schenden Waffenstillstände erden zu haben, die mit einem
hön klingenden Ausdruck als Ausgleich bezeichnet werden; selbstverständlich ist er dadurch erzielt worden, daß die Re⸗ gierung vor den Forderungen der Arbeiter die Waffen gestreckt hat, und zwar so unbedingt, als ob es nie ein Munitionsgesetz gegeben hätte. Die Bergleute wissen, daß ein Stillstand in den Kohlenlieferungen bei der jetzigen gefährlichen Lage Englands einen Stoß ins Herz der Flotte bedeuten würde: sie wissen, eine wie große Freude und Hoff⸗ nung ein Streik in Südwales in Berlin erwecken würde. Morgen werden sie vielleicht die Arbeit wieder aufnehmen, aber wie lange werden sie ihr letztes Versprechen halten? Es ist niederschlagend, daß alle Versöhnungspolitik den Zweck der Versöhnung nicht erreichen kann. Südwales gibt ein sehr schlechtes Beispiel; man erschrickt vor den Folgen, wenn es Nachfolge finden sollte.
Erfolg deutscher Vergeltungsmaßnahmen.
Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt:„Die dem Völkerrecht widersprechende Behandlung der deutschen Kriegs— und Zivilgefangenen in Dahomey und Nordafrika durch die französischen Behörden, insbesondere ihre Heranziehung zu übermäßigen Arbeiten unter klimatisch äußerst ungünstigen Verhältnissen, hat bekanntlich der deutschen Heerespverwaltung Veranlassung gegeben, nachdem alle Verhandlungen ergebnis— los geblieben waren, eine größere Anzahl französischer Kriegs⸗ gefangener in den Moorgegenden Nordwestdeutschlands mit der Torfgewinnung und Kultivierungsarbeiten zu beschäf— tigen. Der Aufenthalt daselbst ist ebensowenig wie die Be— schäftigung irgendwie gesundheitsschädlich; aber die Arbeit ist naturgemäß weniger angenehm als in den gewöhnlichen Gefangenenlagern, wenn auch bei weitem nicht so angreifend wie die Beschäftigung der deutschen Kriegsgefangenen im Innern Afrikas.
Nachdem die deutsche Regierung erfahren hatte, daß die deutschen Gefangenen sämtlich aus Dahomey nach gesunden Plätzen Nordafrikas verbracht worden sind, wurde ein eni— sprechender Teil der französischen Gefangenen aus den Moor— gegenden in die alten Gefangenenlager zurückgebracht. Neuer— dings hat die französische Regierung mitgeteilt, daß alle im Innern Nordafrikas befindlichen deutschen Kriegsgefangenen an gesundheitlich einwandfreie, kühlere nordafrikanische Plätze gebracht worden sind; auch hat sie sich unter der Voraussetzung der Gegenseitigkeit damit einverstanden erklärt, daß diese Plätze von geeigneten, deutscherseits vorzuschlagenden, neu— tralen Persönlichkeiten besichtigt werden. In der Voraus— setzung, daß durch diese Besichtigung die französische Mit— teilung bestätigt wird, sind auch die übrigen französischen Kriegsgefangenen aus den Moorlagern wieder in die gewöhn— lichen Gefangenenlager übergeführt worden.“
Englische Friedensregungen.
Die Vossische Zeitung schreibt: Es ist sehr merk⸗ würdig, wie angelegentlich jetzt von englischer Seite Gerüchte über Friedenspläne und Erörterungen über Frie— dens möglichkeiten verbreitet werden. Man hört ein eng— lisches Angebot heraus. Die Engländer werden sich den Satz, zu Lande hätten die Deutschen gesiegt, zur See die Engländer, erst gründlich aus dem Kopfe schlagen müssen, bevor von Frieden gesprochen werden kann.
Türkische Offensive an den Dardanellen.
