Ausgabe 
19.8.1915
 
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Der osterreichisch⸗ungarische Tages bericht Die Einschließung von Brest⸗Litowsk. Heftige Kämpfe an der italienischen Front.

Pelagosa beschossen.

Wien, 18. August.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart,

18. August 1915. Russischer Kriegsschauplag.

Die Truppen des Feldmarschalls v. Arz trieben, während deutsche Kräfte längs des linken Bugufers vorgingen, die Russen beiderseits der von Biala heranführenden Straße in den Bereich der Festungsgeschütze von Brest⸗Litowsk zurück. Der Ein⸗ schließungsring auf dem westlichen Ufer ist ge⸗ schlossen. f

Im Raume von Jan ow säuberte die Armee des Erzherzogs

leidigungslinie weggeschlagen worden ist, bevor das Heer zurückgezogen wurde, sondern die Bedeutung werde sich auch auf das folgende Stadium der Operationen erstrecken, denn die rück⸗ wärtigen Verbindungen der russischen Heere, die im Gebiete von Bialystok und Best⸗Litowsk ständen, würden ernsthaft bedroht. Rege Tätigkeit der deutschen Flugzeuge in Rußland.

T. U. Amsterdam, 18. Aug. Reuter meldet aus Peters: burg: Die deutschen Aeroplane entfalten eine sehr rege Tätig⸗ keit. Am Samstag erschien ein deutsches Flugzeug über Brest-Litowsk. Besondere Aufmerksamkeit schenken die deut⸗ schen Flieger der Stadt Malkin und der Strecke Warschau Petersburg. Es vergeht kein Tag, an dem nicht Tauben oder Zeppeline Malkin mit Bomben bewerfen, wodurch bereits viele Personen getötet seien.

Zoseph Ferdinand das Südufer des Bug vom Feinde. An unserer Front in Ostgalizien fiel nichts von Bedenken

bor. Italienischer Kriegsschauplatz. Auf dem italienischen Kriegsschauplatz wurde gestern au der küstenländischen Front heftig gekämpft, während im Kärntner Grenzgebiet verhältnismäßig Ruhe herrschte, in Tirol

aber das schwere Geschützfeuer des Feindes anhielt und einige kleinere Jnfanteriegefechte stattfanden. Im Görzischen wurden vier gegen San Martino geführte Angriffe der Italiener ab⸗ geschlagen. Vor dem Görzer Brückenkopf herrscht noch nach wie vor ziemliche Ruhe; dagegen tobt um den Brückenkopf von Tolmein ein erbitterter Kampf. Auch hier scheiterten vier feindliche Angriffe. Ebenso mißlangen alle Vorstöße des Gegners gegen unsere Höhenstellung nördlich des Tolmeiner Brückenkopfes.

m Tiroler Grenzgebiet wurden italienische Angriffe auf den

oblinger Riedal(Dreizinnengebiet) und gegen Milegna(Plateau non Folgaria) abgewiesen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Söfer. Feldmarschalleutnan. Ereignisse zur See.

Am 17. früh beschoß eine unserer Flottillen zum dritten Male die von den Italienern besetzte Insel Pelagosa, während zu⸗ gleich ein Flieger über der Insel mit Bomben, Maschinengewehren und Fliegerpfeilen operierte. Hierbei wurde das seit der letzten Beschießung wieder zum Wohnen hergerichtete Leuchthaus zerstört.

Baracken und Zelte wurden in Brand geschossen, ein Geschütz⸗ emplazement demoliert, mehrere Materialdepots, einige am Strande aufgestapelte Materialhaufen und mehrere Boote ver⸗

nichtet. Die Besatzung hielt sich im Schützengraben und unter⸗

irdischen Unterständen versteckt und leistete keinen Wider⸗

and. Feindliche Seestreitkräfte wurden nicht gesichtet. Flottenkommando.

Gegen Brest⸗Litowsk.

