mend ——2⁵ inzen⸗ lung
lust, eile,
lhitlt itt. 2
el
2
e
saben wir einen neuen Zwischenfall Arabic. Unsere Leser wissen, daß es sich bei„Arabic“ dampfer handelt. boot torpediert worden sein, wobei auch einige amerikanische Passa⸗ giere unis Leben gekommen sind. Es ist bisher noch in keiner Weise zweifelsfrei festgestellt, daß es sich wirklich um Torpedierung, durch
äußeren Umständen durchaus noch die Möglichkeit angenommen wer⸗ den, daß„Arabic“ auf eine Mine gestoßen und dadurch gesunken ist.
fucht, daß der deutsche U⸗Boot⸗Krieg niemals gegen friedliche Per⸗
ö 70 17 enthält:
Aeethe
—
Organ für die Interessen des werktätigen Volles der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.
Die Oberbessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1 80 Mk.
Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008.
Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben.
Nr. 207
Gießen, Samstag, den 4. September 1915
10. Jahrgang
Vom
Dentschland und Amerika.
Noch ist der Lusitania⸗Zwischenfall nicht erledigt und schon wieder um einen englischen Personen⸗
Er soll angeblich von einem deutschen Untersee—
ein deutsches Unterseeboot handelt. Es kann vielmehr aus allerlei
Die Presse der Entente hat aber natürlich sofort behauptet, daß die Versenkung des Schiffes nur durch ein deutsches U-Boot bewirkt worden sei und hat damit in Amerika ein gegen Deutschland außer⸗ ordentlich unfreundliches Echo geweckt. Die amerikanische Presse, die, wie man weiß, sast durchweg englandfreundlich ist, hat die amerikanische Regierung scharf zu machen versucht und sie glaubt, einen Treffer damit auszuspielen, daß sie erinnert, die„Lusitania“⸗ Affäre sei auch noch nicht irgendwie vom Fleck gekommen. Dadurch ist die allgemeine amerikanische Stimmung erneut in eine große Er— legung gegen Deutschland gekommen und man kann nicht leugnen, daß diese Stimmung so ernst geworden ist, daß sie auch in Deutsch⸗ land zur Berücksichtigung und Ueberlegung zwingt. Es kann dabei zunächst ganz gleichgiltig bleiben, ob der Fall„Arabic“ schon ganz klar liegt oder nicht, im Augenblick sind jedenfalls das amerikanische Publikum und erst recht die amerikanische Regierung außerordent⸗ lich erbittert über den deutschen U-Boot⸗Krieg und über die Nach⸗ lässigkeit, mit der augeblich die deutsche Regierung die amerikanischen Einwendungen dagegen behandelt.
Die Lage wird aber, wie uns scheint, wesentlich dadurch verein⸗
sonen geführt worden ist, sondern ausschließlich und ausgesprochener⸗ maßen gegen englische Kriegsschifse, gegen englische Handelsschiffe und solche neutrale Schiffe, die Kriegskonterbande führen. Die deutsche Regierung hat sich im Gegensatz zu den Ententemächten und besonders zu England und Rußland immer auf den Standpunkt ge⸗ stellt, daß sowohl zu Lande wie zu Wasser die friedliche Bevölkerung nach Möglichkeit geschont werden muß. Die deutsche Regierung würde sich also unseres Erachtens garnichts vergeben, wenn in dem„Ara⸗ bic“⸗Fall sich wirklich herausstellen sollte, daß auch die„Arabic“ durch ein deutsches U-Boot versehentlich torpediert worden sei, ein⸗ gestünde daß hier ein Fehler vorliege, der