Politische Meuchelmörder.
Das Berner Tageblatt gräbt aus alten Nummern dieses Blattes heraus, daß in der Pariser Zeitung Paris⸗Midi dessen Chefredakteur Walleffee zu Neujahr 1913 folgendes schrieb:
„Der einzige Wunsch, den das neue Jahr nötig macht, ist dieser: Seitdem es Anarchisten gibt und seitdem sie die Gewohnheit haben, den Herrschern ans Leben zu gehen, haben sie nach meiner Ansicht selten eine so gute Gelegenheit gehabt, uns mit ihnen zu versöhnen. Glauben Sie nicht auch, daß der Anarchist, der morgen den Erzherzog Franz Ferdinand ermorden würde, der Welt Ströme von Blut und Tränen ersparen würde?“
In dem Artikel des Berner Tageblattes wird dann noch darauf hingewiesen, daß dieselbe Pariser Zeitung während der Debatten über den dreijährigen Dienst erklärte, daß im Falle der Mobilmachung Jaures als einer der ersten ermordet werden würde.
Ein Norweger über deutsche Gefangenenlager.
Direktor Bauermeister aus Bergen in Norwegen hat dieser Tage mit besonderer Erlaubnis die Gefangenenlager in Parchim und Güstrow in Mecklenburg besucht, und gibt darüber bemerkenswerte Schilderungen, die auch in die schwedische und norwegische Presse übergegangen sind. Er sagt u. a.:„Beide Lager machen einen höchst sympathischen Eindruck. Ich sprach mit Franzosen, Belgiern und Eng⸗ ländern in ihrer eigenen Sprache und alle sagten, daß für sie großartig gesorgt würde, daß sie vom Höchstkomman⸗ dierenden bis zum Soldaten herab mit größter Zuvor— kommenheit und Achtung behandelt würden und daß ihre Verpflegung vorzüglich sei. Die Russen meinten, sie blieben lieber in Deutschland. Ich hatte Gelegenheit, einer von einem Franzosen geleiteten Unterrichtsstunde— er gab Deutsch— in der Schule beizuwohnen, auch Russisch, Eng⸗ lisch, Französisch, Mathematik und Stenographie wird unter— richtet. In Parchim machte der mit größter Liebe und Sorg⸗ falt gepflegte Kirchhof einen tiefen Eindruck auf mich; wie dankbar müssen die Angehörigen der toten Braven, die dort liegen, dafür sein. In Güstrow ist die Kirche von den Ge— fangenen herrlich geschmückt. Ein wunderschöner Altar, eine Kanzel, ein ausgezeichnetes Harmonium, sogar für die Katholiken eine ewige Lampe. Auch die Kunst wird gepflegt: in Güstroßd ein Theater mit hübscher Bühne. Ich erfuhr, daß die Gefangenen einen Teil der Einnahme für Deutsche Rote Kreuz⸗Zwecke als Dank für alles Gute, das man ihnen antut, überpiesen hätten. Beide Lager haben ein Kunst— atelier und ich sah ausgezeichnete, von den Gefangenen aus— geführte Arbeiten, Malereien, Zeichnungen, Schnitzarbeiten usw. Ich habe in beiden Lagern das Essen probiert und kann nur hoffen, daß die Tapferen, welche in Feindesland gefangen sind, es nur annähernd so gut haben und mit solcher Fürsorge und Achtung behandelt werden, wie die Feinde Deutschlands in diesen Gefangenenlagern. Die Komman— danten der Lager haben in Einrichtung und Leitung etwas Mustergültiges— wert Deutschlands Kultur— geleistet, und ich hoffe, wenn ich bei meiner Rückkehr nach Norwegen Vorträge über die deutsche Kriegsfürsorge halte, daß dann selbst Zweifler einsehen werden, daß die Deutschen keine „Hunnen“ und„Barbaren“ sind, wie es die Feinde immer wieder in die Ohren der Neutralen hineinposaunen möchten.“
Unruhen in Algier.
Lyoner Blätter melden aus Algier, daß organisierte Ban- den das Land durchziehen und Brände stiften; die meisten der be— deutenden Ernten der Kolonie wurden auf diese Weise in Brand gesteckt. Unter der einheimischen Bevölkerung suchen die Banden Frankreich und die Verbündeten in Mißkredit zu
bringen. Der heilige Krieg in Persien. T. U. Petersburg, 1. Sept. Man meldet aus Ispahan, daß der Große Muschtekif Aga Nurula der Menge in den
Moscheen den Krieg gegen England und Rußland predigte
Diethelm von Buchenberg.
