t
. ˙ A
— 11
. 0
1
Organ für die Interessen f der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.
des werktätigen Volkes
Die Oberbessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in
Aeußersten.
0
Russischer
Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 60 Pfg. einschl. Bringerlohn.— 4 die Post bezogen vierteljährl. 1. 80 Mk.
Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008.
Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben.
Nr. 203
—
Gießzen, Dienstag, den 31. August 1915
10. Jahrgang
Zur Lage in Nußland.
Svenska Dagbladet in Stockholm hat erstatter nach Rußland entsandt. Tagebl. seinem Blatte folgendes:
„Seitdem die russischen Heere andauernd bedrängt werden, hat auch die Neigung der Regierung, mit der Duma, mit dem„Volke“, zu verkehren, zugenommeßt. Sie beeilte sich, wie bekannt, noch vor dem Zusammentritt der Duma den Kriegsminister Suchomlinow als Sündenbock zu verabschieden; er und des Großfürsten Nikolaus' Stabschef Januschkiewicz trug angeblich die Schuld an den strategi— schen Fehlern. Alle neuen Minister gehören der Rechten an, sind aber doch Persönlichkeiten, die von der kompromittierten Bureau— kratie abrücken und die Notwendigkeit eines Zusammenarbeitens der Regierung mit der Volksvertretung erkennen. Die Regierung ging sogar einen Schritt vorwärts. Eine halbparlamen⸗ tarische Untersuchungskommission für Verwaltungs- mißgriffe in der Armee wurde eingesetzt, etwa zehn Provinz— gouverneure erhielten den Abschied und ein Dumamitglied, Fürst Wolkoinski, wurde zum Gehilfen des Ministers des Innern er— nannt. Man spricht auch darüber, daß die Regierung noch weiter gehen wird, daß sie sich auch Mitarbeiter aus dem Dumazentrum, den Oktobristen, wählen wird. Der Ministerpräsident Goremykin
wird in Kürze zurücktreten und an seine Stelle soll Präsident Rodzianko kommen. Es unterliegt jedoch noch Zweifeln, ob die Re⸗ gierung so weit entgegenkommen wird.
Einstimmig ist man für die Fortsetzung des Krieges bis zum
5 Drei Umstände stützen dabei die Hoffnung auf einen schließlichen Sieg: Erstens betrachtet man Rußlands Reserven flür merschöpflich, die des Gegners jedoch für begrenzt; ferner hofft nan, die Zufuhr vom Auslande werde durch die baldige Oeffnung Jer Dardanellen vermehrt werden; schließlich glaubt man, die zussische Industrie werde doch einmal imstande sein, den Armee— vedürfnissen zu genügen. . Der Krieg hat in Wahrheit aber die ganze Industrie in polen und Kurland zerstört. Man hat zwar einen großen Teil der Maschinen ins Innere Rußlands geführt, um sie neu zu montieren und dann für Kriegszwecke zu verwenden, aber der Ab— ransport geschah auf so primitive Weise, daß im wilden Durchein— inder ohne zweckmäßige Packung und Adressenangabe einzelne Ma— schinenstücke versandt wurden, die sich nun auf den Bahnhöfen von kasan, Moskau und Jaroslaw derart angehäuft haben, daß es un⸗ möglich ist, die einzelnen Maschinenteile zu finden, geschweige denn ie Maschinen zusammenzusetzen. Daher wurden aus Amerika ontraktlich für 150 Millionen Dollar Maschinen be— Zellt, was über die Zahl der neuen Fabriken zur Herstellung von Eriegsmaterial genügend Aufschluß gibt. Man hat zwar genau be— nechnet, daß alle Lieferungen später in den alten und neugegrün— eten Fabriken hergestellt werden können, aber der Mangel an Eisen— ahnen, an Rohmaterial und besonders an geschulten Arbei⸗ ern und guten Arbeitsleitern wurde nicht erwogen. Dieser ist so groß, daß Rußlands Hoffnung auf einen endgiltigen Sieg, die hauptsächlich auf die Neuorganisation der Industrie ge— tründet wäre, wohl unerfüllbar ist.
