Ausgabe 
20.8.1915
 
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der unmittelbare Zwang auf sie ausgeübt werden kann; so wird

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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

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ö Nr. 194

Gießen, Freitag, den 20. August 1915

10. Jahrgang.

NMowo-Georgiewsnk gefallen!

Der polnische Feldzug bis zum 15. August.

1 Von Richard Gädke. Der Feldzug in Polen neigt sich seinem Ende zu und bald werden die endgültigen Erfolge und Früchte, die er der deutschen Heerführung gebracht hat, zu übersehen sein. In welch' großem Maßstabe er geführt wurde, zeigt die mit dem 10. August einsetzende neue Organisation der deutschen Heere. Während bis dahin die Armee die höchste organische Einheit darstellte und während Armeegruppe eine kleinere, oft nur zu augenblicklichen Zwecken zeitweise gebildete kleinere Armee vorstellte, tritt jetzt zum ersten Male in den Berichten der AusdruckHeeresgruppe auf. Er be⸗ deutet die Vereinigung mehrerer Armeen zu einem größeren Ver⸗ bande eine Folge der gewaltigen Massen des Weltkrieges. In Polen unterscheiden wir nach den Berichten des Großen Haupt⸗ quartiers und der einzelnen Kriegsberichterstatter drei solcher Heeresgruppen: im Norden die des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg, die größte von allen, mit den Armeen von Below, Eichhorn, Scholz, v. Gallwitz;: in der Mitte die des General- feldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern mit der 9. Armee und der Armee v. Woyrsch: in der letzteren bildet wieder die Gruppe des österreichischen Generals v. Koeveß eine besondere Abteilung: im Süden endlich geht die Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen vor, die aus den Armeen des Erzherzogs Joseph Ferdinand(der 4. österreichischen) und der deutschen 11. Armee be⸗ steht. Letzterer ist noch eine österreichische Kraftgruppe zugeteilt. Es ist klar, daß das Zusammenwirken dieser drei großen ppen wiederum eine übergeordnete Befehlsstelle erforder⸗ lich macht, die nach Lage der Dinge nur das deutsche Große Haupt⸗ guartier sein kann.

Mit diesen gewaltigen Verhältnissen vergleiche man den Ein⸗ bruch Napoleons in Rußland im Jahre 1812 mit seiner einen großen Armee, die ungefähr den gleichen Raum deckte wie jetzt die drei deutschen Heeresgruppen und zugleich ohne geregelten Nach⸗ schub in einem Zuge bis Moskau durchdrang. Es wird sofort klax, daß die Verhältnisse von damals und heute keine Aehnlichkeit mit einander haben und daß es unzulässig ist, irgendwelche Folge⸗ rungen aus den Ereignissen von damals auf den wahrscheinlichen Gang des Krieges von heute zu ziehen. Insbesondere wird auch die Verwüstung des Landes, die von der russischen Heeres⸗ leitung angeordnet worden ist, auf den Verlauf des Feldzuges keinen irgendwie merklichen Einfluß ausüben, sondern nur die un⸗ glückliche polnische Bevölkerung schädigen. Schon vor hundert Jahren ist sie übrigens erst auf dem Rlickzuge des französischen Heeres unheilvoll für dieses geworden; jetzt aber kommt hinzu, daß die Bevölkerung dem Befehle von oben nur da gehorcht, wo noch 28 denn aller Wahrscheinlichkeit das Land noch reiche Hilfsmittel

n. 5 Ein Teil der Militärschriftsteller sieht in den blutigen Kämpfen zer letzten vierzehn Tage keine Nachhutsgesechte der Russen, sondern eine unter dem Zwange der deutschen Siege wider⸗ willig und unfreiwillig erfolgende Rückwärtsbewegung. Aber es ist klar, daß ihr Abzug aus Polen eine so schwierige Bewegung

war, daß er ohne hartnäckigen Widerstand und verzweifelte Gegen⸗ ttöße unausführbar blieb. Man vergegenwärtige sich einmal die gussische Stellung gegen Ende des Monats Juli mit derjenigen, die hre Heere vierzehn Tage später einnahmen. Damals standen sie zoch immer längs des Bobr und Narew von Ossowiez bis Nowo⸗ Jeorgiewsk, westlich der Weichsel von Warschau bis Iwangorod, und im Süden etwa in der Linie füdlich Lublin⸗Cholm bis gegen Brabieszow am oberen Bug. Sie bildeten einen weit nach Westen vorspringenden Bogen, dessen Sehne auf der Linie Ossowiez⸗ Zialystok⸗Brest⸗Litowsk war. Ringsum waren sie von den deut⸗ chen Heeren umstellt und ihre Lage konnte zeitweise als sehr be⸗ denklich gelten. Vierzehn Tage später hatte der Bogen sich mehr und mehr verflacht und allmählich einer ziemlich geraden, nur wenig ekrümmten Frontalstellung sich angenähert. Um den Rückmarsch Dres zahllosen Trosses, die Rückführung des Bahnmaterials, die Cettung der am weitesten nach Westen vorgeschobenen Armeen zu trmöglichen, mußten die Flanken im Norden und im Süden, be⸗ seinders aber die nördliche, wo zunächst die große Gefahr drohte, immer wieder sich zur Gegenwehr stellen und den Versuch machen, dhe hartnäckig und ungestüm andrängenden deutschen Truppen durch

