Auch während der Kriegszeit,
wo die Gedanken von den furchtbaren, aller Vernunft und aller Kultur hohnsprechenden Ereignissen in Anspruch ge⸗ nommen werden, die sich täglich abspielen, dürfen unsere Parteigenossen ihre Sache nicht aus dem Auge verlieren Die Grundsätze der Freiheit und Menschlichkeit, für die wir jederzeit gekämpft haben, können durch den Waffenlärm und das Massen⸗Menschenmorden nicht erschüttert werden. Für unsere großen Ziele müssen wir wefter mit allen uns Gebote stehenden Kräften eintreten und immer neue An. hänger für unsere Sache werben. In erster Linie müssen wir zu diesem Zwecke für Veubreitung Presse sorgen. Obwohl Tausende unserer Leser ins Feld gezogen sind, gibt es noch sehr viele zur arbeitenden Klasse Gehörige, welche als Leser der Oberhessischen Volks. zeitung gewonnen und unserer Bewegung zugeführt wer— den können. Unsere c allerorts erfuchen wir, in diesem Sinne tätig zu sein. Mit Eintritt des Winterhalb⸗ jahres pflegt das Lesebedürfnis zu steigen; benutze jeder diese Zeit, unserem Parteiblatte, dem einzigen Arbeiterblatte in Oberhessen und den Nachbargebieten, in seinen Bekannten⸗ kreisen weitere Verbreitung zu verschaffen!
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Preisermäßigung für Schweinefleisch. In Darmstadt sind, wie bereits vorher schon in Heidelberg, die Preise für Schweinefleisch um 10 Pfennige fürs Pfund herabgesetzt worden. Damit bleiben zwar die Preise immer noch so hoch, das nur recht wohlhabende Leute sich den Genuß don Schweinefleisch ohne Einbuße leisten können, aber die Metzger haben doch ihren guten Willen gezeigt. Sollte das nicht auch in Gießen möglich sein? Sicherlich, wenn es einzelne— sehr wenige allerdings— fertig brachten, die Spannung zwischen Ein⸗ und Verkaufspreis zugunsten der Verbraucher in dieser schweren Zeit den Ernährungsinteressen der All— gemeinheit unterzuordnen und anzupassen, so sollten die anderen wenigstens jetzt einen Abschlag eintreten lassen, wo die Schweinepreise anscheinend ein klein wenig wenigstens zu sinken anfangen. Ein gleiches möchten wir auch den Rindermetzgern empfehlen, umsomehr, als auch von ihnen einige ganz wenige bisher schon bei den alten niedrigeren
Preisen geblieben sind.
Einen städtischen Butter- und Käseverkuuf wird Stadt Kassel dieser Tage eröffnen. Angesichts der immer unerschwinglicher werdenden Preise für Butter und leider auch für alle Butterersatzmittel und angesichts der Tatsache, daß auch alle Käsesorten bis zum Handkäse bald nicht mehr zu bezahlen sein werden, wäre kommunales Eingreifen auch dei uns in Gießen geboten. Ebenso bei der Milch muß von der Stadt alles daran gesetzt werden, wenigstens die für die Säuglings⸗ und Krankenkost erforderlichen Mengen hin— veichend und zu erschwinglichen Preisen unbedingt sicherzu— stellen.
