Ausgabe 
8.7.1915
 
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bewährte laufmännische Grundsatz, daß bei, steigendem Angebot die Preise zurückgehen, wurde in das Gegenteil umgekehrt, edse Absich des Landwirtschaftsministersden Landwirten bei der Abschlachtung gute Preise zu sichern, mehr wie erreicht, denn die Preise gingen sprungweise in die Höhe, als die Städte hastend mit ihren An⸗ La ervortraten. N50 5

ul urch Wechselwirkung der oben geschilderten Vorgänge sind die Preise für Schlachtvieh jetzt auf eine Höhe hinauf geschraubt, die nicht annähernd im Verhältnis steht zu den Erstellungskosten, ins⸗ besondere der Schweine, aber auch durch den Viehbestand, insbe⸗ sondere bei Rindern und Kälbern, sich in keiner Weise rechtfertigen

fßt. 3 1 Da nicht abzusehen ist, inwieweit es den Organen der Land⸗ wirtschaft und des Viehhandels gelingt, die Schlachtpiehpreise immer noch weiter in die Höhe zu treiben, wäre die Festsetzung von

Höchstpreisen dringend geboten. Dabei verkennt der Bezirksverein

keineswegs die Schwierigkeiten einer Festlegung von Höchstpreisen, da die Qualität der Schlachttiere sehr verschieden und der richtige Zeitpunkt für die Festlegung längst vorüber ist. Bei den zurzeit be⸗ reits herrschenden, wahnsinnig hoch geschraubten Preisen könnte allerdings die Festsetzung gerechter Höchstpreise die an die be⸗ stehenden Phantastepreise nun einmal, gewöhnten Landwirte zu ähn⸗ lichem Vorgehen veranlassen, wie bei anderen landwirtschaftlichen Produkten wir verweisen nur auf die Kartoffel zum Schaden der ganzen konsumierenden Bevölkerung. 8

Wenn es nicht mehr möglich sein sollte, allgemeine Höchstpreise festzusetzen, müssen unter allen Umständen sogenannteRicht⸗ preise sestgesetzt werden für die Aufkäufer(Lieferanten) von Schlachtvieh für Militärlieferungen aller Art, für die Konserven fabriken, den Reichseinkauf und ähnliches.

Die Metzger, denen die Versorgung der Bevölkerung mit Fleischnahrung obliegt, sind bei der Behandlung all dieser Fragen vollständig umgangen und außeracht gelassen worden, sie stehen die⸗ ser systematischen Preistreiberei machtlos gegenüber. Wenn sie überhaupt noch kaufen können, müssen sie Preise anlegen, die nicht nur jeden Verdienst ausschließen, sondern auch den Konsum so ver⸗ ringern, daß die Gefahr einer Unterernährung ernstlich in die Er⸗ scheinung tritt; eine große Anzahl Metzgereibetriebe mußte bereits eingestellt werden. Der Metzgerstand darf jedenfalls verlangen, daß auch er gehört wird und daß ihn die Reichsregierung in seinem ernsten Streben, seine Verpflichtungen der Bevölkerung gegenüber einzulösen, ebenso unterstützt, wie sie der Landwirtschaft und dem Viehhandel bei den von ihr angeordneten Maßnahmen entgegen⸗ kam. Diesen war es dadurch möglich, enorme Verdienste zu er⸗ zielen, während das übrige Volk darunter leidet.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Fleischnahrung zu er⸗ schwinglichen Preisen wird immer schwieriger und fordert ge⸗ bieterisch die Abstellung dieses unnatürlichen Zustandes, der im schreienden Gegensatz wirkt zu dem patriotischen Willen der ganzen Nation also doch aller Erwerbsstände in dem gegenwärtigen Aushungerungskrieg bis zum äußersten durchzuhalten.

Die Rückkehr zu erträglichen Kriegspreisen für Schlachtvieh und Fleisch ist möglich, sie dürfte auch hinsichtlich der Beurteilung der wirtschaftlichen Kriegsführung auf diesem Gebiet von besonderem Wert sein und der nach dem Kriege sicher einsetzenden Kritik über die Fleischversorgungsverhältnisse der Bevölkerung einen wesentlichen Teil der Schärfe nehmen.

