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bessen 2 Kachbargebiete.

Die Kohlennot.

Es ist natürlich und braucht an sich nicht zu beunxuhigen wenn Deutschland während seines Weltkrieges von 1 wirtschaftlichen Sorge in die andere kommt. Der Abschluß vom Weltmarkt bedeutet für Deutschland um deswegen eben etwas Besonderes, weil die deutsche Volkswirtschaft bisher außerordentlich eng mit dem Weltmarkte verknüpft war Unsere Feinde wissen dies und setzen darauf ja besondere Hoffnungen. Diese ihre Hoffnungen sind bisher alle ge⸗ täuscht worden, weil, wie wir wiederholt an einzelnen Bei⸗ spielen nachgewiesen haben, die deutsche Organisation und die gesteigerte Eigenproduktion der deutschen Volkswirtschaft alle Absichten der Feinde durchkreuzt haben. Diese deutschen Er⸗ folge wären, wie wir ebenso oft an Beispielen nachgewiesen haben, noch weit größer und weit früher eingetreten, wenn die deutsche Regierung in der wirtschaftlichen Sicherung im Innern für die gleiche Vorbereitung gesorgt und dann auch die gleiche Initiative besessen hätte, wie unsere militärische Organisation. Die Initiative und die Energie sind es vor allem, die wir immer wieder bei der deutschen Zivilberwal⸗ tung vermißt haben, und die jetzt, wo der Winter herannaht, auch auf einem besonders wichtigen Gebiet wieder so sehr vermißt werden.

Bei dem Herannahen des Winters bedrängt die Sorge

um die Versorgung mit Kohle für den Hausbrand, d. h. für Heizung und Küche, alle Gemüter, und besonders in den kleinen Städten und auf dem Lande ist diese Sorge in den letzten Wochen außerordentlich groß geworden. Die deutsche Kohlenproduktion war bisher eine der stärksten der Welt. Wir haben, wie bekannt, große Quantitäten von Kohle nach dem Auslande abgegeben, während wir allerdings auch be stimmte Qualitätskohle aus dem Auslande bezogen haben. Jetzt sind nicht nur die Preise für die Kohlen erheblich ge⸗ stiegen, sondern die Produktion an Kohle hat gegenüber den Vorjahren ein Defizit aufzuweisen. Die Ursache dieser ver⸗ ringerten Produktion liegt einmal in dem Arbeitermangel, der sich natürlich während eines Kriegs in allen Ländern der Welt in ihrer inneren Volkswirtschaft zeigt, dann aber auch darin, daß nun vielfach als Ersatz ungeübte und den großen Anforderungen der Arbeit unter Tage nicht gewachsene Ar⸗ beitskräfte herangezogen werden mußten. Die Produktions ziffern des Kohlensyndikats sind eine Tatsache, andererseits sind die Anforderungen durch den gesteigerten Heeresbedarf und durch die Hochkonjunktur in der Kriegsindustrie außer⸗

ordentlich gewachsen und der Kohlenmangel ist dadurch zu einer bedenklichen Erscheinung unseres inneren Wirtschafts⸗

lebens geworden. Im besonderen werden natürlich die min⸗ derbemittelten Klassen in ihren häuslichen Gewohnheiten des Heizens und Kochens von diesen Zuständen während des Winters berührt werden, wenn die Regierung nicht beizeiten und mit durchgreifender Kraft Vorsorge trifft. Es gibt kaum

ein Gebiet, wo diese Vorsorge technisch so leicht durchzuführen ist, wie auf dem Kohlenmarkte.