— Steuerfreiheit für geringe Einkommen. Wiederholt haben unsere Genossen in der Gießener Stadtvertretung be— antragt, die unter 900 Mark betragenden Einkommen von der Gemeindesteuer frei zu lassen. Diese Anträge haben bei den übrigen Stadtverordneten nie Gegenliebe gefunden, bei der letzten Voranschlagsberatung stimmten nur die drei sozialdemokratischen Vertreter dafür, nicht ein einziger der übrigen gab seine Stimme daflür her. Wie uns mitgeteilt wurde, haben sich auch einige Bürger über den Antrag ent— rüstet. Diese fanden es„unerhört“, daß in einer Zeit, wo Steuererhöhungen notwendig wurden, ein Verlangen auf Steuerbefreiung gestellt werde. Die Herren berücksichtigen dabei nicht, daß es sich hier um Einkommen handelt, die zur Bestreitung der notwendigsten Lebensbedürfnisse nicht aus⸗ reichen, die unter dem Betrage stehen, den man als das Existenzminimum zu bezeichnen pflegt. Bei den ungeheuer gestiegenen Lebensmittelpreisen ist natürlich der für den notwendigsten Lebensunterhalt aufzuwendende Betrag noch ganz bedeutend höher. Was bleibt von einem Wochenlohn von 19 Mark— 900 Mark jährliches Einkommen— noch zum Leben übrig, wenn Wohnung, Kleidung, Schuhwerk und andere notwendige Ausgaben noch abgezogen werden? Und davon müssen Familien leben! Da sollen auch noch Steuern bezahlt werden!— Steuerpflichtige mit Einkommen unter 900 Mark waren 1912 knapp 2600 vorhanden; der ganze Betrag, den sie an Steuern zusammen aufbringen, macht reichlich 17000 Mark aus. Ein erheblicher Teil dieser Summe würde schon an den Kosten erspart, die für Einziehung der kleinen Steuerbeträge aufgewendet werden müssen. Man
hat auch anderwärts längst eingesehen, daß die Einziehung
dieser kleinen Steuerbeträge unverhältnismäßige Kosten bderursacht; in Preußen z. B. werden die Staatssteuern erst von Einkommen über 900 Mark ab erhoben, Familien mit mehr als 2 Kindern werden zur nächst niedrigen Steuerstufe beranlagt; Familien mit 5 Kindern zahlen bei Einkommen bis zu 1350 Markkeine Steuern!— Noch viel weiter gehen die neuen englischen Einkommensteuergesetze. Danach werden dort erst Einkommen von über 2620 Mark zur Steuer herangezogen; bisher war die unterste Steuergrenze sogar 3000 Mark. Dafür zieht man dort aber auch die größeren Einkommen ganz anders heran. Zum Beispiel müssen solche von 18000 Mark zehn Prozent abladen, Einkommen von 60 000 Mark sogar bald ein Fünftel: 18,5 Prozent! Da⸗ dei wird zwischen ganz verdienten und nicht verdienten Ein⸗ kommen unterschieden; ein Rentner mit 16000 Mark Ein⸗ kommen muß 2800 Mark Steuern blechen!— Dieser Steuer- tarif entspricht aber weit mehr der Gerechtigkeit als derjenige der Gießener Gemeindesteuer! 5
— Pakete, die ihren Bestimmungsort nicht erreichten. Recht törichte Streiche hat der beim Gießener Postamt tätig gewesene Postschaffner Weber verübt. Er ist schon 23 Jahre bei der Post, unterlag aber trotzdem der Versuchung, sich mehrere Feldpostpakete anzueignen. Es wurden ihm zwei Fälle des Diebstahls und zwei Unterschlagungen nachgewiesen, für welche Straftaten die Gießener Strafkammer wegen Ver⸗ brechen im Amt gestern 9 Monate Gefängnis zu
diktierte.
unserer
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— Die Fremdwörter im Geschaftsverkehr. Zu den Land⸗ kagsverhandlungen— siehe gestrigen Bericht—, bei welchen der Landtag einen ganzen kostbaren Tag mit den Anträgen des Bauerubündlers Dorsch vertrödelte, dessen Patriotismus Anstoß an Theaterstücken ausländischer Verfasser nimmt, auch wenn sich's um klünstlerische Meisterwerke handelt und der die Fremdwörter mit Polizeigewalt unterdrücken will, schreibt uns ein Leser:
Männerstreit im Landtag. Der Abgeordnete Dorsch:„Jeder Sentimentalitätsdusel süfse jetzt ganz entschieden ausgeschaltet werden.“ Staats⸗ minister von Hombergk:„Die eigentliche Reform müsse hier aus der Volksseele herauskommen.“ Aber meine Herren: Unentbehrliche Fremdwörter? Sentimentalität ist Gefühl, Empfindlichkeit. Reform ist Umgestaltung, Besserung. Auf⸗ richtig kondolieren wir den beiden Kontrahenten zu dem Fiasko in ihrem Duell. Auf deutsch: Wir sind allzumal Sünder!
