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schätzung der norwegischen Neutralität
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wächten gegenüver eine wohlwollende Neutralität zeigt, kann es ohne Krieg und eigene Opfer große neue territoriale Vor— teile erringen. Geht es zu den Gegnern der Zentralmächte über, so entflammt es einen neuen Balkankrieg, dessen Aus— gang für Rumänien nicht nur höchst ungewiß bleibt, der außerdem dafür sorgt, daß die militärische Lage der Zentral— mächte der Entente gegenüber auch nicht im mindesten ver. schoben wird. Die Zentralmächte können nach alledem die Entscheidung mit ruhigem Blute abwarten, wenn auch jeder Freund eines möglichst baldigen Endes dieses ungeheuren Völkerringens wünschen möchte, daß die Balkanstaaten ihrer⸗ seits den Frieden bewahren, um den Krieg in Zentraleuropa nicht zu verlängern.
Türkisch⸗bulgarische Verhandlungen.
Die Kölnische Zeitung meldet aus Sofia vom 10. Juli: Die Türkei ist im Grundsatz zu Abtretungen im Interesse guter Nachbarschaft bereit. Den einzigen Streitpunkt bildet die Umgrenzung des Gebiets von Adrianopel, das der Türkei verbleibt. Die Türkei wünscht den südlichen Vorort Kara— gatsch mit dem Bahnhof an das Gebiet von Adrianopel ein— zubeziehen, was Bulgarien wegen der dadurch bewirkten Unterbrechung der geraden Bahnverbindung nach Neu— bulgarien unerwünscht ist.
Der Sosiaer Attentatsprozeß.
Das Berl. Tagebl. meldet aus Sofia: Der Präsident des Kriegsgerichtes verlas nach der Verkündung des Urteils im Bomben⸗Attentats⸗Prozeß ein Protokoll, in dem es u. a. heißt, daß nach dem Geständnis Helene Anastasows sie mit dem Taschentuch das Signal zum Attentat gegen den König geben sollte, und daß der frühere Minister Dr. Genadiew die engsten Beziehungen zu Vikenti Anastasow unterhielt, dem er größere Summen in einer Gesamthöhe von 10 000 Franken gab. Der Gerichtshof habe beschlossen, eine Untersuchung gegen die beiden Genannten einzuleiten. Der Beschluß hat großes Aufsehen hervor-
gerufen. 5 Der Krieg zur See. ueberall deutsche U⸗Boote.
Die Köln. Volksztg. meldet aus Athen: Auf Anraten des gelen Gesandten in Athen haben alle griechischen Handelsschiffe im Mittelmeer wegen vermehrter Tätigkeit deutscher Unterseeboote am Rumpf einen auffälligen Anstrich in den Landesfarben erhalten.
Nach angeblich zuverlässigen Privatmeldungen sind jetzt 12 deutsche Unterseeboote im Mittelmeer, denen andere folgen, um der Blockade der Dardanellen und den Operationen auf Gallipoli ein Ende zu machen.
Die Tribuna erklärt, daß Deutschland beabsichtige, die atlantische Küste von Kanada mit Untersee⸗ booten zu blockieren, um alle Truppen⸗ und Mu⸗ nitionstransporte zu versenken. In fachmännischen amerikanischen Kreisen glaubt man an die Möglichkeit der Ausführung dieses Planes.
Ein norwegischer Protest gegen englische Neutralitäts verletzung.
Kristiania, 12. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Dampfer „Barkland“ aus Bergen wurde am 30. Juni nach einer Meldung des Ritzauschen Bureaus von einem englischen Kreuzer auf norwegischem Gebiet bei Kha angehalten. Der Kreuzer forderte den Dampfer auf, anzuhalten und feuerte einen blinden Schuß ab. Die norwegische Regierung hat ihre Gesandtschaft in London ersucht, bei der britischen Regierung hiergegen Einspruch zu erheben und auszuführen, daß die norwegische Regierung selbstverständlich nicht im geringsten Maße den Gedanken hegt, daß das Auftreten des britischen Schiffskommandanten durch die Gering— 0 begründet worden sei. Wiederholte Fälle würden es aber notwendig machen, daß die be— treffenden Kommandanten von der britischen Regierung aufgeklärt werden und zukünftig größere Aufmerksamkeit zeigten.
Die Aufnahme der deutschen Note in Amerika
T. U. Newyork, 12. Juli. Die Aufnahme der deutschen „Lusitania“-Note durch die amerikanische Presse ist durchaus günstig. Abgesehen von den geradezu deutschfeindlichen Blättern zeigt auch die gemäßigte Presse deutlich, daß die Amerikaner den guten Willen Deutschlands, zu einer Ver— ständigung zu gelangen, anerkennen. Sie glauben größten— teils, daß die Vorschläge der deutschen Regierung einen rich— tigen und annehmbaren Weg zeigen. Hermann Ridders Artikel in der Newyorker Staatszeitung ist eine nach Form und Inhalt völlige Rechtfertigung des deutschen Stand⸗ punktes und eine drohende Anklage gegen England. Artikel erregte großes Aufsehen und macht tiefen Eindruck.
S. Der
Die Zusammenkunft der bundesstaatlichen
Finanzminister.
