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Hessen

Unsere Kartoffelvorräte für das neue Erntejahr.

Nach den günstigen Aussichten, die die Kartoffelernte bisher bietet, darf man mit einem Ernteertrag von 450 bis 500 Millionen Doppelzentner rechnen. Davon sind für die menschliche Ernährung etwa 150 Millionen Doppelzentner erforderlich, zur Trocknung und gewerblichen Verwendung 50 Millionen und für Saatkartoffeln 70 Millionen Doppel- zentner. Es können mithin voraussichtlich etwa 200 bis 230 Millionen Doppelzentner der Kartoffeln für Futterzwecke zur Verfügung stehen. Dazu kommen noch nicht unerhebliche Reserven aus der vorigen Ernte. Die Reichsstelle für Kar toffelversorgung hatte nach Deckung des Bedarfs der Kom munalverbände und des Heeresbedarfs noch 4 Millionen Doppelzentner zur Verfügung, die der Verarbeitung zuge führt werden konnten. Es wurden davon zu Kartoffelschnitzel 0, Millionen Doppelzentner verarbeitet. Der Rest des Ueber schusses wurde mit 1,8 Millionen Doppelzentner zu Stärke, und 0,8 Millionen Doppelzentner zum Branntwein verwertet.

Die neue deutsche Mode.

Es ist zum Totlachen, wenn man sich in den Mode blättern die Bilder ansieht, dieneue deutsche Mode repräsentieren sollen. Es ist ja sehr schwer, eine hübsche Frau durch Kleider zu verunstalten, aber dieser Mode gelingts wirk lich! Zum Kleiderrock braucht sie 67 Meter Stoff, soviel, wie sonst zum ganzen Kleid. Und die Dinge sehen aus! Ein⸗ fach scheußlich! Bei den Arbeiterfrauen ist ja schon der Mehr preis für den Stoff in den meisten Fällen Grund genug, von dieser neuen Mode abzusehen. Aber es sprechen auch noch andere Gründe dafür, daß man sich energisch gegen diesen Unfug wendet. Dem WTB. werden von berufener Seite Ausführungen zu dieser Frage übermittelt, denen wir ent⸗ nehmen:

Es hat einige Zeit gedauert, ehe wir uns an die lächer⸗ lich beengenden Gewänder unserer Frauen und Mädchen gewöhnt hatten. Die Industrie hatte den Schaden davon. Jetzt aber, in demselben Augenblick, wo die Textilindustriellen des ganzen Reiches mit den Behörden Rat nehmen, geeignete Methoden ausfindig zu machen, auch die Vorräte der Gewebe zu strecken, um den Bedürfnissen des Heeres und der Be völkerung auf möglichst lange Jahre durch eine weise Ein⸗ schränkung gerecht werden zu können, ich sage in diesem Augenblick schickt sich die deutsche, ausgerechnet die neue deutsche Mode an, durch die üblichen Schaustellungen und Reklamen weite und faltige Röcke und Unterkleider einzu⸗ jühren, die den Stoff geradezu verschtdenden und einen Mehr⸗ bedarf von 60 bis 80 Prozent erfordern. Darf sie uns soweit tyrannisieren, daß, wenn sie in übermütiger Laune zum Extremen greift, auch wir gedankenlos genug sind, uns ihr in solcher Zeit zu unterwerfen?

Noch ist es Zeit, dem Unheil zu steuern. Die Groß⸗ konfektion würde gut daran tun, namentlich soweit Baum⸗ wollgewebe in Betracht kommen, sich mit den maßgebenden Beratungsstellen der Regierung ins Einvernehmen zu setzen, bevor diese sich gezwungen sieht, durch eine geeignet Warnung, nötigenfalls durch empfindlichere Eingriffe, da für zu sorgen, daß die von ihr getroffenen Maßregeln nicht leichtfertig durchkreuzt werden. Das ist bereits geschehen und tatsächlich wird schon wegen des großen Kostenaufwandes vor den weiten Gesßändern gewarnt.

und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung.

