Ausgabe 
2.8.1915
 
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und auf Fretvurg Bomben abwarfen, antwortete am Nach. mittag unser Geschwader mit Bombenabwürfen auf Flughafen und Fabrik von Lune ville, die Bahnhofsanlagen Saint Dieu und den Flughafen bei Nancy. Der durch die feind⸗ lichen Flieger angerichtete Schaden ist unwesentlich. Ein französisches Flugzeug wurde bei Freiburg durch unsere Abwehrgeschütze heruntergeschossen. Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nordwestlich von Lomsha und an der Bahn nördlich von Goworowo(östlich von Rozan) geht unser Augriff vorwärts. Gestern wurden 1890 Russen gefangen, 3 Maschi⸗ nengewehre erbeutet.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die auf das rechte Weichselufer übergegangenen Truppen des Generalobersten v. Woyrsch dringen unter hart⸗ näckigen Kämpfen nach Osten vor. Alle Gegenangriffe eiligst

herangeführter russischer Verstärkungen scheiterten völlig. Die Zahl der Gefangenen ist auf 7 Offiziere(darunter 1 Regi⸗ mentskommandeur) und 1500 Mann gestiegen.

Den in der Verfolgung begriffenen verbündeten Armeen des Generalfeldmarschalls v. Mackensen scheint der Gegner in

der ungefährdeten Linie Nowo Alexandria an den Weichselhöhen nördlich Lublin(das gestern nachmittag besetzt wurde) dichtsüdlich Cholm erneut Widerstand leisten zu wollen. Der Feind wird überall angegriffen.

Während der Kämpfe der deutschen Truppen bei Bis⸗ kupice Piaski am 30. Juli sind 4930 Gefangene ge⸗ macht und 5 Geschütze, 8 Maschinengewehre erbeutet.

Oberste Heeresleitung.

Die Siegesbeute im Juli!

Im Juli 170 000 Russen gefangen. 55 Geschütze, 356 Maschinengewehre erbeutet.

W. B. Großes Hauptquartier, 1. Aug., vorm.(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz,

Ein englischer Angriff gegen unsere neue Stellung bei Hooge i brach völlig zusammen. Ebenso wenig Erfolg hatten nächtliche Vorstöße der Franzosen gegen Souche z. In den Argonnen heftiges Artilleriegefecht. Am späten Abend wurden unsere Stellungen auf dem Reichsackerkopf in den Vogesen angegriffen. Der Feind wurde zurückge schlagen.

Die Tätigkeit in der Luft war auch gestern rege. Der euglische Flugplatz St. Pol bei Dünkirchen wurde mit 30 Bomben belegt. Ein deutsches Flugzeug bei Dou ay wurde ergebnislos von einem feindlichen Geschwader ange griffen; einer unserer Kampfflieger schoß hier ein feindliches Flugzeug ab. Ein französischer Flugplatz bei Nancy wurde heute früh mit 103 Bomben beworfen, 18 Treffer sind in den Zelten beobachtet. Die zur Abwehr aufgestiegenen feindlichen Flugzeuge konnten den Angriff nicht hindern. Sechs deutsche Flugzeuge griffen über Chateau Salins 15 französische an;

in dreiviertelstündigem Kampf wurden mehrere feindliche Flugzeuge zu Notlandungen gezwungen. Als ein weiteres feindliches Geschwader in das Gefecht eingriff, zogen sich unsere Flieger ohne Verlust zurück. Nördlich von Saargemünd mußte ein französisches Flugzeug landen. Die Insassen sind gefangen.

In den Argonnenkämpfen vom 20. Juni bis 20. Juli nahmen wir 125 Offiziere, 6610 Mann gefangen und erbeuteten 52 Maschinengewehre, sowie sehr zahlreiches sonstiges Material.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nördlich des Njemen fanden örtliche Kämpfe statt. Nordöstlich von Royzan machten wir weitere Fort⸗ schritte. Feindliche Gegenangriffe wurden abgeschlagen.

Im Juli wurden zwischen Ostsee und Pilica

95023 Russen gefangen genommen,

41 Geschütze(darunter 2 schwere),

4 Minenwerfer,

230 Maschinengewehre erbeutet. Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unsere nördlich von Jwangorod über die Weichsel vorgegangenen Truppen wiesen heftige feindliche Gegen angriffe ab. Beim Nachstoß eroberten wir die Höhen bei Podzaweze und machten mehr als 1000 Gefangene.