Erzählung von Bertold Auerbach. 66
Was geht in diesem Menschen vor?
Mitten durchs Herz fühlte Diethelm einen Stich, als er hörte, wie die beiden Angeklagten, die doch Genossen bei der Tat gewesen, jetzt vor Gericht als die bittersten Feinde ein— ander gegenüberstanden und sich wechselseitig anklagten.
So wären Diethelm und Medard einander gegenüberge— standen. Diethelm zuckte zusammen und fuhr sich mit der Hand über das Gesicht. Er schaute frei umher und auf seine Mitgeschworenen; er erinnerte sich, wo er saß.
Drei volle Tage mit doppelten Sitzungen dauerte die erste Verhandlung, und bei aller ehrenhaften Anhänglichkeit an das Gerichtsverfahren klagten die Mitgeschworenen doch auch manchmal über das fremde Leben in fremder Stadt. Sie fühlten sich unbehaglich, beständig in Sonntagskleidern und der Handarbeit ledig umherzugehen; dennoch beteuerte jeder, daß er nicht davon sein möchte, und Diethelm hatte nur gegen die Behauptung Einsprache zu erheben, daß man die Sache zu weitläufig behandle. Der Schultheiß von Retting— hausen, der gleich anfangs sich für ein Schuldig entschieden hatte, erklärte jetzt, daß dieses genaue Erörtern doch einem erst die Augen öffne, und jene seltsame Seelenstimmung trat in vielen zutage, wo man bald mit Bestimmtheit ein Schuldig aussprechen möchte, bald zweifelvoll ist und wiederum ein Nichtschuldig sich herausstellen will.
Der Schultheiß erwarb sich das Lob eines gutherzigen Menschen, da er darlegte, daß man sich nicht, um zeitig zu seinem Mittagessen oder zu seinem Schoppen zu kommen, verleiten lassen dürfe, über das ganze Lebensschicksal eines Menschen rasch den Stab zu brechen.
Diethelm wurde staunend angesehen, als er sagte, ihm gehe es jetzt, wie ihm der Doktor von G. einmal erzählt habe. Als dieser zum ersten Male von der Anatomie kam, sah er immer nichts als aufgeschnittene Menschen vor sich, und so gehe es ihm jetzt auch.
und diejenigen mit der Strafe des Himmels bedroht, die die freundschaftlichen Beziehungen mit dem ehemaligen englischen Konsul unterhalten. Bevorstehende gänzliche Befreiung Galiziens.
T. U. Bukarest, 2. Sept. Die rumänische öffentliche Meinung verfolgt mit gespanntester Aufmerksamkeit die Er⸗ eignisse auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz. Nach ein⸗ stimmiger Auffassung der hiesigen Militärkritiker ist die gänzliche Befreiung Galiziens von den Russen nur noch eine Frage von Tagen. Nach Meldungen aus Czernowitz räumen die Russen bereits ihre Stellungen an der rumänischen Grenze. Trotz der verschärften Ueber⸗ wachung seitens der russischen Behörden gelingt es dennoch einer Unzahl von Deserteuren täglich, sich auf rumänisches Gebiet zu flüchten. Man glaubt, daß das Gros der russischen Armeen sich auf die Linie zwischen den Festungen Chotin⸗ Kamencz⸗Podolsk zurückziehen werde.
Aus der russischen Duma.
Rietsch meldet: 32 Mitglieder der Nationalistenpartei der Duma unter Führung des Grafen Bobrinski sind aus der Fraktion ausgetreten. Sie bilden eine liberale Gruppe, um mit der Opposition zusammen zum Wohle des Vater⸗ landes zu arbeiten und gegen den neugegründeten Schwarzen Block Front zu machen. Im Interpellationsausschuß hielt der Führer der Juden, Friedmann, über die Judenfrage eine große Rede, deren Abdruck die Zensur verboten hat.
Die russische Finauzklemme.
Petersburg, 1. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Rjetsch meldet: In Petersburg fand eine Konferenz sämtlicher Banken statt, deren Vertreter äußerten, daß es nicht wünschenswert sei, jetzt eine innere Anleihe aufzulegen, sondern höchstens kurzfristige Schatzscheine im Betrage von 200 bis 300 Millionen Rubel. Dagegen fand das Pro⸗ jekt für die ausländische Anleihe Beifall.
