habe anscheinend weder Munition noch Reserven genug zur Fort⸗

Neutrale Urteile über die Offensive. Ein dänisches Urteil:

In einem Leitartikel schreibt Politiken: Der letzte Durchbruchs⸗ versuch der Alliierten scheine nach geringen Fortschriten im Sande zu verlaufen. Nach der Eroberung der ersten deut⸗ schen Linie in der Breite von 25 Kilometer und stellenweisem Vor⸗ dringen der Franzosen bis zur zweiten Linie sei der Angriff ab⸗ geflaut. Er beschränke sich jetzt auf die gewöhnlichen Kämpfe um einige hundert Meter Schützengräben. Wenn der Durchbruchsver⸗ such wirklichen Ersolg haben sollte, wäre die Durchführung Schlag auf Schlag erforderlich gewesen. Die Deutschen häten nicht Zeit bekommen dürfen, sich zu reorganisieren und Verstärkungen herbei⸗ zuziehen. Die Angreifer müßten Munition genug haben, ein zweites und ein drittes Eisengewitter rasch auf das erste folgen zu lassen und neue, frische Truppen zum Sturm vorzuwerfen. Joffre

setzung der Offensive. Gin schweizerisches Urteil: Der militärische Mitarbeiter des Berner Bund zieht folgen⸗ des Fazit der englisch⸗französischen Offensive: Nicht nur den ersten schlimmen Moment, sondern auch die erste schlimme Woche hat die deutsche Defensive überstanden und ihre Linie verstärken, ihre Reserven bereitstellen und sogar zu Gegenstößen übergehen, kurz der englisch⸗französischen Generaloffensive in einer Weise be⸗ gegnen zu können, die dieser die Bedeutung einer entscheidenden Kriegshandlung zugunsten des Vierverbandes nimmt. Gelingt das vollends es muß nach wie vor mit einem neuen Generalsturm Joffres aus der eroberten Stellung in der Champagne gerechnet werden so schlägt die Operation Joffres in einen schweren strategischen Nachteil der Angreifer um, da unge⸗ zählte Opfer umsonst gebracht wurden und die zuerst gesteigerte Moral zuletzt unter das Niveau gedrückt würde. Die taktischen Er⸗ folge, die in dem Gewinn eines Raumes von 20 bis 30 Kilometer Breite und 45 Kilometer Tiefe bestanden, sind für die Angrifer unverwertbar und mit Verlust von mindestens 130 000 Mann weit ülberzahlt, wenn ihnen keine strategische Auswirkung folgt. Sie sind schlimmer als Pyrrussiege, da sie dem Angreifer nicht einmal Be⸗ wegungsfreiheit lassen, sondern ihn auf der Stelle festbannen. Be⸗ sitzt die oberste deutsche Heeres leitung, gestützt auf die richtige Verteilung der Kräfte in Ost, West und Süd, volle Be⸗ wegungsfreiheit, so kann sie nach endgültigem Abschlagen der eng- lisch⸗französischen Offensive trotz der großen Opfer, die auch der Verteidiger im Artois und in der Champagne bringen mußte, der Entwicklung der Dinge ruhig entgegensehen. könnte dann auch an der Donau den Dingen ihren Lauf lassen, wo das russiche Ultimatum wohl zu spät kommt, zumal da es nicht von Waffenerfolgen unterstützt wird.

Die Achtzehnjährigen in Frankreich. Paris, 1 Okt. Wie bekannt, wird das Kriegsministerium der Kammer einen Gesetzentwurf vorlegen, wonach am 15. Oktober 1915 die Jahresklasse 1917 unter die Waffen gerufen werden soll. Dieses Vorgehen ruft unter den französischen Aerzten schweres Bedenken hervor, da man befürchtet, daß die

75.8 Sie

jungen Leute die Anstrengungen der militärischen Ein übungen während des Winters nicht ertragen können. Die

hygienische Kommission wird sich deshalb noch über diesen Punkt auszusprechen haben.(Frankf. Ztg.) Die französischen Verluste.

Luyoner Blätter berichten, daß in den letzten Tagen etwa 30 Lazarettzüge auf der Strecke Chamberny passierten mit franzö⸗ sischen Verwundeten von den jüngsten Kämpfen im Westen.