Ganz recht! Nur hätte die Metzgerorganisation auch ihre Zu⸗ stimmung zu den ebenso notwendigen Höchstpreisen für Fleisch und Wurst im Kleinverkauf kundgeben sollen. Die Schweinepreise sind ja seit 4 Wochen bereits, wenn auch nur in mäßigem, so doch anhaltendem Sinken, so daß immerhin schon gegen Anfang Juni ein Preisunterschied von 10 bis 15 Mk. zu verzeichnen ist. Von einer entsprechenden Verbilligung der Fleisch⸗ und Wurst⸗ waren wird aber vorläufig erst aus ganz wenigen Orten berichtet. Aus Offenbach zum Beispiel hat man noch nichts gehört.

Bürgerliche Budget⸗Verweigerer. In der Sitzung der Stadtverordneten am Dienstag wurde dem Antrag der ersten Kommission, den Voranschlag anzunehmen, mit 12 gegen 7 Stimmen zugestimmt.(Im gestrigen Blatte war das Stimmenverhältnis nicht ganz richtig angegeben. Wie aus der Namensliste hervorgeht, wurde der Antrag der zweiten Kommission mit 11 gegen 8 Stimmen a bgelehnt, derjenige der ersten Kommission mit 12 gegen 7 Stimmen angenommen.) Sieben Mitglieder stimmten also gegen den städtischen Haushaltsplan, gegen dasBudget. Hätten sich ihnen noch ein paar zugesellt, so war der Voranschlag ab ge⸗ lehnt und es waren keine Mittel bewilligt, den städtischen Betrieb weiter zu führen! Ein interessanter Fall. Wenn im Reichstage oder in den Landtagen unsere Parteigenossen gegen den Etat stimmten sie hatten dafür stets ihre Gründe brach in der bürgerlichen Presse regelmäßig ein Donnerwetter über sie herein, man schalt ihr Verhalten nicht bloß vaterlandslos, sondern auch töricht, unsinnig und wer weiß was noch. Bei den Gießener Stadtvätern, welche das Budget verweigerten, handelt es sich um einwandfreigut- gesinnte Leute, die nicht im entferntestenrevolutionärer Tendenzen bezichtigt werden können. Und doch lehnen sie ganz kaltblütig den städtischen Etat ab! Man sieht also an diesem Beispiel, daß das Verbrechen der sozialdemokratischen Budgetverweigerer doch nicht so gar schlimm sein konnte. Man sieht aber auch ferner, daß die bürgerlichen Vertreter rücksichtslos ihre Interessen wahrnehmen. Daran könnten sich die Arbeiter ein Vorbild nehmen.

Der Getreideversorgungsantrag des hessischen Kammer⸗ zentrums an den Landtag, über den wir am Dienstag ein⸗ gehend berichtet haben, will, wie erinnerlich sein dürfte, u. a. eine gesetzliche Bestimmung haben, daß die Ernte an Brot getreide möglichst am Orte der Erzeugung vermahlen wird. Auch diese Forderung muß wie der gesamte Antrag wir haben schon am Dienstag darauf aufmerksam gemacht allerlei Bedenken hervorrufen. Es ist nämlich, wenn der

Antrag Gesetz wird, keine Garantie dafür vorhanden, daß

in allen Gemeinden, die ihre Gesamterzeugung vermahlen, auch leistungsfähige Mühlen vorhanden sind oder daß die Gemeinden mit der Vermahlung immer leistungsfähige Mühlen beauftragen, die ein gutes und haltbares Mehl zu liefern in der Lage sind. Wir haben ja im verflossenen Winter und Herbst genug über die geringe Qualität des Mehles klagen müssen und besonders in Bayern hat man in dieser Beziehung sehr üble Erfahrungen gemacht. Deshalb muß die Forderung nicht lauten daß jede Gemeinde ihre Gesamternte selbst vermahlen soll, also auch das, was über ihren Bedarf hinaus geht und zur Versorgung anderer Ge meinden dienen soll, sondern vielmehr, daß den zur Brot getreideversorgung verpflichteten Kommunalverbänden ihr Bedarf ausschließlich in Getreide zuzuweisen ist. Einmal kann dann der Kommunalverband leistungsfähige Mühlen mit der Vermahlung beauftragen und zum andern wird er nicht in die Lage kommen, gegebenenfalls große Vorräte an Mehl, die leicht verderben, lagern zu müssen, sondern höch⸗ stens größere Vorräte an Getreide aufzuspeichern, das leichter zu lagern ist als Mehl.