Die Wochenmarktpreise. Die städtische Lebensmittel⸗ kommission: wird dafür sorgen, daß die alsangemessen fest⸗ gesetzten Preise rechtzeitig an der Markthalle(Turmhaus) angeschlagen werden. DieseRichtpreise können natürlich nicht auf den Pfennig genau bezeichnet werden, da selbst⸗ verständlich die Waren nach Qualität verschieden sind, oder auch die Größe beim Verkauf nach Stück verschiedene Preise bedingt; sie sollen Käufern und Verkäufern nur einen An⸗ halt geben. Im eigenen Interesse der Käufer liegt es, sich nach den Preisen nach Möglichkeit zu richten, da ja sonst die Maßnahme der Stadt nichts nützt. Es ist vielfach vorge⸗ kommen, daß einkaufende Frauen jeden geforderten Preis zahlten, wodurch natürlich die Preise stets höher getrieben wurden. Bei zu hohen Forderungen der Käufer soll man diesen einfach die Ware lassen; man soll anderseits aber auch nicht noch mehr herunterhandeln wollen, wenn ein mäßiger Preis gefordert wird, was allerdings selten vorkommen dürfte. Für die Verkäufer selber würde es oft vorteilhafter sein, die Ware ein paar Pfennige billiger herzugeben, sie hätten dann bald damit geräumt und sie würden Zeit sparen und damit Geld, anstatt sich bis Schluß des Marktes hinzu⸗ setzen und schließlich noch die Ware wieder mitnehmen zu müssen.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Freiwilliger Sammy Eck aus Gießen.

Die erste Kriegsanleihe von 1870. Es besteht gegenwärtig vielfach Unklarheit darüber, wie sich Liebknecht und Bebel 1870 im Norddeutschen Reichstag zur ersten Kriegsanleihe verhalten haben. Sie gaben am 21. Juli die folgende Erklärung ab:Der gegenwär⸗ lige Krieg ist ein dynastischer Krieg, unternommen im Interesse der Dynastie Bonaparte, wie der Krieg von 1866 im Interesse der Dynastie Hohenzollern. Die zur Führung des Krieges dem Reichs⸗ tag abverlangten Geldmittel können wir ncht bewilligen, weil es ein Vertrauens votum für die preußische Regierung wäre, die durch ihr Vorgehen im Jahre 1860 den gegenwärtigen Krieg vorbereitet hat. Ebensowenig können wir die geforderten Geldmittel ver⸗ weigern, denn es köunte dies als Billigung der frevelhaften und verbrecherischen Politik Bonapartes aufgefaßt werden. Als prin⸗ zipielle Gegner jedes dynastischen Krieges, als Sozial⸗Rapublikaner und Mitglieder der Internationalen Arbeiter⸗Assoziation, die ohne Unterschied der Nationalität alle Unterdrücker bekämpft, alle Unter⸗ drückten zu einem großen Bruderbunde zu vereinigen sucht, können wir uns weder direlt noch indirekt für den gegenwärtigen Krieg erklären und enthalten uns daher der Abstimmung, indem wir die zuversichtliche Hoffnung aussprechen, daß die Völker Europas, durch die jetzigen unheilvollen Ereignisse belehrt, alles aufbieten werden, um sich ihr Selbstbestimmungsrecht zu erobern und die heutige Säbel⸗ und Klassenherrschaft als die Ursache aller staatlichen und gesellschaftlichen Uebel zu beseitigen.