Wie Schweizer Blätter von wohlunterrichteter Seite aus Sofia erfahren, bereiten die Türken eine umfassende und machtvolle Offensive an den Dardanellen vor. Obwohl die militärische Aktion geheimgehalten worden ist, konnten die Trupepntransporte doch nicht verborgen bleiben. Tag und Nacht kommen Truppentrausporte vor allem aus Kleinasien in Konstantinopel an. Gleichzeitig damit geht die Bestückung der Dardanellen mit großkalibrigen Geschützen vor sich.
Ein Einspruch Italiens gegen Serbien.
Rotterdam, 4. Sept. Der italienische Geschäfts⸗ träger in Nisch wurde beauftragt, gegen das Einrücken serbischer Truppenkörper in Albanien den schärfsten Einspruch zu notifizieren.
Die ueberwachung des Durchgangsverkehrs
in Griechenland.
T. U. Saloniki, 4. Sept. Mit der Ueberwachung des Durch⸗ gangsverkehrs, die die Ausfuhr von Kriegsbannware aus Saloniki nach den dem Dreiverbande feindlichen Staaten verhindern soll, ist von einem dorthin abgesandten Vertreter der englischen Regierung mit Zustimmung Griechenlands begonnen worden.
Die russischen Verluste.
Laut Basler Nationalzeitung betragen, wie verschiedenen Morgenblättern gemeldet wird, die russischen Verluste von Kriegsbeginn bis zum 15. August 223 172 Offiziere, wovon 43 124 getötet und 161 443 verwundet worden sind; 18 605 werden vermißt. Die Gesamtverluste an Mannschaften be⸗ tragen schätzungsweise 5½ Millionen.
Russische Vandalen.
Aus Lugano wird nach der Deutschen Tageszeitung gemeldet, daß bei Zloczow das alte Schloß Sobieski von den Russen völlig vernichet worden ist. Auch das Schloß bei Voleska, eines der ältesten Königsschlösser und Geburtshaus des Königs Johann Sobieski, ist der russischen Zerstörungswut zum Opfer gefallen, ohne daß eine militärische Notwendigkeit vorgelegen hat.
Russischer Dalles.
Die Reise des russischen Finanzministers Bark nach London bezweckt, wie verschiedene Morgenblätter berichten, ausschließlich der Geldbeschaffung für die bis zum 1. Januar 1916 fälligen Zinsen der russischen Staatsschuld.
Die vernichteten Holzvorräte in Riga.
Nach Schweizer Blättermeldungen aus Petersburg beklagten sich dortige Handels- und Industriezweige, daß bei der Räumung von Riga Holzvorräte im Werte von 31 Millionen Rubel vernichtet wurden, infolge mangelnder Verfrachtung mit der Eisenbahn.
Englische Barbarei.
In Drontheim ist, wie der Berliner Lokalanzeiger mitteilt, kürzlich die Nachricht eingetroffen, daß die deutsche meteorologische Station in der Croßbay auf Spitzbergen von den Engländern ge— plündert und teilweise zerstört worden ist. Die deutsche Besatzung wurde gefangen genommen. Gegenwärtig liegen acht englische Kriegsschiffe an der Küste von Spitzbergen.
Nriegs notizen.
In der Kreuzzeitung findet sich die Anzeige, daß der Leutnant Günther Baron von Forstner am 29. August durch Brust⸗ schuß den Heldentod an der Spitze seiner Kompagnie gefunden hat. Die Kreuzzeitung fügt hinzu, daß der Verstorbene, der jetzt im 14. Infanterieregiment stand, früher im Infanterieregiment 99 in Zabern gestanden habe. Danach hätte also der Tod auf dem Schlachtselde dem Leben des jungen Offiziers ein Ende gemacht, der in der längst vergessenen Zabern-Affäre oft genannt wor⸗ den ist.