üttleren Bug erreicht und bereits überschritten hat.

iteren Rückzug in östlicher Richtung bedroht.

tegenstöße zurückzuwerfen. Daß dieser schwere Rückzug nicht ohne gpfer vor sich gehen konnte, war klar; die Beute der verbündeten zruppen beträgt denn auch in der ersten Augusthälfte bereits wieder und 89 000 Gefangene, 50 Geschltze, 200 Maschinengewehre. Seit zem Beginn der Offensive, am 2. Mai, hat das russische Heer mehr des 800 000 Gefangene verloren. Man kann außerdem beobachten, duß der Widerstand der Russen in den letzten Tagen offenbar hwächer, das stegreiche Nuchstoßsen der deutschen Truppen be⸗

geworden ist. Das gilt besonders von der deutschen

oleunigter de itte, die geradezu in Gewaltmärschen von der Weichsel aus den Schärfere begenwehr geht noch immer von den russischen Flanken aus:

2 sehr wichtige, durch ausgedehnte Sümpfe gut geschützte Festung bssowiez hielten sie am 15. August noch immer fest; doch wurden durch die deutsche Armee Gallwitz und Scholz, die sich im weiteren Lurmarsch mehr und mehr östlich zogen, am Sonntag den 15. August ds der Nurzec⸗Stellung geworfen. Diese Heeresmasse, die die bahn Warschau⸗Petersburg bereits weit hinter sich gelassen hat, b nun wieber zwischen Bug und Narew scharf in der Flanke des ssischen Zentrums am Bug und um Brest⸗Litowsk, indem sie dessen Das läßt einen neuten Wiberstand der Russen hinter dem Bug fast aussichtslos er⸗ feinen. Nun aber hat ber rechte Flügel der Heeresgruppe knckensens den Bug oberhalb Brest⸗Litowsk gleichfalls überschritten dringt östlich des Flusses weiter vor. Es scheint, als ob sich

Die übrigen Kriegsschauplätze bieten augenblicklich geringeres Interesse. Immerhin darf man daran nicht vorübergehen, daß die Verbündeten auf der Gallipoli⸗Halbinsel eine neue Landung angeblich 50 000 Mann versucht haben. Sie ist insofern trotz großer Verluste nicht völlig erfolglos gewesen, als sich ihre Truppen nunmehr an einem dritten Punkte nörd⸗ lich der bisherigen türkischen Stellung festgesetzt und damit die Front ihres Angriffes erweitert haben. Eine unmittelbare Gefahr für die Dardanellenstellung ergibt sich daraus nicht. Man muß aber darauf hinweisen, daß selbst nach einer erfolgreichen Er⸗ zwingung der Dardanellendurchfahrt die türkische Hauptstadt noch nicht gefallen, der Ausgang aus dem Schwarzen Meere für die Russen noch nicht gewonnen wäre.

Auf dem italienischen Schauplatze sind die Berichte Cadornas nicht ohne pfychologischen Reiz. Wir hören natür⸗ lich, wie von allem Anfang an, nur von Erfolgen des italienischen Heeres; der Umstand, daß es im großen ganzen noch immer an der gleichen Stelle steht wie im Beginne des Feldzuges, ficht den be⸗ scheidenen Stolz des Hauptquartiers nicht an. Aber während bis vor vierzehn Tagen dem ungeachtet immer vonFortschritten be⸗ richtet wurde, die die Truppen auf der Angriffsfront gemacht hätten, bestehen gegenwärtig dieErfolge darin, daß österreichische Angriffe auf die italienischen Stellungen zurückgewiesen wurden ein stillschweigendes Eingeständnis, daß die Rollen von Angreifer und Verteidiger sich langsam verschieben. Für das österreichische Hler, das sich unleugbar seinem Gegner gegenüber in der Minderheit befindet, liegt darin ein Lob, das umso größer erscheint, als es unbeabsichtigt ist. Uebrigens ist es darum nicht nötig, daß die Be⸗ richte Cadornas immer bewußt falsch sind: sie verschönern nur die tatsächliche Lage der Dinge in gefälliger Weise. An der öster⸗ reichischen Grenze hat sich offenbar der gleiche Stellungskampf herausgearbeitet, und auch ziemlich aus den gleichen Gründen, wie in Frankreich. Die Italiener nähern sich nun ihren Gegnern lang⸗ sam und allmählich mit Schanzarbeiten: und man kann nach außen hin schließlich einen Erfolg buchen, wenn es an einem Punkte gelang, die eigenen Schützengräben um hundert oder auch zweihundert Meter vorzuschieben, ohne die Stellung des Gegners irgendwie und irgendwo zu erreichen. Bekanntlich hat es sich auch auf dem französischen Kriegsschauplatz bereits herausgestellt, daß man die eigenen Gräben bis auf hundert, auf fünfzig und selbst auf dreißig Meter an die des Gegners heranschieben kann, ohne daß deshalb ein Sturm die Gewißheit des Gelingens für sich hätte.

