geblich Mißstände bei Versteigerung der Frühbirnen hervor⸗
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Hessen und Nachbargebiete.
Gießen und umgebung.
— Stadtverordneten⸗Versammlung. Immer mehr schmilzt die Stadtvertretung Gießens zusammen, da im Laufe des letzten Jahres einige Mitglieder verstorben sind, mehrere be— finden sich im Bade. In der gestrigen Sitzung waren nur 11 Stadtverordnete anwesend, so daß es knapp zur Beschluß⸗ fähigkeit reichte. Die Tagesordnung war, soweit sie die öffentliche Sitzung beschäftigte, nicht sehr umfangreich und wurde schnell und fast ohne Debatte erledigt. Anwesend waren Oberbürgermeister Keller, Stadtv. Dr. Ebel, Faber, Helfrich, Huhn, Jann, Leib, Löber, Orbig, Plank, Simon, Vetters.— Zu Urkundspersonen werden Löber und Simon bestimmt.— Vor Eintritt in die Tagesordnung widmet der Oberbürger— meister dem am 2. August verstorbenen Stadtverordneten Friedberger Worte ehrenden Gedächtnisses und der An⸗ erkennung seiner Tätigkeit; zu Ehren ihres verstorbenen Mit⸗ gliedes hatte sich die Versammlung von den Sitzen erhoben.— Gebr. Kahl wollen eine Lagerhalle neben der Kläranlage er— richten. Weil der Platz außerhalb des Ortsbauplans liegt, ist Dispens nötig, den die Versammlung befürwortet.— Dem Verkauf städtischen Geländes an der Krofdorfer Ge— markungsgrenze an Witwe Abel in Krofdorf wird zugestimmt. Es handelt sich um ein Stück von 373 Quadratmeter à 20 Pfg. — Der im Voranschlag zur Beschaffung von Elektrizi⸗ tätszählern bewilligte Kredit reicht nicht aus, es werden deshalb noch 5000 Mark nachbewilligt.— Die Rechnung der Armenkasse für 1913 schließt ab in Einnahme mit 135 368,90 Mk. in Ausgabe mit 127 811,97 Mk. Sie wird ge⸗ nehmigt.— Aus den Zinsen der Peter Wilson Kinder⸗ Stiftung sollen wie bisher 500 Mark für den Knabenhort und 300 Mark für den Mädchenhort verwendet werden. Dem wird zugestimmt.— Die hiesigen Druckereien ersuchen um Erhöhung der Preise für Druckarbeiten und beantragen einen Aufschlag von 10 Prozent für die der Stadt zu liefern⸗ den Druckarbeiten. Das mit Steigerung der Rohmaterial— preise begründete Gesuch wird als berechtigt anerkannt und ihm deshalb stattgegeben.— Auch die Droschkenbes itzer haben einen Antrag auf Erhöhung der Sätze des Droschken— tarifs gestellt. Dr. Ebel bemerkt dazu, daß die Aufschläge doch recht erheblich seien; er nehme an, daß sie nur für die Kriegszeit Geltung haben sollen. Letzteres wird vom Ober— bürgermeister bestätigt. Dem Antrag wird auf Widerruf stattgegeben.— Zwei Wirtschaftsgesuche, das eine von Kasp. Heinzerling Witwe für Schiffenbergerweg 63, das andere von Hrch. Ruckstuhl für Steinstraße 76, werden genehmigt.— Am Schluß der Sitzung weist Dr. Ebel! einen im Gießener Anzeiger erhobenen Vorwurf zurück, wonach an—
getreten seien. Redner bemerkt, daß auf Grund des Kom— missionsbeschlusses Händler und Wiederverkäufer zu der Ver⸗ steigerung nicht zugelassen werden. Die Vorwürfe des Gieß. Anz. seien somit unbegründet.— Simon bestätigt, daß zwei Händler bei der Versteigerung zurückgewiesen wurden.— Auch der Oberbürgermeister bemerkt, daß alle Vorkehrun— gen getroffen worden seien, um die Interessen der Bevöl— kerung zu wahren und dafür zu sorgen, daß Lebensmittel mög⸗ lichst nicht verteuert werden.