Laut Baseler Nachrichten wird der Austausch der schwer⸗ verwundeten deutschen und französischen Kriegsgefangenen durch die Schweiz mit der zweiten Hälfte dieses Monats neuerdings einsetzen. Ueber die Zahl der zum Austausch gelangenden ist noch nichts bekannt.
Der linksliberale Abgeordnete Ponsonby, der den schotti⸗ schen Wahlkreis Stirling Burghs vertritt, hat seit dem Ausbruch des Krieges mit großem Eiser gegen die Chauvinisten und für eine ge⸗ rechtere Beurteilung des deutschen Standpunktes ge⸗ wirkt. Wie die Times mitteilen, hat der Vorstand der Liberalen Vereinigung des Wahlkreises solgendes Tadelsvotum gegen ihn an⸗ genommen:„Angesichts der Tätigkeit unseres parlamentarischen Vertreters Ponsonby seit dem Ausbruch des Krieges verurteilen der Vorstand und die Delegierten seine Haltung, und sie weisen seine Ansichten über den Ursprung des Krieges und über die Verantwort- lichkeit für den Krieg einstimmig zurück. Wir nehmen es ihm übel, daß er es verfehlt hat, der Regierung in der höchsten nationalen Krise seine loyale Unterstützung zu gewähren.“
Bei der Eroberung von Kowno wurde in der Wohuung eines russischen Offiziers eine bronzene Kirchenglocke gefunden, die höchstwahrscheinlich als Beutestück aus Ostpreußen entwendet worden ist. Sie trägt die Inschrift„Gottlieb Feyerabend anno 1802“ das Beutestück befindet sich jetzt auf der Kommandantur in Kowno.
Parteinachrichten. Erklärung. 5 1 In letzter Zeit sind im Vorwärts dem Hen aer 99 e e Aroffen ct de ge den ausgesproche⸗ 5 5 word e den
lien Zwen batten die warteigenosenschaft im Reiche über die hiesige Vewedung salsch zu inermteres. 5 223 bes Vorwärts dom 4
Bericht wurden sogar für
9 In 75 in 1 Kenan erben ugust d. Js. erschienenen un. 9 7 1 nicht bestimmte 3 des erweiterten Vor⸗ standes in entstellter Form wiedergegeben. Eine dem Vorwärts vom Bi 8 d. M. zugesandte Richtigstellung und e daktion desselben abgelehnt zu verbff en. redaktion hat damit gezeigt, daß ihr an erstattung nichts gelegen ist. Wir stellen diese Tatsache hi
Die Vorwärts⸗
Lage sind, die Parteigenossenschaft im R
wandfreier Weise über die Frankfurter
Vorwärts zu informieren. 5
Der Vorttand des Sozialdemokrati Frankfurt a. M. f
Ein seltenes Begräbnis.
5 8 Am Dienstag wurde in Liegnitz i. S genosse, der Trausportarbeiter Gustav Zobel bestattet, der an den
Folgen einer in Rußland erlittenen schweren Verwundung erlegen
war. An der Spitze des Leichenzuges manche Militärmusik, der mehrere feldgraue Kameraden mit den rotbef der politischen und gewerkschaftlichen Organisation folgten. Sarg wurde von Soldaten getragen: schaft von Liegnitz, verlor. in Görlitz, Genosse Tösler. l Ein Opfer des i Sai Redaktion und Verlag der Oberschlesischen Freien Lresse teil ihren Lesern mit, daß sie mit dem 31. August ihr Erscheinen stellt. Die Redaktion begründet diese unerfreuliche Mitteilu
schaft gezogen. Jede neue Einberufung zum Kriegsdienst riß gro
55 7 5 0 serer Abonnenten; auch unser technisches Per⸗ 1 Lücken in die Zahl unserer Abor ch unter den
größten Schwierigkeiten der Betrieb sich aufrecht erhalten ließ.—
sonal verringerte sich allmählich derart, daß nur no
nun am 1. September cr. erfolgende Einstellung des Betriebes nur die natürliche Folge der sich ergebenden Schwierigkeiten.“
Unser Breslauer Parteiorgan, die Volkswacht, die an die Stelle 1
der Freien Presse tritt, widmet ihr folgenden Nachruf:
„Die Freie Presse war eines unserer jüngsten Parteiblätter, das etwa ein halbes Jahr vor Ausbruch des Krieges zum ersten Mal bern inden Widerstand gegen Vorurteile und Haß, den sie zu überwinden* Aber es ist ihr gelungen. Die Zahl ihrer Anhänger, die von Tag 1 zu Tag wuchs, bis der Krieg kam, war ein Beweis da filr, ebe 4
für den oberschlesischen Industriebezirk erschien.