Den gefallenen Söhnen Oberhessens. Uns wird ge⸗

schrieben: Auf Einladung des Provinzialdirektors hat am 3. Juli l. Is. der Provinzialausschuß im Beisein der Kreis räte die Frage der Errichtung eines Erinnerungszeichens für die dem Kriege zum Opfer gefallenen Oberhessen an einem inmitten der Provinz gelegenen Ort(etwa Hoherodskopf) erörtert und beschlossen, der Anregung zu geeigneter Zeit näher zu treten.

Gewitter sind in der gestrigen Nacht in Frankfurt und Umgegend, wie auch im Westerwalde niedergegangen, während Gießen diesmal nichts abbekam; nur um Mitter⸗ nacht blitzte es einigemal und ferner Donner war zu hören. Wir hätten etwas Regen noch sehr notwendig gebrauchen können. Die Felder stehen übrigens nicht übel; das Ge treide läßt einen guten Ertrag erwarten im Gegensatz zu den Befürchtungen, die man wegen der langen Trockenheit hegte. Auch über den Stand der Kartoffeln wird günstig berichtet; allerdings wäre für sie ganz besonders noch Regen erpünscht. Hoffentlich wird dafür gesorgt, daß nicht wieder, wie im Vorjahre, ein unerhörte Preistreiberei dem Volke das not⸗ wendigste Nahrungsmittel verteuert.

Akademische Kriegsvorträge. Heute Donnerstag abend 8 ½ Uhr, spricht Dr. Gundermann im großen Hörsaal der Universi⸗ tät überDie Röntgenstrahlen im Dienste der Kriegs⸗Chirurgie. Eintrittskarten sind zum Preise von 30 Pfg. bei Challier und abends an der Kasse zu haben.

Kreis Alsfeld⸗Lauterbach.

Tod beim Feste. Bei einer Feier der Jugendwehr, die am Sonntag nachmittag in Schlitz abgehalten wurde, fiel der Brauerei⸗Fuhrmann Heinrich Vollmöller vom Wagen und geriet so unglücklich zwischen seinen Wagen und einen Baum, daß er auf der Stelle totgedrückt wurde. V. hinterläßt Frau und 3 Kinder, er war 39 Jahre alt.

Kriegsnolizen.

Fünfundvierzig Postbeamte des Oberpostdirektionsbezirks Königs⸗ berg wurde wegen ihres Verhaltens bei dem Russeneinfall, in An⸗ erkennung der dabei geleisteten wertvollen Dienste, jetzt das Eiserne Kreuz verliehen.

Aus dem italienischen Hauptquartier erging die Verfügung, daß alle Fabriken Erweiterungen zur Vermehrung der Erzeugung vor⸗ nehmen müssen, und verpflichtet sind, alle Maschinen und andere Fegenstände nach gelieferten Zeichnungen für die Militärbehörde anzufertigen. Außerdem kann zur Sicherung des fortlaufenden Be⸗ triebes dieser Fabriken das Personal der Militärgerichtsbarkeit un⸗ terstellt werden.

Der Direktor des gewerblichen Instituts von Pontelegno und der Priester Signorini sind wegen Spionageverdachts ihres Amtes enthoben worden. Der Erzpriester von Pontelgro ist ebenfalls des⸗ wegen aus der Kriegszone verwiesen worden. Der Pfarrer von Manno wurde wegen Spionageverdachts verhaftet.

Englische Blätter melden eine neuerliche Steigerung der Weizen⸗ preise. Seit Freitag ist das Quartier um zwei Schilling und mehr gestiegen. Auch Mais und Gerste sind teurer geworden.

