„Professor Buys“ berichtet, daß er auf der Reise von Hull nach Harlingen eine Schaluppe gesehen habe, worin sich 11 Mann der Besatzung des englischen Begleitschiffes „Dorando“ befanden, das auf dem Wege nach London wegen Lecks verlassen worden ist. Nachdem die Schiff⸗ brüchigen etwa eine Stunde herumgefahren, wurden sie von einem englischen Kriegsschiff an Bord genommen. Standrechtlich erschossene polnische Sozialdemokraten
Der Pole Adamczewski, der als Freiwilliger in der französischen Armee in der Fremdenlegion diente, wurde, wie dem Berl. Lokalanz. aus Wien gemeldet wird, bei Courrency durch Urteil des französischen Feldgerichts zum Tode ver⸗ urteilt und erschossen. Adamezewski war Sozialdemokrat. Er ließ sich durch die Agitation seiner französischen Genossen zum Eintritt als Freiwilliger in die Fremdenlegion verleiten. Eines Tages erhielt er mit einigen anderen den Befehl, die Füsilierung einiger Waffenbrüder und Genossen durchzu— führen. Adamczewski warf den Karabiner weg, ging mit seinen acht Kameraden auf die Seite der Verurteilten und stellte sich in ihre Reihen. Dafür wurden alle neun, unter ihnen der bekannte russische Sozialdemokrat Artomoszyn, an Ort und Stelle erschossen.
Friedensbestrebungen in den französischen Gewerkschaften.
Einer Gewerkschaftskonferenz, die am 15. August in Paris tagte, wurde vom Delegierten des Metallarbeiterverbandes, Merrheim, und vom Delegierten des Küferverbandes, Bourderon, eine Reso⸗ lution unterbreitet, die nach langer Diskussion gegenüber der Reso— lution von Jouhaux unterlag. Aber für die Merrheimsche Reso— lution sprachen sich nicht weniger als 27 Organisationen aus, dar⸗ unter die Gewerkschaftsorganisationen mehrerer großer Städte.
Die Resolution erklärt sich entschieden und scharf gegen den Krieg, der nicht Sache der Arbeiter sein könne. Während der Krieg nur dem Zwecke diene, die Arbeiterschaft noch mehr unter die Botmäßigkeit der Herrschenden zu bringen und den internationalen Völkerhaß im Interesse des Kapitalismus zu steigern, verstand es die kapitalistische Bourgeoisie, vermittels des Krieges ungeheure Profite zu machen. Weit entfernt von dem, was man stets zu glauben machen versuche, sei dieser Krieg nur das Resultat des agressiven nationalen Imperialismus, der alle Staaten ergriffen habe. Nach dem Krieg werde es wieder das städtische und ländliche Proletariat sein, das die ungeheuren Folgen dieses Krieges zu tragen haben werde.
Die Resolution verlangt dann von der nationalen Konferenz, daß sie einen dringenden Appell an das Gewissen und die Vernunft des französischen Proletariats wie an die gesamte Internationale erlasse, indem sie ihnen zurufen soll: Nun istes genug!
Schließlich sollte nach der Resolution die Konferenz beschließen,
daß die Conféderation General Travail mithelfen sollte bei jeder proletarischen Aktion zugunsten des Friedens speziell auf folgenden Grundlagen: 0 1. Befreiung der besetzten Gebiete, inbegriffen Belgien. 2. Keine Annexionen ohne vorherige Befragung der betreffenden Bevölkerung. 3. Politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit jeder Nation. 4. Abrüstung. 5. Obligatorische Schiedsgerichte.
Weiter soll die Konferenz die sofortige Aufnahme der Besprechung über die Friedens bedingungen verlangen. Der Burgfrieden sei in jedem Lande zu kündigen, da er nur das sicherste Mittel war, um das organisierte Proletariat zu fesseln. Zum Schluß soll die Konferenz ihre Ansicht dahin aussprechen, daß, wenn die Arbeiterschaft zu schwach war, den Krieg zu verhindern, es gleichwohl Pflicht der C. G. T. sei, mit ganzer Kraft eine Aktion einzuleiten zur raschesten Herbeiführung eines Friedensschlusses.
Bestechungsversuche bei der spanischen Presse.
Mit welchen Mitteln unsere Gegner immer wieder versuchen, Nachrichten über angebliche deutsche Greueltaten durch die neutrale Presse in die Welt zu setzen, beweistt, wie der Berl. Lokalanzeiger schreibt, ein ihm kürzlich zugegangener Artikel des Correo Espanol, in dem die Redaktion dieser Zeitung eine englische Zumutung, gegen Bezahlung derartige Lügen zu verbreiten energisch von sich abweist.
