Organ für die Interessen des werktä
der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.
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Nr. 161
Gießen, Dienstag, den 13. Juli 1915
10. Jahrgang.
Die Frauen und der
Kirchenfeindlichkeit und Weltkrieg
Es zeigt sich in letzter Zeit, und besonders seit dem Eingreifen Italiens, in der deutschen Presse eine Richtung, die den Frei⸗ maurern und Kirchenfeinden ein besonderes Maß an Schuld beimißt, den antikirchlichen Leute in den Weststaten und in Italien. Ja, man geht soweit, diese Behauptung auf die Entente im ganzen zu verallgemeinern und den Krieg gegen Deutschland, Oesterreich⸗- Ungarn und die Türkei als einen Ausdruck der Religionsfeindschaft hinzustellen. Nicht zuletzt geschieht dies in einer Art von Polemik, die sich zwischen französischen und deutschen Wortführern entsponnen hat, aber es kommt dieser Standpunkt auch in evangelischen Blättern und in Büchern ihnen nahestehender Antoren zum Ausdruck, wie man dies z. B. in einer Buchbesprechung der Deutsch. Tagesztg. am 9. Juli(Morgenausgabe) erkennen kann.
Es war eigenartig, daß der Vorwurf gegen die italienischen Freimaurer— die etwa verteidigen zu wollen uns natürlich nicht im Traum einfällt— in der großen Berliner Presse aufgetaucht ist, die doch politisch auf fortschrittlichem Standpunkt steht und bis⸗ her besondere religiöse Tendenzen nicht gezeigt hat, wenn man nicht die gelegentlichen Artikel von Pfarrern der Richtung Heyn— Traub usw. dahin rechnen will, jener Herren, die in oft betontem und manches Mal selbst in den schärfsten Formen ausgetragenem Gegensatz zur offiziellen Landeskirche eine Richtung vertreten, die der Orthodoxie unerträglich war und ist. In Deutschland selbst hat man ja eigentlich von irgend einer nennenswerten Tätigkeit der Freimaurer schon seit Jahrzehnten nichts mehr gehört; es ist be⸗ kannt, daß diese einst gefürchtete Bewegung längst sich zu kamerad⸗ schaftlichen und Wohltätigkeitsvereinen abgemildert hat, denen nicht selten auch Mitglieder regierender Häuser angehört haben. Nun mag es ja sein, daß die Freimaurer in den romanischen Ländern noch stärker die einstmaligen kirchenfeindlichen Tendenzen der Frei— maurerei vertreten. Aber daß selbst dort die Freimaurer auf anderen Gebieten, als auf kirchenpolitischen, eine Wirkung auf die Führung der Staatsgeschäfte angestrebt oder erreicht hätten, ist uns wenigstens nicht bekannt. Nun wird in der schon erwähnten katho⸗ lischen Polemik auf die Verfolgung der römischen Kirche in Frank⸗ reich hingewiesen, womit die Trennung von Staat und Kirche in Frankreich gemeint ist, für welche Reform bekanntlich auch in Deutschland selbst durchaus politisch gemäßigte Persönlichkeiten eingetreten sind: gerade auch die sogenannten modernen evan⸗ gelischen Theologen haben wiederholt erklärt, daß die Trennung von Staat und Kirche im Interesse der Kirche selbst läge. Aber wenn selbst die Kirche in Frankreich verfolgt worden wäre,— was hat das mit dem Weltkrieg zu tun?
