Ausgabe 
15.9.1915
 
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5 Organ für die Interessen des werktätigen Volles

1 der Provinz Ob 5 N nz Oberhessen und der Nachbargebiete. 9 N it. 1 Die Oberbessische Volksseitung erscheint jeden Werktag Abend in Redaktion und Expedition Juserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg le Gießen. Der Abounementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich ien Waben ene e e pen 1 1 5 n 1 1 8 2 5 8..Ecke gasse. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends? Uhr 10 eo Nie. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1.80 Mk. Telephon 2008. für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. 1 8 1 Nr. 216 Gießen, Mittwoch, den 15. September 1915 10. Jahrgang 15 1 E 1* 0* * ü om Welt reg a 1* 15 brüchigen nicht aufgenommen, da sie ihrerseits ebenfalls die] ginge einem schweren Winter entgegen und die Privatper⸗

ö Es geschah sehr bald nach Ausbruch des Krieges, daß in allen kriegführenden Ländern die Bedeutung der Industrie für den Krieg untersucht und gewürdigt wurde.

Der Krieg und die Judufrie.

5 Je länger der Krieg nun gedauert hat, desto mehr nimmt diese Würdigung zu, und es gibt heute kaum noch einen einsichtigen und vorurteilslosen Menschen,

der nicht zugibt, daß die Industrie geradezu die aus schlag⸗ gebende Voraussetzung der Durchführung dieses Welt⸗ krieges geworden ist. In dieser Anerkennung und Erkenntnis liegt g nur die selbstverständliche Einsicht, wie sehr die Technik ber

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Waffen⸗ und Munittonsfabriken, der Eisenbahnen, der Auto⸗ mobile und Luftschiffe und der Sicherung der Volkswirtschaft im Innern von der Industrie abhängig geworden ist, ja geradezu

durch sie erhalten wird in dieser Erkenntnis und Anerkennung

liegt jetzt auch das offene Bekenntnis, das der Marxismus zuerst

in die Welt gebracht hat, daß die Arbeit das Fundament

der menschlichen Kultur aber auch der Unkultur, d. h. des Krieges, geworden ist. Aus dieser Erkenntnis kommt dann ganz naturgemäß in der ganzen öffentlichen Erörterung aller politischen Parteien und aller Länder eine wachsende Einsicht von der Bedeutung, nicht nur der Arbeit, sondern eben auch der Ar⸗ bpeiter, der Menschen, die durch ihre Leistungen das Fundament des Krieges erhalten und fördern. Von dieser Voraussetzung aus

l ist die wachsende soziale und politische Anerkennung der Arbeiter

nur der Ausdruck der ökonomischen Leistungen der Arbeiter und n Lein einfaches Spiegelbild der gegenwärtigen Produktionsweise. Es e bommt fetzt für die Arbeiter nur darauf an, durch die geschlossene 1 Einheitlichkeit dieser Organisationen und durch klaren Willen % diese Veränderung des Ausbaus der Produktionsweise in ent⸗ % sprechenden neuen Rechtsformen des staatlichen Lebens zu ver⸗

wandeln. Dann wird die Emanzipation der Arbeiter⸗ klasse durch diesen Krieg und nach diesem Kriege einen bedeutenden Schritt vorwärts getan haben.

Die Einsicht in die ungeheure Bedeutung der Industrie und der in ihr tätigen Menschen während des Krieges ist besonders in 0 Deutschland gewaltig gestiegen. Aber gerade die Leistungen der bdeutschen Industrie sind im feindlichen Auslande und im neu⸗ 1 tralen Auslande noch weit mehr gerühmt worden als in unserem Eigenen Lande. Die Presse des ganzen Auslandes überströmt von

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f und Staunen über die Leistungen der deutschen In⸗ keicht begreiflichen Gründen das Lob der deutschen Industrie aus⸗

bustrie für den Krieg draußen im Felde und auf dem Meere und für die wirtschaftliche Erhaltung im Innern. Es wird aber aus schelig auf Gründe der Organisation, der maschinellen Technik umd der Vielseitigkeit der Rohstoffe und auf die Mittel der