Wenn wir auch verringerte Kohlenmengen haben, so reichen die vorhandenen Quanti⸗ täten dennoch bei einer richtigen Organisation ihrer Ver⸗ wendung vollkommen aus. Es kommt hinzu, daß es sich nur um große Betriebe handelt, die wieder untereinander kartel⸗ liert sind, und um eine Ware, die, von natürlichen Unterschieden abgesehen, für den Handel längst gleiche Sorge bekommen hat. Aus all diesen Gründen kann die Regierung mit Höchst⸗ preisen und eventl. mit Beschlagnahme sofort vorgehen, ohne auf innere und äußere Schwierigkeiten bei der Durchführung stoßen zu müssen. Bis auf den heutigen Tag hören wir aber noch nichts von Maßnahmen der Regierung auf diesem Ge⸗ biet, und es ist daher an der Zeit, sie in der Oeffentlichkeit an ihre Pflicht für die Kohlenversorgung zu erinnern. Die Preise sind in den letzten Wochen im Kleinverkauf gespaltig gestiegen und die Sorge für den Winter ist infolgedessen immer größer geworden. Es ist Pflicht der Regierung, die

Bevölkerung schon jetzt zu beruhigen, sichere Maßnahmen für die Zukunft in Aussicht zu stellen und mit Tatkraft ohne Rück⸗ sicht auf die privaten Profitinteressen durchzuführen.

Die Stadt Berlin beabsichtigt, vom Bundesrat die zwangsweise Sicherung der ihr nötigen Kohle zu verlangen.

Ein Jubiläum der Partei. Am 1. Oktober war ein Vierteljahrhundert verflossen, seitdem das Sozialisten:

gesetz gefallen ist, das zwölf Jahre lang auf unserer Partei] J

lastete. In normalen Zeiten würden wir jedenfalls in Ver: sammlungen dieses Ereignisses gedenken und uns daran er⸗ innern, was unsere Genossen damals zu erdulden hatten. Heute macht sich kaum jemand eine Vorstellung davon! Nicht blos unsere Parteivereine waren aufgelöst worden, sondern auch die Gewerkschaften, Gesangvereine, Krankenkassen, in denen Sozialdemokraten in erheblicher Zahl Mitglieder waren. Außerdem war unsere Presse unterdrückt, wenn ein Blatt nur irgendwie sozialistische Ansichten äußerte, ließ sein Verbot nicht lange auf sich warten. Ueber eine Anzahl Groß städte wurde der sogenannte Belagerungszustand verhängt, auf Grund dessen unsere bekannten Genossen ausgewiesen und dadurch viele Familien zerstört, dem Elend preisge⸗ geben. Noch heute erinnert man sich der gehässigen Maß: nahme des Frankfurter Polizei-Präsidenten Herchenhahn, der gerade am Weihnachtsabend einer ganzen Anzahl Genossen den Ausweisungsbefehl zugehen ließ, der sofortige Wirkung hatte! Und auch sonst wurden die Genossen in jeder Weise verfolgt, ausspioniert, arbeitslos gemacht und dabei von einer schändlichen Presse verleumdet und geschmäht. Aber unsere Parteihielt durch, Bei den Wahlen im Februar 1890 er. Zielten wir 1 427 000 Stimmen gegen nur 437 000 zwölf Jahre vorher! Das Knebelgesetz war überwunden. Nach einem Fall wurden eine ganze Anzahl Parteiblätter ge- Zründet, die jetzt auch ihr Jubiläum feiern, so in Hannober, Dortmund, Stuttgart usw. In Gießen gründeten die Ge⸗ nossen erst 1894 ein Parteiblatt, die wöchentlich erscheinende

Mitteldeutsche Sonntagszeitung, die im Jahre 1906 in die Oberhessische Volkszeitung umgewandelt wurde.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Gefr. Hugo Prell aus Gießen, 1. Marine-⸗Inf.-Regt. Musketier Ernst Kraft aus Gießen, Inf.⸗Regt. 49. Res. Friedrich Arnold aus Altenbuseck, Res.-Inf.⸗Regt. 116. Wehrmann Johs. Paulus aus Allendorf a. d. Lda., Land⸗ wehr⸗Inf.⸗Regt. 116. Leutnant Philipp Jäger, Lehrer aus Berstadt, Res.⸗Inf.⸗Regt 116. Musketier Karl Jung aus Waldgirmes, Infe⸗Regt. 252. Musketier Karl Mutz aus Niederbiel bei Wetzlar, Inf.⸗Reg. 166.

