Oberhessische Volkszeitung
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Nr. 165
Gießen, Samstag, den 17. Juli 1915
10. Jahrgang.
Die Offensiue im Osten geht weiter!
Die Woche vom 5. bis 13. Juli
Von Richard Gädke.
Während die vorletzte Berichtswoche eine lebhafte kriegerische Bewegung auf allen Fronten zeigte, sodaß man auf einzelnen Schauplätzen selbst an das Hexannahen einer großen Entscheidung glauben konnte, ist in der letztvergangenen Woche die Handlung einem gewissen Stillstande verfallen. Die Tage vom 5. bis 13. Juli waren zwar auch reich an blutigen Gefechten, aber arm an Ereignissen, die einen Schritt weiter auf der Bahn zum voll ständigen Siege auf der einen, zur endgültigen Niederlage auf der andern Seite bedeutet hätten. Wir, die wir von einem bescheidenen Eckchen des Stehparterrs aus allen Wendungen des gewaltigen Dramas, das uns so nahe berührt, mit atemraubender Spannung folgen, können freilich keinen Blick hinter die Kulissen tun und die eigentlichen Beweggründe dieser Ruhepause, den inneren Zusammen— hang der Verwicklungen nicht verfolgen. Erst die späteren Exeignutsse werfen dann ein aufklärendes Licht auch auf das, was gegenwärtig geschieht und zunächst nur zu mehr oder minder glücklichen Ver— mutungen Raum bietet.
Ueber den Nordosten, wo schon seit vielen Wochen nichts Aufregendes sich zugetragen hat, können wir mit wenigen Worten hinweggleiten. Die Operationen großen Stils ruhen dort gänzlich: bei den Gefechten, von denen wir erfahren, handelt es sich meist um die Verbesserung der ausgedehnten Verteidigungsstellung im ein— zelnen, die wir rings um die Grenzen Ost- und Westpreußens in einer Entfernung von einem bis zu drei Tagemärschen schittzend ge— ogen haben; hier und da auch um gelegentliche Vorstöße der Russen, ie in dem Feuer unserer Truppen zusammenbrechen.
Im Südosten ist die stürmische Offenstve der verbündeten Heere, die am 2. Mai begonnen hat, mit dem 5. Juli zu einem mindestens vorläufigen Abschlusse gekommen. Die hartnäckige russi sche Verteidigung hat sich hiernach im Osten an dem Bug, der Zlota Lipa und dem Nordufer des Dnestr behauptet. Der Stoß der J. österreichischen und der deutschen 2. Armee in nördlicher Richtung ist über die Linie Josesow a. Weichsel— nördlich Krasnik— Krasnostaw a. Wjeprz⸗Krylow a. Bug dauernd nicht hinausge— ommen. Ihre Stellung im sidlichen Polen östlich der Weichsel liegt in einer Eutfernung von 7 bis 70 Kilometer jeuseits der galizischen Grenze. Der Raum, den wir dort auf russischem Gebiete neu ge— wonnen haben, wird etwa dem gleichkommen, den die Heere des Zaren im österreichischen Galizien noch besetzt halten.
Ueber die Absichten, die die österreichische Heeresleitung mit diesem Vorgehen in nördlicher Richtung verfolgt hat, gibt ein in den deutschen Zeitungen veröffentlichter halbamtlicher Bericht aus dem Krlegspressequaxtier dahin Aufklärung, daß es sich nicht um einen entscheidenden Angriff in Richtung Lublin gegen die östlich und westlich der Weichsel, im Raume um Warschau und Iwangorod ver— harrenden russischen Heere gehandelt habe, sondern nur um eine Flankensicherung großen Stils. Hierbei seien einzelne österreschische Vortruppen im Eifer der Verfolgung zu weit vorgeglitten und dann unter der Gegenwirkung der Russen wieder zurückgenommen wor— den. Die russische Heeresleitung ihrerseits erzählt von einem sieg— reichen Vordringen ihrer sidlich Lublin versammelten Streitkräfte und von beträchtlichen Einbußen der Oesterreicher an Gefangenen. Jedenfalls aber scheint der russische Gegenstoß am 13. Zuli nördlich Krasnik seine Kraft erschöpft zu haben und wieder in die Ver— teidigung zursckgefallen zu sein.