Hdeutschen Wissenschaft, sie zu ersetzen, zurückgeführt. Diese Er⸗ al. scheinungen sind gewiß unzweifelhaft und außerordentlich be⸗ hre 1 deutsam. Aber sie erschöpfen keineswegs das Problem und

erklären keineswegs die sichtbaren Erfolge der deutschen Industrie. Man vergißt nämlich, daß die besten Maschinen und die besten Rohstoffe nichts bedeuten, wenn nicht die menschliche Intelligenz und die persönliche Tüchtigkeit des Arbeiters sie zweckentsprechend zu benutzen verstehen. Es sind die höhere Intelligenz und Geschicklichkeit des deutschen Ar⸗ Heiters, die der deutschen Industrie diesen Weltruhm verschafft gaben. Diese gewaltige persönliche Ueberlegenheit des deutschen Arbeiters aber ist seit über 40 Jahren zum allergrößten Teil Er⸗ folg und Verdienst der deutschen modernen Ar⸗ beiterbewegung. Es gibt keinen Streit mehr darüber, daß die Erziehung des deutschen In dustriearbeiters durch Sozialdemokratie, Gewerkschaften und Genossenschaften ge⸗ kadezu repvolutionferend auf seine Fähigkeiten eingewirkt gaben. Schon im Frieden haben die Berichte der Gewerbe- und Jabrikinspektoren, dann Untersuchungen der ökonomischen Wissen⸗ chaft und schließlich die Urteile vieler Regierungsstellen und Unternehmer dies offen anerkannt. Im gegenwärtigen Kriege aber wird der Ruhm des deutschen Industriearbeiters ebenso sehr von ben militärischen Stellen als von den zivilen Behörden anerkannt und als Muster vorgehalten. Gerade unsere größten Heerführer, wie Hindenburg, haben für die Kriegführung selbst den unersetz⸗ lichen Wert der intellektuellen und moralischen Ausbildung des veutschen Arbeiters anerkannt und die Leiter unseres Verkehrs⸗ vesens wie die zentralen Beobachtungsstellen unserer Industrie gaben dasselbe Urteil mit gleicher Einmütigkeit über den deutschen Arbeiter abgegeben. 5.

Diese Tatsachen und Urteile werden die deutschen Arbeiter dewiß nicht zur Ueberhebung veranlassen, aber sie be⸗ zechtigen durchaus zu einem gesteigerten Selbstbewußt⸗ ein, das sozial und polftisch seine Früchte tragen muß. Wenn lie Industrie und in ihr die Arbeiter die Durchführung, des Erieges bis zum siegreichen Ende für Deutschland sichern, so ist da⸗ nit die Bedeutung der deutschen Arbesterklasse nicht nur für den

Krieg, sondern erst recht für den Frieden mit ehernen und unver⸗ bvischbaren Lettern in die Weltgeschichte eingegraben, und wer N

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iese Schrift nicht wird lesen können, muß die Folgen seiner Blind leit tragen.

2 2 Der Seekrieg. Torpedierte Handelsschiffe. ö

Der Temps gibt Blättermeldungen aus Coruna wieder, zach denen der englische PostdampferOrania den Haßen 'on Coruna anlief, da er durch Funkspruch benachrichtigt orden war, daß bei Kap Finisterre ein deutsches nterseeboot liege. Die Besatzung berichtete, sie habe

in der Nähe der französischen Küste eine Barke mit etwa c 0 Personen gesichtet, die einen versenkten enal i chen

en. DieOrania habe die Schiff⸗

Anwesenheit eines deutschen Unterseebootes festgestellt habe, das dieOrania hätte angreifen können.

Nach einer Meldung des Temps aus Saint⸗ Nazaire hatte der aus Montreal eingetroffene englische DampferNorseman 23 Mann der Besatzung des englischen DampfersMimosa an Bord. DieMimosa war 137 Meilen südwestlich Fastnet von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden. Die Versenkung derMimosa war bereits vor einigen Tagen gemeldet worden.

