Ausgabe 
21.9.1915
 
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TransportschiffesFratovan, das aus den Türkei kam und won der russischen Flotte ohne Berechtigung gekapert wurde.

Die Verluste der Alliierten an den

Dardanellen.

T. U. Konstantinopel, 19. Sept. Im Kommando der Alliierten an den Dardanellen ist, wenn glaubwürdige Nach⸗ richten aus Saloniki sich bestätigen, eine wichtige Aenderung eingetreten. Es werden fortdauernd steigende feindliche Ver⸗ luste gemeldet. 8000 Tote und 17000 Verwundete in den letzten zehn Tagen, was in Anbetracht der hier auftretenden Heere enorm ist.

Die dritte österreichische Kriegsauleihe.

Wien, 19. Sept. In den letzten Tagen fanden vorbe⸗ reitende Besprechungen über eine dritte österreichische Kriegs anleihe statt.

Das Munitionsgesetz und die euglischen Arbeiter.

Der New Statesman vom 11. September berichtet:Wer sich mit den Delegierten des Gewerkschaftskongresses unterhalten hat, erhielt den Eindruck, daß das Munitionsgesetz sehr schlecht sunktio⸗

niert. Dieser Eindruck wurde durch die Rede Lloyd Georges nicht abgeschwächt. Ueberall beklagten sich die gelernten Arbeiter über die

neuen Regulierungen und rebellieren gegen die plötzliche Abschaffung der Werkstättengebräuche sowie gegen die Anstellung von weiblichen und von ungelernten Arbeitern. In Hunderten von Fabrilen sind die Unternehmer nicht imstande, Doppelschichten einzufühven, da die geringe Zahl von gelernten Arbeitern es ablehnt, sich unter die un⸗ gelernten zu verteilen und sie anzulernen. Um es rund herauszu⸗ sagen: der Geschoßminister hat wohl die Gewerkschaftsführer für seinen Plan gewonnen, aber nicht die Arbeiter. Diese verstehen nicht, was eine unter Staatsaufsicht stehende Fabrik bedeutet und sie wissen auch nicht, wie die Proflte derartiger Fabriken beschränkt werden, wie der Ueberschuß an das Finanzminfsterium abfließen soll, und sie glauben auch nicht, daß dies je geschehen wird. Die Arbeiter blicken auf diese ganze Einrichtung mit Mißtrauen und sie sehen nun, daß ihr Stücklohn herabgesetzt wird. Im Inde⸗ deudent vom 28. August beklagt sich der zweite Sekretär der Kessel⸗ schmiede, daß die Arbeiter aus den Munitionsausschüssen verdrängt und daß deren Plätze von Bureaukraten eingenommen werden.Zu, Anfang des Krieges, erzählt er,trafen Regierungsvertreter mit Bewerkschaftsvertretern zusammen, um ein Einverständnis darstber zu erlangen, wie man am besten Reibungen vermeide und eine Be schleunigung in der Ausführung der Kriegsaufträge erzielen könnte. Es wurde ein nationales Beratungskolleglum gebildet, das sich aus zraktischen und erfahrenen Technikern, Arbeitern und Organisatoren usammensetzte, die das Vertrauen der Arbeiter besaßen. Lokale Munitionsausschüsse wurden ins Leben gerufen und die Arbeiter tellten ihnen ihre Erfahrungen und ihre Mithilfe rückhaltslos zur e Man darf sagen, daß die Regierung über den ganzen sewerkschaftlichen Mechanismus, der auf hundertjähriger Erfahrung zufgebaut wurde, verfügen konnte. Dann aber sei eine Aenderung gingetreten. Die Ausschüsse seien aufgelöst und an deren Stelle hureaukratische Schreiber eingeführt worden. Das Koaljtionsmini⸗ lerium glaube, daß Zwang wirkungsvoller sei als freiwillige zeistungen. Es zeige sich jedoch, daß die bureaukratische Maschine u versagen beginne.

Alles in allem darf man sagen, daß England nach 13 Monaten Krieg noch nicht die richtige Organisationsform für die große Ofsen⸗ ive gefu⸗ hat. Die Minister klagen über die Gewerkschaften und

jiese über die Minister.

Die Ententeanleihe in Amerika.