nicht beabsichtigt und in seiner Wirkung nicht gewollt war. Unser U-Boot⸗Krieg würde durch eine solche Erklärung weder an Ansehen, noch an Wirkung qu ver⸗ lieren brauchen. Er will ausschließlich eine kriegevische Waffe sein, die sich bewußt und absichtlich niemals gegen frledlien Bürger irgend einer Nation richten soll. Freilich muß immer wieder betont wer⸗ den, daß auch die friedlichen Bürger es vermeiden müssen, sich, wenn sie gewarnt sind, kriegerischen Gefahren auszusetzen. Andererseits brauchen wir die Heftigkeit der amerikanischen Stimmung nicht zu ilberschätzen. Sie ist zunächst zweifellos nicht einheitlich, die Ver⸗ einigten Staaten bilden einen so großen Komplex verschiedener! geographisch und national getrennter Länder, daß die Newyorker resse noch nicht ein Bild des gesamten Landes gibt. Außerdem beruhigt sich der Amerikaner gewöhnlich ebenso schnell, wie er sich erregt, sobald ihm in Ruhe gesagt worden ist, daß er sich irrt, oder daß die Voraussetzungen für seine Erregung nicht zutreffen. Hoffent⸗ lich wird diese Beruhigung alsbald durch die diplomatischen Ver⸗ handlungen zwischen Deutschland und Nordamerika herbeigeführt. Die deutsche Regierung wird sich zweifellos nicht von der eng⸗ lischen Preßmache ins Bockhorn jagen lassen. Sie hat aber ebenso wenig Anlaß, die Erregtheit in Nordamerika für nichts zu achten. Wir; haben keinen Grund, einen etwaigen neuen Gegner militärisch zu fürchten, aber wir haben ebenso wenig irgend einen Anlaß, einen neuen Gegner zu suchen oder gar zu schaffen, wenn wir ses irgendwie dermeiden können. Aus diesen Gründen kann man nur immer den Vunsch wiederholen, daß unsere früher so guten Beziehungen zu Amerika auf eine ffir beide Teile befriedigende Art wieder her gestellt werden. Die Aussicht hierauf erscheint um so größer, a nach Fressemeldungen zwischen Deutschland und Amerika in Hau⸗ kelsfragen besondere Abmachungen stattgefunden haben. Es han⸗ delt sich dabei überwiegend um Kompensationen im Handel, die auch von der englischen Regierung beabsichtigt werden sollen. Amerika t danach die englische Regierung veranlaßt, bestimmte deutsche Produkte nach Amerika durchzulassen. Es ist wohl anzunehmen, daß umgekehrt sich England gegenüber Amerika auch verpflichtet haben wird, bestimmte amerikanische Produkte nach Deutschland durchzu⸗ lassen. Das alles zeigt jedenfalls, daß es wohl im Augenblick starke Reibungsflächen zwischen Amerika und Deutschland gibt, daß doch aber auf beiden Seiten der gute Wille vorhanden bleibt, die Difse⸗ renzen auf gütliche Art aus der Welt zu schaffen. Die Sozialdemo⸗ kratie kann ihrerseits diese Bemühungen nur nach besten Kräften gutheißen und unterstützen.
* Verständigung? 1
Die neuesten Meldungen des Reuterschen Bureaus lassen eine Verständigung zwischen Deutschland und Amerika wahrscheinlich er⸗ scheinen und zwar infolge eines deutschen Entgegenkom mens. Reuter meldet aus Washington: Graf Bernstorff hat im Auftrage seiner Regierung dem Staatssekretär Lansing mitge⸗ eilt, daß Deutschland, das durch die Vereinigten Staaten vertretene Prinzip, daß Pafsagierboote gewarnt werden müssen, angenommen hat..