— Gefallene Wehrmann Ludwig Kreiling, Wieseck, Landw.⸗Inf.⸗Reg. 116.— Landsturmmann Kar Dickel aus Brauerschwend, Inf.-Reg. 118.. Gegen die Uebertreibungen bei der Ueberwindung des Krüppel⸗ tums. Auf der diesjährigen Tagung der D ütschen Gartenbau⸗ gesellschaft in Köln hielt der Chefarzt des Reservefazaretts Renn⸗ bahn⸗Grunewald, Geheimrat Prof. Salomon, einen bemerkens⸗ werten Vortrag über die Kriegsbeschädigtenfürsorge, und ihre jetzigen Formen, wobei der Redner vor herbe, Krftiß nicht zurück⸗ schreckte. Er wandte sich, gestützt auf seine Hei, gegen die Uebertreibungen des bekannten Geheimrats Biesalski und seiner Freunde von der Ueberwindung des Krüppeltums, die Arbeit der Orthopädie dürfe nicht zu sehr überschätzt werden. Bei allem Ver⸗ ständuis für die Wiedergewöhnung der Kriegsbeschädigten an regelrechte und befrseß e nde Arbeit müßten solche Redensarten doch als Irreführungen des Publikums schlimmster Art bezeichnet werden. Professor Salomon sprach sich daun gegen die mannig⸗ faltigen Versuche aus, die Verwundeten„seelisch aufzurichten“ und gegen ständiges Anpredigen der Verletzten, die zuerst einmal un— endliches Ruhebedürfnis hätten. Die Stimmung derer, die von draußen zurückkämen, sei mit den Worten gekennzeichnet:„Hurra, wir leben noch!“ Ferner müsse bedacht werden, daß bei den Kriegsbeschädigten aus dem Arbeiterstande immer das Mißtrauen vorhanden sei, man wolle ihnen die Rente drücken.
Urlauberverkehr in den Schnell⸗(Dj⸗Zügen. Ueber die BVe— nutzung von Schnell-(D)-gügen seitens der Soldaten herrscht be! diesen immer noch viel Unklarheit. Zu den Militärfahrkarten dürfen Schnellzugzuschlagkarten nur ausgegeben werden, wenn auf den Urlaubsscheinen die Berechtigung zur Benutzung von Schnell⸗ zügen von den Truppenteilen, Militärbehörden oder dergl. be⸗ scheinigt ist. Die Beamten an den Fahrkartenschaltern haben die Urlaubsscheine daraufhin zu prüfen und bei dem Fehlen des Ver⸗ merks bezw. der Bescheinigung die Verabfolgung von Schnellzug⸗ zuschlagkarten abzulehnen. Bei dem Vorhandensein der Bescheini⸗ gung wird die Fahrkarte entsprechend auf der Rückseite abgestempelt. Zu Militärfahrscheinen dagegen dürfen Schnellzugzuschlagkarten in keinem Falle ausgegeben werden. An den Sperren sind Militär⸗ Urlauber zu den D-Zügen nur noch zuzulassen, 1. auf Militär⸗ fahrkarten, wenn diese auf der Rückfeite den Stempel oder Ver— merk„Schnellzug“ tragen und gleichzeitig die Schnellzugzuschlag⸗ karte vorgezeigt wird. 2. Auf Militärfahrkarten ohne Juschlag⸗ karte, wenn der Urlaubsschein den Vermerk der Schnellzugberechti⸗ gung trägt und der Inhaber sich zur Nachlösung bereit erklärt. J. Auf Militärfahrscheine, wenn die Berechtigung zur Benutzung von Schnellzügen auf dem Militärfahrschein bescheinigt ist. Die— jenigen Urlauber, welche im Besitz von Militärfahrscheinen sind, die micht zur Fahrt mit Schnellzügen berechtigen, die aber zur Ver— meidung von Urlaubsüberschreitungen auf Beförderung mit den Schnellzügen bestehen, wollen sich an den nächsten Bahnhofs⸗ kommandanten bezw. Bahnhofsvorsteher wenden, die das weitere veranlassen werden.