Ein sinkender englischer Hilfskreuzer nach Dover geschleppt. Maasluis, J. Okt. Am Mittwoch wurde ein englischer Hilfskreuzer, der im Sinken war, von zwei Fischdampfern nach Dover geschleppt.

ul⸗Bahr vor unserem rechten Flügel eine Mine springen, die

eine feindliche Gegenmine zerstörte. An den anderen

Fronten nichts Wichtiges. 1

Ultimatum Nußlands an Bulgarien. Der Wortlaut:

Der russische Gesandte in Sofia hat den Auftrag er⸗ halten, ohne Verzug dem Ministerpräsidenten Radoslawow folgende Note zu überreichen:

Die Ereignisse, die sich in diesem Augenblicke in Bul⸗ garien abspielen, beweisen den festen Entschluß der Regierung und des Königs Ferdinand, das Schicksal des Landes in die Hände Deutschlands zu legen. Die Anwesenheit deutscher und österreichischer Offiziere im Kriegsministerium und im Generalstabe der Armee, die Konzentration von Truppen an der Grenzzone von Serbien und die ausgedehnte finanzielle Hilfe, die vom bulgarischen Kabinett von unseren Feinden angenommen wurde, lassen keinen Zweifel über das Ziel be⸗ stehen, das mit den gegenwärtigen Vorbereitungen von der bulgarischen Regierung ins Auge gefaßt wird. Die Mächte der Entente, welche die Verwirklichung der Aspirationen des bulgarischen Volkes wohlwollend erwogen haben, haben wiederholt Radoslawow davon in Kenntnis gesetzt, daß jeder Akt der Feindseligkeit gegen Serbien als gegen sie selbst gerichtet betrachtet würde. Die übertriebenen Versicherungen des Chefs des bulgarischen Kabinetts in Beantwortung der Noten der Ententemächte stehen im Widerspruch mit den Tatsachen. Der Vertreter Rußlands, das mit Bulgarien durch das untilgbare Andenken an dessen Befreiung vom türkischen Joche verbunden ist, kann nicht durch seine Anwesenheit die Angriffsvorbereitungen gegen ein flawisches und verbündetes Volk gutheißen. Der Gesandte Rußlands hat iufolgedessen den Befehl erhalten, Bulgarien mit dem gesamten Personal der Gesandtschaft und der Konsulate innerhalb 24 Stunden zu verlassen, wenn nicht die bulgarische Regierung offen mit den Feinden der flawischen Sache und Rußlands bricht und wenn sie nicht unverzüglich zur Entfernung jener Offi⸗ ziere schreitet, die Staaten angehören, welche mit den Mächten der Entente im Kriege stehen.

4

N

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

Unter Hinweis auf die tember 1915 fordere ich hiermit

halten, wenn das Gewicht jeder trägt, auf, diese sofort unter

Gefängnis bis zu 6 Monaten Mark bestraft.

83 9 f Bekanntmachung. Verorbnung des 0 5 80 0 26. August 1915 und die öffentliche Aufforderung vom 10. S 0 1 ale dee een mit Beginn de 1. Oktober ds. Js. Erbsen, Bohnen oder Linsen 1 Art 1 Doppelzentner oder mehr be⸗ Benutzung des vorgeschriebenen mulars auf dem Stadthaus, Zimmer 9, 0 f Wer die Anzeigen 2275 in der ate eie eme 11 5 5 vissentlich unrichti ollständige Angaben macht, u a Seen p d donate 1 mit Geldstrafe bis zu 15 000

im Gewahrsam

For⸗

9, anzumelden.

Gießen, den 4. Oktober 1915. 5 Der Oberbürgermeister.

Keller.

Hriegs-KHornfrand ist der Ersaiz für Bohnen- Kaffee. Er ist gut und billig. Das ganze Paket kostet 30 Pf. Hriegs-Hornfranck ist be- kömmlich und anregend.

11

Besonderer Beachtung

Frscheint wöchenllien 5 3 zb:: emplohlen zz 5:: einmal: E

emplgblenswerter Gerchäkte

Bekanntmachung.

Betr.: Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl; hier. die Streckung des Brotmehls durch Gerstenmehl.

Es ist nicht zulässig, daß Landwirte, die keine Selbstversorger sind, jedoch Gerste geerntet haben, ihrem Bäcker zur Vermehrung der ihnen zustehenden Brotmenge Gerstenmehl zur Verfügung stellen. Nach§ 6 der Verordnung über den Verkehr mit Gerste ist den Landwirten trotz der Beschlagnahme die Verwendung von Gerste nur in den eigenen landwirtschaftlichen Betrieben gestattet.

Hierunter kann die Abgabe von Gerstenmehl au Bäckeret⸗ betriebe umso weniger fallen, als der von den Landwirten ange strebte Zweck nur burch Vermischung mit dem dem Bäcker zur Brot⸗ versorgung der Allgemeinheit zur Verfügung gestellten Roggen- und Weizenmehl erreicht werden könnte. Die Kontrolle der Bäckerei⸗ betriebe würde hierdurch auch sehr wesentlich erschwert. Land⸗ wirte, die als Nichtselbstversorger Brotkarten erhalten, haben des⸗ halb nur Anspruch auf Brot in derjenigen Zusammensetzung, wie es die übrige versorgungsberechtigte Bevölkerung erhält.