Reuter meldet weiter aus Washington: In seinem Brief an den Staatssekretär Lansing zur Bestätigung seiner mündlichen Mitteilung sagt Bernstorss, daß seine Instruktion bezüglich der Autwort Deutschlauds auf die legte„Lusitania“ Note folgenden is enthält:„Passagierschisse werden durch unsere Untersee⸗ bote nicht in den Grund gebohrt werden ohne Warnung und ohne
8
7
Sicherheit für das Leben der Nichtkombattanten, vorausgesetzt, daß die Passagierschiffe nicht versuchen, die Flucht zu. ergreifen oder Widerstand zu leisten.“ Bernstorff fügte hinzu:„Obwohl ich weiß, daß Sie die„Lusitania“-Angelegenheit nicht zu verhandeln wün⸗ schen, bevor der„Arabic“-Zwischenfall vollständig und in befriedi— gender Weise zur Lösung gebracht worden ist, wünsche ich Sie von Obigem in Kenntnis zu setzen, da meine Regierung diese Politik be⸗ schlossen hat, bevor der Vorfall mit der„Arabic“ sich ereignete“. Mit Rücksicht auf diesen Brief hat Lansing erklärt:„Es scheint mir wegen der Deutlichkeit dieser Erklärung überflüssig, hierzu einen Kommentar zu geben. Ich will nur sagen, daß es eine Aner- kennung der Grundprinzipien zu sein scheint, die wir vertreten haben. Die Regierung ist der Meinung, daß die Krise vorbei ist, und daß Deutschland die Gerechtigkeit unserer Prin⸗ zipien, die Wilson vertritt, anerkennt.“
Havas meldet aus Washington: Die von Graf Bernstorff überreichte Note verpflichtet sich, nicht nur die Dampfer nicht ohne vorherige Benachrichtigung zu versenken, sondern es gewährleistet auch im Falle der Versenkung die Sicherheit des Lebens der Nichtkombattanten.
Das kluge Entgegenkommen Deutschlands wird bei uns gewiß fast allgemein— abgesehen von einigen alldeutschen Ueberstarken — begrüßt werden. Nur die Entente wird unangenehm berührt sein, denn sie braucht in ihren Nöten den deutsch-amerikanischen Konflikt.
0 1
4* Kein Sonderfrieden mit Rußland.
Der Morning Post wird aus Stockholm gemeldet: Die andauernden Gerüchte über einen Sonderfrieden zwischen Deutschland und Rußland, womit Schweden in Verbindung gebracht wird, haben das schwedische Ministerium des Aeußern zu der Erklärung veranlaßt, daß die Regierung mit diesen Gerüchten nichts zu tun hat.
England und Griechenland.
T. U. Wien, 2. Sept. Die Reichspost erfährt aus Athen, auf Betreiben der griechischen Regierung habe die Admiralität der ver—⸗ bündeten Flotte vor den Dardanellen den Befehl erhalten, der Be— förderung von Postpaketen, deren über 10 000 in Saloniki aufge⸗ liefert wurden und fast ausschließlich aus Deutschland und Oester⸗ reich-Ungarn stammen, nach Griechenland keine Schwierigkeiten zu bereiten.
Japan fabriziert Munition für die Alliierten.
London, 2. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Times meldet aus Tokio: Die Regierungsarsenale arbeiten mit voller Kraft an der Herstellung von Munition für die Ver⸗ bündeten, besonders lar Rußland. Auch die Privat⸗ fabriken sind zu diesem Zwecke mobilisiert worden.
Geld und Krieg.
Der Reichsschatzsekretär hat in seiner letzten Reichstags rede die monatlichen Kriegskosten Deutschlands auf zwei M rden Mark beziffert. Daraus würde sich ergeben, daß die Gesamtkosten sür die ersten 13 Monate des Krieges sich für Deutschlands auf nicht weniger als 26 Milliarden belaufen. Demgegenüber steht nur ein Anleihebetrag von 13½ Milliarden Mark, den das Reich, wie be⸗ kannt, in zwei Anleihen aufgenommen hat. Die erste Kriegsanleihe brachte 4460 Millionen Mark, die zweite Kriegsanleihe 9060 Mil⸗ lionen Mark. Zu diesen Anuleihebeträgen kommt wahrscheinlich ein größerer Diskont bei der Reichsbank, der von kundigen Leuten auf etwa 4 Milliarden Mark veranschlagt wird. Das wären aber immerhin zusammen erst 17% Milliarden Mark, sodaß noch immer ein solcher Unterschied zwischen den Angaben des Reichsschatzsekre⸗ färs und dieser Gesamtsumme bestehen bleibt, daß eine fachliche Difserenz zwischen der Berechnung Dr. Helfferichs und der allge⸗ meinen Auffassung von der Höhe der Kriegskosten wahrscheinlich ist. Es ist anzunehmen, daß die Kriegskosten für Deutschland erst in den letzten Monaten die Summe von zwei Milliarden erreicht haben und früher darunter geblieben sind. Es ist ferner wahrscheinlich, daß der Reichsschatzsekretär unter Kriegskosten nicht nur die Kosten der Kriegsführung verstanden hat, sondern auch die Verwüstungen der Feinde, wie in Ostpreußen, und Hilseleistungen an unsere Ver⸗ bündeten, von denen er ja auch sprach. Daraus würde sich die Differenz allerdings erklären lassen. Anderexseits kann kein Zweifel bestehen, daß Dr. Helfferich nicht zu schwarz gemalt hat, sondern daß wir jetzt wirklich mit einer monatlichen Kriegsausgabe bon 2 Milliarden Mark zu rechnen haben.
