PPP
Keichstag.
18. Sitzung: Mittwoch, den 25. August, nachmittags 2 Am Bundesratstisch: Delbrück, Lisco, Helfferich. Die Diskussion über
ö die Fragen der Volksernährung wird fortgesetzt.
Abg. Fegter(Pp.) brandmarkt den Lebensmittelwucher als unmoralisch und charakterlos und betont mit Nachdruck, daß die Landwirte im allgemeinen keinen Grund zur Klage haben; ihr andauerndes Klagen muß die Anschauung stärken von der Un⸗ ersättlichkeit der Produzenten und der rücksichtslosen Ausbeutung der Konsumenten. Wirklich traurig geht es den kleinen Hand⸗ werkern und Gewerbetreibenden.(Justimmung bei der Volks⸗ partei.) Der Redner klagt dann lebhaft über den geradezu un⸗ erträglichen Wildschaden; jeder Geschädigte sollte das Recht er⸗ balten, das Wild einfach abzuschießen. 8
Abg. Hestermann(Wirtsch. Vg.): Die Vorwürfe gegen die Landwirtschaft sind unberechtigt; wenn wir die Landwirtschaft nicht hätten, wären wir rettungslos verloren.(Lebhafte Zu⸗ stimmung rechts.) Die Landwirte haben dem Vaterland gegen⸗ über voll ihre Pflicht getan.(Bravo! rechts.) 1
Damit schließt die Debatte über die Ernährungsfrage.
7 persönlichen Bemerkungen der Abgg. Frhr. v. Gamp(Rp.), Fegter Vp.) und Gothein(p.) wird die sozialdemotratische 5 luütion betreffend die Zusammensetzung und Befugnisse der Zentral⸗ stelle für Lebensmittelversorgung angenommen. Dadurch ist die die gleiche Materie behandelnde Resolution der Budgetkommission erledigt. Im übrigen werden die Resolutionen der Kommission unter Ablehnung der sozialdemokratischen Gegenanträge an⸗ genommen.
Die Resolutionen betreffend Teuerungszulagen für Reichs⸗ beamte und Arbeiter und betreffend Erhöhung der Unterstützungen der Kriegerfamilien werden von der Tagesordnung abgesetzt.
Es folgt die Debatte über die Resolutionen über den Schutz selbständiger Handwerker und über die Erleichterung der Ab⸗ tragung der während des Krieges gemachten Schulden der Kriegs⸗ teilnehmer.
Nach Befürwortung durch den Abg. Dr. Böttger(natl.) wer⸗ den auch diese Resolutionen angenommen.
Zu der Resolution betreffend Erlaß einer Verordnung über das Güteverfahren in Rechtsstreitigkeiten erklärt
Staatssekretär Dr. Lisco, daß Erwägungen in der Richtung schweben. Auf eine weitere Anfrage des Abgeordneten Gothein(Vp.) bemerkt er, daß er die Exmission von Familien ländlicher Arbeiter, deren Ernährer im Felde steht und deren Vertrag abgelaufen ist, für unzulässig halte.
Die Resolution wird angenommen.
Die Resolution betreffend Wiedereinführung der Sonntags⸗ ruhe im Zeitungsgewerbe für das ganze Reich wird angenommen.
Es folgt der mündliche Bericht der Kommission über die Lage
Uhr.
der Kallinbustrie.
Abg. Herold(3.) berichtet über die Verhandlungen der Kom⸗ mission über die Notlage der Kaliindustrie zufolge des Kali⸗ ausfuhrverbotes.
