Ausgabe 
9.7.1915
 
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Arbeiterbewegung.

Der Verband der Lithographen und Steindrucker im Jahre 1914.

Schon seit einer Reihe von Jahren hat der Verband eine Zeit der schwersten Prüfungen zu bestehen. Nicht allein, daß das litho⸗ graphische Gewerbe schon lange unter einer besonders schrweren. wirt⸗ schaftlichen Depresston zu leiden hatte, mußte der Verband auch zwei große Streik⸗ und Aussperrungskämpse 1906 und 194 durch⸗ machen, bei denen mehr als ein Viertel aller Mitglieder in Mit⸗ leidenschaft gezogen wurden. Ende 1913 trat eine Besserung auf dem Arbeitsmarkt ein, sodaß auf das Jahr 1914 die besten Hoffnungen gesetzt werden konnten. Durch deu ausgebrochenen Weltkrieg wurde dies jäh unterbrochen und alle Hoffnungen zu nichts gemacht. Die Arbeitslosigkeit stieg ins Ungeheuerliche. Am 16. August wur⸗ den 7713 arbeitslose Mitglieder gezählt und 3080 waren zum Kriegs⸗ dienst eingezogen. Rund 10 800 waren also aus dem Berufe ge⸗ rissen. Von den übriggebliebenen Mitgliedern konnten nur 3228 voll arbeiten und 1900 halbe Tage und weniger. Das kam beinahe einem völligen Zusammenbruch gleich, denn durch die Lohnkämpfe und durch die lange Wirtschaftskrise war die Verbandskasse sehr ge⸗ schwächt. Der Verband sah sich daher gezwungen, seine statutari⸗ schen Unterstützungen außer Kraft zu setzen, er konnte nur eine Not⸗

standsunterstützung zahlen, die allen Arbeitslosen und einem Teil Invaliden und Witwen gewährt wurde. Doch auch dieses war nur durch die Hilfe der der Generalkommission angeschlossenen Verbände möglich. Allmählich ging die Arbeitslosigkeit zurück; viele Mit⸗ glieder fanden in Gewerben sür Kriegslieserungen Beschäftigung: am Schluß des Jahres waren aber immer noch 1596 arbeitslose Mit⸗ glieder vorhanden, während im 1. und 2. Quartal durchschnittlich nur 336 gezählt wurden. Wie groß der Verlust an Mitgliederbei⸗ trägen war, geht daraus hervor, daß im Laufe des Jahres wegen Arbeitslosigkeit usw. 124457 beitragsfreie Wochennarken in die Mitgliedsbücher geklebt werden mußten. Der Verlust ist natürlich durch die Einberufung der vielen Mitglieder zum Kriegsdienst noch weit bedeutender. Die Einnahmen betrugen im Berichtsjahre 753 145 Mark, die Ausgaben 913 350 Mark. Darunter wurden aus⸗ gezahlt für: Arbeitslosenunterstützung 296 856 Mark, Krankenunter⸗ stiitzung für Gehilfen 140 029 Mark, für Lehrlingsmitglieder 3880 Mark, Maßregelungsunterstützung 3744 Mark, Lohnbewegungen 6068 Mark, Rechtsschutz 1581 Mark, Umzugskosten 10 981 Mark, Reiseunterstützung 11894 Mark, Unterstützung bei militärischen Uebungen 1542 Mark, Invalidenunterstützung 69 568 Mark, Witwen⸗ unterstützung 37680 Mark, Sterbegeld für Mitglieder 9 800 Mark,

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Der Wahre Jacob

kommt soeben zur Husgabe. Alle 14 Tage erscheint eine Nummer. Preis 10 Pfennig.

Bestellungen durch die Kolporkeure, sowie durch die Buchhandlung N der Oberhesstschen Volliszeitung.

für Mitgliederfrauen 2100 Mark und für verstorbene Lehrlingsmit⸗

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glieder 275 Mark. Die Zahl der Gehilfenmitglieder betrug am Aw⸗ fang des Jahres 16 533, die der Lehrlingsmitglieder(dem Verband ist seit 1908 eine Lehrlingsabteilung angegliedert) 2243. Am Schlusse des Jahres zählte der Verband nur noch 11 028 Gehilfsen⸗

mitglieder und 1925 Lehrlingsmitglieder; 59 Lehrlingsmitglieder sind Kriegsteilnehmer. Von den Gehilfenmitgliedern wurden bis 31. Dezember 4949 als zum Hoeresdienst einberufen gezählt und diese Zahl steigt noch ständig durch die weiteren täglichen Einziehungen. Von den zum Kriegsdienst Eingezogenen waren bis 31. Dezember 103 als gefallen und 89 als verwundet gemeldet. Außerdem sind im

Laufe des Jahres 133 Mitglieder an den verschiedensten Krankheiten

gestorben, darunter die Mehrzahl an Lungenleiden. Die Lohn⸗ bewegungen erstrecken sich naturgemäß nur auf das erste Halbjahr. Insgesamt fanden in dieser Zeit 30 Lohnbewegungen mit 838 Be⸗ teiligten statt. In 5 Fällen kam es zu kleineren Streiks, bei denen insgesamt nur 69 Personen beteiligt waren. 5 Tarifverträge wur⸗ den für 528 Gehilfen abgeschlossen. Erreicht wurden für 341 Ge⸗ hilfen Lohnerhöhungen im Gesamtbetrage von 471 Mark wöchentlich, Arbeitszeitverkürzungen erzielten 39 Gehilfen je eine halbe Stunde, 78 eine Stunde und 2 je 6 Stunden wöchentlich; außerdem wurden noch 15 Reihe sonstiger Verbesserungen der Arbeitsverhältnisse erzielt.

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Zu der Mittwoch, den 14. Juli, abends 8 ½ Uhr im Hotel Kaiserhof stattfindenden

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werden alle Mitglieder hiermit freundlichst eingeladen.

Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Rechnungsablage. 3. Ergänzungswahl des Vorstandes. 4. Vortrag des Herrn Schlachthof-Direktors Dr. Modde. 5. Verschiedenes.

Gießen, den 7. Juli 1915. Der Vorstand.

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