Die ganze Hinfälligkeit der Verantwortlichmachung kirchen⸗ feindlicher Bestrebungen für den Weltkrieg zeigt sich aber erst recht, wenn man nicht vergißt, daß dem Bund unserer Feinde nicht nur Frankreich und Italien, sondern doch auch England und Ruß- land angehören. Gerade auch am Freitag stellt die Kreuzzeitung die gegen Deutschland gerichteten„Zerstückelungspläne der Vier⸗ verbändler“ zusammen. Und da ist es die wir zitieren die Kreuzzeitung— von dem bekannten Ultra-Tory Ma xse redigierte National Review. die nicht weniger verlangt, als daß die russische Ostseeküste bis zum Kanal von Kiel reichen, wo sich dann direkt die englische anschließen soll!! Diesen Wahnsinn produziert also das Organ eines Ultra⸗Torys. Die Torys sind aber bekanntlich niemand andere, als die englischen Hochkonservativen, unbedingt fromme orthodoxe Anhänger der High Church, der eng⸗ lischen Landeskirche, deren weltliches Haupt der König ist. Und braucht man erst noch an den vierten im Bunde, an Rußland, zu erinnern? Für Rußlands staatskirchlichen Zustand hat man das schöne Wort„Cäsaropapismus“, Kaiserpapsttum, extra erfinden müssen; dort ist in der Tat Staat und Kirche völlig eins, und der Zar ist nicht nur etwa„summus episcopus“, der oberste Bischof, sondern er ist in Wahrheit das mit dem Glanze eines Halbgotts umkleidete Haupt der russisch⸗orthodoxen Kirche, er ist zugleich Selbstherrscher aller Reußen und Papst derjenigen Kirche, der der Staat völlig untertan ist, deren heiliger Synod mit seinem Ober⸗ prokurator an der Spitze die eigentliche Regierung des russischen Reiches ist, derjenigen Kirche, die mit dem Wall furchtbarer Straf⸗ androhungen nicht nur gegen jeden Angriff von außen geschützt ist, sondern auch jeden Abfall innen hindert. Es ist ja allgemein be⸗ kannt, mit welcher beispiellosen Grausamkeit in Rußland von jeher die Sekten verfolgt wurden, die sich von der orthodoxen Kirche ab⸗ gespalten haben— man braucht nur den Namen„Buchoborzen“ oder„Raskolniki“ zu nennen, um sofort im Geiste russische Bauern vor sich zu sehen, die unter den Peitschenhieben der Kosaken durch die Eiswüsten Sibiriens dahin wanken und mit dem Karren ans Bein gefesselt, in den Bergwerken von Kara edles Metall für den Zaren schürfen müssen, für das Oberhaupt der„Prawoslawni“, der rechtsgläubigen russischen Kirche..
Also all das, was über den Zusammenhang romanischer Kirchen⸗ feindlichkeit mit dem Koalitionskrieg gegen uns geschrieben wird, ist Rederei ohne Untergrund, mit der man uns besser verschont, und die mindestens nichts zur Erkenntnis der Kriegsursachen beiträgt.
Die Zustände in Rußland.
Aus russischen parteigenössischen Kreisen wird uns auf Grund zuverlässiger, aus Rußland eingegangener Mittei— lungen geschrieben, daß die Bevölkerung von der äußerst kritischen Lage an der Front im allgemeinen orientiert ist. Wie in solchen Fällen natürlich, fehlt es nicht an Ueber— treibungen, da die umlaufenden Gerüchte die militärische Lage als außerordentlich kritisch bezeichnen. Ueberall im Lande verbreitet sich immer mehr die Ueberzeugung, daß dieser Krieg mit einer vollen Niederlage Ruß⸗
lands enden wird. Auch aus den Offalerskreisen gelangen pessimistische Mi“ lungen
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an d nne Oeffentlichkeit.
