8 5 1 5 Bekämpfung der Wohnungsnor. Das Reichskarkell r 7 0 1 und Arbeiter stagtlicher Verkehrs- Jbrstalten, eine Organisation mit 130 000 Mitgliedern, ersucht
ö n Reichskanzler, dem Reichstag einen Notgesetzentwurf zur
eseitigung der Wohnungsnot der Kriegerfamilien vorzu⸗ gen, der auf folgender Grundlage aufgebaut sein soll: I Das Reich stellt aus den allgemeinen Kriegskosten Mittel
r entstandenen Mietschulden der milien nach Beendigung des Krieges. 2. Das Reich legt allen Gemeinden die Verpflichtung auf, fo fort für kinderreiche Familien Wohnungen zu bauen, entl. in Verbindung mit gemeinnützigen Bauvereinen.— Das Reich übernimmt für sich und überträgt auf alle fentlichen Gewalten, Staat, Provinz, Kreis, Gemeinde, bisenbahn, Post, Militär⸗ und Marinewerkstätten, das Recht der Enteignung des notwendigen Bodens zu dem Werte, den e Besitzer bei der Selbsteinschätzung zum Wehrbeitrag dafür igegeben haben.— 4. Schaffung eines Reichswohnungs⸗ esetzes und Bereitstellung der Mittel zur Schaffung einer seichspfandbriefanstalt für Kleinwohnungsbau. Zum Schluß 1 1
reit zur Bezahlung de abemittelten Kriegerfa
erden noch Kriegerheimstätten in Stadt und Land gefordert. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Lionier Johannes Wagner, Installateur aus Gießen.— usketier Caspar Balsier aus Rödgen, Inf.⸗Regt 254. E Geistige Verwirrung durch den Krieg. Kürzlich brachte die sölniche s Zeitung einen Artikel mit der Ueberschrift„Im Banne Ir Kriegspsychose“. Darin wird unter anderem gesagt: J Der Krieg hat in der öffentlichen Meinung der Völker eine beistesverfassung gezeitigt, die man. in unserem Zeitalter der znuternationalität und intellektuellen Aufklärung nicht für möglich halten hätte. Nationalstaatlicher Egoismus und das Streben, se eigenen Daseinsinteressen mit allen Mitteln durchzusetzen, be⸗ errschen so ausschließlich die kriegführenden Völkergrupfen, daß e in sich abgeschlossene Vorstellungskreise bilden, in deten jene räfte mit autosuggestiver(selbsteingeredeter oder eingelildeter), st alle Individuen erfassender Wirkung die einzige Qielle des enkens und Handelns geworden sind. So hestehen diese Vorstel⸗ singskreise nebeneinander, ohne sich zu berühren, und cus Tat⸗ stchen, die in Friedenszeiten zweifellos hier wie dort dielelbe Be⸗ Irteilung erfahren würden, werden unter dem Einfluß des alles denken und Wollen gefangen nehmenden nationalen Egoismus Schlüsse gezogen, die sich schnurstracks widersprechen, so daß man gen Eindruck erhält, als ob Logik und gesunder⸗ Menscherverstand nzlich aus dem Kriegsbegriffsvermögen ausgeschaltet siid. Das Streben der Kulturvölker, sich gegenseitig zu verstehen, hat der Drang abgelöst, sich gegenseitig mißzuverstehen, mit hilfe der absichtlichen Mißdeutung der Motioe des inderen sich gegenseitig ins Unrecht zu sezen und ie eigenen Volksgenossen selbst auf Kosten des logisch rordneten Denkens in dem nationalen, ausschließlich auf den Sieg erichteten orstellungsbanne festzuhalten. In jedem(2) Zeitmgsblatte indet man heute zahllose Beweise dieser Geistesverfassung“
Die Kölnische Zeitung bezieht diese Feststellung eijes krank⸗ haften Zustandes ausdrücklich auch auf De utschlan!: ö„Aber wir wollen nicht nach Pharisäerart an unere Brust