5 Aus Wien wird der Frankf. Ztg. telegraphiert: Am Bug wollte die russische Heeresleitung ihre Armeen wieder versammeln, zur neuen Offensive ordnen, ihre Lücken wieder ausfüllen, das Heran⸗ kommen neuer Munition und Geschütze abwarten, und dann mit ver⸗ jüngter Kraft auf die verbündeten Armeen stürzen, um Polen wieder zurückzugewinnen und nochmals unsere Grenzen zu überschreiten. Wie steht es aber heute um die so viesversprechende Buglinie? Die Armeen der Verbündeten haben sie nicht nur erreicht, sondern auch schon an vielen Stellen überschritten und marschieren auf beiden Ufern von Süden, Westen und Nordwesten 7275 den letzten Stützpunkt an diesem Flusse vor, auf welchen die üssen so überschwengliche Hoffnung setzten, daß sie ihn als Aus⸗ gangspunkt für ihre neue Offensive bestimmten. Wohl ist Brest⸗ Litowsk eine sehr starke, wie die Russen und ihre Verbündeten behaupten, die stärkste Festung des russischen Reiches, welche den verbündeten Truppen noch manche Anstrengung verursachen wird. Aber von Süden und Westen sind die schon auf zehn Kilometer an die äußere Gürtellinie heran, und unsere Artillerie feuert sicher heute schon mit donnernden Geschützsalven auf die Außenwerke der Westfront. Die bei Janow, Niemirow und Drogiezyn auf das Nordufer des Bug übergegangenen Heeres teile strömen ebenfalls alle der vielgepriesenen Festung zu, als wäre sie das Land der Verheißung. Sie ist zum Mittelpunkt der Ge⸗ dankenwelt der Heere und Völker geworden, das Symbol des Sieges für die Angreifer, ihr unangetasteter Besitz der letzte Hoffnungsstrahl der Moskowiter und ihrer mit zitternder Angst um ihr Schicksal bangenden Bundesgenossen. Aber der Ver⸗ lust der Buglinie, längs welcher von Süden her die Heeres säulen der Armeen Mackensen bereits über Kodan hinaus sind, ist trotz aller Anstrengungen der Russen endgültig besiegelt. Der Fall von Kowno, der durch die Erbeutung der hohen Zahl von Geschützen besondere Bedeutung gewinnt sowie die Erstürmung eines großen Forts und zweier Zwischenwerke bei Nowo⸗ Georgiewsk steigt als drohendes, unheilverkünden des Gespenst vor den Augen der Verteidiger Brest-Litowsk auf. Das Drama von Brest nimmt seinen Anfang, während das von Nowo⸗Georgiewsk seinem baldigen Ende entgegenzugehen scheint.

.Nach Petersburg?

Der Morning Post wird aus Petersburg gemeldet: Die Deutschen scheinen den Plan zu haben, na ch Petersburg zu gehen. Die russischen Militärbehörden sind jedoch der Auffassung, daß es wohl ein Jahr dauern werde, bevor eine gutausgerüstete Expedition Petersburg erreichen könne, Oder die Deutschen müßten denn die Ostsee vollständig in Besitz haben.

Ein neutrales Urteil.

Der Nieuwe Rotterdamsche Courant sagt über den Fall von Ko wn o daß die Offenstvbewegung der Deutschen im Norden nun, wo sie nicht mehr durch die Festung Kowno aufgehalten werde, einen gewaltigen Ruck nach vorwärts erhalten werde. Die Eisenbahn Wilna Dünaburg Petersburg werde nun ernsthaft bedroht. Diese Eisenbahn sei die Hauptverbindung zwischen dem Gebiet, in dem sich jetzt das russische Zentrum befinde, und Petersburg. Eine zweite Eisenbahn laufe etwas mehr nach Osten, parallel mit der ersten. Hieraus folge also, daß der Fall von Kowno nicht allein Bedeutung für das heutige Stadium der Kriegs-

Schwierigkeiten der russischen Bekleidungs⸗

industrie.

T. U. Stockholm, 18. August. Die Vorbereitungen Rußlands tür einen eventuellen Winterfeldzug stoßen auf große Schwierig⸗ keiten. Die Bekleidungsindustrie ist besonders wegen des Mangels an Farbstoffen außerstande, die von der russischen Heeresleitung benötigte Winterkleidung zu liefern.

Ein englischer Kreuzer torpediert.

Neue Luftangriffe auf London.

W. B. Berlin, 18. Aug.( Amtlich.) Am 17. August 10 Uhr abends griffen 5 Boote unserer Torpedobootsflottille bei Hor ns riff an der jütischen Westküste einen englischen modernen kleinen Kreuzer und 8 Torpedobootszerstörer an und brachten den Kreuzer und einen der englischen Zerstörer durch Torpedoschüsse zum Sinken. Unsere Streitkräfte hatten keinerlei Verluste.

