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kunden konnte, welcher Art das Opfer war.
ghesteht ein,
Alliierten
Der ö sterreichisch · ungarische Tages bericht Flucht der Russen über den Wieprz. 223 Ofsiziere, 6000 Mann gefangen.
Zurückgeschlagene italienische Angriffe.
Wien, 8. Aug.(W T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver⸗ lautbart: 8. August 1915, mittags. Russischer Kriegsschauplatz. 5
Die Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand setzte gestern im Naume zwischen Weichsel und Wieprz den Angriff fort. Die unmittelbar westlich des Wieprz vorgehende Stoßgruppe warf den Feind aus mehreren Linien, nahm nachmittags Lubartow und drang gegen Norden bis zu dem Flußknie vor. Der geworfene Gegner flüchtete in Auflösung über den Wieprz. Auch südlich und südwestlich Miechow errangen unsere Truppen einen vollen Erfolg. Der Feind war hier, um unseren An⸗ griff zu parieren, zum Gegenstoß übergegangen, der bis zum Handgemenge führte, wurde aber in Front und Flanke gefaßt und über den Wieprz zurückgetrieben. Die Zahl der bei Lubartow und Miechow eingebrachten Gefangenen betrug bis gestern abend 23 Offiziere und 6000 Mann. Die Beute belief sich auf 2 Geschütze, 11 Maschinengewehre und zwei Munitionswagen. Bedroht durch unsere von Süden her siegreich gegen den Wirprz vorgehenden Truppen haben heute früh auch die noch im Weichselgelände nordwestlich Iwangorod verbliebenen russischen Korps den Rückzug gegen Nordosten angetreten. Oesterreichisch⸗ungarische und deutsche Kräfte verfolgen. Zwischen Wieprz und Bug wird weiter ge⸗ Kämpft. 5 In Ostgalizien ist die Lage unverändert.
ö Italienischer Kriegsschauplatz
Nach neuerlicher heftiger Artillerievorbereitung griff starke italienische Infanterie am Abend des 6. August den Plateaurand im Abschnitt Polazzo⸗Vermegliano an. Auch dieser Angriff wurde wie alle früheren, die sich gegen den Monte dei Sei Busi richteten, vollkommen zurückgeschlagen. Ansonsten war im Küstenlande, in Kärnten und in Tirol nur Ge⸗ schützkampf im Gange. Am 6. abends und in der Nacht zum 7. August brach italienische Infanterie mit zwei Batterien über die Forcellina di Montozzo, südwestlich Pejo, nach Tirol ein. Der von dieser Gruppe in den Morgenstunden des J. August versuchte Angriff wurde schon durch unser Artillerie⸗ und Infanteriefener vereitelt. Die Italiener gingen unter lebhaften„Evviva Italia“⸗ und„à basso Austria“⸗Rufen schleunigst
urück. 9 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. „ von Höfer, Feldmarschallentnant. 5 Ereignisse zur See.
(Das am 5. d. Mts. früh durch eines unserer Unterseeboote ver⸗ senkte italienische Unterseeboot war„Nereide“, das am 26. Juni auf gleiche Weise vernichtete Torpedoboot ist „V. p. n.“. Am 29. Juli abends ist im Golfe von Triest ein Fahr⸗
eug auf eine unserer Minen gestoßen und in die Luft ge⸗ stürmischen Wetters er⸗ Nun hat sich mit voller Bestimmtheit ergeben, daß es das italienische Unter⸗ seeboot„Nantilus“ war, welches damals mit der ganzen Bemannung untergegangen ist. Schon früher sind das italienische Torpedoboot„VI. p. n.“ und das bereits gemeldete Torpedoboot„XVII. o. s.“ mit der ganzen Bemannung unseren Minen zum Opfer gefallen.
logen, ohne daß man damals wegen
Flottenkommando.
Die Räumung von Kowno.
T. U. Rotterdam, 8. August. Daily Mail meldet, daß die Russen auch Kowno räumen. Im Laufe der Woche verließ die ganze Bevölkerung die Stadt. Die Filiale der Reichs⸗ bank wurde nach Wilna verlegt. Dasselbe Blatt berichtet aus Petersburg, daß man dort die Räumung Rigas mit Ruhe erßßartet.
Bevorstehende Räumung Wilnas?
T. U. Basel, 8. Aug. Wie den Baseler Nachrichten ge⸗ meldet wird, sind die höheren Schulen von Wilna auf Ver⸗ fügung des Unterrichtsministers nach Petersburg verlegt worden. Nowoje Wremja meldet, Bjalystok liegt in der Ver⸗ teidigungszone. Ein Befehl des Großfürsten Nikolajewitsch
warnt vor Verrätern, die das Vertrauen zur Heeresleitung er— schweren wollen.
Englische und französische Presseäußerungen.