Diese in der Geschichte ganz unvergleichlichen Summen sollen natürlich aufgebracht werden und in jedem Moment für die Kriegführung des Reiches zur Verfügung stehen. Die Erträge der ersten Anleihe sind aber glatt verbraucht, der Diskont bei der Reichs⸗ bank und die Schatzauweisungen des Reiches, die nichts anderes dar⸗ stellen, als Wechfel, müssen in absehbaxer Zeit eingelöst werden Es erhebt sich also erneut der Ruf nach Geld und die doftte Kriegsan⸗ leihe ist inzwischen vom Reichstage bewillia“ vorden. Sie beläuft sich zahlenmäßig auf 10 Milliarden Mark, soll aber wiederum ohne diese feste Grenze zus eichnung aufgelegt werden, sodaß, wenn die Zeichnungen gacthend eingehen, dieser ungeheure Betrag wieder üüberschystten werden kann. Dementsprechend sind die Bedingungen Auleihe für das große und größte Publikum möglichst günstig gestaltet. Das bedeutet aber nicht eine Verschlechterung für das Reich, im Gegenteil gibt das Reich die neue Anleihe zu 99 Prozent heraus, das heißt, um ein halbes Prozent höher als die zweite und um 1½½ Prozent höher als die erste Anleihe. Es spart also schon sofort au der Ausgabe der neuen Anleihe Millionen. g Die Ver⸗ zinsung au die Gläubiger ist wieder auf 5 Prozent sestgesetzt und da die Kufoshe zu 100 Prozent zurückgezahlt wird, so ist die Verzinsung
eltkrieg.
in Wahrheit noch größer als 5 Prozent. Sie ist überdies erst im Jahre 1924 rückzahlbar und ihr Zinsfuß darf bis dahin nicht ge⸗ ändert werden. Es ergibt sich danach ein jährlicher Zinsertrag von 5,16 Prozent für die Käufer. Dazu kommt die unvergleichliche Sicherheit dieser Kapitalsanlage, sodaß die Käufer der Anleihe tat⸗ sächlich ein so gutes und risikoloses Geschäft eingehen, wie es der deutsche Weltmarkt noch niemals geboten hat. Das Reich rechnet auch tatfächlich aus diesen Gründen mit gewaltigen Zeichnungen und mit Zeichnungen, die aus allen Kreisen der Bevölkerung kommen, nicht nur aus den kapitalkräftigen, sondern aus allen Schichten, die überhaupt nur 100 Mark freihaben und sie sicher anlegen wollen. Es ist z. B. Vorsorge getroffen, daß an jedem Postschalter gezeichnet werden kaun und daß größere Beträge nicht mit einem Mal gezahlt werden brauchen, sondern in Raten gezahlt werden können. Alles Nähere darüber ist an jedem Postschalter zu erfahren. 5
Die gewaltige Summe, die Deutschland für diesen Krieg auf⸗ bringen muß, zeigt erneut und verstärkt, wie sehr in der modernen Welt das Kapital auch den Krieg beherrscht. Ohne Geld ist eine Kriegführung heute noch unmöglicher als früher und es ist sicher eine ebensogroße Leistung, das Geld im Innern aufzubringen, als die Siege draußen auf dem Schlachtfelde zu erfechten. Der Unter⸗ schied besteht nur darin, daß draußen Blut fließt, während im In⸗ nern die Opfernden sogar noch ein gutes Geschäft machen. Das darf aber nicht darüber täuschen, daß in der Wirkung Beide, draußen wie daheim, die gleiche Pflicht für die Sicherung der deutschen Grenzen erfüllen. 3
