und Verlegern aus Rheinland und West⸗ freiem Entschluß auszusprechen, daß bei Ueberwindung der in den ersten Kriegsmonaten hier und da hervorgetretenen erklärlichen Schwierigkeiten, insbesondere aber seit Einführung der regelmäßigen Pressebesprechungen, durch die die perfönliche Fühlung mit den die Aufsicht führenden Offizieren her⸗ gestellt wurde, die Presse in ihrer Gesamtheit eine entgegenkom⸗ mende Würdigung ihrer Aufgaben und ihrer berechtigten Wünsche stets gefunden hat, und daß sie gern anerkennt, daß in dem Ver⸗ kehr zwischen Aufsicht und Presse auf ein gutes Einvernehmen sichtlich Wert gelegt worden ist.“ 2 5 Die bürgerliche Presse bleibt sich halt immer gleich. Trotz alledem ist es keine alltägliche Erscheinung, daß diese Presse selbst ihrer Zensur ein Vertrauensvotum ausstellt. Der sächsische Landtag. wird anfangs November zu seiner ordentlichen Tagung zusammen⸗ treten, nachdem die Legislaturperiode durch einen Beschluß des außerordentlichen Landtages verlängert worden ist. Die Hauptauf⸗ gabe des Landtages wird die Beratung des Etats sein, wobei dann auch alle jene Fragen angeschnitten werden können, die mit dem Kriege in Verbindung stehen. Unsere Genossen werden bei dieser Gelegenheit sicher ein ernstes Wort mit der Regierung darüber reden, daß das Vereins⸗ und Versammlungsrecht in Sachsen weit mehr eingeschräukt worden ist, als wie in den anderen Bundes⸗ staaten.
Der türkisch⸗bulgarische Vertrag unterzeichnet?
Der Vertrag zur Regulierung der thrazischen Grenze zwischen Bulgarien und der Türkei ist nach einer Meldung der halbamtlichen Dnepnik gestern von beiden Seiten unterzeich⸗ net worden. Bulgarien erhielt danach 2000 Quadratkilometer von Türkisch⸗Thrazien und wird das neue Gebiet am 15. Tage nach der Unterzeichnung des Abkommens besetzen. Die türki⸗ schen Behörden werden das Land innerhalb dieser Frist ver⸗ . 8 Man bezeichnet den Abschluß dieses neuen Vertrages als einen diplomatischen Erfolg des Ministerpräsidenten Ra⸗ doslawow, dessen Stellung dadurch eine weitere Stärkung er⸗ fährt.
Die Unbesiegbarkeit der Mittelmächte.
Die Neue Freie Presse meldet aus Scheveningen: Der Haager Nieuwe Courant veröffentlicht eine Unterredung mit einem belgischen Staatsmann, den das Blatt nicht nennt, der
desucht von Schriftle⸗ falen— für ihre Pilicht, aus
aber als der frühere belgische Gesandte in Berlin, Baron Greindl, erkennbar ist. Der Diplomat verfichert, daß der
Vierverband längst von der Unbesiegbarkeit der Mittelmächte überzeugt ist. Seine Hoffnungen beruhen ausschließlich auf Joffres Widerstand und schließlicher Kriegsmüdigkeit Deutsch⸗ lands.(5)
Zum Untergang der„Hesperian“.
T. U. Notterdam, 8. Sept. Aus London werben noch folgende Einzelheiten über die Räumung des„Hesperian“ nach der Er⸗ plosion bekannt. Das Schiff befand sich auf der Ausreise von Liverpool nach Montreal und hatte neben einer 250 bis 300 Mann betragenden Besatzung ungefähr 300 Passagiere an Bord, darunter waren etwa 50 verwundete Kanadier in den verschiedenen Ge⸗ nesungsphasen. Die Erzählung der Geretteten bestätigen nicht, daß keine Verwirrung herrschte. Als am Bordersteven die Explosion erfolgte und die zwei vordersten Näume sich mit Wasser füllten, lief alles an Bord, von einer Panik ergriffen, durcheinander. Einige Neisende ließen sich, ohne sich um die Boote zu kümmern und selbst ohne Schwimmgürtel ins Wasser fallen. Unglücklichermeise murden die Kabel, mit denen die überfüllten Boote 4 und 5 heruntergelassen wurden, ungleich gehalten; dadurch hingen diese Boote sast senkrecht über dem Wasser, sodaß einige Dutzend Ju⸗ sassen ins Wasser fielen. Zum Glück war aber das Wasser klar und sniegelglatt, sonst wären mindestens zwei Boote gefunken.