Der Haager Nieuwe Courant meldet aus Newyork: Die Schwierigkeiten bei den Unterhandlungen der britisch ranzösischen Kommission mit den amerikanischen Bankiers scheinen sich auf die Frage zu beziehen, ob beson dere Unterhandlungen mit Rußland geführt werden müssen, da Rußland die Bedingungen der britisch⸗französi schen Anleihe nicht annehmen will. Weiter entstehen Schwie⸗ rigkeiten darüber, daß die Kommission nicht mehr als 5 Pro- zent geben will, ohne Bankprovision für die Einschreibung, dann über Fragen der Bezahlung in Gold für Munitions- lieferungen und darüber, daß die Anleihe lediglich zur Be zahlung derjenigen Güter angewandt werden dürfe, die sich nicht direkt auf Kriegslieferungen beziehen.

Weiter meldet der Nieuwe Courant aus Newyork: Es wird hier bestätigt, daß das Abkommen über eine Kredit anleihe von 500 bis 800 Millionen Dollars so gut wie nahe⸗

zu fertig ist. Für die Anleihe sollen besondere Garantien nicht geleistet werden, aber sie sollen gegenüber der britischen und französischen Regierung gewissermaßen die Vorrechte einer ersten Hypothek genießen, die allen anderen inländischen Verpflichtungen vorangeht. Der ältere Rocke⸗ feller erklärt heute, daß er sich endgültig weigere, sich an der Anleihe zu beteiligen. Er erklärte, daß England und Rußland ihn bereits früher aufgefordert hätten, einer Anleihe beizutreten und daß er entschieden abgelehnt habe, da er das Blutvergießen nicht fördern wolle. Die Propaganda gegen die Anleihe nimmt zu, sie wird jedoch augenscheinlich ohne Einfluß sein.

Reuter meldet aus Newyork: Die Einwände der deutsch⸗ gesinnten Banken in den Vereinigten Staaten gegen die britisch-französische Anleihe sind augenscheinlich dadurch be⸗ hoben worden, daß die Anleihe vollständig nun für die laufenden Handelszwecke benutzt werden soll, daß aber die Munitionsankäufe vollständig mit Goldanfuhr bezahlt wer den sollen. Es ist sicher, daß die deutschgesinnten Bankiers von Newyork Millionen zeichnen werden.

Protest der Deutsch⸗Amerikaner.

London, 19. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Die Times meldet aus Newyork vom 16. September: Der Präsident des Deutschamerikanischen Bundes, Hexamer, fordert die Bürger auf, bei dem Präsidenten und dem Staatssekretär gegen die englische Anleihe zu protestieren und teilt mit, daß die Freunde Deutschlands aufgefordert werden sollen, ihr Geld aus den Banken herauszuziehen, die die Anleihe abschließen.

Außerordentliche Sitzung der Städte und Semsiwos in Moskau.

T. U. Petersburg, 20. Sept. Für den heutigen Montag ist nach Moskau eine außerordentliche Sitzung der Vertreter der russischen Semstwos und der Städte einberufen worden, an der auch eins große Anzahl Dumamitglieder teilnehmen wird. Anfänglich war man in Petersburg im Unklaren darüber, ob die Regierung diese Tagung zulassen werde und man wollte Goremykin bezw. den Minister des Innern dar über befragen. Jin letzten Augenblick ist man jedoch überein⸗ gekommen, die Sitzung ohne vorherige Anfrage abzuhalten, selbst auf die Gefahr einer gewaltsamen Auflösung hin. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildet natürlich die Auf lösung der Duma und sämtliche Parteiführer des Blocks werden dahingehende Vorträge halten, resp. Erklärungen abgeben.

Der Zar gibt den Oberbefehl ab.

Nach Petersburger Berichten ist die Uebergabe des Oberbefehls des russischen Heeres durch den Zaren an General Rußki als bevor⸗ stehend anzusehen. Die Petersburger Presse bereitet darauf vor, indem die Anwesenheit des Zaren am Sitz der Regierung sich politisch notwendig mache. f 6

Das Wettrennen in den Tod.

Der Sonderberichterstatter der Kölnischen Zeitung an der Tiroler Front schildert die Erfolglosigkeit der Tätigkeit der italienischen Operationen bei einem Sturmangriff, in dem die berühmte Basilikata⸗Brigade über 2000 Tote, Ver⸗ wundete und Gefangene verlor. Ein gefangener Offizier erklärte, wir wissen schon, daß unser Anlaufen ein Wett⸗ rennen in den Tod ist.

Ein schwedischerSpion in Italien.