sozialdemokratisches Organ für den oberschlesischen Industriebe
notwendig und die Leitung des Blattes auf der richtigen Bahn war. 5 Wenn sie jetzt vorübergehend ihr Erscheinen einstellt unter dem
Zwange der Verhältnisse, dann nur, um später wiederzukommen. Bis dahin wollen wir die Interessen unserer oberschlesischen Ge⸗
nossen in der Volkswacht vertreten, soweit dies unter den gegen⸗
wärtigen Verhältnissen nur irgend möglich ist.“ 1 Eine Antwort englischer Frauen an die deutsche Sozialdemokratie.
Das Britische Komitee des internationalen Frauenkongresses neröffentlichte am 10. August ein Manifest als Antwort auf die Er⸗ 1 klärung des Parteivorstandes vom 23. Juni. Die britischen Frauen 5
erklären, daß das Manisest des Parteivorstandes vieles vom deut⸗
schen Standpunkte aufsaßt und deshalb nicht vom britischen Volke 55 Aber es enthalte auch Ansichten, mit denen die britischen Frauen vollständig übereinstimmen. Auch sie erheben Einspruch gegen Annexionen; auch sie glauben, daß der Friede nur
geteilt werden könne.
möglich sei, wenn er kein Volk demütige und im folgenden Sinne ge⸗
halten sei: 1. Verwandlung der gegenwärtig bestehenden inter⸗ 1
nationalen Schiedsgerichtshöfe in obligatorische Einrichtungen zum
Zwecke der Entscheidung über alle Streitpunkte zwischen den verschie⸗
denen Staaten; 2. Unterwerfung aller internationalen Verträge und
Einverständnisse unter die Aufsicht der Volksvertretungen; 3. Ein⸗
schränkung der Rüstungen durch internationale Uebereinkommen zum Zwecke allgemeiner Abrüstung; 4. Anerkennung der Unverletzlichkeit
aller Nationalitäten. Der internationale Frauenkongreß habe diesem Programm noch die Forderung nach der vollständigen Gleichberechti⸗ 1 gung der Frauen als Grundbedingung der Demokratie hinzugefügt. Mit den Frauen der ganzen Welt verlangen wir, daß die neutralen Regierungen Europas und Amerikas eine Konferenz der neutralen Mächte einberufen, um den kriegführenden Mächten Friedensver⸗ mittlung auf Grund dieses Programms anzubieten.“ 3
Diethelm von Buchenberg.
Erzählung von Bertold Auerbach. 68
Schnell eilte Munde davon und hörte nicht darauf, daß ihm Diethelm noch nachrief, er möge ihn begleiten.
