Ausgabe 
15.9.1915
 
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langke die Verfolgung bis halbwegs Lida. Weiter südlich mähern wir uns dem Szozara-Abschnitt. »Der Bahnhof Lid a wurde nachts mit Bomben beworfen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls * Prinzen Leopold von Bayern. Die Verfolgung gegen den Szezara-Abschnitt blieb im Fluß. Feindliche Nachhuten wurden geworfen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 0 v. Mackensen. Auch hier konnte der Feind die Verfolgung nicht auf⸗ halten. Einige 100 Gefangene wurden eingebracht. 9 Südöstlicher Kriegsschauplatz. die

2 2

Lage bei den deutschen Truppen ist unverändert.

7 g Oberste Heeresleitung. n 2 Deutsche Wasserflugzeuge über dem Rigaer

Meerbusen.

W. B. Berlin, 14. Sept.(Amtlich.) Am 12. Sept: haben deutsche Wasserflugzeuge einen Angriff auf russische Seestreitkräfte im Rigaer Meerbusen und auf Rig a und Dünamünde gemacht.

Eines der Flugzeuge sichtete vor der Bucht ein feindliches Flugzeug⸗Mutterschiff und belegte es mit Erfolg mit Bomben. Brandwirkung wurde beobachtet. Ein anderes Flugzeug griff einen Zerstörer mit Bomben an und erzielte einen Treffer.

Ein drittes entdeckte in der Arensburger Bucht ein Flugzeug⸗Mutterschiff und brachte ihm zwei Treffer bei.

Einem vierten Flugzeug, das bei Zerel einen Kampf mit zwei russischen Flugzeugen zu bestehen hatte, gelang es, an einen Zerstörer heranzukommen und auf ihn einen Treffer zu erzielen.

. Das fünfte traf zwei getauchte U-Boote vor Windau und bewarf sie mit zwei Bomben. Der Erfolg konnte nicht festgestellt werden.

. Das letzte Flugzeug erzielte auf der zum Torpedobvot⸗ bau für die russische Marine bestimmten Mühlgraben-Werft in Dünamün de sechs Treffer in den Werkstätten und auf

den Hellingen. Die Werft geriet in Brand.

Eines der Flugzeuge begegnete im Rigaer Meerbusen einem russischen Segelschiff, welches versenkt wurde, nachdem, die Mannschaft gerettet war.

1 Der Chef des Admiralstabs der Marine.

2 5 Der österreichisch · ungarische Tages bericht Die Kämpfe in Wolhynien und Litauen.

* ien, 14. Sept.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart:

1. Salenter 1915:

Russischer Kriegsschauplatz. Die Lage in Ostgalizien ist unverändert.

Der Feind griff heute früh unsere Strypa⸗Front an, wurde aber abgewiesen. Auch in Wolhynien sind die

Russen unter Heranziehung neuer Truppen an zahlreichen Stellen zum Angriff übergegangen. Während bei Nowo⸗ Aleksiniec die Kämpfe noch andauern, wurde der Feind bei Dubno unb am Stubiel⸗Abschnitt überall unter großen Ver⸗ lusten zurückgeworfen. Unsere in Litauen kämpfenden Streitkräfte überschritten in der Verfolgung des Gegners südlich von Slon im die Griuda⸗Niederung. Nachlassen der italienischen Angriffe.

8 Italienischer Kriegsschauplatz.

Nach erfolglosen italienischen Angriffen der letzten Tage trat gestern in den großen Kämpfen bei Flitsch und Tolmein eine Pause ein. Bei Plawa vertrieb ein Feuerüberfall unserer Artillerie den

Feind aus einem mehrere Kilometer breiten Frontstück. Die slüchtenden Italiener erlitten große Verluste. An der Tiroler Front wurden Angriffsversuche schwächerer feindlicher Abteilungen gegen unsere Stellungen bei der Grenzbrücke im Popenatale(süd⸗ lich Schluderbach) und im Tonalegebiet abgewiesen. Im großen und ganzen herrscht an der Südwestfront Ruhe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschallentnant.