0 Abg. Sachse(Soz.)
Ursprünglich beantragten wir die Kaliabgabe für diejenigen erke aufzuheben, welche nachweisen, daß sie 75 Proz. des da⸗ urch ersparten Betrages zu Lohnerhöhungen aufwenden wollen. Nachdem wir diesen Antrag zurückzogen, haben wir wenigstens einen Zusatzantrag für notwendig gehalten, dahingehend, daß eine der ersparten Abgabe entsprechende Lohnerhöhung eingeführt werden soll; im 7 sollte die Kaliverteilungsstelle die Ent⸗ scheidung treffen. Leiber ist auch dieser Antrag abgelehnt worden. ir haben uns in der Kommission gegen eine Preiserhöhung für Rali ausgesprochen, weil wir die Aufhebung der Kaliabgabe schon fh eine ziemliche Hilfe ansehen und weil die Landwirte auch eine ehr geringe Erhöhung der Preise für Düngemittel benutzen würden, um die Preise ihrer Produkte, die Preise der Lebens⸗ —9— weiter zu steigern.(Sehr richtig! bei den Sozialdemo⸗ ten.) Gewiß 5 sich die Kaltindustrie in einer schwierigen Vage, in einer noch schwierigeren aber die Arbeiter; es gibt Kali⸗ werke, die die Löhne nicht nur nicht erhöht haben, sondern die sogar rande Löhne zahlen wie vor dem Kriege. In der Kom⸗ mission hat der Unterstaatssekretär Richter und ebenso der Handels⸗ minister Sydow fest zugesichert, wenn die Preiserhöhung und die Aufhebung der Kaliabgabe Gesetz wird, ihr Möglichstes zu tun, um eine Lohnregelung eintreten zu lassen; für die fiskalischen Werke ist es aufs bestimmteste zugesagt. Deshalb haben wir vor⸗ läufig auf weitere Anträge verzichtet. Einige Kaliwerke haben angeblich infolge ihrer schlechten Lage den Familien ihrer ein⸗
Diethelm von Buchenberg
* Erzählung von Bertold Auerbach. 59
„Vater, verzeiht mir. Ich denk's ja gewiß nicht mehr,“ bat Fränz weinend.
„Schlecht genug, daß du's einmal gedacht hast. Wenn du von heut an, hör' zu, was ich dir sag', und guck nicht unter sich, sieh' mir ins Gesicht, sag' ich,“ knirschte Diethelm, seine Tochter schüttelnd,„wenn du von heut' an nicht demütig und gehorsam bist, wie's einem Kinde zukommt, nein, ich will dir nicht sagen, was ich tu', ich behalt's bei mir, aber vergessen werd' ich's nicht, verlaß dich drauf. Jetzt komm', hinter mir drein gehst und machst ein heiter Gesicht, das sag' ich dir, und red' mir kein Wort mehr davon.“
Diethelm war es gelungen, den schlimmen Sinn seiner Tochter zu bezwingen, sie ging hinter ihm drein wie ein Lamm und erschrak bei jedem seiner Blicke, wenn er sich um- wendete. Was war aber damit gewonnen? Handhaben für neue Anklagen waren in fremde Hand gegeben, und noch dazu in die eines Erbitterten. Soll denn die Tat nie ruhen? Brennt das Feuer immer wieder auf? Nur eines tröstete Diethelm, und dies war der weichmütige Charakter Mundes. Aber hatte er sich nicht seit gestern so aufallend verändert? Nein, er ist noch derselbe, sonst wäre er ja nicht davon ge—
laufen, statt Diethelm und Fränz sogleich dem Gericht zu überliefern. Dennoch schickte Diethelm sogleich den Reppen⸗
berger nach Buchenberg, teilte ihm oberflächlich mit, was ge— schehen war, und gab ihm den dringenden Auftrag, zu er— forschen, was Munde vorhabe, und es ihm durch einen Eil boten nach der Stadt mitzuteilen. Der Reppenberger ver— stand den Vorgang, wenn auch nur halb, und sagte:„Ich hab's bald gemerkt, das tut kein gut. Man kann ein Roß und ein Schaf nicht zusammenspannen.“ Diethelm lachte über diesen
auf den Weg. Beim Namen angerufen, erwachte Munde unter dem
Birnbaum bei Breitlingen, der Schmied von Buchenberg
Vergleich und gab dem Reppenberger ein gutes Zehrgeld mit
„FCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCT0TC0TCT0TCT0TT⅛TCTTTT
entzogen. Um so mehr wäre es nötig, den Kaliwerken die Ver⸗ pflichtung aufzuerlegen, bei Inkrafttreten des neuen Gesetzes eine entsprechende Lohnerhöhung eintreten zu lassen. Kommt eine gerechte Regelung nicht zustande, so werden wir nicht ruhen, bis sie erreicht ist.(Beifall bei den Sozialdemokraten.)