Die japanische Konkurrenz im fernen Osten.

Amsterdam, 17. Aug.(W. B. Nichtamtlich.) Die hier vorliegende New York Times enthält folgenden Bericht aus Singapore: Die Japaner machen sich die allgemeine Handels⸗ lage und die hohen Frachtsätze zu nutze, um im fernen Osten nicht nur den feindlichen, sondern auch den englischen Handel an sich zu ziehen. Dabei kommen ihnen die bedeutende Ent⸗ wicklung der eigenen Industrie und ihre gute Handelsflotte sehr zu statten. Sie können viel billiger liefern als die europäischen Staaten und schrecken nicht davor zurück, durch Handelsmarken geschützte Waren anderer Länder einfach nach zuahmen, sie mit derselben Marke zu versehen und auf den Markt zu bringen. Allein die Einfuhr des japanischen Bieres nach Indien hat im ersten Vierteljahr 1915 um 5000 Prozent zugenommen. Man glaubt, daß die Japaner auf zahlreichen Gebieten dauernd den europäischen Ländern den Rang ab laufen werden.

Gegen die allgemeine Wehrpflicht in England.

T. U. London, 18. Aug. Daily News meldet: Der All gemeine Gewerkschaftsverband sei entschiedener Gegner der Wehrpflicht, weil sie billige Soldaten und billige Arbeit bedeute.

Die Sozialdemokraten stimmen für den Zehn Milliarden⸗Kriegskredit. Berlin, 19. Aug. Der Vorwärts teilt mit: Die sozial⸗ demokratische Fraktion hat beschlossen, den geforderten Kriegs krediten zuzustimmen.

Russische Vorsichtsmaßnahmen. Czernowitz, 19. Aug. Die Russen beschleunigen in den Gou vernements Südwestrußlands, Bessarabien, Cherson, Podolien und Slidwolhynien, sämtliche Drusch- und Erntearbeiten. Es liegt die Tendenz vor, alle Früchte ins Innere Rußlands zu transportieren. Besonders in Bessarabien und Südwolhynien werden die Drusch⸗ arbeiten äußerst beschleunigt. Es hat den Anschein, als ob die Russen sich auch auf die Evakuierung dieser Gebiete gefaßt machen würden. Die Ackerarbeiten für die Wintersaaten haben aus diesem Grunde noch nicht begonnen.

Bevorstehende Einziehung des Landsturms 2. Aufgebots in Rußland.

T. U. Petersburg, 19. Aug. Der russische Minister des

Innern hat durch ein Zirkulartelegramm sämtliche Gouver⸗

neure angewiesen, die Listen der Ratniki Wtorage Rasnjada,

d. h. des Landsturms zweiten Aufgebots, aufzustellen und

Lage des feindlichen Feldherrn erneut verschlimmert habe.

len ist in jebem Falle fret vom Feinde.

Flüchtlingselend in Rußland.

Rund 4% Millionen Flüchtlinge aus Polen und den nordwest⸗ lichen Gouvernements befinden sich, wie die Vossische Zeitung aus Petersburg meldet, gegenwärtig in Petersburg, Moskau, Kiew und Charkow. 8

Die englische Arbeiterbewegung.

Manchester, 19. Aug.(W. B. Nichtamtlich.) Hier fand eine Konferenz zwischen den Textilarbeitern und den Arbeit⸗ gebern wegen einer fünfprozentigen Lohnerhöhung statt. Die Arbeitgeber erklärten nach langen Verhandlungen, die Zulage nicht bewilligen zu können.

London, 19. Aug.(W. B. Nichtamtlich.) Die Mech niker, Schmiede und Kesselschmiede der Lokomotivwerke Springhead verließen gestern die Arbeit als Protest gegen die Einstellung ungelernter Arbeiter an den Drehbänken.

Zusammenstoß zwischen Griechen und Engländern.

T. U. Konstantinopel, 19. August. In Kavalla fand ein Zu⸗ sammenstoß zwischen Griechen und Engländern statt. Die Eng⸗ länder besetzten dort mehrere Finanzinstitute und verwandelten sie in Krankenhäuser, in die sie ihre Kranken bringen, da sämtliche Krankenhäuser in Aegypten, auf Lemnos und in der Sudabucht überfüllt sind.