T U. Kopenhagen, 20. Sept. Der schwedische Schriftsteller J. Hertz war während seiner Studienreise durch Italien unter Spionageverdacht verhaftet worden. Gestern ist nun hier die Nach⸗ richt eingetroffen, daß Hertz zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Hertz hatte mehrere schwedische Blätter mit Reise⸗ beschreibungen versehen.

Gegen Giolitti.

Die Idea Nazionale, die Gazetta del Popolo und an⸗

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dere Hetzbläter bezichtigen mit großem Geschrei Giolitti und

seine Anhänger als Höchberräter Herbeiführung des Friedens herbeigeführt h f langen für Giolitti die Todesstrafe. N Deutschland und Amerika. 1 Amerikanische Blätter betonen, daß die friedliche Löf

der deutsch-amerikanischen Spannung nunmehr ausschließ lich von dem diplomatischen Geschick des Grafen Bernstor abhänge, und zwar von dem Bericht, den er über die der Dinge nach Deutschland schicken werde, sowie über de

Aufnahme, die seine Darstellung in Deutschland finden wird Evening Post stellt fest, daß die Regierung der Vereinigt Staaten in zwölfter Stunde sich vertrauensvoll auf Bernstorf

verläßt. 1

Kriegsustizen. 3

lizeidi 9 inger, Hauptmann d. R. g. D., bein

Stube it Serko manbes in ben Marken, hat das Eiserne K

zweiter Klasse am weiß⸗schwarzen Bande erhalten.

Henninger ist die Seele der Zensur beim Oberkommando i

den Marken.

Die Strafkammer in Magdeburg verurteilte die Frar tolle Oberamtmann Pfannenschmidt in Heinrichsdorf zu 2000 ME 11 Geldstrafe, weil sie an zwei Händler Kartoffeln über den den Höchstpreis verkauft hatte. Die beiden Händler erhielten. lich f 100 Mk. Geldstrafe. mener

Das Landgericht Magdeburg verurteilte ferner 10 0 Obermeister der Bäckerinnung zu Burg bei Magde burg, Ernst Ducho, zu 250 Mk. Geldstrafe, weil er entgegen zweier Bundesratsverordnungen in seiner Backstube in den 8 naten von Uhr morgens bis Uhr abends hatte arbeiten lassen, während die Backzeit auf die Stunden von? Uhr morgens bis 7 Uhr abends festgesetzt war und der Angeklagte als Ober,

Die Flüchtlinge in Moskau.

Unter der UeberschriftDas Lager des Leides schreibt ein Moskauer Blatt:

Noch in der Ferne, von den Rangiergeleisen des Nikolaus Bahnhofes her, ertönt in der ruhigen Morgenluft ein viel⸗ stimmiges Kinderweinen. Auf der Plattform hat man von beiden Seiten begonnen, die Flüchtlingszüge auszu laden und hier tritt man mit einem Male in ein Lager maß losen stumpfen Leides. Am Boden ist elendes Gerät aufge häuft, mit einem zerrissenen Regenschirm zur Not bedeckt. Aus den Wagen hört man immer noch das Weinen der Kinder; den Kindern geht es am allerschlechtesten. Krank, ohne Milch, mit blassen ausgezehrten Gesichtchen sterben sie langsam wie Feldblumen..

In der Ferne sieht man eine eben errichtete Baracke. Hunderte von Flüchtlingen umringen sie mit Töpfen in der Hand, um warmes Essen zu holen. Junge Mädchen und junge Leute, Mitarbeiter der Hilfsausschüsse schöpfen mit großen Löffeln aus den Kesseln dampfende Suppe in die Töpfe. Der Kochkessel steht in einem Eisenbahnwagen. Die Suppe ist dick und nahrhaft mit viel Fleisch, aber das ist auch die einzige Mahlzeit des Tages für die ganze Schar. Hier an der Verpflegungsstation spielen sich Tag um Tag schreck liche, erschütternde Auftritte ab. Die von der Erwartung er schöpften, hungrigen, aller Habe beraubten Flüchtlinge wer⸗ den anspruchsvoll, wenn in der Auslieferung des Essens irgend eine Verzögerung eintritt, oder wenn etwa zu wenig Essen da ist und es für irgend einen nicht ausreicht.Es ist ganz unvermeidlich, daß die Leute unzufrieden sind, sagte man mir auf der Verpflegungsstation,weil nur die von uns zu essen bekommen können, die mit ihrem Eisenbahnzug gerade hierher vor uns zu stehen kommen, aber Dutzende von Zügen stehen auf den entlegenen Rangiergeleisen, wo sie manchmal tagelang stehen bleiben. Die Leute, die in jenen Zügen sitzen, sehen manchmal tagelang nichts als Krumen Brot, die sie zufällig etwa noch haben. Dort kann die Ver⸗ pflegungsstation nichts machen. Und auf den kleinen Neben-

bahnen, wo die Verhältnisse noch schlimmer sind, gibt es über⸗ haupt keine Verpflegung. Wenn dann diese halb verhungerten, ruinierten Leute endlich zu uns kommen, so bringen sie den ganzen Haß und die Verbitterung über das erlittene Unglück mit sich.