Wie traumwandelnd ging Diethelm in die Stadt zurück. Im Umschauen gewahrte er wieder die zerstreuten weißen Punkte auf dem Berge, und jetzt erinnerte er sich, daß das ja nur Kreidefelsen waren, die hierzuland auf den Bergen liegen gelassen werden, um die Dammerde vor Abschwemmungen zu wahren. Im Wirthaus schrieb er einen Brief an den Vorsitzenden und schickte ihn doch nicht ab; er wartete mit Ungeduld auf den Morgen und eilte in aller Frühe zu dem Vorsitzenden, ihm ankündigend, welche Botschaft ihm ein Soldat gebracht, den er genau bezeichnete. Der Vorsitzende entließ ihn, und Diethelm hörte kaum, daß heut ohnedies keine Sitzung sei. Noch einen Augenblick sah er seinen Schwiegersohn und bat ihn, Fränz von dem Geschehenen zu benachrichtigen, dann fuhr er mit Extrapost heimwärts, er fand aber seine Frau nicht mehr am Leben und hörte nur von der Frau Kübler, wie innig sie seiner gedacht und immer gerufen habe:„Du bist unschuldig. Du bist mein braver Diethelm.“
In seinem aufrichtigen Schmerze tröstete ihn der Ge— danke, daß sie in diesem Glauben gestorben war. Er machte eine namhafte Stiftung zu ihrem Andenken und war über— aus mild und freigebig.
XX.
Von Fränz war ein Brief aus der Kreisstadt gekommen. Sie hielt sich dort bei den Eltern ihres Bräutigams auf, hatte die Todesnachricht erfahren und fragte, ob sie nun dennoch heimkommen solle, und wenn dies der Vater wünsche, möge er ihr jemand zum Geleit schicken, da es nicht mehr für sie passe, allein zu reisen. Dieser Brief war für Diethelm voll Betrübnis, er sah darin aufs neue die Herzlosigkeit seines Kindes, das nicht über alles hinweg zu ihm eilte, um ihn nicht allein seinem Schmerze zu überlassen und am Grabe der Mutter mit ihm zu weinen. Ja, Diethelm fühlte, daß er
in seiner Frau nicht nur eine treue Ehegenossin, sondern auch eine mütterliche Sorgfalt verloren, die allezeit fest und un⸗ beirrt ihm sich zuwendete. Er ging im Dorfe mitten unter den Menschen umher wie ein im Waldesdunkel verirrtes Kind, so verlassen, so hilflos erschien er sich. Was nützte ihm all die Ehrerbietung und zutunliche Teilnahme der Men— schen? Das waren doch nur Bettelpfennige, die man dem Hilflosen am Wege zuwirft, und ein jedes ging schließlich doch seiner eigenen Lebensweise und seiner Lustbarkeit nach und ließ ihn mit sich allein. Mit der jungen Frau Kübler zankte Diethelm stets, sie machte ihm nichts recht, das war alles anders gewesen zu Lebzeiten der Meisterin.
Der Vetter Waldhornwirt hatte ihn gar noch gekränkt, denn als ihm Diethelm über das herzlose Wesen der Fränz Klage führte, hatte er gesagt:„Ich wüßt', was ich tät': das hoffärtige Mädchen bekäme mir eine junge Mutter. Ihr seid ein Mann in den besten Jahren, und ich will für Euch freiwerben, ich weiß, wo ich anklopfe, wird mir aufgemacht, ein neues Haus und eine neue Frau.“
Diethelm schrieb der Fränz, sie solle an einem bestimm— ten Tage in der Kreisstadt seiner warten, und er bereitete nun alles vor, um Buchenberg auf ewig zu verlassen; einst— weilen, bis er einen schicklichen Käufer gefunden, übergab er dem Vetter Waldhornwirt alles zur Ueberwachung. Es gingen aber doch noch Tage darauf, bevor er fortkam, da waren noch hunderterlei Sachen abzuwickeln, und diese Tage wurden ihm zur höchsten Pein. Der Geist, der aller gewohn⸗ ten Umgebung bereits Ade gesagt und doch mitten in ihr steht, erschien wie ein ruheloses Gespenst, das noch umwan— deln muß.
Endlich am zehnten Tage nach seiner Rückkehr fuhr Diet— helm allein mit seinen Rappen davon. Er drückte den Hut tief in die Stirn und schaute nicht rechts und nichts links, und erst als er die kalte Herberge hinter sich hatte, atmete er frei auf.