Bemerkenswert an den Kämpfen der letzten Woche ist nicht nur die außerordentliche Zähigkeit des russischen Widerstandes, sondern vor allen Dingen der unge- brochene Mut der obersten Leitung, wo es irgend möglich scheint, ihre Scharen von neuem zu wiltenden Augrissen vorzutresben. Auch die materiellen Kräfte zu diesem Verfahren scheinen immer wieder herangeschafft zu werden, obwohl zu dem Verluste von 520 000 Gefangenen in den verflossenen beiden Monaten bereits eln neuer von rund 34000 Mann in den ersten 5 Julitagen getreten war. Man wird in der Beurteilung der inneren Verfassung eines solchen Heeres sich immerhin eine starke Zurlickhaltung' allen un— günstigen Nachrichten zum Trotz auferlegen zullssen, die uns darüber berichtet werden. Die russischen Gesamtverluste nur an Gefangenen betragen freilich schon rund 1370 000 Köpfe.
Eines gewissen Interesses mag die Nachricht nicht entbehren, daß die Militär-Attachees der neutralen Mächte im deutschen Lager um den 9. Jult wieder von dem östlichen zum west lichen Krlegs— schauplatze zurückbefördert wurden. Ein Anzeichen dafihr, daß auf diesem Kriegsschauplatze größere Ereiguisse unmittelbar bevorstehen, dürfen wir freilich darin noch nicht erblicken. Der Militärschrist steller Stegemann vom Berner Bund ist allerdings in einer von den deutschen Zeitungen übernommenen Beurtellung der Krsegslage in Frankreich und Flandern zu dem Schlusse gelangt, daß selch hier neue Wolken ansammeln. Er meint andererseits, daß alle Durchbruchsversuche Joffres in dem Augenblicke unmög⸗ lich werben, wo die Deutschen mit annähernd gleichen Kräften auf treten. Und er glaubt sich berechtigt hinzuzufügen:„Daß in diesem Sinne Verschlebungen deutscherseits stattfinden, ist kein Geheimnis.“ Da ich nicht im Geheimnis bin, verzeichne ich einfach diese Be— hauptung des schweizerischen Militärs.
Was in der vergangenen Woche im Westen geschehen ist, beweist nur, daß Generallissimus Joffre sich einstweilen mit dem Raum gewinn nördlich Arras begnügt, den er in sechswöchentlichen verlust— reichen Kämpfen erzlelt hat, und die ursprüngliche Absicht eines Durchbruchs an jener Stelle, also eines entscheidenden Sieges über die Deutschen, infolge deren glücklicher Abwehr zunächst aufgegeben hat. Dafilr aber sind in der vergangenen Woche Überaus lebhafte Versuche der französischen Heerführer bemerlbar geworden, die deutsche Front an den verschledensten Punkten ihrer Ausdehnung durch einzelne Angriffe gegen günstig gelegene Punkte zu bedrohen und durch kleine Erfolge moralische Gewinne für Heer und Volk zu erreichen. So fanden lebhafte Kämpfe besonders bet Combres
und les Eparges, im Walde von Ailly und Apremont statt, wo die Verteldigungslinse als scharser Keil an die französische
beutsche
Front vorspringt, so in den Vogesen bei Ban de Sapt, so bei pern und schließlich nördlich von Arras selbst. Ob diese Angriffe an den verschiedensten Punkten auch die Absicht verfolgen, uns überall in Atem zu halten und den neuen Hauptangriffspunkt zu verschleiern, müssen wir abwarten. Aber wir dürfen zugleich die Tatsache ver zeichnen, daß der französtschen Angriffstätigkeit eine mindestens ebenso entschlossene und unternehmungslustige auf deutscher Seite gegenüber gestanden hat. Große Aenderungen der Lage können da durch natürlich nicht erzielt werden, aber die ungebrochene Angriffs lust des deutschen Fußvolkes und eine bei gleichen Kräften tber legene Kampfeskraft wird durch die Erfolge dieser örtlichen An griffe bewiesen. von übelwollender neutraler Seite in die Welt gesetzte Behauptung, daß die Initiative der Handlung seit Monaten auf französischer Sekte liegt, wird damit am besten widerlegt.