Keine Soldatengamaschen. Gegen Gamaschen zum Anzug der Soldaten wendet sich eine bemerkenswerte Verfügung des Kriegs⸗ ministeriums. Leder- wie Wickelgamaschen sieht man jetzt viel bei unsern Kriegern. Die Ledergamaschen werden von der Industrie meist Alarmgamaschen genannt, weil sie schneller angelegt werden können. H
Der
Die Heeresverwaltung und die vorgesetzten Dienststellen mußten aber das Tragen dieser Gamaschen für Mannschasten ver⸗ bieten. Wickelgamaschen find überhaupt nicht in der preußischen
Armee eingeführt. Es ist dies auch zunächst nicht beabsichtigt. Die Nachteile überwiegen die scheinbaren Vorteile recht erheblich. Bei
Nässe und Frost sind die Wickelgamaschen sogar gefährlich; die naß⸗ gewordene Binde zieht sich zusammen und hemmt den Umlauf des Blutes. Bei Frost kommt dazu die sogenaunte Fußgangräne, und das Bein ist verloren. Wickelgamaschen verhindern auch jede Lüftung des Fußes, besonders bei warmer Witterung. Schon die Bezeichnung der Ledergamaschen als Alarmqamaschen zeigt, daß die Wickelgamaschen nur mit großem Aufwand von Zeit und Mühe anzulegen sind. Aber auch die Ledergamaschen empfehlen sich nicht zu den Schnürstiefeln. Sie sind nur schwer anzuziehen, besonders im Dunkeln und mit frierenden Fingern. Sie bieten auch geringen Schutz gegen das Eindringen von Rässe und Schmutz. Diese Er— wägung allein schon zeigt die Ueberlegenheit unserer altbewährten Soldatenstiefeln. Auch in diesem Kriege hat sich wieder unser Infanteriestiefel glänzend bewährt. Es liegt nicht die geringste Veranlassung vor, ihn aufzugeben, um so weniger, weil er weit billiger herzustellen ist, als Gamaschen. 5
aus Oberhessen und Nachbargebseten.]!
Landgemeinden den bed
Alle diese, es sind in diesem Falle aber nicht etwa aus schließlich Kriegsfreiwillige, haben in den 200 Tagen, die wir jetzt im Osten
stehen, bereits über 100 Paketchen erhalten, die Zahl der empfange⸗ nen Briefe, Zeitungen sowie der abgesandten Postsachen könnte und würde ich nicht neunen, ich miißte mich für meine Kameraden schämen. Ein Mädchen erzählte mir während meines jetzigen Ur⸗ lanbs, daß es seinem„Schatz“ täglich mindestens einen Brief, ost aber deren zwei schreibe und auch er jeden Tag einen Brief an es abgehen ließe. Als ich dieses Benehmen als große Anmaßungen hnete, bekam ich erstaunte Augen zu sehen und geriet mit dem Mädchen in gelinden Krach! Und der„Schatz“ ist Apotheker, also auch ein gebildeter Mann. Ein anderer Kamerad vor mir jammert und heult, wenu nicht tagtäglich, aber sagte und schreibe tagtäglich, von seiner Katharina ein Paket und ein Brief kommt. Er selbst schreibt seiner lieben Katharina selbstverständlich gleichfalls jeden Tag. Und was glauben denn derartige Menschen? Sind sie denn alle des Kuckucks und glauben, daß der Krieg nur geführt wird um Mut hen, blöden Verliebten und unreifen Jungen tagtäglich, 4 mindestens zwei Postsendungen, eine aus und eine nach e zu befördern?“— Diese Kritik ist durchaus berechtj 5
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Wahlverein Gießen. Zu der am Donser sta abgehaltenen, gut besuchten Mitgliederversammlung sprach Genosse atzen ⸗ stein⸗ Berlin über die gegenwärtige politische Lage. Ex schilderte
die gegensätzlichen Jutereffen der Großmächte, die zust Kriege
Steinhauermeister alls führten; an dessen Ausbruch Rußland die Hauptschuld trage. Die
Haltung dex sozsaldemokratischen Fraktion sei durchaus richtig ge⸗ wesen und sie war eine Stütze für die parteigenössischen Kriegsteil⸗ nehmer. Trotz allen Gegensätzen, die die Arbeiterschaft von der herrschenden Klasse trennt, haben guch die Arbeiter ein großes Zuteresse an der Erhaltung der Kultur, des Geisteslebens, wie es sich in Deutschland entwickelt hat. Hauptsache sei, daß wir dafür sorgen, unser möglichstes zu tun, damit die Einheit und Geschlossen⸗ heit der Partei erhalten bleibe.— Damit erklärte sich hen. Vetters, der in der Diskussion das Wort ergriff, einverstanden, doch in vielen anderen Punkten müsse er Katzenstein widersprechen. Be⸗ sonders wies er darauf hin, daß dieser im vorigen Jahre in un⸗ serer Protestversammlung ganz anders über die österreichische Politik und die Ursachen des Krieges gesprochen habe. Nach einem kurzen Schlußwort Katzensteins schloß der Vorsitzende mit Dank an den Vortragenden die Versammlung.