* Der vierte Ausschuß ber Zweiten Kammer beschäftigte sich am Dienstag mit dem Antrage Dorsch,die Regierung zu ersuchen, dahin wirken zu wollen, daß während der Dauer des Kriegs auf der Bühne des Großherzoglichen Hoftheaters keine französischen, eng⸗ lischen oder russischen Stücke, resp. keine Stücke mit französischer, englischer oder russischer Tendenz aufgeführt werden. Der Antrag wurde abgelehnt. Der genannte Abgeordnete aus Wölfersheim hatte auch beantragt,die Regierung zu ersuchen, alsbald ein Gesetz in Vorlage zu bringen, das die Anwendung fremdsprachiger Ge⸗ schäftsbezeichnungen und Hausinschristen nur in ausreichend be⸗ gründeten Fällen zuläßt. Der Ausschuß lehnte auch diesen Antrag ab, stellte dafür aber seinersefts den Antrag an das Plenum: die Regierung zu ersuchen, auf den Erlaß von Polizeivorschriften hinzu⸗ wirken, durch welche die Anwendung fremoͤsprachiger Geschäfts⸗ bezeichnungen und Hausinschriften nur in ausreichend begründeten Fällen erlaubt sein soll.

Hoffentlich lehnt der Landtag auch diesen Antrag ab, der wirk⸗ lich zu nichts nütze ist. Wir meinen, es gäbe wichtigere und not⸗ wendigere Aufgaben genug für den Landtag, als das Volk mit solchen zwecklosen Vorschriften zu belasten.

Einschreibebriefe nach dem Auslande. Es ist vorgekommen,

daß Einschreibebriefe nach dem Auslande, die nach den zur Zeit, geltenden Bestimmungen unverschlossen eingeliefert und auch offen verschickt werden müssen und deren Inhalt daher der Gefahr des Verlustes ausgesetzt ist, häufig Papiergeld und Wertgegenstände ent⸗ halten. Da nach dem Postgesetz die Postverwaltung nur Ersatz leistet für den Verlust der eingeschriebenen Sendung, nicht aber für den fehlenden Inhalt oder Teile desselben, so ist es angezeigt, zur Ver⸗ meidung von Weiterungen vorläufig von der Verschickung von Papiergeld und Wertsachen in Einschreibebriefen abzusehen. Die Schalterbeamten sind angewiesen worden, nach dieser Richtung hin auf die Einlieferer von Einschreibebriefen einzuwirken. 3 Krieg und Gewerkschaftspresse. Die große Zahl der Ein⸗ ziehungen zum Heere hat naturgemäß auch auf die Auflagehöhe, Er⸗ scheinungsweise und Umfang der Gewerkschaftspresse ihren Einfluß ausgeübt. Wie groß dieser Einfluß ist, läßt sich meist nur ver⸗ muten, wenn man die Zahl der Eingezogenen in den einzelnen Or⸗ ganisationen neben die Gesamtziffer derer stellt, welche in dem be⸗ treffenden Beruf vor Kriegsausbruch organisiert waren. Der Kor⸗ respondent der Buchdrucker macht in seiner Nummer vom 28. August genaue Angaben über seine Auflageziffer bei Kriegsbeginn und jetzt. Sie betrug damals 51 600 und ist jetzt auf 28 200 gesunken, war aber schon niedriger. Die Verringerung der Auflagehöhe beträgt 45,4 Prozent. Der Buchdrucker-Verband ist eine der festgefügtesten Organisationen in der deutschen Gewerkschaftsbewegung. Der Rück⸗ gang der Auflageziffer dürfte deshalb im allgemeinen in der Ge⸗ werkschaftspresse wenig von dem für den Korrespondent sestgestellten Verhältnis abweichen, wenn natürlich auch in den direkten Kriegs⸗ industrien andere Verhältnisse herrschen. Neben der wirtschaftlichen hat zweifellos auch die wissenschaftliche und die technische Fachpresse stark zu leiden.

