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Oberhesst
Organ für die Interessen des werklätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.
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Nr. 213
Gießen, Samstag, den 11. September 1915
10. Jahrgang
Wo fehen die Gewerkschaften?
Von August Winnig.
Die absolute Neutralität der Gewerkschaften hat stets nur ein Zapierdasein geführt. Ganz gleich, welche Organisationsrichtung sie Neutralität für sich in Anspruch nahm,— sie war in keinem Falle vorhanden. Sie konnte auch nicht vorhanden sein; neu⸗ rale Gewerkschaften sind eben aus zwingenden Gründen schlecht⸗ deg unmöglich. Die Denkrichtung der Masse, ihre Stellung zu alen Fragen, die ihre Klasseninteressen berühren, setzt sich in allen Organisationen durch. Man betrachte die Entwicklung der deutschen Zewerkschaften daraufhin: so oft von innen oder von außenher der Zersuch gemacht wurde, sie politisch zu neutralisieren, so oft ist er sescheitert. Wohl kann man verschiedene Abstufungen in der geltendmachung des politischen Standpunktes feststellen, hier ein ücksichtsloses Ansprechen, dort eine mehr oder weniger große, von aktischen Erwägungen bestimmte Zurückhaltung; aber politisch rientiert sind alle Gewerkschaften, und von einer wirklichen Neu⸗ kalität kann nirgend im Ernst die Rede sein. Das ist eine durch⸗ uuẽs natürliche Erscheinung, sie wurzelt in dem selbstverständlichen Streben der Arbeiter, alle ihre Organisationen mit dem Geiste zu füllen, der sie selbst beseelt, und was man auch dagegen sagen nag, dies Streben wird sich immer durchsetzen, genau so, wie es ich in den Organisationen der Landwirte, der Industriellen, der Handwerker usw. durchsetzt, vielleicht mit dem Unterschied, daß das kärker pulsierende politische Leben der Besitzlosen auch hier zu— age tritt. Es kann darum gar nicht ausbleiben, daß der Streit um die Stellung der politischen Organe der Arbeiterklasse auch die Ge⸗ berkschaften berühren wird. Das nahe Nebeneinander und die nge geistige Gemeinschaft der Organisationen bringen das ohne eiteres mit sich. Was den einen Teil der Arbeiterbewegung aufs ste bewegt, kann an dem andern nicht spurlos vorübergehen. Der rein gewerkschaftliche Streit um die Organisationsform in den chtziger und neunziger Jahren übertrag sich schließlich auch auf ie politische Bewegung, und ebenso haben die taktischen Diffe⸗
senzen in der Partei in den letzten zehn Jahren ihr Echo in den e werkschafklichen Organisationen gefunden. Man mag das be⸗ kagen, muß es aber als eine logisch und geschichtlich bedingte Er⸗ cheinung in Kauf nehmen. Alle Befürworter der gewerkschaft⸗ ichen Neutralität waren sich dieser Bedingtheit nicht bewußt oder ahen sie übersehen. Die Frage nach dem Verhalten der Gewerkschaften ist durch en gegenwärtigen Parteistreit aktuell geworden. Vereinzelt hat dan den Gewerkschaften wiederum geraten, streug neutral zu leiben. Diesem Rat werden die Gewerkschaften aber aus den an⸗ eführten Gründen nicht folgen können. Das steht überdies heute on sest: denn die Gewerkschaften haben längst durch ihre Presse a dem Streit Siellung genommen. Das rege geistige Leben in en deutschen Gewerkschaften, das seinen Ausdruck in der hoch⸗ utwickelten Presse findet, macht ein Vorbeigehen an solchen, die Arbeiterbewegung tief bewegenden Fragen von vornherein unmög⸗ dich. Es ist bekannt, daß die Stellungnahme der Gewerkschaften berwiegend, nämlich bis auf zwei oder drei Ausnahmen, im Sinne eer FFraktionsmehrheit erfolgte. l 15 Ist diese für die Entscheidung der Streitfragen nicht neben⸗ g üchliche Stellungnahme nun bloß ein Zufallergebnis, hervorgerufen