In der Nacht vom 17. zum 18. August griffen unsere Marine⸗ luftschiffe wiederum London an. Es wurde die City von London und wichtige Anlagen der Themse ausgiebig mit Bomben belegt und dabei gute Wirkungen beobachtet. Außerdem wurden Fabrik⸗ anlagen und Hochofenwerke bei Wottdbridge und Zyswich erfolgreich mit Bomben beworfen. Die Schiffe erlitten trotz starker Beschießung keinerlei Beschädigung und sind sämtlich zurückgekehrt.

Der stellv. Chef des Admiralstab der Marine.

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operationen habe, insoweit ein Eckstein der russischen Ver⸗

Die englischen Bergarbeiter. Die Kohlenbergarbeiter von Südwales beginnen wieber un⸗ ruhig zu werden. Sie beklagen sich darüber, daß die Abkommen, die durch Vermittlung der Regierung mit den Arbeitgebern zu⸗ stande gekommen sind, von den Arbeitgebern nicht ausgeführt wer⸗ den oder doch, daß die Ausführung immer weiter hinausgeschoben werde. Die Bergarbeiter des Rhonddatales, die sich stets als ein unruhiges Element zeigten, drängen ihre Führer dahin, daß der Konflikt rasch zu einem Ende gebracht werde. Minister Runciman wird in London eine Vermittlung zwischen Arbeitgebern und Ar⸗ beitern einleiten. Einige der Bergarbeiterführer sagen aus, daß sie von ihren Verbänden gedrängt werden, möglichst rasch eine Lösung herbeizuführen, da andererseits mit Streik gedroht werde.

Eine englische Anleihe in Amerika.

Englischen Blättermeldungen zufolge wird England in den Ver⸗ einigten Staaten eine von der Einkommensteuer befreite Anleihe von einhundert Millionen Pfund aufnehmen. Der Standard meint, daß dies eine Anleihe sämtlicher Alliierten sein werde, und daß. gleichzeitig 50 Millionen Pfund Gold nach Newyork gesandt werden.

Die Kämpfe an den Dardanellen.

Ein Transportdampfer in Brand geschossen.

Konstantinopel, 18. Ang.(W. B. Nichtamtlich.) Be. richt des Hauptquartiers. An der Dardanellenfront warfen wir am 16. August unter beträchtlichen feindlichen Verlusten einen Angriff einer feindlichen Division gegen unseren rechten Flügel in der Gegend von Anafarta zurück und erbeuteten ein Maschinengewehr und Kriegsmaterial. Unsere Artillerie traf an der Küste bei Kemikli einen feindlichen Transport. dampfer und verursachte auf ihm einen großen Brand. Bei Ari Burnn ist Ruhe. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr versuchte der Feind nach einer heftigen Artillerievorbereitung einen Angriff mit Bomben gegen unseren linken Flügel. Er wurde durch unsere Gegenangriffe in die früheren Stellungen zurückgeworfen und ließ eine Anzahl Toter zurück. Auf den übrigen Fronten keine Veränderung.

Venizelos mit der Kabinettsbildung betraut.

Athen, 18. Aug. Agence Havas meldet: Der König hat Venizelos mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragt. Venizelos hat sich eine Bedenkzeit von vier Tagen erbeten, die ihm der König bewilligte.

Der englische Druck auf Griechenland.

Budapest, 18. August. Wie die Bukarester Zeitung Az Est aus Salonik meldet, fetzt die englische Flotte die Jagd auf griechische Schiffe im Aegäischen Meer fort. Aus dem Piräus kommen über⸗ haupt keine Waren mehr nach Salonik und Mazedonien. Zwischen Griechenland und dem neugriechischen Gebiete ist jede Seever⸗ bindung unterbrochen. Mehrere französische und englische Schiffe kreuzen beständig vor Thasos und beobachten die Bewegungen aller griechischen Schiffe. Bezeichnend für das gewalttätige orgehen der Entente sst die Tatsache, daß auch einem englischen Schiffe das Ausladen von für Griechenland bestimmten Waren in Salonik ver⸗ boten wurde. Nach einer Erklärung des englischen Konsuls dürfe dort nur für Serbien bestimmte Waren ausgeladen werden.

Der Kartoffelverkauf

aus den städtischen Beständen findet jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag vormittags von 812 Uhr, Seltersweg 11, statt. Es werden Mengen bis zu 1 Zentner zum Preise von 57 Pfennig pro Pfund abgegeben.

August 1915.

Gießen, den 18. Der Oberbürgermeister. Keller.

Verantwortlicher Redakteur: Heinrich Noll, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

Verstorbene. Heinrich Schreiner, Werkmeister aus Wieseck, 62 Jahre alt. 5 1 g

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