Ausgabe 
23.9.1915
 
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*

g ö

über die ersten

0

eeisig⸗eisernen Banden.

Gießen und umgebung.

Die Blätter fallen! 1 Leise gleitet die Natur in den Winterschlaf.

ihre Müdigkeit täuschen. Sie warf sich den glutprang

mantel über die Schulter,

und Astern. Vergebliches Bemühen. Und wie auch die Blätter an Tinten spielen, es ist vorbei sie fallen! greift in die falsche Pracht, löst ste aus der Menge gefährten und wirft sie in den Staub.

Die Tage der Rosen

Als der Wind

Stoppeln wehte, wollte sie uns noch einmal über

0 enden Sonnen⸗ ließ die Obstbäume unter des Segens Fülle brechen und schmückte die Gärten mit vielfarbigen Georginen

siud vorüber.

Baum und Strauch in den waghalsigsten Eine unerbittliche 2

der Schicksals⸗

Da geht ein wehes Zittern durch die Zurückgebllebenen, ein

leises, kaltes Grausen. Packt es auch uns? So rie

pon Blatt zu Blatt, so vauscht es von

sich nieder bis zum

Baum zu Baum. des Todes steigen hinauf bis in die Kronen der Eichen und senken Zwergengesträuch, das sich am Boden verkriecht.

selt es fragend Die Schauer

Ohne Gnade schreitet das Sterben über die Erde und schon

webt der Winter mitleidig an dem großen Leichentuch, das die ekle

Verwesung decken soll. Und die Menschen? ber Freude. und unterm Erntekranz jauchzte die Jugend. und Gesang, leuchtende Augen in zufriedenen Gesich 158 herbstlichen Tod. licchen Werdens? Ach, heute sind die Herzen schwer.

Frucht.

gemarterten, können, sich nicht mehr aufbäumen. Sie zucken nur unsäglichen Weh und ihr klagendes Wimmern schleicht

In grauen Nebeln auch liegt das Künftige. Schwingen trug uns sonst die Phantasie in lichte, Zukunft.

Winter. In unendlich weite Ferne scheint uns ein frühling gerückt. Sicherlich! Friedenssommer wird ihm folgen. 1 Die Antwort verschlingt der Donner der Kanon angehört in Blut und Tränen. Die Blätter fallen!

Deutscher Städtetag. Samstag eine Vorstandssitzung des Deutschen mit sehr umfangreicher Tagesordnung statt. führten abwechselnd der Wermuth⸗Berlin und Oberbürgermeister v. Bor

rungsmittelfragen ein. die Versammelten der festen Ueberzeugung, daß

mehr zurückgestellt werden dürfen.

daß zur endgültigen Konsolidierung der von

während des Krieges aufgenommenen Anleihen

schatzsekretär

städtischer Schatzanweisungen unerläßlich ist. denken wurden gegen die durch Gesetzgebung

lichen Sammlungen geäußert. Vor hatte der Nahrungsmittelausschuß

frage eingehend etörtert wurde.

sehen, daß die Erhöhung der Krankenlöhnung immer nicht durchgeführt ist. Nach wie vor m Verwundeten mit 10 Pfennigen pro Tag abfin

die Erhöhung der Krankenlöhnung auf den

demokraten ihren Antrag als erledigt zurück Sitzung des Reichstages vom 26. August konnte ausführen:

Meine Herren, wir begrüßen es

nämlich den kranken und verwundeten

38 Pfennigen pro Tag. Ich stelle auch das hier a weil, draußen in bezug hierauf offenbar eine sehr heit besteht, und weil vielleicht die Erlasse, die herau den sind, noch nicht genügend verstanden werden wenn von dieser Stelle aus ausdrücklich davauf daß dann die kranken und verwundeten zu verlangen haben.

retten die Klagen kamen, daß die erhöhte Kranker

veröffentlicht. Darüber sind nun wieder zwei flossen, die Verwundeten bekommen noch imme erwünscht, den Grund dieser Verzögerung kenner

Riesenhafte Kriegsgewinne. Anna zehnfachung des Reingewinns

Gladbacher Wollindustrie Akt.⸗Ges. vormals L

.

