

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Ich glaub nicht, daß es das ist, entgegnete Friedrich

lich zuerst anzureden, pflegt die Sorte sonst dämmerte mir etwas!

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