Die neuen russischen Heerführer.
T. U. Genf, 8. Sept. Der nach längerer Krankheit auf feinen Posten als Oberbefehlshaber der russischen Nordwest— front zurückgekehrte General Rußki traf, wie der Temps aus Petersburg meldet, die Neuerung, die ihm unterstellten Trup⸗ pen, die bisher aus zwei Armeen bestanden, auf drei Armeen zu verteilen. Rußki wurde hierbei von der Absicht geleitet, den Armeen Below, Eichhorn und Gallwitz je eine russische Armee eutgegenstellen zu können. General Iwanow, der Oberbefehlshaber der Südwestfront, soll nach wie vor die gegen Mackensen aufgebotenen Streikräfte führen, während als Gegner der Armee des Prinzen Leopold von Bayern General Ewert das Kommando übernommen hat.
Der Finanzminister und die Duma.
Nach schweizerischen Blättermeldungen aus Petersburg die Angriffe gegen den russischen Finanzminister Bark in der Meichsduma so heftig geworden, daß sein Ricktritt stündlich er⸗ wartet wird. Besonderen Eindruck machte ein Angriff des für ein
ind
Chwostow, ber sagte, in englischen Klubs werde Bark als Bank⸗ kommis bezeichnet, der von Staatsfinanzen keine Ahnung habe.
Keine japanischen Truppensendungen nach Europa. T. U. Die Stampa erfährt aus Paris, das Gerücht von einer Truppensendung Japans nach Europa sei vollstän⸗ dig falsch. Kriegs notizen.
Der Berliner Polizeipräsident hat bestimmt: Der Ausschank von Branntwein oder Spiritus ist verboten: a) in der Zeit von 9 Uhr abends bis 9 Uhr morgens; b) durch Automaten; c) in Wirtschaften mit weiblicher Bedienung(Lelluerinnen, Bardamen Afw.); d) in Wirtschaften, die eine Erlaubnis aus 8 33a der Reichs⸗ gewerbeordnung ausüben; e) an angetrunkene Personen. Zuwider⸗ handlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafen bis zu 10 000 Mark bedroht.
Das badische Finanzministerium hat die staatlichen Kassen angewiesen, den in Staatsdienst stehenden Beamten, Lehrern ur Arbeitern Zeichnungen für die dritte Kriegsanleihe zu erleichtern und zu vermitteln. An dem Diensteinkommen werden im Falle der Zeichnung bis zum 1. Oktober 1917 monatliche Abzüge vorgenom⸗ men; es darf aber nur ein Viertel des jährlichen Einkommens und nicht über 1000 Mark gezeichnet werden. Beamte, welche hähere Beiträge zeichnen wollen, haben sich an ein privates Bankgeschäft zu wenden.
Der allzu freundliche Verkehr, den Einwohner mit den Gefangenen des Vilbeler Kriegsgefangenenkommandos pflogen, hat die Auflösung des Kommandos zur Folge gehabt. Die Kriegsgefangenen wurden wieder in ihr Lager gebracht. 2
Von dem Kalkwerk Schäser in Hahnftätten sind folgende ruf⸗ fsische Kriegsgefangene entwichen: Iwan Scholuch, 29 Jahre alt, 1.80 Meter groß, schlauke Statur, blaue Augen, blonde Haare und Schnurrbart; Gregorl Bud ink, 26 Jahre alt, schlonke Statur, 1,82 Meter groß, Augen blau, Haare dunkelblond, Schnurr⸗ bart blond. Beide sind nur der russischen Sprache mächtig, tragen die graue russische Felduniform mit Schirmmütze, die Hosen sind auf dem Gesäß mit„Kriegsgefangener“ gekennzeichnet.
Am Montag Nachmittag erplodierte in einem Postburcau in London eine Grau ate. Drei Personen wurden schwerver⸗ hetzt, darunter General O'Callaghau.
Das Auswärtige Amt in London hat dem Delegierten der sozialistischen Partei, Fairchild, einen Auslaudspaß zum Besuch der internationalen sozialistischen Konferenz in Bern verweigert.