Vom Lebensmittelwucher. Noch immer behaupten die Kar⸗ toffeln eine Preishöhe, die nach Lage der Sache absolut nicht gerechtfertigt ist. Noch immer werden im einzelnen 4 Pfg. und noch mehr für das Pfund verlangt, sogar im Zentner wird der⸗ selbe Preis verlangt. Das bei dieser Riesenernte! Wir können nur immer wieder raten, mit dem Einkauf der Winterkartoffeln nicht so eilig zu sein, weil sonst die Preise in die Höhe getrieben werden. Sie müssen unbedingt billiger werden, zumal von der Re⸗ gierung Maßnahmen in Aussicht gestellt sind. Wie der Wucher betrieben wird, dafür lesen wir im Magdeburger Parteiblatte ein Beispiel, das von den Zwiebeln handelt. Die Magdeburger Gegend versorgt ganz Deutschland mit Zwiebeln, außerdem gehen Riesenposten nach England, Dänemark, Schweden und Norwegen. Der Export nach dem Ausland ist jedoch verboten und alles muß im Inland verbraucht werden. Die logische Folge müßte nun, meint der Laie, eine Verbilligung der Ware sein. Dem steht aber eine kleine Mittelernte von im Durchschnitt nur zirka 100 Zentnern vom Morgen entgegen, während eine gute Ernte 180 bis 200 Zent⸗ ner trägt. Bei guter Ernte ist der Preis gewöhnlich 1,50 bis 2 Mk, für den Zentner im Herbste vom Felde. Rechnet man das Fehlen der Ausfuhr, so müßte der Preis setzt der gleiche seln, höchstens in Rücksicht auf dieselbe Ernte doppelt so hoch, also 3 bis 4 Mark der Zentner. In Anbetracht der Not des Volkes wurden aber sofort Kriegspreise angesetzt, der Zentner kostete vor drei Wochen 7 Mark vom Felde. Da kamen auf einmal holländische Aufkäufer, welche jedes Jahr erscheinen, nach Kalbe und trieben die Preise hoch, so daß heute Zwiebeln zu 12 Mark vom Felde gekauft wurden. Die Großhändler halten die Lagerware zurück, die Produzenten, welche die kapitalkräftige Clique kennen, verkaufen nicht mehr zu 12 Mark, sondern verlangen 15 Mark pro Zentner und rechnen auf 20 Mark. Trotzdem in Kalbe in holländischen und andern Händlerkreisen weit über 100 000 Zentner Zwiebeln sein sollen, verkäuft niemand größere Mengen, da man, wie gesagt, auf Preise von 15 bis 20 Mark pro Zentner noch in den nächsten Wochen rechnet. Die Land⸗ wirte haben erkannt, daß es in ihrem Interesse liegt, nicht zu ver⸗ kaufen und haben sich stillschweigend dem Ring angeschlossen, so 3. B. hat ein Rittergut bei Kalbe zirka 100 Morgen angebaut, da⸗ von schon 20 Morgen verkauft, der Rest soll nicht unter 15 bis 20 Mark verkauft werden. Dabei beträgt die Ernte über 90 Zentner pro Morgen. Was der Herr Rittergutsbesitzer dabei allein an seinem Zwiebelanbau verdient, kann jeder sich selbst berechnen. Das Pfund Zwiebeln wird im Herbst meistens mit 2 bis 3 Pfg. in Magdeburg verkauft, gewöhnlich 10 Pfund 20 bis 25 oder 30 Pfg., in diesem Jahre wirb das einzelne Pfund so viel kosten, wie sonst 10 Pfund, da die Ware den Weg bis zum Konsumenten erst durch drei oder vier verschiedene größere oder kleinere Händler geht, die alle daran verdienen wollen!

Sollte hier die Regierung nicht einschreiten können, oder wagt sie sich nicht an die Agrarier heran?

