Augesbericteder Großen Hanptgunrtier
Im Westen unveränderte Lage. Unaufhaltsam vorwärts im Osten.
Grodno mit sämtlichen Forts in unserem Besitz
W. B. Großes Hauptquartier, 4. Sept., vorm.(Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Die Lage ist unverändert.
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 1 v. Hindenburg.
Der Briickenkopf von Friedrichstadt ist gestern erstürmt, 37 Offiziere, 3325 Mann sind gefangen genommen, 5 Ma⸗ schinengewehre erbeutet. Beiderseits der Wilin wiederholte der Feind seine ergebnislosen Angriffe. Er ließ außer einer sehr beträchtlichen Zahl von Toten und Verwundeten 800 Mann als Gefangene zurück.
In und um Groduo fanden noch Kämpfe statt. Während der Nacht gingen aber die Russen, nachdem sie überall geschlagen waren, in östlicher Richtung zurück.
Die Festung mit sämtlichen Forts ist in unserem Besitz. Der weichende Feind wird verfolgt. 6 schwere Geschütze und 2700 Gefangene sind in unseren Händen geblieben. Auch süd⸗ lich von Grodno hat der Gegner die Stellungen am Niemen geräumt. Zwischen der Swislocz⸗Mündung und der Gegend nordöstlich des Bialo⸗Wieska⸗Forstes ist die Armee des Gene— rals von Gallwitz im Angriff. Bislang sind 800 Gefangene gemacht.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Der Kampf in den Sumpfengen nördlich und nordöstlich von Fruzang dauert an. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen.
Der Feind hält noch den Brückenkopf bei Bereza-Kar⸗ kuska. Weiter südlich wurde der Gegner in der Gegend von Drohiczye(60 Kilometer westlich von Pinsk) zurückgeworfen. . Oberste Heeresleitung.
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W. B. Großes Hauptquartier, 5. Sept., vorm.(Amtlich.)
f Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls . v. Hindenburg.
Zwischen Friedrichstadt und Merecz(am Njemen) ist die Lage unverändert.
Oestlich von Grodno ist der Feind hinter den Kotra— Abschnitt(südlich von Jeziory) zurückgewichen; die Zahl der in den Kämpfen um Grodno gemachten Gefangenen erhöhte sich auf über 3600.
Von Truppen der Armee des Generals v. Gallwitz bei und südlich von Mseibowo(südwestlich von Wolkowysk) ist der Gegner erneut geworfen. 520 Gefangene wurden ein— gebracht.
Heeresgruppe des Geueralfeldmarschalls . Prinzen Leopold von Bayern.
Der Austritt aus der Sumpfenge bei und südöstlich von Nowyowor(nördlich von Pruzana) ist erkämpft; auch Weiter nördlich sind Fortschritte erzielt. Es wurden über 400 Gefangene gemacht und drei Maschinengewehre er— beutet.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen.
Der Brückenkopf von Bereza-Kartuska ist vom
Feinde unter dem Drucke unseres Angriffs geräumt. In der Gegend von Drohiezyn und südlich leistete der Gegner gestern nochmals Widerstan d. Er wird weiter angegriffen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Die Armee des Generals Grafen Bothmer hat eine Reihe feindlicher Vorstellungen auf dem westlichen Sereth— Ufer gestürmt.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Keine wesentlichen Ereignisse.
Oberste Heeresleitung.
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92* 2** Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht Siegreiches Vordringen in Wolhynien.
30 Offiziere und 3000 Mann gefangen. Verlustreiche italienische Angriffe.
Wien, 5. Sept.(W. B.) Amtlich wird verlautbart: 5. Sep⸗ tember 1915.
Russischer Kriegsschauplaßz.
Die Russen setzten unserem Vordringen in Ostgalizien und Wolhynien hestigen Widerstand entgegen. Ein russischer Angriff an der bessarabischen Grenze brach vor unseren Hindernissen zu⸗ sammen, wobei mehrere feindliche Bataillone zersprengt wurden. Oestlich der Sereth⸗Mündung drang der Feind unter ge⸗ wohnter Aufopferung seiner Menschenmassen in einen unserer Schützengräben ein, wurde aber im Kampfe von Mann gegen Mann zurückgeworfen. wobei er zahlreiche Tote und Ge⸗ fangene in unserer Hand ließ. Westlich von Tarnopol erstsirmten österreichisch⸗ungarische und deutsche Truppen ausgedehnte feind⸗ liche Verschanzungen. Auch bei Zalozee nahmen wir einen russischen Stlizpunkt. Oestlich von Brody und in Wolhynien ge⸗
winnt unser Angriff langsam Raum. Die im Festungs⸗ Dreieck kämpfenden k. und k. Streitträfte haben in den letzten Ge⸗ sechtstagen etwa 30 russische Offiziere und über 3000 Mann gefangen genommen. 8 5
Auf dem Klosier Budzanow, das sich inmitten der russischen Front am unteren Sereth befindet, weht seit einigen Tagen die Fahne mit dem Genfer Kreuz. Wenn schon von Haus aus nicht angenommen werden kann, daß ein Feldspital mitten in der Hauptstellung errichtet wird, so ist im vorliegenden Falle über⸗ dies festgestellt worden, daß die Russen das Kloster zu einem starken feldmäßigen Stüßpunkt ausgestaltet haben. Es wird sonach niemand erstaunen, wenn demnächst russische Be⸗ richte erzählen mögen, wir häten das in Rede stehende Kloster trotz des Genfer Kreuzes unter Feuer genommen. Der Feind macht sich hier eines Mißbrauchs völker rechtlicher Abmach⸗ ungen schuldig, der unsere Gefechtsführung keineswegs beein⸗ trächtigen darf.