Aus dem Reichstage.

Der Seniorenkonvent des Reichstages

traf am Mittwoch geschäftliche Dispositionen für die nächsten Beratungstage des Plenums. Am Donnerstag, 19. August, werden kleinere Gesetze, sowie die erste Lesung des Nachtrags⸗ etats mit der Forderung eines Kredits von 10 Milliarden Mark auf der Tagesordnung stehen. Hierzu wird der Reichs⸗ kanzler sprechen. Am Freitag wird dann die zideite Lesung des Ctats beginnen und es sollen der Reihenfolge nach sozial⸗ politische und dann militärische Fragen zur Erörterung kommen, wobei die Zensur und der Belagerungszustand sowie ähnliche Fragen mit zur Besprechung kommen werden. Ueber weitere Dispositionen wird je nach dem Gange der Geschäfte später befunden werden. 8

3 Die Lebensmittelversorgung vor der Budgetkommission.

(-itzung vom Mittwoch.) Abg. Gothein erkennt den guten Willen der Regierung an. Viel ist erreicht worden, aber das Erreichte genügt nicht. Man muß der Kritik mehr Beachtung schenken und sich nicht in einer Art Gott⸗ ähnlichkeit gefallen. Die Reichs⸗Getreidestelle müsse darauf sehen, daß auch die mittleren und kleineren Mühlen beschäftigt werden. Die Getreidepreise sind so hoch, daß es eine kühne Behauptung ist, zu sagen, die Landwirtschaft habe damit Opfer gebracht. Solche Preise haben nicht einmal nach den schlimmsten Mißernten bestanden. Soweit die Landwirtschaft Opfer bringt, liegen diese auf dem Gebiete der Futtermittel. Nicht nur die Arbeiter⸗

schaft, sondern auch der Mittelstand leide schwer unter der Teuerung. Auch den heranwachsenden Kindern im Alter von 1014 Jahren müssen höhere Brotrationen gewährt werden. Die

Preise, die für rumänisches Getreide verlangt werden, sind nicht zu erschwingen. Die Einfuhr ist nur möglich, wenn Rumänien auf die enormen Ausfuhrvergütungen verzichtet. Höchstpreise für die Ein⸗ fuhr empfehlen sich nicht, denn damit schneide man jede Zufuhr ab. Die hohen Preise für kontingentfreies Mehl erklären sich aus den besonderen Verhältnissen. Wer heute Mehl verderben läßt, macht ein glänzendes Geschäft, wenn er es dann als Futtermehl verkauft. Dresden und Mannheim haben große Mengen kontingentfreies Mehl teuer angekauft und es ihrer Bevölkerung ohne jede Rücksicht auf die Brotkarte massen⸗ haft zugewendet. Die in den Festungen lagernden Mehlvorräte müßten von der Kriegsgetreidegesellschaft ausgetauscht und in den Verkehr gebracht werden. Für Futtermittel müssen Höchstpreise für das ganze Reich festgesetzt werden. Der Kartoffelver⸗ sorgung muß die größte Aufmerksamkeit zugewendet werden, damit nicht durch unzweckmäßige Lagerung große Mengen dem Verderben ausgesetzt werden. Bei den hohen Zuckerpreisen ist es notwendig, das Sacharingesetz sofort wieder auf⸗ zuheben, damit die Volksmassen diesen Süßstoff billig kaufen können. In Verbindung damit ist die Aufhebung der Zuckersteuer erforderlich. Redner übt dann scharfe Kritik an der Art, wie der Reis beschlagnahmt wurde. Großhändlern nahm man den Reis weg, Spekulanten, wie dem Direktor der Breslauer Wach- und Schließgesellschaft, hat man die Vorräte gelassen! Die Ver⸗ teuerung der Lebensmittel erfordert eine Erhöhung der Unterstützung der Kriegerfamilien und der Gehälter der kleinen Beamten. Abg. Wurm(Soziald.): Im Volke herrscht ein großer Not⸗ stand, der selbst von amtlicher Stelle nicht bestritten werden kann. Redner begründet dann folgende Anträge: 170 Reichstag wolle beschließen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen: 1. Daß eine weitere Herabsetzung der Getreide- und Mehlhöchst⸗ preise stattfindet: 2. daß für Kartoffeln eine ähnliche Verteilungs⸗Organisation geschaffen wird, wie für Brotgetreide, und der Zentralstelle für Lebensmittelversorgung unterstellt wird, wobei die Auf⸗

bewahrung der beschlagnahmten Mengen zum größeren Teil

dem Kriegsministerium zuzusenden.

den Verbrauchern überlassen werden kann;

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