Der Stillstand im Westen.
Bern, 2. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Der italienische Militärschriftsteller Oberst Barone beschäftigt sich in der Idea Prepanzion mit den Grundlagen, die die Engländer und Franzosen davon abhalten, eine energische Offensive gegen die Deutschen aufzunehmen, während diese mit Erfolg auf dem russischen Boden operieren. Nach Erwähnung der ausgezeichneten Hilfsmittel und vorzüglichen Ausrüstung der Engländer und Franzosen, läßt er keinen Zweifel, daß sie zur Offensive im Westen fähig sein müßten. Barone bemerkt, daß eine Meinungsverschiedenheit nicht über die Notwendig— keit einer Offensive, sondern über die Wahl des Zeitpunkts, an dem sie unternommen werde, bestehe. Eine Partei, und auf ihrer Seite steht auch die französische Heeresleitung. glaubt, daß es besser sei, die Offensive noch aufzuschieben, die andere Partei dagegen ist der Ansicht, man müsse sofort eingreifen. Barone vertritt die Anschauung der erstgenann⸗ ten Partei, man müsse sich aber auf einen entscheidenden Stoß vorbereiten.
Deutsche Offiziere vor einem englischen Kriegsgericht.
T. U. Amsterdam, 2. Sept. Die drei deutschen Offiziere Ma⸗ rineleutnant Th., von H. und Hans Werner von H., die aus dem englischen Gefangenenlager Llansannan entflohen waren, aber wieder eingefangen wurden, hatten sich am Samstag vor dem Kriegsgericht in Chester Castle zu verantworten. Sie erklärten vor dem Gericht, daß man sie nach ihrer Ergreifung mit Handschellen ge— sesselt habe, obwohl sie durch einen Offizier und zwei Mann mit geladenem Gewehr und aufgepflanztem Bajonett begleitet wurden und sie sich freiwillig ergeben hätten; dies sei eine eines deutschen Offiziers unwürdige Behandlung, gegen die sie auch bei dem be⸗ treffenden englischen Offizier Widerspruch erhoben hätten. Selbst der Offizier, der sie gefesselt habe, erklärte, daß er nur mit Bedauern dem ausdrücklichen Befehl folge.
Griechenland und die Entente.
Wien, 2. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Die Neue Freie Presse meldet aus Athen: Die Verhandlungen der griechischen Regierung
Als endlich am dritten Abend die Verhandlung geschlossen wurde und die Geschworenen sich mit den Fragen zurückzogen, war Diethelm froh, daß er nur Vorspann gewesen war und zurückbleiben durfte. Die Geschworenen kamen bald zurück. Der Schultheiß von Rettinghausen war Obmann, er erklärte die beiden Angeklagten für schuldig.
Als die Verbrecher abgeführt wurden, machte sich Diet— helm rasch davon; aber unversehens war er an den unrechten Ausgang gekommen und sah plötzlich den Landjäger mit bloßem Schwert hinter sich. Glücklicherweise klopfte ihm sein Schwiegersohn auf die Schulter und nahm ihn mit durch die Gerichtsstube.
Am anderen Tage bei einer neuen Verhandlung blieb der Name Diethelm in der Urne, und der Steinbauer wurde richtig wiederum abgelehnt.
Diethelm wußte zwar nicht, was er zu Hause beginnen sollte, aber weil er auf mehrere Tage frei war, kehrte er doch heim. Verwundert sah er auf dem Wege, wie das Leben der Menschen draußen, die das nicht miterlebt haben, seinen geregelten Gang fortgeht; sie alle dachten nicht an die drohenden Gerichtsverhandlungen und wie jetzt zwei Männer auf Jahrzehnte aus der Mitte der Menschen gerissen waren.
Still und in sich gekehrt weilte Diethelm daheim, und nur abends beim Spiele war er lebendig. Die Leute wunderten sich, warum er so wenig vom Schwurgericht er— zählte, er aber wollte es sich aus dem Sinne schlagen und kehrte mißmutig wiederum am zweiten Dienstag nach der Kreisstadt zurück.