Ein Trauerspiel ist es auch mit den Eier n. Es ist ja richtig, daß zu jetziger Zeit Eier rar sind, zumal die Einfuhr vom Ausland fehlt. Das Angebot ist also weit größer als die Nachfrage. Der Preis aber, der jetzt für Eier gefordert wird, übersteigt bei weitem deren reellen Wert: es ist also Wucher in aller Form, gegen den die Behörden mit aller Energie einschreiten sollten. Ver⸗ schiedene Städte haben auch Höchstpreise festgesetzt, z. B. Bernburg, Fulda und andere, wo nicht mehr als 12 und 13 Pfg. gefordert wer⸗ den darf. Bei dieser Gelegenheit möchten wir noch auf etwas aufmerksam machen, was den Mangel an Eiern noch verschärft. Es werden noch immerhin erheblich Eier ins Feld geschickt, obwohl von Seiten der Post wiederholt davor gewarnt wird, weil viele zu grunde gehen. Und anstatt den Angehörigen im Felde eine Freude zu machen, wird ihnen Verdruß bereitet!

Die Generalversammlung des Konsumvereins Gießen, die gestern abgehalten wurde, war nur mäßig besucht, was durch die Abwesenheit vieler zum Heeresdienst eingezogener Mitglieder er⸗ klärlich ist. Die günstig lautenden Berichte der Verwaltung wurden mit Befriedigung und ohne Debatte entgegengenommen, weiter wurde beschlossen, die Zahl der Vorstandsmitglieder auf 5 zu erhöhen und die notwendigen Wahlen der Verwaltungsmitglie⸗ der erledigt. Ausführlicher Bericht folgt morgen.

Aenderung in der Verpflegung der Landsturmleute. Wie aus einek im heutigen Blatte veröffentlichten Bekanntmachung des Oberbürgermeisters hervorgeht auf die wir verweisen er⸗ halten die in Bürgerquartieren untergebrachten Mannschaften des Landsturm⸗Bataillons vom 1. Oktober ab das Brot vom Truppen⸗ teil geliefert. Die Quartierwirte haben weder Brot noch Brötchen zu verabfolgen und erhalten an Vergütung pro Tag 1,85 Mk, statt bisher 2 Mk. Nur bezüglich der Mannschaften der 5. und 6. Kom⸗ pagnie bleibt es wie bisher.

Straßenraub? Am Sonntag vormittag gegen 9 Uhr nahm in der Marktlaubenstraße ein noch unbekanntes Mädchen, das mit einem roten Mantel bekleidet war, einem 4 jährigen Kinde, das Fleisch holen wollte, aus dem Portemonnaie einen Fünfmarkschein und ging flüchtig. Dies war das ganze Geld der Familie, deren Ernährer im Felde steht.

Fahrraddiebstähle. Am 2. Oktober wurde am hiesigen Braun- steinbergwerk ein Fahrrad, MarkeWartburg, mit der Polizei⸗ nummer blaues G. 5652 entwendet. Am 30. September wurde im Hofe eines hiesigen Fahrradhändlers ein kettenloses Damenrad, arkeDürkop, Polizeinummer schwarzes G. 3023, gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen werden an die Kriminalpolizei erbeten.

Zuwachs im Gefangenenlager. Gestern abend kam wieder ein großer Trupp etwa 8001000 Mann gefangener Fran⸗ zosen hier an und wurden im hiesigen Gefangenenlager unterge⸗ bracht. Eine Anzahl Verwundete waren dabei.

Kreis Marburg⸗Kirchhalin.

Ein mißtrauischer Angeklagter. Vor der Marburger Strafkammer hatte sich am Freitag ein bekannter Bienenzüchter aus Marbach wegen Beleidigung zu verantworten. Vor Eintritt in die Verhandlung gab der Angeklagte die Erklärung ab, daß er den ge⸗ samten Gerichtshof und überhaupt sämtliche Marburger Richter wegen Befangenheit ablehnen müsse. Er wünsche, daß seine Sache einem anderen Gericht in einer an⸗ deren Stadt zur Verhandlung käme. Das Gericht beschloß nach kurzer Beratung, das Oberlandesgericht zu Cassel entscheiden zu lassen. Dieselbe Strafkammer verurteilte einen Zigarrenhändler, weil er Zigaretten an Schüler verkauft hatte, zu einem Tag

Gefängnis. Westerwald und Unterlahn.