— Unterstützung bedürftiger Kriegersamilien. Wir haben öfter darauf hingewiesen, daß es mit der Unterstützung der Kriegs⸗ teilnehmerfamilien auf dem Lande vielsach höchst trübe aussieht. vereinzelt gibt hier und da eine Gemeinde noch etwas, die t leinen Pfennig. Und viele könnten es fehr wohl. „„ daß die Gemeinden nichts bezahlen, oft genug be⸗
Ur
Familien noch nicht mal die Reichsunterstützung. rung zu schaffen, haben unsere Genossen im Land⸗
tage, Ulrich und Raab, folgenden Antrag gestellt:„Die Regierung zu ersuchen, durch die Kreisämter dahin zu wirken, daß in den ürftigen Kriegerfamilien eine einigermaßen hinreichende Kriegshilfe als Zuschuß zur Reichskriegs⸗ unter stütz unng gewährt wird, wobei jusbesondere der Begriff der Bedürftigkeit nicht zu eng gezogen werden darf.“ Der Ausschuf empfiehlt dem Landtage Annahme des Antrages. Noch immer Päckchensperre nach dem Osten. Eine 9 5
Bekannt⸗
machn etärs des Reichspostamts besagt: Die durch die un Beförderungsverhältnisse herbeigeführte Anhäuf⸗
ung von chen auf dem östlichen Kriegsschauplatz, konnte leider noch nicht behoben werden. Im Einvernehmen mit der Heexesver⸗ waltung wird dahe Verbot der Annahme und Beförderung privater Feldpostbriefe über 30 Gramm und Päckchen an die Trup⸗ penangehörigen der Ostarmeen bis einschließlich 5. Oktober ver⸗ längert. Hiernach unzulässige Sendungen werden den Absenderr zursickgegeben.
is jetzt schon 77 ihrer Mitarbeiter, Rech⸗ er leute im Kriege verloren und dadurch en Verlust für ihre Organisation zu beklagen.
nungsf
einen Teilweif in den einzelnen Rechnungsstellen die Personen der Rechnungsführer schon dreimal ersetzt und die Ersatzleute new
eingearbeitet wer
Bezirke der einzelnen Vertrauensseute In 51
ach ganz peu org rt werden. Alle können nur durch tatkräftige Unterstützung müberwunden werden. Daß trotz alledem sorge ohne besondere Hemmung weiter estand auf der Höhe, wie er bis zum gt war, erhalten werden kann, ist ein f das Vertrauen, das sich die Volksfür⸗ solge im Volke bere 6 hat. Für die dritte Kriegsanleihe hat die Volksfürsorge 200 000 Mk. gezeichnet.
Der Polizeihund. Am Mittwoch abend wurden einem hiestger Landwirt von einem Acker im Schiffenbergerthal über 12 Zentnet Kartoffel gestohlen. Der am nächsten Mittag zur Stelle gebrachte Polizeihund des Schutzmanns Seitz verfolgte die Spur in ein benachbartes Gehöft, wo die Kartoffeln im Keller vorgefunden und dem Eigentümer zurückgegeben wurden. Auch ein vor einiger Zeit hier gestohlenes Fahrrad wurde dort gefunden.
Anlagemusik. Sonntag, den 3. Oktober, vormittags 11½¼ Uhr, in der Süd⸗Anlage, ausgeführt von der Kapelle des Landst.⸗Inf.“ Ersatz⸗Bat. Gießen. Spiel⸗Folge: 1. Hochzeitsmarsch aus d.
durch der Betrieb
„Sommernachtstraum“, F. Mendelssohn. 2. Ouverture z. Oper „Des Teufels Anteil“, Auber. 3. Ständchen, Frz. Schubert. 4.
Schlittschuhläufer), Walzer, E. Waldteufel. Marsch⸗Potpourri, H. Seidenglanz. 6. Alte eike.
Kreis Wetzlar.