Zur Viehzwischenzählung, die, wie wir bereits berichteten, am 215 Oktober d. J. vorgenommen werden wird, wird dem kaiserlichen Statistischen Amte eine vorläufige Zusammenstellung bis zum 15. November übersandt. Wer vorsätzlich eine Anzeige, zu der er auf⸗ gefordert wird, nicht erstattet oder wissentlich unrichtige oder un⸗ vollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Mo⸗ naten oder mit Geldstrafe bis zu 10000 Mark bestraft. Auch kann Vieh, dessen Vorhandensein verschwiegen worden ist, im Urteil für dem Staate verfallen erklärt werden. Das Erhebungsmuster unter⸗ scheidet bei Pferden drei Jahre alte und ältere gedeckte Mutterstuten besonders, beim Rindvieh Kälber unter drei Monaten, Jungvieh bis zu zwei Jahren und älteres Rindvieh. Hierbei werden einerseits Bullen, Stiere und Ochsen, andererseits Kühe, Färsen und Kalbinnen unterschieden. Bei den Schafen wird nach dem Geschlecht und dem Alter bis zu einem Jahr unterschieden, bei Schweinen, Ferkel bis 8 Wochen, Schweine bis, 1 Jahr und darüber. Bei den Hühnern unterscheidet man einerseits Legehühner, Kücken und Zuchthähne, andererseits Masthühner, Kapaune, und Truthühner, also Puten, Kalekuten und Kurren.

Zum Barfußgehen wird es jetzt bald zu

kühl, die letzten

Tage haben ein ganz erhebliches Fallen der Temperatur mit sich gebracht. Wenn wegen der teueren Schuh- und Lederpreise den

Kindern bisher zu empfehlen war, barfuß zu gehen, so dürfte das jtzt kaum noch angebracht sein. Daher ist verwunderlich, daß in den

Gießener Volksschulen dieser Tage erst den Kindern gesagt wurde, sie könnten(oder sollten) barfuß zur Schule kommen. Die

Aufforderung ist etwas sehr verspätet. Uebrigens welche Wand⸗ lung in den Ansichten! Früher war es den Kindern streng ver⸗ boten, barfuß zur Schule zu kommen, wenn wir nicht irren, sind darüber sogar eine Anzahl behördlicher Erlasse ergangen. Jetzt kann man auf einmal anders! Wir wollen aber damit keineswegs sagen, daß damit ein Kulturfortschritt gemacht wäre.

Aepfel⸗Verkauf. Nächsten Mittwoch nachmittag werden im Hofe der Bürgermeisterei Frühäpfel verkauft, das Pfund zu 10 Pfg. Wir verweisen auf die Bekanntmachung im heutigen Blatte.

Das Obst waschen! Eindrinalich sei in der jetzigen Obstzeit darauf hingewiesen, daß jederlei Obst vor dem Gebrauch zu waschen ist! Der Anblick des Waschwassers macht einen oft erschrecken über die Menge von Staub und sonstigem Schmutz, der dem Obst anhaftet, und man kann sich denken, daß auch viele Krankheitskeime und Bazillen dabei sind, die sich auf dem Obste niederließen oder durch Insekten dorthin getragen wurden, oder beim Pflücken, Verpacken, Verfenden, Verkaufen darauf gekommen sind. Will man auf Wanderungen Obst gleich gepflückt genießen, so reibe man die Früchte einzeln mit einem sauberen Tuche ab oder schäle sie, wenig⸗ stens Aepfel und Birnen. Im übrigen soll man freilich die Schalen mitessen, denn sie enthalten in der Regel mehr Nährsalz als die innere Frucht.

Postanweisungen an Kriegsgefangene in England und seinen Besitzungen werden jetzt im Haag nach dem Satze von 1 Pfund Sterling= 12,12 Gulden umgeschrieben. Es müssen also, wenn man 1 Sterling überweisen will, in Deutschland nach dem gegen⸗ wärtigen Kurse 24 Mk. 24 Pfg. eingezahlt werden. An Kriegs⸗ und Zivilgefangene in Serbien können von jetzt ab auch Postpakete versandt werden.