Ztalienischer Kriegsschauplatz.
Gestern entwickelten die Italiener auf der Hochfläche von Do⸗ berdo eine erhöhte, aber ganzlich erfolglose Tätigkeit. Nach hes⸗ tiger Beschießung einzelner Räume durch ihre Artillerie jeden Kalibers versuchten sie schon vormittags mehrere Vorstöße entlang der Straße San Martino. Alle wurden abgewiesen. Unsere Artillerie wirkte verheerend gegen den zurückflutenden Feind. Gegen Abend nahm das Geschützfeuer an Heftigkeit zu. Sodann folgten wieder vereinzelte Infanterieangriffe, die sämtlich unter großen Verlusten der Italiener scheiterten. In Südtirol wurden zwei feindliche Kompagnien, die unsere Posten in Marco angriffen, in die Flucht geschlagen.
Der Stellvertreter des Chess des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant.
Die nationale Verteidigung Rußlands. Petersburg, 4. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung
der Petersurger Telegraphen⸗Agentur. Heute früh fand unter dem Vorsitz des Zaren die Eröffnung einer Reihe besonderer Besprechungen statt, die eine
Vereinheitlichung der Maßnahmen zur nat io nalen Verteidigung zum Gegenstand haben. Die Beratungen sollen sich beziehen 1. auf eine Organisation der Transport- mittel derjenigen öffentlichen Einrichtungen, die in den Be⸗ dürfnissen der Landesverteidigung liegen; 2. auf Fragen der Lebensmittelversorgung; 3. auf Herbeischaffung von Kriegs⸗ material und Munition.— Zuerst sprach der Zar, dem der Kriegsminister Poliwanow, der Präsident des Reichs⸗ rats Kulomzino und der Dumapräsident Ro dzianko antworteten.— Nach Schluß der Versammlung wurden die Mitglieder von dem Zaren, der Zarin und dem Thronfolger empfangen.
Die große Offensive der Verbündeten im Westen.
Die Baseler Nachrichten melden: An der Spitze ihres Depeschenteils veröffentlicht die Nowoje Wremja ein Tele⸗ gramm ihres Pariser Korrespondenten, der nach Anfrage an zuständiger Stelle versichert, daß die große Offensive im Westen nicht mehr lange auf sich warten lassen werde.
Der Pessimismus bei den Verbündeten.
T. U. Haag, 5. Sept. Wie auf ein gegebenes Zeichen be⸗ ginnt die Vierverbandspresse in London, Paris und Havre einen Feldzug gegen den zunehmenden Pessimismus. Ech de Belge sagt, der Pessimismus sei beim Bürger was die Desertion beim Soldaten sei. Jene, welche überall herum⸗ gehen und darüber klagen, daß die Russen flüchten, daß di? Franzosen nicht vorwärtskommen, daß die Dardanellen Stand halten, besorgen die Geschäfte Deutschland. Die Vier⸗ verbandspresse stellt fest, daß die Zahl dieser Kopfhänger täg⸗ lich wächst.
Der türkische Tagesbericht.
