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für die Interessen des wer Provinz Oberhessen und der

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Die Oberbessische Volkszeitung erscheint jeden Werkt Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 P 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post be

ag Abend in 10 Pfg., monatlich zogen vierteljähr ll. 80 Mk.

9 Redaktion und Expedition Giesten, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse.

Telephon 2008.

Nr. 234

Gießen, Mittwoch, den 6. Oktober 1915

N i 2 f Bulgarien Wollen und Können.

Unsere Leser kennen den Armeebefehl des französischen Gene ralissimus Joffre, der von der deutschen obersten Bekennen öffentlicht worden ist. Sie hat den militärischen Inhalt dieses Be⸗ 1 und auf seine ganze Nichtigkeit zurückgeführt. Der Befehl enthält aber darüber hinaus noch eine Reihe 500

ichten und Tatsachen, die eine weitere Besprechung nützlich erscheinen lassen. Das wesentliche im politischen Sinn war tach dem Armeebefehl Joffres die Absicht der englisch-französischen Regierungen, dem Krieg durch diesen gewalt gen Vorstoß ein Ende zu machen. Sie glaubten, nach Durchstoßung der rst 5 dritten deutschen Linie bis in das sogenannte reie Gelände kommen zu können, d. h. bis nach Belgien hinein und don dort an den Rhein. Diese Absicht ist nicht nur nicht geglückt, ondern die Engländer und Franzosen sind unter den schwersten Zerlusten zwar ein wenig vorwärts gekommen, aber an vielen Stellen 0 ch o un wieder zurückgeschlagen und die große ffensive ist in der Absicht, etwas wirklich Großes zu erreichen, atsäch li ch vollkommen zusammengebrochen. Aus iesem Zusammenbruch ergibt sich nun in politischer Hinsicht das, denn es auf diese Art den Franzosen und Engländern ni cht ge⸗ lungen ist, dem Krieg ein Ende zu machen, es vielleicht der ßegenseite gelingt, durch die Ab we her dieser großen Ofsen⸗ ve dem Krieg ihrerseits ein Ende zu bereiten. Es ist klar, daß zösische Heeresleitung an diesen Vorstoß so außer- fte nur setzte, wenn sie glaubte, alles damit zu 8 sie nun nicht nur nicht alles, sondern nichts er- leicht hat, und ihre große Absicht vollkommen zu schanden ge zorden ist, so sollten die Regierungen in allem Ernst darin einen egweiser sehen, wie machtlos sie gegenüber der eisernen Maucz ker Deutschen bleiben. Und es heißt nur aus solcher Erkenntnis lie tatsächliche Folgerung ziehen, wenn sie nun nach dem Scheitern; igt wären. Die dutsche oberste Heeresleitung wie die ganze deutsche öffentliche Mei ng mit Ausnahme von ein paar Heißspornen, deren Geschrei in R Verhältnis zu ihrer politischen Bedeutung steht, üben keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie einen ehr⸗ lichen und sicheren Frieden wollen, wenn die Gegner zu Hereit sind. Wir zweifeln nicht, daß, wenn die englische und mzösische Regierung aus dem Fehlschlagen ihrer Offensive eine Arnünftige Konsequenz ziehen, die deutsche Regierung ebenso ver ünftig darauf antworten wird. Die politischen Gesichtspunkte, die durchaus zu Gunsten der utschen sprechen, dürfen aber nicht darüber täuschen, daß auch auf . gewichtige Momente zu verzeichnen sind, die uns Dwesentlich anderes Bild von ihrer Kraft geben, b viele deutsche Pressestimmen es darstellen und viel fach im Publi⸗ um geglaubt wird, weil man es von sich aus wünscht. Was in ier Hinsicht zunächst der Joffresche Tagesbefehl enthüllt, das ist 32 ein außerordentlich großer Opfermut und eine N ganisation kriegerischen Sinnes, vor denen wir n Respekt haben müssen. Es ist nichts verkehrter, weder in schem, noch im militärischen Kampfe, als den Gegner zu unter ben, und man tut auch unseren eigenen tapferen Soldaten und ger Führung keinen Gefallen, wenn man die Gegner, die sie so nergleichlich abwehren, als schwächliche und desorganisterte ssen hinstellt. zm Gegenteil: wie aus militärischen Kreisen be⸗ ant wird, haben im besfonderen die Franzosen bei diesem gewal an Vorstoß eine musterhafte Organisation der rückwärtigen Ver⸗ dungen gehabt und außerordentlich glänzende Leistungen im Ein⸗ Allen vollbracht. Nicht zuletzt haben sie ihre Flieger und Uftfahrzeuge in einer ganz besonders mutigen, wenn man 1

