Ausgabe 
14.7.1915
 
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g n worden mist, und die Gläubigen ermahnt, Gott anzu⸗

Die Ermittelungen

285 London, 13. Juli. Im Unterhause wurden Botha Huldigungen

Die Russen beten für den Sieg. Kopenhagen, 13. Juli.(T. u.) Führer derSchwarzen Hun⸗ dert batten sich an den heiligen Synod mit dem Ersuchen gewandt, eien allgemeinen Buß- und Bettag für ganz Rußland anguordnen. Die Petersburger Zeitungen berichten nunmehr, daß ein solcher am 21. Juli stattfinden soll. In sämtlichen Kirchen soll nach dem Got tesdienst ein Aufruf verlesen werden, der bereits in den Zeitungen

ehen, den russischen Fahnen den Sieg zu verleihen. Außerdem 15 in russißten Städten feierliche Gottesdienste auf öffentlichen Plätzen abgehalten werden.

Ein sranzösischesDokument.

Unter dieser Ueberschrift schreibt die Nordd. Allg. Ztg.: der deutschen Regierung zur Wider legung des französischen amtlichen Berichts vom 17. Dezem⸗ ber 1914 über dieDeutschen Greuel sind in wesentlichen Punkten abgeschlossen. Ergebnis: durchweg krasse Unwahr heit oder grobe Ungenauigkeit der Angaben dieses französi schenDokuments.

ö Zum Beispiel: Nach dem Bericht der Untersuchungskom⸗ mission sollen zahlreiche Ortschaften von den deutschen Trup⸗ pen grundlos zerstört und eingeäschert worden sein, so Marfaux, Le Gault-la⸗Foret, Somme⸗Tourbe, Etrepy, Ser⸗ maize⸗Les⸗Bains, Bignicourt-sur⸗Saulr, Revigny, Vassin⸗ court, Sommeille, Villes-aux⸗Vents, Clermont-en-⸗Argonne. In allen diesen Fällen haben die eidlichen Vernehmungen und dienstlichen Berichte ergeben, daß die Orte Brennpunkt schwerer Gefechte gewesen und von Artillerie heftig beschossen worden sind, lediglich auf die Wirkung dieser Kämpfe sind die Zerstörungen und Brände zurückzuführen.

Warum verschweigt der amtliche französische Bericht diese Tatsachen? Hat die Untersuchungskommission sie nicht ermittelt? Dann sind ihre Mitglieder gewissenlos vor⸗ gegangen. Oder sind jene Tatsachen absichtlich verheimlicht worden, um das Volk besser be gen zu können? Dann sind die Urheber des Berichts Verbrecher.

Wo bleibt das französische Beweismaterial?

Von Südwestafrika. Pretoria, 13. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Die amt⸗ lich nachgeprüfte Ziffer der deutschen Gefangenen wird auf 204 Offiziere und 3293 Mann angegeben. 37 Feld⸗ geschütze und 22 Maschinengewehre wurden erbeutet.

Der Dank Englands.

gebracht wegen seiner Kriegsoperationen in Deutsch⸗Siidwest⸗ afrika: gleiche Huldigungen wurden sür General Smuts abge⸗ geben. Es war die Rede davon, Botha in den Adels stand zu er⸗ heben und ihm dabei das gebräuchliche Geschenk von 100 000 Pfund Sterling anzubieten; man nimmt jedoch an, daß Botha dieses Aner⸗ abweisen werde.

Hohe Kriegskosten in Deutsch⸗Südwestafrika. London, 13. Juli.(T. U.) Daily Mail meldet aus Kapstadt, daß die Kosten des Feldzuges in Deutsch⸗Südwest⸗ Afrika 600 Millionen Mark betragen.

Zerstörung des KreuzersKönigsberg.

London, 13. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Reutermel dung. Die Admiralität teilt mit, daß die MonitoreSe⸗ vern undMersey den deutschen KreuzerKönigsberg in der Mündung des Rufidji am 4. und 11. Juli beschossen und gänzlich zerstört haben.

Zu der Meldung der englischen Admiralität gibt Reuter sol⸗ gende Einzelheiten: Die Lage des KreuzersKönigsberg machte den Angriff höchst mühsam. Nur Fahrzeuge mit geringem Tiefgang konnten dicht genug herankommen. den Platz sestgestellt hatten, wo das Schiff lag, dampften die Moni⸗ tore am 4. Juli flußaufwärts und eröffneten das Feuer. DieKö⸗ nigsberg antwortete sosort mit gut gezielten schnellen Salven aus ffünf Kanonen. DieMersey wurde zweimal getroffen. Eine Granate tötete vier Mann. Da dieKönigsberg ganz im Gesträuch lag, hatten die Flieger die größte Mühe, festzustellen, von wo aus

eschossen wurde. Am Anfang des Gefechts wurde das deutsche Schiff fünf Mal getroffen. Nach dem sechsten Schuß meldeten die Flieger, daß die Masten noch stünden. Dann traf eine Salve dieKönigs⸗ berg, so daß Flammen zwischen den Masten aufschlugen. Dennoch feuerten die Deutschen mit einer Kanone mit Unterbrechungen weiter. Schließlich schwieg das Geschütz, entweder wegen Muni ktionsmangel oder, weil es beschädigt war. DieKönigsberg war Zwar nicht gänzlich vernichtet, aber doch außer Stande, zu kämpfen.