Aufsehen erregt die Reise des Unterchefss des italienischen Generalstabs, General Porro, nach Frankreich. Während einige mutmaßen, daß es sich um die Unterstltzung der neu geplanten Joffre-Offensive durch ein starkes nach Frankreich zu entsendendes italtenisches Heer handle, glauben andere eher auf eine Beteiligung an dem Dardanellen-Abenteuer schließen zu wollen. Daß dem Vier verband militärisch eine Unterstüitzung in beiden Richtungen sehr erwünscht sein muß, ist klar: wo er aber die raschere und die größere Entscheidung sucht, ist schwer zu erraten. Daß die Unternehmung gegen die Dardanellen völlig ins Stocken geraten ist, kann nicht mehr bezweifelt werden; ob die Anwesenheit von angeblich zwölf deutschen Unterseebooten in der Aegäls eine nahe Katastrophe in Aussicht stellt, läßt sich von hier nicht übersehen. Die Engländer würden wahrscheinlich ein Auftreten italtenischer Heere an den Dardanellen vorziehen, das Herz der Franzosen könnte eher die entgegengesetzten Wünsche hegen.
Einstweilen aber scheinen die Jtaltener selbst noch keine große Neigung zu haben, beträchtliche Truppenmassen aus der Hand zu geben und für Zwecke zu verwenden, die ihnen nicht un— mittelbar zugute kommen. Unzweifelhaft haben sie in dem Kampf gegen Oesterreich auch gegerwärtig ihr Gesamtheer noch nicht ein— gesetzt. Nachdem aber die große Offensive ihrer 3. Armee über den Isonzo hinüber nach sechstägigen Kämpfen am 5. Juli mit einem großen und blutigen Mißerfolge auf der ganzen Front geendet hat, könnten sie in der Abgabe eines ihrer Heere, also etwa des vierten Teils ihrer Streitmacht, immerhin eine Gefahr für ihre eigene Stellung an der Nordostgrenze erblicken, an der sie auch sonst bisher leine Erfolge zu erringen wußten. Es ist freilich verfehlt, von einer entscheidenden Niederlage der Italiener zu sprechen, wie es in der Presse geschehen ist. Eine Niederlage erleidet ein Angreifer erst dann, wenn der Verteidiger zum stegreichen Gegen— stoßse vorgeht und den ursprünglichen Angreifer aus seinen Stellungen zurückwirft. Das ist hier nicht geschehen; die Italiener stehen nach wie vor am Isongo und östlich des Flusses den Oester reichern hart gegenüber und haben vereinzelt bereits auch neue An— grisse angesetzt. Aber zu einem zweiten allgemeinen Sturme auf die starken und gutverteidigten österreichischen Stellungen sind sie augenscheinlich vor Heranziehung größerer Verstärkungen nicht im— stande, Es wäre daher möglich, daß die Entsendung General Porros nur der Besprechung eines gemeinsamen Operatlonsplanes, d. h. einer gleichzeitig und in innerem Zusammenhang miteinander ein— setzenden Offensive aller vier Verbündeten gilt. Eine Sache, die denn freilich auf dem Papier leichter festzusetzen, als auf dem Felde auszuführen ist. In dieser Beziehung besitzt der Zweibund noch immer einen großen, vielleicht den entscheidenden Vorteil.