schlagen und sagen: Herrgott, wir danken dir, daß wir nicht sind vie diese Zöllner. Wir wissen, daß auch wir in unsrem Vor⸗ tellungskreise befangen sind, und wir müssen es sein ud bleiben, veil auch uns der nationale Egoismus beherrscht, siegen u wollen.“ Was das nationalliberale Blatt da schildert, trifft tatsächlich uf einen großen Teil des deutschen Volkes zu, besonder aber auf die sogenannten„höheren“ oder„besseren“ 17 In der arbei⸗
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enden Bevölkerung dagegen denkt und urteilt m im allgemeinen giel ruhiger und vernünftiger. Hoffentlich ist d Zeit nicht mehr fern, wo der gesunde Menschenverstand wieder die Olerhand ge⸗ vinnt. 8
— Zbwischenscheine bei der Kriegsauleihe. Wir verden um Aufnahme des folgenden ersucht: Bei der zwesen Ktiegsanleihe var die Ausgabe von Zwischenscheinen nicht rgesehen. Dabei jat sich die Verabfolgung der Schuldverschreibußen angesichts der iberaus großen Zahl(6 667 476 Stücke) trotz Awendung aller zu Gebote stehender technischer Mittel nicht mit d erwünschten Be⸗ schleunigung durchführen lassen und wird noch nige Zeit in An⸗ kpruch nehmen. Es ist daher eine gewisse Beufuhigung entstau⸗ den. Um solchen Schwierigkeiten bei der drsen Kriegsanleihe vorzubeugen, sollen bei dieser für Beträge son 1000 Mk. ab Zwischenscheine auf Antrag ausgegeben werden. Im übrigen wird für schnelle Herstellung der Schuldverschreibußen, soweit nur irgend möglich, Sorge getragen werden. Hierbesollen die kleinen Wertabschnitte in erster Linie Berücksichtigung nden. Es bedarf kaum der Hervorhebung, daß eine Verzögerung der Aushändi⸗ gung der Schuldverschreibungen auf die Sich heit und Rechte zeitigkeit des Zinsenbezuges keinen Einfluß ha Dies gilt auch von den Eintragungen in das Reichsschuldbuch, alls dem Zeichner wegen der großen Zahl der Anträge.(annäher 300 000) die Be⸗ 0 scheinigung über die Eintragung noch nicht zugsangen sein sollte.
1— Fischkost ist von vielen Seiten empfohll worden, seitdem wir mit unseren Nahrungsmitteln Haushalten usssen. An Rezepten zur Bereitung von Fischkost hats auch nicht gessüt, um diese mehr einzubürgern; gelehrte Professoren haben sogr erklärt, daß man aus Fischgräten und Fischköpfen noch sehr gutes(sen bereiten könne. Mar erlebt jetzt aber auch bei Fisch, was maß tr anderen, vorher weniger begehrten Lebensmitteln erfuhr: die reise gehen un⸗ glaublich in die Höhe! Man kann schon sagen sei Preisen, wie sie in den letzten Tagen für Seefische in Gießen frlangt werden, ist der Fisch ein zu teueres Essen. Kostete doch 5 Pfund Schellfisch (größere Sorte) 65 Pfennige.— Wie wirhren, will die Stadt wieder einen Fischmarkt einrichten, was gewif f begrüßen ist, doch muß sie sich schon mit einer Fisch⸗Reederei Verbindung setzen, die die Konjunktur nicht in so unverschämter Isse ausnützt, wie es einer großen Anzahl jetzt gefällt. Mag sein aß die Seefische rei setzt mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat; aber) den Herren Unter⸗ nehmern wird„Verdienen“ während des Krehs groß geschrieben und dreimal unterstrichen.