Berlin, 12. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Die Nord. deutsche Allgemeine Zeitung schreibt: In der am 10. Juli stattgehabten Zusammenkunft der bundes st a at⸗ lichen Finanzminister gab der Staatssekretär des Reichsschatzamtes einen Ueberblick über die Finanz⸗ lage des Reiches und die zur Durchführung des Krieges bisher ergriffenen und weiterhin geplanten Maß⸗ nahmen. Die hierauf folgende Aussprache ergab allseitige Uebereinstimmung in der günstigen Beurteilung der deutschen Finanzkraft und die einstimmige Bekundung des unerschüt⸗ terlichen Entschlusses des opferbereiten Zusammen⸗ wirkens bis zum siegreichen Frieden. Die vom Reichsschatzsekretär in Aussicht genommenen finanziellen Maßnahmen, insbesondere seine Vorschläge über die bei den gesetzgebenden Körperschaften in der nächsten Tagung dem Reichstage einzubringende neue Kreditvorlage sanden einhellige Zustimmung. Auch über die Frage der Besteuerung der sogenannten Kriegsgewinne fand ein Meinungsaustausch statt, der eine Uebereinstim⸗ mung darin ergab, daß die Erhebung einer Sonder⸗ steuer auf den durch den Krieg und während des Krieges entstandenen Vermögenszuwachs dem Reiche zustehe.
Der Frankf. Ztg. wird zu der Zusammenkunft der Finanz⸗ minister aus Berlin noch geschrieben: 5
Es war in engeren politischen Kreisen schon bekannt, was die Norddeutsche Allgemeine Ztg. heute in einer halbamtlichen Notiz mit⸗ teilt, daß der Vortrag den der Schatzsekretär Dr. Helfferich vor den bundesstgatlichen Finanzministern am Samstag über die Finan⸗ zen des Reiches in der Kriegszeit, über die finanziellen Maßregeln, die schon geschehen und diejenigen, die noch hervorstehen, gehalten hat, die einhellige Zustimmung der Versammelten gefunden hat, und daß dem Schatzsekretär für seine Tätigkeit und für seine Vorschläge sehr warmer Dank ausgesprochen worden ist. Es bleibt bei dem, was schon bei der Ankündigung dieser Zusam⸗ menkunft der Finanzminister gesagt worden ist, daß nämlich Steuervorlagen dem Reichstag in seiner nächsten im August stattfindenden Tagung nicht zugehen werden. Er wird sich nur mit der neuen Kriegsanleihe zu beschätigen haben, die in der Höhe der voraufgegangenen eingebracht werden dürfte.
Der Meinungsaustausch über die Besteuerung der sogen. Kriegsgewinne hat nicht den Zweck und daher auch nicht etwa den Erfolg gehabt, die Grundlagen eines solchen Steuergesetzes schon festzulegen. Das wird eine Aufgabe späterer Zeit sein; der Krieg und die in ihm gemachten Gewinne sind ja noch nicht abgeschlossen. Es ist lediglich in der Versamm⸗ lung darüber eine Uebereinstimmung erzielt worden, daß diese Sondersteuer auf Vermögenszuwachs. der durch den Krieg und während des Krieges entstanden ist, dem Reiche zusteht, das heißt also, es ist damit ausgeschlossen, daß einzelne Bundesstaaten, wie das hier und da schon verlautete und in i Anträgen verlangt wurde, die Kriegsgewinnsteuer ein⸗ führten.
Partei⸗Nachrichten.
Gegen die Parteizersplitterer!
In der Versammlung der Vertrauensleute des Sozialdemokrati⸗ schen Vereins Altona-Ottensen wurde fast einstimmig fol⸗ gende Resolution gefaßt:„Die aktiven Genossen Ottensens bil⸗ ligen die Haltung des Parteivorstandes und der Fraktionsmehr⸗ heit in der Kriegsfrage durchaus. Die Genossen verurteilen auf das schärfste die unterirdische Minierarbeit, die darauf hinausläuft, die Parteiorganisation von innen antzu⸗ greifen und der Mehrheit den Willen der Minderheit aufzuzwingen. Ganzbesonders verurteilen sie das Verhalten des Partei⸗ vorsitzenden, des Genossen Haase, der als Partei- und Fraktions⸗ vorsitzender unter allen Umständen die Pflicht gehabt hätte, sich dem Willen der Mehrheit unter zuordnen oder seine Posten zur Verfügung zu stellen. Die Genossen erklären, daß sie mit ganzer Kraft für die Einigkeit der Partei tätig sein wollen und jedem Zersplittern den schärfsten Kampf ansagen“.
Eine Wahlkreiskonferenz in Oschersleben-Halber⸗ stadt⸗-Wernigerode tagte am Sonntag in Halberstadt. Sie nahm nach längerer Aussprache eine Resolution an, in der sie sich mit der bisherigen Haltung des Parteivorstandes, der Reichstags⸗ fraktion und des Parteiausschusses zu den Kriegsfragen im allge⸗ meinen ein verstanden erklärt.
Mit aller Entschiedenheit verurteilt wurde das Vorgehen einer Anzahl Parteimitglieder von links und rechts, die Einheit der Partei zu stören und deren Aktionsfähigkeit zu lähmen.
Die Konferenz brachte ferner zum Ausdruck, daß der Partei⸗ vorstand viel früher und viel energischer den Kampf gegen den un⸗ erhörten Lebensmittelwucher hätte aufnehmen müssen und sprach die Erwartung aus, daß der Parteivorstand mit allem Nachdruck von der Regierung durchgreifende Maßnahmen zur Sicherung der neuen Ernte für die Volksernährung verlange, um dadurch eine Linderung der drückenden Teuerung zu erreichen.
Der Vorsitzende stellte am Schlusse der Konferenz sest, daß alle Beteiligten es als die wichtigste Aufgabe betrachten, die Geschlossen⸗
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Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M 2————!!,,.] ̃ c ¼—ÄJn.......
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