Abg. Gothein(Freis. Vpt.) hält es fü selbstberständlich, daß die Kaliindustriellen, wenn die Preise erhöht werden, ihren Ar⸗ beitern auch Teuerungszulagen geben, aber es sei nicht angängig, dies in das Gesetz e. 79
Abg. v. aft e spricht sich trotz der neuen Opfer, die der Landwirtschaft dadurch auferlegt werden, für den Kommissions⸗ antrag aus. 0
Hierauf wird der Antrag der Kommission in Verbindung mit einem Antrage Erzberger—Gothekn angenommen, durch den der Ablaufstermin für die Kontingentierung des Kalisyndikats bis 1917 hinausgeschoben wird.(Der Antrag bezweckt eine Aufhebung der Kaliabgabe und eine Erhöhung des Preises.)
Es folgt die Beratung über die Einführung von Kohlenzwangssyndikaten. Debattelos werden zwei Resolutionen der Kommission angenommen, deren eine die Rege⸗ lung des Kartell⸗ und Syndikatswesens für Reichssache erklärt mit der Einschränkung, daß erst nach dem Kriege eine geeignete Organi⸗ sation beim Reichsamt des Innern geschaffen werde, deren andere wünscht, daß zu den Beratungen über die Neuorganisation des Zwangskohlensyndikats auch Vertreter der Bergarbeiter hinzuge⸗ zogen werden.
Es folgt die Beratung über die
Kriegsbesoldungsordnung. Abg. Stücklen(Soz.):
Die Kriegsbesoldungsordnung ist dem Reichstage nicht zu⸗ gänglich gemacht worden. Man sagt, daß die Festsetzungen der Vesoldungen im Kriegsfall von der Kommandogewalt des Kaisers gedeckt werden. Diese Auffassung ist falsch, die Kommandogewalt des Kaisers ist begrenzt und keineswegs hat der Kaiser das Recht, über die vom Reichstag bewilligten Mittel nach eigenem Ermessen zu verfügen(Sehr richtig!), namentlich soweit die Bezüge der Offiziere und Mannschaften in Betracht kommen. Wir haben eine ganz bestimmte Besoldungsordnung und diese kann man im Falle eines Krieges nicht 8 außer Kraft setzen und dafür Sätze ein⸗ setzen, die dem Reichstag gar nicht bekannt sind und über die er nicht zu bestimmen hat. Das würde nichts anderes bedeuten, als eine völlige Ausschaltung des Reichstages.(Lebhaftes Sehr richtig! links.) Die Kommission war einig, daß das nicht geht. Man wußte bei Kriegsausbruch wohl, daß eine Kriegsbesoldungsordnung existiert, man kannte aber ihren Inhalt nicht. Man kann keines⸗ wegs sagen, es war keine Zeit, sie dem Reichstag bekanntzugeben und von ihm prüfen zu lassen, denn sie stammt vom 29. Dezember 1887.(Lebhaftes Hört! hört!) Die Kriegsbesoldungsordnung konnte also und mußte dem Reichstag zur Beschlußfassung vor⸗ gelegt werden. Freilich wußte man, daß sie existiert, aber kein Mensch dachte doch an einen Krieg. Sonst hätte man darauf be⸗ standen, daß alle Verordnungen, die auf den Krieg Bezug haben, auch vorgelegt würden. Bei Kriegsausbruch haben einige Mit⸗ glieder versucht, diese Besoldungsordnung zu Gesicht zu bekommen, es war ihnen aber unmöglich.(Hört! hört!) In der Bibliothek war sie nicht vorhanden, an anderen Stellen sagte man, ihr In⸗ halt ist geheim(Hört! hört! links). Der Reichstag hätte sehr wohl nach dem 4. August noch ein oder zwei Tage auf die Prüfung dieser Besoldungsordnung verwenden können, dadurch wäre dem Reiche viel Geld erspart worden. Erst vor einigen Tagen war es möglich, einen Einblick in die Besoldungsordnung zu bekommen, und danach begreift man, warum sie so ängstlich gehütet worden ist. Man kann leicht kleinlich erscheinen, wenn man auf die Einzelheiten eingeht. Wir wissen recht gut, daß der 8175 draußen genau so kämpft wie der gemeine Soldat. Wir wissen auch recht gut, daß an die Leistungen eines Hindenburg und anderer Führer nicht der 0 75 des Geldes angelegt werden kann. Wir wollen keineswegs in kleinlicher Weise 1 et aber wir bringen die Sache