— Unfall auf der Straße. Am Donnerstag. der Kohlenfirma Klinkel in der, Ludwigstraße! durch einem erheb⸗ lichen Unfall, daß er beim Durchfahren einer Mve zu nahe an die Bordsteine herankam, und da er seitlich auf dendagen saß, schlugen ihm die Beine mit solcher Gewalt gegen eingsaternenpfahl, daß ein Bein brach. Der Verunglückte wurde i zwei Landsturm⸗ leuten in die Klinik gebracht. 1 5
Der Krankenkassenverband für das Großh.sessen hält am kom⸗ menden Sonntag, den 12. September in Bin gst seine 23. Jahres⸗ versammlung ab. Auf der Tagesordnung steht a. ein e Herrn Justizrat Dr. Mayer(Frankenthal) üb!„Die Wochenhilfe nach dem Kriege“, sowie des Herrn Geh. Reg ungsrat Dr. Dietz (Darmstadt):„Die Krüppelfürforge“.
Die eisernen Fünfpfennigstücke. Der Rei eee licht die Bekanntmachung über die Ausprägun von Fünfpfennig⸗ stücken aus Eisen. Darnach wird der Reiganzler ermächtigt. Fünfpfennigstücke aus Eisen bis zum Betrag v 5 Millionen Mark herstellen zu lassen. Die Fünfpfennigstücke alfisen sind im ge⸗ rippten Ringe zu prägen; sie tragen auf der hriftseite über der Zahl„3“ die Unterschrift„Deutsches Reich“ usunter dieser Zahl das Wort„Pfennig“ in wägerechter Stellung, funter die fahrer zahl. Die Fünfpfennigstlicke aus Eisen sind spstens 2 Jahre mach Friedensschluß außer Kurs zu setzen. 6
1 dummes Zeug
rlitt ein Fuhrknecht
nzeiger veröffent⸗
Gefährliches Geschwätz. Es wird wieder gal; ö att, 8 ten d nicht am wenig⸗ geschwätzt, sogar von ganz ernsthaften Leute fe
in Mülhausen usw. usw. stehen. An dlesen Gerüchten ist kein wahres Wort. Man hüfte sich, darauf hereinzusallen, hüte sich aber noch mehr, sie weiter zu verbreiten, denn die Verbreiter derartiger unwahrer Gerüchte machen sich strafbar.
Ein Denunziant, der Glück hatte. Bei der Sittenpolizei in Franbfurt g. M. lief ein anonymes Schriftstück ein, in dem ein junges Mädchen der gewerbsmäßigen Unzucht bezichigt wurde. Der Schreiber des Briefes habe sich durch geschlechtlichen Verkehr mit dem Mädchen eine Krankheit geholt. Er sei verheiratet und nenne deshalb seinen Namen nicht.„Ein gerupfter Herr“ lautete dle Unterschrift. In einer„Nachschrift“ hieß es, eln gewisser Schuh⸗ macher Heinrich Rupp kenne das Treiben des Mädchens auch. Der Verfasser des Briefes war Ru pp selbst. Er ist gar nicht ver⸗ heiratet und hat die Denunziation aus Rache vom Stapel gelassen, weil das Mädchen nichts mehr von ihm wissen wollte. Jetzt hatte er sich vor der Strafkammer im Frankfurt wegem wissentlich falscher Anschuldigung zu verantworten. Es ergab sich, daß es bis zu in⸗ timem Verkehr zwischen den beiden gar nicht gekommen war. An⸗ dererseits aber wurde festgestellt, daß das Mädchen so wenig ein Engel der Unschuld ist, daß der Schuhmacher zur Not in dem Glau⸗ ben sein konnte, es liege Gewerbsunzucht vor. Von einer w issent⸗ lich falschen Anzeige konnte daher keine Rede sein. Auch war in der unrichtigen Behauptung, er habe mit dem Mädchen intim ver⸗ kehrt, eine Beleidigung nicht zu erblicken, da das Mädchen nicht herabgesetzt werde, wenn gesagt werde, es habe noch mit einem Manne mehr verkehrt. Wenn der Brief auch nicht zu entschuldigen sei, so sei er doch strafrechtlich nicht zu fassen. Daher mußte Frei⸗ sprechung erfolgen.