Lloyd GeorgesVorrede.

Die Vorrede Lloyd Georges zu den Kriegsreden, die im Auszug bereits gemeldet wurde, lautet:Nach zwölf Monaten des Krieges ist meine Ueberzeugung stärker denn je, daß England dem Sriege nicht fern bleiben konnte, ohne seige eigene Sicher⸗ heit zu gefährden und seine Ehre zu beeinträchtigen. Wir hätten 5 zunisch mit verschränkten Armen zusehen können, während das

*

nnd, dem wir das Versprechen unseres Schutzes gaben, von dem

itbeschützer verheert und zertreten wurde. Wenn britische Frauen und Kinder auf hoher See von deutschen Unterseebooten brutal getötet worden wären, hätte die Nation darauf bestanden, das kindermörderische Reich zu strenger Verantwortung zu ziehen. Alles, was seit der Kriegserklärung geschehen ist, hat klar bewiesen, daß ein Militärsystem, das so wenig Rücksicht auf die bona kides, ehrenhafte Verpflichtungen und die elementaren Triebe der Mensch⸗ lichkeit nahm, eine unbeschränkte Bedrohung der Zivilisation dar stellt und trotz der schrecklichen Kosten, die seine Zerstörung erheischt, verlangt das Wohlergehen der Menschheit, daß es gerstört werde. Die Tatsache, die durch die Ereignisse erwiesen ist, daß die Macht einer Militärclique die düstersten Voraussagen ibertrofsen hat, ist ein weiterer Grund für ihre Zerstörung.

Die widrigen Ereignisse des Krieges haben meinen Glauben an den schließlichen Sieg nicht geschwächt, wofern die Alliierten all ihre Kraft anspannen, ehe es zu spät ist. Obwohl die Hilfs- guellen Englands, Frankreichs, Rußlands und der ganzen in⸗ dustriellen Welt zur Verfügung der Alliierten

leberlegenheit an Kriegsmaterial und Ausrüstung; eine beklagens⸗ werte Tatsache. Es ist genau das, was man vorhersehen konnte. Die eiserne Ferse der Deutschen ist tieser denn je in den Boden Belgiens und Fvankreichs gesunken. Polen ist ganz deutsch und Litauen folgt schnell. Die russischen Festungen, die für unüberwindlich galten, fallen wie Sandburgen vor der unwiderstehlichen Flut der deutschen Invasion. Wann wird diese Flut zurückebben oder zurückgedrängt werden? Sobald die Alliierten mit einem Ueberfluß an Kriegs material versehn sind! Ich führe diese unerfreuliche Tatsache an, weil ich meine Landsleute dazu aufstacheln möchte, alle Kraft anzu⸗

f besitzen dennoch die Zentralmächte eine überwältigende

spannen, um die Lage zu verbessern. Es ist die unangenehmste Auf-]

gabe, die einem im öffentlichen Leben stehenden Manne zufallen kann, auf solche Dinge hinzuweisen. Aber wer solchen Tatsachen micht ins Gesicht sehen will und nicht sein Bestes tut, damit auch die anderen ihnen ins Gesicht sehen, bis sie wieder gutgemacht sind, übt Hochverrat.

In den Ländern der Alliierten hat es ein großes Erwachen ge- geben. Gewaltige Anstrengungen wurden gemacht, um die Heere auszurüsten. Wir leisten Enormes, aber können wir nicht noch mehr leisten? Spannen wir alle unsere Muskeln an, um die ver lorene Zeit einzuholen, bekommen wir alle Männer, die wir im müchsten Jahre an die Front stellen wollen, nur deshalb, damit wir

behaupten können? Versteht jedermann, der helfen kann, daß it den Ruin bedeutet? Wie viele in Enaland verstehen die

volle Bedeutung des rufsischen Ruczuges? Floyd Weorge schneßt die Vorrede, wie bereits gemeldet, mit einer Mahnung zum höchsten Opfermut.(W. T. B.)