Durch die„Verteidigungstaktik von 1812“ hat Ruß⸗ und seine Schwierigkeiten nur vergrößert, ohne aber den Feind Sgendwie aufgehalten zu haben. Die Bevölkerung, die ihre Heimat nicht verlassen will, wird von den Soldaten weggetrieben, was oft en Rückzug der Truppen erschwert. Es sind Fälle vorgekommen, aß Wälder angezündet wurden, bloß um die dorthin ge— ohenen Flüchtlinge zu vertreiben. In den preisgegebenen Ge— ieten ist alles verödet, und es werden Jahrzehnte vergehen, ehe ieder erträgliche Verhältnisse dort sich entwickeln werden. Die Ob- achlosen werden zu Tausenden ins Innere des Landes geschickt, ohne aß irgendwelche Fürsorge für sie getroffen wurde. Es sind bei— sielsweise 10000 Letten in einer Stadt weit im Osten einge— hoffen, die aber vom Gouverneur mit der Bemerkung zurück⸗ he chickt wurden, daß sie Deutsche wären. Die Leiden der llüchtigen werden natürlich durch den Umstand vergrößert, daß sie bine Russen, sondern Polen, Letten und Litauer sind, denn groß—
m einen Sonderbericht⸗ Dieser meldet nach dem Berl.
eystems sein wird. Alle Sünden der Regierung rächen sich jetzt: lie Bestechlichkeit der Beamten, die provokatort⸗ che Arbeit der Geheimpolizei, deren letzte Tat der Noskauer Pogrom war. Die Unterdrückung der nichtrussischen Jationen löst das Band zwischen den einzelnen Teilen des Reiches, Ind es findet sich kein genügend willensstarker und selbstloser Mann, der es auszusprechen wagt, daß doch nur der Frieden das
einzige Rettungsmittel ist.“
Rußkose Slowo gibt ein Bild von dem furchtbaren Elend ber Flüchtlinge, die in unendlichen Reihen die Chaussee Lrest⸗Litowsk nach Moskau dahinzlehen und bereits sieben bis acht Vochen unterwegs sind. Alle Kinder seien krank, Männer und rauen sehen wie vagabondierende Zigeuner aus, da sie acht Tage ud Nächte den Unbilden der Witterung ausgesetzt seien. Sie ii ßerten sich unwillig über die zwangsweise Verlassung der Heim⸗ litten. Viele, besonders Kinder, strben unterwegs. Die Flücht⸗ ange sehnten sich nach Transporten mit der Eisenbahn. 2
Rußkoje Slowo berichtet: Die polnischen Organi⸗ tionen hielten in Moskau einen Kongreß ab. Sie beklagten ich über das grobe, ungesetzliche Benehmen der Provinzbehörden
gen die polnischen Flüchtlinge und verlangten völligen
Scadenersatz, Registrierung der Flüchtlinge, nationale Kirchen und
Schulen, sowie Risckhesörderung der Flüchtlinge nach dem Kriege. *
Nljletsch meldet: Verschiedene Abgeordnete der Rechten haben nen schwarzen Bloc zum Kampfe gegen die Linke nder Duma gegründet. Wie auf ein Signal eröffnet die gesamte
zussische Gebiete sind bisher vom Rückzug noch nicht betroffen orden. Im Volke glaubt man, daß dieser Krieg das Ende des
nus
Presse der Rechten einen Feldzug gegen die Duma, die sie beschul⸗ digt, eine Revolution anstiften und alles gegen eine gründliche Durchführung des Krieges tun zu wollen.
*
Dem Rjetsch zufolge bestreiten die rechtsstehende Presse und maßgebende Stellen die Richtigkeit der Gerüchte der Befrei— ung der Juden von den einschränkenden Bestimmungen. Auch die Gouverneure, deren Absetzung versprochen wor⸗ den war, wirtschafteten weiter, wie bisher. Es müsse, schreibt das Blatt, energisch darauf bestanden werden, daß die Regierung ein festes Programm erlasse, von dem sie nicht abweiche.