zur Sprache, weil man den Reichstag nicht gefragt hat, obwohl Zeit dazu gewesen ist und weil wir glauben, daß die Pflicht der Spar⸗ samkeit mit dem Kriege nicht aufgehört hat. enn man dem ganzen Volke sagt: Ihr müßt Euch einschränken, so muß die Ein⸗ schränkung auch auf anderem Gebiete eintreten. Wogegen wir uns wenden, ist die ganze Art und Weise, in der die Kriegsbesoldungs⸗ ordnung angewendet und dem Reichstag vorenthalten wird. Was 55 man zu Sätzen wie den folgenden sagen: Ein junger Assessor, er als Kriegsgerichtsrat verwendet wird, erhält 10000 M.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten) oder ein Militärgerichtsschreiber, doch ein ziemlich subalterner Beamter, erhält 6000 M. Solche Be⸗ üge kann man nicht billigen. Man muß so rasch wie möglich ver⸗ angen, daß dem Einhalt getan wird. Der Krieg, der den großen Volksmassen so viele Entbehrungen und die äußerste Sparsamkeit auferlegt, darf nicht dazu führen, daß andere Leute weit über das hinaus verdienen, was sie brauchen. Die Kriegsbesoldungsordnung sieht Zulagen auch für solche Leute vor, die nie im Felde waren und nie ins Feld kommen werden. Jeder, der überhaupt in den
gezogenen Arbeiter die anfänglich gezahlte Unterstützung wieder] Dienst der Militärverwaltung steht, bekommt ganz automatisch eine
zier der Bibliothekar an * ufa weil Krieg ist, 45 eschlossen ist. Die Zivillehrer an der N gel ti! 90 M. Zulage. Man sagt,
Kriegszulage. Zum Beiß . monatlich 50 M., Akademie und die VBibliothe
dri f monatli 5 in
diesc enmen bee deufeenblunee warum ese wen die Betreffenden im Felde ind. en hinein? Es diese Zulagen in die wafzdungsatemanden der nicht gin bei de. Mitter eng das geht dis auen ene solche Kriegszulage beißich 25 M. Hulage bekommt; der
Hausdiener herunter, der mong Totengräber in Metz bekommt 20 M.. erhält 115,25 M. bei den Kadettenanstalten. Der 3 ie
27. e t wenn der Herr Oberlehrer geringer geworden ist. e; ö
mehr Arbeit hätte, so wäre die
wenn jeder,
8 lt. Arbeit hat, eine besenden de Vehallungte Zulagen jagen, die die
Wir wissen, daß diese Herren ganz. und seit der Mobilmachung keinen 2 enwende
Gegen ihre Zulagen wird kein Mensch algen darüber besteht kein Zweifel,„ 1
sind, die das ganze geit erhalsen rieg nur mehr freie Zeit erhalten f; ö Reichstag en Fall bewilligt worden und 1 der Zulagen durch den Neichrtag rden sicher eine 9 worden.(Lebhafte Zustimmung bei! 1 falsch ist 5 8 1 5 weil der Reichstag 1 4 olche ge eee dene dauere e g en wir entschiedenen Einspruch. fte 8 Ae e Die 5 der Kommission ee W verlangt, daß sofort eine allgemeine Revision de Kat soldungs⸗ ordnung veranlaßt werde. Vom Regierungstisch 1 vermutlich erklärt werden, das sei im Kriege unmöglich es feh„ sonal. Wir müssen aber daran festhalten, 1 um 1 eswi die weil sehr leicht die Möglichkeit gegeben ware, 5 Zu 1 ie ich hier erwähnt habe, an Leute, die mit dem Kriege nichts zu tun haben, zu beseitigen und dadurch erheblich e über
Die Kommission verlangt ferner, daß ein 1 urf die Regekung der Kriegsbesoldungen vorgelegt wer 5 ir 1 beide Resolutionen annehmen und die Vorlage wird nach den h. man wird den Brunnen zudecken, wenn die Millionen bereits hineingefallen sind. Aber wir müssen der Re⸗ gierung zeigen, daß der Reichstag sein Budgetrecht als verletzt an⸗ sieht und wir haben alle Veranlassung, darauf zu achten, daß die Rechte des Reichstags nicht verletzt werden. Die Personen, von einer Revision der Kriegsbesoldurgaordaung getroffen werden, würden kein Klagelied anzustimmen brauchen, denn in einer, Zeit, wo alle Opfer bringen müssen, sollten auch sie es als ein Vor⸗ recht ansehen, Opfer zu bringen. Cebhafter Beifall.