Man hat geglaubt, daß die Flüchtlinge auf den Ver pflegungsstationen nur zu essen bekommen sollten. Aber es kam anders. Dutzende und Hunderte von Familien mußten tagelang wegen der Ueberfüllung aller Wohnungen in der Stadt neben den Eisenbahnwaggons unter freiem Himmel wohnen. Der Regen durchnäßte ihre elende Habe, und die Flüchtlinge schleppten sich in ganzen Scharen nach der Verpflegungsstation, wo wenigstens ein gläsernes Schirm⸗ dach sie notdürftig schützte. Alle Stühle und Tische sind mit diesen Bündeln bedeckt, so daß die Flüchtlinge nicht mehr dort essen können, wo man die Vorbereitungen dafür getroffen hatte, sondern in den Eisenbahnwagen ihre Mahlzeiten nehmen oder sogar auf den Dämmen der Bahnhofsanlagen.

Ich kehre auf die Plattform zurück, trete an jeden Wagen heran und steige Stufe um Stufe herunter auf dem schreck⸗ lichen Pfad, der in dieses weite und elende Land führt. In einem Wagen liegt eine Kuh mit ihrem Kalb, an die Decke ist ein Vogelbauer mit einem Vögelchen gebunden, auf den Trümmern von Stühlen und Bänken spielt ein niedliches Kätzchen. Der Hausrat ist bis oben aufeinandergetürmt. Aber alles ist zufällig, ohne Wahl, ohne Sinn und Verstand in der Hast zusammengeraten. Ich frage nach dem Familien- vater und aus irgend einem Winkel des Wagens kriecht ein dicker kleiner Junge hervor im schwarzen Jäckchen mit dem Abzeichen einer Volksschule an seiner Mütze.Das gehört uns, der Vater ist in Wilna: er blieb auf der Station dort, und wir sind bei der Mutter.Wo ist sie denn?Sie ist das Essen holen gegangen. Der Junge spricht lebendig mit fröhlicher klarer Stimme. Dieser Haushalt im Güterwagen hält sie so beschäftigt, daß der Kleine alle erlittenen Schrecken vergißt, als wäre das ein neues amüsantes Spiel. Die Augen des Kindes glänzen, aber um so größer wird der