In Gesprächen bezeichnen manche Offiziere den Feldzug als verloren. In der Bevölkerung herrscht eine sehr ge⸗ drückte Stimmung. Eine Art Unruhe lastet auf allem und allen. Der Moskauer Pogrom hat diese schwüle und besorgniserregende Atmosphäre noch mehr verdichtet. Während von einer revolutionären Gärung unter den Mos— kauer Arbeitern nichts bekannt geworden ist, wird aus Peters⸗ burg mitgeteilt, daß dort in den Arbeiterkreisen die revo— lutionäre Stimmung wächst, daß diese Erschei⸗ nung auch organisatorisch bestimmtere Formen gewinnt. Verhaftungen werden massenhaft vorgenommen. Unter anderem wurden einige Krankenschwestern wegen angeblicher revolutionärer Propaganda unter den Soldaten verhaftet. Eines der schrecklichsten Kapitel der russischen Gegenwart sei die Behandlung der Juden. Das Elend der Hunderttausende Vertriebenen ist unbe⸗ schreiblich. Alle Städte des jüdischen Ansiedelungs— rayons sind mit diesen Vertriebenen überfüllt. Großfürst Nikolai Nikolajewitsch verfügte gerüchtweise die Ausweisung sämtlicher Juden aus Peters burg, wo trotz des Aufenthaltsverbots einige Zehntausende Juden doch heimisch sind. Der Ausführung dieses Befehls widersetzten sich aber der Minister des Aeußern, Sasanow, und der Finanzminister Bark, die das Argument ins Feld rückten, daß hierdurch diplomatische und finanzielle Schwie⸗ rigkeiten mit Frankreich, England und Amerika zu befürchten wären. Vorläufig mußte also der Diktator nachgeben. Man spricht aber davon, daß dies nur eine Hinaus schiebung bedeute, daß, sobald Riga fä llt, der Aus⸗ weisungsbefehl für die Petersburger Juden zur Ausführung gebracht wird. ö
Petersburg, 11. Juli. In den Petersburger Bezirken Wossiliew Ostrow und Staraja Perewnja sind bei den dort wohnenden Stu⸗ denten und Arbeitern Massenhaussuchungen vorgenom⸗ men worden. 82 Arbeiter und 14 Studenten, sowie 2 Schullehrer und mehrere dort entdeckte Reservisten sind nach der Peter⸗Paul⸗ Festung gebracht worden.
Petersburg, 10. Juli.(W. B.) Der Seniorenkonvent der Duma beschloß, das Ministerium zu ersuchen, die Einberufung der Duma zu beschleunigen, andernfalls würde das Eingreifen der Duma zuspät kommen.
Der Rjetsch schreibt: Wenn die russische Regierung jetzt, wie sie es getan hat, den Zeitungen vorschreibt, in zuversicht⸗ lichem Tone über die Kriegsereignisse zu schreiben, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen, so ist dagegen zu sagen, daß das Vertrauen zu den Erklärungen der russischen Zeitungen bereits erschüttert ist.
Der Rjetsch meldet: Die Moskauer Geheimpolizei holt aus Moskau und der Provinz die bei den Unruhen gestohlenen Sachen zusammen. Die verhafteten Rädelsführer werden dem Ge⸗ richt übergeben.
Das Zentralkomitee für Kriegsbedarf beschloß, die Regierung zu ersuchen, die Munitionsarbeiter von dem Kriegsdienste zu befreien, sowie die flüchtigen Juden und andere jüdische Hand⸗ werker zur Herstellung von Munition heranzuziehen und ihnen dafür Freizügigkeit zu gewähren.
Die Friedensdemoustrationen schwedischer Frauen
Stockholm, 11. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Der Mi⸗ nister des Aeußern empfing gestern eine Abordnung schwedischer Frauen, die die Anregung zu den am 27. Juni in allen Teilen Schwedens abgehaltenen Frie⸗ densversammlungen gegeben haben. An diesen insgesamt 343 Versammlungen hatten über 190000 Frauen teilgenommen. Die Abordnung überreichte die in den Ver sammlungen gefaßten Resolutionen. Der Minister versprach sie der Regierung vorzulegen.
An die Frauen Amevikas.