— Eine Versammlung gegen die Lebens mittelteuerung, einberufen von einer Anzahl Vereine, die sich zu einem Kriegsausschuß für Konsumenteninteressen zusammenge— schlossen haben, findet Sonntag nachmittag 5 Uhr in der neuen Aula der Universität statt. Der Vorsitzende des Frankfurter Ausschusses, Herr Meinig, wird zunächst über das Thema:„Was können die Konsumenten gegen eine un— berechtigte Lebensmittelteuerung tun?“ sprechen. Dann dürfte voraussichtlich eine Frau Wäscher aus Kassel zu Wort
kommen, und schließlich noch ein Vertreter des städtischen Lebensmittelausschusses die von der Stadt getroffenen Maß. nahmen erläutern. Im Anschluß hieran wird der kürzlich gewählte Ausschuß die Richtlinien für seine fernere Tätig⸗ keit bekannt geben, worauf dann die Bestätigung des Aus⸗ schusses erfolgen soll. Der Eintritt zu der Versammlung ist frei. An unsere Leser und Parteifreunde, speziell aber an die Hausfrauen richten wir die dringende Bitte, diese Versamm⸗ lung zu besuchen. Gerade das werktätige Volk leidet am schwersten unter der allgemeinen Teuerung: viele der Ar⸗ beiterfrauen wissen überhaupt nicht mehr, wie sie bei den gegenwärtigen Zeiten ihre Familien durchschlagen sollen und deshalb ist es in erster Linie auch Pflicht dieser Volksschichten. alle Bestrebungen zu unterstützen, die auf eine Beseitigung des Lebensmittelwuchers hinzielen.
— Großer Unwille herrscht in den Kreisen der Gießener Einwohnerschaft darüber, daß die Stadt die Beträge von zwei Monaten für Gas und elektrisches Licht zusammen erheben läßt, umsomehr, da auch in den nächsten Tagen durch die verspätete Ausgabe der Steuerzettel z wei Ziele Ge⸗ meindesteuern und zwei Ziele Kanalgebühren fällig sind. Wir sind auch der Meinung, daß die Stadt ihren Bürgern angesichts der trostlosen Geschäftslage mehr Entgegenkommen zeigen dürfte.
— Die Auszahlung der Familienunterstützungen für 1.—15.
September 1915 an die Angehörigen der zum Heeresdienst Ein⸗ berufenen findet statt: a) Reichs⸗ und Kreisunterstützung: An die⸗ jenigen, deren Namen beginnen mit A—K Mittwoch den 1. Sep⸗ tember, I—2 Donnerstag den 2. September, b) städtische Unter⸗ stützung(Mietszuschuß): An diejenigen, deren Namen beginnen mit AK Freitag den 3. September, I—2 Samstag den 4. Sep⸗ tember, c) an Vermieter, die Mietbeträge abholen: Montag, den 6. September. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, statt. Die Auszahlungen können nur an den vorgeschriebenen Tagen stattfinden. — Wie hält man Eier frisch? Bei den gegenwärtigen Eier⸗ preisen werden wohl nicht viel Frauen, besonders solche aus dem Arbeiterstande, in der Lage sein, Eier einlegen zu können, um diese für den Winter frisch zu halten. Immerhin dürfte mancher Haus⸗ frau ein erprobtes und einfaches Rezept zum Aufbewahren der Eier willkommen sein. Wenn nötig, sollen die Eier abgewaschen und in eine Lösung von 1 Teil Wasserglas und 8 Teilen Wasser so gelegt werden, daß die Eier von dieser Lösung völlig bedeckt sind. Die an die Oberfläche des Wassers steigenden Eier sind nicht zum Einlegen geeignet und müssen deshalb bald verbraucht werden. Gebräuch⸗ lich ist auch das Einlegen in Kalkwasser. Man übergießt gelöschten Kalk mit sopiel kaltem Wasser, bis die Flüssiakeit ein milchiges Aussehen erhält. In diese Lösung legt man die Eier ein, und zwar mit der Spitze nach unten. Es werden auch noch chemische Präparate beim Einlegen verwendet, deren Handhabung jedenfalls sehr viel umständlicher ist.
