es hartnädigen Widerstandes gelang es den verbündeten Streit⸗ ften, ihn an mehreren Stellen zu durchbrechen. Bei ozana bahnte sich das Korps Arz im Verein mit deutschen
Bataillonen den Weg in die feindliche Linie. Südwestlich Biskupice wurden die Russen in der Nacht durch die Deutschen zum Rückzug gezwungen. Zwischen der Byst rica und der Weichsel stieß die 2 des Erzherzogs Josef Ferdinand auf starken Wider⸗ stand. Beiderseits von Bozechow entrissen unsere Truppen in erbittertem Handgemenge sibirischen Regimentern ihre zäh ver⸗ teidigten Stellungen. Bei dieser Armee wurden gestern 30 Offiziere und 6000 Mann als Gefangene eingebracht und neun Maschinengewehre erbeutet. Zwischen der Weichsel und der Pilica ee die Verfolgung fortgesetzt. Deutsche Landwehr durchbrach nordöstlich Zwolen die Vorstellung des Brückenkopfes von Iwan⸗ gorod. Um die anschließenden Stellungen wird noch gekämpft. In Ostgalizien entbrannten bei Sokal neuerdings heftige ade 0 An der Zlota⸗Lipa und am Dnjestr ist die Lage un⸗
ändert. Schwere Verluste der Italiener. Italienischer Kriegsschauplatz.
0 Im Görzischen setzten die Italiener auch gestern ihren allgemeinen Angriff fort. Am Rande des Plateaus von
Doberdo und im Görzer Brückenkopf tobte die Schlacht den ganzen Tag. Abends gelang es dem Feinde, den Monte San Michele östlich Sdraussina zu nehmen. Heute früh eroberte Generalmajor
Boog mit bisher zurückgehaltenen Kräften diese Höhe zurück. Süd⸗
östlich behaupten sich unsere Truppen mit größter Zähigkeit. Ein
Flankenangriff von der Ruinenhöhe östlich Zagrado warf schließ⸗
Iich die Italiener auch hier zurück. Sie fluteten unter großen Ver⸗ lusten in die deckenden Räume. Da unsere Truppen auch den ganzen Südwestrand des Plateaus fest in Händen behielten und im Görzer Brückenkopf alle feindlichen Angriffe blutig zurückschlugen, hatte die
mit ungeheuren Opfer bezahlte Anstrengung wieder kein Ergebnis.
An der übrigen küstenländischen Front herrscht ver⸗ hältnismäßige Ruhe. An der Kärntner Grenze hat sich nichts Wesentliches ereignet. Oestlich Schluderbach griffen drei seind⸗ liche Bataillone den Monte Piano an, sie wurden abgewiesen, fluteten zurück, verloren etwa zwei Drittel ihrer Bestände.
105 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes.
von Höfer, Feldmarschallentnant. Die russischen Festungen bedroht!
Aus Wien wird der Frankf. Ztg. telegraphiert:
Mit der Einnahme von Radom ist nun die Weichsel⸗ festung Jwangorod wieder in den Vordergrund gerückt. Von der von unseren Truppen besetzten Stadt bis zu dieser Festung sind nur noch zwei Tagemärsche, Kavallerie hat so— gar schon die Bahn zwischen Radom und JIJwangorod in Händen. Die gegen Warschau vorrückenden Ver⸗ 5 deten sind mit dem Erreichen der Linie Blonie—Grojee ohe an den Fortgürtel dieser Festung gelangt. Blonie ist nur noch 18 Kilometer davon entfernt. Die ganze russische Linie ist schon sehr nahe an die beiden wichtigen Festungen der Weichsel⸗Front zurückgedrängt.
Die auf der Südfront zwischen Weichsel und Bug dem geschlagenen Gegner auf den Fersen folgenden verbün⸗ det en Armeen nähern sich mit Riesenschritten der Linie Lub⸗ lin—Cholm, die sicher zu einer Verteidigungslinie von großer Stärke ausgebaut ist. Werden die so oft geschlagenen feindlichen Truppen, deren Widerstandskraft erst vor wenigen agen neuerdings gebrochen wurde, dort den ungestümen An. griffen der Verbündeten noch lange Stand halten können?
Russische Abwehrmaßnahmen.
det Petersburg, 21. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Der Rjetsch mel⸗ det: Der Ministerrat beschloß, noch im Laufe des Jahres 1915 die im Jahre 1896 geborenen Wehrpflichtigen, die nach ö den geltenden Bestimmungen erst im Jahre 1917 zu dienen haben, g einzuziehen. 1 ch Das Blatt tritt in einem Leitartikel dafür ein, daß die Volks⸗
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onen, um den Krieg zu einem wirklichen Volkskriege zu die Sachlage zwecks Weiterverbreitung erhalten, da unter den Anal⸗ eten, die 80 vom Hundert der russischen Bevölkerung ausmachen, die wildesten Gerüchte über die Kriegslage verbreitet seien. Der Rußkoje Slowo meldet aus Warschau: Polen wurde der ungediente Landsturm, die sogenannten iki erster Klasse eingezogen.— Die Semstwos stellten den An⸗
unition militärisch organisiert werde. derartiger Arbeitermangel, daß man Kulis kommen ließ, die jetzt erwartet werden.