Der Fischdampfer107 Batavier II brachte ein Fisch⸗ boot ein, das am Freitag von dem Ymnider Fischdampfer 137 Sint Nicolaas übernommen worden war. Das Boot trug die AufschriftS. D. 57 Fischhandel. Es gehörte zu dem Fischdampfer gleichen Namens aus Altona, der nach einer Mitteilung der Besatzung desSint Nicolqas von einem englischen Kreuzer torpediert worden war. Die deutsche Besatzung wurde von dem britischen Kreuzer mit⸗ genommen. 5

Ein deutsches Unterseeboot steckte am 10. September zwölf Meilen südsüdöstlich von Kap Lindenges das norwegi⸗ sche SchiffPresto in Brand, das mit Grubenholz beladen war. Die Besatzung von sieben Mann wurde von einem Fischkutter aufgenommen und an Bord eines Lotsen⸗ bootes gebracht, das sie später an Land setzte. Der Dampfer Beßheim wurde am 11. September früh, östlich Kyvingen Leuchtfeuer, von einem deutschen Unterseeboot an⸗

gehalten und schickte ein Boot zu dem Unterseeboot. Nach zehn Minuken erhielk den Bmg dee Erlaubnis zur Weiter⸗ fahrt. Das Unterseeboot ging südwestlich auf ein mit Holz beladenes Schiff zu, das nach Westen steuerte,

Der englische DampferAshmore mit 1564 Tonnen Wasserverdrängung ist durch ein deutsches Unterseebood versenkt worden. 42 Mann der Besatzung werden ver⸗ mißt.

Die Finanzlage Englands.

Die Times behandelt in ihrem Leitartikel die finanziellen Aussichten Englands. In einer Hinsicht, sagt die Times, sind die Aussichten unglücklicherweise nicht verbessert worden, seit Mac Kenna als Nachfolger Lloyd Georges im Amte des Schatzkanz⸗ lers die neue Kriegsanleihe zu einem triumphierenden Erfolg ge⸗ bracht hat. Wir haben, es ist wahr, die neuen Kriegsausgaben bis jetzt bezahlen können und unsere Verpflichtungen gegen unsere Ver- bündeten in Geldangelegenheiten ohne große Schwierigkeiten mit Hilfe von Anleihen erfüllen können. Aber in derselben Zeit sind die Ausgben in einer geradezu beunruhigenden Weise ge⸗ stiegen. Die Ziffern können durch jedermann, der die wöchentlichen Aufstellungen des Schatzamtes verfolgt, ausfindig gemacht werden, wenngleich die meisten Leute dies nicht tun. Als Mac Kenna die Kriegsanleihe am 21. Juni einführte, konnte er sagen, daß die Ein⸗ künfte zusammen mit den Anleihen die Ausgaben seit 1. April aus⸗ gleichen. Bis zum 19. Juni, also während einer Periode von 80 Tagen, betrug die Gesamtausgabe des Schatzamtes 280 Millionen Pfund. Dies ist eine tägliche Ausgabe von etwa Millionen Pfund. Aber seit dem glücklichen Gelingen der Kriegsanleihe, die alle Angst um unser Finanzwesen hinwegzunehmen schien, sind die Ausgaben bis zu einem bis jetzt noch nicht genügend bemerkten Be⸗ trag gewachsen. Vom 20. Juni bis 4. September war die Gesamt⸗ ausgabe 520 Millionen Pfund. Das würde eine tägliche Ausgabe von 694 Millionen Pfund darstellen. Diese Ziffer schließt 160 Mil⸗ lionen Pfund ein, die von der Regierung der Bank von England zurückbezahlt worden sind. Aber auch wenn wir diesen Betrag ab⸗ ziehen, so beträgt die Ausgabe seit 20. Juni täglich 4% Millionen Pfund, während sich die Einnahmen nur auf 750 000 Pfund pro Tag belaufen. Die Wichtigkeit dieses augenfälligen Steigens der Ausgaben ist klar, wenn man sich hieraus die Gesamtausgaben für das Jahr ausrechnet. Im Mai nahm Lloyd George hierfür eine Milliarde 132 Millionen an. Das ist eine zu geringe Schätzung. Bei den gegenwärtigen Ausgaben werden sich nämlich die gesamten Ausgaben für das Jahr auf über Milliarden belaufen, denen als Einnahmen 270 Millionen eutgegenstehen. Die Anleihen, die in diesem Jahre gemacht worden sind, werden sich bereits auf nahezu 900 Millionen belaufen, so daß das zu erwartende Defizit außer⸗ ordentlich beträchtlich sein wird. Von der neuen Kriegsanleihe sind bereits 452 Millionen verausgabt worden. Das Land wird sich nicht zu sehr über diese Kosten des Krieges beun ruhigen. Es wird seinen letzten Mann und, wenn es nötig ist, seinen letzten Schilling für den Sieg hergeben. Dabei ist die Einfuhrzifser nach England bei weitem größer als die Ausfuhrziffer. Aber dies sind nur Nebenerschei⸗ nungen. Unsere Aufgabe liegt nun darin, neue Einkünfte zu ge⸗ winnen und das Publikum zur Sparsamkeit zu zwingen, und wir hoffen, daß Regierung und Parlament sich ganz in dieser Linie be⸗ wegen werden.