— Aenderung im Einquartierungswesen. Wie wlr kürzlich bereits einmal andeuteten, sollen die Landsturm-Mannschaften nicht mehr bei den Bürgern, sondern in Massenquartieren untergebracht werden. Durch die bisherige Art der Unterbringung sind der Stadt nämlich ganz erhebliche Lasten entstanden. Bekanntlich wurde den Quartiergebern für den Mann 2 Mark täglich von der Stadt ver⸗ gütet. Diese erhält aber vom Militärfiskus nur 1,30 Mark, 70 Pfg. legte sie aus ihren Mitteln darauf. Das machte im Monat etwa 45 000 Mark aus, für 14 Monate(bis 1. Oktober) also fast zwei⸗ drittel Millionen Mark. Dafür erhält die Stadt von keiner Seite Ersatz, sie ist daher nicht mehr in der Lage, diese Aufwendungen zu machen. Vom 1. Oktober ab wird sie daher nur noch die Unter⸗ kunftsräume für die etwa 2200 Mann stellen, während die Ver⸗ pflegung von der Militärbehörde übernommen wird. Ein Teil der Mannschaften soll in der Schule an der Westanlage, der andere in einer Baracke auf dem Trieb untergebracht werden.— Manchem Landsturmmann wird diese Aenderung nicht angenehm sein, viel⸗ leicht auch manchem Quartierwirt nicht, es läßt sich aber leider nicht ändern.— Hoffentlich ist der Krieg vor dem 1. Oktober noch zu Ende!
Die Kinder gehören ins Haus. Der Stadtmagistrat in Würz⸗ burg erließ eine ortspolizeiliche Vorschrift, nach der das Verweilen von Schülern und Schülerinnen der Volks- und Fortbildungsschulen auf öffentlichen Anlagen nach Eintritt der Dunkelheit, jedenfalls aber nach 9 Uhr abends, ohne Begleitung Erwachsener verboten ist. Eltern usw. werden gegebenen Falles mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder 14 Tagen Haft bestraft.
louis Bomben. Mehrere Personen wurden getötet oder ver
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110 1 Brest⸗Litowsk gefallen! Großes 7 U 26. August.(Amtl.)
Aagesberich des Fuel Huttner
Die Festung Brest⸗Litowsk ist gefallen. 10
Deutsche u. österreichisch⸗ungarische Truppen 3 die Werke der West⸗ und Nord westfront und drangen in der Nacht in das Kernwerk ein. Der Feind gab darauf die
Festung frei. Oberste Heeresleitung. — f 9
8 Die Russen auf der Flucht. Bialystok besetzt. Vier frauzösische Flugzeuge vernichtet. W. B Großes Hauptquartier, 26. Aug., vorm.(Amtlich.) Oestlicher Kriegsschauplatz. 4 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.. 9 Bei Bausk und Schönberg südöstlich von Mitau haben 9 ich Kämpfe entwickelt. 5 1 * Desti und südöstlich von Kowno nehmen die Kämpfe ihren Fortgang. Vor Olita nähern sich unsere Truppen 4 den Vorstellungen der Festung. Zwischen Sejny und Merecz 1 (am Njemen) wurde der Feind geworfen. Auch im Walde östlich von Augustow dringen Teile der Armee des 3 Generalobersten v. Eichhorn nach Osten vor. 5 Weiter südlich wird um den Berezowka⸗Abschnitt ge. Unsere Spitzen haben Bialystok erreicht. Die
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des Bialowieska⸗Forstes. 5 ö Gegend nordwestlich von Kamieniec—Litowsk hält er noch N Stand. 5 9 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen..