burch opportunistische Denkart der Führer? Oder ist sie im Wesen der Gewerkschaften begründet? 5 Im Ganzen der Arbeiterbewegung haben die Gewerkschaften die Aufgabe, durch die Stärkung der wirtschaftlichen und sozjal⸗ ö echtlichen Potenzen der Arbeiterklasse die ökonomische Grundlage
für den Aufstieg zur Macht zu schaffen. Die Hütung und Förde⸗ ung der ökonomischen Interessen der Arbeiter steht darum im Zordergrunde des gewerkschaftlichen Pflichtenkreises. Daraus er⸗ geben sich die Methoden der gewerkschaftlichen Arbeit: nicht Kampf am des Kampfes willen sondern um des Erfolges willen, un die Hebung der wirtschaftlichen Lage der Arbeiterschaft, um die Besse⸗ zung ihrer rechtlichen Stellung im Arbeitsvertrag, um die Stär⸗ ung ihres Wertgefühls ihres Selbstbewußtseins. So schafft die Zewerkschaftsbeweguna den ökonomischen Untergrund, auf dem sich er Ueberbau des politischen Machtstrebens, der kulturellen Er⸗ wecung und Erhöhung emporreckt. Von dieser Auffassung ihrer Iflichten ist die deutsche Gewerkschaftsbewegung bis ins innerste zurchdrungen, und die Erfolge im letzten Vierteliahrhundert, seit⸗ em sich diese Methode gegen mannigfache Widerstände durchgesetzt gat, geben uns das Recht, unverbrüchlich an ihr sestzuhalten. Unter siesem Gesichtspunkt will auch die Haltung der Gewerkschaften gegenüber den Fragen der Kriegszeit beurteilt sein..
Als der Krieg allen Bekundungen des Friedenswillens der Urbeiterschaft zum Trotz ausbrach, da mußten die Gewerkschaften
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Fre vornehmste Aufgabe darin sehen, die ölonomischen Interessen eerr Arbeiterklasse zu schützen. Zunächst mußten sie ihre eigene 1 bristenz sichern. Das Verschwinden der Organisationen hätte die Arbeiterklasse ihres stärksten, ja ihres einzigen Riickhaltes beraubt, en sie niemals nötiger hatte. als gerade in der Zeit des Krieges, ie wirtschaftliche Veränderungen einschneidendster Art bringen nußte. Dahinter aber standen die schier unübersehbaren Auf⸗ aben der sozialen Kriegfürsorge: Schaffung von Arbeitsgelegen— eit, Unterstützung der Arbeitslosen, Arbeitsvermittlung, Rege⸗ ung der Arbeitsbedingungen in den Rilstungsbetrieben, Schutz or Lebensmittelwucher usw. Wer da meint, daß diese ökonomi⸗ ö chen Interessen der Arbesterklasse um einer zwar wirkung s⸗ ofen, aber schönen revolutionären Geste willen hätten preis egeben werden müssen, mag es tun, dagegen soll hier nicht bolemistert werden: hier sei nur festgestellt, daß die Gewerkschaften rem ganzen Wesen nach diefen Interessen den Vorzug geben nußten. Die Bewahrung der Arbeiterklasse vor Desorqanssation
und Verelendung mußte ihnen tausendmal wichtiger sein, als die Alussicht, in Schönheit zu sterben. 599 1 Die Haltung der Fraktion zu den Tragen der Laudesverteidi⸗ 1 0 71
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gung ermöglichte den Gewerkschaften die Vertretung des ihnen durch den Krieg aufgezwungenen Programms, sie ebnete den Weg, den die Gewerkschaften gehen mußten. Eine andere, verneinende und ablehnende Haltung hätte ihn zumindest arg erschwert, viel— leicht gänzlich versperrt.