Die hessischen Landesfarben. An uns werden öfters Anfragen gerichtet, warum das Band der hessischen Tapferkeitsmedaille nicht die Landesfarben zeigt. Das dürfte folgendermaßen zu erklären sein: Die hessischen Farben waren ursprünglich„blau⸗weiß⸗rot“, bis diese Farben von der französischen Republik angenommen wur⸗ den. Landgraf Ludwig X. gab daraufhin Befehl, das Blau aus der hessischen Flagge zu streichen; von da ab zeigt sie die Farben„Weiß⸗ Rot“. Das Band der Tapferkeitsmedaille ist also wohl eine Er⸗ innerung an die alte Landesfarbe.
— Wahlverein Gießen. Die nächste Mitglieder⸗Versammlung findet Montag über 8 Tage, am 20. September statt.
— Gießener Pferdemarkt. Diesen Herbst soll wieder ein Pferde⸗ markt in Gießen abgehalten werden, der auf den 29. September
seskchefehr wörbem ist. Mil bein Markt ist eine Prämierung den besten Pferdematerials verbunden.
Die Obsternte an der Bergstraße. Wie aus Heppenheim a. d. B.
gemeldet wird, ist in diesem Jahre an der Bergstraße und im Odenwalde die Obsternte, besonders in Aepfeln, so hervorragend, wie seit Jahrzehnten nicht. Ein Gang durch diese obstgesegneten Fluren, wo dem Auge überall ein seltenschönes Bild üppigen Ge⸗ deihens und farbenprächtiger Fülle sich darbietet, ist ein wirklicher Genuß für den Naturfreund, Hoffentlich beschert der Himmel für die kommenden Wochen der Ernte schönes trockenes Wetter und er⸗ schwingliche Preise. Doch die werden wir uns wohl erst selbst erkämpfen müssen. Anlagenmusik. Sonntag, 12. September, 11½ Uhr vormittags in der Süd⸗Anlage, ausgeführt von der Kapelle des Land⸗ sturm⸗Infanterie⸗Bataillons Gießen. Spielfolge: Choral Ein feste Burg ist unser Gott von Dr. M. Luther; Ouverture romantique von E. Weißenborn; Priestermarsch und Arie a. d. Op. Die Zauber⸗ flöte“ von Mogart; Patrouille Espagnole von E. Des hayes; La Barcarolle, Walzer a. d. Op.„Hoffmanns Erzählungen“, von Fetras, Kgl. Pr. Armeemarsch Nr. 205 von F. W. Voigt.
Kreis Friedberg⸗ Büdingen.
Bad Nauheim, 11. Sept. Bis zum 9. September 1915 sind 19252 Kurgäste angekommen. Bäder wurden bis zum 9. September 1917
246 144 abgegeben. 7 Kreis Wetzlar.
„Tos bei der Arbeit. Auf der Grube„Thor“ bei Ahausen er⸗ eignete sich gestern ein trauriger Unglücksfall, dem leider zwei Meme schenleben zum Opfer fielen. Durch Stickgase wurden der Steiger Müller und der Bergmann C. Würges, beide von Cubach, bewußt⸗ 1 bei ihrem Auffinden konnte nur noch der Tod festgestells werden.
Von den Apotheken in Giessen ist am Sonntag, den 12. Sept. von 3 Uhr nachmittags an und die Nacht hindurch geöffnet die Engel-Apotheke.
Ghee Nee et e
Nami,
Die erste Kriegsanleihe hat nicht weniger erbracht als 47% Milliarden. Die zweite mehr als das Doppelte. Welcher Erfolg wird der dritten beschieden sein?
In Schätzung der Summen gehen die Meinungen der Sachverständigen auseinander, aber darin stimmen alle über⸗ ein, daß die Voraussetzungen für gutes Gelingen auch diesmal gegeben sind. a
1) An verfügbaren Geldern und Kapitalien fehlt es nicht.