*
Rietsch meldet: Am 23. August waren in den Rußlands Gerüchte verbreitet, daß Ko wu o und die Dardanellen gefallen seien. In Petersburg und Moskau fanden deshalb Kundgebungen statt, obwohl die Polizei diese sogar unter Androhung von Strafe verbot. In Moskau artete die Kundgebung in eine regierungs feindliche De⸗ monstration aus. An dem Denkmal des Generals Skobe— leff wurden Reden gehalten, darunter eine von einem jungen Manne, die die Polizei veranlaßte, ihn sofort zu verhaften. Das Publikum wollte ihn befreien. Dadurch entstand ein Kampf mit der Polizei, wobei mit Fahnenstangen und Steinen ge— kämpft wurde. Viele Personen, auch Polizisten, wurden verwundet. Die Menge zog den Polizisten nach und zertrümmerte die Fenster— scheiben des Polizeireviers. Erst in der späten Nacht gelang es der Polizei, die Menge auseinanderzusprengen.
5
Hauptstädten wie dererobert
Ereignisse führt unfehlbar zum Erwachen der Volks⸗ energie, zum Aufschwung des Volksgeistes, zur Die traurige Lage allgemeiner Unterdrückung, zu der Rußland vor dem Kriege verurteilt war, kann sich nicht wiede r⸗ holen. Das Schicksal schreibt gebieterisch eine bestimmte Richt⸗
salsbefehle sind die alten Regierungsschablonen ohnmächtig, so gern auch bestimmte Kreise zu ihnen zurückkehren möchten.
Das Erwachen der Volkskräfte vollzieht sich vor unseren Augen, und wir sehen, daß die alten Gegner der Volksinitiative ge— zwungen sind, ihre Stellungen zu räumen.
Was wird weiter werden? Mit Beendigung des Krieges erwachsen dem Staate Aufgaben größter Wichtigkeit(der Aufbau des Zerstörten, Heilen der geschlagenen Wunden), mit denen fertig zu werden, nur dem gemeinsamen Streben der Volks- kräfte, der allgemeinen geschlossenen Arbeit gelingen kann. Für unsere Industrie wird der Krieg zweifellos sehr große Folgen haben. Wir haben unsere Schwäche deutlich gesehen, die Verhältnisse haben uns gezwungen, uns an die Erzeugung alles dessen zu machen, was wir früher nicht hergestellt haben. Neue Gewerbs— zweige werden entstehen, die Industrieherde verschieben sich, es fällt das alte hergebrachte Mißtrauen gegen die Regierung, ihre maß— gebende Bedeutung für den Staat wird anerkannt.
Die Entwicklung der Industrie, die Befreiung der gebildeten Gesellschaft und der Volksmassen von ihren Fesseln, die Teilnahme des Volkes an den Regierungsgeschäften— das hilft die tiefen Wunden heilen, die der Krieg geschlagen hat und zieht unser Vater— land aus dem Abgrunde, in den ihn das alte Regime gebracht hat.
Die französische Blockade über die Küsten Klein⸗ Asiens.
Paris, 28. Aug. Amtlich wird bekanntgegeben: Der befehlshaber der französischen Flotte verhängte am 22. August die Blockade über die Küsten Kleinasiens und Syriens von der Insel Samos bis zur ägyptischen Grenze zwischen 37 Grad 38 Minuten nördlicher Breite und 27 Grad 2 Minuten östlicher Länge bis 31 Grad 20 Minuten nördlicher Breite und 34 Grad 13 Minuten öst⸗ licher Länge. Die Blockade trat am 25. August in Kraft. Sie wurde den Ortsbehörden in der blockierten Zone sofort bekannt gegeben.
2 22 5 2 9
Die türkisch⸗bulgarischen Verhandlungen.