In ihrer Ausgabe vom 12. Juni dieses Jahres bringt sie fol⸗ gende Mitteilung:
„Mit einem amtlichen Siegel der englischen Regierung schickt man uns aus London einen Protest einiger schwedischer Pro— fessoren gegen die deutsche Barbarei und ersucht uns, ihn in un⸗
serer nächsten Ausgabe zu veröffentlichen; gleichzeitig erbietet man sich, uns den Betrag, den wir für das Inserat festsetzen, postan⸗ wendend zu vergüten. Der Brief fügt noch hinzu:„Es handelt sich um eine Mitteilung, die uns sehr interessiert, weil sie in den neutralen Ländern großen Eindruck hervorrufen wird.“ Jene Engländer haben sich in der Tür geirrt. Der Correo Espanol veröffentlicht keine Lügen, wenn sie auch noch so gut bezahlt wer⸗ den sollen. Aber es freut uns, daß sie sich an uns gewandt haben,
—
wo sie
weil wir infolgedessen jetzt wissen, daß alle Zeitungen Madrids und in den Provinzen, die die Abschrift des angeblichen schwedi⸗ schen Protestes veröffentlichen, so und so viel fstr die Zeile be⸗ zahlt erhalten.“
Rußlands jämmerliche Finanzlage.
Der Manchester Guardian schreibt über die bevorstehende Ankunft des russischen Finanzministers Bark in London: Kaum je hatte eine Reise solche große politische Bedeutung. Der schlechtenmilitärischen Lage steht die verschlechterte finanzielle Lage Rußlands gegenüber. In der Duma hat man ziemlich unverblümt zu verstehen gegeben, daß an eine innere Anleihe nicht zu denken ist. Wie sich die wirt⸗ schaftliche und militärische Lage Rußlands noch gestaltet, bleibt ein Rätsel. Helfen kann hier nur England. Es wird einer großen Anspannung bedürfen, um Rußland über Wasser zu halten. Unter diesen Umständen ist es zu ver⸗ stehen, daß man in Rußland in gewissen Kreisen an einen vorteilhaften Sonderfrieden denkt, was aber unbedingt vermieden werden muß. England muß deshalb alles tun, um Rußland unbeschränkte finanzielle Hilfe zu gewähren, die es so nötig hat.
Italienische Kohlennot.
Das Blatt Provinzia di Como weist auf die unhaltbaren Ver— hältnisse hin, denen infolge der allgemeinen Teuerung die Be⸗ völkerung ausgesetzt ist. Die andauernde Weigerung Englands, Kohlen zu liefern, drohe die italienische Industrie völlig lahm zu legen. Dabei stehe der Winter vor der Tür und mit Schrecken fragen die italienischen Familien sich, woher sie für den dringenden häuslichen Bedarf Kohlen nehmen sollen. Die Kohlenpreise sind schon heute auf das dreifache des in Friedenszeiten üblichen Preise gestiegen. Die Kohlenhändler von Genua richteten an die Re⸗ gierung die nachdrückliche Mahnung, schnell Vorkehrungen zu treffen, um den Widerstand Englands gegen die Kohlenausfuhr zu brechen, weil sonst kein Ausweg zu erblicken ist.
Keine Friedensaktion des Papstes.
T. U. Haag, 7. Sept. Unterrichtete katholische Kreise versichern gegenüber den fortgesetzten Meldungen über eine Friedensaktion des Papftes, welche merkwürdigerweise stets zuerst von Havas oder Reuter verbreitet werden, daß der Papft keine Friedensinitiative plane. Jedenfalls würde der Papst, wenn er eine solche Aktion unternähme, erst sämtliche kriegführenden Mächte um ihr Einverständnis befragen und es sei wohl im Augenblick kein Zweifel daran, daß er nicht überall eine bejahende Antwort erhalten würde.
500 000 neue englische Soldaten an den Dardanellen.
T. U. Zürich, 7. Sept. Tribuna erfährt aus Athen, Eng⸗ land beabsichtigt an den Dardanellen 500000 Mann zu landen. Die bei Anaforta gelandeten fünf Divisionen seien nur ein Teil dieser großen Landungsarmee.— Das ist nakür⸗ lich ein englischer Bluff.
Verschickung protestantischer Pastoren nach Sibirien.
Schweizer Blätter melden aus Petersburg: Eine große An⸗ zahl protestantischer Pastoren aus Livland und Estland, die für die Leipziger Missions⸗Gesellschaft gesammelt hatten, wurde laut No⸗ woje Wremja nach Sibirien verschickt.