Gegensatz zu den verzagten Blicken, mit denen meine Augen

ist allzu fürchterlich. Einer der Vertreter der Hilfsvereine

N meister der Innung mit gutem Beispiel hätte vorangehen mitssen 9 g Zwei am Gotthard internierte französische Flieger gate die am Freitag entflohen waren, sind am Sonntag auf dem ref Furka⸗Paß wieder verhaftet worden. allo Wie Handelsblad mitteilt, hat die deutsche Regierung futter der niederländischen ihr Bedauern darüber ausgedrückt, 0 fegt am 2. August ein deutsches Flugzeug aus Versehen über urch niederländische Gewässer an der Küste von Zeeumsch (Flandern) geflogen ist. Nebelwetter sei die Ursache gewesen, daß 10 be der Führer des Flugzeugs nicht gemerkt habe, daß er sich übes iber niederländischem Gebiet befunden habe. 1 ches Nach dem Matin fand in der Pulver und Granaten Milch fabrik in Le Pecg nach der bereits gemeldeten Explosion 5 ten Donnerstag vormittag am Nachmittag eine neue, ebenso he 9 Explosion statt, durch die wieder sehr großer Schaben dees angerichtet wurde. Auch diesmal wurden mehrere Arbeiter ver⸗ letzt. Es ist eine strenge Untersuchung von den Militärbehörden 0 eingeleitet worden. 5 guei Fug ere H 5 e Age Partei⸗Nachrichten. 5 Friedensdemonstrationen in der Schweiz. 1 dc. Die Sozialdemokratische Partei, der Schweizer Gewerkschaftz⸗ bersc bund, die Jugendorganisation, der Arbeiterinnenverband und ber b italienische sozialistische Partei in der Schweiz rufen die Schweizer 10 Arbeiter zum 3. Oktober für eine Friedensdemonstration susa Ale men. Die lokalen Organisationen sind mit der Durchssihrung d 1 15 Friedensdemonstration betraut. Demgemäß erscheint im Basler di Vorwärts ein Aufruf zur Teilnahme an dieser Friedensdemon⸗ Ar stration. Es gelte nicht nur für den Frieden im allgemeinen miß un Nachdruck zu demonstrieren, sondern auch Stellung zu nehmen g gen N die schweizerische Hetzpresse, die systematisch für das bewaffnete Ein he greifen der Schweiz an der Seite der einen oder anderen krieg, 1 führenden Paptei agitiere.Unseren zlvilen und militärischen Be⸗ 5 0 hörden muß rückhaltlos erklärt werden, daß die Arbeiter für ein f solche frivole Politik nicht zu haben sind und ihr mit allen Mitteln zu entgegenarbeften werden. Wir dürfen nicht dulden, daß wegen der er Profitinteressen der herrschenden Klassen neue Quellen des Elends üb erschlossen werden. Wir haben aber auch dem Bilrgertum zu wi klären, daß wir gewillt sind, an den Idealen der modernen nationalen Arbeiterbewegung durch alle Mühsal und Leiden hindu festzuhalten.... Nicht ruhen und rasten werden wir, bis fal Kapitalismus überwunden ist.... Der Soßzlalismus allein ral die Menschheit dauernd von der Geisel des Krieges befresen. re 1 8 f 2 Fi ringsum schauen. Aus der offenen Tür eines anderen in e Wagens schaut eine alte dicke Frau in Lumpen mit kraft be losem, unendlich müdem Gesicht. Es scheint, daß sie eine fie Jüdin ist und ich frage sie. Die Frau tritt einen Schr ir zurück, hält die Hände wie abwehrend vor, neigt den nit und gibt mir mit leiser, schuldvoll bewußter, versch ämter a Stimme, als hätte sie irgend etwas verbrochen, zur Antwork du Jawohl, ich bin Jüdin!, als wollte sie sagen,es ist nichtz zu machen, man muß dieses Leid auf sich nehmen. 5 b Neben jedem Wagen liegt ein Haufen von Unrat, der am 10 Morgen hinausgescheuert worden ist. Ein stickiger Gestank 15 geht davon aus und derselbe üble Geruch schlägt einem aus 0 jedem Wagen entgegen. Ich gehe noch an mehreren Wagen 00 vorbei. Ueberall dasselbe Weinen, dasselbe Stöhnen, die dich selbe Niedergeschlagenheit und Schwermut. 10 1 Ein ganz leerer Wagen steht da mit sperrweit geöffnelet mi Türe. In einer Ecke rechts liegt ohnmächtig verkümmert 8 und versteckt ein schwer kranker junger Mann. Ich suche a ihn aufzurichten und aus ihm herauszubringen, was ihm Au fehlt; aber in seinem schweren Fieber stammelt er nur etwas 0 Unzusammenhängendes und man kann ihn nicht verstehen.. Ich gehe einem Zug entlang, einem zweiten und dritten. 10 Meine Füße sind schon müde geworden von dem Gehen in 9 1 dem tiefen Sand. Und die Augen sind müde geworden von 1 8 diesen Bildern des Schreckens. 1 Ein Haufen von jüdischen Flüchtlingen aus dem fernen 0 Gouvernement des Westens umringt uns mit Augen, in denen 1 0 Entsetzen und Enttäuschung liegen.Was soll denn aus 0 ü uns werden? In Moskau dürfen wir nicht bleiben, wohin! sollen wir fahren? Wir können nicht weiter. Ich habe eine 0 kranke Frau, mein Kind ist am Sterben, helfen sie uns doch, lassen sie uns doch hier bleiben. Wir geben uns Mühe, den 2* 3 5 f 1 Leuten zu erklären, daß das nicht M stehe; 1 aer det ömicht in unserer Macht stehe? f er Jude hört nichts, will nichts verstehen. Sein Leid g

der mit mir geht, sagt den Juden:Fahrt nach Kostroma,

dort gibt es einen jüdischen Hilfsausschuß, dort wird ma Aber die Juden glauben es nicht,

gut für euch sorgen!