Reisende aus Finnland erzählen im Afteubladet. daß die Eisenbahnbrücke über die Pojobucht bei Ekenäs, die zu Beginn dieses Krieges unterminiert worden war, am 28. August durch einen Un⸗ glücksfall, in die Luft geflogen ist. Die Wirkung war furcht⸗ bar. Die Brückenwache wurde augenblicklich getötet und die Brücke wie Glas zerbrochen. Es heißt, daß ein Blitz die Minen entzündet habe. Die Pojobucht und Ekenäs liegen in der Nähe des großen Hafens Langö, am Eingang zum Finnischen Meerbusen.
In Orenburg wurden nach dem Rjetsch eine große Anzahl von Arbeitern verhaftet, die bei der Munitionsherstellung beschäftigt werden; sie galten als politisch unzuverlässig.
Arbeiterbewegung.
Der Buchdrucker verband im ersten Kriegs jahr.
Der Vorstand gibt im Korrespondent das Gesamtergebnis der Kriegsstatistiken für die Zeit vom 2. August bis 31. Juli. Darnach hatte der Verband 73 996 Mitglieder, wovon 36 900 zum Heeres⸗ dienst eingezogen worden waren, darunter 19 004 Verheiraetete. In der genannten Zeit wurden ausgezahlt: Arbeitslosenunter⸗ stützung: aus der Verbandskasse 2 543 926,75 Mk., aus den Gau⸗ kaffen 694 451,42 Mk., zusammen 3237 478,17 Mk.; Unterstützung in allen Unterstützungszweigen: aus der Verbandskasse 3641 856,26 Mark, aus anderen Kasfen 1 171 428,94 Mk., zusammen 4 813 285.20 Mark; Familienunterstützung: aus den Gaukassen 234 318,10 Mk., aus den örtlichen Kassen 327 224,63 Mk., zusammen 361 542,73 Mk.
Der Zentralverband der Handlungsgehilfen während des
Kriegsjahres.
Der Verband zählte am 1. Juli 1914 insgesamt 26 054 Mit⸗ glieder, und zwar 11822 männliche und 14 232 weibliche. Bis zum 30. Juni 1915 fank die Zahl der männlichen Mitglieder auf 10 999, wogegen die der weiblichen auf 14750 anstieg, sodaß sich ein Mitgliederbestand von 25 749 ergab. Am 31. Juli 1915 waren 2779 verheiratete und 2347 ledige, zufsammen 5126 Mitglieder zum Heeresdienst eingezogen: fast 200 sind bisher als gefallen gemeldet
worden. Arbeitslos waren am 31. Juli 154 männliche und 533 weibliche, zusammen 687 Mitglieder. Seit Kriegsausbruch bis zum 31. Juli hat der Verband 44 698 Mk. Arbeitslosenunter⸗
stützung ausgezahlt. Dazu kommen die sonstigen Unterstützungen, die aber hinter diesem Betrage zurückbleiben. Die Mitgliederzahl ist mit der Fortdauer des Krieges durch die Einberufung auch des ungedienten Landsturms bedeutend geringer geworden. Die Zahl der weiblichen Arbeitslosen im Handelsgewerbe ist dabei immer noch beträchtlich stärker als früher. Das Gesamtbild wird durch die infolge der Einberufungen viel geringere Zahl der männlichen Arbeitslosen bestimmt.
Besonders in den ersten Kriegsmonaten hat der Verband da⸗ gegen anzukämpfen gehabt, daß Geschäftsinhaber vielfach eine all⸗ gemeine Herabsetzung der Gehälter ihrer Angestellten vornahmen. Die Bemühungen der Organisation sind nicht ohne Erfolg ge— blieben, wobei ihr zustatten kam, daß die Geschäftslage sich nach den ersten Kriegswochen wieder hob. Allerdings kann mau nicht
teilgenommen hätten, es si
herabsetzungen alle wieder k Arbeitsvermittlung blieb die gespalten. Während der Zentralverband und einige bürgerliche Gehilfenorganisgtio gebung und von den Gemeinden die Arbeitsnachweise forderten, haben verbände, die um den Bestand ihrer un stellenvermittlungen besorgt sind, an die Beh
gerichtet, die Schaffung solcher Arbeitenagherge kralverbandes 5 ist klar, daß hierdurch die Bemühungen des. verl es der Handlungsgehilfen sehr erschwert wurden. Man kann annehmen daß in Berlin und einigen anderen Orten die Schaffung, öfen liczrechtlicher paritätischer Arbeits nachweise schon Ins Kart nen setzt sein würde, wenn nicht jene widerstrebenden Organisationen
alle Hebel in Bewegung gesetzt hätten, sie zu verhindern.