Vorsicht beim Pilzgenuß. Amtlich wird mitgeteilt: Die häufiger auftretenden Fälle von Erkrankungen nach Genuß von Schwämmen (Pilzen) legen die dringliche Mahnung zur äußersten Vorsicht nahe sowohl beim Selbstsammeln als auch bei dem Ankauf von Schwäm⸗ men. Schwämme, die man nicht genau kennt, ebenso schlechte und alte Schwämme, sind überhaupt nicht zu sammeln und zu genießen; im Zweifelsfalle, wenn der Rat eines Kundigen nicht erholt werden kann, soll man die Hand davon lassen! Treten nach dem Genusse von Schwämmen Krankheitserscheinungen auf(Schmerzen im Magen, Erbrechen. Blähung des Leibes. Durchfall, Schwindel), so nehme man unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch. Die Ver⸗ aiftungserscheinungen ersolgen meistens sehr rasch: nach dem Genusse des Knollenblätterpilzes, der mit dem Champignon leicht verwechselt wird, können jedoch 20 bis 30 Stunden bis zu dem ersten Zeichen vergehen. Personen, die durch den Verkauf oder durch die Abgabe giftiger Schwämme den Tod von Menschen verursachen, machen sich unter Umständen eines Vergehens der fahrlässigen Tötung schuldig. In leichteren Fällen, d. h. wenn nur eine Er⸗ krankung infolge Genusses giftiger Schwämme eintritt, können die Verkäufer, abgesehen von zivilrechtlicher Haftung für den ent standenen materiellen Schaden, Strafeinschreitung wegen fahr lässiger Körververletzung gewärtigen. Und nun noch ein Wort an gewisse Pilzsammler: Es hat keinen Zweck, wahllos Pilze heraus- zureißen. um sich dann erst von Leuten, die es selbst nicht genau wissen, sagen zu lassen, ob der Pilz genießbar ist oder nicht. Nur der möge sammeln, der Pilze genau kennt. Auch das zwecklose Vernichten und Zertresen von Pilzen, über deren Wert man im Un⸗ klaren ist, unterlasse Han. Man beraubt damit nur andere, die den Pilz verwerten könne e Und dann: Niemals Pilze herausreißen! Immer abschneiden!

Telegramme.

Augehbeic des ötoßen Hunt

Die äußeren Forts der Grodnoer Westfront gefallen.

Die Forts 4 und 4a gestürmt. W. B. Großes Hauptquartier, 2. Sept., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.

Ju den Vogesen nördlich von Münster führte am 31. August unser Angriff zur Wiedereroberung der in den Kämpfen vom 18.23. August an den Feind verlorenen Grabenstücke. Die Kammlinie Lingekopf⸗Barrenkopf ist damit wieder in unserem Besitz. Gegenangriffe wurden ab⸗ gewiesen, 72 Alpenjäger sind gefangen genommen, 3 Ma⸗ schinengewehre erbeutet.

Ueber Avocourt(nordwestlich von Verdun) wurde ein französisches Flugzeug von einem unserer Kampfflugzeuge heruntergeschossen. Es stürzte brennend ab.

Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

An der Bahn Wilna⸗Grodno wurde der Ort Czarno⸗ kowale gestürmt. Bei Merecz macht unser Angriff Fort⸗ schritte. Auf der Westfront von Grodnv ist die äußere Fort⸗ linie gefallen. Norddeutsche Landwehr stürmte gestern das nördlich der Straße von Domrowo⸗Grodno gelegene Fort 4. Die Besatzung, 500 Mann, wurde gefangen genommen. Am selben Abend folgte die Eroberung des weiter nordwestlich gelegenen Forts 4% mit 150 Mann Besatzung durch badische Truppen. Die übrigen Werke der vorgeschobenen Westfront, wurden darauf von den Russen geräumt.

Oestlich des Forstes von Bialystok sind die Uebergänge über den Swislocz von Makarowie(südöstlich von Odelsf) ab aufwärts nach Kämpfen von uns besetzt.

Die gestrige Gesamtbeute der Heeresgruppe beträgt 3070 Gefangene, 1 schweres Geschütz, 3 Maschinengewehre

Bei Ossowiee wurden außerdem 3 vom Feinde in den Sümpfen versenkte schwere Geschütze ausgegraben. 0 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

Prinzen Leopold von Bayern..