In Astrachan(Südrußland) und Umgebung breitet sich die Vest immer mehr aus. Der Seuche sollen bisher 20 Menschenleben zum Opfer gefallen sein. Die sanitären Maßnahmen sollen völlig un zu⸗ reichend sein.

Reuter meldet aus Newyork:

Eine Bombenexplosion im Hauptbureau der Polizei vernichtete zum Teil das Detektivbureau. Niemand wurde verletzt. Man ver⸗ mutet, daß der Anschlag einen Racheakt wegen des jüngsten Vor⸗ gehens gegen die Anarchisten darstellt.

Nach einer Newnorker Meldung tritt die nordamerikanische Ar⸗ beiter⸗Assoziation am 20. Juli in Philadelphia zusammen, um zu dem Antrag von einem Drittel ihrer Mitglieder Stellung zu nehmen. der die Arbeitsverweigerung bei den Munitionstransporten nach

Europa fordert. 8 Vermischtes.

Schweres Bootsunglück auf dem Main.

Auf dem Main bei Gmünden in Unterfranken kenterte aus un⸗ bekannter Ursache ein Boot, in dem ein Hauptmann, seine beiden Kinder und ein Diener spazieren fuhren. Alle vier Personen er⸗ tranken.

Die Haushälterin im Backofen verbrannt. 5

Ein grauenhafter Mord wurde, dem Berl. Tagebl. zufolge in dem badischen Städtchen Neuenburg bei Müllheim verübt. Dort hat der 44 Jahre alte Landwirt Max Orth nach vorangegangenem Wortwechsel seine Haushälterin, eine Frau Anna Schlapper, deren Mann zurzeit im Felde steht. durch Schläge auf den Kopf betäubt, sie dann erwürgt und, um die Spuren der Tat zu verwischen, die Leiche im Backofen verbrannt. Durch den üblen Geruch und durch das Verschwinden der Frau wurde die Nachbarschaft beunruhigt. Es er⸗ folgte Anzeige bei der Gendarmerie. die nach kurzem Verhör den Orth verhaftete: er soll bereits ein Geständnis abgelegt haben. Der Verhaftete hat noch vier verheiratete Brüder, die sämtlich angesehene Bütrger Neuenburas sind: er selbst ist Junggeselle, lebt in guten Verhältnissen und besitzt ein Wohnhaus in dex Stadt. Vor mehreren Jahren mußte er sich in der psychiatrischen Klinik in Freiburg län⸗ gere Zeit behandeln lassen. Er galt stets als Sonderling. Nach vollbrachter Tat hat er noch eine Vereinsversammlung in Neuenburg besucht. Zwischen ihm und seiner Haushälterin soll es schon früher zu Streitigkeiten und auch zu Tätlichkeiten gekommen sein. Die Er⸗ mordete war, bevor sie bei Orth in den Dienst trat, in Müllheim beschäftigt: sie ist Mutter von drei Kindern.

Tödliche Unfälle und Selbstmord. In Frankfurt stülrz te in der Nacht zum Dienstag der 47 Jahre alte Bäcker Bertz aus dem Fenster seiner in der Alten Mainzergasse belegenen Wohnung in den Hof und wurde morgens als Leiche aufgefunden. Ferner ertrank beim Baden in der Nidda bei Ginnheim der 57jährige Privatmann Bickel aus Frankfurt. Am Goldfisch⸗ weiher in der Taunusanlage erschoß sich der Buchhalter eines Frankfurter Eisenwarengeschäfts. Bei dem etwa 26 Jahre alten Mann fand man 1200 Mk. vor.