So lag und liegt die Politik der Fraktion also im Interesse der Gewerkschaften. Die Gewerkschaften mußten eine solche Politik wünschen und müssen sie nun, wo sie Tatsache ist, verteidigen, so— weit das notwendig und möglich ist.
Sind hiermit die Beweggründe für die Haltung der Gewerk- schaften auch nicht erschöpft, so sind dies doch die unmittelbarsten, die am stärksten wirkten. Daneben und im gleichen Sinne wirkte die Erkenntnis, daß der Kriegsausgang über die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands und damit auch ber deutschen Arbeiterklasse entscheiden würde; die Hinweise auf die Aktion des internationalen Proletariats waren ausgeklungene Worte, aber die Bedrohung durch die Ziele des englischen Wirtschaftskriegs war eine Tatsache, und bei dem starken Sinn der Gewerkschaften für Tatsachen konnte sie daran nicht achtlos vorübergehen. Darum können die Gewerkschaf⸗ ten gar nicht anders, als die Politik der Partei anzuerkennen und ihre Mitglieder in diesem Sinne aufzuklären. Sie werden dabei sicherlich stets von der wohlberechtigten Sorge geleitet sein, zer— setzenden Streit aus ihren Reihen fernzuhalten, aber sie können um ihrer selbst willen nicht so tun, als ob sie die Frage nach der gegenwärtigen und künftigen Stellung der Arbeiterklasse in Staat und Gesellschaft nichts anginge. Die Meinungsverschiedenheiten rühren zu stark an die Grundauffassungen der Gewerkschaften, als daß sie sich auf eine„überneutrale Vogelstraußpolitik“ zurückziehen könnten, wie die Bergarbeiter-Zeitung eine solch unmögliche Hal⸗ tung nennt.
Die Gewerkschaften mußten ihrem Wesen und ihren Aufgaben nach diese Politik der Fraktion wünschen, sie müssen u werden darum auch für ihre Anerkennung eintreten.
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* 0 Der Seekrieg.*
Der englische Dampfer„Dictator“(4116 Tonnen) aus Liverpool ist gesunken. Die Besatzung besteht aus 41 Mann und wurde gerettet
Das versenkte norwegische Schiff„Store sand“ war von Iquique nach England mit Salpeter unterwegs. Es war ein Schiff von 1638 Tonnen und mit 110 000 Kronen kriegsversichert.
Nach einer Pariser Meldung des Corriere della Sera macht die Tatsache, daß die deuts chen Tauchboote jetzt auch im Bereiche der französischen Schiff⸗ fahrtslinien operieren, in Marinekreisen großen Eindruck. Bisher seien sie nur bis zu der Insel Quessant gekommen, aber nun tauchten sie auch im Atlantischen Ozean bis zu der Girondemündung auf, wo sie bereits drei Dampfer versenkt hätten.
United Preß meldet, daß die deutsche Note an die Ver— einigten Staaten über die Versenkung des Dampfers „Arabic“ sich auf die Erklärung des deutschen Untersee⸗ boot⸗Kommandanten beruft, daß er Grund gehabt habe zu der Befürchtung, die„Arabie“ werde sein Boot rammenz; deshalb habe er in Selbstverteidigung das Torpedo gegen sie abgeschossen.
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Daily News meldet aus Plymouth: Der Kapitän eines bewaffneten Fischdampfers ist vom Kriegsgericht zur Dienstentlassung verurteilt worden, weil er nicht die äußerste Anstrengung machte, sein Schiff gegen ein U-Boot in Aktion zu bringen. Der Fischdampfer befand sich auf Patrouille, als er die Schüsse hörte. Er fuhr acht Meilen in der Richtung des Geschütz⸗ feuers, sichtete einen Dampfer, ein U-Boot und drei mit der Be⸗ mannung des Dampsers besetzte Rettungsboote. Der Kapitän des Fischdampfers wollte die Boote in Schlepptau nehmen, wurde aber von den Insassen gebeten, wegzufahren, damit nicht das Feuer des Bootes sie selbst träfe. Der Fischdampfer änderte den Kurs und kehrte nach einer halben Stunde zurisck. Er fand den Dampfer ge⸗ sunken und das U-Boot verschwunden.