Der Austritt aus dem Nordostrand des Bialo⸗Wieska⸗ Forstes ist erkämpft. Durch Ueberfall bemächtigten wir uns nachts der Jasiolda-Uebergänge im Sumpfgebiet nördlich Pruczeno. 1000 Gefangene wurden eingebracht.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen.

Der Muchowiecz⸗Abschnitt wurde auf der ganzen Front

in der Nacht überschritten. 5 Südöstlicher Kriegsschauplatz. 55

Auf der Verfolgung fielen gestern über 1000 Gefangene

und 1 Maschinengewehr in die Hände der deutschen Truppen. Oberste Heeresleitung.

1 Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht Brody besetzt. Rückzug der Russen zum Sereth. Die Dujestrfront geworfen.

Wien, 2. Sept.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart;

2. September 1915. 1 0 Ru ssischer Kriegsschauplatz.

Die im Gebiete des wolhynischen Festungsdreiecks eingeleitete Verfolgung der Russen machte gute Fortschritte. Unsere Streitkräfte haben von Luck aufwärts den Styr in breiter Front überschritten. Auch in Ostgalizien befindet sich der Feind neuerlich im Rückzuge.

Die Truppen des Generals v. Böhm⸗Ermolli rückten in Brody ein und dringen heute östlich dieser Stadt über die Reichsgrenze vor.

Der nördliche Flügel des Generals Grafen Bothmer ver⸗ folgfauf den von Bzorow gegen Zalocze und Tarnopol führen⸗ den Straßen. Der geschlagene Feind weicht gegen den Sereth. Die Armee des Generals Pflanzer⸗Baltin warf die Russen gestern unter heftigen Kämpfen über die Höhen östlich der unteren Strypa zurück. Dadurch wurde auch die Dujestr⸗ front bis zur Serethmündung hinab erschüttert und zum Rückzug gezwungen. Hinter den russischen Stellungen an, der bessarabischen Grenze stehen zahlreiche Dörfer in Flammen.

Die nordöstlich Kobryn kämpfenden K. und K. Truppen treiben im Verein mit unseren Verbündeten den Feind allmäh⸗ lich in das Sumpfgebiet der oberen Jasiolda zurück. 725

Italie njscher Kriegsschauplatz. 5

Die Lag 7 zischen Kriegsschauplatze hat sich auch gestern nicht geänderk. An der tiroler Front sind die Tonale⸗ Sperren und auf der Hochfläche von Lavarone⸗Folgaria außer den Werken auch unsere Stützpunkte Monte Maronia und Monie Coston unter feindlichem Geschützfeuer. Im Kärntner Grenzgebiet wurden schwächere italienische Angriffe auf den Monte Paralba und das Bladner⸗Joch abgewiesen. An der küstenländischen Front dauerten die Artilleriekämpfe mit mäßiger Stärke sort. Die technischen Arbeiten des Feindes wurden an mehreren Stellen

wirksam gestört. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von le r, Feldmarschallentnant.

Die Festung Grodno.

Die amNjemenknie gelegene Festung Grod us, deren äußerer Fortsgürtel von deutschen Truppen dus brochen worden ist, deckte(wie der militärische Mitarbeit der Frankf. Ztg. ausführt) die rechte Flanke der aus dem Raum BialystokBrest⸗Litowsk zurückweichenden russischen Truppenmassen. Darin sowie in dem Rückhalt, den Grodno bisher der nordöstlich von der Stadt die Bahnlinie Warschau Petersburg verteidigenden feindlichen Armee bot, liegt die große Bedeutung der heutigen Siegesmeldung. Bei Grodno war die russische Front, nach Westen ausgebuchtet, sert dem Fall des benachbarten Kowno und Olita stark exponierl. Die Russen hielten zum Schutz des zurückweichenden Felds zäh an der Festung fest. Sie waren durch starke Forts un gut angelegte Feldbefestigungen sowie durch die Gunst 8 den Verteidigern sehr vorteilhaften Geländes auch die sse! sehr begünstigt. Besonders die großen Wälder von Augustons,

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die der Festung nach Westen vorgelagert sind, bildsten für