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* Politisches und Militärisches.
Unser französischer Korrespondent schreibt uns vom 9. Juli: Die Unzufriedenheit mit dem fvanzösischen Kriegs— minister, über die wir bereits berichtet haben, ist in der Hdammersitzung vom 8. Juli zum Ausbruch gekommen und zwar in einer regelrechten Interpellation. Es ist eine all— gemeine Erscheinung, daß man die leitende Persönlichkeit verantwortlich macht, wenn die kriegerischen Ereignisse nicht den erwarteten Verlauf nehmen. In Frankreich kompliziert sich die Unzufriedenheit mit den militärischen Resultaten mit einer allerdings uneingestandenen politischen Unzu— friedenheit. Die Radikalen finden, daß man sie bei der Aus- wahl der Minister gar zu sehr beiseite läßt. Bei der ersten Rekonstituierung des Ministeriums Viviani im August wur— den drei Radikale ausgeschifft und durch je einen Linksrepu— blikaner, Sozialisten und unabhängigen Sozialisten ersetzt, Außerdem wurde ein Sozialist als Minister ohne Portefeuille ins Ministerium berufen. Als man ein Unterstaatssekre tariat im Kriegsministerium bildete, nahm man wieder einen Sozialisten. Bei den zwei jüngsten Unterstaatssekre— tären nahm man schließlich einen Radikalen, aber gleichzeitig auch einen Linksrepublikaner. Drei Sozialisten, vier unab— hängige Sozialisten, drei Linksrepublikaner, drei unab— hängige Radikale und nur drei Mitglieder der radikalen Partei. Die Radikalen finden also, daß es nicht verwunder— lich sei, wenn nicht alles so klappt, wie es klappen soll. Na- türlich endete die Interpellation mit einem nahezu einstim— migen Vertrauensvotum. Einmal weil Herr Viviani die Vertrauensfrage stellte und man nicht ohne Not eine Mi— nisterkrise hervorrufen will. Zweitens weil Herr Vivian allein für die Regierung sprach und Herr Millevrand, der Sündenbock, sich in den Kulissen hielt. Aber sonderlich über raschen würde es uns nicht, wenn wir eines Tages erfahren
sollten, daß die Aerzte Herrn Millerand absolute Ruhe empfeh⸗ len. Herr Viviani hat Herrn Millerand bereits drei Unter⸗ staatssekretäre aufgenötigt, wenn es nicht anders geht, wird er ihm auch einen Kriegsminister aufnötigen.
Russische Versicherungs⸗Gesellschasten verweigern die Zahlung.
T. U. Petersburg, 15. Jult. In einer Gesamtbexatung der Dixektoren haben sämtliche russische Versicherungsgesellschaften be⸗ schlossen, für den durch die füngsten Moskauer Pogrome verursachten Schaden nlcht aufzukommen. Sie berufen sich auf den Wortlaut der russischen Normalpolice, wonach die Verantwortung bei Aufständen und Revolten erlischt. Von Russen allein wurde bisher ein Schaden durch Raub und Brand in Höhe von 53 Millionen Rubel ange⸗ meldet, von Neutralen weiter 19 Millionen. Der Schaden, den meist Wenigbemittelte und Unversicherte erlitten haben, wird auf ungefähr 200 Millionen geschätzt.
Die Baumwollfrage.
Der Nieuße Rotterdamsche Courant gibt folgende Mel dung der Morningpost aus Washington wieder: Deutschland wünscht Baumwolle einzuführen, obwohl es genug Vorräte, für den gegenwärtigen Bedarf hat. Seit einiger Zeit werden zwischen der deutschen Regierung und der amerikanischen Regierung Verhandlungen wegen der Einfuhr von Farb-
stoffen, die Amerika dringend braucht, geführt. Die deutsche!