wöhnliche Krä treichen. Wenn

ih sagen muß, waghalfigen Art benutzt. Sie haben nämlich ihren Luftfahrzeugen Abteilungen von Soldaten bis hinter die flksche Front gebracht, sie dort abgesetzt und versucht, durch sie iktärische Einrichtungen, im besonderen Brücken und Straßen, ich Sprengungen vernichten zu lassen. Diese Absichten sind zum lick nicht verwirklicht worden, da die deutschen Besatzungen auf Hut waren und diese von seindlichen Luftfahrzeugen abgesetzten yaten glattweg gefangen haben. Jedenfalls aber zeigen solche gen nicht von Desorganfsation, auch nicht von Feigheit und Un⸗ gkeit. Es heißt nur den Respekt vor unseren eigenen Leistungen ehen, wenn wir solche Tüchtigkeit der Gegner anerkennen. Wenn trotz aller solchen besonderen Leitungen das Fehlschlagen de großen englisch⸗französischen Offensive von Stunde zu Stunde Zulicher wird und das erneute Vorwärtskommen der deutschen gent im Westen uns immer größere Hoffnungen auf einen bal⸗ % Frieden gibt, so ist der letzte Grund für alles, was wir jetzt et haben, doch der, daß es eben bei den Gegnern nicht an dem ziblen gebricht, zu siegen, auch nicht an großen einzelnen siugen, daß ihr Können im Ganzen aber an der Ueber betleit der deutschen Führung und der deutschen Massen immer fler scheitert. Dieser Unterschied zwischen Wollen und nen ist es, der am besten den Gegenfatz zwischen den deutschen tungen und den Leistungen unserer Feinde offenbart. Die kite Kraft kennt sich in ihrem Wollen und Können. Sie mutet icht mehr zu, als sie wirklich kann, und das, was sie kann, setzt nil eisernem Willen durch. Wir sind in dieser Hinsicht auch ordentlich nüchtern und es fehlt uns sicherlich der Elan, der angösischen Willen von jeher ausgezeichnet und sicherlich auch Ahanchen Taten angespornt hat. Aber dieser Elan steht eben in zen Verhältnis zu der wirklichen Leistungsfähig⸗ 1 und es erscheint uns nach wie vor als die beste Eigenschaft chlands, daß bei ihm Können und Wollen in einem emonischen Verhältnis steht. *

2 f Die Kämpfe im Kaukasus. n Lonstantinopel, 4. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung

Viener. Korrespondenzbureaus. Nach einem Telegramm aus

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Spital diente, obwohl die Fahne des Ro flatterte, hauptsächlich als Zielscheibe und wurde zerstört. Ein Kranker ist getötet. Die feindlichen Schiffe feuerten sodann 41 Schüsse gegen die Ortschaft Techirali. Abends vorher hatten sie Kalamal! an derselben Küste beschossen, wobef sie ein dem Mini⸗ sterium für fromme Stiftungen gehöriges Gebäude zerstörten. Aus Erzerum wird gemeldet, daß mit Ausnahme von S mützeln an der Grenze dieses Wilajets Ruhe herr sich kische Abteilungen trieben in östlicher Richtung ein ruf Kavallerie-Regiment und ein Infanterie-Bataillon zurück. türkischer Feldwebel mit acht Mann zeichnete sich bei dieser Gelege heit gegen überlegene russische Kräfte besonders aus. Im russi schen Heere wütet die Cholera.

Was wird Bulgarien antworten?

Von einer unterrichteten bulgarischen Persönlichkeit wird der Telegraphen⸗Union versichert, daß die Regierung in Sofia aller Wahrscheinlichkeit nach das russische Ultimatum über haupt nicht beantworten wird. Man erwartet in Bulgarien mit völliger Gelassenheit die Ab berufung aller Entente⸗Gesandten aus 5

der H bulgarischen Reiches voraussichtlich noch

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Erklärungen Nadoslawolps. Die Haltung Gricchenlands und Rumäniens.