England verweigert die Kohlenaus fuhr nach Schweden.

T. U. Kopenhagen, 13. Sept. Die Malmöer Snaell⸗ posten erfährt aus zuverlässiger Stelle, daß die englische Kohlenausfuhr nach Schweden in Zukunft völlig eingestellt werde. Bereits seit dem 1. Juli habe England Schweden

jede Kohlenausfuhr verweigert. Die südschwedische Industrie

braucher werden mit einer ungeheuren Kohlenverteuerung rechnen müssen.

Deutsches Entgegenkommen gegen Schweden.

T. U. Stockholm, 13. Sept. Nach Blättermeldungen hat die von der deutschen Regierung erteilte Erlaubnis, schwedische Telegramme durch die Funkenstation von Nauen abgehen zu lassen, allgemeine Befriedigung erregt. Die Telegramme müssen allerdings wichtig sein und nicht mehr als 25 Worte enthalten. In schwedischen Industriekreisen hält man dieses Entgegenkommen Deutschlands für sehr be⸗ deutend, da es der schwedischen Industrie auf diese Weise möglich ist, ohne England mit Amerika zu korrespondieren und sie auch den bedeutend längeren und teueren Weg über das sibirische Kabel vermeiden könne.

Depeschenspionage in Bukarest?

Der Berl. Lok.⸗Anz. meldet aus Wien: Das rumänische Blatt Seara, meldet, daß auf dem Bukarester Telegraphenamt ein weit⸗ verzweigtes Spionagesystem aufgedeckt worden sei. Wichtige Tele⸗ gramme sollen dem englischen und russischen Gesandten ausge⸗ händigt worden sein.

Eine neneInternationale.

Unter dieser Ueberschrift verbreitet das französische Telegraphenbureau Havas die folgende Nachricht:Die mächtige englische Papierarbeitergewerkschaft hat unter den Gewerkschaften die Initiative einer Bewegung für den voll⸗ ständigen Boykott der österreichisch⸗deutschen Arbeit ergriffen. Nachdem kürzlich von der Föderation ein Versuch in der Schweiz unternommen wurde, die internationale Organi⸗ sation der Gewerkschaften wieder ins Leben zu rufen, hat die Gewerkschaft der Papierarbeiter einstimmig beschlossen, mit den Vertretern der Nationen, welche dem Massenmord der wehrlosen 1400 Frauen und Kinder derLusitania zujubelten, nie wieder Konferenzen abzuhalten. Die Papier⸗ arbeiter wünschen im übrigen internationale Verbindungen mit den Arbeitern zivilisierter Nationen aufrecht zu erhalten. Sie haben vorgeschlagen, in London oder in Paris eine Konferenz abzuhalten, wo man ein neues Internationales Sekretariat, aus dem die Oesterreicher und Deutschen ausge⸗ schlossen sein werden, errichten will. Dieser Vorschlag ist allen angeschlossenen Organisationen übermittelt worden.