Abg. Bassermann(natl.) ist der Ansicht, daß das Budg t des Reichstages nicht verletzt ist und erklärt, daß seine Freunde mit Rücksicht darauf, daß die Vorarbeiten heute gar nicht erledigt werden könnten, gegen die Forderung auf Aenderung der Kriegs ⸗ besoldungsordnung stimmen werden. 8 5 e
Reichsschatzsekretär Dr. Helfferich bekont gleichfalls, daß das Budgetrecht des Reichstags nicht verletzt sei; es handele sich hier vielmehr um ein Recht des obersten Kontingentsherrn. Der Reichstag bewillige nur die gesamten Kriegskostenpauschale. Wenn die Regierung jedesmal den Reichstag wegen wir der einzelnen Summen fragen sollte, dann wären wir schon längst besiegt. Er danke dem Abg. Stücklen für die Anerkennung der Leistungen unserer Truppen. Er gebe zu, daß die Kriegsbesol⸗ dungsordnung manche Mängel aufweist und er habe auch bereits fortgesetzt mit dem Kriegsminister wegen eines Ausgleichs nach oben und unten verhandelt. Dadurch würden bereits Millionen
erspart. Auf diesem Wege werde er fortschreiten, aber eine gesetz⸗
liche Regelung sei jetzt nicht möglich g Abg. Dr. Müller⸗Meiningen(Pp) 1 der staats⸗ rechtlichen Auffassung des Schatzsekretärs. Das Ausgabebewilli⸗ gungsrecht des deutung. Im übrigen beweise gerade der Umstand, daß alle di Fragen gesetzlich nicht. sind, am besten, daß niemand in Deutschland 1. rieg gedacht hat. ine Freunde würden aus Gerechtigkeitsgründen und im Interesse unserer ntoffiziere für beide Nesekutdnen stimmen. 13500 5 1 weffice Stellvertretender Kriegsminister v. Wandel bestätigk, daß das Kriegsministerium bereit ist, an einer Aenderung mitzuwirken. Abg. Nehbel(k.) hält eine grundsätzliche Revision der Kriegs⸗ eee jetzt für ausgeschlossen. 5 Hierauf werden beide Resolutionen angeno Nhe Sigurd: 8 ist erledigt. ie 8 ächste Sitzung: Donnerstag 3 Uhr(R i iti Initiativantrag betr. Aen 5 4% e rungszustand). Schluß: 5. Uhr.
hielt mit seinem Pferde neben ihm und hieß ihn aufsitzen, wenn er müde sei. Munde nahm das gern an. Der Schmied wußte nur von Händeln, die Munde mit seinem Schwäher gehabt, und Munde war nicht geneigt, viel zu sprechen. Nur als der Schmied sein Glück rühmte und ihm anriet, klug zu sein, die paar Jahre noch den Diethelm den Herrn spielen zu lassen, sagte er:„Ich bin nicht klug und will nicht reich sein.“
Die ganze Nacht hindurch rastete man nicht, und bald saß der eine, bald der andere zu Pferde.
Es war bald Mittag, als man sich Buchenberg näherte. Es batte hier im Oberland geregnet. Und Blüten und Blätter waren an den Bäumen hervorgebrochen, so plötzlich wie ein bereit gehaltenes Feuerwerk, das nur des zündenden Funkens wartet.