Die englischen Arbeiter über die Wehrpflicht.
Ueber die Tagung des englischen Gewerkschaftskongresses in Bristol, der von 670 Vertretern besucht ist, läßt sich der Berl. Lokalanz. über Kopenhagen berichten:„Das Haupt⸗ ereignis der gestrigen Sitzung bildete die einstimmnige An⸗ nahme einer Resolution, die sich gegen die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht ausspricht. Das Ergebnis der Ab- stimmung wurde mit langanhaltendem Beifall begrüßt. Bei der voraufgegangenen Debatte wurde betont, daß die eng⸗ lische Arbeiterwelt entschlossen sei, die Regierung bis zum äußersten zu unterstützen, damit der Krieg fortgesetzt werden könne, bis ein gutes Ergebnis erzielt sei. Die Arbeiter brächten hierfür ohne Zögern jedes Opfer, würden sich aber mit aller Macht jedem Versuche der Einführung der all— gemeinen Wehrpflicht widersetzen, weil solcher Schritt nicht nur durch nichts gerechtfertigt, sondern auch einen Rückschritt bedeuten würde, der das Land unter das preußische Militär- system bringen müßte, für dessen Vernichtung England gerade kämpfe.“
6. September in Chicago amerikanische Wa
3 Bom Weltkrieg.
Eine Etappe?
Der abgesägte russische Generalissimus ist schon nach der Stätte seines neuen Wirkens, dem Kaukasus abgereist. Mit grimmigem Humor schreibt der Großfürst in seinem Abschied, unter der Führung des Zaren werde die Armee gewiß U nvergleichliches leisten. Die Nowoje Wremja dagegen kündigt an— spottet ihrer selbst und weiß nicht wie— daß das Heer seines gewesenen Führers würdig bleiben werde.
Wir werden es nicht zu bedauern brauchen, wenn die ganze Wucht der hoffentlich noch folgenden weiteren russischen Niederlagen vor dem Volke auf den Zaren selbst fällt. In einem abso⸗ lutistischen Staate ist es nur ganz in der Ordnung, wenn der all⸗ mächtige Herrscher selbst die Verantwortung für den Verlauf eines Krieges trägt, den er seinem Volke auferlegt hat.
Held Nikolaj, der Aeltere aber, der schon der Macher des Japan⸗ krieges war, geht nach Tiflis. Er reist bequemer als die Millionen Polen, Litauer, Zuden, Letten und Ukrainer, die sein Befehl von der Scholle, aus der Existenz riß und auf die Landstraßen, in die Wälder und Sümpfe jagte, in Not und Jammer ohne Gleichen triböohb Er zieht in den Kaukasus, umwittert von dem Dampf des Blut⸗ meeres, das er gegen die Karpathen peitschte.
Er geht nach Tiflis. Vielleicht ist es nur eine Etappe. Viel⸗ leicht erleben wir es noch, daß die wackeren Männer der Familie Romanow⸗Holstein-Gottarp ihr fegens reiches Leben dor! beschließen, wohin ihr Gebot Unzählige der Edelsten und Besten trieb, wo Rußlands Zukunft in unsagbaren Qualen moderte: in der Tanga Ostsibiriens, in den Bergwerken von Kara, im Zuchthause von Akatuj, auf der Insel Sachalin. Dahin, Nikolaj, Onkel und Neffe, sei auch der Weg gesegnet!
An den Friedenskongreß in Amerika.