Die Räumung von Petersburg wird fortgesetzt.

T. U. Kopenhagen, 14. Sept. Berlingske Tidende meldet aus Petersburg: Die Räumung der Stadt wird fortgesetzt, ebenso die Entfernung von Wertsachen und Kupfergegen⸗ ständen. Diese wird so gründlich durchgeführt, daß sogar das kupferne Dach des Domes entfernt wurde. 5

Die Morningpost meldet aus Petersburg: Der Erfolg der Deutschen bedroht die russischen Stellungen bei Wilna und an der Düna. Der allgemeine Eindruck ist, daß die Deutschen überall den empfindlichsten Punkt in den russischen Stellungen suchen, um eine entscheidende Schlacht zu liefern. Der Zweck der russischen Bewegungen war bisher, dieses zu vermeiden. Aber bei der Beschleunigung der Munitions⸗ lieferungen ist es möglich, daß die Zeit bald kommen wird, in der die Notwendigkeit dieser Verzögerung aufhört.

Zit den Z- Angriffen auf London.

Der Londoner Korrespondent der Amsterdamer Tyd berichtet seinem Blatte über die Zeppelinangriffe auf London eine Reihe von Einzelheiten, denen folgendes zu entnehmen ist: Beim Er⸗ scheinen der Zeppeline ertönte aus allen Gegenden 8 Geläute. Fenster wurden aufgerissen, Menschen liefen auf die Straße und es entstand ein allgemeines Angstgefühl. Die Leute klagten darum, wie die Zeppeline London erreichen konnten, ohne angekündigt zu werden und warum nicht Geschwader von Flugzeugen sie ver⸗ treiben. Es wird dringlich verlangt, daß die Militärbehörden end lich kräftige Maßregeln ergreifen, um die Stadt besser vor der Luftgefahr zu schützen. Der Schaden, der von den Zeppelinen an⸗ gerichtet worden ist, ist sehr bedeutend. Der Korrespondent be schreibt die Stadtteile, in denen bei dem letzten Bombardement keine Fensterscheibe ganz geblieben ist. Viele Brände haben zum Vernichtungswerk mit beigetragen. Nach jedem Angriff ist die Zahl der Toten beträchtlich. Nach einem Bericht des Amsterdamer Handelsbladet aus London sind bei den Zeppelinangriffen im Hafenviertel von London Bomben geworfen, durch die auch neu trale Schiffe in Gefahr gerieten.

Das Allgemeen Handelsblad erfährt aus London: Infolge der mehrfachen feindlichen Luftangriffe auf London verfügten die Be hörden, daß der gesamte Hafenbetrieb, wie das Löschen und Laden der Schiffe im Londoner Hafen, des Nachts ruhen muß. Sämtliche Lichter des Hafens müssen gelöscht werden, um dadurch feindlichen Luftschiffen keine Orientierung nach der Themse und dem Hafen zu ermöglichen. Diese Maßnahme dürfte den Handel schwer schädigen und für den Schiffsverkehr erhebliche Verzögerungen zur Folge haben. Auch die Einnahme der Stadt London aus dem Hafen betrieb dürfte dadurch beträchtlich geschmälert werden.

Das Londoner Pressebureau teilt mit, daß Admiral Sir Perey Scott zum Kommandanten der Londoner Fliegerabwehr

artillerie ernannt worden sei.

Amsterdam, 14. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Aus England eingetroffene Reisende erzählen, daß Zeppeline in der Nacht vom 12. September bis Chiswick im äußer⸗ sten Südwesten des Londoner Bezirkes gelangten. Der ange⸗ richtete Schaden soll entgegen den amtlichen englischen Meldungen sehr bedeutend sein.

Der türkische Tagesbericht.