Die formelle Unterfertigung des nach erfolgreichen Ver— handlungen zustande gekommenen türkisch-bulgarischen Ver⸗ trages wird, wie Az Est aus Sofia erfährt, erst später erfolgen, da die Entente bisher noch keine Antwort er— hielt und auch die Verhandlungen mit Serbien noch nicht ab— geschlossen sind. Es ist einfache Höflichkeitspflicht, vor Abschluß dieser Verhandlungen diesen Vertrag nicht zu unterfertigen, beziehungsweise die getroffenen Vereinbarun— gen nicht zu veröffentlichen.
Paris, 28. Aug.(W. B. Nichtamtlich.) Die Demission des bulgarischen Kriegsministers Fitschew, welcher ein Anhänger des Vierverbandes war, wird von der Presse mit dem türkisch-bulgari⸗ schen Abkommen in Zusammenhang gebracht. Sie sei ein neuer Be⸗ weis für die Neuorientierung der Politik der Sofioter Regierung, welche augenscheinlich in das Fahrwasser der Diplomatie der Zen⸗ tralmächte geraten sei. Die Presse bringt alle Meldungen hierüber über Athen und Dedeagatsch zum Abdruck, hofft jedoch, daß es sich noch nicht um eine endgültige Festlegung der Politik Bulgariens zu⸗ gunsten der Zentralmächte handelt.
Die englische Bergarbeiterbewegung.
Der Konflikt in den Kohlenbergwerken von Wales hat seinen Höhepunkt erreicht. Lloyd George und Runeiman hatten am Samstag in London Besprechungen mit den Ver— tretern der Arbeiter, offenbar ohne Erfolg, denn die Minister werden am Montag eine Zusammenkunft mit
Ober⸗
den Grubenbesitzern haben. Ein Aufschub bringt Gefahr,
Die Moskauer Zeitung Utro Rossij führt aus: Der Gang der
Freiheit.
ung in der Befreiung der Volkskräfte vor, und gegen diese Schick⸗
denn die Bergleute an mehreren Orten von Wales bekunden Ungeduld und feiern entgegen den Weisungen ihrer Führer.
Die Times melden aus Cardiff: Sollten die nach London gesandten Delegierten das Ziel nicht erreichen und die Grubenbesitzer an dem Schiedsspruche Runcimans strikte fest⸗ halten, so wird die Lage sehr ernst werden. Die Bergleute im Rhonddatale sind zweifellos starrköpfig und werden durch jüngere Agitatoren aufgehetzt. Eine Massenversammlung wird am Sonntag in Toypandy abgehalten. Es wird viel⸗ leicht schwer sein, die Arbeiter zu verhindern, ohne Rücksicht auf ihre Führer die Entscheidung in die eigene Hand zu nehmen.
Bergarbeiterstreik und U-Bootkrieg.
Die drohende Ausdehnung des Streiks der Kohlen⸗ bergarbeiter in Südwales gibt der Morning Post Veran⸗ lassung, die Lage zu betrachten, in die der Kohlenmarkt gerät, wobei merkwürdigerweise Geständnisse über die Folgen des Unter⸗ seebootkrieges gemacht werden. Es wird gesagt, daß die Schiffscigentümer nur wenig geneigt seien, ihre Schiffe in die ge⸗ fährli Unterseebootszone zu bringen, wenn sie es irgendwie ver⸗ meiden können, und daß sie deshalb lieber Mittelmeer⸗- oder süd⸗ amerikanische Häfen anlaufen. Die Folge sei ein ernster Mangel an Dampfer für den Kohlentransport von England, und ein weiteres Resultat sei, daß in den letzten Tagen die Frachtraten wieder die Rekordhöhe von vor einiger Zeit erreicht hätten. Hauptsächlich gelte dies für die Ostküste, wo die Frachtraten vom Tyne nach Rouen 3. B. von 15 Schilling auf 18 in die Höhe gegangen seien, während die Frachtraten nach Genua von 26 Schilling auf 30 Schilling ge⸗ stiegen seien. Es sei zu erwarten, daß in den nächsten Tagen die Frachtraten weiter in die Höhe gehen. 5
Der englische Dampfer„Behle“ versenkt.