Große Bestürzung bei den Franzosen.
ehmen, sowohl in Rußland wie in Frankreich die größte estürzung hervor. chen dem Feinde ihren Willen aufzwingen; der Feind werde
gner zum Hauptstoß ausholen würden. a Mit großer Gespanntheit und Beängstigung verfolge 5 militärischen Berichte der französischen Blätter die Vor⸗ änge auf dem östlichen Kriegschauplatze. selben nicht, daß die deutsche Offensive dort allge mein und vollständig ist, daß die im Gange befind—
lichkeit Vertrauen auf die Beständigkeit ussischen Truppen sowie auf einen glücklichen Ausgang des Kampfes zu.
Die Stimmung im italienischen Lande.
1310 0 Der römische Korrespondent von Politiken Dr. Rasmussen liist von Italien abgereist, weil der dortige Aufenthalt ihm
U
erträglich war. Er berichtet nach der Frankf. Ztg., die 150 Italiener hätten eine„Schreckensherrschaft“ 5 Spionage, Zensur, Aufschnappen von Briefen und Telegram⸗ 1 n eingerichtet. Offiziell mißbilligte Aeußerungen über den Krieg und die Finanzen würden mit Gefängnis geahndet. Es sei das die Folge der täglichen Aufhetzungsarbeit der ationalistenpresse. Von Dänen abgesandte Briefe und Tele— gramme erreichen nicht den Bestimmungsort. Mehrere Skandinavier seien neuerdings festgenommen worden, da— runter der Dichter Johannes Jörgensen. Die Italiener seien 1 0 über die Tätigkeit ihres Heeres allgemein sehr enttäuscht. Die 10 Finanzwelt sei beleidigt, weil man von England zu wenig 5 Geld bekomme. Die hochgespannte chauvinistische Stimmung u hentlich in literarischen Kreisen Werde gedämpft. Verhaftung von italienischen Sozialisten. Nom, 21. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Der Avanti erfährt aus via, vorgestern früh im den Räumen des dortigen jung ⸗
[lehrer auf dem Lande und andere des Lesens kundigen Per⸗. machen, von der Regierung besondere volkstümliche Berichte über 1
In ganz 5
ug, daß die gesamte Industrie zur Erzeugung von In Rußland berricht über Charbin 300 000
Laut Meldungen der Abendblätter von Genf ruft die 5 dee die die Ereignisse auf dem östlichen Kriegsschauplatz
Es sei unbestreitbar, daß die Deut⸗
überall auf die Defensive beschränkt und wisse nicht, wo die
So verkennen die⸗-
lichen Kämpfe von Kurland bis zum Dnjestr hart und blutig sind und daß die Schlacht aller Wahrscheinlichkeit nach von“ ndgültiger Entscheidung sein wird. Man spricht der Oeffent⸗ 8 und den Mut der 1
mit]!
sozialistischen Vereins eine Untersuchung vorgenom⸗ men wurde, infolge deren fünf Vereinsmitglieder verhaftet wurden. Man glaubt, daß eine weitere Verhaftung in Val di Trempia erfolgte.
Die Brescianer Zeitungen Il Cittadino und La Sentinella Bresciana bringen die Nachricht von der Verhaftung der Mit⸗ glieder der sozialistischen Verwaltung von Cardone. Unter den Verhafteten befinden sich der Bürgermeister, der Vize⸗ sekretär und fünf Gemeindeassessoren. Sie wurden im Militärauto⸗ mobil unter Begleitung zahlreicher Carabinieri nach Brescia über⸗ geführt. Die Zeitungen schreiben, daß die Verhafteten der antimili⸗ taristischen Propaganda angeklagt sind.
Die türkischen Tagesberichte.
Konstantinopel, 21. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Bei Ari Burnu ließen wir am 19. Juli eine Mine vor unseren Schützengräben springen, wodurch feindliche Gegenminen vernichtet wurden. Zwei starke Abteilungen, welche der Feind in die Vorpostenkämpfe auf dem linken Flügel hineinwarf, wiesen wir mit schweren Verlusten zurück. Unsere Artillerie zerstreute eine lange In⸗ fanteriekolonne, welche der Feind seinem linken Flügel zur Verstärkung schickte. Unter den Franzosen, die wir am 18. Juli in unseren Schützengräben gefangennahmen, befinden sich schwerverwundete Offiziere. In der Nacht zum 20. Juli und am folgenden Tage beschossen unsere Batterien auf dem asiatischen Ufer das Lager und die Landungsbrücken des Fein⸗ des bei Tekke Burnu und seine Truppen bei Mortaliman. Im Irak griffen unsere Vortruppen in der Nacht zum 18. Juli den feindlichen rechten Flügel östlich Kalatelnedschin an und zwangen ihn nach vierstündigem Kampf zum Zurückgehen. Unsere Artillerie versenkte ein mit Lebensmitteln beladenes feindliches Boot. Eine Anzahl gewaltsam in die Armee ein⸗ gestellter Moslems ist am 17. Juli desertiert und zu uns ge⸗ flüchtet. Die Verluste des Feindes in der Schlacht bei Kaba⸗ Tulmain am 14. Juli wurden auf 2000 Mann geschätzt. Eine unserer aus Freiwilligen bestehenden fliegenden Kolonnen überfiel in der Nacht zum 18. Juli ein feindliches Lager und kehrte mit reicher Beute zurück. Von den anderen Fronten nichts Wesentliches.