gewinns für die Zukunft. Die Dividende ungefähr den zehnten Teil des Reingewinn. 40 258 Mk. der gesetzlichen Rücklage üüberwiesen zu Sonderabschreibungen verwandt,

genanntenVerfügungsbestand,

neue Rechnung werden 695 295 Mk. vorgetrag tierung der einzelnen Posten zeigt deutlich, keiten die Gezellschaft bei der Unterbrinaung

nung immobiler Truppen sei bereits beschlossene Sache. 2 Grund dieser bündigen Erklärung zogen dann die Sozial⸗

Löhnung nicht. Unter diesen Umständen wäre es

hern g verzeichnet die

Wie war ihnen sonst der Herbst die Zeit Von den Weinbergen donnerten die Böller ins Tal Trompetengeschmetter

tern begrlßten

War er denn nicht der Vorbereiter des lenz⸗

Eine furchtbare Gewalt he

den ewigen Gleichschritt der Natur aus dem Gleise gewensen c was abgenutzt und alt ist, holt der Tod, er bricht Blüten und reifende Der silberhaarige Siebzigjährige hat heute Aussicht länger zu leben, als der blonde Knabe von siebzehn Sommern. g mit glühenden Zangen zerrissenen Menschenherzen

Und die

ohngnächtig im lautlos durchs

All; grau, wesenlos, wie der Herbstnebel auf den Wiesen

Mit leichten hoffnungsfrohe

Heute ist der Schwung gelähmt, unser Hoffen liegt in Wir sehen nur den Herbst und den nahen

neuer Völker⸗

Er wird kommen und ein ewiger Aber wanm, wann?

en, sie versinkt

Im Rathause München fand am

Städtetages Den Vorsitz

Vorsitzende, Oberbürgermeister

scht⸗München.

Einen weiten Raum in den Verhandlungen nahmen die Nah Hinsichtlich der Milchfrage waren

im Interesse

der städtischen Bevölkerung durchgreifende Maßregeln nicht Auch über die Aufstel⸗ lung der städtischen Haushaltspläne für 1916 wurde beraten. Hier wurde die übereinstimmende Meinung ausgesprochen,

den Städten die Ausgabe Lebhafte Be⸗ und Verwal⸗

tung jetzt eingeführte Praxis bei der Zulassung von öffent⸗

der Vorstandssitzung des Deutschen Städte⸗ tages eine mehrstündige Sitzung, in der u. a. die Kartoffel⸗

Warum so langsam? Aus vielfachen Klagen ist zu er⸗

bis jetzt noch üssen sich die den. In der

Budgetkommission des Reichstags erklärten sowohl der Reichs⸗ als auch ein Vertreter der Heeresverwaltung, Betrag der Löh⸗

Auf

und in der

Abg. Stücklen

mit Freude, daß endlich einer von uns gegebenen Anvegung Rechnung getragen wurde, daß Soldaten nicht mehr die völlig unzulängliche Krankenlöhnung von 40 Pfeunigen pro Tag gezahlt wird, sondern jetzt die immobile Löhnung im Betrage von

usdrlücklich sest, große Unklar⸗ üsgegeben wor⸗ Ich glaarbe,

hingewiesen wird, Soldaten wissen,

was sie

Die Vertreter der Regierung setzten dieser Feststellung keinen Widerspruch entgegen. Als bald darauf aus den Laza⸗

löhnung noch

nicht bezahlt werde, erteilte das Kriegsministerium auf An, frage die Auskunft: die erforderliche Kabinettsordre sei noch nicht zurück, sie were aber jeden Tag erwartet und dann sofort

Wochen ver r die erhöhte dringend zu lernen.

d eine Ver⸗

Josten. Der

Reingewinn stieg von 271 422 Mk. auf 2 490 553 Mk. Als Dividende werden 20 Prozent gegen 8 Prozent im Vorjahre gezahlt. Die Gesellschaft sorgt bei der Verteilung des Rein- beansprucht nur

Es werden 400 000 Mk.

725 000 Mk. einem so⸗ 1 aufgespart, wiesen, 120 000 Mk. dem Unterstützungsfonds zugeführt.