Gießen, den 24. September 1915.

Der Oberbürgermeister. ere

Rigas Räumung.

T. U. Wien. 4. Okt. In Riga sind, wie die Korrespondenz Rund⸗ schau meldet, alle Telephone abgenommen. Die Aktien-Gesellschaft der Rigaischen Straßenbahn, die gegen die Räumung der Stadt Ein⸗ spruch erhoben hatte, erhielt von dem Vorsitzenden des Rigaischen Evakuations⸗Komitee den Befehl, unverzüglich mit der teilweisen Räumung ihrer Betriebe zu beginnen. Die geräumten Gegen⸗ stände werden nach Petersburg gebracht. Dieser Tage sollen auch alle Tuche, Kleider, und Pelze aus Riga weggeführt werden, sogar die in den Leihhäusern verpfändeten Sachen werden weggeschafft. Es ist eine polizeiliche Verfügung erlassen worden, wonach verboten wird, Goldgeld zurückzuhalten. Die Konsuln Englands, Frankreich und Belgiens sind von Riga abgereist.

Russische Franktireurs.

Die Morning Post enthält einen Bericht ihres Peters Gurger Korrespondenten vom 29. September, aus dem her vorgeht, daß die Russen einen regelrechten Frank- tireurkrieg in den sumpfigen Gegenden bei Pinsk or ganisiert haben. Es heißt wörtlich in diesem Bericht:In verschiedenen Distrikten sind bereits Guerillabanden, die aus der örtlichen Bauernschaft sich zusammensetzen, und deren Heimstätten verbrannt worden sind,(von dem auf dem Rück zuge befindlichen russischen Heere) unter der Führung von ausgewählten wagemutigen Kosaken an der Arbeit, und sie tun den Deutschen ernsthaften Schaden. Beispiele ihrer Kühnheit werden selbst in den Distrikten von Wilna gemeldet, aber in dem Sumpflande von Pinsk müssen die deutschen Streitkräfte besonders unter ihnen gelitten haben. Allein die einheimische Bauernschaft, und selbst von dieser nicht alle kennt genau die Kniffe und Tricks dieses Sumpflandes, dessen Beschaffenheit auch noch mit dem Eintreten der Regenzeiten sich ändert.

Der türkische Tagesbericht. Konstantinopel, 4. Okt.(W' T. B.) Das Haupt⸗ quartier teilt mit: An der Dardanellensront ist nichts be deutendes vorgefallen. Außer Gefechten zwischen Er kundigungsabteilungen gab es den gewöhnlichen Artillerie⸗ zund Infanteriekampf. Am 2. Oktober ließen wir bei Sedd

Aufforderung.

Alle diejenigen, die ihren Bedarf an Saathafer und Saatgerste für die Ernte 1916 noch nicht gedeckt haben, fordere ich hiermit auf, diesen sofort auf dem Stadthaus, Zimmer g, anzumelden. Gießen, den 1. Oktober 1915. Der Oberbürgermeister: Keller.

Bekanntmachung.

Alle diejenigen, die Wiesenheu, Klee- und Lutzernheu am 25. September ds. Js. in Gewahrsam hatten, fordere ich hiermit auf, dieses sofort auf dem Stadthaus, Zimmer 9, anzumelden.

Wer die Anzeige nicht in der angegebenen Frist erstattet, oder wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 15 000 Mark bestrast.

Gießen, den 2. Oktober 1915.

Der Oberbürgermeister. Keller.

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Geländeverpachtung der Stadt Gießen.

Mittwoch, den 6. Oktober 1915 findet die anderweite Ver⸗ pachtung leihfällig werdender Grundstsicke der Stadt, des Stadt⸗

erweiterungsfonds und der Armenkasse statt und zwar: a) vormittags 9 Uhr beginnend mit Zusammenkunft an der Wirt⸗ schaft im Philosophenwald 33 Triebviertel bei den Torflöchern auf 6 Jahre 10 Grundstsücke gegenüber der Provinzial-Siechenanstalt auf 1 2 Jahre 12 Grundstücke am alten Feldweg, im Heegstrauch Schiffenbergerweg. b) nachmittags 2% Uhr mit Zusammenkunft am Erdkauterweg bei Zimmermeister Schubecker eine größere Zahl Grundstücke am Sandkauterweg und Grüninger Pfad, am Ohleberg, in den Rödern, am Leih⸗ gesternerweg, im Schlagenzahl, auf dem Beltersberg und bei der Margaretenhütte auf die Dauer von 6 Jahren. Gießen, den 30. September 1915. Der Oberbürgermeister. J. V.: Grünewald.

Adam Uhl, Rentner in Gießen.

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