Der Budapester Vilag meldet aus Sofia: Radoslawow empfing eine Abordnung der Mitglieder der mit deb Genadiewgruppe abermals vereinigten Stambulowpartei. Sie ersuchte den Ministerpräsidenten, die Partei über die Balkanlage zu orientieren. Radoslawow erklärte folgendes: Bulgarien kann mit Recht erhoffen, daß seine Situation sich vorteilhafter als bisher gestalten wird. Die für die nächste Zukunft voraussichtlichen weiteren Ereignisse versprechen sehr vorteilhafte Resultate. Bulgarien wird seine Grenzen gegen Nordwesten und Süden ausdehnen. Unser Verhältnis zu Rumänien ist herzlich. Der zwischen Rumänien und den Zentralmächten aufgetauchte Konflikt ist bereits beigelegt. Rumänien wird während der ganzen Dauer der Offensive der Zentralmächte gegen Serbien neu tral bleiben, auch in dem Falle, wenn am Balkan neue Komplikationen entstehen. Die rumänische Regierung gab eine Erklärung ab, wonach sie bezüglich Serbiens desinter essiert seji. Griechenlands Haltung während der Offensive der Zentralmächte gegen Serbien werde identisch mit Rumäniens Haltung sein.?

Die Entente willeinschreiten.

Die Pariser Blätter melden, daß die Ententemächte entschlossen sind, auf dem Balkan unverzüglich einzu⸗ schreiten und am Endpunkt der Eisenbahn, die Serbien ver sorgt, Truppen zu lan den. Der Figaro sagt, daß König Ferdinand, wenn er sich entschließen sollte, die serbische Grenze zu überschreiten, sich englischen und französischen Soldaten gegenüber finden werde.

Die Wiener Allgemeine Zeitung erfährt auf indirektem Wege aus Paris, daß die französische Regierung anordnete, daß die in Frankreich sich aufhaltenden Bulgaren Frank- reich nicht verlassen dürfen.

Sperrung der bulgarischen Donauhäfen.

Nach einer Bukarester Meldung schloß Bulgarien alle Dongu⸗

häfen. Die rumänischen Schiffe dürfen nicht mehr an den rumäni⸗ schen, sondern nur an den österreichisch-ungarischen Pontons anlegen.

Der Truppendterchzug durch griechisches

Gebiet. Ein Notenwechsel. Der griechische Generalkonsul für Holland erhielt nach der Frankf. Ztg. folgenden amtlichen Bericht aus Athen vom 3. Oktober:

Der französische Gesandte richtete heute an den griechischen Ministerpräsidenten folgenden Brief:Jan Auftrage meiner Re⸗ gierung habe ich die Ehre, Ew. Exzellenz in Kenntnis zu setzen von der Ankunft des ersten französischen Truppen⸗ detachements in Salonik und gleichzeitig zu erklären, daß Frankreich und England als Bundesgenossen Ser⸗ biens ihre Truppen senden, sowohl um Serbien zu Hilfe zu kom⸗ men, als auch mit Serbien Verbindung zu unterhalten, und daß die beiden Mächte darauf rechnen, daß Griechenland, das ihnen bereits soviele Beweise der Freundschaft gegeben hat, sich icht diesen Maßregeln widersetzen werde, die im Interesse Serbiens getroffen wurden, das zu gleicher Zeit der Bundesgenosse Griechenlands ist. Gez. Guillemin.

Am Abend antwortete der griechische Ministerpräsident

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3 Schreibens habe ich die Ehre, Euer je königliche Regierung, welche neu⸗ tral in dem enropälschen Kriege ist, die durch Sie angeführten Handlungen nicht gutheißen kann, da sie die Neu⸗ tralität Griechenlands berühren, ein Eingriff, der von umso größerer Bedeutung ist, da er durch zwei große kriegführende Mächte geschieht. Die Regierung hat sofort die Pflicht, gegen den Durchmarsch fremder Truppen durch griechi⸗ sches Gebiet zu pratestieren. Der Umstand, daß diese Trup⸗ pen ausschließlich bestimmt sind, um Serbien, dem Bundesgenossen G enlands, zu Hilfe zu kommen, ändert in keiner Weise die juristische Stellung der königlich griechischen Regierung. Denn selbst vom Balkanstandrunkt aus betrachtet, würde das neutrale Griechenland, wenn nicht der casus foederis gegeben ist, absolut ts zutun haben mit der Gefahr, die im Augenblick erbien bedroht, und die die Ursache der Entsendung internatio⸗ naler Truppen ist, um Serbien zu Hilfe zu kommen. Gez. Veniselos.

Eutente⸗Truppen in Saloniki.

Zeitungen von Sonntag abend melden die englisch⸗ sischer Truppen in ls eine bereits in Ausführung begriffene Von der Haltung Griechenlands wird als einer ganz nebensächlichen Sache gesprochen. Im Journal wird sogar ausdrücklich bemerkt, daß man die Ein⸗ holung der Erlaubnis Griechenlands zur Landung der Truppen als eine Erledigung unbedeutender diplomatischer Formalitäten ansehe.