Am 11. Juli wurde dieKönigsberg in einem zweiten Angriff ganz] z

vernichtet. Die KreuzerWeymouth undPioneer halfen den Monitoren durch Beschießen der an der Küste aufgestellten Geschütze. DerWeymouth hatte zwei Verwundete.

*

Eine Bestätigung dieser Nachrichten von deutscher Seite kiegt bisher nicht vor. Aber gleichwohl wird man sich damit abfinden müssen, daß auch dieser Kreuzer, der sich lange Zeit durch List vor den englischen Belagerern zu verbergen wußte, nunmehr der Uebermacht im rühmlichen Kampfe erlegen ist.

Die englische Anleihe.

T. U. London, 13. Juli. Das Endergebnis der englischen Kriegsanleihe ist bedeutend geringer, als die ersten enthusiastischen Pressekommentare vermuten ließen. Der Times zufolge beläuft sich das Maximum auf 600 Millionen Pfund Sterling. Ein Artikel der Times drückt darüber eine gewisse Enttäuschung aus. Die meiste Schuld schiebt das Mlatt dem Fehlen des kleineren und mittleren Vermögens zu.

Drohender Bergarbeiterstreik in Südwales.

Der Nieuwe Rotterdamsche Courant meldet aus London: Die Times berichtet aus Cardiff, daß die Versammlung der Abgeord neten des Bergarbeiterbundes in Slidwales gestern beschlossen habe, die Vorschläge Runeimans, die zur Beilegung des Konflikts zwischen den Bergarbeitern und den Grubenbesitzern in der Lohnfrage dienen sollten, zu verwerfen. Die Abgeordneten beschlossen mit 1894 gegen 1037 Stimmen, daß sie in keiner Weise irgendwelche anderen Vorschläge annehmen würden, als die, die mit ihrer Forderung übereinstimmten, und daß am Donnerstag die Arbeit in den Bergwerken niedergelegt werden solle, wenn die Vorschläge der Bergarbeiter nicht angenommen werden.(Fr. Ztg.)

Schweden gegen den Flaggenmißbrauch. Stockholm, 13. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Gegen den Mißbrauch der schwedischen Flagge hat der König an die Lotsen und

Nachdem Flieger genau

Zollbehörden eine Verordnung erlassen, nach der sofort, wenn ein! usländisches Schiff mit Abzeichen einer anderen Nationalität als! m Schiff wirklich zustehend in einen schwedischen Hafen einlauf

Sachverhalt der Generalzollnerwaltung telegraphisch zu melden

und die Ausklarierung nicht eher zu bewerkstelligen ist, als bis die Genehmigung des Königs dazu eintrifft. Das Schiff darf bis auf weiteres nicht abgehen oder ausgelotst werden. Ein ausländisches Schiff, welches fälschlich die schwedische Flagge oder schwedische Nationalitätsabzeichen führt, darf außer in Seenot nur bis zum nächsten Zollplatz gelotst werden. Der betreffende Lotse hat bei den betreffenden Zollbehörden die Einlotsung anzumelden. Stockholms Dagblad bemerkt, daß diese Bestimmung von allen mit Befriedi⸗ gung begrüßt werden dürfte, welche die Notwendigkeit einsehen, die Würde des Reiches und das Recht ber schwedischen Flagge zu wahren. Deutschlaud und Amerika.

Kopenhagen, 13. Juli.(T. Uu.) Die Times meldet aus Washington: Wilson, der gegenwärtig Ferien hält und sich in einem Kurort im Gebirge befindet, ist der Wortlaut der deutschen Antwort⸗ note noch nicht bekannt. Die Note wird ihm in einigen Tagen vom Staatssekretär überreicht werden. Darauf wird Wilson mit Lansing gemeinsam die amerikanische Antwortnote ausarbeiten.

Erweiterte Ausfuhrbestimmungen Rumäniens.

Nach halbamtlichen Bukarester Meldungen gelten vom nächsten Sonntag ab neue Bestimmungen für die Ausfuhr von Getreide sowie von jenen Waren, deren Ausfuhr nicht verboten ist. Ausgehend von der Notwendigkeit, keine rumänischen Waggons über die Grenze zu lassen, erfolgt die Be förderung der Waren bis zu elf in deren Nähe gelegenen Orten. Von hier aus hat die Weiterbeförderung durch die Käufer zu erfolgen. Auf diese Weise sollen täglich zu den verschiedenen Grenzorten gegen 360 Waggons befördert werden.

Rußlands Stimmung gegen Rumänien.