Die in Deutschland weilenden Amerikanerinnen haben an die Frauen in den Vereinigten Staaten von Amerika einen Aufruf gerichtet, der als ein Zeichen amerikani⸗ scher Empfindung zu den Problemen des gegenwärtigen Weltkriegs und wegen der darin eingenommenen Stellung Beachtung verdient. In dem Aufruf heißt es:
„Ein Entsetzen hat uns alle ergriffen, ein Schrei stieg zum Him⸗ mel empor und drang bis an die Grenzen der Erde. Tausend Seelen fuhren dahin, ein Opfer des unbarmherzigen Krieges, an dem sie keinen Teil nahmen. Tausend Seelen unvorbereitet in die Ewigkeit gesandt! Ein furchtbarer Gedanke! Aber Ihr Frauen Amcrikas, Frauen meines Heimatlandes, der Verlust an Leben auf der„Lu⸗ sitania“ ist nur ein dunkler Punkt in dem großen Chaos der Finsternis. Fern dem Schlachtgetümmel, in friedlichen Landen, ist es schwer, die furchtbaren Dinge zu fassen, die uns täglich bedrängen und umgeben. Tretet näher, seid Zeuge der Vernichtung der Völker. Tod, Schmerzen, klaffende Wunden starren uns an. Schluch⸗ zende, heimatlose Kinder, schmergzerrissene Frauen, alles was sie lieb hatten auf Erden, dahin: Männer ohne Aussicht auf die Zu⸗ kunft, überall Trauer, Betrübnis, Hoffnungslosigkeit. Seht, wie das Herz Europas blutet! g
Frauen Amerikas! Ein Ende muß gemacht werden, und wir sind dazu berufen. Die Frauen Europas sind hilflos niedergebeugt in Kummer und Leid, das kein Ende findet. Wir können das Ende
Der
riede.
herbeiführen und wir sind dazu verpflichtet. Es gibt einen Weg, nur einen, und der Weg ist uns gewiefen. Hört, Ihr Schwestern, lauscht meinen Worten! Für jedes Leben, das mit der„Lusitania“ unterging, haben Hunderttausende den letzten Atemzug auf dem Schlachtfelde ausgehaucht, niedergemäht durch todbringende Frach⸗ ten, wie sie die„Lusitania“ führte. Unser Präsident ruft die Gesetze der Menschlichkeit an und setzt sie über die Gesetze der Nationen. Er tut wohl daran! Aber ehe wir die Nationen Europas vor den Richterstuhl der Humanität fordern, sollten wir uns klar sein, daß unsere eigenen Hände rein sind, unser Gewissen unbelastet ist. Wir dürfen nicht reich werden durch die Angstrufe der Witwen und Waisen. Wir dürfen nicht Schätze anhäufen aus blutrotem Golde und uns damit trösten, daß die Almosen an die Aermsten in Ser⸗ bien, Polen und Belgien unsere Seele reinwaschen.
O, leiht Euer Ohr den Schwestern, die die herzdurchdringenden Wehrufe der Frauen und Kinder des von der Kriegsfurie durch⸗ tobten Europa gehört haben. Wir Amerikaner haben mit fieber⸗ hafter Emsigkeit die Flammen geschürt, die ohne unser Zutun ver⸗ glommen und erloschen wären. Laßt unsere Männer reden von den Artikeln der Haager Konvention und unseren Rechten als amerfka⸗ nische Bürger; aber wir Frauen haben Höheres und Heiligeres zu bedenken,— unsere Pflichten als menschliche Wesen. Solange Kugeln, die in Amerika gegossen wurden, die Felder Europas blutig färben, solange ist das Wort Humanität ein Spott auf unseren Lippen, Friedenssehnsucht eine tote Frucht in unserem Herzen. Die Frauen Europas rufen uns zu in der Not und dem Kummer ihrer Seelen:„Macht dem heillosen Werk ein Ende, Ihr Frauen der neuen Welt, die Ihr wie wir liebt, leidet und Schweres ertragt. Seht zu, daß Eure Männer nicht länger die Qualen der Welt gewinnsüchtig ausnutzen. Seht zu, daß die todbringenden Geschosse eher zur Hölle fahren, als daß sie mit dem Blut unserer Lieben getränkt werden“
„Vereinigt Euch“, so schließt der Aufruf,„in einem Bittruf an Eure Männer. Wir haben ein Werk vor uns, größer als es je die Welt gekannt. Laßt die Sonne niemals untergehen, ohne duß Ihr dies Werk gefördert habt. Tut Ihr dos nicht so wird das Blut der Völker Europas über Euch und Eure Kinder kommen.“ Ein Sohn Delceassés als Gefangener in Spandau.