Morning Post führt aus: Wir müssen der Nation sagen, daß die Lage ernst ist. Was immer auch gewerbsmäßige Schönfärber sagen mögen, sicher ist, daß Rußland Warschau nicht aufgegeben hätte, wenn es nicht die bittere Notwendigkeit dazu gedrängt hätte. Die größte Uunzingelung der deutschen Heere ist noch nicht vorüber. Die Bewegung ist höchst gefährlich und furchtbar. Alle Vorsicht und alle Geschicklichkeit des Großfürsten, sowie alle glänzende Standhaftigkeit der russischen Infanterie wird notwendig sein, um dem Netz zu entrinnen, das große Strategen, die das deutsche Heer führen, aufgestellt haben. Die Sache der Entente⸗ mächte steht jetzt auf des Messers Schneide. Wir stehen einer Lage gegenüber, wo die einzige Sicherheit darin liegt, das Aeußerste zu tun, wessen die Nation fähig ist. 8
K Eine von der übrigen französischen Presse durchaus a b⸗ weichen de Beurteilung findet die Einnahme War⸗ schaus in der Guerre Sociale durch Hervé, sowie durch den militärischen Berichterstatter des Gaulois, einen Ober st. Dieser daß die Nachricht von dem Einzug der Armee des Prinzen Leopold in die alte polnische Hauptstadt, obwohl man auf die drohende Gefahr seit Wochen vorbereitet gewesen ist, doch mit schmerzlicher Bewegung aufgenommen worden sei. Es wäre kindisch und einfältig, die Einnahme eitger so bedeutenden Stadt weiter als ein militärisches Ereignis zweiten Ranges be⸗ trachten zu wollen. Es könne nicht verfehlen, auf die Moral der deutichen und österreichischen Truppen einen ungeheuren Einfluß auszaüben, und die Bewohner der beiden germanischen Kafserreiche fönnten sich mit gutem Recht dieses tragischen Ereignisses freuen, das, wie man ohne weiteres zugeben müsse, für sie einen wahrhaften Erfolg bedeute Der Berichterstatter sieht im Falle Warschaus alierdings für Lie russische Armee keine unherebare Katastrophe.
Kein Kredit für Rußland? Verweigerung der Uebernahme einer russischen Kriegsanleihe.
T. U. Haag, 8. Aug. Londoner Banken haben die Ueber— nahme der russischen Kriegsanleihe in diesem Augenblick ab⸗ gelehnt und nehmen lediglich für etwa 100 Millionen Franken russische Schatzwechsel als Gegenwert für die Bezahlung der fällig gewordenen russischen Staatscoupons an.
Die neue Offensive an den Dardanellen. Schwere englische Verluste. Konstantinopel, 8. Aug. Der seit einer vierzehntägigen relativen Ruhe verkündete große Offensivgeist der in den Dardanellen setzte vorgestern abend
Gegner mit merklichen Iufankerte⸗ und Arkillerfe⸗ verstär kungen. Im erbitterten Kampfe brachten die Türken am füdlichen Flügel bei Sedd⸗ül⸗Bahr den Angriff der Engländer unter bedeutenden Verlusten für diese gestern zum Stillstand und vermochten sogar einige feindliche Gräben zu erobern. Vor den türkischen Stellungen lonnten 2000 englische Leichen gezählt werden. Außerdem nahmen die Türken 104 Engländer und 6 Offi⸗ ziere gefangen. Im Norden landeten die Alliierten in der Sula bucht, scheinbar in der Absicht, den Türken in den Rücken zu fallen. Die Engländer stießen dort auf eine uner⸗ wartete kräftige Gegenwehr. Der Kampf am Nordflügel dauert noch fort, er nimmt für die Türken einen günstigen Fortgang.
Konstantinopel, 8. Aug.(W' T. B.) Zu dem im letzten amtlichen Bericht erwähnten Kampf bei Sedd⸗ül⸗ Bahr teilt das Große Hauptquartier ergänzend mit: Wir machten in diesem Kampf 60 Engländer zu Gefangenen, darunter einen Major und zwei Leutnants. Die Gefangenen sagten aus, daß von zwei Regimen⸗ tern, die an diesem Kampfe teilgenommen haben, 30 Sol- daten am Leben geblieben sind.
Die türkisch⸗bulgarischen Verhandlungen.
Budapest, 8. Aug. Nach einer Meldung der Frankf. Ztg. aus Sofia haben der bulgarische Bevollmächtigte in Kon⸗ stantinopel, Kolutschew, und die Vertreter der Pforte das Protokoll unterfertigt, das die Grundlage für die weiteren Einigungsverhandlungen bilden wird. Die bulgarische Regierung entsandte einen militäri⸗ schen Vertreter nach Konstantinopel, der bei der Grenzregu⸗ lierung als Sachverständiger fungieren wird. Der bulgarische Delegierte ist bereits nach Konstantinopel abgereist.
Die Blockierung Bulgariens.
Budapest, 8. August. Nach einer Bukarester Meldung des Az Est liegt aus Dedeagatsch die Mitteilung vor, daß die Flotte der Verbündeten in letzter Zeit die Blockade der bulgarischen Häfen noch enger geschlossen hat. In unmittel⸗ barer Nähe von Dedeagatsch kreuzen ständig englische und französische Kriegsschiffe und verhindern jeden Schiffsver⸗ kehr, um so Bulgarien zur See völlig zu isolieren.