Munde war ganz ausgehungert, denn er hatte sich ge— schämt, dem Schmiede zu bekennen, daß er keinen Heller Geld bei sich habe.
Als er in die väterliche Stube eintrat, rief ihm der alte Schäferle, die Pfeife im Munde haltend, vom Bette herab zu:„Grüß Gott, Munde, ich weiß, wie's dir'gangen ist. Komm' her, gibt mir die Hand.“
So zutraulich war der Vater seit lange nicht gewesen, und die Hand reichend, sagte Munde:„Was wisset Ihr? Von wem? Sind schon Marktleute vor uns angekommen?“
„Kein Mensch. Ich weiß es von mir. Du hast mit dem Mordbrenner Händel gehabt. Ich weiß das so gewiß, als
11
wenn ich dabei gewesen wär'.
Munde starrte drein vor dieser prophetischen Sehergabe des Vaters, und dieser fuhr fort:„Ich hab's schon lang
kommen sehen. Es ist mir aber lieb, daß ich's noch erlebt hab'. Ich treib's nimmer lang. Von heut in sieben Tagen seh' ich meinen Medard, und der muß mir sagen, wie er so schnell von der Welt kommen ist, und wenn ich dir's berichten kann, tu' ich's. Setz' dich zu mir aufs Bett. Jetzt bist du wieder mein. Gelt, jetzt bist wieder mein? Gehst nicht mehr zu dem Mordbrenner? Ich kann dir auch was geben, daß du nicht mehr an die Fränz denkst. Und ich sag' dir all meine
Mittel. Ich hab' dem Medard schon viele gesagt gehabt, u
ihm gehören sie auch, aber du bist jetzt mein Einziger“
ergangen. Der alte Schäferle richtete sich auf, nahm die Pfeife in die linke Hand, hob die rechte in die Höhe und rief: „Ich schwöre, so wahr ich bald vor Gott komm', der Diethelm ist nicht unschuldig an dem Tode deines Bruders, wie, das
auf meine Herzgrube, dir vererb' ich's, daß du nicht ruhst, dis der Diethelm seine Strafe hat. Willst du mir schwören, 1 ruhen und nicht zu rasten, bis der Tod deines Bruders gerächt ist?“
ja alles so gern,“
will dem Diethelm, solange ich lebe, zeigen ich z f einen schlechten Menschen halte.“ eigen, daß ich in für
Gut, das ist mir genug, du hast ein weiches Herz, du
kannst nicht mehr.“ Der alte Schäferle begann nun, Munde
sympathetischen Mittel zu sagen, wie er sie vom Vater ererbt;
das sei gegen das Herkommen und töte vielleicht; i 0 90 vielle ehei 19 7 aber e nicht alles 1 behellen zu können. Das Zaubermittel gegen f i hunde nicht auf. Er saß nun bei f. n e Zauberberg, umgeben von geheimnis d . 9 vollen Mächten, u wußte nichts mehr von der Welt, bis i eppen N bis Martha mit dem Reppen⸗ Munde tat es wehe, auch gegen die Meisterin feindselig
zu sein, der Reppenberger sprach von ei die Diethelm dem Munde be ww t Abfan
Auswanderung entschließe, a tungen von sich, und der alte S
hörte, daß sein Sohn die erledigte Stelle als Gemeindeschäfer 1
in Untertailfingen annehmen wolle. (Fortsetzung folgt.)
——
der Kriegs obwohl die
eichstags habe doch mehr als bloß formale Be⸗
Munde weinte laut und erzählte dann alles, wie es ihm
weiß ich nicht, das weiß Gott allein. Munde, leg deine Hand
„Ich kann's nicht, Vater, ich kann's nicht, ich tät“ Euch rief Munde, dem plötzlich davor graute.
2
diese schwere Last auf sich zu nehmen,„aber das sag' ich, ich
alle seine 4 er wollte es anfangs nicht dulden, daß Munde sie aufschrieb, 4
seinem Vater wie in einem
zahlen wolle, wenn er sich zur ber Munde wies alle Anerbie- chäferle war glücklich, als er
75 1
1
. 1
7
2