Regierung verweigert die Ausfuhr, wenn nicht eine ent⸗ sprechende Menge Baumwolle nach Deutschland kommt. Die Vereinigten Staaten weigerten sich, die deutschen Beding⸗ ungen für die Ausfuhr anzunehmen. Amerikanische Fabri⸗ kanten erwägen gegenwärtig die Möglichkeit, Farbstoffe selbst anzufertigen, ohne von Deutschland dafür abhängig zu sein. Sie wollen diese Industrie nicht vorübergehend, sondern dauernd ins Leben rufen.
Im englischen Unterhaus hat Lord Robert Cecil auf die, Schwierigkeiten hingewiesen, die sich im Verkehr mit den Neutralen ergeben müßten, wenn Baumwolle als Bannfpare erklärt würde. Es gebe jedoch Grenzen, welche die Gerechtig⸗ keit und das Völkerrecht anwiesen. Daily Chronicle rechnet nun vor, daß Holland die dort im Juni eingeführte Baum- wolle unmöglich selbst verarbeiten könne und knüpft daran folgende Bemerkungen:
„Die bedeutendste Schätzung, die uns zu Augen kam, geht dahin, daß Deutschland für seine Geschosse 1000 Tonnen täglich bedarf. Wenn die 30000 Tonnen insgesamt nach Deutschland gesandt worden sind, so ist der Verbrauch für einen Monat gedeckt. Wir wollen in dieser Sache den ge— wöhnlichen Fehler vermeiden, allzuoft zu fordern, daß Baum- wolle als Bannware erklärt wird. In der Theorie ist die Forderung gerechtfertigt, in, der Wirklichkeit aber ungereimt, denn unter Bannware sind lediglich Güter zu verstehen, die sich auf der Fahrt nach einem feindlichen Hafen befinden, und die Frage bietet Schwierigkeiten, sobald es sich darum han— delt, den Verkehr mit neutralen Häfen abzuschneiden.“
Die Drohung der amerikanischen Industrie, ihre Farb- stoffe selbst herzustellen, braucht nicht besonders tragisch ge— nommen zu werden, denn dazu gehört, von allem anderen ab- gesehen, vermutlich längere Zeit, als dieser Krieg voraus sichtlich noch dauern dürfte. Die Weigerung Amerikas, an Deutschland auch nur im Wege des Austausches Baumwolle zu liefern, während man England und Frankreich forkgesetzt mit Waffen und Munition versorgt, ist freilich recht be—
zeichnend. Russische Mordpolitik.
Aus dem Tatsachenmaterial des Sofioter Attentatsproge fees geht, wie der Vossischen Zeitung berichtet wird, hervor, daß gegen König Ferdinand ein Bombenattentat geplant war, als desson Urheber die serbische Narodna Odbrana erscheint, die einen Prei von 50 000 Fraue, teilwelse aus russischer Quelle, für den Mor auschlag ausgeschrieben hatte. Serafin Marow, der die Bombe auf den Wagen des Königs schleudern sollte, gestand den Attentatsplan vollinhaltlich und sagte aus, daß das Geld von Rußland und Serbien dem Attentäter ausbezahlt werden sollte. Lebhafte Be wegung rief eine Erklärung des Verteidigers von Dr. Genablew hervor, der erklärte, daß Ministerprästdent Radoslawow eln anonymes Schreiben erhalten habe, demzufolge noch nicht alle Attentäter sestgenommen worden und eine Fortsetzung der Ver— brechen zu erwarten set.
Kanada stellt Bedingungen.
Londoner Geschäftsfreunde teilten, so wird aus deu Haag berichtet, in dortigen Bankkreisen mit, daß die kanadische Regierung an die weitere Stellung von Truppenverstärkungen gewisse Bedingungen kulüpfe, die man in London recht pein- lich empfinden wird. Im Falle, daß Kanada, wie England verlangt, noch weitere 150000 Mann stellt, wird gefordert, daß Kanada eine Unabhängigkeitserklärung vom Mutter- lande erhält. Die künftige Selbständigkeit soll lich auf alle
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