Ausgabe 
23.7.1915
 
Einzelbild herunterladen

Räße des Gegners bei Polazzo waren schon gestern untertags zu⸗ da mmengebrochen. Oestlich Sdraussina schritten unsere Truppen heute früh zum Gegenangriff und bemächtigten sich aller ihrer früheren Stellungen. Der Feind ist hier im Rückzuge. Am Nordwestrande des Plateaus wird erbittert weitergekämpft. Gegen den Görzer Brückenkopf brachten die Italiener namentlich in der Richtung gegen Podgora immer neue Kräfte in die Schlacht. Zehn Infanterie⸗Regimenter griffen hier nacheinander verge b⸗ Iich an. Fast immer führte der Kampf zum Handgemenge. Drei Stürme scheiterten gestern vor unseren Hindernissen. In einzelnen Grabenstücken gelang es dem Feinde einzudringen. Nachts wurde er wieder hin ausgeworfen. Cbenso scheiterten Angriffe schwächerer mit Gasbomben bewehrter Kräfte bei Pena. Auch zwei Vorstöße je eines Regimentes auf den Monte Sabotino wurden unter flankierender Mitwirkung unserer Artillerie blutig abgeschlagen. Unsere mit einzig dastehender Begeisterung und Zähigkeit fechtenden Truppen haben somit nach vier tägiger Schlacht ihre Stellungen so wohl am Plateau von Doberdo als auch im Görzer Brücke n⸗ kopf behauptet. Der Kampf ist jedoch noch nicht abgeschlossen.

Bei Plava, Tolmein und weiter nördlich unterhielt der Feind gestern ein lebhaftes Artilleriefeuer. Die Gefechte im Kerngebiete dauern fort. 5 11 55 Kärntner und Tiroler Grenzgebiet ist die Lage unver⸗

ndert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant.

Die größte Schlacht des Weltkriegs.

Nach einer eingehenden Darstellung der gewaltigen militärischen Ereignisse im Osten sagt die Frankf. Ztg.: Mit dramatischer Wucht entwickeln sich von Tag zu Tag die Ereignisse, die in ihrer Gesamtheit die größte Schlacht bilden, die in dem ganzen Feldzuge ausgekämpft wird. Auf den Sieg wagt der Feind nicht mehr zu hoffen, nur Zeit sucht er noch zu gewinnen, um wenigstens Teile seiner geschlagenen Heere vor der drohenden Katastrophe zu retten. Aber von Tag zu Tag drängt der Sturm der Verfolgung zu größerer Eile.

Wie die Franzosen belogen werden. Paris, 22. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Die Presse erklärt all⸗

gamein, der russische Rückzug sei ein wohlbedachtes strate⸗ güäsches Manöver, aber kein Sieg der verbündeten Armeen. Tie Kraft des russischen Heeres sei ungebrochen, und es sei letzten Endes gleichgültig, ob die Schlachtfront weiter ostwärts verleat werde, denn die Russen seien bereit, bei der ersten Gelegenheit wieder offensiv vorzubrechen. Die Räumung größerer Gebiete

Städte, wie Warschau, habe weiter keine Bedeutung. Charakteristisch für die Auffassung der französischen Presse sind

de Auslassungen derInformation, welche schreibt: Die Deutschen und Oesterreicher wissen genau, daß, wenn sie die Russen nur zurück⸗ ängen, die Siege mehr scheinbar als wirkliche sind. In dieser Weise räumten die Russen Galizien, ohne geschlagen zu sein. Ihre Armeen sind noch intakt. Deshalb unternehmen die Deutschen mind Oesterreicher einen kühnen letzten Versuch, die russische Front in Unordnung au bringen, zu zerreißen und die Stücke einzeln zu lagen. Aber die russische Stellung ist heute besser enn je. Wenn das deutsche Manöver nicht gelingt, gehen die Deutschen einem furchtbaren Unglücke entgegen. Die französische Presse führt schließlich aus, Hauptzweck der schen und österveichisch⸗ungarischen Offensive sei, durch die iederringung der Russen Truppen für große Operationen in Fran k⸗ Ble frei zu bekommen. Ein solcher Erfolg werde den deutschen und österreichisch⸗ungarischen Waffen nicht beschieden sein, weil eben die rufsische Armee nur zum Rückzuge veranlaßt, aber n üch t geschlagen werden könne. Italien vor dem Kriege mit der Türkei. Die italienischen Blätter setzen ihren Pressefeldzug gegen die Türkei fort. Die Idea Nazionale weist, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, darauf hin, die türkische Regierung beabsichtige alle noch auf türkischem Boden befindlichen Italiener nach dem Konzentrationslager von Orfa in Ar⸗ menien verbringen zu lassen, wo sich bereits die Angehörigen der übrigen vier Verbandsstaaten befänden. Die Provo⸗ kationen der Türkei reichen, so sagt das Blatt, bereits bis November 1914 zurück. Schon damals habe die Türkei durch Erklärung des Heiligen Krieges gezeigt, was sie vorhabe. Schon damals habe sie den Waffenschmuggel nach Libyen im großen betrieben, und die Erklärung, der Heilige Krieg 5 werde Libyen nicht betreffen, sei im voraus hinfällig ge⸗ wesen. Das Verhalten der Türkei sei nicht nur provozierend, sondern direkt feindselig und dürfe nicht mehr länger geduldet werden. Die mannigfaltigen Aeuße⸗ rungen der italienischen Presse deuten darauf hin, so bemerkt dazu das Schweizer Blatt, daß man die weitesten Volksschich⸗ ten in Italien auf den Krieg mit der Türkei systemat i sch vorbereite. Das zu tun sei schon deshalb zweckmäßig, weil der Krieg gegen die Türkei nicht jene Begeisterung auszulösen vermöge, wie sie der Feldzug gegen Oesterreich mit sich gebracht habe.