Konstautinopel, 5. Sept.(W. T. B.) Das Haupt⸗ quartier teilt mit: Am 4. September brachten wir aur den Dardanellen ein feindliches Unterseeboot zum Sinken; wir nahmen drei Offiziere und 25 Mann seiner Besatzung gefangen. 5
Im Abschnitt von Anaforta führten Erkundungsab⸗ teilungen erfolgreich nächtliche Ueberfälle aus und nahmen dem Feind von neuem zahlreiche Beute ab. Am 4. September verursachte unsere Artillerse auf einem fe in d⸗ lichen Transportschiff an der Küste bei Bujuk Kemikli einen Brand. Bei Ari Burnn dauern Artillerie⸗ kampf und Bombenwerfen an. Bei Sedd⸗ül-Bahr feuerte die feindliche Artillerie ohne Unterbrechung und ohne Erfolg gegen die Uferfront Atschitepe. Am 4. September bom⸗ bardierten unsere anatolischen Batterien in der Meerenge wirksam Barken des Feindes am Kap Elias Burnu aus ge deckten Stellungen bei Mortoliman, sowie seine Batterien und Lager bei Sedd⸗ül⸗Bahr. Infolge unseres Bombarde ments versuchte die feindliche Artillerie zu erwidern, wurde jedoch zum Schweigen gebracht. Auch wurde der Feind ge⸗
ind neue aufzuschlage a
2212 2 ö daumen 1 8 5 nötigt, seine Lager zu rau, feindliche Torpedos
Abend zwangen unsere e 9 25 0 die sich dem Eingang der Meeren 1 zur Rückkehr. Ein feindlicher Dampfer, der lauge Jane dem Feuer unserer Artillerie blieb, wurde in der ae heit auf die hohe See hinausgeschlepdt.! Auf den übrigen Fronten ist keine
treten. a 31 Ein Allandampfer torpediert T. U. Köln, 6. Sept.(Privattelegr.) Der Köln. Volks⸗ zeitung wird aus Amsterdam gemeldet: Der Dampfer „Hesperian“ der Allanlinie, der eine Verdrängung von 9599 Tonnen hatte, auf der Jahrt von Liverpool nach Seine unterwegs war und 700 Fahrgäste sowie 250 Mann? esatzung an Bord hatte, ist in der Nähe des Fastnettfelsens an der Südwestküste von Irland torpediert worden. Fahrgäste, darunter 20 Verwundete, wurden in Qucenstown gelandet. Wie verlantet, sollen drei Rettungsboote umge⸗ Mlagen feine 8 2 — Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. N Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. mb. H. Offenbach a. N. Wochen marktpreise 111 ee 4. September 1915. 5 1.65—1.75 Mk. Zwiebeln per Pfund 15—18 Pfg. Liter 24 Pfg. Blumenkohl per Stck. 20—50 Pfg.
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Ochsenfleisch per Pfd. 1.16—1.20 Mk.] Kopfsalat. per Kopf 8—12 Pfg.
Gelbe Rübchen Päckchen 8—12 Pfg.
Kalbfleisch ver Pfd. 100—104 Pfg.—
Kuh⸗ u. Rindfl. per Pfd. 112-116 Ufg.] Birnen Pfund 10—15 Pfg. Schweinefleisch Pfd. 160170 Pfg.] Aepfel Pfund 6—20 Pfg. Hammelfleisch p. Pfd. 96110 Pfg.] Falläpfel Pfund 4—5 Pfg.
Kartoffeln p. Malter 88.50 Mk.] Zwetschen Pfund 16—18 Pfg. Kartoffeln Pfd. 4—5 Pfg.] Brombeeren Schoppen 18—20 Vlg.
Bekanntmachung 1
Betrifft: Bereitung und den Verkauf von Backwaren und Mehl.
Zu 8 3 der Verordnung über die Bereitung von Backwaren und Mehl vom 19. Mär; 1915 wird hinzugefügt: 5
„Erlaubt ist das Bereiten von Kuchen an Samstagen für den privaten Haushalt: hierbei darf jedoch nicht mehr als die Hälfte des Gewichts der verwendeten Mehle oder mehlartigen Stoffe aus Weizen bestehen.“
Gießen, den J. September 1915.
Der Oberbürgermeister: Keller.
Geschäftliches. Frauenarbeit.
Wer in Berlin aufmerksam durch die Potsdamer Straße geht, kommt an einem seltsamen Laden vorbei. Er trägt die weithin leuch⸗ tende Aufschrift:„Nationaler Frauendienst.“ Hinter den Scheiben befinden sich viele praktische Dinge. Man sieht Musterstücke, von Frauen gearbeitet, die ihren Mitschwestern raten wollen, man sich am besten durch die teuern Zeiten hilft. Es gibt Kochkörbe und Proben von Suppenmehl, Trockenmilch, Rezepte für neue Spei⸗ sen usw.
Selbst die aufmerksamste Beschauerin ahnt aber nicht, welch große, wichtige Arbeit von diesem Laden über das deutsche Vater⸗ land ergeht und wieviel Fäden in dieser Geschäftsstelle zusammen⸗ laufen, von denen ein jeder bedeutet:„Spare auch Du, hilf auch Du mit an dem großen Werk unserer Hausfrauen⸗Kriegs⸗Arbeit“.
Sparen kann man auf mancherlei Art. Vor allem gilt es, Um⸗ schau zu halten nach einem vollwertigen Ersatz für die Genußmittel Kaffee und Tee, die übrigens nur in beschränkten Mengen zu haben sind. Das Einfachste wäre, für die Ernährung der Kinder zu Groß⸗ mutters Hirse- und Haferbrei zurückzukehren, wenn uns noch ge⸗ nügend Rohware zur Verfügung stände. Da dies jedoch nicht der Fall ist, es uns andrerseits aber schwer fallen wird, auf den gewohn⸗ ten Morgenkaffee zu verzichten, so kann man der Hausfrau nur empfehlen,„Kriegs-Kornfranck“ zu verwenden. Er ersetzt ihr den Bohnenkaffee vollständig und erspart ihr monatlich eine erkleckliche Summe Wirtschaftsgeld.
Verstorbene. Frau Katharina Schadeck Witwe, geb. Stei in Salzböden, 67 Zahre alt.— Peter Kratz in Lich, 80 Hahne a
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, sagen wir unseren auf- richtigsten Dank.
Frau Maria Muller und Kinder. Krofdorf, den 4. September 1915.
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