Ein furchtbares Brandunglück, dem 13 Menschenleben zum Opfer fielen, ereignete sich am Samstag nachmittag in der pyrotechnischen Fabrik von Martin Franz in Polenz, einem Orte in dem Bezirk Pirna in Sachsen. Die Fabrik stellte in letzter Zeit Leuchtkugeln für die Heeresverwaltung her und in einem der Arbeitsräume erfolgte an dem genannten Nachmittage eine E x⸗ plosion, wobei sechs Personen sofort getötet wur⸗ den und neun Personen furchtbare Verletzungen davontrugen. Sämtlichen Personen sind die Kleider buchstäblich vom Leibe ge⸗ brannt. Die sofort getöteten Personen sind bis zur Unkenntlichkeit im Gesicht verbrannt und boten einen schauerlichen Anblick. Einige konnten nur am Schuhwerk erkannt werden. Auch die Schwerxver- letzten sind zum Teil schwer zu erkennen; sie riefen fortwährend nach Wasser. Aerzte, Sanitätspersonal und Krankentransport⸗ wagen waren sofort zur Stelle und leisteten die erste Hilfe.

Großer Fabrikbrand. Die neue Oelfabrik der Firma Schicht, Akt.⸗Ges. in Aussig(Nordböhmen) wurde von einem Riesenbrand ergriffen. Die Fabrikgebäude auf einem Raum von 2600 Quadrat- metern wurden eingeäschert. Das Feuer fand reiche Nahrung an den zur Ausladung bereitstehenden 8 bis 10 Waggons Oelsaaten. Die 460 Arbeiter des Betriebes konnten sich zum Teil nur mit großer Mühe retten. Der Schaden wird auf 3 Millionen Kronen

geschätzt.

Darmstadt, 6. Juli. Einer der ältesten Einwohner unserer Stadt, wenn nicht der älteste,der alte Windhaus, ist am Sonntag in fast vollendetem 96. Lebensjahre gestorben. Durch seine langjährige Tätigkeit als Logenschließer am Hof⸗ theater war er eine bekannte Darmstädter Persönlichkeit geworden.

Hamm, 6. Juli. Hoch klingt das Lied... Eine kühne Tat vollbrachte dieser Tage der in Rhein-Dürkheim wirkende Lehrer Wilhelm Krebs von hier. Er fuhr den Landdamm am sog. Rhein⸗ bau zwischen Hamm und Gernsheim, als er Hilferufe vom Rhein aus vernahm. Kurz entschlossen eilte er die Krippe entlang und stürzte sich an der gefährlichsten Stelle in das Wasser. Mit größter Lebensgefahr rettete er die beiden Realschüler August Sauer un seinen Bruder Siegfried Krebs vom sicheren Tode des Ertrinkens. Diese waren beim Baden in den gefährlichen Strudel der Krippe geraten, aus dem sie nicht mehr herauskommen konnten, umsomehr als sie schon vollständig ermattet waren und der eine sogar de Krampf hatte. Nur dem kurzen Entschluß und der selbstlosen Auf⸗ opferung des Lehrers Krebs ist es zu danken, daß zwei blühende Menschenleben gerettet wurden. c

Bingen a. Rh., 6. Juli. Die am hiesigen Technikum stu dierenden Holländer protestierten durch ein Schreiben, das sie alle unterzeichneten, bet dem holländischen Blatt Morks Magazyn gegen die dort vorgebrachte Behauptung, daß das deutsche Kriegsbrot ungenießbar und für die Ernährung durchaus unzu⸗ reichend sei. Sie erklärten, daß hier einn bestimmte Unwahrhei verkündet werde, denn sie selbst würden dieses Brot jeden Tag essen daß dieses kaum gegen das Brot in Friedenszeiten geändert sei daß es fogar nahrhafter sei, und daß sie Brot in genügender Men erhielten. Das Schreiben an die Redaktion dess holländischen

urde von 22 Holländern unterzeichnet.

Telegramme.

Tagesbericht des Großen Heupttnattierz

Die Kathedrale von Arras ein Opfer der Flammen. Lebhafte Kämpfe zwischen Maas und Mosel. Gute Erfolge in Polen und an der Weichsel. W. B. Großes Hauptquartier, 7. Juli, vorm.(Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz.

Nördlich von Ppern drangen englische Truppen gestern in unsere Schützengräben ein. Sie waren am Abend wieder vertrieben.

Westlich von Souchez wurden zwei nächtliche Angriffe des Feindes abgewiesen.