Ein schweres Grubenunglück exeignete sich in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag auf GrubeMilhelmszeche bei Bach. Als die Nachmittagsschicht das Signal zum Aufziehen gab, wurde der Förderkorb mit einer solchen Wucht augezogen, daß er in 2 Sekunden unter der Seilscheibe war, wodurch das Seil zerriß und sieben Mann von der Besatzung verungückten, von denen drei Arbeiter in das städtische Krankenhaus nach Marienberg gebracht werden mußten. Ein Bergarbeiter starb kurz nach der Einlieferung und die andern zwei liegen hoffnungslos darnieder. Die übrigen vier Bergarbeiter sind mehr oder weniger leicht verletzt. Nur dem Zufall ist es zu danken, daß der Förderkorb sich festhängte und nicht in die Tiefe stürzte. Dieses ist nun schon der zweite Unfall mit tödlichem Erfolg in diesem Jahre von einer Belegschaft mit 30

Mann. Hoffentlich fördert die untersuchung den Schurwigen Tage. 5. 4

Vermischtes.

Lustmord. 1

In der Nähe von Golzen bei Laucha au der Unstrut ist ein Mädchenmord entdeckt worden. Steinbrucharbeiter bemerk⸗ ten am Rande eines Tannenwaldes Blutspuren und bald darauf unter frisch aufgeworfenem Erdreich die Hand eines Leichnams Es wurde nachgegraben und den Körper eines etwa 17jährigen Mãd⸗ chens gefunden, das in dem nahen Cranwinkel in Dienst gestanden haben soll. Ein Polizeihund, der zur Ermittelung des Täters nutzt wurde, soll die Spur auf einen galizischen Arbeiter in Laue ö gelenkt haben. Wahrscheinlich liegt ein Lustmord vor. 4

Opfer ber Klatschsucht. 3

Der beim 29. österreichischen Infauterie⸗Regiment diene Landsturminfanterist Adolf Brauner aus Wien hatte von bösarti, weiblicher Seite mehrere Briese ins Feld erhalten, worin ihm die Untreue seiner Verlobten, der Kontoristin Steffir, geschildert wurde Als Brauner Urlaub bekam, eilte er nach Wien und gab auf da Mädchen, als es abends aus dem Geschäft kam, aus einem Revolv 1 zwei Schüsse ab. Dann richtete er die Waffe gegen sich selbst. Beide liegen schwerverletzt im Stefanjespital. Es stellte sich heraus, daß das Mädchen einen tadellosen Lebenswandel führte und zu Unrecht verdächtigt wurde. ö Ceela

Tod nach Genuß von Zwetschen..

Nach dem Genuß von Zwetschen trank der beim städtischen Tram von St. Gallen angestellte 28jährige Karl Siegrist in St. Fid⸗ Wasser. Es stellten sich heftige Schmerzen ein und unter fürchter⸗ lichen Leiden starb Siegrist. Er war erst kurze Zeit verheiratet 5210 vor etwa 14 Tagen aus mehrmonatlichem Grenzdienst heimgekehr

Beim Traubenpressen erstickt.

Ein gewisser Vittorio Barloggio wurde in Bellinzon (Schweiz) in einem Faß, in dem er Trauben gepreßt hatte, ersti aufgefunden.

Eine amerikanische Stadt in die Luft geflogen. 1

Reuters Spezialdienst meldet aus Newyork: Eine Stadt in Gegend von Ardmore(Oklahoma), deren Name aus unbekan Gründen vorläufig noch nicht genannt wird, sei in die Luft geflogem/ infolge der Explosion eines Waggons Gasolin. Viele Häuser sind in Brand geraten, die Eisenbahnlinie ist zerstört. Auf den Straßen liegen große Trümmerhaufen, unter denen sich zahlreiche Leichen be⸗ finden. Die Rettungsarbeiten sind sehr schwierig. Bisher sind 1 Leichen geborgen worden. 5 4240