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Der erste Mann, der Diethelm begegnete, war der Stein— bauer. Er schien ihn nicht mehr zu kennen, und in der Tat hatte sich die Erscheinung Diethelms auffallend verändert. Er trug jetzt einen dunkelblauen Rock mit Kumtkragen, Batten und dunkeln seidenbesponnenen Knöpfen, dazu eine schwarze, bis an den Hals geschlossene Atlasweste und lange, dunkelblaue Hosen, nur der Hut war der alte geblieben. Teils um selber die kennzeichnende Bauerntracht los zu sein, teils auch um, wie er hoffte, sich seinem Schwiegersohn genehmer
mit den Mächten der Entente mit
griechischen Schiffahrt und drückenden Aufsicht der Fl Abkommen geführt, das nu
dem Ziele der Befreiung der 3 Handels von der er Alliierten habe zu einem 8 noch der formellen Genehmigung der Entente bedarf. Nach
diesem Abkommen ist die Einfuhr von Waren aus den 5 ne 85 Mengen gestattet, die nach den Be⸗ dürfnissen des Landes festgesetzt werden. Die Wiederaus⸗ fuhr von verschiedenen Waren nach Serbien und, Bulgarien ist unter der Bedingung gestattet, daß die griechische Regie. rung ein besonderes Ausfuhrverbot gegenüber der
Englische Verlegenheit.* 1 in Britisch⸗Somalia sind, wie die Vossische Zeitung nach dem ee 2 Aufftände ausgebrochen, die durch 1 Agi tatoren hervorgerufen wurden. Die brktische negicrung habe, un dic Empörung zu unterdrücken, in Aegypten bereits indisf he Truppen landen lassen. Der englische Gewerkschaftskongreß und die allgemeine Milter, 929 1 Unmittelbar vor dem Zusammentritt des 47, Gewerkschafts⸗ kongresses in Bristol(6. September) wird das Parlamentarische Komitee eine Sitzung abhalten, um eine Resolution über die Frage der allgemeinen Militärpflicht zu entwerfen. Obwohl der Wortlaut der Resolution noch nicht vorliegt, so ist es kein Ge⸗ 0 heimnis mehr, daß das Parlamentarische Komitee sich in unzwei⸗ deutiger Weise gegen die Einführung der allgemeinen Militärpflicht aussprechen wird. Am 13. September, am Vorabend des Wieder⸗ zusammentritts des Parlaments, wird die Arbeiterfraktion eine Versammlung einberufen, um gegen die allgemeine Militärpflicht Stellung zu nehmen. Zahlreiche Gewerkschaften haben sich bereits mit der Frage beschäftigt und sie haben sich samt und sonders gegen militärischen Zwang ausgesprochen. 94
Kriegsnolizen.
Fünf Lebensmittelwucherer wurden am Dienstag in! Dresden verhaftet. Sie hatten eine Eisenbahnladung Kar⸗ toffeln, die ein Großhändler als minderwertig zurückgewiesen hatte, zu 2 Mark den Zentner in einer Auktion erstanden. Obwohl die Kartoffeln zum Teil faulig waren, verkauften die Händler den Zentner dieser Kartoffeln mit einem Aufschlag von 33,50 Mark. Auf Anzeige von Käufern griff die Polizei ein und nahm die Wucherer fest. 5
Die 1 s⸗poln. Wanderarbeiter betrifft eine Verfü⸗ gung des Generalkommandos des 7. Korps in Münster, wodurch der Befehl vom 5. Oktober v. J. über die Beschränkungen, denen die russisch⸗polnischen Arbeiter unterworfen sind, erneuert wird. Die 1 Karenzzeit fällt für die im Alter von 17 bis 45 Jahren stehenden männlichen Arbeiter auch für 1915 weg, und sämtliche russischen Ar⸗ beiter und Arbeiterinnen müssen den Winter über am Ort ihrer Ar- beitsstelle bleiben. Die Unternehmer sind verpflichtet, ihnen während des Winters Unterkunft und Verpflegung zu gewähren. 1
Der Herzog von Altenburg hat aus Anlaß seines Geburts⸗ tages verfügt, daß die große Mehrzahl der gegen Kriegsteil⸗ nehmer vor den Gerichten, den Staatsanwaltschaften oder Ver⸗ waltungsbehörden schwebenden Verfahren, niedergeschla⸗ gen werden. 5 f
Der Deutsche Bankbeamtenverein hat sämtlichen Deut⸗ schen Banken eine Eingabe zugehen lassen, in der gebeten wird, den Beamten Teuerungszulagen zu gewähren. Man rechnet mit Bestimmtheit darauf, daß diese Eingaben den gewünschten Erfolg haben werden. 1
Nach der Lodzer Zeitung bedient sich der Gemeinderat bei seinen Beratungen zur allgemeinen Zufriedenheit der deutschen Sprache. Die wenigen Gemeinderäte, die die deutsche Sprache nicht vollkommen beherrschen, können polnisch reden; ihre Ausführun⸗ gen werden vom Vorsitzenden oder einem Gemeinderate ins Deutsche lübersetzt. Die deutschen Reden werden den polnischen Gemeinderäten in polnischer Sprache kurz zur Kenntnis gebracht. 1
Havas meldet: Der bekannte Flieger Pégoud hat an der Front den Tod gefunden..