über⸗ Auf

en. Die Do⸗

welche Schwierig- des Verdienstes

hatte. Die Aussichten werden auch weiterhin ihne Ungeheuer sind auch die Profite, die in der Lede rin d ustrie gemacht werden. Das Lederkapital hat tatsächlich den Krieg zur ergiebigsten Profitquelle ge macht. Zum Beispiel hat die Aktiengesellschaft für Leder fabrikation in München ihren Ueberschuß gegen das Vor jahr von 191.000 Mark auf mehr als Millionen gesteigert. Um trotzdem die Dividendenur von 4 auf 30 Prozent steigern zu müssen, hat sie einen Vortrag auf die Rechnung des nächsten Jahres in Höhe von 622 000 Mark beschlossen Die Nürnberger Lederfabrik, Aktien⸗ gesellschaft, vormals Schreier& Naser, hat im Kriegsjahr gar mehr verdient, als ihr Aktienkapital be⸗ trägt. Mit 400 000 Mark Kapital hat sie nämlich einen Nettoprofit von 433 000 Mark, also von 110 Prozent erzielt. Höchstpreise gibt es ja nicht. Dafür muß aber auch der ärmste Mann 56 Mark für Sohlen und Absätze be⸗ zahlen, wenn er nicht etwa in Holzpantoffeln laufen will. Sollte sich die Regierung nicht mal mit der Frage beschäf⸗ tigen, in welcher Weise die phantastischen Kriegsprofite zur Steuer heranzuziehen sind? i 1 Konsumverein Gießen. In einer Notiz in der Mon⸗ tagsnummer war gesagt, daß Anträge zur Generalver⸗ sammlung acht Tage vorher eingereicht sein müßken. Das ist nicht ganz richtig; die Frist beträgt nur drei Tage. Die Generalversammlung ist auf Sonntag, den 3. Oktober, nachmittags 3 Uhr, in den Saal des Gewerkschaftshauses einberufen.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Feldwebel Franz Hermann Bepler aus Heuchelheim, Inf. Regt. 253..

. Zu der Hausfrauen⸗Versammlung am Dienstag ist noch nachträglich zu bemerken, daß die Einzeichnung von Mitgliedern sehr zahlreich erfolgte. Es sollen etwa 400 Frauen noch in der Ver⸗ sammlung beigetreten sein. Vom Vorstandstisch aus wurden auch gleich Vorschläge zur Bildung von Kommisstonen und Ausschüssen gemacht, welchen besondere Aufgaben zugewiesen werden. Daß in diesen Ausschlüssen, welche in ihrer Gesamtheit den provisorischen Vorstand bilden, nur sehr wenige Frauen aus den unbemittelten und arbeitenden Kreisen vertreten sind, ist bemängelt worden. Wir werden ersucht, dagu mitzutellen, daß selbstverständlich die Mit⸗ arbeiterschaft, von Frauen aus allen Kreisen gewünscht wird, daß aber vorläufig nur solche in Vorschlag gebracht wurden, die bereits auf diesem Gebiete tätig waren und von denen man annehmen konnte, daß sie zur Arbeit in dieser Organisation die nötige Zeit aufzubringen in der Lage sind.

. Urlaub und Löhnung. Der Kaiser hat, wie die Kreuzztg. be⸗ dichtet, bestimmt, daß den Mannschaften, die unter Gewährung freier Fahrt beurlaubt werden, allgemein die Löhnung unverkürzt fort⸗ gewährt wird.