Krofdorf⸗Gleiberg. Eine gemeinsame Mitglieder Versammlung des Wahlvereins findet morgen(Sonntag) nachmittag 4 Uhr in Gleiberg, im Lokale„Zum schwarzen Wal⸗
Les Patineurs Soldateska 1870—7 Kameraden, Marsch, T
2
8 3 80 B„ fisch“ statt. In dieser Versammlung wird Gen. Otto Rühle⸗
— Heirat mit e Vor der 8 e Dresden einen Vortrag über„Weltpolitische Probleme“ halten. hatte sich gestern der Bürgermeister Kli 1 10 9 1 Rühle ist als vorzüglicher Redner bekannt, der es versteht, Erlenbach wegen Vergehens gegen das Personenstandsgesetz sich durch klare Ausdrucksweise jedem Zuhörer verständlich zu
zu verantworten. Er hatte im Frühjahr dieses Jahres als Stan⸗ desbeamter die Trauung eines aus Bayern gebürtigen Taglöhners vorgenommen, ohne sich zu vergewissern, daß dieser die vorge⸗ schriebene Erlaubnis seiner bayerischen Heimatsbehörde habe. Denn entweder muß er diese haben, oder nachweisen, daß er die bayerische Staatsangehörigkeit aufgegeben hat. Nun hatte zwar der Heiratskandidat die hessische Staatsangehörigkeit erworben und glaubte, daß damit nun die Geschichte erledigt sei. Das glaubte auch der Bürgermeister selber, allesn das dicke Ende kam noch nach und der Blürgermeister vor das Gericht. Dieses hatte aber Einsicht und verurteilte ihn nicht, wie der Staatsanwalt es wollte, sondern sprgch ihn frei, weil er angenommen habe, daß mit Erwerbung der hessischen Staatsangehörigkeit die bayerische ohne weiteres er⸗ loschen sei. Aber auch wenn diese noch bestanden habe, sei der Standesbeamte nicht strafbar, da in den diesbezüglichen gesetzlichen Bestimmungen keine Klarheit herrsche und der Bürgermeister darüber nicht entscheiden könne.
— Mißbrauch der Feldpost. Aus dem Briese eines Kriegs⸗ freiwilligen entnimmt die Köln. Ztg. solgendes iiber die Viel⸗ schreiberei:„Mein Regiment liegt in der Luftlinie 200 Kilometer, den Transportwegen nach über 300 Kilometer von der Grenze ent⸗ fernt. Die Nachfsührung von Lebensmitteln, Munition, Post usw. ist naturgemäß äußerst schwierig und trotzdem herrschen bei uns, soweit es sich um Brief⸗ und Paketverkehr handelt, ganz tolle Zu⸗ stände. Ein kriegsfreiwilliger Kanonfer(Abiturient) G. hat es fertig bekommen, eine Zeitlang täglich et wa sech 8 Feld⸗ postkarten an seine Eltern zu chicken: dafür erhält das liebe Söhnchen aber auch täglich von Hause min destens ein Paket. Wenn nun bei gewaltigen Vormärschen die Post uns ein⸗ mal 14 Tage lang nicht erreicht, dann erhält G. allein mit einem Schlage etwa 20 Pakete, ebensopiele Sendungen Zeitungen, Briese usw. Und ähnliche Leute haben wir allein unter den 26 Leute unseres Abtellungs⸗Stabes, dem ich angehöre, etwa fünf oder sechs.
machen. Die Mitglieder von Krofdorf-Gleiberg, Launsbach, Wiß⸗ mar, Kinzenbach, Vetzberg, Fellingshausen und Bieber-Rodheim werden ersucht, dieser Versammlung beizuwohnen.
n. Mehl- und Brotpreise in Wetzlar. Ab 1. Oktober koster Roggenbrot(Kriegsbrot) das Pfund 1 Pfg., 2 Pfund 37 Pfg., Pfund 55 Pfg., 4 Pfund 73 Pfg.; Brötchen von Auszugsmehl, 100 Gramm, 8 Pfg. Roggenmehl kostet pro Pfund 18 Pfg., Weizen⸗ mehb 22 Pfg., Auszugsmehl 27 Pfg. Auszugsmehl ist nur in be⸗ schränktem Maße vorhanden. Die Bäcker sind verpflichtet, Mehl gegen Brotmarken abzugeben. Verweigerung ist der Behürde an⸗ zuzeigen. f
Westerwald und Unterlahn. Opfer der Bergarbeit. Schon wieder forderte der Bergbau im Dilltal ein Opfer, und zwar diesmal auf Grube„Vereinigte Henriette“ bei Niederschelden. Der Bergmann Joseph Utsch wurde als
aus Mudersbach stürzte aus dem Förderkorb und Leiche aufgefunden.
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verleiht ein Zartes. Gesicht, rosiges jugendfrisches Aussehen 575 4 blendend schöner Teint.— Alles dies erzeugt die echle
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