Hollaud und die deutsche Barbarei.

Aus Amsterdam wird uns geschrieben, daß sich in Holland oll mählich doch die Anschauung durchsetzt, daß die Barbareien nicht ein deutsches Privileg sein können. Und das obwohl die Hetzpresse der Entente seit Kriegsbeginn ausgiebig dafür gesorgt hat, den Hol⸗ ländern den Glauben beizubringen, daß die Welt noch nichts ge⸗ sehen habe, was sich mit den von den Deutschen in Belgien begange⸗ nen Greueln könne messen lassen. Was in Ostpreußen, Galizien und Polen von den Russen geschehen ist, davon erfuhren die Holländer nur wenig. Seitdem aber nun darüber auch hier einiges bekannt geworden ist, ändert sich der Standpunkt merklich. Besondere Be⸗ deutung haben die Nachrichten, die aus der Presse der Entente selbst der Hüterin von Menschlichkeit und Kultur stammen. So machte unlängst ein Artikel starken Eindruck, den der Nieuwe Rotterdamsche Courant aus der Depeche de Tou⸗ on se abdruckte, und der eine entsetzenerregende Schilderung der russischen Grenz-Völkerwanderung landeinwärts enthielt:Ge⸗ spensterheere von schrecklicher Beweglichkeit heißt es in dem Ar⸗ tikel,die am San plötzlich verschwinden, um in zwei Tagen in Kurland aufzutauchen, teuflische Heere von Oesterreichern, die als Preußen verkleidet sind, Bayern, die in der Honved-Uniform stecken, sind kaum gesichtet worden, so klingelt schon der Fernsprecher, Ordonanzen stüürmen davon zu Pferd und auf Motorrädern: Brand, Brand, überall Brand! Hütten und Schlösser, Heide und Weide, Steine selbst würden in Brand gesteckt, wenn es ginge. Dem Bauer wird befohlen: stecke dein Haus in Brand er tut es. Der Fabri⸗ kant wird angeherrscht: Verwüste deine Fabrik! er tut es. Allen sagt man: deckt Quellen zu, legt Wälder nieder, macht Wege ungangbar, vernichtet das Getreide! Nichts wurde geschont.. Schlösser mit ruhmreicher Vergangenheit, die Jahrhunderten ge⸗ trotzt, wurden zu Schutt gemacht wie armselige Bauernhütten, alte Möbel, Ahnenbilder, Teppiche eine ganze Geschichte wird Beute der Flammen.... Obdachlose wurden zu Haufen getrieben und man befahl ihnen: Macht die Kirchen dem Erdͤboden gleich. Es warfen sich Leute auf die Knie und flehten: Wir können nicht, nun und nimmer! Da wurden Brandstifter-Abteilungen formiert, die die Kirchen mit Petroleum begossen und mit Dynamit belegten... Polen nur noch eine Oede. Millionen von Bewohnern waren besitzlos, Wind und Wetter ausgesetzt. Mit Kolbenstößen mußten wir(der Berichterstatter der Depeche de Toulonse hat selbst auf russischer Seite gekämpft) sie von den Trümmerhaufen weg⸗ treiben. Wie in einem riesigen Fangnetz trieb das russische Heer die Frauen, Kinder und Greise vor sich her. Viele stürzten in Gräben und Bäche, besonders Kinder und alte Leute. Die Schritte der Nachfolgenden gingen über sie hin... Unser holländischer Parteifreund schveibt zu dieser grauenvollen Schilderung:Das ist denn doch etwas anderes als die Zerstörung der Kathedrale von Reims! Wie viele Kathedralen werden die Russen in ihrem eige⸗ nen Lande vernichtet haben?