Reuter meldet aus Newyork, daß an Bord des Dampfers der Hamburg-⸗Amerikalinie„Präsident Lincoln“, der in Hoboken interniert ist, 30 Krankheitsfälle vorgekommen seien, die für Malaria gehalten wurden, in denen die Behörde jedoch Cholera vermutet.
Die meisten der Erkrankten seien aus Kiautschou gekommen. 9
Reuter meldet aus San Francisco: Ein Zug mit 7000 Pfund Dynamit ist bei Pinole in Kalifornien entgleist und explo⸗ diert. Drei Beamte des Zugpersonals wurden getötet und der Zug vollkommen zu Staub zermalmt. Die in der Nachbarschast liegenden Pulverfabriken blieben unbeschädigt.*
Die Times meldet aus Toronto: Infolge einer deutschen Drohung, die kanadische Weizenernte auf der Prärie durch Feuer zu vernichten, wird die Grenze entlang Minnesota und Norddakota bewacht. 5
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darzustellen, hatte Diethelm seine Erscheinung verändert; 4 überhaupt aber wollte er in jeder Weise ein anderer Mensch sein, er hatte sich genugsam über die Weichmütigkeit geärgert, die ihn an dem Schicksal der abgeurteilten Diebe so be⸗ sonderen Anteil nehmen ließ, daß er noch tagelang dachte, wie sie auf den Schub gebracht, im Zuchthaus eingekleidet und in ein fremdes Dasein gebracht werden. Er suchte ge⸗ waltsam seinen alten Stolz wieder hervor und stellte sich hoch über„das Lumpenpack, das nichts hat und nichts vermag“.
Als er zu seinem Schwiegersohn kam, bedauerte dieser, daß Diethelm seine ihm wohl anstehende Tracht abgelegt habe. Er ging aber bald davon ab und berichtete mit dem freudigen Bangen, das ein Offizier vor der ersten Schlacht empfinden mag, daß er anderntags stellvertretender Staats⸗ anwalt sein werde, und zwar in der Angelegenheit Reppen⸗ bergers, der erst vor kurzem eingebracht, aber noch in dieser Gerichtsperiode abgeurteilt werde, sowohl um ihn nicht noch auf ein Vierteljahr im Salze liegen zu lassen, als auch um rasch ein abschreckendes Beispiel gegen das überhandnehmende Verbrechen zu geben.
„Ich kenn' den Reppenberger, was! 2 J. 5 noch gar nichts davon gehört,“ sagte Dieihe, ae
„Die Sache war schlau angelegt,“ erwiderte der stellver⸗ tretende Staatsanwalt,„er hat eine Branntweinbrennerei hat sie hoch versichert, angezündet und sich davon gemacht; er hat aber nicht an den Zugwind gedacht, und das Feuer ist zu früh ausgebrochen, am hellen Tage, man hat gelöscht und gefunden, daß die FJässer, in denen Branntwein sein sollte, nichts als Wasser enthielten. Zwölf Jahre Zuchthaus sind ihm gewiß. Es ist Brandstiftung und Betrug.“ 5
„Das ist ein schöner Spaß.“ g
„Wieso Spaß?“
985 hätt' nicht'glaubt, daß
machen. Das lassen Sie sich gesagt sein das zue; wo man mich nicht anfassen darf, 8e bin 1 1 9 um mich, sei es, wer es wolle, da versteh' ich keinen 15
Sie mit mir so einen Spaß
(Fortsetzung folgt.) —
Türkei„ erläßt..
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