Die Nowoje Wremja vom 1. Juli verzeichnet es als Meinung der ausländischen Presse, daß die Unterstützung der Feinde durch Rumänien mit Banngut und Benzin ein Ulti⸗ matum verdiene. Bulgarien versäumt die Gelegenheit, sich durch das Einschreiten gegen diesen schädlichen Handel die slawische Verzeihung zu verdienen. Rumänien ist für solche, den Deutschen und den Türken erwiesene Hilfe wert, den Ausgang zum Meere und die Hoffnung auf Siebenbürgen als Lohn fürehrliche Neutralität zu verlieren.

Homerule für Irland.

Die Homerule⸗Bewegung, das ist die politische Bewegung, die für das mit Großbritannien vereinigte Irland eine eigene Re⸗ gierung(Homerule) mit selbständigem Parlament anstrebt, gewinnt an Umfang. Die Times melden: Am Mittwoch wird eine besondere Sitzung der Dubliner städtischen Verwaltung abgehalten werden. Auf der Tagesordnung steht eine Resolution, die die Einführung der Homerule für ganz Irland am 17. September verlangt. Nach den von der liberalen Regierung abgegebenen Erklärungen soll Homerule erst nach Beendigung des Krieges eingeführt werden.

Verhaftung eines Tschechenführers.

In Prag wurde der jungtschechische Reichsratsabgeord⸗ nete Dr. Raschin verhaftet. Er ist Advokat in Prag und Präsident des Unternehmens des jungtschechischen Haupt⸗ organs Nora Nowelisk. Zu Anfang der Neunziger Jahre wurde er mit vielen anderen wegen Teilnahme an der ge⸗

7 7. 77* 9 heimen nationalistischen Gesellschaft Omlad ing vor Gericht gezogen und wegen Geheimbündelei und Vorbereitung zum Hochverrat zu längerer Kerkerstrofe verurteilt. 3.

Rußlands Vertrag mit Japan. ö

Das Hamburger Fremdenblatt weiß zu melden, daß es. sich zuverlässigen Mitteilungen zufolge bei den eifrig geführ⸗ ten russisch⸗japanischen Verhandlungen um den Abschluß eines Defensiv. und Offensiv-Bündnisses drehe. Rußland sei bereit, weitgehende wirtschaftliche Zugeständnisse an Japan zu machen, weil es dadurch größere Unabhängigkeit seinen Bundesgenossen, besonders England gegenüber, zu er- langen hofft. 15

Die Arbeitsleistung der ee

Eine große Anzahl Kricgsgefangener werden seit dem Frünfahr in der Landwirtschaft und in der Imdustrie beschäftigt. Nach einer Mitteilung, die an bie Presse gelangt ist, darf als seststehend ange⸗ nommen werden, daß bei landwirtschaftlichen Arbeiten die Leistungen von drei Gefangenen derjenigen eines einzigen freien Arbeiters gleich zu bewerten sind. Bei weitem am geeignetsten für 1 schaftliche Arbeiten sind die russischen Krisgsgefeneen 191155 ihnen die vlämischen Belgicr. Auch bei den Meliora 5 i reichen die Leistungen der Gefangenen bei weitem nicht an die 11 55 Arbeiter heran. Von wesentlichem Einfluß auf die Leistungen ist! 7 den Gefangenen gewährte Bekösteunn. Muß die Lrbeenteng int naturgemäß nicht ohne Einfluß auf die Arbeitslust der 2 5 5 Im allgemeinen ist über Widerwillen der Gefangenen gegen Arbeit micht geklagt worden. Auch in der Induftrie haben sich die Kriegsgefan⸗ genen in ihren geistungen den freien Arbeitern weit unterlegen 7 zeigt, infolgedessen sind Industrielle teilweise auch schon vorstellig geworden auf Herabsetzung der täglichen Vergütung, die 5 Unterkunft und Verpflegung an die Heeresverwaltng z entrichten

Brieflasten.

A.⸗Wetzlar. Genosse Mann, der als Exsatzreservist eingezogen war, ist in Galizien durch einen Schuß ins Bein verwundet worden und befindet sich jetzt in einem Lazarett in Erfurt.

Verantwortlicher ae 15 ee Verlag von Krumm& Cie., 5 Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

Brotmarken⸗Ausgabe.

Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß die An- und Ab⸗ meldungen lediglich 105 den Bezirken zu erfolgen haben und nicht etwa bei dem Großh. Polizeiamte. 1

Bei Anmeldungen ist eine Abmeldebescheinigung der Brot- kartenausgabestelle des letzten Wohnorts vorzulegen.

Der Oberbürgermeister. Keller.

Bekanntmachung 4 Die öffentlichen Impftermine sür die Erstimpflinge in der dt Gießen, welche jeden Mittwoch, nachmittags von 56 Uhr, in der Turnhalle der Stadtmädchenschule(Schillerstraße) stattfinden, wer⸗ den nur noch im Monat Juli abgehalten.. 1 Wer die Termine micht benutzen will, muß sein impspflichtiges Kind auf eigene Kosten impfen lassen. 2

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