ATazecberict des Großen Sauptnnartiez.
E Küsten⸗ und Luftkämpfe im Westen. Die Russen bei Wolkowysk geschlagen. W. B. Großes Hauptquartier, 8. Sept., vorm.(Amtlich.] Westlicher Kriegsschauplas. g Eine Anzahl seindlicher Schiffe erschien gestern früh vor Möttelkeerke, beschoß vormittags W̃ estende 4 J nachmittags Ostende. Vor dem Feuer unserer Küsten⸗ batterien zogen sich die Schiffe wieder zurück. Militärischer Schaden ist nicht angerichtet. In Ostende wurden zweß belgische Einwohner getötet, einer verletzt. 1 An der Front verlief der Tag im übrigen ohne besonder Ereignisse. a i Ein bewaffnetes französisches Flugzeug wurde nördli von Le Mesuil(in der Champagne) von einem deutschen Kampfflieger abgeschossen. Es stürzte brennend ab; die Insassen sind tot. 0 3 Ein feindlicher Fliegerangriff auf Freiburg i. Br. verlief ergebnislos.* Oestlicher Kriegsschauplatz.* Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. 9 In der Gegend von Dandsewas sind uusere Ab. teilungen im weiteren Vorgehen. 8 Truppen des Generals v. Eichhorn setzten sich nach Kampf in Besitz einiger Seenengen bei Troki⸗Nowe(füdwestlich von Wilna). 5 Zwischen Jeziory und Wolkuwysk schreitet der Angriff vorwärts. Wolkawysk selbst und die Höhen öst⸗ lich und nordöstlich sind von uns genommen. Es wurden 2800 Gefaugene gemacht und 4 Maschinengewehre erbeutet. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. 1 In der Gegend von Jzabelin(füdöstlich von Wol⸗ kowys k) ist der Feind geworfen. Weiter füdlich ist die Heeresgruppe im Vorgehen gegen die Abschnitte Zelwajanka und Rozanka. Nordöstlich von Pruzana dringen österreichisch⸗ungarische Truppen durch das Sumpfgebiet nach Norden vor. Es wurden rund 1000 Gefangene gemacht. 9 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. 1 Die Kämpfe an der Jafiolda und östlich von Drohozin dauern an. 1 Südöstlicher Kriegsschauplatz. ö Russische Angriffe auf Tarnopol sind abgeschlagen. Weiter südlich in der Gegend westlich von Ostrow ist ein Vorgehen des Feindes durch den Gegenstoß deutscher Truppen zum Stehen gebracht. i
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Die heutige rufsische Veröffentlichung über die Niederlage
von zwei deutschen Divisionen, die Gefangennahme von 150 Soldaten und die Eroberung von 30 deutschen Geschützen und vielen Maschinengewehren ist frei erfunden. Kein deutscher Soldat ist auch nur einen Schritt gewichen, kein Geschütz oder Maschinengewehr in Feindeshand gefallen. Hingegen warf der erwähnte Gegenstoß deutscher Regimenter den vor- dringenden Feind weithin zurück. Eines davon machte 20
Taustitutionelles inet in Aussicht genommenen Abgeordneten! sagen, daß etwa die Angestellten an den hohen Kriegsgewinnen! Gefangene. Oberste Heeresleitung. Diethelm von Buchenberg jämmerlich über die unvertilgbare Kellerkälte, die ihn so sehr] sicherungsgesellschaft in Frage zu stellen, und ein lang
„plage, und verlangte den rot ausgeschlagenen Rock Medards,
Erzählung von Bertold Auerbach. 71] der ihm allein warm machen könne und in dem er zum Richt⸗ (Schluß) platz gehen wolle. f f
XXXI. Die scheinbare Geistesverwirrung Diethelms löste sich
Das Herbstmanöver war zu Ende, und Munde hatle seinen Schäferrock angezogen, ohne daran zu denken, daß ihm sein Vater einst befohlen, in diesen Kleidern des ermordeten Bruders vor Diethelm hinzutreten und ihm das Geständnis abzupressen. Er hatte gehört, daß eben die letzte Gerichts- verhandlung stattfinde, und sich zu derselben gedrängt. Fast unwillkürlich hatte sich sein lang verhaltenes feindliches
Grollen in jenen Wort Luft gemacht, die Diethelm so plötzlich Er mußte nun in
zum Geständnis seiner Schuld brachten. der Stadt bleiben, um bei der wieder aufgenommenen Unter⸗ suchung gegen Diethelm als Zeuge zu dienen. Er machte nun die Angabe von dem, was ihm sein verstorbener Bruder gesagt, von den Mitteilungen der Fränz schwieg er; denn er hatte trotz des sympathetischen Gegenmittels noch Liebe
genug zu ihr, um nicht auch sie ins Elend zu stürzen und sie
zu zwingen, gegen den Vater Zeugnis abzulegen. Fränz erhielt noch am Abend
Weise, die aber doch nicht minder schmerzte, Lebewohl sagen. Der in Diethelm ertötete Haß gegen die Welt setzte sich nun in Fränz fest.