Ein französisches Unterseeboot verloren. Wie der Genfer Korrespondent der Frankf. Ztg. aus zuver⸗ lässiger Quelle erfährt, wird das französische UnterseebootJoule seit dem 23. April vermißt. Es ist bisher keimerlei Nachricht wieder von ihm eingelaufen, sodaß an dem Untergang des Bootes nicht mehr gezweifelt werden kann.

Das verlorene Unterseeboot ist Laubeufscher Konstruktion und gehört zu der Gruppe der Unterseeboote, die aus den Jahren 1910/13 sammen. Diese Unterseeboote haben eine Wasserverdrängung von 400 bis 550 Tons. Die Besatzung beträgt 24 Mann.

Der Sieg der Arbeiter in Südwales. a T. U. Amsterdam, 22. Juli. Die Morningpost verzeichnet die Tatsache, daß der Streik in Südwales, der durch die Er füllung aller von den Arbeitern gestellten Bedingungen nun beendet ist, ein vollständiger Zusammenbruch der Regierung und eineSchande, die England nicht so schnell vergessen kann ist. Die Times schreiben, der Erfolg sei nur dem Mi nister Lloyd George zuzuschreiben. Die königliche Prokla⸗ mation habe vollständig versagt und die Regierung sich blamiert.

0 1

Die amerikanische Antwortnote. f Rotterdam, 22. Juli. Aus Washington drahtet Reuter: Gießen. Die amerikanische Regierung hat sich entschlossen, Deutschland sammlung. in der Antwortnote mitzuteilen, daß, wenn die deutschen Unterseebvote künftig die Ursache wäre, daß amerikanische

Vereinskalender. 3

Montag, 26. Juli. g Schneiderverband. Abends 9 Uhr Ver⸗

0

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen.

Bürger das Leben verlören, sie dies als unfreundliche Hand- Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

lung betrachten würde; denn es sei die Pflicht Deutschlands, den Unterseebootkrieg dem Völkerrecht gemäß zu führen. Weiter verlangt die amerikanische Regierung Schadenersatz für die an Bord derLusitania umgekommenen ameri⸗ 51. bupfehlensw

Praktischer Wegweiser

pte deschäkte r nme

kanischen Bürger. Schließlich weist die Note den Versuch Deutschlands zurück, den transatlantischen Verkehr durch be⸗ 5 ö stimmte in das amerikanische Schiffsregister einzutragende f f

J. H. Ihring, Lich

Dampfer kriegführender Mächte sicher zu stellen. Sie dürfte Aelepnen am Freitag nach Berlin übersandt werden. n

Regelung des Verkehrs mit Hafer. dagen eg

Anerkannt vorzügliche Die Bestt Hafe at erden U drücklich E helle und dunkle Die Besitzer von Hafervorräten werden hierdurch ausdrücklich 7 5

auf den Inhalt der Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichs⸗ 6 xport 2 Biere

kanzlers über die Regelung des Verkehrs mit Hafer vom 28. Juni 7

und 11. Juli 1915, sowie auf die dazu erlassene Ausführungs- 6 Georg Quht 0

anweisung Großh. Ministeriums des Innern vom 15. Juli 1915 G. m. b. H.

abgedruckt in Nr. 63 des Kreisblattes vom 20. Juli 1915 mit

dem Hinweis aufmerksam gemacht, daß Zuwiderhandlungen gegen

die erlassenen Bestimmungen mit schweren Strafen bedroht sind.

Metzlar:

Gerlach& ufer

vormals J. Luy

Gießen, d 22. Juli 1915. E 5 Oberbürgermeister. 5 8 Keller. Banbrinnz- Balz Bekanntmachung. 0. J. Melchior Butzbach 1

gen zwei Wochen im Stadt⸗

Zur Einsicht der Beteiligten lie haus, Gartenstraße 2, Seitenbau, aus die Heberollenaussüge:

1. Der Zweiganstalt der Hess. Nass. Baugewerks⸗Berufsgenossen⸗ schaft fürs 4. Vierteljahr 1914 und 1. Vierteljahr 1915.

Vertr.: Georg Hebstreit Gleßen. Telephon 153

aht. Waldgchmat

Brennmateriallen

Joh. Fischer

Alicestraße 28/80 Telephon 72 5 0 Hohlen, Koks und Briketts.