Die Festung Brest-Litowsk sist gefallen. Während das österreichische Korps des Feld marschalleut nants v. Arz gestern nachmittag nach Kampf zwei Forts der
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Westfront nahm, stürmte das brandenburgische 22. Reserve⸗ korps die Werke der Nordwestfront und drang in der Nacht in das Kernwerk ein. Der Feind gab darauf die Festung 14 815 5 Auf der ganzen Front der Heeresgruppe vom Bialowi⸗ ö oska⸗Forst bis zum Sumpfgebiet um Pripjet(füdöstlich von Brest⸗Litowsk) ist die Verfolgung im vollen Gang. Westlicher Kriegsschauplatz. 1 Nördlich von Beauséjvur in der Champagne wurde ein vorgestern besetzter Sprengtrichter gegen französische Angriffe behauptet. 5 1 Zwei feindliche Flugzeuggeschwader warfen! gestern im Saartale oberhalb und unterhalb von Saar-
letzt, der Sachschaden ist unwesentlich. Vor ihrem Start waren die Geschwader in ihrem Hafen Nancy mit gutem Er⸗ folg von unseren Fliegern angegriffen worden. Außerdem büßten sie vier Flugzeuge ein: Eins stürzte bei Bolchen brennend ab, Führer und Beobachter sind tot; eins fiel bei Remilly mit seinen Insassen unversehrt in unsere Hände; ein drittes wurde von einem deutschen Kampfflieger bei Arracourt(nördlich von Luneville) dicht vor der fran⸗
Diethelm von Buchenberg
* Erzählung von Bertold Auerbach. 60
Auf den Tag hin, wie er es vorausgesagt, starb der alte Schäfcrle. Als ihm Munde noch am Morgen die gestopfte Pfeife übergeben wollte, schüttelte er den Kopf verneinend und sagte:„Es ist vorbei.“
5 Munde überließ alles seiner Schwester und nahm sich nur die Kleider des Medard.
Er saß am Wege und hütete die Schafe, als Diethelm vierspännig mit seiner neuen Kalesche daherfuhr; er schaute auf, und blitzschnell durchzuckte ihn der Gedanke, welch ein großes Leben er hätte führen können; aber er drückte den Hut ins Gesicht und pfiff dem Paßauf, während Diethelm und Fränz rasch vorbeirollten.
Nicht ohne Befriedigung hörte Diethelm, daß der alte Schäferle gestorben und begraben sei, und daß der Geistliche an dessen Grabe sagte, Gott möge ihm vergeben, wie ihm der vergeben habe, dem er so schweres Leid angetan. Den Munde fürchtete Diethelm nicht mehr, weil er nicht im ersten Zorn gehandelt hatte, in diesem war er des Schlimmsten von ihm gewärtig, jetzt in Ruhe, dachte er, wird die Schafseele es nie dazu bringen, als Ankläger aufzutreten. So fühlte sich Diet helm von dieser Seite gedeckt, aber der Geist der Wider— spenstigkeit und Aufsätzigkeit, den er in Fränz niedergerungen hatte, schien in Martha jetzt neu zu erwachen, wenngleich gemildert von ihrem an Ergebung gewohnten Wesen. Mit Ruhe ertrug es Diethelm, daß sie ihm heftige Vorwürfe machte, weil er mit Fränz in der Welt umherfuhr und seine Frau daheim vergaß,„wie ein im Stalle angebundenes Stückle Vieh“. Er versprach, sie niemehr allein zu lassen.
Eines Tages ging er mit ihr nach dem Bau, der stau— nenswert rasch vorrückte, die Sonne brannte stechend und ge— witterverkündend nieder, und Diethelm sagte:„Ich weiß nicht, wie mir's ist, seitdem ich im Gefängnis gewesen, bring' ich eine Kellerkälte nicht aus mir heraus; es ist mir, wie wenn ich einen Eisklumpen im Herzen hätt'. Ich hab' ge— meint, im Sommer wird's besser, aber es ist nicht. Du sagst
Martha gellend und streckte die leichenhaften Finger Diethelm ins Gesicht..
„Was hast? Was machst?“ fragte Diethelm erschrocken und Martha erklärte, indem sie sich auf einen Steinhaufen am Wege setzte:„Diethelm, was hast du gemacht? Weißt du's denn nicht mehr? Du hast ja geschworen, die Sonne soll dich nicht erwärmen, wenn du ans Brandstiften denkst, dort am Fenstersims hast's geschworen, und jetzt ist's ja wahr geworden, die Sonne wärmt dich nicht, und ich hab' einen falschen Eid auf mich nehmen wollen, und meine Finger sterben mir ab. O gerechter Gott, was machst du aus uns? Gerechter Gott, was soll aus uns werden?“
Diethelm suchte sie zu trösten, soviel er vermochte, er wollte jetzt leugnen, daß ihn friere und behauptete, die Wunde an seinem Arm sei noch nicht völlig geheilt; da faßte ihn Martha, gerade an der wunden Selle, daß er laut aufschrie; sie aber sagte:„Gesteh' ehrlich, beichte, nur mir sag's, nur mir, woher du das hast. Der Doktor hat immer gesagt, das säh aus wie ein Biß von einem Menschen. Wer hat dich gebissen?“
Diethelm hatte Geistesgegenwart genug, seine Frau tapfer auszuzanken mit dem Zusatz, daß, wenn sie noch ein einzig Mal von toten Schwurfingern rede, er sie auf immer verlasse, möge daraus werden, was da wolle.