f 5 einen Besuch von ihrer Schwiegermutter, ihr Bräutigam ließ ihr auf die schonendste
Diethelm gestand im ersten Verhör seine ganze Tat mit allen ihren wechselnden Stimmungen bis in die Einzel⸗ umstände hinein, aber manchmal sprach er doch verworrene Worte, über die er jedoch bald wieder hinwegkam. Er klagte
wieder. Er verzichtete ausdrücklich auf die Verhandlung vor dem Schwurgericht, wurde aber, da diese Bestimmung der Grundrechte noch galt, nicht zum Tode, sondern zu lebens⸗ länglichem Zuchthaus verurteilt.
Im Zuchthaus zu M. saß drei Jahre ein zusammenge⸗ schnurrtes Männchen, dürr und gebeugt, das immer fror und sich die Hände rieb und mit den Zähnen klapperte. Es war schwer, in diesem Männchen den einst so stattlichen Diethelm wieder zu erkennen. Dumpf und lautlos verhielt sich der Sträfling, und nur manchmal bat er mit aufgehobenen Hän— den um die Gnade. Holz hacken zu dürfen, da diese Arbeit allein ihn vom Froste erlöse. Erst nach drei Jahren des Wohlverhaltens wurde ihm diese Gnade gewährt, und nach⸗ dem er die ersten Splitter von den zähen Baumstümpfen gelöst und die Keile eingetrieben hatte, fuhr er sich mit der Hand über die Stirn und betrachtete frohlockend die Schweiß⸗ tropfen, die er abgewischt hatte. Aufs neue erhob er mit Macht die Art, und die zusammengeschrumpfte Gestalt wurde mit jedem Schlage größer und gewaltiger. Das war wieder der Diethelm von Buchenberg. Plötzlich schrie er laut auf: „Heraus, heraus will ich!“ und zerschmetterte fich mit dem Beile das Hirn.
Eine Leiche sank unter die Splitter der Baumstümpfe.
Der anfängliche Wahnsinn Diethelms gab dem Advo⸗ katen der Fränz Gelegenheit, die Ansprüche der Feuerver⸗
wieriger Rechtshandel schien sich daran zu knüpfen, den Fränz mit eiserner Unbeugsamkeit und mit Dransetzung eines großen Teiles ihres Muttergutes fortführte. 9
Sie wohnte allein mit einer Magd in dem großen neuen Hause in Buchenberg. kleidete sich wieder in Landestrucht und tat lustig; sie behielt die Rappen ihres Vaters 1 fuhr oft damit nach der Stadt zur Betreibung ihres Rechts ⸗ handels. 5
Rothmann brachte noch vor der Wied ellung Diet⸗ helms einen Vergleich zustande, der 8— zu einer der reichsten Erbinnen im Oberland machte. Man sagte, daß sie doch noch den Munde heirate. Dies trat aber nicht ein. 5
Die Missionen kamen in das Oberland und wühlen alle Herzen auf. Ergreifend vor allen wirkte jener Missi- 1. Fränz in Wildbad kennen gelernt hatte. Fränz war die Stifterin eines Jungfrauenbunds i 0 d die 1 erste Schwester desselben. e in Buchenberg un 0
Auf den Bahnhof in Friedri 1 eines Tages ein großer Zug von i and Ad. 1 chen, sie weinten alle beim Abschied einer abgehärmten ü 5 die eine Nonne geleitete, und schauten iht 1 ange traurig nach, als si i 5 schiff ö e sie mit dem Dampfschiff nach ö Das schöne Haus in Buchenberg gehört j Kloster Einsiedeln in der Schtdeiz. Wer 1.
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