Zeiten, 21 Milliarden betragen die Einlagen bei den Spar⸗ kassen, über 15 Milliarden liegen bei Banken und Genossen⸗ schaften. Auch jetzt, nachdem Millionen von Zeichnern zwei⸗ mal schon ihr Erspartes dem Vaterlande dargebracht haben, ist Geld in Fülle vorhanden. Freilich, die 13—14 Milliarden der ersten Anleihen spielen zu großem Teile wieder mit. Fast restlos sind sie in Deutschland verblieben. England und Frankreich zahlen, was sie aus Anleihen erlösen, an Amerika — Rußland an Amerika und Japan, Deutschland aber zahlt an tausende und abertausende einheimischer Fabriken, ein⸗ heimischer Lieferanten und Arbeiter. Die Hände Wechseln, aber es sind deutsche Hände, die die Milliarden erhalten haben und willig sie den neuen Anleihen dienstbar machen. Ein Kreislauf des Geldes! Und sodann: große Ausgaben fallen fort im Kriege— für Ausdehnung der Industrie, Neuein⸗ richtungen und dergl. Die sonst hierfür verwendeten Summen suchen nach Anlage. Nicht minder auch Millionenerlöse aus dem Verkauf der Bestände und Läger. Der Ankauf der Roh⸗ stoffe ruht. So fließen auch diese Millionen nur in beschei⸗ denstem Maße dem Auslande zu. f
2) Dank der Fülle des Geldes ist der Geldstand über⸗
aus leicht.
Er ist leichter noch als im Frühjahr und viel leichter als im vorigen Herbste. Die Sparkassen gewähren an Zinsen etwa 3½ Proz. Die Einzahlungen auf die zweite Anleihe haben sie hinter sich und inzwischen beträchtliche Spargelder neu vereinnahmen können. Die Zinsen für Einlagen bei den Banken sind noch geringer. Für tägliches Geld 1½ Proz.] Nur solche Zinsen können die Banken vergüten, denn ihre Kassen sind überfüllt. Die Einleger empfanden dies Peinlich, der Anleihe aber kommt es zugute.
3) Die Käufer der früheren Anleihen haben ein gutes
Geschäft gemacht.
Wer vom Deutschen Reiche 5 Proz. erhält und daneben schon im Kriege einen Kursgewinn zu verbuchen hat, darf zu⸗ frieden sein. Seit die bislang über Gebühr bevorzugten fremdländischen Renten schon hinsichtlich der Zinszahlung böse im Stich gelassen haben, sind die Staatsanleihen wieder in Gunst, wird namentlich die Kriegsanleihe geschätzt, die nicht im Stiche läßt und noch dazu hohe Zinsen geßspährt.
4) Mau weiß es im Volke: der Krieg kostet Geld und doppelt Geld, wenn jetzt doppelt so viele Soldaten im Felde stehen. i.
Man weiß aber auch: diese Vorsorge verbürgk uns den Sieg. 5 a 5
Der deutsche Krieger, der bei Tannenberg den schweren Anfang mitgemacht, brennt darauf, jetzt auch bei dem Ent⸗ scheidungskampf mitzutun. So auch das deutsche Volk. Es hat in bangeren Tagen die Kriegskassen gefüllt. Es wird auch jetzt— und jetzt erst recht dabei sein, wo die Waffen⸗ erfolge unserer Söhne— um bescheiden zu sprechen— die Zu⸗ versicht des Gelingens gefestigt haben.
Zu den Anleihebedingungen:
Der Hprozentige Zinsfuß ist beibehalten.
Er Wird auch diesmal starken Anreiz ausüben. Deutsch⸗ land zahlte im Frieden 4 Prozent. Es hat für die Kriegs anleihen diesen Satz um Ein Prozent erhöht. Der Versuch Englands, gleich uns mit solcher Erhöhung auszukommen, ist mißglückt. Es mußte zuletzt seinen Friedenssatz um volle 2 Prozent erhöhen: von 2½ auf 4½.
Der Preis der Hprozentigen Anleihe beträgt 99,
sten natürlich an Stammtischen. In den Vog ergangen sein, die 5155 sollen soaar naß vor Kolmar. 4
Schuldovheintragungen kosten nur 98,80,
Zur drikten Kriegsanleihe.