Konstantinopel, 14. Sept.(W. T. B.) Das Haupt⸗ quartier teilt mit: Auf der Dardanellenfront in den Ab⸗ schnitten von Anaforta und Ari⸗Burnu überfielen in der Nacht zum 13. September unsere Aufklärungskolonnen er⸗ folgreich verschiedene Stellen der feindlichen Gräben. Am 13. September beschoß unsere Artillerie mit Erfolg feind liche Truppenansammlungen und Verpropiantierungs⸗ kolonnen und zerstreute sie, indem sie ihnen Verluste bei

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5 5 o vo 22 brachte. In der Gegend g und zwei gut

Nukceksirt eine feindliche Artilleriestellun a 27 schanzte Beobachtungsstellen des Feindes. en ee Bahr beschuß die feindliche Artillerie während eine heben Stunde Teile unserer Gräben im Zentrum ohne Wirkun Sonst nichts von Bedeutung.

Konstantinopel, 13. Sept.(W. T. B.) Aus dem Kriegspresse⸗ 13. Sept.(W e relle quartier wird det: 2 14 An Zeunseaben Tage wo die Engländer den gemeldeten Au⸗ griff gegen die Stadt Lohaja, nördlich von 5 0 9 1015 Meere unternahmen, griff eine Streitmacht von 2 M die itte waren und von dem Verräter

von allen Existenzmitteln entblöß 5 F das sie von den Engländern erhalten riß mit Hilfe von Geld, das b von der Landseite an.

0 ff ren 1 hatten, bewaffnet worden waren, Kileger unternahmen einen

Türken und eingeborene 5 174 875 1 kühnen Gegenangriff und schlugen die A ngreifer zurück, 1

die 423 Tote, darunter den Anführer Mehemed Tahir, und* ö Menge Verwundeter zurückließen. 1 95 05 Im eignen Netz gefangen. 2 ate. Ein in Le Havre weilender hervorragender französischer Tauch⸗][ df bootkommandant hat, wie der Berliner Lokalanzeiger nach dem bele« gischen Regierungsblatt XX. Siecle mitteilt, berichtet, daß vor einigen Tagen ein französisches Unte rseeboot zu Nr. Grunde l gegangen sei, weil es an der belgischen Küste in ein vom

Feinde gelegtes Fangnetz geriet. Da an ein Entweichen nicht 14

mehr gedacht 1 4 2 versuchte das Boot an die Oberfläche N

zu kommen und zwar samt dem Netz. Das glückte zwar, aber das

Boot war nicht mehr manöverierfähig. Die Mannschaft rettete sich

au die von den Alliierten besetzten Küstensäume. Die Marktpreise für Vieh und

N Frucht E September 1915 ö

und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 13. 5 Schlachtviehpreise in ischpreise in Ge; 1 Frankfurt a. M. Fleif hpreis 5 1 SOchsen 50 kg Schlachtgewicht 11014 Mk. ½ kg 116120 Pf. Kälber. 15 119142 Pf ½ 106110. Schweine/ 170190 ½ 170000 ber 5 7 7 e Getreidepreise in Mannheim. Brotbreise in Gießen Fuse Weizen 100 Eg 2700 Mk. Höchstpreis Weißbrot 2 kg Pfg. 10 0 Aeabe 15 1 23.00 Höchstpreis[Schwarzbrot 2 71 0

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 22 Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H. Offenbach a. M.

Bekanntmachung.

Die städtische Metall⸗Saumelstelle ist von jetzt ab Montags und Donnerstags von 9 bis 12 Uhr vormittags geöffnet. 4 Gießen, den 14. September 1915.

Der Oberbürgermeister.

Keller. 5 3

Verstorbene. Wilhelm Kröck in Heuchelheim, 44 Jahre galt.

Frau Katharine Ermel, geb. Habermehl, in Eudorf bei Als⸗ feld. Heinrich Pfeiffer in Hermannstein bei Wetzlar.

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