Bei der Beschießung feindlicher Truppenansammlungen in Arras geriet die Stadt in Brand. Der Feuersbrunst fiel die Kathedrale zum Opfer. f

Zwischen Maas und Mosel herrscht lebhafte Kampf⸗ tätigkeit. Südwestlich von Les Eparges setzte der Feind seine Anstrengungen, die ihm unlängst entrissenen Stellungen wieder zu erobern, fort. Bei dem ersten Angriff gelangten die Franzosen in einen Teil unserer Verteidigungslinie. Ein Gegenstoß brachte den Graben bis auf ein Stück von 1 Metern wieder in unsere Hand. Der Feind ließ 1 Maschinen⸗ gewehr zurück. Zwei weitere Vorstöße des Gegners, ebenso wie ein Angriff in der Tranche scheiterten völlig.

Halbwegs Ely⸗Apremont wurde unsererseits ange⸗ griffen. Wir eroberten die feindliche Stellung in einer Breite von 1500 Metern und machten dabei mehr als 300 Franzosen zu Gefangenen.

Bei Croix des Carmes(im Priesterwalde) erfolgte heute Nacht der erwartete feindliche Gegenangriff. Der Gegner wurde abgewiesen..

Am Sudel(in den Vogesen) wurde ein feindliches Grabenstück erstürmt und für die feindliche Verteidigung un⸗ brauchbar gemacht..

In der Champagne, südwestlich von Suippe, be⸗ warfen unsere Flieger mit Erfolg ein feindliches Truppen · lager.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Die Zahl der Gefangenen südlich Biale⸗Bloto ers höhte sich auf 7 Offiziere und rund 800 Maun; ferner gingen 7 Maschinengewehre und ein reichhaltiges Pionierlager in un⸗ seren Besitz über.

In Polen südlich der Weichsel eroberten wir die Höhe 95 östlich Dolowrtka(südlich Borzim ow). Die russischen Verluste sind sehr beträchtlich. Erbeutet wurden 10 Maschinengewehre, 1 Revolverkanone und viele Gewehre.

Weiter nördlich, nahe der Weichsel, wurde ein russischer Vorstoß abgewiesen. 7

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Westlich der oberen Weichsel wurden gute Fort⸗ schritte gemacht. Oestlich der Weichse! sind keine grö ßeren Veränderungen zu melden.

Bei der Verfolgung an der Zlota Lipa vom 3. bis 3. Juli machten wir 3850 Gefangene. Oberste Heeresleitung.

Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht Zurückgewiesene russische Angriffe.

Wien, 7. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver⸗ lautbart, 7. Juli 1915, mittags: Rufsischer Kriegsschauplatz.

An der Front der Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand dauern die Kämpfe fort. Eingetroffene russische Verstärkungen, die an mehreren Stellen zum Angriff vorgingen, wurden unter großen Verlusten zurückgeschlagen. Die Gefangenenzahl hat sich noch weiter erhöht.

Am Bug und in Ostgalizien ist die Lage unverändert.

In den Kämpfen an der unteren ZlotaLipa wurden vom 3. bis 5. Juli 3850 Russen gefangen.

Vergebliche italienische Vorstöße. Italienischer Kriegsschauplatz. 1

An der Schlachtfront im Görzischen trat zunächst ziemliche Ruhe ein. Nach dem vorgestrigen Siege hatten unsere Truppen noch einige zaghaft geführte Nachtangriffe gegen den Görzer Brücken⸗ kopf und die Plateau⸗Stellungen abzuweisen. Gestern eröffnete der Feind neuerdings heftiges Geschützfeuer, dem nachts wieder vergebliche Vorstöße schwächerer Angriffe folgten.

Italienische Flieger warfen auf Driest Bomben ab, ohne erheblichen Schaden anzurichten..

Im Kerngebiet griff der Gegner eine Felskuppe, der schon frühere Anstrengungen gegolten hatten, abermals an. Die braven Verteidiger schlugen den Angriff wie immer ab. Vor unserer Stellung ist ein Leichenfeld.

Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet dauern

die Geschsitzkämpfe stellenweise fart.