Kriegsnotizen.
Aus verschiedenen Teilen des Reiches liegen schon jetzt Berichte über die Erfahrungen vor, die man mit den Kriegsgefange⸗ nen als Arbeiter gemacht hat. So stellte in der Sitzung des Kreistages Minden der Regierungsvertreter fest, daß alle Land— wirte, die Kriegsgefangene beschäftigt haben, mit den Leistungen sehr zufrieden gewesen sind.
Vom 6. September ab ist im Regierungsbezirk Düsseldorf der Branntweinausschank am Freitag, Samstag und Sonntag jeder Woche, an gesetzlichen Feiertagen sowie an fünf höheren kirchlichen Feiertagen gänzlich verboten: für die übrige Zeit ist der Verbrauch auf die Stunden von 11 Uhr vormit⸗ tags bis 8 Uhr abends beschränkt. Der Schnaps darf nur in Glä⸗ sern von höchstens 0,03 Liter zum sofortigen Genuß und gegen Bar⸗ zahlung abgegeben werden. An Tagen, an denen Aushebungen zum Heeresdienst stattfinden, ist der Verkauf verboten.
Begnadigt wurde nach einer Mitteilung der Leipziger Neuesten Nachrichten die Gattin des belgischen Justizministers De Wiart, die wegen Beleidigung der deutschen Militär⸗ behörden verurteilt worden war. An die Begnadigung, die auf Veranlassung des spanischen Königs zurückzuführen sei, soll die Bedingung geknüpft worden sein, daß Frau De Wiart nicht nach Belgien zurückkehrt. Sie wird in der Schweiz Aufenthalt nehmen, mit ihrem Gatten zusammentreffen will. 5
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Im Hinbli je Züricher Meldung über eine Ei fu e ee lebenden Rumänen zum Hee wird der Voss. Ztg. von zuständiger Stelle versichert, 591 de Deutschland lebenden Rumänen kein Einberufungsbef
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i 94 Wiener Landwehr⸗Divisionsgericht hatte sich de Lie Schuhhändler Adolf Neuron wegen Verbrechens gegen§ 327 10 des österreichisch⸗ungarischen Militär⸗Strafgesetzbuches du prrank⸗ 1 0 worten. Er hatte im vorigen Winter bei der Lieferung von Militär der J schuhen für ein ungarisches Regiment Schuhe geliefert, die berei dienst von der österreichischen Militärverwaltung als u nbrauchba 1 zurückgewiesen worden waren. Der Gerichtshof erkannte a 1 die hohe Strafe von 15 Jahren schweren Kerkers(Juchtkaus), of mel, Milderungsgründe zuzulassen, obwohl der Angeklagte bisher un die R scholten war, weil die Schuhe zur Winterszeit und zu einer Zeit lt liefert wurden, wo Not an Schuhen herrschte, und weil es sich hi weiter nicht nur um die Verletzung eines Rechtsgut, nämlich das de 1 1
Kriegsmacht, gehandelt habe, sondern auch um Verbrechen genen die 100, Gefundheit und die körperliche Sicherheit der Soldaten, endlich, weil qwishe das Delikt aus Eigennutz begangen wurde. bt ir Dem Telegraaf wird aus Gent gemeldet, daß der belgische in die Abgeordnete Artur Verhaeren zu zwei Jahren Gefäng. f nis verurteilt wurde, weil er durch die Vermittlung eine 0 Tochter einen Brief an die belgische Regierung gesandt hatte. Die 25 Pre Brief war aufgefangen worden. der un Tgesbericht des Großen Hauptguartiers. ages kk 1 1 El 0 0„ porge 5 2 f I unters 2. 3. f Vergebliche russische Widerstandsversuche bei 109 Wolkowysk.* Gallwitz' Vormarsch über den Pruzana⸗ Obst i Abschnitt. öborder W. B. Großes Hauptquartier, 7. Sept., vorm.(Amtlich.) Jleis Westlicher Kriegsschauplatz 0 Bei einem erfolgreichen Minenangriff gegen eine feind⸗ 1 wol liche Sappe nördlich von Dirmuiden wurden einige ehe Belgier gefangen und 1 Maschinengewehr erbeutet. e i Nördlich von Souchez wurde ein schwacher feindlichen aut di Handgranatenangriff abgewiesen. 5 1 1 Ein französischer Vorstoß bei Sondernach in d 0 ae 9 onnte
Vogesen scheiterte.. 5 1 Lebhafte Feuerkämpfe entwickelten sich in der Cham ftr pagne sowie zwischen Maas und Mosel. 5
Bei einem feindlichen Fliegerangriff auf Lichter⸗ 4 Diens velde(nördlich von Roulers in Westflandern) die ne wurden 7 belgische Einwohner getötet, 2 schwer verletzt. Skal
1 Deutsche Kampfflieger brachten ein englisches Flugzeug 0 zeichne
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über Kappel(sjüdöstlich von St. Avold) zum Absturz. ein S Die Insassen sind tot. Verfa Oestlicher Kriegsschauplatz. 1 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls( Hesftei v. Hindenburg. r. 4.