Das Reisen im frischen Herbsttag, das Fahren im eige⸗ nen Gefährt belebte ihn wieder neu, und am zweiten Mittag kam er wohl gekräftigt in der Kreisstadt an. Fränz, die er bei den Schwiegereltern traf, klagte und weinte viel, und doch
schien es Diethelm, als ob sie manches nur erkünstle, um vor 5 den Schwiegereltern als gute Tochter zu erscheinen. Sis ging so straff und aufrecht umher, ihre Trauerkleidung war
so wohlgeordnet, sie erschien daher schöner als je und trug gekräuselte Scheitelhaare. Diethelm betrachtete sie oft still
forschend, als wäre sie gar nicht seine Tochter, und in den Tät war Fränz eine zierlich schlanke Dame geworden; nur 17 die breiten Hände, die sich noch durch Flormanschetten besen
ders hervorhoben, zeigten die ehemalige Bäuerin.
. Als sie einen Augenblick mit dem Vater allein War, sagte g sie schnell:„Der Munde ist auch in der Stadt, er ist beim
Manöver, ich hab' ihn gesehen.“
„Was geht dich der Munde an?“ entgegnete Diethelm 1
zornig, und noch ehe etwas erwidert werden konnte, trat der Schwiegersohn ein;
Schwiegermutter.
Diethelm schwieg, und lange redete keines der Anwesen⸗ den ein Wort. Der Staatsanwalt hielt still die Hand der Fränz, die auf dem Tritte am Fenster saß. Diethelm fragte endlich nach den Gerichtsverhandlungen, von denen er gar
nichts mehr gehört, und wie die Sache Reppenbergers aus ⸗
gegangen sei. „Die ist noch nicht aus,“
die letzte Tagesordnung für morgen. Der Schelm hat sich
krank gemacht, er hat den Kalk von seinen Gesängniswänden
abgefressen, so daß er ganz schwarz wurde: es ist möali N ekressen, 0 es ist möglich, daß er sich töten wollte, es kann aber auch sein, daß er 1 Untersuchungshaft noch um ein Vierteljahr hinauszuziehen hoffte 125 wir haben ihn so hergestellt, daß er morgen vor die Bank der zwölf Männer kommt, und Si ii an Schwäher, Sie müssen.“ Sie müssen dabes Diethelm preßte die Lippen fest zuf zun 8 5 8 zusammen und träppelte 2 den 1 150 auf dem Boden. Hatte denn der Neis ein Spiel mit ihm, daß er ihm die Geschi und sie ihm wie einen Fallstrick aberm or de we „Ich muß? Warum muß iche Wer ka; 1 F iche n en? Ich bin dispensiert. Wer will mich dwingenb fag lich und bebte in allen Gliedern.(Fortsetzung folgt.
Vorstand des Wahlkreises Frankfurt rgänzung wurde von der Re⸗
einer objektiven Bericht⸗
ermit fest und bemerken, daß wir,
jol Fles Pei diefen Maßnahmen verharrt, nicht in der jolauge der Vorwärts bei diesen Maß eiche in objektiver und ein
Parteibewegung durch den schen Vereins für den Wahlteeis 1
chl. ein rühriger Partei⸗ ö
chleiften Kränzen 91 4 ihm folgte die Parteigenossens⸗ die in Zobel einen ihrer treuesten Mitglieder Am Grabe sprach der Redner der freireligiösen Gemeinde
1 wie folgt:„Der schon mehr als ein Jahr andauernde Krieg mit seinen f
wirtschaftlichen Folgen hat auch unseren Betrieb stark in Mitleiden⸗
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0 ohn er trug einen Flor um den Hut und sprach aufrichtige Worte des Mitgefühls um den Tod der
erhielt er zur Antwort,„sie ist 6
1
als vor die Füße warf?