Die Stiesel sollen noch teurer werden! Obwohl Schuhfabriken, gegenwärtig keine Veranlassung haben, über unge⸗ nügende Gewinne zu klagen, verweisen sie mit Bedauern darauf, daß die fertigen Schuhwaren bis etzt keine verhältnismäßige Steigerung erfahren konnten, weil die meisten Schuhwarenhändler noch ziemlich umfangreiche Lager von fertigen Stiefeln besaßen. Dabei geht aus den Jahresberichten der Aktiengesellschaften für Schuhwaren hervor, daß 10 und 12 Prozent Gewinnverteilung keine Seltenheit sind, was gewöhnlich eine Steigerung der Divi⸗ dende von 68 Prozent gegen die Vorjahre bedeutet. In ähnlicher Weise liegen ja bekanntlich auch die Dinge bei den Lederfabriken. Nun sind aber die Preise für fertige Stiefel schon mitunter recht erheblich, in die Höhe gegangen; wenn nun die Schuhfabrikanten triumphierend verkünden, daß nunmehr Aussicht ehe, die Schuhwarenpreise mit den Lederpreisen in Einklang zu bringen, dann kann das konsumierende Publikum auf diesem Gebiete noch ganz nette Dinge erleben.

g Merkblatt über bie Verteilung der mittel im Grofihevgogtum Hessen. Der Viehhalter meldet seinen Bedarf an biachlagnahmten Juttermitteln(Kleie, zuckerhaltige Futtermittel, sonstige Kraftfuttermittel und Gerste) bei der rllichen* erteilungsstelle(Großh. Bürgermeisterel oder Genossenschaft) au. Die Bestellung erfolgt am besten nach Aufforderung der örtlichen Verteilungsstelle, weil dann ger meinsam bezogen werden kann. Gesonderte Bestellungen sind mit höheren Transportkosten verbunden. Die örtliche Verteilungs- stelle selbst hat keine Futtermittel auf Lager, sondern gibt die Be⸗ stellungen der Viehhalter im ganzen bei der Geschäftsstelle der Landesverteilungsstelle für Futtermittel, nämlich der Zentral⸗ genossenschaft der hessischen landwirtschaft⸗ lichen Konsumpereine in Darmstadt(Fernruf Nr. 66) auf. Bei der Knappheit der Futtermittel ist es in der Regel nicht möglich, die Bestellungen voll zu berücksichtigen. Die örtliche Ver⸗ teilungsstelle wählt deshalb einen Beirat von 34 Mitgliedern, welcher die eingelaufenen Bestellungen der einzelnen Viehhalter prüft und später die von der Landesverteilungsstelle zugewiesenen

als gut be

gerade die

beschlagnahmten Futter⸗

Futtermittelmengen an alle Besteller, unter Zugrundelegung des Viehstandes, verteilt. Dabei sind Abmelkwirtschaften und Besitzer

von Zucht⸗ und Muttextieren besonders zu berücksichtigen. Die Preise der Futtermittel sind vom Reichskanzler festgesetzt. Die örtliche Verteilungsstelle darf lediglich ihre baren Auslagen hinzu⸗ schlagen. In welchen Mengen die vorhandenen Futtermittel den einzelnen Gemeinden zugewiesen werden, stellt die Landesver⸗ teilungsstelle auf Grund des Viehstandes sest. Häcksel⸗ oder Torfmelasse(nach Wahl der Zentralgenossenschaft) kann bis auf weiteres jederzeit und nach Bedarf geliefert werden. Auch Zuckerfutter(Rohzucker mit Häcksel gemengt) steht wieder in beschraͤnkten Mengen zur Verfügung. Von der anfallenden Kleie erhält jede Gemeinde in Zwischenräumen von mehreren Wochen eine im voraus festgesetzte Menge, die jedoch weit hinter dem Bedarf bleibt. Ger ste ist der Landesverteilungsstelle bis jetzt noch nicht zugewiesen. Alle übrigen beschlagnahmten Futter⸗ mittel werden iim neuen Wirtschaftsjahr auch nur in sehr geringer Menge zur Verfügung stehen. Der Zeitpunkt ihrer nächsten Ver⸗ tellung wird den örtlichen Verteilungsstellen noch bekanntgegeben. Die Landesverteilungsstelle für Fütte rs; mittel in Darmstadt, Bleichstr. 1(Fernruf Nr. 292), besteht aus 5 Mitgliedern und zwax aus je einem Vertreter der Großh. Zentralstelle für die Landesstatistik Gugleich Vorsitzender der Landesverteilungsstelle), der Landwirtschaftskammer, der Handels- kammern, der Handwerkskammer und der Zentralgenossenschaft der hessischen landwirtschaftlichen Konsumvereine. Beschwerden über die Verteilung haben die Viehhalter bei der Großh. Bürger⸗ meisterel, bei der Landesverteilungsstelle oder bei dem Großh. Kreisamt vorzubringen. Die Zuteilung des Ha fers an die Pferdebesitzer geschieht durch die Großh. Kreisämter.