Die gestern auf Daudsewas(südöstlich von Friedrich ⸗ Res⸗ stadt) vorstoßende Kavallerie brachte 790 Russen zu Gefange,/ aus 6 nen und 5 Maschinengewehre ein. 4 Neserb Oestlich und südöstlich von Grodno hat der Feind von fegin westlich Skidel bis Wolkowysk Front gemacht. In d. hartnäckigen Kämpfen sind unsere Truppen im Vordringen 9 Wolfi über die Abschnitte der Pyra und Kotra. a 9005 Zwischen demNjemen und Wolkowysk gewann 9 malig
die Armee des Generals v. Gallwitz an einzelnen Stellen Wehe durch nächtlichen Ueberfall das Ostufer des Pruzana⸗ Ab, den schnitts. Es sind über 1000 Gefangene gemacht. 1 e Heeresgruppe des Generalfeldmarschalliss 15 Prinzen Leopold von Bayern. Ii err
Auch südöstlich von Wolkowysk bis zum Waldgebiete 10 südlich von Grotana(40 Kilometer füdwestlich von e Slonim) nimmt der Feind erneut den Kampf an. Der Hehry Angriff der Heeresgruppe ist im Fortschreiten. 1 liche a
Heeresgruppe des Generalfeldmarschallss 905 v. Mackensen. 5 g
Diethelm von Buchenberg.
Erzählung von Bertold Auerbach. 70
Mittag war längst vorüber, als das sogenannte Plai— doyer begann. Rothmann schilderte in ergreifender Rede das Los des Angeklagten, der sich redlich wieder emporgearbeitet habe und nun, weil er einmal in Elend versunken gewesen war, dem lauernden Verdacht der boshaften Schadenfreude nicht entgehe. So eifrig auch Rothmann seinen Schützling verteidigte, er ließ sich doch nie zu jener heillosen, alle Sitt⸗ lichkeit verheerenden Weise verleiten, wo es immer heißt: „Es ist meine heiligste, innigste Ueberzeugung,“ während dies keineswegs immer der Fall ist. Er verhielt sich ganz gegen— ständlich und suchte nur die Möglichkeit eines anderen als verbrecherischen Vorgangs ins Licht zu setzen. Es war nicht minder klug als ehrenhaft, daß er die überhandnehmende all— gemeine Entsittlichung durch die mutwilligen Brand— legungen schilderte: wie der erste Gedanke beim Vernehmen der Sturmglocke nicht mehr Mitleid, sondern im besten Falle Zorn sei, in der Regel aber ein teuflisches Frohlocken, daß es gelinge, den Staat zugunsten eines Schurken zu betrügen, wie das alles müßig umherstehe und oft die Zimmerleute noch in Hoffnung auf Verdienst durch den Neubau und den Dank des Abgebrannten dem Feuer Luft machen. Vom auf— richtigen Beklagen dieser Entsittlichung ging er auf die Un⸗ schuld seines Schützlings über, und jetzt wendete er sich an die Schwurbank und rief den Ehrenmann dort, der selbst ein— mal unter so nichtiger Anklage gestanden, auf, bei seinen Mit⸗ geschworenen auf eine leidenschaftslose Prüfung der vor— liegenden Umstände hinzuwirken.
Der Staatsanwalt unterbrach den Verteidiger und ver— langte von dem Gerichtshof, solche unangemessene Anrufung als unerlaubt zurückzuweisen und dem Verteidiger eine Rüge
Rothmann widersprach, und der Gerichtshof zog sich zurück; es enstand eine Pause, in der Diethelm starr dreinschaute, keine Miene zuckte. Der Gerichtshof trat bald wieder ein und erklärte, daß dem Verteidiger für das Gesagte keine Rüge zukäme, daß er aber solche persönliche Anrufung fortan unterlassen müsse. Rothmann fuhr nun fort, mit großem Geschick die Schuld von dem Angeklagten zurückzu— weisen. Der Staatsanwalt entgegnete mit gesteigertem Eifer; und besonders eine Hinweisung machte Diethelm den Kopf schütteln, da der Staatsanwalt sagte: Der Angeklagte hat gleichsam als Sühne für sein Verbrechen an einer Men⸗ schenwohnung sich aus den Kerkerwänden den Tod geben wollen.