Schon die ersten Tage haben aus den Kreisen der Sparkassen, Versicherungsaustalten, Genossenschaften und der großen Industrie riesenhafte Summen für die Auleihezeichnung ergeben, die als Bei⸗ spiel weiter wirken werden. Aber auch hier gilt das alte Wort, daß es nur die Masse bringen kann; der Einzelne macht auch mit den größten Ziffern den Kohl nicht fett. Es ist deshalb mit Recht in allen Aeußerungen der Presse, der Regierung und anderer Stellen, die die Agitation für die Anleihe übernommen haben, auf die Massenseschnungen verwiesen worden. Und da in der Tat die Anleihe nicht nur eine absolut sichere Anlage bedeutet, sondern auch eine gute Verzinsung erbringt und zugleich dem Vaterlande hilft, so möchten auch wir an unserem Teil die Agitation für die Reichsanleihe unterstützen und jeden, der kann, ermahnen, sein Geld in Kriegsanleihe anzulegen.
Spekulation mit Gerste.
Der Bundesrat hat bisher davon abgesehen, Höchstpreise für Braugerste festzusetzen. Man hielt das nicht für nötig, weil durch die gesetzliche Beschränkung der Bierproduktion eine Preistreiberei angeblich nicht zu erwarten sei. Wie die Münchener Neuesten Nachrichten nun mitteilen, ist die Spekulation bereits tüchtig an der Arbeit. Trotz aller Warnungen, die Braugerste vor der Zuteilung von Bezugs⸗ scheinen zu kaufen, werden jetzt schon in Bayern von Händlern sogenannte feste Käufe unter allerhand Klauseln abgeschlossen und es werden 28 Mark für den Zentner genommen, offenbar in der Meinung, daß es der schwerfälligen Gerstenver⸗ wertungsgesellschaft doch nie gelingen werde, mäßige Preise zu halten und die Spekulation zu verhindern. Diesem Treiben kann nur dann Einhalt geboten werden, wenn schleunigst Höchstpreise für Braugerste festgesetzt werden, die aber erheb⸗ lich unter den jetzigen Spekulationspreisen bleiben müssen.
Ein englischer Trausportdampfer durch ein deutsches U-Boot versenkt.
W. B. Konstantinopel, 2. Sept.(Nichtamtlich.) Die Heeresleitung teilt mit: Der englische Transportdampfer „Sawslanso“ ist von einem deutschen Unterseeboot im Aegäischen Meere torpediert und versenkt worden. Ein großer Teil der an Bord befindlichen Truppen ist ertrunken. An den Dardanellen und an den anderen Fronten keine wesent⸗
liche Veränderung. Vom Balkan.
Bulgarien rüstet gegen Serbien.
Der Temps erhält aus Dedeagatsch folgende Meldung: Die Bulgaren arbeiten fieberhaft an der Befestigung der bulgarisch-griechischen Grenze. Verschanzungen und Gräben würden aufgeworfen. Höhere bulgarische Offiziere begaben sich zur Besichtigung der Arbeiten an Ort und Stelle. Die bulgarische Regierung entließ alle griechischen, serbischen und italienischen Arbeiter, die an den Befestigungsarbeiten be- schäftigt sind, wie auch einige belgische Minendirektoren.
Serbien macht sich bereit.
Das Neue Wiener Journal meldet aus Sofia: Die serbische Heeresleitung versammelte an der bulgarischen Grenze große Truppenmassen. Ministerpräsident Pasitsch gab in einer Unterredung mit dem Sonderberichterstatter des Corriere della Sera diese Truppenzusammenziehungen auch zu und behauptet, Serbien sei durch den drohenden Einfall bulgarischer Banden dazu gezwungen worden.
4