Martha schwieg, aber ihre schweigend trauervollen Mie— nen, ihr stilles, stundenlanges Betrachten der abgestorbenen Finger sagte Diethelm, daß sie für sich sinne und was sie von ihm denken möge.
Als das Haus gerichtet war und der bänderverzierte Maien vom Giebel prangte, machte sich Diethelm mit den Seinen auf nach dem Wildbad, die warme Quelle sollte Diet— helm von seinem Froste und der Wunde heilen, und sollte die tote Hand Marthas neu beleben. Am hoffnungsreichsten aber war Fränz, sie bedurfte der warmen Quelle nicht: ihrer harrte dort der Rautenkranzsohn und, nicht zu vergessen, auch der Amtsverweser. 5
XXVII.
Der stattliche reiche Bauer von Buchenberg mit seiner
Familie und seinem eigenen Gefährt war wochenlang eine
jetzt, dir sei heiß, und ich werde die Gänsehaut nicht los.“ „Herrgott! das sind meine toten Schwurfingerl“ schrie
der bemerktesten Erscheinungen in Wildbad. Schon der frappante Gegensatz, den man sich von ihm erzählte, daß er
sich beim Brande eine schwer zu heilende Erkältung zuge⸗ zogen, machte ihn zum Gegenstand des Gesprächs, dazu sein gemessenes Benehmen, weder zudringlich noch schüchtern, machte ihn zu einem Urbild jenes stolzen, selbstbewußten Bauerntums, das man sogar in der sogen. guten Gesellschaft anziehend findet, solange es in ästhetischer Buchferne verharrt und der eigenen Ueberhebung nicht zu nahe tritt. Martha und Fränz waren weniger bemerkt. Martha hielt sich vor- zugsweise zu einigen alten Frauen, die im Armenbad eine J Freistelle genossen, und ließ sich von ihnen ihre Leiden un ihre Schicksale erzählen, Fränz aber war seltsam verscheucht und zurückgezogen. Wir werden bald erfahren, warum. Wir müssen nur noch erzählen, daß Diethelm die Spitze seines Ruhmes erreichte, als eine regierende Fürstin in der Allee durch den ersten Kammerherrn ihn sich vorstellen ließ. Diethelm war beseligt durch diese Auszeichnung, er gab auf alle Fragen bescheidene, und wie es schien genehme Ant⸗ worten: er widersprach nicht, als man ihn für einen großen Hofbesitzer hielt, und nahm sich nur vor, diese Voraussetzung zu einer Wahrheit zu machen; dabei schaute er oft wie ver⸗ legen um, er wollte sehen, ob niemand bemerkte welche Ehre ihm zuteil wurde. Es gingen aber Menschen vorüber die ihn nicht kannten. Dennoch sah er wohl, daß sie in der Ferne 75 stehen blieben. Als er entlassen wurde, ging er aufgerichtet durch die Alleen heimwärts, die Bäume waren noch ei so grün, der Himmel noch einmal so blau, und die Vögel 1 sangen so lustig, wie noch nie. Zum ersten Male spürte er die Wirkungen des Bades, eine wohltätige Wärm überströme 1 sein ganzes Wesen, und als er zu Frau un Tochter kam, wa 1 er glückselig und wiederholte immer und 185 daß dieser dale eon de eee het due en e dere, atte ihm die„fast wie ein S ö i 4 griffen, diese Ehre schien zu schwer für n a 1 erwünschter Besuch, der Vetter Waldhornwirt 1 blieb
.
Diethelm auf seinem Stuhle f Lächeln:„Wärst du nur um
1 5 0 du sehen können, wie sprochen hat, grad so, wie ich; it di
so herztreu. S5 A5 e n wenn ich ganz Buchenberg hät erzählen mußt's. Sie müssen's alle wissen
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