Die Lage in Aegypten.
Aus Kairo wird der Frankf. Ztg. zuverlässig gemeldet: Ueber die Untersuchung wegen des jüngsten Attentats auf den von den Engländern eingesetzten Khediven wird strengste Geheimhaltung bewahrt. Der Khedive wollte nach dem Attentat abdanken. Er unternahm deshalb mehrfach Schritte. Die Engländer zwingen ihn jedoch, auf seinem Posten zu verharren. Die Engländer beabsichtigen, ägyptische Soldaten in englischer Uniform nach den Dardanellen zu entsenden. Die Soldaten revoltierten jedoch, sodaß auf ihre Verwendung verzichtet werden mußte.
Ganz gewaltig ist der Zustrom Verwundeter nach Aegyp⸗ ten. Die großen weltberühmten Hotels Menahouse, Helio— polis, Palace Semiramis, Savoy und Gezireh Palace sind in Hospitäler umgewandelt. Das gleiche gilt für Alexandrien und Suez. Der von australischen Soldaten eingeschleppte Typhus verursacht wahrhafte Verheerungen, dabei macht sich das Fehlen von sanitärem Material sehr bemerkbar. Im Lande gewinnt zunehmender Mißmut die Oberhand. Die
Blockade und ist entschlossen,
Heuschreckenplage, die in so furchtbarer Form wie jetzt noch nie aufgetreten ist, richtet unermeßliche Verwüstungen an. Englische Sozialisten zum Kriege.
In England hat sich ein sozialistisches nationales Verteidigungskomitee gebildet, um der unab⸗ hängigen Arbeiterpartei entgegenzutreten und vor allem die Friedenspropaganda Keir Hardies, Ramsay Macdonalds usw. zu bekämpfen. In dem veröffentlichten Manifest werden die sriedensfreundlichen Sozialisten als Träumer, deutsche Agenten und Pseudo⸗Sozialisten gebrandmarkt. Der neuen Vereini⸗ gung gehören unter anderem an: Ben Tillett, Con ⸗ ningham Graham, Emile Royer Gelgier) und Hyndman. Das Ende des englischen Kohlenarbeiterstreiks
Reuter meldet aus Cardiff: Obwohl Offizielles noch nicht
bekannt gemacht worden ist, verlautet, daß eine U eberein- stimmung im Arbeiterkonflikt von Südwales erreicht worden ist. Die Uebereinkunft lautet auf einen, Zeitraum bis 6 Monate nach dem Kriege. 5 8 Ein weiteres Telegramm Reuters aus Cardiff meldet: Der Streik wurde beigelegt, die Forderungen d er Bergarbeiter wurden bewilligt. 5 Die englische Regierung und ihr Unterhändler, Llyod George, sowie die Grubenbesitzer haben sich also gefügt und die Arbeiter haben einen vollständigen Sieg davongetragen. Das wird ermunternd auf weitere Arbeiterkategorien ein wirken.
Protest Bulgariens gegen die englische Blockade.
Bulgarien protestierte energisch in London gegen die eng lische Blockademaßregeln gegen die bulgarischen Häfen des Aegäischen Meeres als im Widerspruch stehend mit den Rech⸗ ten der Neutralen. Bulgarien fordert die Aufhebung der andernfalls Repressalien zu greifen.
Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.
Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. — ̃ pp. p p p—p—j—f—
Vereinskalender.
Montag, 26. Juli. Schneiderverband. Abends 29 Uhr
Bekanntmachung.
Die öffentlichen Impftermine für die Erstimpflinge in der Stadt Gießen, welche jeden Mittwoch, nachmittags von 5—6 Uhr, in der Turnhalle der Stadtmädchenschule(Schillerstraße) stattfinden, wer⸗ den nur noch im Monat Juli abgehalten.
Wer die Termine nicht benutzen will, muß sein impfpflichtiges Kind auf eigene Kosten impfen lassen.
Gießen, den 15. Juli 1915.
Der Oberbürgermeister: ꝗKeller.
Verstorbene. Marie Schmidt, in Maar bei Lauterbach.— Johannes Lein in Ehringshausen bei Alsfeld, 70 Jahre alt.— Frau Elisabetha Jung Witwe, geb. Gorr, in Heuchelheim, 66 Jahre
Gießen. sammlung.
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Vestellungen durch die Kolporkeure, sowie durch die Ruchhandlung
D
Ailarcetten L. Jigarrilod, Rauh, Ken 1. Schunoftabale
Oberhessischen Volkszeitung.
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