Ueberfall auf den italienischen Konsul in
5 Dedeagatsch.
. Wien, 8. Aug. Die Neue Freie Presse erfährt aus Athen: Drei bulgarische Offiziere haben in Dedeagatsch den dortigen italienischen Konsul überfallen und blutig geschlagen. Der italienische Gesandte in Sofia verlangte strenge Be— strafung der Schuldigen.
5 Italien und die Türkei.
5 Paris, 8. Aug. Agence Havas berichtet aus Rom: Da die Türkei auf ihrer gewohnten Verzögerungspolitik ver⸗ harrt, hat Italien eine kategorische Forderung um Erklärungen und um Genugtuung an die Pforte gerichtet.
Druck des Vierverbandes auf Serbien.
Budapest, 8. Aug. Das serbische Preßbureau veröffentlichte nach dem Az Est am Freitag die Mitteilung, daß die Gesandten Rußlands, Englands, Italiens und Frankreichs bei Paschitsch im Interesse einer Ausgleichung der auf dem Balkan bestehenden Gegensätze vorsprachen und gleichzeitig den Standpunkt der Mächte darlegten. Die Demarche war freundschaftlicher Natur und ver⸗
folgte den Zweck, eine Vereinbarung unter den Balkanmächten zu erzielen. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.
Bekanntmachung. Mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde erhält die Verordnung über den Verkehr mit Brot und Mehl in der Stadt Gießen vom 12. März 1915 folgenden Zusatz:
§ Za.
Jedem über 14 Jahre alten Einwohner lohne Unterschied des Geschlochts) mit einem eigenen Arbeitseinkommen bis 2600 Mk., also landwirtschaftlichen und gewerblichen lindustriellen) Arbeitern, kleinen Landwirten(auch Selbstversorgern), Handwerkern, kleinen Beamten(Eisenbahn⸗, Straßenbahn⸗, Post⸗, Polizei⸗Bureaubeamten und dergl.) kann auf Antrag eine Zusatzbrotkarxte bei der vegelmäßi⸗ gen Brotkartenausgabe erteilt werden. Die Zusatzbrotkarte berech⸗ tigt zum Bezuge von wöchentlich höchstens 350 Gramm Mehl oder 500 Gramm Brot.
Personen, die besonders schwere Berufsarbeit, insbesondere häufige Nachtarbeit verrichten, können Zusatzbrotkarten erhalten, auch wenn ihr Arbeitseinkommen 2600 Mark übersteigt.
Gießen, den 27. Juli 1915.
Der Oberbürgermeister:
2 r Verstorbene. Frau Helene Peil geb. Lennerz in Dutenhofen, 33 Jahre alt.— Frau Elise Roth geb. Jung in Laugsdorf, 50
Jahre alt.
Bekanntmachung.
Dienstag, Donnerstag und Samstag dieser Woche, jeweils vor⸗ nittogs n Uhr, werden aus den von der Stadt Gießen ein⸗ gekauften Beständen in dem Hofe des städtischen Hospitals, Selters⸗ weg 11, gute Frühkartoffeln in Mengen bis zu 25 Pfund zum Preis von d Pfennig pro Pfund verkauft.
Gießen, den 8. August 1915. 9
Der Oberbürgermeister. J. V.: Grünewald.
Wochenmarktpreise in Gießen am 8. August 1915
Butter per Pfd. 1.60—1.70 Mk.] Zwiebeln ver Pfund 20—25 Pfg. Milch 1 Liter 24 Pfg. Blumenkohl per Stck. 20—50 Pfg. Hühnereier Stück 14—15 Pfg.] Weißkraut p. Haupt 10—25 Pfg. Gänseeier Stück— Pfg.] Rotkraut p. Haupt 00—00 Pfg. Käse Stück 6—8 Pfg. Wirsing p. Haupt 10—25 Pfg. Käsematte 2 Stück 5—6 Pfg. Kohlrabi ver Stück 6—8 Pfg. Tauben per Paar 0.80— 1.20 Mk.] Gurken per Stück 10—25 Pfg.
Stück 3—5 Pfg. Pfund 18 20 Pfg. per Kopf 8—10 Pfg.
Kleine Gurken Bohnen Kopfsalat
Hühner per Stück 1.20—2.00 Mk. Hähne ver Stück 1.50— 2.50 Mk. Ochsenfleisch per Pfd. 1. 20—1.24 Mk.
Kalbfleisch ver Pfd. 108—112 Pfg. Gelbe Rübchen Päckchen 8—12 Pfg. Kuh⸗ u. Rindfl. per Pfd. 100-118 Pfg. Birnen Pfund 15—25 Pfg. Schweinefleisch Pfd. 140—150 Pfg.] Aepfel Pfund 15—20 Pfg. Hammelfleisch p. Pfd. 96—110 Pfg.] Falläpfel Pfund 4—5 Pfg. Kartoffeln p. Malter 00-00 Mk.] Pflaumen Pfund 1520 Pfg. Kartoffeln Pfd. 8—9 Pfg. Heidelbeeren Schoppen 20 Pfg.
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