Nach direkten Nachrichten aus Salonik und Athen voll. z og sich am Sonntag die Landung starker französisch⸗ englischer Kräfte in Salonik unter Leitung d' Amades, der aus Serbien eintraf, wo er mit der Regierung den Feld⸗ zugsplan vereinbarte. Er übernimmt nunmehr das Ober⸗ kommando der Ententekräfte in Mazedonien, während Hamilton die Basis in Salonik organisiert. Auch der französi⸗ sche Oberst Bousquier ist von Nisch in Salonik eingetroffen.

Nachrichten aus Rom sprechen von einer weiteren Landung in Kawalla in der Nähe der bulgarischen Grenze.

Athen unter dem Belagerungszustand.

Mailand, 4. Okt.(W. B. Nichtamtlich.) Mailänder Blätter erfahren aus Athen, daß der König gestern das Dekret der Ver⸗ hängung des Belagerungszustandes über Athen und den Piräus unterzeichnet hat. Die Verfügung tritt jedoch erst in einigen Tagen in Kraft.

Das Eingreifen Italiens.

Lugano, 4. Okt. Endgültig steht nunmehr fest, daß dit Italiener nicht in Mazedonien, sondern in Albanien in den Krieg auf dem Balkan eingreifen.(Frankf. Ztg.)

Fra kreich und England.

Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht die Humanité vom 28. September folgenden Artikel:Unser Freund Augustin Hamon schreibt im Intermediaire des Chercheurs et des Curieus:

Nach allem, was ich von der englischen Politik gesehen habe und ich bin nahe dabei, denn ich wohne in England seit 15 Mo⸗ naten bin ich überzeugt, daß diese Macht uns zu Hilfe gekommen wäre, die Deutschen zu bekriegen, selbst wenn diese die Neutralität Belgiens nicht verletzt hätten.(In der Humanité gesperrt ge⸗ druckt.)

Sicher hätte das England nicht schon am 4. August getan, denn es hatte dann eine ziemlich starke Opposition im Ministerium, im Parlament und in der Bevölkerung zu besiegen; aber diese Oppo⸗ sition wäre ziemlich rasch niedergerungen warden, wenn man nach der Begeisterung urteilt, zu der Sir Edward Grey das Unterhaus am 3. August hinzureißen wußte, bevor die Verletzung Belgiens bekannt geworden war. Es erscheint wahrscheinlich, daß dieser Minister Frankreich helfen wollte. Er wußte, daß das im In⸗ teresse Englands lag, England, auf das Deutschland in Wirklich⸗ keit abzielte. Seine Rede zeigte eine hervorragende Geschicklich⸗ keit, denn sie vermied es, die Haltung zu erörtern, die das Land einnehmen müßte; sie wies vielmehr einfach auf die Tatsachen hin und forderte das Unterhaus auf, seinen Willen kundzugeben. Es gab einen Augenblick des Schweigens, des Zögerns, dann kam von der Seite der Irländer ein Zwischenruf zugunsten des Krieges. Der ganze Saal, ausgenommen einige wenige Deputierte, brach in stürmischen Beifall aus. Die Partie war gewonnen. Sir Ed⸗ ward Grey war überzeugt, daß ihm die Majorität folgte. a

Die Vergewaltigung Belgiens hat ihm sicher die Arbeit er⸗ leichtert, denn die große Majorität der Bevölkerung war von da ab für den Krieg gestimmt. Der Irländer, der solchermaßen das Parlament mitriß, ist ein großer Freund Frankreichs, wo er lange gelebt hat. Mit der geistigen Geschmeidigkejt und der Leb⸗ haftigkeit, die die Irländer charakterisieren, hatte er alsbald ein⸗ gegriffenGier folgt eine Zensurlücke.) 5.

Die Humanité bemerkt zu diesen Auslassungen, die wir in wörtlicher Uebersetzung wiedergeben:

Die Meinung von Hamon stimmt nicht mit der offiziellen Wahrheit überein, aber sie ist darum nicht weniger interessant und mahrscheinlich. f

(Anm. der Red.: Und wir haben dazu zu bemerken, daß

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Die Pariser

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en beschossen vorgestern zwel Torpedoboote, darunter ein fran⸗ ces, die Stabt mit ewa hundert Geschofsen. Das städtische

folgendes:

in der Humanitsé so gut wie in der gesamten bürgerlichen