Zwischen oberer Weichsel und Bug stellte sich der Feind gestern erneut. Deutsche Truppen warfen ihn im Laufe des Tages aus seinen Stellungen bei Kurow löstlich von Nowo⸗Alexandria), südlich von Lenczna, südwestlich und südlich von Cholm, sowie südwestlich von Dubienka. Der

Feind hat darauf beiderseits des Bug und auf der Front

zwischen Bug und südlich Lenczna den Rückzug fortge⸗ setzt. Cholm ist in der Verfolgung durch⸗ schritten. Auf dem südöstlichen Kriegschauplatze fielen im Juli in die Hände der deutschen Trupepn: 323 Offiziere, 75 719 Mann, 10 Geschütze, 126 Maschinengewehre. Oberste Heeresleitung.

8 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Gegenstöße der Russen abgewiesen. Cholm durchschritten. Die Julibeute. Heftige italienische Angriffe am Karstplateau.

Wien, 1. August.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 1. August 1915, mittags. Rulsischer Kriegsschauplatz. Zwischen Weichsel und Bug entbrannte gestern un zahllosen Punkten heftiger Kampf. Unsere warfen den Feind westlich von Dubienka, Cholm und südlich von Leczna. Nördlich Lublin wiesen unsere Truppen starke Gegenstöße ab und setzten seither ihren Angriff fort. Bei Kurow stürmte eine, im Verbande der Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand stehende deutsche Division zwei hintereinander liegende feindliche Linien. Oesterreichisch⸗ ungarische Truppen erkämpften sich den Weg bis Nowo⸗Alexan⸗ drija. Während hier am Ostufer der Weichsel und bei Lublin der Gegner noch Widerstand leistet, setzte er weiter östlich im Raume bis zum Bug seit heute früh den Rückzug fort. Deutsche Regi⸗ ert haben bei seiner Verfolgung vormittags Cholm durch⸗

erneuert Verbündeten südlich von

In Ingairtron ii bir Nuhr anvetanvect,

Nordöstlich Zwangorod entrissen gestern die auf das öst⸗ liche Ufer vorgedrungenen deutschen Truppen den Russen einen wichtigen Stützpunkt.

Von den unter österreichisch⸗ungarischem Oberbefehl stehenden Streitkräften der Verbündeten wurden im Juli 527 russische Offi⸗ ziere und 126311 Mann als Gefangene eingebracht, 16 Geschütze und 202 Maschinengewehre erbeutet.

Jtalienischer Kriegsschauplatz.

Kleinere Gefechte im Tiroler und Kärntner Grenz⸗ gebiet waren auch gestern für uns von günstigem Ausgange. In der Gegend vom Kastell Tesino wurden zwei feindliche Kompagnien überfallen und erlitten starke Verluste. Angriffe von Bersaglieri gegen unsere Stellungen gegenüber dem Hohen Trieb(Grenz⸗ höhe östlich des Plöcken) gelangten stellenweise bis in die eigenen Linien; der Sturm unserer Reserven warf jedoch den Feind, welcher namentlich durch unser Artilleriefeuer schwere Verluste er⸗ hielt, wie der zurück.

An der küstenländischen Front herrschte vom Krn⸗ gebiet bis einschließlich des Gör zer Brückenkopfes abge⸗ sehen von Artilleriefeuer und kleinen feindlichen Angriffsver⸗ suchen im großen Ruhe. Dagegen unternahm der Feind im Laufe des gestrigen Tages und der heutigen Nacht wiederholt starke Angriffe gegen den nach Westen vorspringenden Teil unserer Stellungen am Rande des Karst⸗Plateaus; östlich Palazzo ist der Kampf noch nicht abgeschlossen. Ein von Selz und drei von Ver⸗ megilano angesetzte feindliche Nachtangriffe wurden unter schweren italienischen Verlusten abgeschlagen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschallentnant

2 Die Räumung Warschaus.

T. U. Krakau, 1. August. Der Generalgouverneur von Warschau ist bereits nach Liedlte übergesiedelt. Von den Zivil⸗ organen bleiben nur die Feuerwehr und die Polizei, die dem Generalgouverneur unterstellt sind, zurück. In der Stadt hört man Geschützdonner von Westen, Süden und Norden. Eine Un⸗ masse von Verwundeten werden durch die Stadt transportiert. Bei Nacht sieht man in weitem Umkreis brennende Dörfer. Die Russen führen alle Lebensmittel aus den Militärmagazinen fort.

Ein Tagesbefehl des Zaren an Heer und Flotte

Petersburg, 1. Aug.(W. T. B. Nichtamtlich.) Anläßlich des Jahrestages des Krieges hat der Zar an die Angehörigen von Heer und Flotte einen Tagesbefehh erlassen, in dem gesagt wird, daß, obwohl trotz aller Anstrengungen, die ihre Fahnen mit neuem Ruhm bedeckt hätten, des Feindes Kraft noch nicht gebrochen sei, sie doch nicht den Mut verlieren und nicht zurückschrecken dürften vor neuen Opfern und neuen Prüfungen, die nötig seien, um Rußland dem friedlichen Leben wieder zuzuführen. Der Zar sagt dann weiter: Gott hat oft dem Vaterlande schmerzliche Prüfungen gesandt, aber das Land ist stets mit neuer Kraft und neuer Stärke daraus hervorgegangen. Der Tagesbefehl drückt dann den unerschütterlichen Glauben und die feste Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang des Kampfes aus und fleht weiter den Segen Gottes auf Ruß⸗ lands bewaffnete Macht herab.