Tunneleinsturz in Newyork. ed

Daily News meldet aus Newyork: Bei dem Bau des neue Tunnels für die Untergrundbahn ereignete sich ein schwerer U. glücksfall. Der Tunnel stürzte bei der 38. Straße ein. Zwei Men⸗ schen wurden getötet, etwa 12 verletzt. Das Unglück geschah, als eben die Theater leerten. Hunderte von Menschen entkamen nu mit knapper Not der Katastrophe. Die ganze Straße brach in 85 Mitte ein. 5 e

Wirbelstürme in Nordamerika. 5

Ein Wirbelsturm hat in New⸗Orleans gestern abend großes

Unheil verursacht. Zehn Menschen sind tot, 150 verwundet, 8 Di

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Materialschaden beläuft sich auf über eine Million Dollars. Schiffe im Hafen blieben unbeschädigt.

Telegramme.

Tagesberichtedes Guußen hruptutienz

Der Feind an allen Fronten zurückgeworfen. 11000 Gefangene in Frankreich. 5 Wiederum 3500 Russen gefangen. 8

W. B. Großes Hauptquartier, 2. Okt., vorm.(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. 5

Die Engländer suchten heute Nacht das ihnen in den Kämpfen der letzten Tage wieder abgenommene Gelände nördlich von Loos im Gegenangriff zurückzuerobern. Der Versuchscheiterteunterschweren blutigen Ver⸗ lusten für den Feind.

Französische Angriffe südwestlich Angres, östlich Souchez sowie nördlich Neuville wurden abgeschlagen.

Die Anzahl der Gefangenen, die unsere Truppen in die⸗ sem englisch⸗französischen Angriffs⸗Abschnitt bisher machten, ist auf 106 Offiziere, 3642 Manugestiegen. Die Beute un Maschinengewehren beträgt 26.

In der Champagne griffen die Franzosen mittags östlich Auberive in breiter Front an. Der Angriff miß⸗ glückte. Nur an einer Stelle drang der Feind in unsere Stellung ein. Badische Leibgrenadiere gingen zum Angriff vor und nahmen einen Offizier, 70 Mann gefangen; der Rest des eingedrungenen Feindes fiel.

Französische Angriffe nördlich Le Mesnil und nordwestlich Ville⸗sur⸗Tourbe wurden abgewiesen. Bei der Abwehr der Angriffe während der letzten Tage zeichnete sich nord⸗ östlich von Le Mesnil besonders das Reserveregiment 29 aus.

Die Gesamtzahl der Gefangenen und die Beute aus den Kämpfen nördlich von Arras und in der Champagne er⸗ reichte gestern die Höhe von 211 Offiziere, 10721 Mann, 35 Maschinengewehre.

Der Bombenabwurf eines von Paris zum Angriff auf Laon aufgestiegenen Fluggeschwaders hatte den Tod einer Frau und eines Kindes und die schwere Verletzung eines Bür⸗ gers der Stadt als Erfolg. Unsere Abwehrkanonen schossen ein Flugzeug südlich Laon ab, dessen Insassen gefangen ge⸗ nommen wurden. Ein anderes feindliches Flugzeug stürztg brennend über Soissons ab. f

Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

Nördlich von Postawy sind Kavalleriegefechte im Gange. Südlich des Narocz⸗Sees bei Spiagla und östlich von Wisch⸗ new wurden russische Vorstöße abgewiesen. Von stär⸗ keren Angriffen nahm der Feind nach den verlustreichen Fehl⸗ schlägen des 30. September Abstand.

Unsere Truppen haben gestern bei Smorgon dred Offiziere, 1100 Mann zu Gefangenen gemacht und drei Ma⸗ schinengewehre erbeutet. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

Prinzen Leopold von Bayern.

Vor der Front der Heeresgruppe herrscht im allgemeinem

Ruhe. Auch hier verzichtete der Gegner auf die Fortführung

seiner Angriffe. Vor unseren Linien liegen viele Gefallene

des Feindes. f