Kreis Alsfelb⸗Lauterbach.

Die neue Bahnstrecke Alsfeld⸗Grebenau soll am 1. Dezember dem Verkehr übergeben werden. Dann ist die ganze Strecke Als⸗ seld⸗Hersfeld in Betrieb und es wird dadurch die Verbindung von Alsfeld mit Thüringen(Etsenach, Gotha usw.) um ein ganz erheb⸗ liches Stlick abgekürzt.

Von Nah und Fern.

Groß⸗Gerau, 22. Sept. Sittlichkeits verbrechen. Auf der Landstraße zwischen Worselden und Klein⸗Gerau ist durch einen svemden Burschen an einem 17 Jahre alten Mädchen ein Sittlich⸗ keitsverbrechen begangen woxdau, ohne daß es bisher gelungen ist, den Täter festzunebmen. Man itt aber auf einer Snur..

Sell, Bensheim, 22. Sept. Ehetragödie. Heute früh hat der 40 Jahre alte Oberingenieur Reichenbacher seine Ehefrau, eine Münchnerin, aus Eifersucht durch einen Schuß in ben Kopf getötef und sich dann selbst so schwer verletzt, daß er bald darauf starb.

Kempten(Kr. Bingen), 21. Sept. Schweres Explosions⸗ unglück. Heute vormittag ist vor Beginn des Schulunterrichtes der Kessel einer neben dem Schulhause stehenden Lokomobile explo⸗ diert. Da sich die Kinder um diese Zeit schon alle zum Unterricht eingefunden hatten, ereignete sich ein fürchterliches Unglück, Eine ganze Reihe von Kindern wurde von dem ausströmenden Dampfe und dem kochenden Wasser bös zugerichtet. Mehrere Kinder sind sehr gefährlich verletzt, viele vor allem schwer verbrannt worden, Bis jetzt wurden in das Binger Hospital 12 Kinder eingeliefert und weitere folgen nach.

Prozeß des entmündigten Grafen. Vor dem Oberlandesgericht Darmstadt wird demnächst in der Berufungsinstanz die Klage des Grafen Erasmus von Erbach ⸗Ex bach auf Aufhebung seiner wegen Geistesschwäche bestehenden Entmündigung aufs neue zur Verhandlung und zur Entscheidung gelangen. Das Landgericht hat diese Klage, nachdem außer den früheren psychiatrischen Gut⸗ achten noch ein Obergutachten der Medizinalabteilung des Mini⸗ sterlums eingeholt worden war, auf Grund der Beweiserhebungen abgewiesen, und der Kläger, dem gerichtlich ein Anwalt für den Prozeß bestellt ist, verfolgt jetzt gegen das Landgerichtsurteil Be⸗ rufung. Ursprünglich war bie damals vom Amtsgericht Ober⸗ Ursel(als damaliger Aufenthaltsort) ausgesprochene Entmündigung wegen Geisteskrankheit ersolgt, während das später zuständig ge⸗ wordene Amtsgericht Michelstadt sie nur noch wegen Geistes⸗ schwäche des bekanntlich durch den Tod seines Vaters zur, Erbfolge in der Standesherrschaft gelangten Grafen ausspricht. Der Graf wurde durch seine Verheiratung mit der Tochter einer Wäscherin bekannt. Das war wohl auch der Grund, weshalb seine Familie die Entmündigung betrieb.

Ein tapferes Mädchen.