Meuterei in der russischen Armee.

T. U. Czernowitz, 1. August. Von authentischer Stelle erfährt der Korrespondent des Berl. Tgbl., daß die Russen zur Verstärk⸗ ung ihrer Stützpunkte in Ostgalizien etwa 40 000 Mann frisch aus⸗ gerüsteter Truppen herbeischafften. Als diese am bestimmten Orte angelangt waren, verweigerten die Mannschaften und die Offiziere den Gehorsam, vernichteten die Munition und kehrten sich gegen die höheren Vorgesetzten. Die Meuternden wurden schließlich über⸗ wältigt, entwaffnet und nach Rußland zurückbefördert.

Die türkischen Kriegsberichte.

Konstantinopel, 31. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Agence Milli meldet: Gestern örtlicher Feuer kampf, wie gewöhnlich. Bei Ari Bur nu brachten wir von unserem Zentrum gegen den Feind vorgetriebene Minen mit gutem Erfolge zur Entzündung. Ein Teil der feindlichen Schützen⸗ gräben und der Drahtverhau wurden zerstört. Von den übrigen Fronten ist nichts von Bedeutung zu melden.

Das Hauptquartier teilt mit:

Auf der Dardanellenfront nichts von Bedeutung. Am 31. Juli erbeuteten unsere Erkundungskolonnen, welche bei Sedd⸗ül⸗Bahr in die feindlichen Gräben einge⸗ drungen waren, eine Menge Gewehre und Munition. Einer unserer Flieger warf mit Erfolg vier Bomben über Tenedos, wovon eine ihr Ziel auf dem feindlichen Flug⸗ platz traf. Unser Flieger wurde von zwei feindlichen Fliegern verfolgt, die auf ihn ein wirkungsloses Maschinengewehrfeuer eröffneten. Auf den übrigen Fronten nichts von Bedeutung.

Der Luftkrieg. ö Ein neuer Fliegerangriff auf Freiburg.

Berlin, 1. Aug.(W. T. B. Amtlich.) Gestern morgen gegen 6 Uhr erschienen über Freiburg i. Br. wiederum sechs feindliche Flieger. Es gelang, ein Flugzeug bei Munzingen herunterzuschießen. Die zwei leichtver⸗ letzten Insassen wurden gefangen genommen.

Straßburg i. Els., 31. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Vor⸗ gestern besuchte ein größeres Flugzeuggeschwader die Gegend von Merkweiler-Walburg. Es sollen 25 Bomben abgeworfen worden sein, die fast keinen Schaden angerichtet haben. Dagegen wurden leider einige harmlose Landleute verwundet.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

Wochenmarktpreise in Gießen N am 31. August 1915

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Zwiebeln per Pfund 2500 Pfg.

Butter per Pfd. 8 1 Milch Blumenkohl per Stck. 2050 Pfg.

Hühnereier Stück 1415 Pfg. Weißkraut p. Haupt 2070 Pfg. Gänseeier Stück Pfg.] Rotkraut p. Haupt 0000 Pfg Käse Stück 68 Pfg.] Wirsing b. Haupt 15 25 Pfg. käsematte 2 Stück 56 Pfg.] Kohlrabi ver Stück 68 Pfg. Tauben per Paar 0.801.20 Mk Gurken per Stück 1030 Pfg. Hühner per Stück 1.20 2.00 Mk.] Kleine Gurken Stück 35 Pfg. Hähne ver Stück 1.50 2.90 Mk.] Bohnen Pfund 20 00 Pfg. Ochsenfleisch per Pfd. 1.201.24 Mk.] Kopfsalat per Kopf 8 10 Pfg. Kalbfleisch ver Pfd. 108112 Pfg.] Gelbe Rübchen Päckchen 810 Pfg. Kuh⸗ u. Rindfl. per Pfd. 100-418 bfg. Birnen Pfund 1520 Pfg. Schweinefleisch Pfd. 140150 Pfg.] Aepfel Pfund 15 20 Pfg. Hammelfleisch p. Pfd. 96410 Pfg.] Falläpfel Pfund 56 Pfg Kartoffeln p. Malter 00-00 Mk.] Pflaumen Pfund 1520 Pfg. Kartoffeln Pfd. 68 Pfg. Heidelbeeren Schoppen 20 Pig.

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