Berlin, 9. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Wie der Weltbund der Wahrheitsfreunde, Zentralstelle für Deutschland, Berlin, Pots⸗ damer Straße 48, mitteilt, wurden von den amerikanischen. Wahr⸗ heitsfreunden an den Kongreß der Friedensfreunde, der am 5. und
tagte, folgende Telegramme gesandt: Die hrheits⸗Gesellschaft von München in Unterstützung der Ziele der Versammlung energisch gegen die niedrigen Entstellungen der anglo⸗amerikanischen Presse wegen der angeblichen Schuld Deutschlands am Ausbruch des Krieges und klagt die Newyorker Presse einer unamerikani schen Haltung an. Grüße! Herzlichste Sympathie dem Gegenstande eurer Versammlung von der amerikanischen Kirche in München. Die Amerikaner Berlins senden herzlichste Wünsche für den Erfolg der edlen Be⸗ strebungen. Der gute Name Amerika muß unter allen Umständen vor den Augen der Menschlichkeit und Geschichte wiederhergestellt werden. Ein Blick in das Leben des wirklichen Deu tschland würde unseren Landsleuten die Wahrheit offenbaren. Unser nationales Motiv sei: Vermittelung und nicht eingreifen! Laßt unsere Neutralität solche offenen Arme der Bruderschaft, nicht solche eisernen Arme des Zerbrechens sein.— Der von Amerikanern und anderen Ausländern gegründete Wahrheitsbund, Berlin, sendet allen Freunden der Wahrheit beste Wünsche. Euer Motto sei: Nicht Wunden heilen, sondern Wunden verhüten! Japanische Kriegslieferungen. 5 Lyon, 9. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Nouvelliste meldet aus Tokio: Man arbeitet mit verdoppelter Kraft an den Kriegsmateriallieferungen für Rußland. Die schweren Geschütze der Befestigungen an der Nordküste von Japan mit den Bedienungsmannschaften und Munition Wurden nach Rußland gesandt. Der russische Abnahmeausschuß siber⸗ nahm in Korea 40 000 Paar Stiefeln, 30 000 Kisten Munition und viel Material. Eine japanische Zellstoffgesellschaft lieferte 140 Tonnen Schießbaumwolle. Die Staatsfabriken arbeiten Tag und Nacht an der Herstellung von Gewehren. Der Kriegsminister beschloß, die Gewehrbestände in den Arsenalen von 500 000 auf eine Million zu erhöhen.
Die Unruhen gegen den Vierverband in Persien. Ispahan, 9. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Meldung der Peters⸗
burger Telegraphenagentur. Terroristen bedrohen den russtschen
und fronzösischen Konsul und den Leiter der russischen und englischen
Bank mit dem Tode; Gendarmen bewachen die Behausungen der Be⸗
drohten. Die Lage in der Stadt ist bedrohlich; die russische und die
englische Kolonie haben den Befehl zur Abreise erhalten. 0
Beratungen über die deutsche Wirtschasis⸗ politik.
Die Beratungen des wirtschaftlichen Ausschusses über die zukünftige Handels- und Wirtschaftspolitik des Deutschen Reiches werden, nach einer Mitteilung der Täglichen Rund- schau, am 14. September beginnen. Für die Dauer der Be⸗ ratungen, die in Berlin stattfinden, sind etwa drei Tage in Aussicht genommen.
Der wirtschaftliche Ausschuß wird sich gutachtlich über dieselben Fragen äußern, die kürzlich der Hauptausschuß Berliner kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vep⸗ eine beraten hat. Wir haben hierüber kurz berichtet. Nach der Ansicht des Hauptausschusses wird das Ziel der deutschen Handelspolitik darin bestehen müssen, dom deutschen Handel die gleiche Berechtigung auf allen Märkten, besonders auch auf den Märkten unserer jetzigen Feinde, zu verschaffen und zu sichern. Es dapf als zweifellos gelten, daß auch der wirt schaftliche Ausschuß sich in diesem Sinne äußern wird.
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