T. U. Haag, 29. Aug. Die Times melden: Der englisch Dampfer„Beyle“ ist von einem deutschen Unterseeboot ver⸗ senkt worden.
Das Verfahren gegen den„Labour Leader“.
Manchester, 28. Aug.(W. T. B. Nichtamtlich.) In dem Ver⸗ fahren gegen den Labour Leader hat der Polizeirichter entschieden, daß die zur Anklage stehenden Artikel des Labour Leader vom 5. und 12. August nicht die Wirkung haben würden, die Rekru⸗ tierung zu hindeen. Ueber den zweiten Punkt der Anklage, daß der Artikel„Ueber den letzten Tag des Jahres“ die Beziehungen zu Frankreich zu schädigen geeignet sei, sagte der Richter, der Fall erledige sich dadurch, daß der Artikel in Frankreich die französische Zensur passiert habe. Die beschlagnahmten Exemplare des Labour Leader seien somit dem Verlage wieder zurückzugeben. Der Richter bestimmte sodann die Vernichtung folgender beschlag⸗ nahmter Broschüren:„Der britische Militarismus“,„An
n
die Frauen der Welt“,„Nationalität und Patriotismus“,„Die Ursachen des Krieges“,„Ein dankbares Land“ und„Sofortiger
Nur eine dieser Broschüren war im Verlage des Labour Die angeklagte Zeitung wurde nicht zu den
Friede“. Leader erschienen. Kosten verurteilt.
Anklage eines Buren gegen Botha.
Der bekannte Professor für südafrikanisches Recht an der Amsterdamer Universität, Bodenstein, der selbst ein Bur ist, veröffentlicht im Handelsblad einen überaus scharfen Artikel gegen General Botha, dem vorgeworfen wird, daß er anfäng— lich erklärte, es handele sich nur um die Verteidigung der Union, und in keiner Weise gelten lassen wollte, daß es sich um einen Eroberungskrieg handele. Was sein eigenes Volk davon dachte, schreibt Bodenstein, zwölf Jahre nach dem Elend und den Grausamkeiten des Krieges, der ihm seine Unab⸗ hängigkeit nahm, war ihm offenbar gleichgültig. Das Volk mußte sich biegen oder brechen, sich nach den Auffassungen dieses Jingo-Imperialisten schicken oder krepieren. Boden- stein erinnert daran, daß Botha eine Fälschung vorgenommen hatte, indem er behauptete, die Deutschen seien bei Nakopsüd in das Gebiet der Union eingefallen. Botha hatte damals, wie Bodenstein erklärt, die Karte einfach durch Geographen umfälschen und das im Gebiet von Deutsch-Südwestafrika liegende Nakopsüd in das Gebiet der Union einzeichnen lassen. Als sein Volk sich für derartige Zwecke nicht gebrauchen lassen wollte und zum Aufstand schritt, hatte Botha noch die Unverschämtheit, diesen Ausstand den Intrigen deutscher Agenten zuzuschreiben, obgleich er sehr gut wußte, daß dies vollständig unwahr sei. Nun würde wohl Botha den Adels— titel bekommen und eine Belohnung von 100 000 Pfund. Bodenstein erinnert an den Tod so großer Afrikaner wie Beyers und Fourie und daran, daß mit so vielen anderen der berühmteste Burenheld Dewet im Gefängnis sitze. Er warnt das südafrikanische Volk vor den versöhnungstriefenden, scheinheiligen Reden Bothas, da Botha jetzt, wo der Wahl— kampf beginne, seine Macht behalten wolle, und ruft am Schluß dieser wuchtigen Anklage: Hebe Dich hinweg, Ab- trün konnen Dich nicht mehr. Zu uns gehörst
Di ohe zu denen, denen Du immer nach den
Auge zast und nach deren Zustimmung Du immer