Der Vorsitzende faßte endlich alles klar und übersichtlich zusammen, worauf er die Fragen stellte. Rothmann griff die Fassung derselben an, und es begann bereits zu dämmern, als die zwölf Männer sich in ihr Beratungszimmer zurück— zogen. Einstimmig und vom Steinbauern zuerst vorge— schlagen, wurde Diethelm zum Obmann gewählt. Er wider⸗ sprach und verlangte, daß ein anderer für ihn einstehe, da er selbst in die Verhandlung gezogen sei; aber der Stein— bauer widersprach mit lauernd frohlockendem Blicke. Diet⸗ helm wollte den Gerichtshof entscheiden lassen, er wollte hin⸗ aus, er hatte vergessen, daß die Tür hinter ihnen geschlossen blieb, bis sie den Wahrspruch gefällt hatten, wenn sie nicht über die Fragestellung sich eine Erklärung holen wollten. Plötzlich war es ihm, als wäre er mit wilden Tieren einge⸗ sperrt, die ihn zerfleischen wollten. Er verlangte nach einem Schlucke Wein, nach einem Bissen Brot, aber dies war den Schwurrichtern versagt, bevor sie ihr Amt vollendet. Diet⸗ helm fühlte seine Wangen brennen, ein Hungerfieber machte ihn zittern. Sich aufrichtend und mit gewaltiger Stimme las er die aufliegenden Anweisungen für die Geschworenen vor und leitete die Verhandlung. Auf dem Tische lagen die
zu erteilen.
Der Gegner ist aus seinen Stellungen bei Cho msk und agen
Drohicozyn geworfen. 8. 0 2 2 85 1 Lin
Südöstlicher Kriegsschauplatz. 0 25
Der Kampf um den Sereth-⸗Abschnitt dauert an. 1 e
Oberste Heeresleitung. ie
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Akten des Verweisungserkenntnisses. Der Steinbauer sagbe 1 ß de
man möge doch wenigstens die Aktenschnur aufmachen, dami 1 5 8
es nicht den Anschein habe, als ob man sich gar nicht um die Akten gekümmert habe. Es war Diethelm gelegen, diese kindisch heuchlerische Anforderung zu züchtigen, er erklärte, daß man nur nach dem zu urteilen habe, was man selbst ge⸗ hört. Die Verhandlung war bald beendet, und Diethelm(dete sammelte die Stimmen; er selber sprach: Schuldig. 2 Lräute
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Nach einer gräßlichen halben Stunde trat er an der er den Spitze der Geschworenen in den Gerichtssaal. Er war er 17 n leuchtet, und alles sah doppelt feierlich aus. Ein Zischel 0 ale ging durch die Zuhörer, der Gerichtshof trat von der an⸗ an deren Seite ein, und der Angeklagte wurde wieder vorgeführt; Illeß hinter ihm blitzte das blanke Schwert. Totenstille herrschte, Sc Diethelm stand, die rechte Hand auf das Herz gelegt, und ei wollte eben den Wahrspruch verlesen. Da drängte sich ein 10 0 Schäfer im weißen, rot ausgeschlagenen Zwilchrock an das ö mung Gitter der Zuhörer; er erhob den Arm weit hinüber über erm, das Gitter und auf Diethelm deutend, hörte man ihn lau dl bogen e; ch will seben wie der Diethelm einen Brandftste s. 9 verurteilt.“ e
Mit einem Schrei des Entsetzens rief Di 1 die dae Du dae Medarde Ja, ja, ich!“ Er ic n Brust, daß es dröhnte.„Ich ich ich bin schuldig, hab dich beau verbrannt, alles verbrannt. Ich, ich ich bin sch ldig.“ 1 del
Er brach in die Knie, die Schr ssen wichen U ee f brach„ die Schwurgenossen wichen von] Lei ihm zurück; von oben hörte man einen Hilfeschrei, eine Dig Frauengestalt in Trauerkleidern wurde ohn ächtig we- getragen..
Die Schwurbank wurde zur Bank d 1 des 2 unte ren der ade die Lechandlund aufgel ö 100 zwei Angeklagte wurden abgefü n- berger und Diethelm. geführt, es waren der Mee 1 0
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(Schluß folgt.). uus