2 Nolonialwar sn ö Heintfelr Möser, 25

Welzen- u. Roggenmehle Sämtliche Futferartikel engros Rüböl, Leinöl en detail f. Sime, Likee Christian Inderthal Likörfabr. u. Weinhandlung 2 Gießen

Neuen-Bäue 27 Diezstr. 14.

9 Alsfe* Koch& Wald

Mainzergasse u. Altenburger Weg Höbelgesehält Polsterwerkstätte

rellaus F. Her We

Ur. Linden

2. Der Zweiganstalt der Tiefbauberufsgenossenschaft. 6 5 f Gemischtes 3. Der Versicherungsgenosfenschaft der Privatfahrzeug⸗ und 10. Haien Welzlak. 1. Jean Fabel e tierbesitzer. feischereien 6 12 Gießen, den 19. Juli 1915. g 5 0 . 5 Der Oberbürgermeister: ll. Leber e Test. L. Schlier, Label. 2. germeis 5. J. A.: Schenck zu Schweinsberg. 1. Bekanntmachung 1 f a Die Ausgabe der Brotmarlenhefte für die Zeit vom 26. Juli 2

bis 8. August d. J. findet Samstag, den 24. Juli 1915, vormittags 812 Uhr und nach⸗ mittags 26 Uhr statt.

Soweit den Anträgen auf Zuweisung einer erhöhten Brot⸗ menge stattgegeben ist, werden auf Verlangen diesbezügliche Brot⸗ markenhefte ausgegeben.

Es wird ersucht, die Brotmarkenhefte sofort auf die Vollständig⸗

Gute Qualitäten.

keit des Inhalts an Abschnitten nachzuprüfen. Reklamationen, die später vorgebvacht werden, können nicht berücksichtigt werden. Gießen, den 20. Juli 1915. 3 1 EX ET 5 5 Der Sberbürgermeister: 0 9 eee

ren

Billigste Preise. Marktplatz 2

r Freilicht⸗ilthne

Gießener

(Künstlerische Oberleitung: Direktor Steingoetter). Erstaufführung! Sonntag, 25. Juli, nachm. 5 Uhr: Erstaufführung!

Der Spenglermeister Bimbächer

Posse aus dem Gießener Volksleben in 5 Akten v. G. Asmus und Dr. Krönlein Spielleitung: Willi Werner Göttig. Preise der Plätze: Im Vorverkauf(bei E. Challier, Neuenweg): 1.20 Mk, .90 Mk.,.60 Mk.,.40 Mk. An der Waldkasse: 1.50 Mk., 1.10 Mk.,.80 Mk.,.40 Mk.

Verwundete haben auf unnumerierten Sitzplätzen freien Zutritt. Sonstiges Militär,

vom Feldwebel abwärts, auf unnumerierten Sitz- und Stehplätzen halbe Preise. Für die Freilichtbühne: Dr. K. Bernbeck.

Da sich ein wachsendes Interesse an der Fischnahrung zeigt, so sollen noch einmal Unterweisungen in der Bereitung von Klippfischgerichten stattfinden:

Montag, den 26. d. M., um 6 Uhr in der Aliceschule, Stein⸗ straße 10(Anmeldung am Samstag, Gebühr 50 Pfg.).

Dienstag, den 27. d. M., um 3 Uhr in der städtischen Schul⸗ küche, Neustadt 61, am Oswaldsgarten(Anmeldung Samstag oder Montag morgen, Teilnahme frei).

Desgleichen wird Anweisung in der Herstellung und Anwendung der Kochkiste und des Kochbeutels gegeben werden.

Der Oberbürgermeiser. Der Vorsizende des Alice⸗ Schulverein.

Keller. Fromme.

Reform⸗ Waschpulver

kostet 1 Pfund nur 25 Pfg.

Reformhaus Kreuzplatz 5.

Reparaturen Neubeziehen

von Sonnen- und Regenschirmen ö gut und billig ö

feen

Giessen. Seltersweg 52

1 Marburg a. L.

2

fachen öden

in jeder Größe zu beziehen durch die Buchhandlung Oberhess. Volksztg.

Bahnhofstraße 23. D Tinmoxa

ist das sicherste Mittel gegen Mottendered Brut. Adl.⸗Drog. Seltersweg 39

Otte Schaaf.

Asterweg 6

sind am 1. bezw. 15. August zwei Wohunugen zu vermieten. Näh. im Geschäftslokal des Konsum⸗ vereins, Schanzenstraße 16.

N

ieee Fah men Reinecke

Hannover 2 ng-Bednrfaartikel. rn

2

zu verkehren, ist Pflicht eines jeden organisierten Arbeiters. Durch den Besuchdesdewerkschaftshauses un- terstütet der Arbeiter sein eig. Heim.

Speisen u. Getränke. Billig. Logis