Wie ausländische Blätter zu berichten wissen, soll fich unter den sechs französischen Offizieren, die auf Veranlassung der deutschen Regierung nach Spandau gebracht wurden, weil die französischen Behörden den deutschen Protest gegen die schlechte Behandlung der Teilnehmer der Patrouille des Leutnants v. Schierstedt unbeachtet ließen, auch ein Sohn des Ministers Delcasss befinden.
Vorher öffentlich angekündigte Haussuchungen.
Der Kommandierende General des 8. Armeekorps so. wie der Gouverneur bekannt:
Ueber die Druckschriften„Der Hauptfeind steht im eigenen Lande“,„Die Mehrheit sagt“ und„Klassenkampf gegen den Krieg“, welche ohne Angabe des Verfassers und des Druckers oder mit falscher Angabe erschienen sind, verfüge ich wegen auf⸗ reizenden Inhalts die Beschlagnahme. Ich ersuche, die Polizei⸗ behörden anzuweisen, die Beschlagnahme durchzuführen und sämtlichen sozialdemokratischen Parteileitungen oder ⸗Bureaus sowie den Partei- und anderen in Betracht kommenden Buchhand⸗ lungen, Durchsuchungen vorzunehmen und die etwa vorhandenen Stücke mit Beschlag zu belegen. Sollten diese Schriften schon verbreitet sein, sind die Verbreiter festzustellen und gegen sie das Strafverfahren einzuleiten, wovon das Generalkommando um Benachrichtigung ersucht.
Verbotene Druckschriftsendungen an Soldaten.
Das stellvertretende Generalkommando in Altona erlet folgende Bekanntmachung:
„Außer Zeitungen dürfen Drucksachen oder Schriften, in denen für solche politische Aufgaben oder Ziele Stimmung zu machen versucht wird, die mit dem von allen Parteien gewollten Zusammenhalten während des Krieges im Widerspruch stehen, den Soldaten in das Feld weder mitgegeben noch zugesandt wer⸗ den. Zuwiderhandlungen werden, wenn die bestehenden Gesetze keine höhere Strafe bestimmen, mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft.“
* Eine schwedische Protestnote.
Haag, 12. Juli. Der schwedische Gesandte in London, überreichte eine Protestnote wegen der Schädigung des schwedischen Handels durch England. Die Gesandten Nor- wegens und Dänemarks haben diesen schwedischen Schritt mündlich unterstützt.
Revolte in Kiew.
Wien, 12. Juli. Das Neue Wiener Journal meldet aus Sofia. Utro berichtet aus Kiew, daß der Führer der ukrainischen Bewegung verhaftet wurde. Vor dem Militärgefängnis seien Schüsse abge⸗ geben worden. Eine große Menschenmenge fand sich ein, die den Verhafteten befreien wollte. Es mußte Militär herangezogen wer⸗ den. Zwischen den Truppen und der erregten Menge kam es zu Zusammenstößen, wobei auf beiden Seiten geschossen wurde. 87 Personen wurden getötet, 60 schwer verletzt, von denen bereits viele ihren Wunden erlegen sind.
Deutsche Unterseebootbasis in der Nähe der
amerikanischen Küste?
T. U. London, 12. Juli.(Privattelegramm.) Meldungen aus Washington zufolge laufen Gerüchte um über die Mög⸗ lichkeit einer von den Deutschen eingerichteten Unterfeeboots ·
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der Festung Köln machen folgendes
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