Deutschland lebt nicht mehr in der Knappheit früherer 7
Der Ausgabekurs der ersten Anleihe stellte sich auf 97,50 Proz., der der zweiten auf 98,50 Proz. Die Kurse beider Anleihen haben inzwischen eine so wesentliche Erhöhung er⸗ fahren, daß der jetzt festgesetzte Kurs von 99 oder 98,80 ala mäßig bezeichnet werden muß. Uebrigens genießt der Zeichner noch Zinsvorteil. Es werden ihm 5 Proz. Stück⸗ zinsen vom Zahlungstage bis zum 1. April 1916, mit welchem Tage der Zinsenlauf der Anleihe beginnt, vorweg vergütet.
Vor dem Jahre 1924 ist die 5prozentige Anleihe nicht kündbar. 8 Die neunjährige Laufzeit dürfte für Kursgewinn erfreu liche Aussichten eröffnen.
Diese Unkündbarkeit bedeutet aber nur, daß das Reich die Anleihe bis 1924 nicht kündigen und also auch den Zins⸗ fuß nicht herabsetzen kann. Die Inhaber der Schuldver⸗ schreibungen können natürlich über diese wie über jedes andere Wertpapier(durch Verkauf, Verpfändung usw.) ver⸗ fügen.
Die Zeichner können die gezeichueten Beträge vom 30. September ab jederzeit voll bezahlen oder auch die bis zum Januar 1916 geräumig bemessenen Ein⸗ zahlungstermine innehalten.
Die frühere Bestimmung, wonach Zeichnungen bis 1000 Mark voll bezahlt werden mußten, ist im Interesse der kleinen Zeichner fallen gelassen.
Reichsschatzanweisungen gelangen nicht zur Veraus⸗ gabung, für die Reichsanleihe aber ist ein Höchst⸗ betrag der Verausgabung nicht festgelegt.
Es Wird hierdurch auch diesmal der Uebelstand ver⸗ mieden, daß Zeichner leer ausgehen oder sich mit geringerer Zuteilung zu begnügen haben.
Die Zeichnungen können vom 4. September bis zum 22. September, mittags 1 Uhr, vorgenommen werden.
Die Festsetzung einer mehrwöchigen Frist hat sich be⸗ währt. Jedermann hat Zeit, sich Aufklärung zu verschassen und in Muße seine Zeichnung vorzubereiten. Es empfiehlt sich aber, die Zeichnung nicht bis zum letzten Tage aufzu⸗ schieben.
Für Gelegenheit, die Zeichnungen anzubringen, ist wie beim letzten Male in ausgedehntestem Maße gesorgt.
Außer der Reichsbank, der Königlichen Seehandlung, der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse, der Königliche Hauptbank in Nürnberg stehen alle Banken und Bankiers, alle Sparkassen und Lebensversicherungsgesellschaften, alle Kreditgenossenschaften, alle Postanstalten und in Preußen alle Königlichen Regierungs⸗Haupt⸗ und Kreiskassen zur Ver⸗ fügung.
Wer Stücke von 1000 Mark und darüber zeichnet, er) hält auf Antrag Zwischenscheine. g
Hiermit wird den Wünschen Vieler Rechnung getragen, Technische Schwierigkeiten verbieten es, die Verausgabung von Ziwischenscheinen auch auf kleinere Zeichner auszudehnen. Zum Ausgleich sollen aber kleine Zeichner bei Ausgabe der Stücke vorweg befriedigt werden.
Wenn hiernach hinsichtlich der Anleihebegebung im Weseutlichen alles beim Alten bleibt, so besteht die sichere Hoffnung, daß auch hinsichtlich der Freudigkeit und Be⸗ geisterung, mit der ganz Deutschland sich den früheren Au;/ leihen zuwandte, alles beim Alten bleiben wird.
Wer für das Wohl des Vaterlandes sorgt, sorgt für die eigene Zukunft. In allen Fällen deckt sich der Dienst um Vaterland mit eigenem Vorteil. Hier aber macht er sich da⸗ neben noch durch hohe Zinsen gauz unmittelbar bezahlt.
NMrex zeihuen kun, der eiche! Große und Kleine! Und jeder so viel als möglich!
Die wirtschaftliche Kraft unseres Volkes— deß sollen die Feinde inne werden— hält Stand wie die Kraft unserer Heere!
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