Die 15jährige Tochter des Revierförsters Stadler zu Hirsch⸗ bach(Nb.) hat drei Kindern das Leben gerettet. Die kleine Ge⸗ sellschaft hatte sich unvorsichtigerweise auf einem Notsteg befunden, als plötzlich diese schwache Brücke unter dem Anprall des ange⸗ stauten Triftbaches zusammenbrach und die Kinder in das Wasser stürzten. Durch Mut und anerkennenswerte Geistesgegenwart ge⸗ lang es dem braven Mädel, die Gespielen dem hochgehenden Wasser zu entreißen. K

Rezept für Kriegshetzer. Die Wiener Arbeiterzeitung berichtet: Das amerikanische sozialistische Organ Appeal to Reason gibt den kriegswütigen Amerikanern einen vernünftigen Nat. Es sagt:Wenn Sie den Krieg lieben, ziehen Sie einen Graben in Ihrem Garten, füllen ihn halb mit Wasser, kriechen hinein und blelben dort einen Tag oder zwei, ohne etwas zu essen; bestellen Sie sich weiter einen Geisteskranken, damit er mit ein paar Revolvern und einem Maschinengewehr auf Sie schieße, dann haben Sie etwas, was gerade so gut ist und Ihrem Lande eine Menge Geld erspart. Dieses Rezept wäre für alle Kriegshetzer am Platze, nicht bloß für die ameritanischen.

Tätigkeit der Vulkane in Italien. Aus Rom wird berichtet: Augenblicklich finden zahlreiche heftige Vulkanausbrüche in Italien statt. Der Vesuv, der Aetna und Stromboli sind in großer Tätigkeit, wie es bisher noch niemals beobachtet worden ist. Alle drei Vulkane sind gleichzeitig in Aktion getreten. Die Ausbrüche geben keinerlei Anlaß zu Beunruhigung.

Telegramme.

Lgesberictkt des Großen Hauptnnartierz

Vergebliche Einzelangrisse der Franzosen. Siegreiche Kämpfe im Brückenkopf von Dünaburg. W. B. Großes Hauptquartier, 22. Sept., vorm.(Auntlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.

Zwischen Souchez und Neuville sowie östlich von Roclincourt griffen die Franzosen gestern abend an. Die Angriffe brachen im Feuer vor unseren Hindernissen zusammen.

In der Champagne wurden nordwestlich des Ge⸗ höftes Bean Séjour neue Schanzarbeiten durch kon⸗ zentrisches Feuer zerstört. Stärkere Patrouillen, die teil⸗ weise bis zur dritten feindlichen Linie durchstießen, vervoll⸗ ständigten die Zerstörung unter erheblichen Verlusten für die Franzosen, machten eine Anzahl Gefangener und kehrten be⸗ fehlsgemäß in unsere Stellung zurück..

Ein englisches Flugzeug wurde bei Willerval(öst⸗ lich von Neuville) von einem deutschen Kampfflieger ab⸗ geschossen. Der Führer ist tot, der Beobachter wurde ver⸗ wundet gefangen genommen.

Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

Südwestlich von Lennewa den(an der Düna nord⸗ westlich von Friedrich sta dt) machten die Russen einen Vorstoß. Es wird dort noch gekämpft. Oestlich von Smelina(füdwestlich von na burg) brachen unsere Truppen in die feindlichen Stellungen in einer Breite von 3 Kilometer ein, machten 9 Offiziere und 2000 Mann zu Ge⸗ sangenen und erbeuteten 8 Maschinengewehre.

Nordwestlich und südwestlich von Osch ma jaua ist unser Angriff in weiterem günstigen Fortschreiten. Der Gawla⸗Abschnitt ist beiderseits Subotniki über schritten. 5

Der rechte Flügel ist bis in die Gegend von No wo Grodek vorgekommen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Der Molezadz-⸗Abschnitt ist auch südöstlich des gleichnamigen Ortes überschritten. Russische Stellungen auf dem westlichen Mischanka⸗Ufer beiderseits der Bahn Brest⸗Litowsk Minsk wurden erstürmt und dabei 1000 Gefangene gemacht, 5 Maschinengewehre erbeutet.

Weiter südlich wurde O strog nach Häuserkampf ge nommen.

Ueber den Oginski gegangene Abteilungen warfen die broslawka zurück.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. Oestlich von Logischin fanden kleinere Kämpfe statt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste⸗Heeresleitung

Kaual bei Telechauy vor⸗ Russen in Richtung Do